Zitate zu "Liebe,
Sex, Tod"
"Eine
Hitzewelle lastet auf München. Einsamkeit,
unerfüllte Hoffnungen und Sehnsüchte
beeinträchtigen in diesen Tagen die
strapazierten Beziehungen der ohnehin
streßgeplagten Bewohner, die in der Mehrzahl
Singles sind."
(Pressestelle ARD)
"Das
traute Familienidyll bleibt für die meisten,
beziehungsunfähig, wie sie sind, Utopie. Im
Single-Milieu fernab der Medienklischees
gedeihen vor allem die Neurosen.
Der jüngste 'Tatort' aus München, mit den
meisten Einpersonen-Haushalten der Republik
die Hauptstadt der Single-Bewegung, trug den
schönen Titel 'Liebe, Sex, Tod' - da sollte
für jeden etwas dabeisein. Regisseur Peter
Fratzscher zeichnete das Bild einer
deformierten Gesellschaft abgestumpfter
Single-Existenzen (...). Bei ihren
Ermittlungen tauchten die beiden Kommissare
(...) tief hinein in die von Schizophrenie
und Perversionen geprägte Szene
alleinstehender Liebes- und Lustwandelnder,
trafen sich mit Rose am Revers zu meist
abrupt endenden blind dates,
besuchten dubiose Flirtschulen und kuriose
Sex-Partys. Trotz der ironischen
Präsentation bizarrer Details (...) ließ
der Film jedoch keinen Zweifel daran, daß es
ihm nicht um die Bloßstellung sozialer
Randgruppen bestellt war.
Beziehungsgeschädigt waren auch die
Kommissare (...)
Suchte man nach einem Bild, in dem sich der
Single-Alltag am trefflichsten komprimieren
ließe, so wäre dies wohl weder das
aufregende blind date noch die
exzentrische Party: Es wäre der Fernseher.
(aus: Jörg Thomann: Die
B-Seite der Singles, in: FAZ v. 08.04.1997)