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Ulf
Poschardt: Coolness für die Neue Mitte
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Ulf
Poschardt im www
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Ulf
Poschardt in seiner eigenen Schreibe
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- POSCHARDT, Ulf (1999):
Cool it.
Kann das von Kunst
erschütterte Subjekt reale Erfahrungen machen?,
in: Kunstforum
International, Band 143,
Januar-Februar
- POSCHARDT, Ulf (2000):
Die Kinder von Kohl und Coca-Cola.
Stillstand ist tödlich: Der
Jugend ist die Rolle als gesellschaftliche
Triebfeder abhanden gekommen - es geht ihr aber
auch einfach zu großartig,
in: Tagesspiegel
v. 30.12.
- POSCHARDT,
Ulf (2001): Hoffnungslos schön,
in:
Welt am Sonntag
v. 27.05.
- POSCHARDT,
Ulf (2001): Denk mal moralisch.
Vor
50 Jahren erschienen die Minima Moralia von
Theodor W. Adorno: eine fundamentale
Gesellschafts-Kritik. Was kann sie uns in Zeiten
eines fundamentalen Pragmatismus noch sagen?
in: Welt am Sonntag
v. 19.08.
- POSCHARDT, Ulf (2002): Warum
dieser Hass auf unsere Welt?
Eine Spurensuche am Rande
des Nachvollziehbaren,
in: Welt
am Sonntag v. 10.02.
- Inhalt:
POSCHARDT
rechtfertigt den Selbsthass der Kinder
aus gutem Hause, der bis zu Militanz und
Terrorismus führen kann, als notwendiges
und systemstabilisierendes Element der
liberal-demokratischen Gesellschaft. Er
bezieht sich dabei auf den Soziologen Niklas
LUHMANN:
"eine
Gesellschaft (muss) ihre Freiheit immer
bis zu den Rändern der Selbstbedrohung
ausweiten (...), um sich im Moment der
Bedrohung wieder über den Wert der
Freiheit sowie deren ideellen Kern zu
verständigen."
Als
Beispiel für den Selbsthass weiter Teile
des Bürgertums dient ihm u.a. Christian
KRACHT und dessen Roman
"1979":
"Der
exponierteste Vertreter junger deutscher
Literatur, Christian Kracht, hat mit
seinem jüngsten Roman '1979' jene
Tendenz zum offenen Bekenntnis der
Abscheu vor seiner eigenen Zivilisation
perfektioniert. Bei Kracht sind der Ekel
und die Verachtung für seine Mitwelt so
ausgeprägt, dass sie keinen Zweifel
darüber lassen, wie viel sie ihm einst
bedeutet haben musste."
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Ulf
Poschardt: Porträts und Gespräche
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- AMEND,
Christoph & Stephan LEBERT (2000):
"Cool". Kühl sein hilft zum Glück.
"Mit der Kälte leben,
statt in ihr erfrieren": ein Gespräch mit
dem Autor Ulf Poschardt,
in: Tagesspiegel
v. 23.10.
- RENNEFANZ,
Sabine (2001): Ästhetik statt Ideologie,
in:
Berliner Zeitung
v. 18.06.
- SPIEGEL
(2002): Ulf Poschardt.
Der 34-jährige Autor und
Ferrari-Fahrer über die Faszination des
Sportwagen-Fahrens,
in: Spiegel
Nr.9 v. 25.02.
- Kommentar:
Interview mit Ulf POSCHARDT über sein
neues Buch "Über Sportwagen".
Dies ist die konsequente Anwendung seines
vorherigen Buches "Cool" . Dem
schlechten Image des Sportwagenfahrers
setzt POSCHARDT seine "romantische
Suche nach Erlösung" entgegen:
"Eine Frau zu finden, die auf dem
Beifahrersitz bei Tempo 300 lacht, ist
schwer. Es gibt sie aber." HOUELLEBECQ
für die Erben der
Generation Golf!
- FELDMANN,
Lisa (2002): "Die Menschen sind verurteilt
zum Irren".
Der
deutsche Autor Ulf Poschardt hat ein Buch «Über
Sportwagen» geschrieben. Selten hat jemand so
klug über Tempo 315 philosophiert,
in: SonntagsZeitung v. 03.03.
- Neu:
TITTEL,
Cornelius (2002): Ein Kenner der Materie.
Philosophie
ohne Rückspiegel: Wo Ulf Poschardt ist, ist
immer vorne - folgerichtig räsoniert er in einem
neuen Merve-Bändchen "Über
Sportwagen". Seit er bei der "Welt am
Sonntag" leitartikelt, scheint er zwar ein
wenig von der richtigen Spur abgekommen. Aber wer
sollte ihn schon überholen?,
in: TAZ
v. 21.03.
- Kommentar:
Gäbe es POSCHARDT nicht, die
Familienrethoriker hätten ihn erfinden
müssen!
Ulf
POSCHARDT ist in diesem Porträt die
Personifikation des Supersingles, der
alle gängigen Stereotypen auf sich
vereinigt, die in der Kontroverse
Familien contra Singles immer wieder
gerne beschworen werden: POSCHARDT fährt
einen Ferrari (und schreibt auch
noch darüber) , wohnt im
Luxusloft mit "Concierge
Service", und ist zu allem
Überfluss ein flexibler
Workoholic mit nerdischem
Wissenswahn - ein
"Ausnahme
Egomane" mit "Ich-Ekel".
Weswegen TITTELs scheinbar hämisches
Porträt zur Einsicht gelangt:
"Man
scheint ihn wirklich zu brauchen: sei es,
um ihn scheitern zu sehen wie eine Bret-Easton-Ellis-Figur. Sei
es nur, um sich selbst zu versichern,
weit weniger fleißig, flexibel, belesen
und cool zu sein. Und dennoch: ganz
glücklich.
So will man gar nicht wissen, welcher
Poschardt genau einem gegen Ende des
Gesprächs anbietet, eine Spritztour im
Ferrari springen zu lassen, wenn ihm das
verfasste Porträt gefalle. So
oder so: Man würde mitfahren. Wirklich
böse sein kann man ihm nicht."
Und man
muss hinzufügen: Vor allem die
Familienrhetoriker benötigen POSCHARDT.
Möglicherweise wären viele
Medienberichte über Singles gar nicht
entstanden, wäre den Journalisten ihr
Lieblingsfeind POSCHARDT nicht kurz
vorher über den Weg gelaufen. Pardon:
vor die Nase gefahren!
"Ob
er in äußerst attraktiver Begleitung
ein In-Restaurant aufsucht, um dort
Quartett zu spielen, oder einfach nur den
Motor seines Ferraris vor einem
Szenetreff aufheulen lässt: Fast
immer findet sich ein Fahrrad fahrender
Kollege, der derlei für berichtenswert
hielt."
Jochen
SCHIMMANG hat Ende
der 70er Jahre in seinem Buch
"Der schöne Vogel Phönix" seinen
Anti-Helden Murnau über den englischen
Fußball-Superstar Nobby STILES berichten
lassen:
"Kurz, dieser junge Profi spielte
weder elegant, noch war es ihm möglich
sich immer an die Regeln des fair play zu
halten; er war extrem häßlich und
benahm sich nicht wie ein Gentleman:
hatte also nicht eine einzige
Voraussetzung, beliebt zu sein. Aber er
war unentbehrlich." Der soziale
Vergleich von Murnau mit STILES und seine
Konsequenzen lesen sich dann so:
"Hier
war ich, bei niemanden unbeliebt, mit ein
paar geduldeten Macken, dazu mit ein paar
Fähigkeiten, die zwar nicht notwendig,
aber auch nicht störend waren, ziemlich
schmächtig, aber von der äußeren
Erscheinung her keineswegs abstoßend,
insgesamt glücklich, aber natürlich
völlig überflüssig. Dort war Nobby,
eine einzige Provokation, mit Macken, die
man eigentlich nicht dulden konnte, dazu
keineswegs aus gutem Hause, mit
Fähigkeiten, die äußerst störend,
aber eben notwendig waren, keineswegs
überflüssig, sondern mit einer
sichtbaren Legitimation für seine
Existenz, einer Legitimation, die er sich
nicht erschlichen hatte, sondern die er
sich erkämpft, auf der er bestanden
hatte: Er hatte es allen gezeigt.
Und so beschloß ich in diesen sonnigen
Tagen, Nobby Stiles zu werden." So
stellen sich Marktverfechter die
gelungene Neidverarbeitung vor. Dagegen
geraten Familienrhetoriker leicht in den
Verruf die destruktiven Tendenzen des
Sozialneids zu verkörpern.
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Klappentext
"Besonders
Sportwagen haben mythische Strahlkraft
entwickeln müssen, weil das Auto seine
Funktionalität im Sinne eines
Fortbewegungsmittels zunehmend einbüßt. Die
Vergleichstests zwischen den
Fortbewegungsmitteln innerhalb wie außerhalb
der Stadt lassen das Auto von Jahr zu Jahr
schlechter abschneiden. Bevor jedoch das
Automobil ökologisch entsorgt werden kann,
muß eine kulturelle Entsorgung ermöglicht
werden.
Der Sportwagen, sagt McLuhan,
ist die Zukunft des Automobils die es
als Gebrauchsgegenstand längst verloren hat.
Deshalb heißt Liebe zum Sportwagen, mit
dieser Liebe ernst zu machen.
Poschardts Text manovriert
zwischen kurvenreicher Raserei und dem
Stillstand im Museum oder der Garage: von der
Auto- bis zur Rennbahn und zurück über die
Landstraße. Die Fahrer von Sportwagen werden
gemustert, ebenso wie das Auftreten des
Sportwagens in Literatur, Kunst und Film.
Dominant sind dabei die Praktiken der Flucht,
der Verfolgung, der Jagd, des Krieges, mit
einem Wort: des Todestriebes. Denn
Sportwagen erziehen ihre Fahrer zu
Erfüllungsgehilfen hemmungsloser Raserei und
zu Gläubigen des Fetischs, dessen Schönheit
nicht zuletzt in seiner Gefährlichkeit
gründet.
Das einsame Rasen als Suche hat
den Beifahrersitz als kleine Währung der
messianischen Lücke. Der leere
Beifahrersitz: er wird freigehalten für die
Erfüllung."
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Berichte
über die Buchvorstellung:
- LEOPOLD,
Alexander (2002): Mein Maserati fährt
210.
Ulf Poschardt stellt
ein Buch über Sportwagen vor,
in: Süddeutsche
Zeitung v. 04.03.
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Rezensionen:
- ENCKE, Julia
(2002): Autor Motor Spott.
Auf der
Überholspur: Ulf Poschardt hat den
Ferrarie tief und die Bibliothek hoch
gelegt,
in: Süddeutsche
Zeitung v. 27.03.
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Cool
(2000)
Hamburg:
Rogner & Bernhard
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Tagung in
Tutzing zum Thema "Ikonen des Cool"
- WAGNER, Jochen
(2000): Alles verlieren, sich selber aber
nie.
Lernen von den
Ikonen des Cool. Ein Parforceritt,
in: Frankfurter
Rundschau v. 21.10.
- RASCHKE, Rudi
(2000): Ikonen des Cool.
Eine Tagung in
Tutzing,
in: Badische
Zeitung v. 24.10.
- SCHWENKMAIER,
Christian (2000): In der Hitze der Macht.
"Cool" -
und was das bedeuten könnte: Eine Tagung
in Tutzing,
in: Süddeutsche
Zeitung v. 24.10.
- LACKMANN,
Thomas (2000): "Ikonen des
Cool".
Die
Unanfechtbaren. Eine Tagung über das
Kunststück, in schwierigen Zeiten
stilvoll zu überleben,
in:
Tagesspiegel v.
25.10.
- WAGNER, David
(2000): Mehr Wärme wär' jetzt cool.
Posen des Pop:
Tutzinger Tagung über die Temperatur
eines Lebensgefühls,
in: Frankfurter
Allgemeine Zeitung
v. 25.10.
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Rezensionen:
- DIEDERICHSEN,
Diedrich (2000): Scheitern mit Schiller.
Tiefe Einsicht und
barer Blödsinn: Diedrich Diederichsen
über Ulf Poschardts ehrgeizigen Versuch,
in einem Groß-Essay die Phänomene der
Pop-Kultur zu ergründen,
in: Die
Woche Nr.45 v.
03.11.
- RICHARD,
Christine (2000): Don't worry, keep cool
- und ab in die fröhliche Eiszeit?
"Cool":
Polarforschung in kühlen Gemütern und
kalten Künsten, begleitet durch ein
neues Buch,
in: Basler
Zeitung v. 10.11.
- RAPP, Tobias
(2000): Im Namen der Distinktion.
Zieht euch bloß
warm an! Ulf Poschardt startet mit seinem
Buch "Cool" einen Großangriff
auf die gesamte abendländische
Kulturgeschichte und erläuterte die
Strategien der Coolness mit Platon und
Hegel, aber auch mit Joy Division und
Michael Mann,
in: TAZ
v. 30.12.
- KAUPP,
Cristina Moles (2001): Coolness gegen den
Terror der Entfremdung.
Wie
überleben Individuen in einer zunehmend
kälter werdenden Gesellschaft, und
welche Möglichkeiten bietet die
Popkultur? Ulf Poschardt verfolgt in
"Cool" die Strategien,
Metamorphosen und Irrwege der Coolness
quer durchs 20. Jahrhundert,
in: Spiegel
Online Nr.1 v.
03.01.
- KRIEST,
Ulrich (2001): Coolsein muss wieder cool
werden dürfen.
Ulf
Poschardt erklärt die Ästhetik der
Kälte: mit Joy Division, James Dean und
der RAF,
in: Berliner
Zeitung v. 08.01.
- PEHRKE,
Jan (2001): Kalt. Noch kälter!
Kulturhistorisches
Topfschlagen mit Ulf Poschardt. Von
Diogenes bis zu Joy Division: Die Welt
friert ein,
in: Jungle
World Nr.3 v.
10.01.
- FUHRIG, Dirk
(2001): Borderline-Prosa,
in: Financial Times
Deutschland v.
09.02.
- MICHAELIS,
Nils (2001): Keep cool und wo das
herkommt,
in: Saarbrücker
Zeitung v. 14.05.
- SCHÜTTE,
Wolfram (2001): Existenzkämpfer.
Ulf Poschardts
wilder Mix "Cool",
in: Süddeutsche
Zeitung v. 29.05.
- FRÜCHTL,
Josef (2001): Ulf Poschardt: Cool,
in: Die ZEIT Nr.25
v. 13.06.
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©
2000-2002
Bernd Kittlaus |
Bernds@single-dasein.de |
Erstellt:
04. Januar 2001
Update:11. Juli 2002 |
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Zugriffe
seit
dem 04.Juni 2000 |
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