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Das Single-Dasein im Film:

 
   

Gregor Schnitzler

 
   

Was tun, wenn's brennt (Deutschland, 2001)

Singles der Berliner Hausbesetzerszene

 
   
 
 

Pressestimmen zu "Was tun, wenn's brennt"

"temporeiche, witzig-sentimentale Milieustudie über sechs Mittdreißiger, die noch einmal spüren wollen, wie das ist, der Held seines eigenen Lebens zu sein."
(Karl-Heinz Schäfer im Rheinischen Merkur vom 25.01.2002)

"In wehmütig-gewitztem Tonfall konfrontiert dieser Ensemblefilm (...) mit dem Verlust von Träumen und der wahren Bedeutung von Freundschaft."
(Harald Pauli im Focus vom 28.01.2002)

"Verrät man seine Ideale, wenn man die linksautonome Laufbahn beizeiten verlässt, um eher bürgerliche Ziele anzusteuern; oder verrät man sich an seine Ideale, wenn man sich gegen diese Ziele (...) wegen irgendwelcher Prinzipien verwahrt? Handelt es sich bei der Autonomenfrage mithin um ein politisches Phänomen oder vielmehr um eine Ausdrucksweise, die mehr im jugendkulturellen Bereich angesiedelt ist, also gewissermaßen um eine Mode?
Handelt es sich also bei Tim und Hotte (...) um hartgesottene Polit-Aktivisten oder zwei unmoderne liebenswerte Trottel, die irgendwie selbst dafür verantwortlich sind, dass es ihnen ständig auf den Kopf tropft?
Wahrscheinlich beides. Und wahrscheinlich liegt darin der besondere Charme dieser kleinen Komödie, dass sie die Grenzen nicht zwischen Gut, Böse, Richtig und Falsch zieht, sondern zwischen denen, die es geschafft haben, und denen, die (...) irgendwann aus der Zeit gefallen sind."
(Harald Peters in der Jungle World vom 30.01.2002)

"Verdammt lang her, dieses 1987, in dem die sechs Filmhelden den Sprengsatz in der Villa in Grunewald deponiert haben. Und so eben noch historisch korrekt: 1987 war das Jahr der ersten 1. Mai-Randale, ein letzter anarchischer Ausbruch, bevor die Revolte zum verspießerten Randale-Ritual wurde. Sicher, die Besetzerbewegung war eine Sache der frühen Achtziger, weshalb deren Helden heute eher in den Vierzigern sind als in den Dreißigern wie im Film. Macht nichts. Die Geschichte gehört, wenn sie denn Geschichte geworden ist, nicht mehr denen, die sie veranstaltet haben. Und erst recht nicht ein Film."
(Jan Schulz-Ojala im Tagesspiegel vom 30.01.2002)

"Dass der Film mit seiner politischen Thematik wirbt, macht ihn zur Mogelpackung. Sein wirklicher Gegenstand ist die Gruppendynamik einer ehemaligen Freundesclique, die nach 13 Jahren mit ihrem früheren Selbst konfrontiert ist, mit verlorenen Idealen und dem Glanz und Jammer ihres neuen Lebens im Establishment. Der Häuserkampf, die Besetzer-Szene dient dafür als dramaturgischer Aufhänger und optisch attraktives Lokalkolorit."
(Simone Mahrenholz im Tagesspiegel vom 30.01.2002)

"Mag in der Tragödie das unerbittliche Gesetz der Götter walten, in der Komödie regiert seit ihrer Erfindung der holde Schwachsinn (...). Deshalb sind Fragen des Realismus in diesem Genre traditionell nebensächlich. Solche Präliminarien muss anerkennen, wer Spaß (...) haben will. Denn der Film leistet sich eine Reihe haarsträubender Unwahrscheinlichkeiten, man könnte ständig mit dem rostigen Beckmesserchen an seiner Oberfläche kratzen."
(Matthias Heine in der Welt vom 31.01.2002)

"In der Annäherung, der Aussöhnung zwischen den Lebensläufen, könnte sich die eigentliche Geschichte abspielen (...). Schnitzler könnte erzählen davon, wie sie alle sich nicht einfach verändert haben, sondern sich eines Tages verabschiedet haben von der Politik, nur noch ihr eigenes Leben leben wollen. Schnitzler erzählt nicht davon, wie aus der Null-Bock-Generation die Spaßgeneration wurde. Seine Figuren finden wieder zueinander, aber nicht zu sich selbst."
(Susan Vahabzadeh in der Süddeutschen Zeitung vom 31.01.2002)

"Zu Pop gehört (...) die muntere Geschichtsklitterung."
(Andreas Vahr in der TAZ vom 31.01.2002)

 
 
 
       
   
  • Porträts und Gespräche

    • ALBERS, Markus (2002): "Subversion ist nicht toll".
      Til Schweiger über Sympathie mit Hausbesetzern, Stoiber als Kanzler und Kindererziehung
      in: Welt am Sonntag v. 27.01.
    • ALLENBACH, Thomas (2002): "Ich als Hausbesetzer - glaubt man das?"
      Til Schweiger über seinen neuen Film und Hollywood,
      in: SonntagsZeitung v. 27.01.
    • ARNOLD, Frank (2002): Grundwachsamkeit.
      Ein Gespräch mit Nadja Uhl über Stars, Punk und grünen Tee,
      in: Süddeutsche Zeitung v. 31.01.
      • Kommentar:
        Nadja UHL spielt die ehemalige Hausbesetzerin und nunmehr brave Hausfrau Nele.
 
     
     
   
  • Die Berliner Hausbesetzerszene in der Debatte:

    • NECKEL, Sighard (1990): Die Politik der Lebensstile. Beobachtungen in einem Berliner Bezirk, in: Sighard Neckel (2002) Die Macht der Unterscheidung, Frankfurt: Campus
    • KREUZER, Rainer (2001): Der Stein bestimmt das Bewusstsein.
      Die 81er: Sie haben Häuser besetzt, gegen Nachrüstung gekämpft und eine eigene Subkultur geschaffen. Und blieben dennoch eine Generation der Namenlosen,
      in: Die Woche Nr.24 v. 08.06.
    • TRABUSCH, Andreas (2001): Der Lappen ist weg.
      Vom Kampf für ein selbstbestimmtes Leben zum Schnäppchen-Mietvertrag - vor 20 Jahren begannen die Berliner Hausbesetzer ihre Karrieren,
      in: Süddeutsche Zeitung v. 29.12.
    • HUMMEL, Bernhard (2002): Ein zerbröseltes Leben.
      Kreuzbergs Hausbesetzer im Kino: RÜdiger H. ist der echte Mensch hinter einer Figur aus dem Film "Was tun, wenn's brennt",
      in: Süddeutsche Zeitung v. 31.01.
 
   

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Bernd Kittlaus
Bernds@single-dasein.de Erstellt: 27. Januar 2002
Update: 31. Januar 2002
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