"Bis
zuletzt wartete er auf einen neuen plötzlichen
Wetterwechsel, auf den Durchbruch der Sonne an der
Küste. Das Wetter änderte sich nicht mehr, im Nebel und
auf engen Wegen fuhr er nach St. Ives, parkte den Wagen
ganz oben über der Stadt und hätte über sie
hinwegsehen können, wenn es das Wetter zugelassen
hätte. So aber sah er die Häuser der Straße kaum, die
Haus für Haus bed and breakfast
anboten, mit Fernsehraum und anderen Extras." "An
jedem der Tage machte er kleine Ausflüge, einzelne mit
festem Ziel, bei anderen ließ er sich nur einfach
treiben, bis er das Gefühl hatte, irgendwo ankommen zu
können. St. Ives enttäuschte ihn auch beim zweiten
Besuch, denn es versteckte sich noch immer im Nebel, der
schon drei Meilen hinter dem sonnigen Penzance begann und
ihn zwang, Licht einzuschalten. Eine halbe Stunde
versuchte er, sich mit dem Ort bekanntzumachen, sah viele
Töpfereien und Keramikläden und noch mehr Touristen und
fuhr weiter, durch enge Wege, beidseitig durch Felssteine
begrenzt, dahinter eine struppige, mürrische Heide und
ab und zu ein Haus, ein kleiner Ort. Was hier zu Ende
geht, dachte er, das ist dann wirklich zu Ende, und der
Gedanke gefiel ihm." |
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| Um acht Uhr wandere ich
mit meinem Rucksack von der Jugendherberge los. Mein Ziel
ist das 15 Kilometer entfernte Zennor, von wo aus ich mit
dem Bus nach St. Ives weiterfahre. Die Sonne scheint und ich habe nur ein T-Shirt und kurze Hose an. Ich werde diesmal den kürzeren Weg durchs Landesinnere - vorbei an steinernen Zeugnissen der Vorgeschichte - nehmen. Schon bald verschwindet die Sonne hinter dichten Nebelschwaden. Nach ein paar Kilometern wird es so kalt, daß ich meine warmen Sachen aus dem Rucksack heraushole und anziehe. Der Weg führt durch Acker- oder Viehland, vorbei an einsam gelegenen Farmen. Dann wieder nur karge Heidelandschaft. Man muß viel Zeit einplanen, wenn man alle Dolmen, Menhire oder Steinkreise besichtigen will, die hier entlang des Weges liegen. Sie haben keltische Namen wie Chûn Quoit, Lanyon Quoit, Mên-an-Tol oder Boskednan. Die erste Sehenswürdigkeit auf meinem Weg heißt dagegen schlicht Tregeseal group. Mir fehlt eine genaue Karte, um sie auch im Nebel finden zu können, weswegen ich auf meinem Weg bleibe. |
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Vom Meer her bläst mir
nun eine frische Brise entgegen. Vor Zennor tauchen dann ab und zu Maschinenhausruinen gespenstisch im Nebel auf. Zennor ist eine kleine Häuseransammlung und besitzt ein Wayside Folk Museum. Bis zur Abfahrt des Busses reicht es gerade noch für ein erfrischendes Pint of Lager. |
| Der Bus ist eine
Überraschung: ein rot-weißer Doppeldecker. Im Oberdeck
sitzt man jedoch wie im Cabriolet. Das Unterdeck ist
überfüllt, also gehe ich nach oben und lasse mir den
kalten Wind um die Ohren blasen. Kurz vor St. Ives geschieht dann ein kleines Wunder: die Sonne kommt heraus und ich erlebe das Städtchen im sommerlichen Flair. |
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| © 2000-2002 Bernd Kittlaus |
Bernds@single-dasein.de | Erstellt: 04. Juni 2000 Update: 29. Januar 2002 |
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