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Das Single-Dasein im Fernsehen:

 
   

Sex and the City

Männerjagd in den Yuppie-Kreisen von Manhattan

 
   
 
 

Pressestimmen zu "Sex and the City"

"Die Frauen in «Sex and the City» wissen, dass Männer ihre Probleme nicht lösen können (beziehungsweise sie erst schaffen...)."
(Doris Knecht in "Das Magazin. Beilage des Tages-Anzeiger" v. 18.08.2001)

"Ally McBeal für Erwachsene"
(Sigrid Neudecker in der ZEIT Nr.36 v. 30.08.2001)

"Das Geheimnis des großen Erfolgs liegt zum einen in der gelungenen Mischung aus Horror und Humor, Spaß und Schrecken, Leid und Leidenschaft. Zum anderen in der exquisiten Besetzung und Rollenverteilung - mit einer der vier Frauen will sich jede Zuschauerin identifizieren."
(Michaela Schießl im Spiegel Nr.36 v. 03.09.2001)

"Gerade mal drei Jahre nach der Ausstrahlung in den USA vermittelt "Sex and the City" (...) das neue, spaßig-spießige Frauenbild von der modern-selbstbewussten Karrierefrau, die auf wohlgeformt-pumpsbeschuhten Beinen mitten im Leben steht."
(Jenni Zykla in der TAZ v. 18.09.2001)

"Wären «Ally» und «Sex and the City» Autos, dann wäre erstere wohl eine Ente - ein wenig lahm und unbequem, aber ungeheuer liebenswert, die ProSieben-Konkurrenz der Porsche - schnell, schnittig und sexy."
(Christine Hoffmann in der Berliner Morgenpost v. 23.10.2001)

 
 
 
       
     
     
   
  • Porträts und Gespräche:

    • KEIL, Christopher (2001): "Die ewige Reproduktion des Bekannten..."
      Interview mit Pro Sieben-Geschäftsführer Nicolas Paalzow (34) über die Rückkehr zur Fernsehnormalität,
      in: Süddeutsche Zeitung v. 19.09.
      • Inhalt:
        Nicolas PAALZOW erläutert, warum "Sex and the City" trotz Terroranschlag gesendet wurde:
        "Ich glaube nicht, dass man Sex and the City in erster Linie einschaltet, um New York zu sehen, sondern eine Serie, die sich durch ihren außergewöhnlichen Humor auszeichnet, durch ihren außergewöhnlichen Witz, den sie aus der Beziehung zwischen Männern und Frauen zieht. Natürlich spielt die Serie in New York, und sie bezieht einen Teil ihres Humors aus der City. Sie hätte aber genauso gut in jeder anderen Metropole spielen können. Für uns ist wichtig, dass es hier in erster Linie um eine Serie geht, die ja für das steht, was New York auch zukünftig ausmachen soll: eine Stadt zu sein, die als die Hauptstadt der Welt gilt, eine Metropole, die zurückkehren wird zur alten Lebensfreude."
 
     
   
  • Die Serie in der Debatte:

    • Deutschsprachiger Raum:
      • GÖTTING, Markus (2000): Sie behandeln die Männer als pure Sex-Objekte.
        In «Sex and the City» geben vier koitus-versessene Single-Frauen der amerikanischen TV-Gemeinde den Tarif durch
        in:
        SonntagsZeitung v. 19.11
      • KNECHT, Doris (2001): Wir sind alle Pioniere.
        Eine Frau will und soll heutzutage alles sein: stark, sexy, selbstbestimmt. Das ist spannend, aber anstrengend, mit oder ohne Mann: Wo ist der Katalog mit den Lebensmustern, nach denen man sich richten kann?
        in: Das Magazin. Beilage des Tages-Anzeiger v. 18.08.
        • Inhalt:
          Eine Hymne auf "Sex and the City" und eine Kritik am Bridget-Jones-Film. KNECHT geht zur Begründung zurück ins Jahr 1973 zu Erica Jong ("Furcht vorm Fliegen"), die nach KNECHT das Konzept der Schlampe in die Literatur eingeführt hat und landet beim Disput von Alice SCHWARZER und Verona FELDBUSCH.
          KNECHT stellt die Frage, wie es einer Frau gelingen kann, "ein paar Anteile ernsthaften Schwarzerismus und ein paar Anteile fröhliches Feldbuschoid in der individuellen Persönlichkeit unterzubringen und sich mit einer Prise der sexuellen Anarchie von Erica Jong, einer Portion der lustvollen Körperlichkeit von
          Madonna, einer Dosis der sicherheitsorientierten Heilsidee von Bridget Jones und unter Verzicht auf die gruselige Realität von «Sexy Sommer» zu einem alltagstauglichen Modell moderner Weiblichkeit zu formen? Wie und woraus bastelt man sich eine robuste, moderne weibliche Psyche? Wo ist der Katalog, aus dem man sich ein modernes Lebensmuster aussuchen kann?" Nach Meinung von KNECHT liefert die "brauchbarsten und explizitesten Antworten auf diese Fragen (...) momentan die amerikanische TV-Serie «Sex and the City»"
      • JOOP, Jette (2001): Ledig, weiblich, neurotisch.
        Nach Ally McBeal kämpfen jetzt im Kinofilm "Bridget Jones" und in der TV-Serie "Sex and the City" einsame Frauen mit dem Single-Dasein
        in: Welt am Sonntag v. 19.08.
        • Kommentar:
          JOOP klärt über das amerikanische Dating-System auf und klatscht ein wenig über BUSHNELL. Den Erfolg der Fernsehserien über einsame Karrierefrauen erklärt JOOP folgendermassen:
                
          "Dass dieses urbane Balzverhalten nun in der Serie 'Sex and the City', aber auch bei 'Ally McBeal' oder in dem gerade anlaufenden Kinostreifen 'Bridget Jones' so erfolgreich thematisiert wird, hat meiner Meinung nach einen einfachen Grund: Die Verzweiflung der Singles hat ein noch nie da gewesenes Niveau erreicht."
                
          Für JOOP repäsentiert Manhattan die Großstadtwelt schlechthin, weswegen sie der Serie 'Sex and the City' auch in Deutschland Erfolg voraussagt:
                
          "Denn auch hier gibt es diese Generation, der man versprochen hat, dass sie alles gleichzeitig haben kann: Einen tollen Job, ein tolles Liebesleben, Kinder, Luxus, Reisen ... Diese Menschen sind kontinuierlich frustiert, weil ihre Ansprüche an eine Partnerschaft völlig unrealistisch sind."
                
          Eine andere Erklärung hat dagegen Markus GÖTTING (SonntagsZeitung v. 19.01.2000):
          "die Serie (lindert) die Seelenqualen von Millionen Singles, die in New York leben. Wenn auch nicht im gleichen sozialen Milieu. Selbst die genervte Hausfrau aus New Jersey wird einen erleichterten Seufzer von sich geben, weil sie merkt, dass ihr Leben mit dem kaugummiverklebten Minivan und den quengelnden Kindern manchmal etwas langweilig ist - aber immerhin nicht so frustrierend wie das der Modemädels Carrie & Co." Die Serie hat demnach auch eine paar- bzw. familienstabilisierende Funktion...
      • NEUDECKER, Sigrid (2001): Schaut! Uns! An!
        Die US-Erfolgsserie "Sex and the City" wird von September an auch bei uns Frauen unterhalten und Männern vieles erklären, was sie bei Frauen noch nie verstanden haben,
        in: Die ZEIT Nr.36 v. 30.08.
        • Inhalt:
          Sex and the City "fußt auf der progressiven Annahme, dass Frauen, die ihren Geschlechtstrieb eigeninitiativ ausleben dürfen, nicht gleich 'sexhungrig' sind. Und dass sie auch ohne Partnerschaft mit einem Mann eine gewisse Existenzberechtigung haben - ohne als 'beziehungsgestört' gelten zu müssen", schreibt NEUDECKER begeistert. "Rosamundepilchereske Blumenwiesen" werden zwar nicht geboten, dafür jedoch "ein Ally McBeal für Erwachsene". Nach Meinung der Autorin ein Aufklärungsfilm für Männer.
      • HARTMANN, Elke (2001): Immer nur das Eine.
        Eine erfolgreiche US-Serie soll jetzt auch hierzulande unbemannte Frauen in den Dreißigern trösten,
        in: Focus Nr.36 v. 03.09.
      • SCHIEßl, Michaela (2001): Der Club der bösen Mädchen.
        In den USA ist die Comedy-Serie "Sex and the city" Kult, demnächst können auch deutsche Frauen die Beziehungsabenteuer der vier libidinösen New Yorkerinnen verfolgen.
        in:
        Spiegel Nr.36 v. 03.09.
        • Inhalt:
          "Das Geheimnis des großen Erfolgs liegt zum einen in der gelungenen Mischung aus Horror und Humor, Spaß und Schrecken, Leid und Leidenschaft. Zum anderen in der exquisiten Besetzung und Rollenverteilung - mit einer der vier Frauen will sich jede Zuschauerin identifizieren", schreibt SCHIEßL über die US-amerikanische Pay-TV-Serie, die dort seit 1998 mit Erfolg läuft und ab 18. September auf Pro Sieben zu sehen ist.
                
          Die Vorlage stammt von Candace BUSHNELL und ihrer gleichnamige Kolumne im New Yorker Observer.
      • STURM, Susanne (2001): Blow Job!
        Ob zotig wie "Sex and the City" oder frustig wie "Ally McBeal": Vor allem die Qualität der Synchronisation entscheidet bei uns über den Erfolg von US-Sitcoms,
        in: TV Spielfilm Nr.19, 8.-21.09.
        • Inhalt:
          STURM befasst sich mit dem Problem der Synchronisation von Single-Serien. Der Misserfolg von "Seinfeld" und "Friends" in Deutschland wird der schlechten Synchronisation zugeschrieben, der Erfolg von "Ally McBeal" dagegen der gelungenen Übersetzung.
      • KÜRTHY, Ildiko von (2001): Jagd auf Männchen in Manhattan.
        Ahhhmm... ohmmm... so reden Frauen über gute Liebhaber. In "Sex and the City" ziehen jetzt vier Freundinnen über schlechte her - und siehe da, der Fernsehabend hat einen neuen Höhepunkt,
        in: Stern Nr.38 v. 13.09.
      • KEGEL, Sandra (2001): Die Frau von dreißig Jahren.
        Ally McBeal, der Sex und die Stadt: Mutmaßungen über eine neue Condition féminine, die die Frauenfrage nicht obsolet macht, aber anders stellt,
        in: Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 15.09.
        • Inhalt:
          Ein umfangreicher Essay über die dreißigjährige ledige Frau in den Medien.
                
          KEGEL kann "Sex and the City" nichts abgewinnen. Sie sehnt sich nach AUSTENs "Emma" zurück, die sie als Vorgängerin von Frauenfiguren wie Bridget Jones und Ally McBeal sieht.
                
          KEGEL sieht zwischen diesen Frauen nur einen einzigen Unterschied: Emma ist zehn Jahre jünger. Der Grund: "Die Fragen, die heute eine Dreißigjährige beschäftigen, stellten sich vor zwei Jahrhunderten einfach früher."
      • REMMLER, Alexander (2001): Nur die Liebe zählt?
        Glücklose Singles sind ein Quotenrenner - auch in der neuen Kultserie "Sex and the City",
        in: Berliner Illustrierte Zeitung. Beilage der Berliner Morgenpost v. 16.09
      • HOPP, Helge (2001): Spontanes Knutschen.
        Vier Frauen und ihre Probleme mit den Männern: US-Erfolgsserie "Sex and the City" auf Pro Sieben,
        in: Berliner Zeitung v. 18.09.
      • KELLER, Harald (2001): Carrie und ihre Freundinnen.
        Auf spitzen Absätzen aufrecht durch New York: Sarah Jessica Parker ub der Großstadtsatiere "Sex and the City",
        in: Frankfurter Rundschau v. 18.09.
      • WITTSTOCK, Uwe (2001): Ein Mann, eine Frau, keine Bettgenossen, ledig, hetero.
        Das Neueste von der Geschlechterfront: Die TV-Serie "Sex and the City" spielt in Manhattan und feiert das Leben der Singles,
        in: Welt v. 18.09.
        • Kommentar:
          WITTSTOCK konfrontiert anlässlich des Serienstarts das "Auslaufmodell Mann" mit dem "Jahrhundert der Frau":
                
          "Was immer Frauen tun oder sagen, es gibt ein positives Image dafür. Wenn ein Mann Karriere macht, hält man ihn für einen Macho; verzichtet er auf Karriere, um sich der Familie zu widmen, belächelt man ihn als Schwächling; hat er beides, Karriere und Familie, bewundern alle seine Frau, weil die ihm selbstlos den Rücken frei hält. Die Frauen üben inzwischen die totale Deutungshoheit über alle sozialen Images aus."
      • WYDRA, Thilo (2001): Weiblich, ledig, zu allem entschlossen.
        "Sex and the City", die US-Serie um vier New Yorker Karrierefrauen auf Männerjagd, läuft in Deutschland an,
        in: Tagesspiegel v. 18.09.
      • ZYKLA, Jenni (2001): Sex in Stöckelschuhen.
        Spaßig, spießig und Feminismus light: Mit einer neuen Frauen-Sitcom will Pro 7 "Ally McBeal" Paroli bieten ("Sex and the city"),
        in: TAZ v. 18.09.
      • FUCHS, Oliver (2001): Die zerbombte Skyline unserer Träume.
        Songverbote, Plakatwende und sadness in the city - Der Anschlag traf nicht nur New York sondern die gesamte Popkultur ins Herz,
        in: Süddeutsche Zeitung v. 20.09.
        • Inhalt:
          FUCHS möchte das Leben der Menschen im WTC rekonstruieren:"Jetzt, da man immer mehr Details über den Tod im flammenden Inferno erfährt, wäre es in der Tat interessant, zu erfahren, wie die Menschen, die jeden Tag ins World Trade Center zur Arbeit gingen, gelebt haben." Er greift dazu auf das Yuppie-Klischee aus der Serie "Sex and the City" zurück, die dienstags zum ersten Mal ausgestrahlt worden ist: "In der amerikanischen Sitcom geht es um das amüsant- turbulente Liebesleben von Investment-Brokern, Models und Kreativchefs in Manhattan. Aufregend ist aber weniger die Frage, ob aus dem jeweiligen One- Night-Stand nun doch noch eine Beziehung wird, aufregend ist vor allem der urbane Chick der Protagonisten, ihr unbedingter Wille zum Stil. Jetzt, da Manhattan ein Katastrophengebiet ist, wirkt die Sitcom eher wie die makabre Vorstudie zu einem Horrorfilm."
                
          Für FUCHS ist das World Trade Center "nicht nur ein Finanz- und Wirtschaftszentrum (...), sondern auch eine Ikone westlichen Lifestyles, ein Glamour-Symbol (....). Nach Los Angeles ist New York das wichtigste Zentrum der Popkultur, ein Fluchtpunkt all der Sehnsüchte, die von der Popkultur permanent produziert werden."
      • WITZIGMANN, Max (2001): Killerquoten - Quotenkiller: Sex and The City,
        in: Welt v. 23.09.
      • HEDIGER, Serge (2001): Einfach nur Sex.
        Männer wollen es. Frauen erst recht. Die witzige und erfolgreiche Comedy-Serie "Sex and the City" räumt mit Vorurteilen auf,
        in: Facts Nr.42 v. 18.10.
        • Inhalt:
          HEDIGER berichtet über den Erfolg der US-Serie "Sex and the City" (SatC) in der Deutschen Schweiz.
                
          Dort kann die Serie auf Pro Sieben empfangen werden. In der Westschweiz läuft SatC bereits seit 1999. Die Medienwissenschaftlerin Ursula GANZ-BLÄTTLER sieht SatC im Kontext einer "Welle der nicht mehr ganz jungen Frauen mit erfülltem Berufsleben (...), die ihr Privatleben thematisieren." Sie hofft darauf, dass dies zu "einer Vielfalt von Protagonistinnen" führt, denn bisher wurden Frauen entweder als Sekretärin, Opfer oder Femme fatale dargestellt.
      • HOFFMANN, Christine (2001): Unbemannte Rivalinnen.
        Die US-Kult-Comedy "Sex and the City" macht "Ally McBeal" Konkurrenz,
        in: Berliner Morgenpost v. 23.10.
      • TOMORROW (2001): Kult: "Sex and the City"-Sites.
        Die besten und bösesten Links für Singles: Alles über die Erfolgsserie "SatC" im Web - zum Mitreden und Chatten,
        in: Tomorrow Nr. 24/25 v. 08.11.
      • DECKERT, Marc (2001): Okay, extrem okay.
        Bücher, Filme und die Werbung beschäftigen sich mit den 30-Jährigen. Die stellen fest: Wir wollen so bleiben, wie wir sind,
        in: Süddeutsche Zeitung v. 10.11.
        • Inhalt:
          DECKERT, ein Angehöriger der Generation Golf, ist die "Thirtysomething-Kultur" in den Medien leid.
                
          Von "Bridget Jones" über "Mondscheintarif" bis zu "Sex and the City" entsprechen die 30-Jährigen dem "Du-Darfst-Margarine-Werbung"-Klischee. Ihre Protagonistinnen haben alle moderne Berufe und sind finanziell abgesichert.
                
          Auf diesen Grundvoraussetzungen basiert die "neue Kultur der Selbstvergewisserung", die Florian ILLIES mit seinem neuen Bestseller "Anleitung zum Unschuldigsein" auf den Punkt gebracht hat. Das ernüchternde Fazit von DECKERT:
                
          "die Komödien unserer Generation lösen die Krisen eines Lebensalters, von denen sie angeblich handeln, überhaupt erst aus: Wenn so das Dasein als Erwachsener ist, dann wären wir nämlich lieber wieder jugendlich."
      • HACK, Günter (2001): Das alte Rein-Raus-Spiel, meine lieben Droogies!
        Günter Hack guckt Ally McBeal, Sex and the City und die Tagesthemen,
        in: Telepolis v. 24.11.
        • Kommentar:
          HACK begutachtet die Frauenserien aus einer Männerperspektive, in der Sex als Droge erscheint. Spätestens seit Roxy Musics "Love is a drug" von 1975 ein Gemeinplatz...
      • HENTSCHEL, Stefanie (2001): Frauen allein zu Haus.
        Keinen Mann fürs Leben, aber jede Menge Sex: Großstadt-Singles sind die neuen Lieblinge der Popkultur. Wieso eigentlich?
        in: Brigitte Nr.25 v. 28.11.
        • Kommentar:
          HENTSCHEL kann zwischen Bridget Jones, Ally McBeal, Cora Hübsch ("Mondscheintarif") und Carrie Bradshaw ("Sex and the City") keinen Unterschied sehen, sondern nur eine Gemeinsamkeit:
                
          "Sie haben Männer. Nicht den einen, den sie unbedingt wollen, den zum Kinderkriegen und Über-den-Feiertag-Wegfahren. Aber jede Menge andere". HENTSCHEL wundert sich über den Rückfall ins Single-Dasein, nachdem vor kurzem erst Heiratsfilme "in" gewesen sind und fragt sich, deshalb warum diese Single-Serien so erfolgreich sind.
                
          Ihre Analyse beginnt sie mit dem Satz:
          "Denkbar wäre natürlich, dass die 13,8 Millionen Singles in Deutschland, oder zumindest deren weibliche Hälfte, in den Büchern, Serien und Filmen Trost und Bestätigung finden."

                
          Es ist immer noch nicht bis zu HENTSCHEL durchgedrungen, dass Menschen, die einen Einpersonenhaushalt führen, nicht identisch sind mit Partnerlosen im mittleren Lebensalter! Weibliche Partnerlose zwischen 30 und 40 Jahren sind eine Minderheit . Die meisten Frauen, die einen Einpersonenhaushalt führen, sind ältere Witwen und im mittleren Lebensalter dominieren die Männer. Der Umstand, dass Berichterstatter in den Medien überproportional zu dieser Minderheit gehören, verleiht dieser zwar eine überdeutliche Stimme, nichtsdestotrotz sind diese Medien-Yuppies zahlenmässig irrelevant!
                
          Von daher ist HENTSCHELs zweite These auch ohne Umweg über den "Mythos Single" glaubwürdiger:
                
          "Wahrscheinlicher ist, dass gerade Nicht-Singles diese Erzeugnisse brauchen." Single-Serien dienen also der Identitätsstabilisierung von unzufriedenen Paarfrauen und Müttern:
                
          "Wäre Single bleiben nicht auch ganz dufte gewesen? Aber dann lesen sie, wie Bridget Jones ihr Gewichts-Tagebuch führt, und freuen sich, dass sie (...) jemanden haben, der sie nicht gleich wegen der kleinen Speckrolle unterm Bauchnabel verlassen wird. Und dann ist alles gut, und alle sind glücklich."
                
          Aber vielleicht liegt HENTSCHEL doch nicht ganz so richtig, wenn sie keinen Unterschied zwischen den genannten Serien macht. Im Gegensatz zu Bridget Jones, Ally McBeal oder Cora Frost hat "Sex and the City" mehr zu bieten als pure Identitätsstabilisierung für Paarfrauen und Mütter...
      • SCHIPP, Anke (2001): Fernsehen macht schön.
        Die Serie "Sex and the City" liefert ihren Zuschauern ein komplettes Lifestyle-Paket,
        in: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung v.02.12.
        • Kommentar:
          Während Stefanie HENTSCHEL die Serie in der neuesten BRIGITTE als Identitätsstabilisator für unzufriedene Paarfrauen und Mütter einstuft, widmet sich SCHIPP der Serie "Sex and the City" als Serie, die neue Modetrends setzt. Gleichzeitig warnt SCHIPP die deutschen Zuschauer davor, mit der auf PRO7 gezeigten Mode eine hippe New Yorker Bar aufzusuchen, denn diese ist "von der vorletzten Saison".
      • STREERUWITZ, Marlene (2001): Frauen stolpern, Männer schauen.
        Wenn das Warten aufgebraucht ist: Zum Briefwechsel von Marieluise Fleißer,
        in: Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 04.12.
        • Inhalt:
          STREERUWITZ beschreibt den Trailer von "Sex and the City":
                
          "Die Lesehilfe (...) steht in der Tradition der amerikanischen Fernsehserie für die Frau von 26 bis 38 (...). Sie bleiben immer daddy's little girl, das immer noch und immer wieder und nach noch so vielen Studienabschlüssen und Erfolg im Beruf peinliche Sachen macht. Sie bleibt immer ein bißchen peinlich."
      • ELFENBEIN, Stefan (2001): Wenn die Wimpern klimpern.
        Eine Bustour in New York führt "Sex and the City"-Fans an die Original-Schauplätze der Serie,
        in: Berliner Zeitung v. 18.12.
      • ALANYALI, Iris (2001): Wie wär's mit dir, mir und deiner Freundin?
        Zum Ende der ersten Staffel: Warum "Sex and the city" besser ist als andere Comedy-Serien und erfolgreicher,
        in: Welt v. 18.12.
      • KAHLWEIT, Cathrin (2001): Wo ist Mr. Big?
        Die amerikanische Erfolgsserie "Sex and the City" findet auch in Deutschland weibliche Fans, die dreckig über Männer reden,
        in: Süddeutsche Zeitung v. 18.12.
        • Inhalt:
          ALANYALI ("»Sex and the City« ist das postfeministische »Frühstück bei Tiffany«") ist mit der Quote der ersten Staffel zufrieden ist:
                
          "Die absolute Freiheit bei gleichzeitiger Sehnsucht nach fester Bindung macht auch den Erfolg der SaC-Frauen aus - wer Single ist, sieht viel mehr fern. Bis zu drei Millionen schalteten wöchentlich die zwei Folgen auf Pro 7 ein."
                
          Für KAHLWEIT (»Sex and the City« "spart das Durchblättern von Cosmopolitain, Brigitte und Vogue") ist dagegen die Quote im Vergleich mit den USA unbefriedigend: "In den USA ist sie neben Ally McBeal nach wie vor der absolute Renner bei Party-Gesprächen. In Deutschland steigt die Quote nur langsam an; zuletzt lag sie bei 15 Prozent."
                
          KAHLWEIT sucht deshalb zum einen nach kulturellen Unterschieden und zum anderen nach innerdeutschen Ursachen, die dies erklären.
                
          Sie hat eine nicht repräsentative Umfrage im privaten Umfeld gestartet, um dem typischen SatC-Fan auf die Spur zu kommen. Ihr Ergebnis sind 4 Fangruppen:
                
          "junge Mädchen, die gern zuschauen, wie erfahrene Frauen es machen. Männer, die auf schnelle Dialoge und schöne Beine stehen. Frauen jenseits der 30, die den Mann fürs Leben gefunden haben und mit einer gewissen Abgeklärtheit daran erinnert werden wollen, wie es einst war. Und Frauen um die 30, die das Wort Torschlusspanik für eine Erfindung von Gynäkologen und Hochzeitsausstattern halten, die auf Afterworkpartys tanzen, Sonntage im Fitness-Club verbringen und gern auch mal einen Abend vor der Glotze verbringen."
    • Englischsprachiger Raum:
 
   
  • SatC-Merchandising:

    • Neu:
      CATTRALL, Kim & Mark LEVINSON (2002): Satisfaction - The Art of the Female Orgasm
      • HUPERTZ, Heike (2002): Die meisten Männer wissen eben nicht, wie es geht.
        Vom Fluch der guten Serie: Wie Sarah Jessica Parker und Kim Catrall gegen ihre Rollenbilder in "Sex and the City" kämpfen,
        in: Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 08.02.
      • BORTOLANI, Martina (2002): Garantin für Höhepunkte in Serie.
        Kim Cattrall, bekannt als freizügige Samantha in «Sex and the City», hat mit ihrem Mann ein Weiterbildungsbuch für Liebespaare geschrieben,

        in:
        SonntagsZeitung v. 24.02.
 
     
   

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Bernd Kittlaus
Bernds@single-dasein.de Erstellt: 08. Oktober 2001
Update: 24. Februar 2002
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