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Jean-Claude
Kaufmann in seiner eigenen Schreibe
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- KAUFMANN,
Jean-Claude (1994): Les ménages d'une personne
en europe,
in: Population
Nr.4-5, S.935-958
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Jean-Claude
Kaufmann im Gespräch
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- CONSTANT,
Caroline (1999): Célibat au féminin.
Révolutionnaires malgré
elles,
in: Humanité
v. 12.06.
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Singlefrau und Märchenprinz
(2002).
Über
die Einsamkeit moderner Frauen
Konstanz:
UVK
Original:
La femme seule et le prince charmant. (1999)
Enquête
sur la vie en solo, Paris: Nathan
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Klappentext
"13,5
Millionen Deutsche lebten im Jahr
2001 alleine. Unbekannt ist, wie
viele davon auch ohne Partner sind.
Die Zahl der Singles aber ist hoch,
und sie dürfte weiter zunehmen, auch
wenn Feuilletons von »Spiegel« bis
»Zeit« eine Renaissance der Familie
beschwören. In seinem neuen Buch
untersucht der französische
Soziologe Jean-Claude Kaufmann die
weibliche Seite des Phänomens.
Quelle für seine Studie über die
Einsamkeit moderner Frauen sind 150
Leserbriefe an die französische
»Marie Claire«, 150 offene und
intensive Auseinandersetzungen mit
dem Alleinsein. Kaufmann, der im
Auftrag der Europäischen
Gemeinschaft an einer Untersuchung
zum Singledasein gearbeitet hatte,
sagte: »Das war genau das, was
meiner Studie fehlte: Das Leben, die
persönliche Erfahrung.« Die Briefe
spiegeln Gedanken, Ängste und
Erwartungen von Frauen, die im
Spannungsfeld von Individualität und
Selbstbestimmung einerseits und dem
Wunsch nach einem Partner
andererseits leben. Mit »Singlefrau
und Märchenprinz« gelingt dem Autor
der Spagat zwischen
wissenschaftlicher Empirie und
praktischer Lebenskunde."
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Das Buch
in der Diskussion:
- Deutschland:
- GEYER,
Christian (2002): Richtig schlimm
wird's vor dem Kino.
Die Studie
zur Single-Existenz,
in: Frankfurter
Allgemeine Zeitung
v. 04.01.
- Kommentar:
Der
französische Soziologe
Jean-Claude KAUFMANN
spricht dem Rezensenten
offenbar aus dem Herzen.
Bisher war er von der
Single-Literatur
enttäuscht, die seiner
Meinung nach die Frage
nach der kontinuierlichen
und zahlenmässig
beträchtlichen Zunahme
des Alleinlebens nicht
befriedigend erklärte.
GEYER
scheint - wie viele
seiner Kollegen - den
Anstieg
der Single-Haushalte mit
der Zunahme von jungen Partnerlosen
zu verwechseln.
Anders
ist seine Euphorie nicht
zu erklären. KAUFMANN
beschäftigt sich jedoch
in dem Buch nur mit den
alleinwohnenden
Partnersuchenden, die zum
Kreis der
MARIE-CLAIRE-Leser
gehören. Der Rezensent
meint jedoch, dass sich
daraus auch Einsichten
über die männlichen
Alleinwohnenden ableiten
lassen. Dies ist ein
weitverbreiteter
Fehlschluss!
Männer
stellen zwar die
Majorität der
Alleinlebenden im
mittleren Lebensalter,
aber die Singleforschung
- und da bildet KAUFMANN
leider keine Ausnahme -
beschäftigt sich lieber
mit der MINDERHEIT DER
BESSERVERDIENENDEN
weiblichen Singles.
Während die weiblichen
Singles zu den
Modernsierungsgewinnern
gehören, sind die
männlichen
Alleinlebenden zu
allererst
MODERNSIERUNGSVERLIERER.
Die
männlichen
Spitzenverdiener unter
den Alleinlebenden
könnten ein
Forschungsartefarkt sein,
denn bisher wurde bei den
Alleinlebenden nicht
zwischen Haupt- und
Zweitwohnsitz
unterschieden. Die
männlichen
Spitzenverdiener könnten
zur Gruppe der Shuttles,
d.h. der
Wochenendpendler,
gehören. Der Mainzer
Soziologe Norbert F.
SCHNEIDER hat in der
ersten repräsentativen
deutschen Untersuchung "Berufsmobilität
und Lebensform"
diese besserverdienenden
Shuttles zum Thema
gemacht.
Wenn
man diese Beschränkungen
des
Untersuchungsgegenstands
berücksichtigt, dann
kann man KAUFMANNs Buch
mit Gewinn lesen.
- ROX
(2002): Autonom und einsam,
in: Neue
Zürcher Zeitung
v. 16.02.
- GERBERT,
Frank (2002): Verfluchte
Freiheit.
Ein
Soziologe wollte selbstbewusste
Solo-Frauen studieren - und
stieß auf erschütternde
Hilferufe aus der Single-Hölle,
in: Focus
Nr.8 v. 18.02.
- Kommentar:
GERBERT
stellt die neueste Studie
des französischen
Soziologen Jean-Claude
KAUFMANN vor. In
"Singlefrau und
Märchenprinz"
widmet sich dieser den
Partnerlosen.
GERBERT
nutzt die
Buchvorstellung, um
Bevölkerungspolitik zu
betreiben, indem er das
komplexe Thema auf die
Aussage "Hilferufe
aus der
Single-Hölle"
verkürzt, die er
"als erste
Warnung"
interpretiert, "sich
vom Zeitgeist nicht in
eine Richtung treiben zu
lassen, die in eine
biografische Sackgasse
führen könnte".
Mit Sackgasse meint
GERBERT das "Bridget
Jones"-Syndrom,
d.h. Torschlusspanik weil
weder der Mann fürs
Leben noch das ersehnte
Kind zu bekommen ist. Mit
Zeitgeist meint er
deshalb den angeblichen Trend
zur
"Single"-Gesellschaft.
Hinter
GERBERTs Vorstellungen
verbirgt sich jedoch das
übliche
Missverständnis, dass
die Zunahme der
Alleinlebenden mit der Zunahme
der Partnerlosigkeit
verwechselt wird. Aus der
Tatsache, dass sich die
soziodemografische
Forschung bisher strikt
geweigert hat, die
Entwicklung der
Partnerlosigkeit zu
erforschen, hat sich aus
dem Mangel von Daten der
unbrauchbare Indikator
Einpersonenhaushalt zum
Liebling der
Kulturpessimisten
gemausert. GERBERT nutzt
dieses Manko, um das Stereotyp
der "alten
Jungfer"
wieder aufleben zu
lassen.
Seine
Botschaft an die Frauen:
Wenn Ihr den Mann fürs
Leben finden und Kinder
haben wollt, dann seid
erstens nicht zu
anspruchsvoll, zweitens
wartet nicht zu lang und
nehmt lieber denjenigen
der gerade verfügbar ist
(die wertkonservative
Variante der 68er Hymne
"Love The One You're
With" von
CSN&Y), drittens seid
nicht zu gebildet &
selbständig und
viertens: tretet nicht zu
selbstbewusst auf!
Für
jene Frauen, die am
"Bridget
Jones"-Syndrom
leiden, hat der Fischer
Verlag kürzlich den
Ratgeber "Nimm die
Männer wie sie sind - es
gibt keine anderen.
Partnersuche in der
Lebensmitte" von
Regine SCHNEIDER und
Bärbel RAULF auf den
Markt gebracht.
- MENDELSOHN,
Tina (2002): Allein unter Frauen.
Wie
glücklich kann ein weiblicher
Single sein?
in: Kulturzeit.
Sendungreihe 3SAT
v. 23.04.
- Kommmentar:
Singlefrauen
müssen leiden! Sie sind
einsam und das soll ein
neues Phänomen sein.
Dies ist nicht sehr
originell, denn das Stereotyp
der "alten
Jungfer"
hat dies schon immer
behauptet.
Neu
ist nur, dass
Singlefrauen dies wieder
zugeschrieben werden
soll. Weder sind Singles
mit Partnerlosen
identisch, noch ist
Einsamkeit ein generelles
Problem von Singles.
Die
Soziologin Frigga HAUG
stilisiert - wie der
Franzose Jean-Claude
GUILLEBAUD
- den Familienmenschen
zum Widerstandskämpfer
gegen die
Marktgesellschaft.
Andererseits
wird jedoch deutlich,
dass der Familie in der
neoliberalen Gesellschaft
zunehmend die Funktion
zugewiesen wird, den Sozialstaat
zu ersetzen. Familie ist
nicht "der einzige
Ort in der Gesellschaft,
wo nicht nach
Kosten-Nutzen gerechnet
wird" wie HAUG dies
linksromatisch verklärt,
sondern Familie im Sinne
eines neoliberalen
Leistungsträgers muss
ökonomisiert werden, um
effektiver zu werden.
Hierzu gehören
staatliche Programme, die
unvollständige - und
damit leistungsunfähige
- Familien (z.B.
Alleinerziehende und
Patchworkfamilien)
bekämpfen. Die USA
und Grossbritannien
zeigen hier den Weg.
- Neu:
KOMMERELL,
Kathrin (2002): Alleine zu zweit.
Jean-Claude
Kaufmann hat das Leben der
Single-Frauen studiert,
in: Süddeutsche
Zeitung v.
21.06.
- Kommentar:
KOMMERELL
bespricht das Buch
"Singlefrau und
Märchenprinz" nicht
unter dem Aspekt
Einsamkeit, der
üblicherweise im
Mittelpunkt der
Besprechungen steht,
sondern im Hinblick auf
die Tatsache, dass das
Single-Dasein in unserer
Gesellschaft nur als
Lebensphase und nicht als
dauerhafte Lebensform
akzeptiert ist:
"Allein
lebende Frauen blieben
Erscheinungen am Rand der
Ehe: die verlängerte
Solo-Phase zwischen
Jugend und Kinderkriegen,
geschiedene Frauen,
Witwen im Alter."
Der
Prozess
der Individualisierung
soll angeblich eine
Änderung einleiten.
Dagegen spricht jedoch
die bevölkerungspolitische
Debatte
mit ihren Implikationen.
Die Rezensentin moniert
deshalb auch, dass die
gesellschaftlichen Folgen
bei KAUFMANN nicht
thematisiert werden.
Ausserdem setzt die
milieuspezifische
Verbreitung einer
positiven Sichtweise der
Lebensweise einer
Durchsetzung des
Alleinlebens Grenzen:
"Die
Flucht nach vorne ist der
einzige Weg, um diese
merkwürdige Existenz
positiver zu erleben.
Eine Möglichkeit, die
zumal Frauen auf den
unteren Stufen der
gesellschaftlichen Leiter
oder in ländlichen
Gebieten verwehrt
bleibt."
- Frankreich:
- PETITJEAN,
Gerard (1999): Femmes le boom des
vies en solo.
A Paris, une
femme sur quatre vit seule,
in: Nouvel
Observateur
Nr. 1789 v. 18.02.
- LANEZ,
Emilie (1999): En attendant le
prince charmant,
in: Le Point
Nr.1379 v. 20.02.
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La
trame conjugale. (1992)
Analyse
du couple par son linge.
Paris: Nathan
deutsch: Schmutzige Wäsche. Zur ehelichen Konstruktion
von Alltag (1994)
Konstanz: UVK
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Rezensionen:
- GOETSCH,
Monika (1999): Auf in den Putzkampf!,
in: Deutsches
Allgemeines Sonntagsblatt
Nr.12 v. 19.03.
- ARNU, Titus
(2000): Bedeutungssuche im Banalen,
in: Süddeutsche
Zeitung v. 04.03.
- FÖLSING, Ulla
(2000): Der Tanz mit den Dingen,
in: Die ZEIT
Nr.5 v. 27.01.
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©
2000-2002
Bernd Kittlaus |
Bernds@single-dasein.de |
Erstellt:
28. Dezember 2000
Update: 09. Juli 2002 |
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Zugriffe
seit
dem 04.Juni 2000 |
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