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Singles in Frankreich:

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französische Singles und gesellschaftlicher Wandel in den Medien:

 
   
  • LANZEZ, Emilie (1995): La planète de célibataires,
    in:
    Le Point Nr.1197 v. 26.08.
  • PETITJEAN, Gerard (1999): Femmes le boom des vies en solo.
    A Paris, une femme sur quatre vit seule,
    in: Nouvel Observateur Nr. 1789 v. 18.02.
  • PETITJEAN, Gerard (1999): Une idée neuve dans l'histoire.
    Vivre heureuse en solo,
    in: Nouvel Observateur Nr. 1789 v. 18.02.
    - Interview mit dem Familienhistoriker André Burguière
  • DUBOIS, Jean-Paul (1999): Drague sur dossier.
    Etat-Unis: la solitude du bomeur moderne.
    in: Nouvel Observateur Nr. 1789 v. 18.02.
  • CRIGNON, Anne (1999): Les allumées suédoises.
    Au royaume des célibataires,
    in: Nouvel Observateur Nr. 1789 v. 18.02.
  • LANEZ, Emilie (1999): En attendant le prince charmant,
    in:
    Le Point Nr.1379 v. 20.02.
  • HURET, Marie/BOTTREL, Roselyne/MARRONDE, Agnès/SOUSSE, Michel/TIBERGHIEN, Nathalie (2001): Hommes, femmes.
    Le bonheur en solo. Les "solobataires"
    in: L'Express v. 18.01.
    • Kommentar:
      Das französische Nachrichtenmagazin bringt diese Woche eine umfangreiche Cover-Story über die "Neuen Singles"
           
      Die franösischen Singles haben mit der "l'Union nationale des groupes d'action des personnes qui vivent seules (Unagraps)" einen Interessenverband, der beansprucht, die Alleinlebenden politisch zu vertreten. Davon können deutsche Singles nur träumen, denn hierzulande gibt es nur Splittergruppen, die für ihre eigene Sub-Klientel sozialstaatliche Vorteile sichern möchte. Am erfolgreichsten sind noch die Alleinerziehenden, denn sie haben als anerkannte Familien moralische Vorteile. Ansonsten sind Singles vor allem in "Heimatlosenvereinen" (neudeutsch: Single-Club) organisiert. Ob der kommende Familienwahlkampf daran etwas ändert, ist fraglich, stehen doch Singles unter dem Generalverdacht Yuppies zu sein, während Familien und wenn sie noch so wohlhabend sind, politisch korrekt am Hungertuch nagen.
           
      Beim L'Express ist noch der glückliche Single - und nicht das glückliche Paar - das Thema. Man orientiert sich dabei an der Modezeitschrift ELLE, die in ihrer neuesten Ausgabe einen Bericht über die Freiheiten des Single-Lebens veröffentlicht hat. Daneben wird der französische Soziologe Jean-Claude KAUFMANN zitiert, der 1999 einen Bestseller über die alleinlebenden Frauen und ihre Sehnsucht nach dem Prinzen veröffentlicht hat. Aber Bridget JONES und das Drama der einsamen Karrierefrau, die verzweifelt nach ihrem Mann der Träume sucht, ist megaout.
           
      Aber so ganz selbstbewusst können die französischen Singles auch nicht sein, denn die Werbeindustrie vermeidet es, Singles zu offensiv als Zielgruppe zu umwerben. Und die üblichen Stimmen vom unfreiwilligen Single finden sich auch.
 
   
  • NOUVEL OBSERVATEUR - Dossier: Femmes seules - Comment trouver un jules

    • GAUTHIER, Ursula (2001): Trouver un jules.
      2 millions de femmes seules à la recherche de l'âme soeur,
      in: Nouvel Observateur Nr.1919 v. 16.08.
      • Kommentar:
        GAUTHIER klärt partnerlose Frauen ab 35 bzw. 40 Jahren über ihre schlechten Chancen auf dem Heiratsmarkt auf:
              
        "Le taux de vie en couple culmine à 40 ans pour les femmes, à 55 ans pour les hommes. Les chances de se remettre en couple après une rupture sont cinq fois moindres à 50 ans qu'à 25 ans pour une femme."
              
        Ausgehend von den USA (siehe hierzu die Kritik von Susan FALUDI in ihrem Buch "Backlash") wird seit Anfang der 80er Jahre immer wieder versucht ein statistisch ermitteltes Geschlechterungleichgewicht in einen mehr oder weniger direkten Zusammenhang mit dem Partner- bzw. Heiratsmarkt zu bringen. Mit stichhaltigen Zahlen belegt wird dieser angebliche Heiratsengpass von GAUTHIER jedoch nicht. Als Gründe für den konstatierten Heiratsengpass werden die unterschiedlichen Partnerwahlmuster von Mann und Frau genannt. Ältere Männer heiraten demnach bevorzugt junge Frauen.
              
        Nachdem den Partnerlosen ihre schlechten Heiratschancen vor Augen geführt wurden, werden ihnen anschliessend Möglichkeiten genannt ihre Chancen gegenüber der Konkurrenz zu verbessern.
              
        Der Titel des Beitrags ist identisch mit einem neu erschienenen Parisführer für Partnersuchende von Valérie APPERT, einem 35jährigen Journalisten:
              
        "Bridget Jones drague à Londres, Ally McBeal cherche à Chicago et vous c'est à Paris que vous allez LE trouver. Et même si trouver un jules dans notre Capitale relève parfois du parcours de la combattante, cette grande ville peut être un terrain de jeu rêvé pour les célibataires en tout genre", verheisst der Klappentext. Für Deutsche sucht Ally McBeal natürlich nicht in Chicago, sondern in Boston.
    • GAUTHIER, Ursula (2001): Audrey et les mecs bien,
      in: Nouvel Observateur Nr.1919 v. 16.08.
    • LEMONNIER, Marie (2001): Mettez un gay dans votre jeu.
      Consolateur, chevalier servant, relookeur au besoin, un peu rabatteur aussi, l'ami homo est décidément irremplaçable
      in: Nouvel Observateur Nr.1919 v. 16.08.
    • LEMONNIER, Marie (2001): Rendez-vous sur la Toile,
      in: Nouvel Observateur Nr.1919 v. 16.08.
      • Inhalt:
        Bericht über Partnersuche im Internet.
    • BOULET-GERCOURT, Philippe & Julie PÊCHEUR (2001): Scènes de chasse à Manhattan. Pour un moment ou pour la vie.
      A New York, on dénombre 500 000 femmes seules de plus que d'hommes seuls. Pour capturer l'oiseau rare, il ne suffit pas d'être attirante, talentueuse et intelligente...
      in: Nouvel Observateur Nr.1919 v. 16.08.
      • Kommentar:
        Manhattan, das ist der amerikanische Single-Mythos par excellence - sowohl im Positiven als auch im Negativen. Seit den 80ern wird immer wieder über die New Yorker Single-Hölle berichtet:
              
        "La Grosse Pomme est une véritable réserve de célibataires, et un paradis pour les dragueurs : on y compterait 537 111 femmes seules de plus que d'hommes seuls !"
              
        Frauenüberschuss wie nicht anders zu erwarten. Aber zu glauben diese Frauen wären alle Partnerlose - wie das der Artikel nahe zu legen versucht - ist natürlich falsch. Aber irgendwie muss man ja den Leser bei der Stange halten.
              
        Das Treibhaus "Grosse Pomme" (Big Apple) jedenfalls ist der Nährboden für solche Serien wie "Sex and the City", die das Thema Männerjagd in den Vordergrund stellen. "Sex and the Single Girl" von Helen Gurley Brown hat dieses Genre - unter anderen Vorzeichen - Anfang der 60er Jahre begründet.
    • LEMONNIER, Marie (2001): "J'ai peur des femmes qui cherchent".
      Hommes: L'embarras du choix. Pour les mâles solitaires, la situation est à première vue idéale. Mais le coeur a ses raisons que la démographie ne connaît pas...
      in: Nouvel Observateur Nr.1919 v. 16.08.
      • Inhalt:
        Die Angst der knappen Singlemänner vor den einsamen Karrierefrauen...
    • GARCIA, Laure (2001): La vie en solo est un roman.
      Nous sommes toute des Bridget Jones. Les tribulations des « célibattantes » sont devenues un filon littéraire. Des histoires crues, grinçantes et surtout très drôles. Dans lesquelles beaucoup de femmes se reconnaissent,
      in: Nouvel Observateur Nr.1919 v. 16.08.
  • HEIMGÄRTNER, Sabine (2002): Post aus Frankreich.
    Kindersegen für die Grande Nation,
    in: Tagesspiegel v. 10.02.
  • KRÖNCKE, Gerd (2002): Paris: Wie, wie oft, mit wem?
    Manche nennen es Liebe,
    in: Süddeutsche Zeitung v. 07.03.
    • Kommentar:
      KRÖNCKE hat die Coverstory "Enquête sur la vie sexuelle en France" im französischen Nachrichtenmagazin L'Express vom 28.02.2002 gelesen und berichtet darüber ohne die Quelle zu nennen. Er zitiert u.a. aus dem Interview mit der französischen Soziologin Janine MOSSUZ-LAVAU, deren Studie demnächst als Buch erscheint ("Les Lois de l'amour").
  • RAHIR, Kim (2006): Wo man sich Hausfrauen nicht leisten kann.
    Doppelverdiener - Zwei Kinder: Familie in Frankreich,
    in: Spiegel Online v. 09.05.
  • REBHANDL, Bert (2007): Sehnsucht nach Entscheidungen.
    Der Philosoph André Glucksmann im STANDARD-Interview,
    in:
    Der Standard v. 10.04.
    • Anmerkungen:
      Frankreich gilt diesseits des Rheins als bevölkerungspolitisches Musterland, während gleichzeitig die deutsche Reformschwäche beklagt wird. Jenseits des Rheins schaut man dagegen neidvoll auf Deutschland:

                   "André Glucksmann: Ich glaube, dass Frankreich eine Weichenstellung braucht - deswegen Sarkozy. Ich verspreche mir von ihm eine energische Entscheidung. Warum diese notwendig ist, verdeutlicht ein Blick aus Frankreich auf Deutschland: Da haben wir zwei Nachbarländer, beide mit einer sozialen Marktwirtschaft. Beide müssen das System verbessern, es braucht Einschnitte. Ich konstatiere: Deutschland macht das viel besser. Die Armut ist nicht so ausgeprägt, und das Land hat immerhin 16 Millionen »Ossis« absorbiert. Frankreich hat in derselben Zeit fünf Millionen Menschen in den Banlieues praktisch aufgegeben."
                   Im Buch "Weniger sind mehr" löst der deutsche Soziologe Karl Otto HONDRICH das deutsch-französische Paradoxon auf. Bevölkerungspolitik ist nicht die Lösung, sondern das Problem:
                   "Wenn Kultur und Politik (...) können sie allem Anschein nach den Fall der Geburtenrate aufhalten. Ein Erfolg für das politische System. Aber mit welchen Folgen? Die Jugendarbeitslosigkeit ist in Frankreich durchgehend doppelt so hoch wie in Deutschland. In den Vorstädten der Großstädte erreicht sie 40 bis 50 Prozent. Die Unzufriedenheit der Jungen macht sich in Unruhen und Brandstiftungen Luft. (...).
                   Wenn viele Kinder geboren werden, die mit dem Credo der Chancengleichheit und der Verheißung beruflicher Ingetration heranwachsen, macht sich die Enttäuschung in offener Gewalt und latenter Aggressivität Luft. Was von der Politik so lebhaft beklagt wird, ist doch auch von ihr zu verantworten. Denn einen Bevölkerungspolitik (...) kann zwar Geburtenraten hoch halten. Mit diesem seinem »Erfolg« überfordert das politische System sich aber selbst. Denn seine Macht reicht nicht aus, um für die heranwachsenden Jugendlichen, auf deren große Zahl es mit nationalem Stolz blickt, Arbeitsplätze zu schaffen. Die Eigenlogik des wirtschaftlichen Systems (...) steht dem entgegen." (2007, S.246f.)
                   Das britische Magazin New Statesman hat in seiner aktuellen Titelgeschichte Frankreich ein Special gewidmet, in dem unter anderem von Frédéric NIEL auf die verlorene französische Jugend ("Lost youth") eingegangen wird.
 
   
 
   

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© 2002-2007
Bernd Kittlaus
webmaster@single-generation.de Erstellt am: 20. September 2000
Update am: 22. November 2007
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dem 03.Juni 2002