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Single-Kultur:

 
   

Die Institutionen der Single-Gesellschaft:

 
       
   
 
 

"never before has the city seemed so organized in its readiness to accomodate the young. Most cities appear to have an abundance of singles bars; some have co-ed singles apartment houses. Ads for singles weekends and excursions pad out the travel sections of big city newspapers."
(Joyce R. Starr & Donald E. Carns "Singles in the City", in: Society Februar 1972, S.43)

"Im Gegensatz zu den USA haben die Reise- und Touristikunternehmen in der Bundesrepublik die Bedeutung des Single-Marktes für ihre Branche kaum erkannnt.
(...)
Dies liegt sicher daran, daß eine "Single-Bewegung" wie in den USA in der Bundesrepublik Deutschland nur in allerersten Ansätzen existiert. In den großen amerikanischen Städten gibt es schon seit längerer Zeit zahlreiche Angebote für Singles: 1976 gab es allein in New York mehr als 40 Single-Clubs; ferner findet man Bars, Freizeitanlagen, spezielle Reiseangebote, Tanzveranstaltungen für Singles (...). Darüber hinaus werden Single-Zeitschriften sowie Bücher, Viedeo- und Computerdating nur für Singles angeboten; ferner Lebensmittel in Single-Packungen und Küchengeräte für den Ein-Personenhaushalt.
Inzwischen gibt es auch in der Bundesrepublik Deutschland einige Versuche in dieser Richtung (...)
Es ist jedoch nicht abzusehen, ob diese Entwicklungen in der Bundesrepublik Deutschland das Ausmaß derer in den USA auch nur annähernd erreichen werden. Wir halten dies - trotz des wesentlich größeren Anteils an Ein-Personenhaushalten in der Bundesrepublik Deutschland - aus folgendem Grund für unwahrscheinlich: In den USA werden die Singles als eine Gruppe von Personen betrachtet, dessen Verhalten von den gesellschaftlichen Normen abweicht. Die Minderheiten haben in den USA im Laufe der Zeit Strategien entwickelt, sich gegenüber den etablierten Gruppen zu behaupten. Solche Strategien haben auch die amerikanischen Singles angewendet: Sie organisieren sich, schlossen sich zusammen und konzentrierten sich räumlich in bestimmten Gebieten. Dadurch wurden sie gleichzeitig von der Gesellschaft als Gruppe wahrgenommen und beachtet. In der Bundesrepublik Deutschland werden Alleinlebende kaum diskriminiert. Deswegen und weil es in Deutschland die Tradition des Organisierens, Zusammenschließens und An-die-Öffentlichkeit-Tretens nicht gibt, wird hier eine Single-Bewegung wohl nicht entstehen. Die Alleinlebenden werden nicht als Gruppe auftreten; und als einzelne Individuen werden sie und ihre Bedürfnisse von der Gesellschaft kaum wahrgenommen."
(Wolfram Droht "Die Alleinlebenden", 1983, S.52f.)

"Ein erster Überblick über den Stand der Forschung zu Personen, die 'Alleinlebende', 'Alleinstehende' oder 'Singles' genannt werden, zeigt für die USA eine seit Anfang der siebziger Jahre kontinuierlich wachsende Zahl von empirischen und theoretischen Arbeiten. Die Aufmerksamkeit, die diese Sozialkategorie in der Lebensform-Forschung erreicht, spiegelt die Tendenz einer vereinzelten Lebensführung wider, sich in amerikanischen Großstädten räumlich segregiert und subkulturell organisiert ('Single-Scene') zu entwickeln und dadurch für die Öffentlichkeit 'sichtbar' und zu einem eigenständigen Thema zu werden."
(Ronald Bachmann "Singles", 1992, S.18)

"Er ist schwer und unerschöpflich, der Musterkoffer mit Single-Blüten. Einmal geöffnet, quellen die Proben und Offerten nur so heraus. Der Single-Markt expandiert, er ist noch längst nicht ausgereizt. Zielgruppe der mehr oder minder dubiosen Geschäftemacher sind weniger Alleinlebende als vielmehr einsame Herzen."
(Heide Soltau "Pfeifen aufs Duett", 1993, S.165)

"Im Vergleich zu gleichaltrigen Verheirateten bzw. Familien mit Kindern (...) gleicht das Freizeitinteressen-Profil weitgehend einem Konsum-Profil, das sich mit 'Kneipe, Freunde, Tanzen, Kino' umschreiben läßt: Eine gesamtdeutsche Situationsaufnahme aus den 90er Jahren und kein Klischeebild der 'Swinging Singles' aus der Nach-68er Zeit."
(Horst W. Opaschowski "Singles: Die Hätschelkinder der Konsumgesellschaft", 1994, S.31f.)

"Wenn wir die Bewertung und die Stellung der ledigen Erwachsenen in der Vergangenheit und heute in Deutschland vergleichen, so können wir sagen, daß - wenn auch abgeschwächt - die Voruteile (...) die Zeit überdauert haben
(...).
Voruteile haben die (...) Wirkung, daß die Minorität entweder gegen die betreffenden Voruteile der Majorität protestiert oder sie übernimmt. Der Protest äußert sich entweder als innere Abkapselung oder als offene Ablehnung (das ist zwar selten) oder in der Entwicklung eines Gegenstereotyps, was seinen Ausdruck in der Singlebewegung in den USA gefunden hat.
(...)
Die ledigen erwachsenen Männer und Frauen - gleichgültig in welcher Haushaltsform sie leben - bilden in unserer Gesellschaft weiterhin - vor allem ab dem 40. Lebensjahr - eine Minorität und haben deshalb mit Minoritätsproblemen zu kämpfen."
(Rosemarie Nave-Herz & Dirk Sander "Heirat ausgeschlossen?", 1998, S.67f.)

 
 
 
       
   

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Institutionen der Single-Kultur

 
   
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Literatur zur Single-Kultur

 
   
  • Die Single-Kultur in den Medien:
    • DOEMANES, Karl (1995): Dinner for one - aber bitte nicht aus der Konservendose.
      Die neuen Singles: 30 Jahre, urban und konsumfreudig. In jeder zweiten Großstadtwohnung lebt nur noch ein Mensch. Wirtschaft und Medien buhlen um Einzelkunden, in:
      Frankfurter Rundschau v. 30.12.
    • EMMENEGGER, Bea & Oliver ZIHLMANN (1999): Alle stehen auf Singles.
      Sie haben mehr Geld und geben es schneller aus: Allein Stehende sind ein wichtiger Wirtschaftsfaktor,
      in: Sonntagszeitung v. 11.07.
    • HELLER, Andreas (1999): Hätschelkinder der Konsumgesellschaft.
      Singles sind die, die als erste neue Kaffeemaschinen kaufen, mehr telefonieren, öfter in fremde Städte reisen und auch mehr Geld zur Verfügung haben als andere,
      in: NZZ Folio. Zeitschrift der Neuen Zürcher Zeitung, Nr.5, Mai
    • MAROWSKY, Anne (2000): Er ist alleine, also kauft er.
      Sie haben mehr Geld und geben es auch gerne aus. Trotzdem gilt der Single in der Verkaufswelt und unter Werbetreibenden als uninteressant,
      in: Neue Luzerner Zeitung v. 05.04.
  • Die Single-Kultur in der Wissenschaft:
    • DiCANIO, Margaret (1989): Singles Scene, in: DiCanio (1989): The Encyclopedia of Marriage, Divorce and the Family, New York/Oxford: Maple-Vail
    • KLEMMERT, Oskar (1996): Liebe als Markt. Wie Partnerschaftsträume vermittelt werden,
      in: Pädagogische Korrespondenz, Heft 17
    • OTT, Wilhelm (1993): Single-Haushalt, in: Auswertungs- und Informationsdienst für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AID) Verbraucherdienst, 38, 12, S. 259-264
    • OTT, Wilhelm (1995): Konsumverhalten in Ein-Personen-Haushalt. Eine empirische Untersuchung zum Konsumverhalten von "Singles" auf Lebensmittelmärkten, Witterschlick/Bonn: Wehle
    • ROSENKRANZ, Doris (1998): Konsummuster privater Lebensformen: Analysen zum Verhältnis von familiendemographischem Wandel und privater Nachfrage, Wiesbaden: Deutscher Universitäts-Verlag
 
       
       
   
 
     
   
 
   
© 2000-2001
Bernd Kittlaus
Bernds@single-dasein.de Erstellt: 05. November 2000
Update: 10. Januar 2001
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dem 04.Juni 2000