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- DIEDERICHSEN,
Diedrich (2000): Individualistenpack!
Sexualneid, Männerfantasien
und viel Misogynie treiben die Berlinale voran,
in: TAZ
Berlin v. 15.02.
- DIEDERICHSEN, Diedrich
(2000): Vierzig verweht.
Wie jung sind Merz, Merkel,
Wulff?,
in: Süddeutsche
Zeitung v. 16.03.
- DIEDERICHSEN, Diedrich
(2000): Die License zur Nullposition,
in: TAZ
v. 07.08.
- DIEDERICHSEN, Diedrich
(2000): Du darfst auch Dünkel zu mir sagen.
Über die kuschelweichen
Standortfaktoren der neuen alten Hauptstadt
Berlin,
in: Theater
Heute, Jahrbuch 2000
- DIEDERICHSEN, Diedrich
(2000): Die Leude woll'n, daß was passiert.
Wege aus der Ironiefalle:
Für eine Wiedergeburt des Politischen aus dem
Ungeist der Freizeitkultur,
in: Frankfurter
Allgemeine Zeitung v.
13.10.
- DIEDERICHSEN, Diedrich
(2000): Kritik? Konsequenzen!
Lange waren Linke und
Hipster nicht mehr so weit voneinander entfernt
wie heute. Während die Gründung von Unternehmen
mit Glamour aufgelanden wird, bezieht die
bürgerliche Presse antikapitalistische
Positionen,
in: Jungle
World Nr.50 v. 06.12.
- DIEDERICHSEN, Diedrich
(2001): Luhmann mit langem U.
Besser als die rollende
Möllewelle sind die empirischen 68er, die noch
wissen, dass Politik mit Inhalten zu tun hat,
allemal: die elastischen Netze der Systemtheorie
halten sie cool,
in: Frankfurter
Rundschau v. 17.01.
- DIEDERICHSEN, Diedrich
(2001): Der Reisebürosonderzug.
Teil 6 der Serie "Das
war die BRD",
in: Süddeutsche
Zeitung v. 25.01.
- DIEDERICHSEN, Diedrich
(2001): Die Gegengegenkultur.
68 war Revolte, 77 war Punk
- warum nur 68 zum Mythos wurde,
in: Süddeutsche
Zeitung v. 24.02.
- DIEDERICHSEN, Diedrich
(2001): Die Stunde der reinen Erfindung.
Wie Michael Jackson sich in
seinen Rollenspielen verliert - und dabei den Pop
verrät,
in: Frankfurter
Allgemeine Sonntagszeitung
v. 30.09.
- DIEDERICHSEN,
Diedrich (2001): Das WTC hat es gegeben.
Der
11. September war das überfällige Ende der seit
zwei Jahrzehnten kursierenden Überzeugung, dass
"die Medien" eine einzige andere und
geschlossene Welt wären. Mit dem beliebten
Baudrillardismus müsste man jetzt endlich
aufhören können,
in: TAZ
v. 06.10.
- DIEDERICHSEN,
Diedrich (2001): Die Rückkehr der
Nostalgiemaschine.
In
der Fashionwelt finden sich zahlreiche Zitate aus
New Romantics, einer Jugendbewegung der achtziger
Jahre. Doch Inhalte spielten damals keine Rolle.
Das ist heute wieder so
in: Die
ZEIT Nr.44 v. 25.10.
- DIEDERICHSEN,
Diedrich (2001): Adornos Taschentuch.
Möglichkeiten
und Strategien des Nonkonformismus,
in: Jungle
World Nr.52/01 v. 19.12.
- Kommentar:
Was Theodor W.
ADORNO, "Ally
Mc Beal" und
"Seinfeld" miteinander zu tun
haben, das erzählt der Pop-Theoretiker
DIEDERICHSEN in seinem modernen
Weihnachtsmärchen mit Überlänge...
- DIEDERICHSEN,
Diedrich (2002): Mein Diskurs ist besser als
deiner.
Denn
sie wissen, dass sie DAS nicht leben wollen:
Repräsentationskritik regiert auf dem Theater
des René Pollesch. In seinen Stücken schaut
sich immer wieder eine Bande von minoritären
Peers gegenseitig beim begrifflichen
Sichdurchschlagen zu,
in: TAZ
v. 06.03.
- DIEDERICHSEN, Diedrich
(2002): Ein Alien für alle.
Nach
zwanzig Jahren kommt Steven Spielbergs
"E.T." wieder ins Kino. Der nette
Außerirdische hat die amerikanische
Kulturpsychologie geprägt und wirkt bis in
heutige Zuwanderungsdebatten fort,
in: Die ZEIT
Nr.14 v. 27.03.
- Kommentar:
Der
Poptheoretiker DIEDERICHSEN hat ein Herz
für den außerirdischen Sozialarbeiter
E.T. und die vaterlose Kleinfamilie:
"Konkret wird E.T. nur in einem
Punkt: nämlich bei der Bestimmung der
näheren Umstände seines
Willkommenseins. Er ist nicht einfach auf
diesem Planeten willkommen: Im Gegenteil,
Militärs und andere Autoritäten wollen
ihm ja an den langen, dünnen Kragen.
Nein, willkommen ist er in der Familie,
in der vaterlosen Kleinfamilie. Hier
fehlt einer, der der überforderten
Mutter zur Hand geht, vor allem bei der
emotionalen Betreuung ihrer Brut. So wie
die Deutschen Inder brauchen, weil sie
sich mit abstrakten Computern nicht
auskennen, brauchten die Amerikaner
damals ganz bestimmte Aliens,
Emo-Spezialisten, die die konkreten
Defizite der All-American-Kleinfamilie
kompensieren würden.
Diese Defizite sind nicht irgendwelche,
sondern historisch konkrete. Drew
Barrymore, später soziopathisches
Drogenopfer und noch später wieder
Superstar, spricht es mit der
beschädigten Niedlichkeit des jüngsten
Opfers aus: Unser Papa ist in Mexiko. Der
Ort, in den sich Joe flüchtet mit einer
Gun in seiner Hand, in dem Beatniks seit
den Fünfzigern und Gangster seit dem 19.
Jahrhundert vor den USA in ihre
zweifelhafte Selbstverwirklichung
abhauen. 20 Jahre vor Houellebecq, der
dafür die 68er-Frauen verantwortlich
machen wird, sind es bei Spielberg noch
die Männer, die aus egoistischen
Gründen unverantwortlich Löcher in das
emotionale Netz reißen - und für die
jetzt Facharbeiter aus den Tiefen des
Weltraums einspringen müssen.
Das Buch
zum Thema Flucht der Männer aus der
Verantwortung hat Barbara EHRENREICH 1983
geschrieben: "The
Hearts of Men. American Dreams and the
Flight from Commitment" (deutsch:
"Die Herzen der Männer. Auf der
Suche nach einer neuen Rolle",
Rowohlt 1984)
- Neu:
DIEDERICHSEN,
Diedrich (2002): Ohne Fallhöhe.
Vernutzt sind nicht die
Gegenstände, sondern das Prinzip: Subkulturen
zwischen Ästhetik und Politik,
in: Frankfurter
Rundschau v. 27.04.
- Kommentar:
Am
15. April meldete die TAZ, dass
DIEDERICHSEN in den Fachbeirat der
Bundeskulturstiftung berufen worden ist.
Im FR-Essay
behandelt der Pop-Papst nun, welchen
Stellenwert er den einzelnen
popkulturellen Szenen einräumen möchte.
Dazu erklärt er zuerst einmal die
Debatte um die Popkultur für beendet:
"Das Wort
'Spaßgesellschaft' und letztes Jahr
dessen vermeintliches Ende
entlasteten den Pop-Begriff. Dann sackte
das Thema in sich zusammen: Seine
Unterdebatten wie Pop-Literatur,
Pop-Theater, Pop-Art ächzten noch einmal
unter dem Stapel von
Zeitungsausschnitten, dann gaben sie den
Plastiklöffel ab."
Danach tut
er jedoch alles, um die Popkultur-Debatte
neu zu entfachen, indem er seine Position
in der angeblich beendeten Debatte
vorstellt. Es soll fortan nicht mehr um
den Gegensatz von Hoch- und Massenkultur
gehen, sondern um die pluralen
"Elitenkulturen" innerhalb der
Massenkultur, die er als
"Nichthochundauchnichtmassenkulturell"
bezeichnet!
DIEDERICHSEN
formuliert dies im elaborierten Code der
Verfechter einer "neuen
Hochkultur", an die sich sein
Vortrag wohl in erster Linie richten
soll. Aus der Perspektive einer
Bundeskulturstiftung macht der Text Sinn.
Es geht um
die Anschlussfähigkeit der - in Form von
Gemeinden organisierten - Popkultur an
eine zentralistische Pop-Politik, die
DIEDERICHSEN in der gegenwärtigen
Organisationsform der abgeschotteten
Szenen nicht als gegeben sieht, denn
diese "neuen nichtelitären Eliten
der Subkulturen" gebärden sich wie
die alten Eliten, nur dass sich ihr
Einfluss nicht über die gesamte
Massenkultur erstreckt, sondern auf
massenkulturelle Teilkulturen beschränkt
bleibt.
Der
englische Soziologe Nicolas ROSE hat die
Problemstellung von DIEDERICHSEN als
"Regieren durch Community"
beschrieben. Nur ging es ihm nicht um
Pop-Politik, sondern um Sozialpolitik.
Aber vielleicht ist Pop-Politik nur eine
neue Form der Sozialpolitik...
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Rezensionen:
- LÜTZOW,
Gunnar (1999): Die Differenzmaschine.
Nur für Insider:
"Langer Weg nach Mitte" von
Diedrich Diederichsen,
in: Berliner
Morgenpost v.
30.04.
- GROSS,
Thomas (1999): Rückzug des Papstes aus
Memphis.
Geschlagen zieht
die Gegenkultur nach Hause, meint
Poptheoretiker Diedrich Diederichsen.
Sein jüngstes Buch ist ein Abgesang auf
Popmusik als gesellschaftsverändernde
Kraft. Im neuen Berlin soll alles zu Ende
gegangen sein,
in: Tages-Anzeiger
v. 31.05.
- HEIDKAMP,
Konrad (1999): Vom Sound der Guerilla.
Diedrich
Diederichsen zum Ende der Gegenkultur,
in: Die
ZEIT Nr.38 v.
16.09.
- SCHÜTZ,
Erhard (1999): Meine Mitte, deine
Mitte...
Die verbotene
Stadt. Über die Schwierigkeiten, die
wahre Wirklichkeit Berlins zu erklären,
in: Freitag
Nr.40 v. 01.10.
- JASCHKE,
Bruno (1999): Hinter uns die
Unendlichkeit.
Diedrich
Diederichsen räsoniert über Pop und
Stadt,
in: Wiener
Zeitung v. 15.10.
- BARBER-KERSOVAN,
Alenka (2000): Diedrich Diederichsen: Der
lange Weg nach Mitte. Der Sound und die
Stadt,
in: music-journal.com
v. 20.01.
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