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Anhand
einer Sekundäranalyse des repräsentativen
Familiensurveys vom Deutschen Jugendinstitut
(DJI) versucht KLEIN eine empirische
Widerlegung der BECKschen
Individualisierungsthese
BECK hatte
seine These von der Single-Gesellschaft mit Daten
der amtlichen Statistik belegt. Die amtliche
Statistik kennt aber nur Alleinlebende und keine
Singles im Sinne von Partnerlosen. KLEIN greift
dagegen auf Daten zurück, die nicht den
Haushaltsaspekt, sondern den Beziehungsaspekt von
Lebensformen in den Mittelpunkt der Analyse
rücken. Dies ist insofern richtig, weil BECK aus
der gestiegenen Zahl von Einpersonenhaushalten
auf eine zunehmende Beziehungs- bzw.
Bindungslosigkeit in der
Gesamtgesellschaft schließt.
KLEIN
unterscheidet vier Partnerschaftsformen:
die traditionelle Ehe, zusammenwohnende Paare,
Paare ohne gemeinsamen Haushalt und Partnerlose.
Die Wohnverhältnisse der Partnerlosen bleiben
hierbei jedoch unberücksichtigt. Der Zeitraum
der Untersuchung umfaßt die Jahre 1968 - 1988,
in denen sich nach BECK ein
Individualisierungsschub vollzogen haben soll.
Ein Nachteil der Sekundäranalyse ist jedoch,
daß der Autor sich auf die 18 - 35jährigen
beschränken muß, da die Datenlage anderes nicht
zuläßt. Der Autor behauptet zwar, daß dies die
Altersgruppe sei, auf die letztlich die
Individualisierungsthese abstellt, dies ist
jedoch unzutreffend. In der Debatte um
die Single-Gesellschaft geht es vor
allem um die Altersgruppe der 25 - 45jährigen.
Auch BECK (1986) hat sich nirgends auf die von
KLEIN genannte Altersgruppe beschränkt.
Wenn man
berücksichtigt, daß KLEIN von 18 - 35jährigen
Partnerlosen spricht, egal ob sie bei den Eltern
wohnen oder allein, dann sind die Ergebnisse der
Sekundäranalyse aufschlußreich: "Während
der Anteil der Alleinlebenden in dem hier
betrachteten 20-Jahreszeitraum in der Tat
angestiegen ist, ist der Anteil der Personen, die
ohne feste Partnerschaft leben, schlichtweg
konstant geblieben." Es läßt sich daraus
ableiten, daß die statistische Kategorie
"Alleinlebender" bei Aussagen über
Partnerschaftsverhältnisse wenig weiterführend
ist.
Die Aussagen
von KLEIN zu den Partnerschaften ohne gemeinsamen
Haushalt sind dagegen dürftig. Dies liegt vor
allem an der mangelhaften Datenlage, die dazu
führt, daß diese Partnerschaften nur als
Vorstufe zur (nicht-) ehelichen Partnerschaft mit
gemeinsamem Haushalt gesehen werden können. Als
neuartiges Phänomen, das erst in den 90er Jahren
- aufgrund zunehmender Mobilitätszwänge
auf dem Arbeitsmarkt - größere
Verbreitung gefunden hat, kommt es erst gar nicht
in den Blick. |
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