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Barbara
Ehrenreich: Das dritte Drittel im Digitalen Kapitalismus
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Barbara
Ehrenreich in ihrer eigenen Schreibe
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- EHRENREICH, Barbara
(2001): Die kleinen Leute als Komparsen,
in: Le Monde Diplomatique.
Beilage der TAZ v. 16.03.
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Barbara
Ehrenreich im Gespräch
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Arbeit
poor.
Unterwegs
in der Dienstleistungsgesellschaft (2001)
München:
Kunstmann
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Klappentext
zu "Arbeit poor"
"Die
Dienstleistungsgesellschaft ist
unsere Zukunft, heißt es. Barbara
Ehrenreich hat diese Welt des
Jobwunders erkundet. Um
herauszukriegen, wie man im
sogenannten »Niedriglohnsektor«
lebt, ließ sie sich als
Zimmermädchen anstellen, arbeitete
als Serviererin, als Altenpflegerin
und als Verkäuferin. Sie erfuhr,
dass bei Einstellungen von
Persönlichkeits- und Drogentests,
kaum aber von Stundenlohn gesprochen
wird, stellte fest, wieviel
Kenntnisse auch die angeblich
einfachen Tätigkeiten erfordern und
wie schnell der Mut verloren geht,
sich gegen unzumutbare
Arbeitsbedingungen zur Wehr zu
setzen."
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Ein
Kommentar: Die Single-Hierarchie in der
beschleunigten Gesellschaft
Was Peter GLOTZ
für den Digitalen Kapitalismus
prophezeit, das ist in den USA bereits
deutlich zu sehen.
Die US-amerikanische Publizistin Barbara
EHRENREICH hat sich im Segment, der
personenbezogenen Dienstleistungen à la
WALRAFF kundig gemacht. Diesen
Dienstleistungssektor zählt GLOTZ zum
dritten Drittel, in dem die
"Entschleuniger" ihr Dasein
fristen müssen.
"Überall sind Jobs schnell zu
haben, aber die Mieten stark gestiegen.
Beides ist eine direkte Folge des Booms.
Der Aufschwung, der den Armen auf dem
Arbeitsmarkt zugute kommt, schadet ihnen
auf dem Wohnungsmarkt; auf dem einem
profitieren sie vom Wohlstand der
Reicheren, auf dem anderen müssen sie
gegen sie antreten. 'Also bin ich gar
kein Armuts-, sondern vielmehr ein
Wohlstandopfer', schließt
Ehrenreich." (Berliner Zeitung
v. 09.10.2001)
Im
Gegensatz zur allgemein üblichen Meinung
gehören Singles nicht generell zu den
Beschleunigern, d.h. den
Besserverdienden, sondern zunehmend zu
den Geringverdienenden. Die Datenlage ist
aus politischen Gründen leider
unzureichend.
Der Mainzer Soziologe Stefan HRADIL hat
1995 Daten veröffentlich, wonach 1988 in
Deutschland mehr als ein Fünftel der
erwerbstätigen 25-55jährigen
Alleinlebenden mit weniger als 1200,- DM
Nettoeinkommen pro Monat auskommen
mussten. Obwohl im Erwerbsalter
wesentlich mehr Männer im
Einpersonenhaushalt wohnen, gehören sie
prozentual gesehen fast genauso oft zu
den Geringverdienern wie weibliche
Singles. Dies ist ein Tatbestand, der von
der dominierenden feministischen
Forschung ausgeblendet wird.
Seitdem dürfte sich die Lage weiter
zuungunsten der männlichen
Geringerverdiener verschlechtert haben.
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Buchauszug:
- EHRENREICH,
Barbara (2001): Putzen, bis das Rückgrat
bricht.
Was ist dran am
Jobwunder USA? Die amerikanische
Journalistin Barbara Ehrenreich hat es im
Selbstversuch erkundet. Sie schlug sich
als Serviererin, Verkäuferin und
Putzfrau durch. Das Magazin
veröffentlicht einen Auszug aus ihrem
Buch Arbeit poor,
in: Frankfurter
Rundschau v. 08.09.
- Verlag
Antje Kunstmann: Leseprobe
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Rezensionen:
- KNIPPHALS,
Dirk (2001): Mrs. Ehrenreich im
Wunderland.
Arm
sein in Amerika: Wie geht das? Wie
funktioniert das? Welche Fähigkeiten
muss man mitbringen? Die amerikanische
Publizistin Barbara Ehrenreich geht
diesen Fragen mit der altmodischen
journalistischen Methode nach: Sie zieht
einfach selbst los und findet es heraus -
die Studie "Arbeit poor"
in: TAZ
v. 29.09.
- MAYER, Susanne
(2001): Ich Staubsauger, du Laptop.
Arbeit ist ein
Fluch. Oder nur Lifestyle? Zwei
Autorinnen denken nach,
in: Die
ZEIT Nr.41 v.
04.10.
- ESCH,
Christian (2001): Mehr arbeiten, weniger
wohnen.
Die "Working
poor" als Wohlstandsopfer: Barbara
Ehrenreichs Selbstversuch über das
amerikanische Jobwunder,
in: Berliner
Zeitung v. 09.10.
- Neu:
SCHADER, Angela
(2002): Arbeitskraftreserven.
Unter den
"working poor" in Amerika,
in: Neue
Zürcher Zeitung v.
17.01.
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Das Buch
in der Debatte:
- KREYE, Andrian
(2001): Ganz unten.
Barbara Ehrenreichs
Erfahrungen als Lohnsklavin in Amerika,
in: Süddeutsche
Zeitung v.
05.06.2001
- 3SAT
(2001): Arbeit ohne Würde.
Barbara
Ehrenreichs Bericht aus den Abgründen
des amerikanischen Jobwunders,
in: Kulturzeit.
Sendung von 3SAT am
27.08.
- SCHIESSL,
Michaela (2002): Amerika - ganz unten.
Inkognito tauchte
die US-Sozialkritikerin Barbara
Ehrenreich in die Welt der Billigjobs ab.
Ihre Erfahrungen als Putzfrau und
Verkäuferin wurden in den Vereinigten
Staaten zum Bestseller,
in: Spiegel
Nr.2 v. 07.01.
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Die
Herzen der Männer (1984)
Auf
der Suche nach einer neuen Rolle
Reinbek:
Rowohlt
(Original: The Hearts of Men. American Dreams and the
Flight from Commitment, 1983)
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Klappentext zu "Die
Herzen der Männer"
"Der »Krieg der
Geschlechter« und die »Lösung
geschlechtsspezifischer Rollenkonflikte«
bestimmten in den letzten zwanzig Jahren die
- nach weitverbreiteter Ansicht von Frauen
ausgelöste - Diskussion über die
Beziehungen der Geschlechter zueinander.
Barbara Ehrenreich vertritt die These, daß
dabei - versteckt hinter viel Rhetorik - eine
der wichtigsten Veränderungen übersehen
wurde: der Verfall des Moral-Gesetzes, nach
dem Männer zuallererst Ernährer einer
Familie sind. Die Autorin weist nach, daß
Männer durch Fluchttendenzen aus dieser
traditionellen Verantwortung als
Brotverdiener mehr im Zusammenleben der
Geschlechter verändert haben als Frauen -
und dies seit den frühen Fünfzigern, mehr
als zehn Jahre vor dem Sichtbarwerden der
sogenannten Frauenbewegung."
Inhaltverzeichnis:
Einleitung - Warum Frauen die
Ehe wollten
Über Ernährer und Versager - Sanktionen
gegen Abweichungen von der Männerrolle
Frühe Rebellen - Dissidenten im grauen
Flanell
Der Playboy beteiligt sich am Kampf
der Geschlechter
Die Beat-Rebellion - Jenseits von Arbeit und
Ehe
Herzensgründe - Die Kardiologen schreiben
die männliche Biographie um/Stress und der
Mann im Büro-Management/Der
Persönlichkeitstyp A/Entspannen und
Überleben
Von Konformität zum »persönlichen
Wachstum« - Die neue Psychologie
Der androgyne Trend - Gegenkulturbewegung
kontra Männergesellschaft/Der Untergang des
antikommunistischen Machismo/Die
Gegenkulturbewegung und die androgyne
Vision/Reich: Der Voyeur im
Selbstbedienungsladen
Revision der Männerrevolte -
Gesellschaftlicher Aufstieg und
Gesundheitsreform in den 70er
Jahren/Statistische Momente männlicher
Freiheit/»Mask(e)-ulinität«: Entdeckung
der »Männerrolle«/Die Transformation:
Weich und normal/Emanzipation in der
Badewanne/Männlichkeit und Schicht/Machismo
im Film/Das befreite Herz
Die Reaktion - Der antifeministische Angriff
auf die Männer/Der historische Standpunkt:
Über Schnaps und Stimmzettel/Die extrem
rechte Verflechtung/Die rechtsgerichtete
Psychologie des Mannes/Gilders sexuelle
Grausamkeit
Schlußfolgerung - Für Frauen: Die
Bewältigung der Nachwirkungen
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Die
Flucht der Männer vor der Verantwortung in der
Debatte:
- DIEDERICHSEN,
Diedrich (2002): Ein Alien für alle.
Nach zwanzig Jahren
kommt Steven Spielbergs "E.T."
wieder ins Kino. Der nette Außerirdische
hat die amerikanische Kulturpsychologie
geprägt und wirkt bis in heutige
Zuwanderungsdebatten fort,
in: Die ZEIT
Nr.14 v. 27.03.
- Kommentar:
Der Poptheoretiker
DIEDERICHSEN hat ein
Herz für den außerirdischen
Sozialarbeiter E.T. und die
vaterlose Kleinfamilie:
"Konkret wird E.T. nur in
einem Punkt: nämlich bei der
Bestimmung der näheren Umstände
seines Willkommenseins. Er ist
nicht einfach auf diesem Planeten
willkommen: Im Gegenteil,
Militärs und andere Autoritäten
wollen ihm ja an den langen,
dünnen Kragen. Nein, willkommen
ist er in der Familie, in der
vaterlosen Kleinfamilie. Hier
fehlt einer, der der
überforderten Mutter zur Hand
geht, vor allem bei der
emotionalen Betreuung ihrer Brut.
So wie die Deutschen Inder
brauchen, weil sie sich mit
abstrakten Computern nicht
auskennen, brauchten die
Amerikaner damals ganz bestimmte
Aliens, Emo-Spezialisten, die die
konkreten Defizite der
All-American-Kleinfamilie
kompensieren würden.
Diese Defizite sind nicht
irgendwelche, sondern historisch
konkrete. Drew Barrymore, später
soziopathisches Drogenopfer und
noch später wieder Superstar,
spricht es mit der beschädigten
Niedlichkeit des jüngsten Opfers
aus: Unser Papa ist in Mexiko.
Der Ort, in den sich Joe
flüchtet mit einer Gun in seiner
Hand, in dem Beatniks seit den
Fünfzigern und Gangster seit dem
19. Jahrhundert vor den USA in
ihre zweifelhafte
Selbstverwirklichung abhauen. 20
Jahre vor Houellebecq,
der dafür die 68er-Frauen
verantwortlich machen wird, sind
es bei Spielberg noch die
Männer, die aus egoistischen
Gründen unverantwortlich Löcher
in das emotionale Netz reißen -
und für die jetzt Facharbeiter
aus den Tiefen des Weltraums
einspringen müssen.
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©
2000-2002
Bernd Kittlaus |
Bernds@single-dasein.de |
Erstellt:
11. Oktover 2001
Update: 08. Juli 2002 |
|
Zugriffe
seit
dem 04.Juni 2000 |
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