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Heinz Bude: Der Namensgeber

 
       
     
       
     
       
   

Heinz Bude in seiner eigenen Schreibe

 
   
  • BUDE, Heinz (1994): So groß sind wir gar nicht.
    Zwischen Nation und Gesellschaft: Wie die Bundesrepublik neu erfunden werden müßte,
    in: Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 29.01.
  • BUDE, Heinz (1998): Die ironische Nation.
    Am Ende einer deutschen Epoche der Selbstbezüglichkeit,
    in: Frankfurter Rundschau v. 18.04.
  • BUDE, Heinz (1998): Generation Berlin.
    In Vorbereitung auf die neue Republik,
    in: Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 18.06.
  • BUDE, Heinz (1999): Was ist die Generation Berlin?
    Gesucht wird eine Haltung jenseits von Formschwäche und Identitätswahn,
    in: Die Berliner Republik, Nr.1
  • BUDE, Heinz (2000): Generationen im 20. Jahrhundert.
    Historische Einschnitte, ideologische Kehrtwendungen, innere Widersprüche,
    in: Merkur, Heft 7, Juli
  • BUDE, Heinz (2000): Die biographische Relevanz der Generation,
    in: Martin Kohli & Marc Szydlik (Hg.) Generationen in Familie und Gesellschaft, Opladen: Leske + Budrich, S.19-35
  • BUDE, Heinz (2001): Stadt der Füchse.
    Berlin wird kein Zentrum, sondern Perspektive der "dritten Republik" sein.
    Gekürzter Vorabdruck aus dem Ende dieser Woche im Berliner Merve Verlag erscheinenden Band: Heinz Bude, Generation Berlin,
    in: Frankfurter Rundschau v. 21.03.
  • BUDE, Heinz (2001): Es regiert die Lust am Moment.
    Was aber wäre, wenn der Kanzler Edmund Stoiber hieße? Ein Gedankenexperiment mit zwei Lebensläufen,
    in: Tagesspiegel v. 09.06.
  • BUDE, Heinz (2001): Das Ende der Gesellschaft.
    Intellektuelle in der Ära des "Lebens",
    in: Neue Zürcher Zeitung v. 15.12.
    • Kommentar:
      Heinz BUDE kritisiert jene Sozialwissenschaftler, die einen kulturalistischen Gesellschaftsbegriff verwenden, anstatt wie Techniksoziologen auch die Dingwelt einzubeziehen oder anthropologische Tatsachen zu berücksichtigen.
            
      BUDE sieht einen Paradigmenwechsel von der Physik zur Biologie als neuer Leitwissenschaft. Sozialwissenschaftler müssten deshalb diesen Wechsel mitmachen oder würden ansonsten ins gesellschaftliche Abseits geraten.
            
      "Der Mensch ist nicht bloss ein Ensemble der gesellschaftlichen Verhältnisse, sondern zuerst und zuletzt Ausdruck seines eigenen Seinkönnens", heisst das Credo von BUDE.
            
      Während BUDE damit die Ideologiekritik verabschiedet wissen möchte, ist gerade jetzt Ideologiekritik notwendiger denn je zuvor. Diese Art der Sozialwissenschaft hat sich nicht erledigt, sondern muss stattdessen entsprechend den heutigen Verhältnissen neu formuliert werden.
            
      Auch innerhalb der von BUDE genannten Techniksoziologie gibt es durchaus Gründe für vielfältige Fragestellungen. Jene, die von BUDE hier präferiert wird, ist die Perspektive der Sozialtechnologie: Regieren durch Technik, d.h. es geht um die Herrschaft mittels Technik. Der Begriff "postsoziale Gesellschaft", den BUDE verwendet, deutet darauf hin, dass Soziales etwas Überflüssiges ist, das ignorierbar ist. Diese Vorstellung ist nichts Neuartiges wie BUDE behauptet, sondern eine bereits seit Jahren dominierende Richtung innerhalb der Techniksoziologie.
            
      Während jedoch die von BUDE präferierten sozialtechnologischen Ansätze im Bereich von Unternehmen, Forschung und Infrastruktureinrichtungen Verwendung finden, werden Fragen der Haushaltstechnisierung bzw. Fragen der Technik im Alltag fast vollständig ignoriert.
            Konsumenteninteressen finden im Gegensatz zu Politik- und Wirtschaftsinteressen keinen adäquaten Ausdruck in der Forschungslandschaft.
            Gerade im Bereich der Einpersonenhaushalte würden sich techniksoziologische Fragestellungen anbieten, da die Haushaltstechnologisierung eine der Voraussetzungen für den "Siegeszug" der Einpersonenhaushalte ist. Die Infrastruktureinrichtungen der Telekommunikation haben für Singles und andere mobile Menschen eine wichtige Funktion. Techniken wie Telefon, Anrufbeantworter oder Internet sind Beispiele dafür, aber auch die Modernisierung der Eisenbahn spielt eine zentrale Rolle für mobile Lebensformen.
            
      Techniksoziologie und Ökologische Psychologie sind Disziplinen, deren Bedeutung nicht zu unterschätzen sind.
            Aus der Sicht von Singles ist eine Biologisierung der Sozialwissenschaften, wie sie BUDE fordert, mit Skepsis zu begegnen.
            Hier ist eine Ideologiekritik gefragt, die zwischen den Phänomenen und technischen Verfahren einerseits und deren Interpretation andererseits, unterscheidet. Die Interpretationen müssen ideologiekritisch hinterfragt werden.
            
      Gerade in der Kontroverse Familien versus Singles, können biologistische Vereinfachungen zur ungerechtfertigten Diskriminierung und Ausgrenzung von Singles missbraucht werden.
  • BUDE, Heinz (2002): Die normative Kraft des Physischen.
    Die Soziologie hat ausgedient. Sie taugt nicht mehr zur Erklärung des Gen- und Computerzeitalters. Fragen nach dem Anfang des Lebens und der Herkunft des Geistes können nur die Biowissenschaften beantworten,
    in:
    Frankfurter Rundschau v. 05.01.
    • Kommentar:
      Der Tagesspiegel hat den Text aus der NZZ vom 15.12.2001 übernommen.
  • BUDE, Heinz (2002): An der roten Ampel.
    Ausblick auf den Herbst: Die SPD nach Schröder,
    in: Süddeutsche Zeitung v. 26.04.
 
       
   

Heinz Bude im Gespräch

 
   
  • BUDE, Heinz & Harry NUTT (1994): Falten, Glatze, Bauch.
    Heinz Bude und Harry Nutt im Gespräch über "Lebensalter", Popkultur und die Geschichte der Bundesrepublik,
    in: Frankfurter Rundschau v. 31.12.
  • MONATH, Hans (1998): Ab in die Berliner Republik!
    Deutschland steckt tief im wirtschaftlichen und sozialen Wandel. Doch die Politik tut sich schwer mit neuen Antworten. Darum wird es Zeit, dass die Verantwortlichen in Bonn endlich ihre Siebensuchen packen,
    in: Deutsches Allgemeines Sonntagsblatt Nr. 46 v. 13.11.
  • DÜRR, Tobias (1999): Von Machern und Halbstarken.
    Die Bundesrepublik und ihre Generationen,
    in: Die ZEIT Nr. 21 v. 21.05.
  • MONATH, Hans (1999): Hat sich die SPD durch ihren Erfolg überflüssig gemacht?
    Heinz Bude hat den Generationenwechsel in Politik und Gesellschaft zu seinem Thema gemacht. Die Berliner Republik, so sagt der Soziologe voraus, werde anderen politischen Leitbildern folgen als die Bonner Republik, die ein 'Pufferstaat' zwischen dem Nationalsozialismus und dem Künftigen gewesen sein. Der Berliner Bude, der am Hamburger Institut für Sozialforschung arbeitet, wirkt auch in die Politik hinein: Eine Gruppe jüngerer SPD-Bundestagsabgeordneter nannte ihre kürzlich gegründete Zeitschrift 'Generation Berlin'. Heinz Bundes jüngstes Buch heißt 'Die ironische Nation',
    in: Tagesspiegel v. 07.12.
  • Neu:
    MEDICUS, Thomas & Harry NUTT (2002): "Ein erschreckender Konformismus im Denken".
    Der Soziologe Heinz Bude im Gespräch über eine neue Politik des Respekts und das Versagen der Intellektuellen,
    in: Frankfurter Rundschau v. 14.06.
    • Kommentar:
      Die Angst der Modernisierungsgewinner vor dem sozialen Absturz wird nun auch zum Thema der Generation Berlin:
           
      "Der unternehmerische Einzelne wurde (...) zum leitenden Lebensführungsmodell. Am Ende verlangt sogar die eigene Zukunftssicherung von jedem von uns ein unternehmerisches Portfolioverhalten mit verschiedenen Einzahlungs- und Anlagestrategien. Genau bei den Gruppen, die das zuerst verstanden und praktiziert haben, macht sich jetzt das Gefühl breit, zu den Angeschmierten zu gehören. Hier setzt der gegenwärtige Populismus an. Er greift die latente Statuspanik der fortgeschrittenen Fraktionen der Mittelklassen auf und thematisiert die Fragen, die in Zukunft als problematisch angesehen werden. (...) Die Themen des postmodernen Populismus heißen: innere Sicherheit, Bildung und Gesundheit."
           
      Wie Konrad ADAM macht sich BUDE zum Anwalt der Modernisierungsgewinner (Drohung mit Exit) und wie Ralf DAHRENDORF sieht BUDE in der Sehnsucht dieser Gewinner mit "Status-Panik" nach der "anständigen" (Klassen)gesellschaft und Autoritarismus den Kern des neuen Populismus:
           
      "Die Entgrenzung des Gefährdungsgefühls ist das eigentliche Thema des neuen Populismus. Er (...) ist (...) dadurch charakterisiert, dass er Probleme in der Gesellschaft aufgreift, für die er einerseits im Sozialen repressive Lösungen vorschlägt, in der Wirtschaft aber liberale parat hält. Diese Mischung aus Liberalismus und Autoritarismus kennzeichnet einen neuen Populismus."
 
       
   

Generation Berlin (2001)
Berlin: Merve

 
   
 
 

Klappentext zu "Generation Berlin"

"In der Generation Berlin sieht Heinz Bude eine neue intellektuelle Haltung verkörpert, die ein Gefühl von Jetztzeit vermittelt. Nach der Kälte der Weimarer, der Skepsis der Flakhelfer- und der Kritik der Achtundsechziger-Generation, schickt sie sich an, ein Ideal des 'unternehmerischen einzelnen' zu definieren. Während die Achtundsechziger in Gestalt von Rot/Grün auf der Vorderbühne ihre zweite Chance wahrnehmen, halten sich auf der Hinterbühne die Agenten der Generation Berlin bereit. Ihre Nüchternheit kennt keine Position außerhalb des Spiels von Macht, Wissen und Geld.
Noch ist nicht ausgemacht, ob sie diesem Spiel neue Regeln geben wird, um eine experimentelle Politik gemischter Zuständigkeiten und vorläufiger Versuche durchzusetzen. Jedenfalls 'probiert sie schon jetzt eine Haltung jenseits von Formschwäche und Identitätswahn'
."

 
 
 
       
     
       
   

Das Altern einer Generation. Die Jahrgänge 1938 - 1948 (1995)
Frankfurt a/M: Suhrkamp

 
   
 
 

Klappentext zu "Das Altern einer Generation"

"Was ist übriggeblieben von der westdeutschen Studentenbewegung der späten sechziger Jahre? Heinz Bude nimmt ein Vierteljahrhundert später die Generation in den Blick, der der gesellschaftliche Aufbruch jener Zeit zugeschrieben wird. 1968 waren die Jahrgänge 1938 bis 1948 zwischen zwanzig und dreißig Jahre alt. Heute befinden sich die Fünfzigjährigen in der Prominenzphase ihres Lebenslaufs. Nach dem Abtritt der 'skeptischen Generation' hat die 68er Generation im Verhältnis der Generationen die Führungsrolle übernommen. Die einstigen Rebellinnen und Rebellen der Wohlstandsgesellschaft verkörpern heute die Autorität und den Charme der neuen Bundesrepublik. Von welchen Einsichten und Überzeugungen lassen sie sich leiten? In welchen Lebensmodellen drücken sich ihre Erfahrungsbilanzen aus? Welche Praktiken der Freiheit sind aus jenen Prozessen der Befreiung hervorgegangen? Im Zentrum der Untersuchung stehen sechs Porträts von Angehörigen der 68er Generation: drei Frauen und drei Männer, alle Stichwortgeber ihrer Generation. Ein Verleger und eine prominente Feministin, ein individualisierter Bewegungsunternehmer und eine Fernsehredakteurin, ein Professor für Gesellschatstheorie und eine Politikerin der Grünen liefern Stoff für das Gesamtbild einer Generation, die zur Erfolgsgeschichte der alten Bundesrepublik gehört."

 
 
 
       
   
  • Rezensionen:

    • LAU, Jörg (1995): Ein hermeneutischer Wegelagerer.
      Der Bildungsroman einer Generation, die wie keine andere mit der Macht der Eltern beschäftigt war - der Berliner Soziologe Heinz Bude legt seine psychohistorischen Untersuchungen über das Altern der Achtundsechziger vor,
      in: TAZ v. 27.05.
    • DIRSCHAUER, Johannes (1995): Sprung aus der biologischen Dunkelhaft.
      So klug wie aggressiv: Heinz Budes Buch von den Mitgliedern der 68er Generation,
      in: Süddeutsche Zeitung v. 17.06.
    • NEVERMANN, Knut (1995): Porträts vor fehlendem Hintergrund.
      Psychohistorisches Patchwork: Heinz Bude über das Altern der 68er Generation,
      in: Frankfurter Rundschau v. 02.09.
 
       
   

Deutsche Karrieren. Lebenskonstruktionen sozialer Aufsteiger aus der Flakhelfer-Generation (1987)
Frankfurt a/M: Edition Suhrkamp

 
   
 
 

Klappentext zu "Deutsche Karrieren"

"Noch sind die Flakhelfer an der Macht. Die zwischen 1926 und 1930 Geborenen waren die 'letzten Helden des Führers'. Als Jugendliche haben sie erlebt, wie Deutschland zusammenbrach und der Faschismus besiegt wurde. Heute sind viele gesellschaftliche Führungspositionen in der Bundesrepublik von Angehörigen dieser Generation besetzt. Die Untersuchung von Heinz Bude konzentriert sich auf die sozialen Aufsteiger aus der Flakhelfer-Generation. In ihrem Leben verdichtet sich persönliche und gesellschaftliche Geschichte: Sie haben mit dem kollektiven Aufbau der Bundesrepublik nach Krieg und Faschismus einen persönlichen Aufstieg vollzogen. Sie bilden die Spitze der Generation derer, die das 'Modell Deutschland' nach 1945 mitaufgebaut haben. Gefragt wird nach den Lebenskonstruktionen des Aufstiegs. Welche Spuren hat der Riß von 1945 in ihrem Leben hinterlassen? Wie haben sie den Wiederaufstieg der Bundesrepublik erlebt und wie haben sie sich daran beteiligt? Wie verstehen sie sich nun als normative Repräsentanten dieser Gesellschaft?"

 
 
 
       
     
   

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© 2000-2002
Bernd Kittlaus
Bernds@single-dasein.de Erstellt: 21. November 2000
Stand: 08. Juli 2002
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dem 04.Juni 2000