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- MÄRZ, Ursula
(1995): Die Angst vor dem Verschwinden.
Wie Menschen sich
inszenieren,
in: Frankfurter
Rundschau v. 16.12.
- MÄRZ, Ursula (2000):
Unordnung und Kinderleid.
Ulrike Kolbs Roman über die
70er Jahre und die Abgründe der Kulturrevolte,
in: Frankfurter
Rundschau v. 22.03.
- MÄRZ, Ursula (2000):
Wohin mit dem Eros.
Eine literarische Idee von
Polizei: Warum alle Tatort-Kommissare ledig sind
und sein müssen,
in: Frankfurter
Rundschau v. 05.08.
- Kommentar
Der TATORT ist der
Quotenrenner der ARD. Wie Singles in den
Medien dargestellt werden, das hat immer
auch Auswirkungen auf die private
Wahrnehmung von Lebensformen.
Anders als
der Untertitel vermuten lässt, behandelt
MÄRZ Singles als Unverheiratete und
nicht nur als Ledige. Die Autorin
erklärt den Familienstand der Kommissare
aus der Dramaturgie der literarischen
Gattung heraus und blendet damit den
gesellschaftlichen Kontext von Debatten
über Lebensformen aus.
Es könnte
nämlich gefragt werden, warum ein
solcher Artikel gerade jetzt erscheint,
denn es ist doch offensichtlich, dass
hier eine Spielart des
"Yettie-Syndroms" beschrieben
wird. "Frauen stellen in ihrem Leben
einen Störfaktor dar", weil sie ihr
"obessives Verhältnis zum Mordfall
relativieren". Sind also die
Fernseh-Kommissare sozusagen Helden des
"neuen Arbeitsethos"? Vorreiter
bei der Einschwörung auf die "New
Economy" und ihrer "Droge
Arbeit"?
- MÄRZ,
Ursula (2000): Frauen stören nur.
Affären
sind erlaubt, Heirat nicht: Schimanski und die
anderen Kommissare am "Tatort" müssen
ledig sein - und das seit 30 jahren. Eine Ehe
behindert die Ermittlungen,
in: Berliner
Illustrierte Zeitung, Beilage der Berliner
Morgenpost v. 19.11.
- Der
Artikel von MÄRZ erschien bereits unter
einer anderen Schlagzeile in der Frankfurter
Rundschau am 05.08.
(siehe dort)
- MÄRZ, Ursula (2001):
War's das?
Disponibel und seltsam
entwurzelt: Das erschöpfte Paradigma der
Gleichberechtigung,
in:
Frankfurter Rundschau v.
04.01.
- MÄRZ, Ursula
(2001): Häsin, Igelin.
Verona, Alice und JBK,
in: Frankfurter
Rundschau v. 30.06.
- MÄRZ, Ursula
(2001): Große Szenen und leere Strecken.
Bodo Kirchhoff schießt
unglaubliche Tore - und wartet, bis der Ball
wiederkommt,
in: Die
ZEIT Nr.41 v. 04.10.
- MÄRZ,
Ursula (2001): Archiv in der
Zeitfalte.
Uwe
Timms Roman "Rot" ist ein richtig
schönes 68er-Ding,
in: Frankfurter
Rundschau v. 10.10.
- MÄRZ,
Ursula (2001): Beipackzettel zur Weltlage.
Glücklich
verabschiedet, kehrt er plötzlich wieder: Der
Nutzen der Literatur soll sich in deren
Aktualität erweisen
in: Frankfurter
Rundschau v. 13.10.
- Inhalt:
MÄRZ kritisiert,
dass Literatur nur noch wahrgenommen
wird, wenn sich aus ihnen etwas zum Thema
"Islam, westliche Zivilisation,
Kulturkampf, Krieg, Amerika, Hochhäuser,
Terrorismus, Sprengstoff- bzw.
Selbstmordattentat, Flug- bzw.
Katastrophenangst,
Weltuntergangsmentalität" zitieren
lässt:
"Die
indiskutable Grässlichkeit namens Nutzen
der Literatur findet Bücher wichtig, in
denen kopf- und sprachlose Grünschnäbel
nach Teheran reisen und dort die Hölle
auf Erde erleben. Nur zur Erinnerung:
Über den Abstieg in die Hölle hat ein
gewisser Dante vor geraumer Zeit ein
recht ordentliches Buch
geschrieben."
- MÄRZ, Ursula
(2001): Christian Kracht: 1979,
in: Die ZEIT
Nr.44 v. 25.10.
- Inhalt:
Wider den tierischen
Ernst: "Christian Kracht (...)
steht, wiewohl mit einem ganz anderen
literarischen Profil als Houellebecq
ausgestattet, vor dem gleichen
strategischen Problem wie dieser. Wie
einen geschmacklich
grenzüberschreitenden Roman verfassen,
dessen Provokation nicht schon gedacht
und deshalb Opfer der Affirmation
ist?" schreibt MÄRZ in Fortführung
ihrer Argumentation in der FR v. 13.10.2001
- MÄRZ, Ursula (2001):
Das Hitchcock-Gefühl.
Bequem
und bedrohlich: In der Kultur des Angenehmen
steckt der leise Horror. Zur Überprüfung einer
Kategorie
in: Frankfurter
Rundschau v. 07.12.
- Kommentar:
Zwischen dem Song
"Angenehm" von Thommie BAYER aus dem
Jahr 1980 und diesem Abgesang von MÄRZ
auf das Angenehme besteht eine
erstaunliche Ähnlichkeit: Beide sehen
das Angenehme durch ein "Feindliches
Gebiet" (so der damalige LP-Titel)
bedroht.
Während
jedoch bei BAYER der Frontverlauf
zwischen Mann und Frau verläuft, fühlt
sich nun die Paar- bzw. Familieneinheit
durch die physische bzw. soziale Umwelt
bedroht.
- Neu:
MÄRZ,
Ursula (2002): Älter als Heike
Makatsch und jünger als Senta Berger.
Dieses erfahrene, karriere- und noch
strandtaugliche weibliche Wesen: Der neueste
Biografiekult um die Frau um die 40. Eine
Bestandsaufnahme,
in: Frankfurter Rundschau
v. 08.03.
- Kommentar:
Ursula MÄRZ hat die
Frau um 40 zur neuen Symbolfigur geadelt,
um die "fortschreitende Kultur der
Entbiologisierung" geisseln zu
können, denn: "Die einzig
biografisch wirklich unaufschiebbare
Frage, die sie beschäftigen muss (...),
ist die, ob sie noch ein Kind
bekommt."
Kurz vor
der Abschaffung der Frau als
Gebärmaschine - wenn man Jeremy RIFKIN glauben
darf - wird sie noch einmal auf eine
Gebärmaschine reduziert.
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