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Thomas Klein

 
   

Pluralisierung versus Umstrukturierung am Beispiel Partnerschaftlicher Lebensformen

erschienen in: Kölner Zeitschrift für Soziologie und Sozialpsychologie, 51. Jg., H.3/1999, S. 469 - 490

 
   
 
  Anhand einer Sekundäranalyse des repräsentativen Familiensurveys vom Deutschen Jugendinstitut (DJI) versucht KLEIN eine empirische Widerlegung der BECKschen Individualisierungsthese
      BECK hatte seine These von der Single-Gesellschaft mit Daten der amtlichen Statistik belegt. Die amtliche Statistik kennt aber nur Alleinlebende und keine Singles im Sinne von Partnerlosen. KLEIN greift dagegen auf Daten zurück, die nicht den Haushaltsaspekt, sondern den Beziehungsaspekt von Lebensformen in den Mittelpunkt der Analyse rücken. Dies ist insofern richtig, weil BECK aus der gestiegenen Zahl von Einpersonenhaushalten auf eine zunehmende Beziehungs- bzw. Bindungslosigkeit in der Gesamtgesellschaft schließt.
      KLEIN unterscheidet vier Partnerschaftsformen: die traditionelle Ehe, zusammenwohnende Paare, Paare ohne gemeinsamen Haushalt und Partnerlose. Die Wohnverhältnisse der Partnerlosen bleiben hierbei jedoch unberücksichtigt. Der Zeitraum der Untersuchung umfaßt die Jahre 1968 - 1988, in denen sich nach BECK ein Individualisierungsschub vollzogen haben soll. Ein Nachteil der Sekundäranalyse ist jedoch, daß der Autor sich auf die 18 - 35jährigen beschränken muß, da die Datenlage anderes nicht zuläßt. Der Autor behauptet zwar, daß dies die Altersgruppe sei, auf die letztlich die Individualisierungsthese abstellt, dies ist jedoch unzutreffend. In der Debatte um die Single-Gesellschaft geht es vor allem um die Altersgruppe der 25 - 45jährigen. Auch BECK (1986) hat sich nirgends auf die von KLEIN genannte Altersgruppe beschränkt.
      Wenn man berücksichtigt, daß KLEIN von 18 - 35jährigen Partnerlosen spricht, egal ob sie bei den Eltern wohnen oder allein, dann sind die Ergebnisse der Sekundäranalyse aufschlußreich: "Während der Anteil der Alleinlebenden in dem hier betrachteten 20-Jahreszeitraum in der Tat angestiegen ist, ist der Anteil der Personen, die ohne feste Partnerschaft leben, schlichtweg konstant geblieben." Es läßt sich daraus ableiten, daß die statistische Kategorie "Alleinlebender" bei Aussagen über Partnerschaftsverhältnisse wenig weiterführend ist.
      Die Aussagen von KLEIN zu den Partnerschaften ohne gemeinsamen Haushalt sind dagegen dürftig. Dies liegt vor allem an der mangelhaften Datenlage, die dazu führt, daß diese Partnerschaften nur als Vorstufe zur (nicht-) ehelichen Partnerschaft mit gemeinsamem Haushalt gesehen werden können. Als neuartiges Phänomen, das erst in den 90er Jahren - aufgrund zunehmender Mobilitätszwänge auf dem Arbeitsmarkt - größere Verbreitung gefunden hat, kommt es erst gar nicht in den Blick.  
 
 
 
       
   

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© 2000 Bernd Kittlaus Bernds@single-dasein.de Stand: 03. Juni 2000 Counter Zugriffe seit
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