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Dorothea Dieckmann: Klassentreffen der Lost Single-Generation

 
       
   
  • Kurzbiographie:

 
       
   
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    Dorothea Dieckmann in ihrer eigenen Schreibe

     
         
           
       

    Dorothea Dieckmann im Gespräch

     
       
    • fehlt noch
     
           
       

    Damen & Herren (2002)
    Stuttgart: Klett-Cotta

     
       
     
     

    Klappentext

    "Marx, die Stones und Sergio Leone waren ihre Götter. »Easy Rider« war noch immer Kult, und Camus und Sartre waren die Themen in den Schulpausen, »zwischen Lehrerparkplatz und Eduscho«. Nun, zwanzig Jahre später, treffen sie sich wieder, in der Gaststätte »Waidmannsruh«. Draußen fällt Schnee.
    Es wird ein bizarrer Abend. Fast alle sind gekommen, und Marie, die Erzählerin, mischt sich in den Kreis der Gesichter, der schnell wieder vertrauten Stimmen. Befangenheiten, offene Rechnungen und unerfüllte Wünsche, abgebrochene Karrieren und zufriedene Mittelmäßigkeit – wie in einer Versuchsanordnung treibt die kleine geschlossene Gesellschaft auf Reaktionen zu, die niemand erwartet und gewollt hat."

    Pressestimmen

    "Man wollte immer schon anders sein als die anderen und doch genauso wie sie.
    (...) Denn sie alle lebten schon damals - das ist so genau kaum je registriert worden in einem anderen Roman aus dieser nahen fernen Zeit, den mittleren und späten siebziger Jahren - lebten vom kulturellen Abfall der nächstälteren Generation, eingesponnen immer noch in eine sekundäre Welt aus Camus, Sergio Leone, Jim Morrison und Verena Stefan, aus I can't get no satisfaction oder Das kann doch nicht alles gewesen sein und She loves you, and you know you should be glad, aus Hasch und Ho Chi Minh. Leben aus zweiter, dritter Hand, doch hautnah nacherlebt, wie ganz echt. Zwischen den schon unerreichbaren 68ern und der nicht einmal ahnbaren Generation Golf ein paar Jahrgänge im Niemandsland.
    Das alles ergibt sich kunstvoll wie nebenbei, denn der Roman und seine Erzählerin denken gar nicht daran, ihre Befunde hochzurechnen zu einer Psychosoziologie der kurz vor 1960 geborenen Jungintelligenzija. Beide haften immer nur an den herausgeschnittenen Gesichtern (...), beobachten neue und alte Paarbildungen und unterscheiden scharf Männer- und Frauenrollen: die einen ewige Junggesellen, ob mit oder ohne Bindung, »softe Machos«, die anderen schuftend in Karrieren oder Sozialfürsorge, versackt in Kinderglück, späten Notehen oder entschlossen feministisch. "
    (Reinhard Baumgart in der Zeit vom 16.05.2002)

     
     
     
           
       
    • Rezensionen:

      • FK (2002): Wenn aus alten Klassenkameraden lauter Damen und Herren werden.
        Johnny wird nicht kommen. Tobias hat schon eine Halbglatze, Petzi sieht langsam ihrer Mutter ähnlich,
        in: Welt Hamburg v. 07.03.
      • VENSKE, Regula (2002): Dorothea Dieckmann: Damen & Herren,
        in: Divertimento. Sendung des NDR3 Radio v. 09.04.
      • BAUMGART, Reinhard (2002): Noch eine verlorene Generation.
        Mit Dorothea Dieckmann auf einem Trip durch die Vergangenheit von Vierzigjährigen,
        in: Die ZEIT Nr.21 v. 16.05.
      • FESSMANN, Meike (2002): Schwätzmaschinen.
        "Damen & Herren": Klassentreffen mit Dorothea Dieckmann,
        in: Süddeutsche Zeitung v. 27.05.
      • LANGNER, Beatrix (2002): Der maskierte Mund.
        Dorothea Dieckmanns erster Roman - und ein Essay,
        in: Neue Zürcher Zeitung v. 12.06.
      • Neu:
        KOHSE, Petra (2002): Sachbearbeiter der Existenz.
        Dorothea Dieckmanns Roman "Damen & Herren" schabt an der Peripherie der Pubertät,
        in: Frankfurter Rundschau v. 22.06.
        • Kommentar:
          Wer Hochliteratur von anderen einfordert, der darf sich nicht darüber wundern, wenn er an seinen eigenen Ansprüchen gemessen wird:
              
          "Das Klassentreffen (...) ist im Alltag nicht nur der ideale Ort, sondern in der lebensgeschichtlich interessierten Literatur auch das ideale Motiv, um ins Nachdenken und ins Erzählen zu kommen. Und gerade in letzter Zeit scheint es besonders gern verwendet zu werden. Von Robert Menasses Die Vertreibung aus der Hölle über Nachthaut von Sabine Friedrich bis zu Krimis und dokumentarischen Versuchen reicht sein Verbreitungsgebiet, und Dorothea Dieckmanns Roman Damen & Herren handelt sogar ausschließlich davon. Was erstaunlich ist. Denn ausgerechnet diese Autorin, die als Literaturkritikerin und Essayistin bekannt ist, hat im November letzten Jahres in der Zeit vehement über die Zunahme populärer und trivialer Aspekte in der deutschsprachigen Literatur geschimpft. Und musste doch ungefähr zur gleichen Zeit ein eigenes Buch in den Druck gegeben haben, das nicht nur ein definitiv populäres Motiv ausarbeitet, sondern auch zur Prime Time der Rückbesinnung spielt, zwischen Weihnachten und Neujahr".
     
         
       

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    Bernd Kittlaus
    Bernds@single-dasein.de Erstellt: 16. Mai 2002
    Update: 08. Juli 2002
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