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Debatte und weiterführende Literatur (teilweise verlinkt)

 
   

Nerds

 
   

Die kommunikationsunfähigen, unfreiwilligen Singles der Informationsgesellschaft

 
   
 
 

Im allgemeinen beginnen die Geschichten über Nerds so oder so ähnlich:

"Nerds begegnen uns alle (...) Jedes Sozialverhalten geht ihnen völlig ab (...) und das warme Licht der Sonne dringt nur mühsam durch das zentimeterdicke Panzerglas ihrer Brille.
Bis vor wenigen Jahren noch befanden sich Nerds in der sozialen Hierarchie ganz unten. Sie wurden erbarmungslos auf Schulhöfen gejagt, später im Job verspottet und vom weiblichen Geschlecht ein Leben lang ignoriert: Kein Sex, keine sozialen Kontakte (...). Wahrlich, der Nerd hatte es nicht leicht!"
(aus: Geeksworld.de "Wie wird der Nerd zum Geek?")

Durch die Veralltäglichung des Computers sind "Nerds" zu einer wichtigen sozialen Gruppe geworden, die man braucht, aber nicht liebt. GeeksWorld hat dem negativen Klischee ein positives Selbstbild entgegengesetzt:

"Sicherlich stünde die halbe Welt bis in unsere Tage ratlos vor der jeweils neuesten Rechnergeneration, wäre nicht gleichzeitig mit dem Nerd sein redegewandtes Pendant auf die Bühne getreten: der Geek. Ungleich wortgewaltiger als die verpickelte Konkurrenz machte der coole Geek sich daran, die Welt zu erklären, und zwar in verständlichen Worten."
(aus: Geeksworld.de "Wie wird der Nerd zum Geek?")

"Nerds" sind nach Sam SIFTON eine Subgruppe der "Yetties", was für "young, entrepreneurial, tech-based", also für junge Unternehmer im Technik-Sektor steht.
     Für den niederländischen Radiomoderator Max de BRUIJN ist der "Nerd" dagegen das Sinnbild des unsozialen Einzelgänger, der sich bereits in der Schule als Streber unangenehm hervortut und in Fächern erfolgreich ist, die man im Leben normalerweise nie brauchen sollte. Statt für Sport, schöne Künste oder Fremdsprachen interessiert der "Nerd" sich für Mathematik und sonstige unsozialen Fächer. Auf Partys steht er abseits oder geht erst gar nicht hin.
     Die Geschichte hat den Schöngeistern und Schönen dieser Welt wahrlich schwer mitgepielt, als sie ein paar Nerds zu Millionären und einige mehr zu wohlhabenden Mitbürgern machte. Aber die "Nerds" haben als sogenannte "Neureiche" ein Problem: ihr mangelndes Selbstwertgefühl und der "richtige" gesellschaftliche Auftritt. Dies ist der Ansatzpunkt für die entstehende "Lebenshilfe"-Industrie, die an dem "unverdienten" Reichtum der "Nerds" partizipieren will. Wer möchte schon gern ein unattraktiver "Nerd" bleiben, wenn es auch "coole Geeks" gibt, die bei den Frauen Erfolg haben?

 
 
 
       
   

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weiterführende Literatur

 
   
  • Die Debatte um die Nerds:

    • GLASER, Peter (1996): Die Nerds kommen.
      Künstler aus dem Silikon Valley und Computerautor Peter Glaser entdecken eine sonderbare Elite,
      in: Stern Nr.22
    • BREDOW, Rafaela (2000): Die Verrückten vom Silicon Valley.
      Wer sind die Leute, die im Informationsalter die Zukunft in Rechnern und im Netz programmieren? Zu ihren Eigenheiten zählen astronomisch hohe IQ, bizarre Vorlieben für Lutscher und Popcorn und ein kaum gezügelter Spieltrieb,
      in: Spiegel Nr.38 v. 18.09.
    • REMKE, Susann (2001): Aus Nerds werden Menschen.
      Auch im Zeitalter der New Economy sind gute Manieren unverzichtbar für die Karriere. Aber gerade schrullige Computerfreaks tun sich schwer mit Small Talk und Etikette. In den USA lehren die Hochschulen den richtigen Umgang mit Messer und Gabel - und wie man sich stilvollendet räuspert,
      in: Welt v. 21.02.
 
   
  • Buch zum Thema:

    • BRUIJN, Max de (2000): Wie werde ich Bill Gates?
      Aufzucht und Lebensweise des gemeinen Nerd, Frankfurt: Fischer
 
     
   

weiterführende Links

 
     
   
 
   

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Bernd Kittlaus
Bernds@single-dasein.de Erstellt: 20. Februar 2001
Update: 09. März 2002
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