Pressestimmen zu
"Die Einsamkeit der Krokodile"
"'Die
Einsamkeit der Krokodile', frei nach dem
gleichnamigen Erfolgsroman des Hamburger
Journalisten Dirk Kurbjuweit, denkt über die
Bewahrung von Individualität in einer im
Grunde individualitätsfeindlichen Umgebung
nach. Der Film fragt, wie weit sich ein
Mensch anpassen darf, ohne dass seine
Persönlichkeit beschädigt wird. Wie weit er
sich anpassen muss, um physisch zu
überstehen. Und dass es für nichts Rezepte
gibt. Er handelt von der Reise eines
Idealisten ins Leben, eines Träumers in die
Realität.
(...)
Das Dorf ist sauber und zugleich eiskalt
(...). Ein Universum, in dem niemand aus der
Reihe tanzt, seit Generationen. Nur
Elias Cousin Günther, der hier
aufwuchs, ignorierte diese Regeln (...). Der
Film braucht keine Worte, um zu sagen, wie
sehr es einem Wunder gleicht, dass Günther
in dieser Umgebung zum Feingeist avanciert.
Dass er Geige spielen lernt, während der
Vater an der Schlachtbank hantiert. Dass er
das Abitur mit 1,1 macht, während
gleichaltrige Dorfjungen ihn hänseln, noch
Jungfer zu sein. Dass er Philosophie und
Germanistik studieren will, in Tübingen.
Dann wird es doch nur die Uni von Paderborn,
weil die Eltern wollen, dass der Junge jeden
Abend zu Hause erscheint."
(Ralf Schenk in der Berliner
Zeitung vom 17.05.2001)
"Wie
die Eltern von früh an jeden Ausbruchswillen
des Kindes mit rigoroser Strenge ahnden und
den Sohn auch noch als Erwachsenen unter
Kontrolle halten - das ist so pathologisch
und zugleich so präzis , dass man es
geradezu mit Aufklärungskino zu tun hat.
Notizen aus der tödlichen Provinz."
(Simone Mahrenholz im
Tagesspiegel vom 17.05.2001)
"Der musisch
begabte, intelligente, hochsensible Junge,
der an der fühllos-philiströsen Enge seiner
Umgebung zerbricht diese Gestalt hat
ihre klassische Form in Hermann Hesses
frühen Romanen gefunden (...). Oetzmann
erzählt in seinem Kino-Debüt das Drama des
begabten Kindes als Horrorfilm aus der
deutschen Provinz. "
(Rainer Gansera in der
Süddeutschen Zeitung vom 18.05.2001)
Jobst Oetzmann zu
"Die Einsamkeit der Krokodile"
"Was
hat Sie nun an dieser Geschichte besonders
interessiert?
Da ist jemand, der sagt, er will sein
eigenes Leben wiederfinden. Er hat noch
nichts Eigenes und interessiert sich für die
Geschichte eines verlorenen Lebens. Darüber
findet er zu sich selbst"
(aus: TAZ v. 17.05.2001)