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Michel Houellebecq: Extension du domaine de la lutte

 
       
     
       
     
       
   

Michel Houellebecq im Gespräch

 
     
       
   

Extension du domaine de la lutte (2002).
(Herausgegeben von Ernst Kemmner)
Stuttgart: Philipp Reclam jun.

 
   
 
 

Klappentext

"Ein Kultbuch? Ein Skandalautor? Michel Houellebecq polarisiert, seine Texte sind umstritten. Was liegt näher, als sich selber ein Bild zu machen: Die Ausweitung er Kampfzone, Houellebecqs erster Roman von 1994, heute in über 20 Sprachen übersetzt, wird hier im Original vorgelegt - annotiert, kommentiert, mit allem, was für das Verständnis des Textes notwendig ist."

Pressestimmen zu "Ausweitung der Kampfzone"

"«Extension», die Geschichte eines kleinen Informatikers, wurde von der Presse seinerzeit kaum zur Kenntnis genommen und entwickelte sich erst durch jahrelange Mundpropaganda zur Referenz einer neuen Generation von Literaten. Das Buch suchte als erstes einen neuen Zugriff auf die soziale Realität"
(Thierry Cherval in der Basler Zeitung vom 06.10.1998)

"Der Wirtschaftsliberalismus ist die erweiterte Kampfzone (...).
Wie diese
»erweiterten Kampfzonen« heute aussehen, in Paris und in der französischen Provinz, führt der Roman in scharf geschnittenen, knappen Kapiteln vor. Der Ich-Erzähler und sein Kollege Tisserand stehen dabei im Mittelpunkt. In beruflicher Hinsicht zählen sie zu den Gewinnern: sie arbeiten in der Computer-Branche, stellen gewissermaßen die Speerspitze der Informations-Gesellschaft dar (...).
Im Hinblick auf ihr Intimleben sind die beiden Männer allerdings Verlierer. Der Ich-Erzähler, weil er ein depressiver Typ ist, antriebsschwach, bindungsunwillig, zynisch (...).
Bei Tisserand liegen die Dinge anders. Er trägt den Makel, der in unserer sexualliberalen Gesellschaft das größte Handicap ist: Häßlichkeit."
(Tilman Krause in der Welt vom 13.02.1999)

"Dass dem Buch (...), noch bevor es zum «Ereignis» wurde, eine durchaus gebildete, grossstädtische Fangemeinde zugewachsen ist, verrät einiges von seiner raffinierten Machart, ohne die der «Schrei» dieser ausgegrenzten Generation keinerlei Brisanz hätte."
(Martin R. Dean in der Basler Zeitung vom 15.02.1999)

"»Ausweitung der Kampfzone« ist ein moralisches, im Kern wertkonservatives Buch über die Absurdität der liberalen Gesellschaft"
(Niklas Maak in der Süddeutschen Zeitung vom 20.02.1999)

"Der Ich-Erzähler des Romans von Michel Houellebecq ist Anfang Dreißig, ein Angestellter, der, von seiner Freundin verlassen, außer zwei, drei Arbeitskollegen niemanden hat, mit dem er spricht. Also schreibt er. Er versucht, der ihm entgleitenden Wirklichkeit Herr zu werden, indem er über sie räsonniert."
(Arno Widmann in der Berliner Zeitung vom 20.02.1999)

"Die Ausweitung der Kampfzone ist ein kurzer Roman von 150 Seiten, der sich in drei Teile und darüber hinaus in zahlreiche durchschnittlich vier bis fünf Seiten lange Kapitel gliedert. Beschrieben wird die zeitlich vielleicht ein halbes Jahr umfassende Geschichte eines Pariser Informatikers, dessen tristes Leben wohl Ausdruck des typischen anonym und isoliert lebenden Großstadtmenschen sein soll, dem das Leben gleichgültig ist, und der letzten Endes den Tod nur deshalb nicht dem Leben vorzieht, weil zwei oder drei austauschbare Gründe dagegen sprechen. Dieser namenlose Ich-Erzähler, der nach der Trennung von seiner Freundin Veronique vor zwei Jahren mit keiner Frau mehr geschlafen hat (...), wird mit einem ebenso kaputten Kollegen in die Provinz geschickt"
(Christian Mühlfeld in wortlaut.de 2/1999)

"Mit dem kapitalismuskritischen Pamphlet »Der Terror der Ökonomie« (deutsche Ausgabe 1997) produzierte die Französin Viviane Forrester einen internationalen Überraschungsbestseller. Parallel dazu könnte der Roman ihres Landsmanns Houellebecq auch »Der Terror der Sexualität« heißen."
(Rainer Traub im Spiegel vom 01.03.1999)

"Berichtet wird in »Ausweitung der Kampfzone«, wie ein 30jähriger Informatiker und Angestellter einer SoftwareFirma unaufhaltsam in eine klinische Depression schlittert. Dabei verliert er keineswegs die Fähigkeit sein Umfeld mit lakonischer Genauigkeit und kalter Ironie zu beobachten - was wiederum gegen die psychopathologische Diagnose spricht (...). Woran der Mann krankt, wenn er im Sinne des Autors überhaupt als krank zu bezeichnen ist, darüber hüllt sich der Text weitgehend in Schweigen. Am ehesten kann eine nachhaltige Sinnkrise (...) für die Zerrüttung des Helden verantwortlich gemacht werden - wie auch die Ambitionen des Autors auf philosophischen Feld liegen. In jedem Fall verweigert der Text eine individualpsychologische Erklärung."
(Bettina Schulte in der Badischen Zeitung vom 16.03.1999)

"Französische Kritiker vergleichen den ästhetischen Minimalismus Houellebecqs mit dem knappen Stil Emmanuel Boves, eines hierzulande noch relativ unbekannten Autors, dessen Gesamtwerk derzeit in Frankreich gerade wiederentdeckt und neuaufgelegt wird und dessen erster Roman Meine Freunde 1924 erschien. Houellebeqc gelingt es mit ähnlichen sprachlichen Mitteln - und das ist das wirklich Spannende an seinem Text - die gefühlsmäßige Verrohung der Welt, ihre verflachten Kommunikations- und Wahrnehmungsgewohnheiten sprachlich einzufangen. Dies erreicht er, indem er die beiläufige Kommunikation, die zynische Vulgarität entlarvt, mit der über Gefühle hinweggeredet wird."
(Mechtild Gilzmer in der Freitag vom 26.03.1999)

"Ist die Weltsicht des »Kampfplatzes« die Folge der Depression seines Erzählers oder eine soziologische Beschreibung? Im ersten Fall ließe sich alles individuell (weg)erklären, im zweiten Fall führte der Autor eine harte Attacke gegen die bestehende Welt."
(Meike Fessmann im Tagesspiegel vom 28.03.1999)

"Was ist das Faszinierende an den Romanen Houellebecqs? Vor allem wohl ihre fundamentale Unhöflichkeit, die Verachtung der Konsenskultur, die das Individuum in einem ausweglosen Elend erstickt; die unnachgiebige Art, wie sie alles herausfordern, was »politisch korrekt« ist; der Angriff auf den uniformen Schleier, der sich über alles gelegt hat.
(...)
Zu Beginn des neunten Kapitels der zweiten Hälfte von
»Ausweitung der Kampfzone« zitiert Houellebecq als Motto den folgenden Satz von Roland Barthes (in dem ein berühmter Satz Arthur Rimbauds anklingt): »Plötzlich war es mir gleichgültig, ob ich modern war oder nicht.« Gerade weil er eine vergleichbare Haltung einnimmt, ist Houellebecq zur Zeit einer der wenigen französischen Autoren, die sich als radikal modern erweisen."
(Manuel Chemineau in der Wiener Zeitung vom 02.04.1999)

"Trotz aller Entfremdungsschäden bewahrt sich Houellebecqs namenloser Anti-Held seine Wortgewalt und einen schwarzen Humor. Die einzige grenzenlose Freiheit, die er sich noch leistet, ist die, eine Zigarette nach der anderen zu rauchen."
(Joachim Johannsen in der Basler Zeitung vom 08.04.1999)

"Würde es nicht kitschig klingen, müßte man diese Chronik einer fortschreitenden Depression als einen Schrei nach Liebe bezeichnen, der zum reinen Haßgesang wird."
(Katrin Hillgruber im DeutschlandRadio vom 03.05.1999)

"Während bei Sartre, Camus und Co. Ekel und Absurdes zur Condition humaine gehörten, zur gleichsam ewigen Ausstattung des Menschen schlechthin, holt Houellebecq den Ekel aus der Ewigkeit auf den Boden der Geschichte zurück. Er stellt ihn als Folge des Kapitalismus und der individualistischen Kultur der Neunzigerjahre dar. Wo früher Liebe, Familie und Religion die Individuen wie ein Kokon umhüllten, gibt es heute nichts mehr zwischen den Einzelnen und der kalten Konkurrenz um die letzten zwei verbliebenen Werte - Geld und Sex; die Intelligenten und Schönen gewinnen, die anderen haben genetisches Pech und fallen in Vereinsamung und Sinnverlust."
(Andreas Isenschmid im Tages-Anzeiger vom 22.05.1999)

"Erzählt wird die Geschichte eines jungen Pariser Informatikers, den man zu kennen glaubt. Er tut seine Arbeit, geht in die Kneipe, hat Pech in der Liebe. Doch hinter dieser Alltagsfassade stecken Leerlauf, Einsamkeit und Ratlosigkeit. Der Fachmann für Kommunikation ist beziehungsunfähig."
(Stefan Lutz in der Berliner Morgenpost vom 20.06.1999)

 
 
 
       
     
   
  • Rezensionen:

    • FACTS (1999): Sätze wie Messerstiche,
      in:
      Facts Nr.6 v. 11.02.
    • KRAUSE, Tilman (1999): Trotziger Ruf nach Transzendenz,
      in:
      Die Welt v. 13.02.
    • DEAN, Martin R. (1999): Fortschreitendes Verlöschen menschlicher Beziehungen,
      in:
      Basler Zeitung v. 15.02.
    • MAAK, Niklas (1999): Der Wille zur Nacht,
      in:
      Süddeutsche Zeitung v. 20.02.
    • THUSWALDNER, Werner (1999): Die Zeiten sind viel härter geworden,
      in:
      Salzburger Nachrichten v. 20.02.
    • WIDMANN, Arno (1999): Die depressive Muffelei des Pavians,
      in:
      Berliner Zeitung v. 20.02.
    • KRAUSE, Reinhard (1999): Wettkampf der Gebeutelten,
      in:
      TAZ v. 27.02.
    • TRAUB, Reiner (1999): Der Terror der Sexualität,
      in:
      Der Spiegel Nr.9 v. 01.03.
    • ENGELBERG, Achim (1999): Kurz und schmerzhaft,
      in:
      junge Welt v. 12.03.
    • SCHULTE, Bettina (1999): Die Suche nach dem Öderen-Ausdruck,
      in: Badische Zeitung vom 16.03.
    • GILZMER, Mechtild (1999): Die Leere der Vagina,
      in:
      Freitag Nr. 13 v. 26.03.
    • FESSMANN, Meike (1999): Die kalte Sprache des Widerspruchs,
      in:
      Der Tagesspiegel v. 28.03.
    • CHEMINEAU, Manuel (1999): Houellebecq: Vive le trash!,
      in:
      Wiener Zeitung v. 02.04.
    • SCHOTT, Christiane (1999): Auf ewig einsam,
      in:
      Deutsches Allgemeines Sonntagsblatt Nr.15 v. 09.04.
    • ZELTNER, Gerda (1999): Im Selbstmordraum der westlichen Welt,
      in:
      Neue Zürcher Zeitung v. 10.04.
    • ASSHEUER, Thomas (1999): Sex und Kapitalismus,
      in:
      DIE ZEIT Nr. 16 v. 15.04.
    • HILLGRUBER, Katrin (1999): Ausweitung der Kampfzone,
      in:
      Büchermarkt, Sendung des DeutschlandRadio v. 03.05.
    • STEINMETZGER, Ulrich (1999): Was bleibt, sind Haß und Langeweile,
      in:
      Trierischer Volksfreund v. 20.05.
    • ISENSCHMID, Andreas (1999): Roman und antiliberales Manifest,
      in:
      Tages-Anzeiger v. 22.05.
    • RUTHNER, Clemens: Moralist im Wolfspelz,
      in:
      Der Standard v. 19.06.
    • LUTZ, Stefan (1999): Lebensekel und Selbsthaß,
      in:
      Berliner Morgenpost v. 20.06.
    • KARASEK, Hellmuth (2000): Michel Houellebecqs "Stenogramm einer gesellschaftlichen Verstörung",
      in:
      Tagesspiegel v. 23.09.
 
     
   

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Bernd Kittlaus
Bernds@single-dasein.de Erstellt: 30. März 2002
Update: 10. Juli 2002
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