9. Tag

Exeter in Devon

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Am nächsten Morgen treffe ich Bettina am Bahnhof wieder. Sie hat sich doch noch dazu entschieden in Exeter zu übernachten und erst tags darauf ihre Freundin zu besuchen.
      Am späten Vormittag kommt unser Zug in Exeter an. Ich will in der Jugendherberge übernachten, während Bettina sich wieder für Bed and Breakfast entschieden hat.
Park bei der Kathedrale von Exeter
Wir gehen zur Kathedrale, wo ich es mir auf dem Rasen gemütlich mache, während Bettina im Tourist Office nach einem Zimmer fragt.
      Der Park vor der Kathedrale ist ein beliebter Aufenthaltsort für Jugendliche. Punker suche ich hier jedoch vergebens. Ringsum stehen schöne alte Häuser mit Fassaden in Schwarz und Weiß. Die Hauptstadt der Grafschaft Devon wirkt nach Penzance und St. Ives richtig großstädtisch betriebsam.
      Hier gibt es Straßenmusiker wie in Heidelberg. In Cornwall habe ich nirgendwo Straßenmusiker gesehen. Gerade spielt jemand "Where do you go to my lovely" von PETER SARSTEDT. Prediger, die von Musikern begleitet werden, kenne ich dagegen von Deutschland nicht.
      Während ich so dem Treiben zusehe, überlege ich mir, ob ich es nicht doch mit einem Bed and Breakfast versuchen solle. Die Jugendherberge liegt immerhin 3 1/2 Kilometer vom Zentrum entfernt, d.h. ich müßte immer mit dem Bus hierher fahren.
      Als Bettina zurückkommt, hat sie die Adresse eines Zimmers in der New North Road. Ich begleite sie dorthin und während sie ihr Zimmer bezieht, versuche ich in dieser Straße auch etwas zu finden. Ich versuche es gleich beim nächsten B & B-Schild, aber es öffnet niemand. Beim nächsten versuche ich es erst gar nicht, da das Haus teuer aussieht. Danach komme ich zum Student Guest House. Normalerweise wäre ich weitergegangen, denn ein Student bin ich nicht, aber das Schild "All Tourists welcome" bewegt mich zum Eintreten. So komme ich zu einer zentral gelegenen Übernachtungsmöglichkeit, die genauso billig ist wie die vorgesehene Jugendherberge, dafür jedoch luxuriöser. Ich werde in einem 4-Bett-Zimmer mit Waschgelegenheit und Dusche einquartiert. Leider kann ich nur eine Nacht bleiben, so daß ich morgen doch in die Jugendherberge umziehen muß.
      Nachdem unsere Übernachtung gesichert ist, sehen wir uns die Stadt an. Am besten gefällt es uns jedoch in der Umgebung der Kathedrale. In einem piekfeinen Café, dem ROYAL CLARENCE HOTEL, trinken wir einen Cream Tea. Von unserem Fensterplatz aus haben wir eine schöne Aussicht auf den Park vor der Kathedrale.
      Abends gehen wir ins Kino. Es läuft gerade der James Bond "Octopussy". Das ist mein erster Actionfilm seit langem. Bond-Filme haben den Vorteil, daß man nicht viel Englischkenntnisse benötigt, um sie zu verstehen. Die Rollen von Gut und Böse sind klar verteilt und der Lauf der Dinge spricht für sich.
      Inzwischen habe ich mich so sehr an meine Reisebegleiterin gewöhnt, daß mir das Alleinreisen wieder schwer fallen wird.

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© 2000-2002
Bernd Kittlaus
Bernds@single-dasein.de Erstellt:
04. Juni 2000
Update:
29. Januar 2002
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dem 04.Juni.2000