|
[ nach oben ]
| "Schon
um zehn Uhr war es heiß. Er fuhr an der Küste entlang
nach Mousehole. Es war schwierig, den Wagen auf der engen
Ortsstraße irgendwo abzustellen, ohne die Straße zu
blockieren; schließlich gelang es ihm. Er ging zum Hafen
hinunter und stieg weiter an dem steinigen Strand nah ans
Meer heran, fand schließlich eine Ecke wo er sitzen und
sich an die Klippen lehnen konnte und begann zu lesen.
Nichts war zu hören außer dem ruhigen Meer und den
Möwen, nicht einmal eine Stimme, ein einzelnes Wort aus
dem Dorf über ihm. Die Sonne machte ihn schläfrig; er
legte das Buch beiseite, schloß die Augen und verfiel
bald in einen Halbschlaf voll von Bildern." aus: Jochen Schimmang "Das Ende der Berührbarkeit", S.109f |
[ nach oben ]
| Ich nehme den 10 Uhr-Bus
nach Mousehole, aber dort gefällt es mir nicht. Ich
kaufe mir aber eine Karte, auf der Wanderwege
eingezeichnet sind. Danach laufe ich ins Landesinnere nach Paul. Dort läuten die Glocken schön melodisch. Bei uns wird man dagegen unsanft aus dem Alltag gerissen, wenn es läutet. Über heckenumrandete, kaum 3 Meter breite Autostraßen und Wege laufe ich nach Newlyn zurück. Es ist keine lange Strecke, aber ich wandere doch lieber an einer Küste entlang. Viele Häuser haben hier im Garten eine Hauspalme stehen, was der Gegend einen exotischen Touch verleiht. Überhaupt legt man hier auf die Gärten viel Wert und jedes Cottage hat seinen Eigennamen. Zurück in Penzance, suche ich ein Café, dabei entdecke ich einen "Coffeeshop", der mir gefällt.Cafés wie man sie bei uns kennt, gibt es hier nicht. Außer Kaffee und Kuchen werden immer auch Snacks angeboten. Schnell-Restaurants sind dagegen weit verbreitet. Cafés sind meist Geschäften angeschlossen und heißen dann "Coffeeshop". Sie sind dann gleichzeitig Antiquariat, Töpferei oder Workshop. Die Engländer lieben das "Take-away". In den Gaststätten werden immer zwei verschiedene Preisen angegeben. |
[ nach oben ]
| "Die
fast leeren Straßen bedrückten ihn, und schon bereute
er es beinahe, nach Cornwall gefahren zu sein. In London
hatte es jetzt immer die Gelegenheit gegeben, sich in
einem belebteren Viertel zwischen den anderen treiben zu
lassen. Er ging einen großen Teil der Hauptstraße
entlang und blieb zuweilen bei den Restaurants stehen,
wandte sich schließlich nach links, wo die Straßen ans
Meer hinuterführten, und fand auf halbem Wege den
Eingang zu einem Park. Please keep
your dog under control, hieß es
auf einem Schild. Im Park ließ seine Niedergeschlagenheit etwas nach. Er sah eine Reihe von Pflanzen, die er zwar nicht benennen konnte, deren Herkunft aber offenkundig tropisch war. Daraus machte er sich eine Vorstellung, wie das Klima hier sein mochte, wenn nicht Nebel und Feuchtigkeit die Stadt verhüllten." aus: Jochen Schimmang "Das Ende der Berührbarkeit", S.104 |
[ nach oben ]
| Den öffentlichen "Garden" finde ich nach Gehör. Vom Musikpavillion dringen die letzten Töne eines Platzkonzertes zu mir herüber. Der Park ist ein Palmengarten, auch der Rasen hat nichts typisch Englisches. |
![]() |
| Bei meinem Spaziergang auf
der Promenade entdecke ich in der Nähe des Schwimmbades
einen "Wishing Well". Vom ursprünglichen
Brunnen ist nicht mehr viel zu sehen: nur eine gemauerte
Umfassung. Das Brunneninnere wird als "Spendenkasse
für Wohlfahrtszwecke" genützt und von einem
Metalldeckel mit zwei Schlitzen für Münzen verdeckt.
Ein Vorhängeschloß verhindert, daß sich Unbefugte
bereichern. Es fällt mir schwer, das Gesehene mit dem
populären Song von FREE in Verbindung zu bringen. Take off your hat, kick off your shoes. I know you ain't goin' anywhere. Run round the town, singin' your blues. I know you ain't goin' anywhere. And the only time that you're satisfied. Is with your feet in the wishin' well. Ein aufkeimendes, schlechtes Gewissen mag sich vielleicht durch ein paar Münzen entsorgen lassen. Barfuß über den Strand zu laufen und den sonnenwarmen Sand zwischen den Zehen und unter der Fußsohle zu spüren, wäre jetzt aber allemal befriedigender. In der Nähe von Porthcurno soll es jedoch idyllisch gelegene "Wishing Wells" geben, mein nächstes Reiseziel liegt damit fest. |
[ nach oben ]
[ Homepage ] |
[ zum nächsten Kapitel ] |
| © 2000-2002 Bernd Kittlaus |
Bernds@single-dasein.de | Erstellt: 04. Juni 2000 Update: 29. Januar 2002 |
Zugriffe seit dem 04.Juni.2000 |