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Susanne
Gaschke: Die Erziehungskatastrophe der Berliner Republik
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Susanne
Gaschke in ihrer eigenen Schreibe
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- GASCHKE, Susanne
(1998): Die Generation Berlin.
Was ist heute radikal? Die
Familie. Junge Intellektuelle suchen neue
Antworten auf die Fragen der 68er,
in: Die
ZEIT Nr. 31
- GASCHKE, Susanne
(1999): Der Stichwortgeber.
Was ist die Berliner
Republik, was die "Generation Berlin"?
Der Soziologe Heinz Bude deutet neue deutsche
Phänomene,
in: Die
ZEIT Nr.11
- GASCHKE,
Susanne (1999): Revolution im Reihenhaus.
Die Zukunft der Liebe: Ein
Plädoyer für die Wiederentdeckung der
Doppelmoral,
in: Die
ZEIT v. 11.03.
- Ein Beitrag
zum Thema Doppelmoral:
KUREISHI,
Hanif (2001): Rastlose Nähe, Reinbek:
Rowohlt
Der Roman wurde in
der Kritik zerissen, weil er ein Affront
gegen die Familienwerte unserer
Gesellschaft und die feministische
Mütterbewegung ist. KUREISHI formuliert
hier ein Gegenmodell zu HOUELLEBECQs
Gesellschaftskritik. Die Familie ist
nicht die Lösung, sondern das Problem.
- GASCHKE, Susanne
(1999): Die Generation Berlin ist anders,
in: Die Neue Gesellschaft/
Frankfurter Hefte, November
- Kontroverse
Stellungnahmen:
- DULLIEN,
Sebastian (2000): Keine klare
Idee eines Wohin.
Replik auf
Susanne Gaschkes "Generation
Berlin",
in: Die
Neue Gesellschaft/Frankfurter
Hefte,
März
- BARING,
Arnulf (2000): Die
Achtundsechziger sind perdu.
Aus
politischen Zeitschriften: Die
Generation Berlin macht mobil,
in: Frankfurter
Allgemeine Zeitung
v. 06.04.
- Inhalt:
BARING
hält den Text von
Susanne GASCHKE im
Novemberheft 1999 der
Neuen
Gesellschaft/Frankfurter
Hefte für ein
"Gründungsmanifest
neuer Generationen, die
mit der Gedankenwelt der
Achtundsechsziger nichts
am Hut haben".
- GASCHKE, Susanne
(1999): Familienpolitik oder: Die wirkliche Mitte
der Gesellschaft,
in: Politisches Feuilleton.
Sendung des DeutschlandRadio
v. 10.11.
- GASCHKE, Susanne
(2000): Ende der Kindheit.
Dass kleine Menschen nicht
mehr wie Erwachsene sein mussten, war ein Sieg
der Zivilisation. Heute ist dieser Fortschritt
bedroht,
in: Die
ZEIT Nr.17 v. 19.04.
- GASCHKE,
Susanne (2001): Kommt jetzt die
Generation Kassel?
Der
Soziologe Heinz Bude ist nett. Aber verdrossen.
Die von ihm erfundene Generation
Berlin entwickelt sich nicht zu seiner
Zufriedenheit,
in: Berliner
Republik Nr.03
- GASCHKE,
Susanne (2000): Umstrittene
Gleichstellungspolitik: Was ist eine Familie?,
in:
Signale - Gedanken zur Zeit.
Eine Sendung des DeutschlandRadio
v. 16.07.
- GASCHKE,
Susanne (2001): Die Elternkatastrophe.
Zur
Erziehung abgeliefert: Die Schule kann an den
Kindern nicht wettmachen, was die Familie
sträflich versäumt,
in: Die
ZEIT Nr.18 v. 26.04.
- GASCHKE,
Susanne (2001): Eltern im Dilemma: Was bedeutet
Erziehung?,
in:
Signale - Gedanken zur Zeit.
Sendung des DeutschlandRadio
v. 04.06.
- GASCHKE,
Susanne (2001): Neues Glück.
Kein
Grund zur Klage: Den Frauen geht es besser,
in: Die
ZEIT Nr.32 v. 02.08.
- Kommentar:
Susanne GASCHKE hat
die schwangeren Frauen unter den
Bundestagsabgeordneten gezählt, aber im
Gegensatz zum Spiegel mag sie
daraus keinen neuen Mutterstolz ableiten:
"Frauen können nur Mütter sein,
berufstätige Mütter oder nur
Berufstätige; niemand schreibt ihnen
mehr ernsthaft ein Rollenbild vor. Die
neue Freiheit bedeutet allerdings
Verantwortung für das eigene Leben.
Keine Frau muss
mit 17 ein Kind bekommen, einen Macho
heiraten oder einen dead-end
job ohne Ausbildung
anstreben. Und eins garantiert die neue
Freiheit nicht: Glück. Wer entscheiden
darf, kann falsch entscheiden: bei der
Partner- und Berufswahl, in der
Kinderfrage, immer wieder, ohne Garantie
auf staatliche Rückversicherung. Das ist
der Preis der Freiheit."
GASCHKE
predigt hier wie Markus
SCHROER (TAZ v. 28.07.2001) das Credo
eines naiven Optionismus.
- GASCHKE,
Susanne (2001): Der Preis der Freiheit.
Dreißig Jahre nach Beginn
der Frauenbewegung sind weibliche Menschen ganz
auf sich selbst gestellt. Nun müssen sie sich
entschließen, etwas zu wollen,
in: Berliner
Republik Nr.06
- GASCHKE,
Susanne (2001): Gleichberechtigung allein ist
nicht die Lösung.
Sozialdemokraten
und Union entdecken die Familienpolitik als
Wahlkampfthema. Es wird auch höchste Zeit für
neue Ideen,
in: Die
ZEIT Nr.48 v. 22.11.
- Kommentar:
"Die
Geburtenrate ist von 2,02 Kindern pro
Frau im Jahr 1970 auf 1,37 Kinder in den
Neunzigern gesunken. Und die Gesellschaft
fängt an zu ahnen, was das
bedeutet", schreibt GASCHKE.
Sie
verschweigt aber, dass in den Jahren 1978
und 1979 die Geburtenrate bei 1,38
Kindern lag (aus: Peter MARSCHALCK "Bevölkerungsgeschichte
Deutschlands im 19. und 20. Jahrhundert",
1984), Mitte der 80er Jahre sogar noch
tiefer.
Der
gravierendste Einschnitt erfolgte jedoch
durch die Wiedervereinigung.
Die Geburtenrate in den alten
Bundesländern liegt weit höher als in
den neuen Bundesländern, obgleich dort
die Betreuungsangebote besser sind.
Anfang der
90er Jahre fiel die Geburtenrate in den
neuen Bundesländern sogar unter 1,0.
Herwig BIRG schreibt
in seinem neu erschienenen Buch "Die
demographische Zeitenwende":
"Die Zahl der Lebendgeborenen pro
Frau betrug 1998 in den neuen
Bundesländern 1,09, in den alten 1,41
und in Deutschland insgesamt 1,36."
GASCHKE
versucht mit ihrer Darstellung einen
kontinuierlichen Geburtenrückgang seit
1970 zu konstruieren, obwohl das
Geburtenniveau seit Ende der 70er Jahre
mehr oder weniger konstant geblieben ist.
Es handelt sich also um einen Versuch der
zusätzlichen Dramatisierung.
- GASCHKE,
Susanne (2001): Familie haben heißt verzichten.
Naiv
ist die Vorstellung, mehr Geld vom Staat brächte
automatisch mehr Zufriedenheit,
in: Die
ZEIT Nr.49 v. 29.11.
- Kommentar:
Susanne GASCHKE
betätigt sich als Theoretikerin einer
unverblümt neoliberalen Familienpolitik
für die individualisierte Familie der
Berliner Republik.
Ihre
Zielgruppe sind die Yuppies der "Generation
Kombi". GASCHKEs
Ansatz setzt die Individualisierungsrhetorik
der 90er Jahre ebenso
voraus wie den Anti-Single-Gesellschafts-Diskurs der
Sozialpolitiker.
Vor diesem
Hintergrund fordert GASCHKE nun einen
Paradigmenwechsel:
Die Familie soll in
den Medien nicht mehr defizitär, sondern
als positives Leitbild dargestellt
werden. Dazu gilt es u.a. die verstaubte
Fernsehfamilie "Hesselbach"
für die Generation Golf zeitgemäss
aufzumotzen.
Hierzu
passt, was Bernd ULRICH kürzlich zu
Thomas MANN geschrieben hat ("In
spaßiger Hoffnungslosigkeit", Neue
Rundschau Heft3, 2001):
"Als
sich 1965 der Todestag Thomas Manns zum
zehnten Male jährte, wartete ein
Kritiker mit einer bemerkenswerten
Analogie auf. Er verglich die Familie des
Schriftstellers in ihrer Gesamtheit mit
den »Hesselbachs«, einer damals
berühmten Fernsehfamilie. Deren
hessisch-mundartlich geprägte häusliche
Idylle - gruppiert um den »Babba« - kam
ihm wie die zeitgemäße, nämlich
kleinbürgerliche Umsetzung des
großbürgerlich agierenden
Familienverbandes der Manns vor."
Der
vollindividualisierte Mensch ist für
GASCHKE nicht der Single, sondern der
Familienmensch!
Dieser Erfolgsmensch
steht im Gegensatz zur
"Benachteiligungsdiskussion"
der Sozialstaats-Familienpolitiker im
Mittelpunkt von GASCHKEs
Individualisierungsthese, die im Einklang
mit Helmut
SCHELSKYs 50er
Jahre-Individualsierungsthese von der "nivellierten
Mittelstandsgesellschaft" steht.
Wer als
Familie arm ist, der ist selbst schuld!
Individuelle, "zurechenbar
herbeigeführte Armut" entsteht
gemäss GASCHKE durch unterhaltssäumige
Väter oder durch "leichtfertig sich
trennende Eltern".
GASCHKEs
Prototyp ist die gutsituierte
Erbengeneration, die nicht erst auf die
Zuteilungsreife des Bausparvertrags
warten muss, um sich das Eigenheim fürs
Kind leisten zu können.
Deshalb ist
GASCHKEs Ideal nicht die
"Vollkasko-Familie" der
Sozialstaats-Familienpolitiker, sondern
die neoliberale, individualisierte
Familie. Diese biedermeierliche Familie
fürchtet nichts mehr als den
Staatseingriff, der gleichbedeutend mit
zunehmender
"Qualitätskontrolle" ist:
"Dürfte
eine Familienkasse der Zukunft das
»Erziehungsgehalt«, das
»Familiengeld« oder wie auch immer der
fragliche Transfer schließlich hieße,
kürzen, wenn die Eltern ihre Kinder
schlagen, fehlernähren, nächtelang
Horrorvideos anschauen lassen?"
GASCHKE
geht es im besonderen um die Normalisierung
der Normalfamilie:
"Mehr als alles Geld braucht die
Familie die anerkannte Überzeugung, dass
sie in diesem Land der erstrebenswerte
Normalfall ist."
Dies ist
gleichbedeutend mit einer Kampfansage an
die "Pluralisierung der
Lebensformen".
- GASCHKE, Susanne (2002):
Sterbenslangweilig.
Frauen
um die 35,
in: Die
ZEIT Nr.12 v. 14.03.
- Kommentar:
Susanne GASCHKE
spricht gerne im WIR-Modus, deshalb ist
sie gekränkt, wenn andere ebenfalls im
WIR-Modus schreiben. Ausnahme: sie tun es
aus der Perspektive
der "Generation Berlin", aber
diesen Gefallen tut Katja KULLMANN mit "Generation
Ally" der
ZEIT-Rezensentin nicht, weswegen der
Verriss kaum jemand erstaunen wird.
- Neu:
GASCHKE,
Susanne (2002): Generation Schlumpfine.
Endlich
der Illies für Mädchen: In ihrem Buch
Generation Ally will Katja Kullmann erklären,
"warum es heute so kompliziert ist, eine
Frau zu sein" - und schreibt doch wieder nur
über Esprit-Sweatshirts und Caipirinhas. Soll
das wirklich alles sein?,
in: Berliner
Republik Heft 2
- Kommentar:
Was ist der
Unterschied zwischen KULLMANN und
GASCHKE? Es gibt keinen wirklichen, denn
beide haben primär ihre spezielle
Neue-Mitte-Karriere im Auge!
Der
Unterschied zwischen beiden ist jener
zwischen zwei unterschiedlichen
Programmatiken oder jener zwischen der
Parteiaktivistin und der Wählerin der
Neuen Mitte - also die beiden Seiten der
Medaille Neue Mitte. Was im ZEIT-Artikel
nur unterschwellig zum Zuge kam, das wird
im Parteiblatt offensichtlich:
"Irgendwo im Buch bezeichnet Katja
Kullmann ihre politische Einstellung als
'sozialdemokratisch', aber das muss
sozialdemokratisch im Sinne irgend einer
extraterrestrischen Neuen Mitte
bedeuten."
Deutlich
wird auch, dass KULLMANN und GASCHKE zwar
beide den WIR-Modus bevorzugen, aber
GASCHKE sich in der Generationenfrage
anders positioniert:
"Was
sagt uns das alles, abgesehen von der
Tatsache, dass die Autorin sich
offenkundig für eine interessante
Persönlichkeit hält? Vor allem doch,
dass diese Generation, unsere Generation,
muss ich wohl sagen, bisher wirklich
keine sonderlich spannende Geschichte
hat. Man könnte dafür einfach dankbar
sein; man kann das bedauern. Man kann
Schuldige anprangern, wie ich persönlich
es gerne tue: die Achtundsechziger, die
meiner Meinung nach erst die gesamten in
dieser Gesellschaft vorhandenen
Ressourcen an Jugendlichkeit verschlungen
haben und jetzt die Erwachsenenwelt
besetzt halten, während die
Unter-40-Jährigen auf Dauer in die
Vorschule verbannt bleiben sollen (man
kann das anders sehen). Was man aber
eigentlich nicht kann, ist, ein weiteres
Buch über die Banalitäten dieses
friedlichen Aufwachsens zu schreiben, 217
Seiten über Caipirinhas, Soaps,
Fit-for-Fun, H&M-Klamotten und
501-Jeans."
Was hinter
der politkarrierefördernden
Pseudo-Opfer-Attitüde von GASCHKE
steckt, das ist das traditionelle
Reife-Konzept:
"Nein, ohne einen richtigen
Erwachsenen-Habitus wird es wohl nicht
gehen und offenbar hängt der
(...) an der Frage, ob jemand Kinder
hat". Und damit sind wir endlich
beim Feindbild Single:
"Eine
wahre Kulturpessimistin fragt sich doch
nicht, ob ein Kind ihr die Figur oder die
Karriere ruiniert, sondern eher, ob es
von egomanen Singles aus der Generation
Ally totgeschlagen würde, wenn es im
Treppenhaus weinte."
Wie löst
sich der Widerspruch? GASCHKE schreibt
ihren KULLMANN-Veriss im
ESPRIT-Sweatshirt bei einem Caipirinha...
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Susanne
Gaschke im Gespräch
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- MISCHKE,
Roland (2001): Die schlimmste Not ist die
Einsamkeit.
Vielen
Eltern sind Beruf und Freizeitvergnügen
wichtiger als ihre Kinder: Wir stehen vor einer
"Erziehungskatastrophe", klagt
Journalistin Susanne Gaschke
in: Saarbrücker
Zeitung v. 16.08.
- Inhalt:
Interview mit der
Journalistin Susanne GASCHKE über ihr
umstrittenes Buch:
"Frage: Sie behaupten, dass wir es
mit einem makabren Wohlstandsphänomen zu
tun haben, mit der 'anderen Armut', wie
Schwedens Bestseller-Autor Henning
Mankell sagt. Obwohl unsere Kinder
wirkliche Not nicht kennen, stecken sie
in vielen Nöten.
Gaschke: Die schlimmste Not ist die
Einsamkeit, und zu viele Kinder erfahren
sie. Zwar haben wir hierzulande eine
recht gute Versorgungssituation. Für
viele Kinder ist es im Kindergarten und
in der Schule sogar besser als zu Hause.
Aber die Gruppe kann eben nicht Mutter
und Vater ersetzen. Kinder brauchen
Erwachsenenaufmerksamkeit wie Luft zum
Atmen."
- Kommentar:
Der
österreichische Soziologe
Leopold ROSENMAYR hat die von
GASCHKE beklagte
Vereinsamungstendenz als Singularisierung
bezeichnet.
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Die
Erziehungskatastrophe.
Kinder brauchen starke Eltern (2001)
Deutsche
Verlagsanstalt
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Klappentext zu "Die
Erziehungskatastrophe"
"Kinder brauchen Erziehung.
Immer weniger Eltern können und wollen
erziehen. Schule oder Fernsehprogramme auch
nicht. Niemand will mehr Verantwortung
übernehmen, Vorbild sein, Orientierung
geben. Dieses Buch warnt vor den Folgen,
nennt Ursachen und zeigt Lösungen auf.
Kinder bekommen Versorgung anstatt Zuwendung,
Kindergartenplatz anstatt ein Zuhause;
Turboabitur anstatt Bildung; Spielzeug
anstatt Liebe; Kumpel anstatt Vorbilder;
Pokémon anstatt Erlebnisse, Fruchtzwerge
anstatt einer Mahlzeit und sogar ein
Parlament - aber eine Zukunft?
Mit ihrer alarmierenden und schonungslosen
Bestandsaufnahme ruft Susanne Gaschke zur
Umkehr auf und zeigt, wo die Politik und wo
jeder einzelne gefordert ist, Kindern wieder
das zu geben, was ihnen zusteht: eine
Erziehung, die den Namen verdient. Denn
unserer Gesellschaft ist die Fähigkeit und
der Wille zur Erziehung abhanden gekommen.
Dieses Buch ist ein Warnschuß vor den Bug
aller Technikapostel und
Liberalitätsnostalgiker. Ein Buch für alle
verunsicherten Eltern, erschöpften
Erzieherinnen, frustrierten Lehrer,
ausgelaugten Sozialpädagogen und die noch
nicht entmutigten Zivilisationsverteidiger.
"
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Rezensionen:
- BLUM,
Mechthild (2001): In Bullerbü war die
Welt noch in Ordnung.
Susanne Gaschkes
Buch "Die
Erziehungskatastrophe" bezichtigt
Eltern, Schulen und Medien einer
schlimmen Kindererziehung,
in: Badische
Zeitung v. 09.08.
- Inhalt:
BLUM sieht
die Zunahme der
Ein-Eltern-Familien
(Alleinerziehenden) - im
Gegensatz zu Susanne GASCHKE -
nicht als Konsequenz der
Frauenbewegung, sondern als Folge
der finanziellen Unabhängigkeit
berufstätiger Frauen und damit
des Wandels der Bildungs- und
Arbeitsmarktstrukturen im
Nachkriegsdeutschland. Zudem sind
für BLUM viele der sogenannten
"vollständigen
Familien" aufgrund
abwesender Väter de facto
ebenfalls Ein-Eltern-Familien.
BLUM fordert deshalb: "In
einer individualisierten,
pluralistischen Welt bedarf es
individueller, pluralistischer
Lösungen. Und eines flexiblen
Staates, der sie möglich macht.
Darauf lohnt es sich, einen
genauen Blick zu werfen. Nicht in
einem kurzen Prozess à la
Gaschke, sondern in einem langen.
Und zusammen mit und nicht gegen
Eltern."
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Das Buch
in der Debatte:
- BUHR,
Elke (2001): Apokalyptische Kaugummis.
Über deutsche
Mütter, die Erziehungskatastrophe und
den rhetorischen Kurzschluss,
in: Frankfurter
Rundschau v. 14.07.
- Kommentar:
BUHR
kritisiert Susanne GASCHKE - eine
Theoretikerin
der Generation Berlin -
und ihr neues Buch "Die
Erziehungskatastrophe - Kinder
brauchen starke Eltern". Wie
dem Soziologen Alexander
SCHULLER, der in der FAZ vom
03.07.2001 seine Sichtweise vom
"Tod der Familie"
präsentierte, geht es GASCHKE um
eine undifferenzierte Kritik
erzieherischer Praxis:
"Gaschke
konstruiert das Zerrbild einer
von linken
Laissez-faire-Anhängern
dominierten Gesellschaft - und
macht mit dem Gestus absoluter
Provokation auch die berufliche
Gleichstellung der Frauen dafür
verantwortlich, dass sich die
Lebensbedingungen von Kindern
verschlechtert hätten.
'Vereinbarkeit' von Beruf und
Familie zu fordern, sei eine
familienpolitische
Selbsttäuschung: Das Wesen von
Beruf und Familie sei es,
zueinander in einem
antagonistischen Verhältnis zu
stehen, weil beide den ganzen
Menschen forderten - und dieser
Mensch, da argumentiert Gaschke
ausnahmsweise realpolitisch, ist
nun mal meist weiblich.
Damit redet Susanne Gaschke -
voll berufstätig, ein Kind -
genau der Ideologie von
Mutterschaft das Wort, die Barbara
Vinken - voll berufstätig, ein
Kind - in ihrem Buch 'Die
deutsche Mutter' (Piper Verlag) zu
demontieren versucht. Wer sich
daran macht, die Ursprünge
bestimmter Ideologieformationen
aus der aktuellen
'Erziehungsdebatte' à la Gaschke
freizulegen, bekommt von Barbara
Vinken das historische Material
dazu."
- LAU,
Mariam (2001): Kinder machen alles
falsch!
In Deutschland ist
Familienpolitik wieder eine Arena der
Glaubenskämpfe. Wer die Wiederkehr von
Vollzeitmutter und restriktiver Erziehung
fordert, übersieht die Realität
in: Welt
v. 20.07.
- Inhalt:
Mariam LAU
beschäftigt sich wie bereits Elke
BUHR (FR vom 14.07.2001)
mit dem FAZ-Artikel
von Alexander SCHULLER,
dem neuesten
Buch von Susanne GASCHKE
und Barbara
VINKENs "Deutscher
Mutter".
Im Gegensatz zu BUHR
berücksichtigt sie dabei bereits
den SPIEGEL-Titel vom 16.07.2001
über das Comeback der Mutter.
LAU
kritisiert in erster Linie den
Ton, mit dem die
familienpolitischen und
erzieherischen
Glaubensbekenntnisse daher
kommen. Erziehung muss nach LAU
zwar Grenzen setzen, aber die
Ursache sieht sie nicht im
Laissez-faire antiautoritärer
Erziehung, sondern in elterlicher
Unsicherheit:
"Gerade
weil die Familie für das
Glücksempfinden der Leute so
viel wichtiger geworden ist als
früher, weil man um Gottes
willen alles richtig machen will,
scheut man vor Druck, Strenge,
Restriktion zurück. Auch die
zugegebenermaßen schmerzhaft
hohen Scheidungsraten sind kein
Gegenbeweis: Viele gehen auch
auseinander, weil sie annehmen,
die Zerrüttung könne den
Kindern noch zusätzlich schaden.
Das mag eine fromme Lüge sein
und falsch noch obendrein, aber
es ist nicht verwöhnte
Gleichgültigkeit, die da
spricht, sondern halt gemeines
menschliches Unglück"
- MOSER,
Ulrike (2001): Unter Barbaren.
Wie sollen Kinder
erzogen werden? Der Konsens darüber ist
verloren gegangen. Eine konservative
Pädagogik fordert die Rückkehr zu
Strenge, Gehorsam und Pflichtbewusstsein,
in: Die
Woche Nr.31 v.
03.08.
- Inhalt:
MOSER setzt
sich mit Susanne GASCHKEs
"Erziehungskatastrophe"
und das vom Spiegel
herbeigeschriebene "Comeback
der Vollzeitmutter" (Nr. 29
v. 16.07.2001) auseinander. MOSER
sieht zwar auch die Familie in
der Krise: "Weil sie keine
Versorgungsinstitution und kein
Bündnis für die Ewigkeit mehr
ist. Und weil die Arbeitswelt
funktioniert, als gäbe es keine
Kinder." Sie sieht jedoch
keinen Grund, die Forderung nach
besserer Vereinbarkeit von Beruf
und Familie deswegen aufzugeben.
- FREY,
Ringo (2001): Renaissance der Knute,
in: Welt
v. 04.08.
- JANCSY,
Irene (2001): Die Ratgeberkatastrophe.
Bücher über
Erziehung gibt es wie Sand am Meer. Meist
rückwärts gewandte. Gut, dass die
meisten Eltern kaum Zeit haben, sie zu
lesen,
in: Der
Standard v. 13.08.
- Inhalt:
JANCSY
berichtet über die gegenwärtige
Erziehungsdebatte:
"Konjunktur haben Experten,
die Strenge und Autorität
einfordern. Sie rufen nach
Disziplin und Tischmanieren -
gerade so, als läge das
Geheimnis geglückter Erziehung
im Drill vergangener Epochen.
Diesem Muster folgt auch jenes
Buch, das die heurige Debatte
ausgelöst hat: 'Die
Erziehungskatastrophe' von
Susanne Gaschke"
- HUCKEBRINK,
Martin (2001): Ohne Erziehung,
in: Westfalenpost
v. 18.08.
- Kommentar:
Susanne
GASCHKEs Buch ist die ideale
Rechtfertigungslektüre für
Schuldirektoren oder
überforderte Lehrer:
"Bei der Erziehung ihrer
Kinder versagen offenbar immer
mehr Eltern. Fachleute sprechen
von 'Wohlstandsverwahrlosung',
vom Verlust 'urtümlichen
Zuwendungsverhaltens'.
Schäfermeier zitiert dazu den
Titel des Buches, das die Autorin
Susanne Gaschke gerade
veröffentlicht hat: "Die
Elternkatastrophe".
- BERGMANN,
Christine (2001): Erziehung.
Ja, Kinder brauchen
starke Eltern,
in: FAZ.Net
v. 21.08.
- Inhalt:
Die
Online-Ausgabe der Frankfurter
Allgemeinen Zeitung bringt eine
Stellungnahme der
Familienminsterin zu Susanne
GASCHKEs Thesen aus dem Buch
"Die
Erziehungskatastrophe".
- WALTER,
Birgit (2001): Einengung der Kampfzone.
Kinder werden
flächendeckend interniert, schreibt
Susanne Gaschke. Eine Katastrophe,
in: Berliner
Zeitung v. 03.09.
- Inhalt:
WALTER über
das Buch: "Gaschke hat
keinen Erziehungsratgeber
geschrieben, sondern einen
dreihundertseitigen
Leitartikel."
- DRIBBUSCH,
Barbara (2001): Lernen statt surfen.
Zwei
Bücher entdecken das Erziehungselend und
restaurieren die Werte des
Bildungsbürgertum,
in: TAZ
v. 10.10.
- Kommentar:
DRIBBUSCH
kritisiert Susanne GASCHKEs
"Erziehungskatastrophe"
und den
"Erziehungsnotstand"
von Petra GERSTER & Christian
NÜRNBERGER:
"Die Reformvorschläge
mögen interessant sein,
bedeutsamer ist, was die beiden
Bücher aussparen: den Einfluss
von Schicht und Klasse auf das
vermeintliche Erziehungselend.
Dabei entscheidet die jeweilige
Aufstiegshoffnung der Eltern sehr
wohl über die häuslichen
Bildungsanstrengungen, die
Kindern zuteil werden."
- SICHTERMANN,
Barbara (2001): Das Herz der Erziehung.
Brauchen
Kinder Grenzen? Oder doch eher Leute, die
ihnen helfen, Grenzen zu überwinden?
Drei Bücher für besorgte Eltern,
in: Die ZEIT Nr.42
v. 11.10.
- Inhalt:
SICHTERMANN
fragt, wie Erziehung im "Zeitalter
der Individualisierung"
aussehen sollte und ob die
Ratgeber von Susanne GASCHKE und
GERSTER/NÜRNBERGER hierbei
hilfreich sind.
- BUDEUS-BUDDE,
Roswitha (2001): Die Ratlosigkeit der
Ratgeber.
Ist Erziehung heute
unmöglich geworden? Nein, es ist nur
schwer, ein gutes Buch darüber zu
schreiben,
in: Süddeutsche
Zeitung v. 11.10.
- Inhalt:
Auch in der
SZ eine Rezension der beiden
Erziehungsbücher.
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2000-2002
Bernd Kittlaus |
Bernds@single-dasein.de |
Erstellt:
15. Juli 2001
Stand: 11. Juli 2002 |
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Zugriffe
seit
dem 04.Juni 2000 |
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