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Michael
Schindhelm: Single-Mobilität à la DDR
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Michael
Schindhelm in seiner eigenen Schreibe
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- SCHINDHELM, Michael
(2000): "Sturz ins banale Weiterleben".
Die Männer um 40 haben die
Zukunft hinter sich und keine Heimat mehr. Einer
von ihnen, Michael Schindhelm, analysiert das
Lebensgefühl seiner Generation,
in: Welt
am Sonntag v. 15.10.
- SCHINDHELM, Michael
(2001): Der Terror der Zeit.
Warum die Nostalgie um sich
greift - in Ost wie West,
in: Die
ZEIT Nr.45 v. 31.10.
- Kommentar:
SCHINDHELM sieht
nicht in der New Economy, sondern in
Ostdeutschland die Speerspitze der "Beschleunigten
Gesellschaft". Er
hat u.a. bei Jeremy RIFKIN
nachgelesen, was die negativen Folgen der
Beschleunigung sind, d.h. SCHINDHELM
sucht seine neue Heimat bei den Entschleunigern.
"Jede
zeitsparende Erfindung hat die
Arbeitsbelastungen erhöht. So haben
Bauersfrauen in den zwanziger Jahren ohne
Elektrizität weniger Zeit auf
Hausarbeiten verwendet als die Hausfrauen
in den Vororten unserer Städte, die mit
ganzen Maschinenparks ausgerüstet
sind."
So hört
sich eine nostalgisch verklärte
Technikkritik an!
SCHINDHELM
übernimmt hier eine Technikkritik, die
ursprünglich aus dem feministischen
Kontext stammt. Es ging dabei um die
Frage, ob die Technisierung die
Emanzipation gefördert hat. Die These
war, dass der Zeitgewinn durch die
Technisierung der Haushalte kompensiert
worden ist. Dazu gehören z.B. gestiegene
Reinlichkeitsstandards.
Das Problem
bei dieser romantischen Technikkritik
ist, dass hier ein ganzer Problemkomplex
einfach auf einen einzigen Sachverhalt
verkürzt wird. Es wird erstens
unterstellt, dass eine Bauersfrau und
eine Mittelschichtfrau in den 20er Jahren
gleich viel Zeit auf ihren Haushalt
verwenden konnte und zweitens, dass sich
der Zeitaufwand beider gleichermassen
erhöht hat.
Zum anderen
wird ignoriert, dass sich die Art der
Hausarbeitstätigkeiten geändert hat.
SCHINDHELM unterstellt, dass Hausarbeit
identisch ist mit maschinengestützter
Arbeit. Dies übersieht jedoch, dass die
"Hausarbeit" auch
"personenbezogene
Dienstleistungsarbeit" ist.
Hätte die
Technisierung der Hausarbeit keinen
Zeitgewinn gebracht, dann gäbe es
heutzutage sicher weitaus weniger
Einpersonenhaushalte. Entweder weil es zu
teuer wäre, die Dienstleistungen
einzukaufen oder weil mehr Zeit auf den
Haushalt verwendet werden müsste. Die
Technsierung der Haushalte gehört zu
einer wesentlichen Voraussetzung für das
massenhafte Alleinwohnen. Dies mag man
beklagen, aber mit dem "Terror der
Zeit" hat das überhaupt nichts zu
tun.
- Neu:
SCHINDHELM,
Michael (2002): Vor dem Gesetz.
Schriftstellertreffen.
Ein Beitrag für Elmau,
in: Freitag
Nr.21 v. 17.05.
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Michael
Schindhelm im Gespräch
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Roberts
Reise (2000)
Stuttgart/München:
Deutsche Verlagsanstalt
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Rezensionen:
- FRANKE, Konrad
(2000): Wohn-Haft in Woronesch.
Michael Schindelms
autobiografischer Erstlingsroman
"Roberts Reise",
in: Süddeutsche
Zeitung v. 19.02.
- LUTZ, Stefan
(2000): Ich bin der Keinheimische.
Michael Schindhelm,
in der DDR aufgewachsen, heute
Theater-Intendant in Basel, überzeugt
als Romanautor,
in: Berliner
Illustrierte Zeitung. Beilage der
Berliner Morgepost
v. 20.02.
- So
geht es den Fliehenden.
"Roberts
Reise" ist der erste Roman von
Michael Schindhelm. Aber es ist kein
Roman,
in: Berliner
Zeitung v. 18.03.
- TIEDEMANN,
Kathrin (2000): Der Keinheimische.
Modernes
Nomadentum. Michael Schindhelms
Romandebüt "Roberts Reise"
pendelt zwischen Thüringen, Russland und
der Schweiz,
in: Freitag
Nr.13 v. 24.03.
- BERGER,
Jürgen (2000): In fremden Betten.
Als Theaterindendant
in Basel ist Michael Schindhelm zur Zeit
enorm erfolgreich. Nun legt er mit
"Roberts Reise" ein buch vor
und hat das Wörtchen Roman drauf
geschrieben,
in:
TAZ v. 28.03.
- VOIGT,
Claudia (2000): Michael Schindhelm.
Er
studierte Chemie, arbeitete mit Angela
Merkel und ist heute erfolgreicher
Theaterintendant. Jetzt hat er einen
Roman geschrieben,
in: KulturSpiegel
Nr.4
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©
2000-2002
Bernd Kittlaus |
Bernds@single-dasein.de |
Erstellt:
19.August 2000
Update: 09. Juli 2002 |
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Zugriffe
seit
dem 04.Juni 2000 |
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