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Medienrundschau:

News zum Single-Dasein

 
   
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News vom 18. - 31. Mai 2016

 
 
     
 
   

Zitat des Monats:

Die Zuwanderung macht viele Prognosen zum demografischen Wandel obsolet

"Zu erwarten ist, dass jährlich bis zu einer Million oder sogar noch mehr Flüchtlinge kommen. (...) Sie werden das Schrumpfen der Bevölkerung für lange Zeit verhindern und später verzögern. Damit aber werden viele Prognosen zum demografischen Wandel - insbesondere die Schrumpfungsszenarien - schlicht Makulatur werden."
(Thomas Straubhaar "Der Untergang ist abgesagt", 2016, S.16)

 
       
       
   

PSOTTA, Michael (2016): Nicht nur die Metropolen,
in:
Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 20.05.

Michael PSOTTA stellt uns den neuen Wohnungsmarktreport 2016 von CBRE und Vonovia vor, der die 30 "wichtigsten" deutsche Städte untersucht hat und sie in 5 Kategorien eingeteilt hat:

"Am überraschendsten klingt die fünfte Gruppe der Strukturwandler und Trendumkehrer, die vor kurzem noch als die klassischen Verlierer galten: Städte wie Bremen, Chemnitz, Dortmund, Duisburg, Essen, Halle, Magdeburg und Rostock. Ihnen wird bescheinigt, nach teilweise schmerzhaften Anpassungsprozessen die Umkehr bewältigt zu haben. Auch die Wohnungsmärkte normalisieren sich dort, wenn auch meist noch auf niedrigem Niveau."

PSOTTA operiert nicht mit dem modischen Label "Schwarmstadt", sondern, die Menschen ziehen in

"Städte mit Arbeitsplätzen, intakter Infrastruktur, medizinsicher Versorgung und sozialer Attraktivität."

 
   

MÜLLER, Benedikt (2016): Auf die Akademiker kommt's an.
Die Wohnungspreise steigen in Städten mit vielen Hochschulabsolventen shneller,
in:
Süddeutsche Zeitung v. 20.05.

Benedikt MÜLLER durfte die heutige Pressemitteilung der Postbank zum Wohnatlas 2016 schon vorab lesen und erklärt uns, dass der Anteil der Akademiker an einer Stadt deren Preisniveau bestimmt. Die Postbank hat jedoch nur 36 Städte untersucht. Mannheim und Nürnberg werden zu den neuen Trendstädten erklärt. MÜLLER verweist hier auch auf den Wohnungsmarktreport 2016 von CBRE und Vonovia, der jedoch die beiden Städte in der Kategorie Traditionell nachgefragte Standorte mittlerer Größe führt (vgl. 2016, S.12).

 
   

WILLEKE, Stefan (2016): Antwort auf Alard Kittlitz.
Ansage: Ich wette, dass euer erstes selbst finanziertes Fahrrad teurer war als unser erstes Auto. Ihr wollt über Renten streiten, über materielle Wellness? Ganz schön spießig,
in:
Die ZEIT Nr.22 v. 19.05.

Im Jahr 1985 erschien der Roman Von der Nutzlosigkeit erwachsen zu werden, der im Milieu der Jungakademiker spielte, denen damals die Arbeitslosigkeit drohte. Stefan WILLEKE, Jahrgang 1964, spielt darauf an, wenn er darauf verweist, dass aus den damaligen Jungakademikern viele Karriere gemacht haben. Die Generation Praktikum, einst von der Zeit erfunden und nach einiger Zeit auch wieder widerrufen, wird ebenfalls ins Felde geführt.

Tatsächlich sind diese inszenierten Generationenkonflikte mehr als öde, weil sie sich in jeder Generation nach dem gleichen Schema wiederholen. WILLEKE hat dann auch nur die üblichen Stereotypen, die über die Generation Y kursieren, auf Lager. Gestern 68er-Generation gegen Generation Golf und umgekehrt. Heute: Babyboomer gegen Generation Y und vice versa. Nur sind diese Generationenkonflikte nicht mehr politisch, sondern setzen auf die Demografisierung gesellschaftlicher Probleme. Zeugen oder Maul halten, kreischen die einen - Generationengerechtigkeit grölen die anderen. Das ist der kleinste gemeinsame Nenner dieser öden Generationenvertrags-Tiraden. Wutjournalisten spielen Wutbürger! Geht's noch dümmer?       

 
   

MARKWARDT, Nils (2016): Kleiner Mann, warum?
Soziologie: Immer wenn es im sozialen Gebälk knirscht, hat der "kleine Mann" seinen großen Auftritt in der Politik und in den Medien. Eine Identitätssuche,
in:
Freitag Nr.20 v. 19.05.

Nils MARKWARDT erklärt uns die Sozialfigur des "kleinen Mannes", die heutzutage von einer Putzfrau mit Minirente repräsentiert wird. MARKWARDT definiert den "kleinen Mann" folgendermaßen:

"Sammelbegriff für jene Bevölkerungsteile (...), die irgendwo zwischen oberer unterer Mittelschicht und unterer oberer Unterschicht zu Hause sind. Oder wie es das Wörterbuch der deutschen Ideomatik formuliert: Er ist »der wenig einflussreiche, finanziell nicht besonders gut gestellte Durchschnittsmensch«."

Der kleine Mann ist zudem gemäß MARKWARDT durch seine "doppelte Distinktion" gekennzeichnet: zum einen gegenüber den Eliten und zum anderen gegenüber der Unterschicht. Der kleine Mann ist für MARKWARDT ein Mann ohne Eigenschaften, der sowohl dem Linkspopulismus als auch dem Rechtspopulismus anheim fallen kann.

Der "kleine Mann" wird also einerseits von der Politik missbraucht und andererseits von Medienintellektuellen wie MARKWARDT, denn er ist die "schweigende Mehrheit", der Übervorteilung und Betrug durch die da oben zugeschrieben wird.

Der "kleine Mann" ist zum einen der ideale Sündenbock für Medienintellektuelle, zum anderen der ideale Anhänger populistischer Parteien. Er hat entweder ein "falsches Bewusstsein" oder er geht im Volke auf bzw. ist einfach nur "die Masse". Der "kleine Mann" ist für MARKWARDT das, was Karl MARX unter "Lumpenproletariat" verstanden hat.

Der "kleine Mann" ist keine Sozialfigur der Gegenwart, so der Untertitel eines soziologischen Sammelbandes. Er gehört stattdessen ins Repertoire derjenigen, die gerne in die Mottenkiste der Rhetorik greifen, weil es leichter ist Vorurteile zu bedienen als sich mit der Realität auseinanderzusetzen.  

 
   

BERNDT, Christina & Verena MAYER (2016): Alltag hoch vier.
Vor einem Jahr brachte die 65-jährige Annegret Raunigk Vierlinge zur Welt. Mit ihrer späten Schwangerschaft löste die Mutter von insgesamt 17 Kindern Diskussionen über künstliche Befruchtung aus. Wie geht es den Babys heute?
in:
Süddeutsche Zeitung v. 19.05.

BERNDT & MAYER berichten anlässlich des ersten Geburtstags der Vierlinge der damals 65-jährigen Mutter. Im Vordergrund stehen die Risiken von Mehrlingsschwangerschaften. Anhand der Vierlinge werden die Risiken solcher Schwangerschaften aufgezeigt. Die Autorinnen zitieren einen Hamburger Reproduktionsmediziner, der sich gegen die künstliche Befruchtung bei älteren Frauen und Singles richtet. 

 
   

BEEGER, Britta (2016): Alles auf Abruf.
Die "Gig-Economy" ändert die Art zu arbeiten: Wer für Uber führt oder für Postmates Essen liefert, wird je Auftrag bezahlt. Was bedeutet das für die soziale Sicherung?
in:
Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 19.05.

Britta BEEGER berichtet über das US-amerikanische Phänomen der "Gig-Economy", d.h. Freelancer werden nur noch pro Auftrag ("Gig") bezahlt. Die Folge:

"Die Arbeitskräfte haben kein festes Einkommen, keine Krankenversicherung, keine soziale Absicherung, bekommen nichts für die Wartezeit zwischen zwei Aufträgen. Die Unternehmen können so viel Geld sparen, bis zu 30 Prozent im Vergleich zu festangestellten Mitarbeitern",

zitiert BEEGER den Buchautor Stefen HILL ("Raw Deal"), der auf einer Veranstaltung der Stiftung Neue Verantwortung in Berlin zum Thema Gig-Economy - Bedrohung für den deutschen Sozialstaat? sprach. HILL propagiert eine Art Künstlersozialkasse für alle. Zur Einschätzung der Auswirkungen dieser Arbeitsform für Deutschland wird lediglich Holger BONIN vom ZEW zitiert, der auf die berüchtigte Selbstregulierung des Marktes vertraut.

SCHWENN, Kerstin (2016): Jungpolitiker streiten über Rente.
Ministerin Nahles will ergebnisoffene Debatte führen,
in:
Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 19.05.

Kerstin SCHWENN berichtet über das Treffen von Andrea NAHLES mit Vertretern der jungen Generation:

"Die Jungen sind uneins in der Bewertung (...) von einem sinkenden Rentenniveau wieder abzurücken (...).
Die Jugendorganisationen von SPD, Grünen und Linkspartei warnten vor einer weiteren Senkung."

Zitiert wird die Juso-Vorsitzende Johanna UEKERMANN und ausführlich der JU-Vorsitzende Paul ZIEMIAK als Befürworter einer weiteren Absenkung des Rentenniveaus.

ASTHEIMER, Sven & Uwe MARX (2016): Jeder zehnte Arbeitsplatz durch Roboter gefährdet.
Wachsende Automatisierung und Digitalisierung verändern die Arbeitswelt. Wer davon am stärksten betroffen ist - und was sich tun lässt,
in:
Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 19.05.

ASTHEIMER & MARX berichten über zwei Studien zur Industrie 4.0: Ein OECD-Gutachten, das vom Mannheimer ZEW durchgeführt wurde und eine Studie der Soziologin Sabine PFEIFFER für den Bereich Maschinen- und Anlagenbau.

 
   

SIEMS, Dorothea (2016): Digitalisierung frisst Arbeitsplätze.
In Deutschland ist der Anpassungsdruck durch den Vormarsch der künstlichen Intelligenz besonders groß. OECD fordert lebenslanges Lernen und warnt vor einer wachsenden sozialen Kluft,
in:
Welt v. 19.05.

 
   

GIRGERT, Werner (2016): Sehnsucht nach der Zauberformel.
FR-Serie Wie wollen wir wohnen?: Gemischte Quartiere gelten als sozial- und integrationspolitisches Ideal. Reine Glaubensfrage, sagen die Kritiker,
in:
Frankfurter Rundschau v. 18.05.

 
   

SIEVERS, Markus (2016): Firmen bestehen auf Rentenkürzungen.
Arbeitgeber kämpfen für den Erhalt der existierenden gesetzlichen Regelungen,
in:
Frankfurter Rundschau v. 18.05.

Markus SIEVERS berichtet über das Positionspapier der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA) und das neoliberale INSM-Gutachten Reform der Alterssicherung von Jochen PIMPERTZ. Beides richtet sich gegen eine Stärkung der gesetzlichen Rente. SIEVERS weist auf die Grenzen und Einseitigen des Gutachtens, die in anderen Zeitungen ignoriert werden, hin:

"Diese Zahlen können je nach Entwicklung der Beschäftigung, der Arbeitsproduktivität und der Löhne jedoch auch ganz anders ausfallen. Insgesamt macht die Untersuchung keine belastbare Aussage darüber, ob stärker als geplant steigende Rentenausgaben in der Zukunft finanziert werden könnten oder nicht. Gerade die Digitalisierung der Wirtschaft, bekannt unter dem Stichwort Industrie 4.0, könnte aber durchaus viel zusätzlichen Wohlstand generieren.
Ebenfalls nicht in Betracht gezogen wird, dass eine Bundesregierung ein höheres Rentenniveau auch über eine Erhöhung des Steuerzuschusses finanzieren könnte statt über steigende Beitragssätze."
 

DOEMENS, Karl (2016): Aufklärung statt Alarmismus.
Leitartikel: Wer sich von verallgemeinernden Horrorprognosen etwa bei der Altersarmut treiben lässt, befeuert diffuse Ängste. Damit treibt er unfreiwillig der AfD die Wähler zu,
in:
Frankfurter Rundschau v. 18.05.

Karl DOEMENS nervt uns zum x-ten Mal mit den WDR-Berechnungen von Anfang April und setzt noch die aktuelle DIW-Mittelschicht-Studie obendrauf - und zwar in der unkorrigierten, statt der korrigierten Version. Angeblich werden wir überall nur mit Katastrophenbildern konfrontiert - Belege bleibt DOEMENS schuldig, denn in den Mainstream-Medien wird landauf landab nur die Position der Verteidiger der rot-grünen Rentenreformen gepredigt.

Wer für die Stärkung der gesetzlichen Rente eintritt, den stellt DOEMENS damit kalt, dass er ihm vorwirft, der AfD die Wähler in die Arme zu treiben. Ob diese Drohung unserer Neoliberalen mit einem Totschlagargument funktioniert?

DOEMENS will nur die Riester-Rente stärken und Risikogruppen wie "Langzeitarbeitslose, Behinderte und Alleinerziehende" helfen. Diesen ist jedoch weniger mit dubiosen Förderungen privater Altersvorsorge geholfen, sondern mit einer Verbesserung ihrer Lage auf dem Arbeitsmarkt. Will also DOEMENS lediglich davon ablenken, dass die Lebensstandardsicherung im Alter kein politisches Ziel mehr ist?

Aufklärung? Diese vermisst man bei DOEMENS leider, der sich an falschen Berechnungen aufgeilt, während unseriöse neoliberale Berechnungen lieber erst gar nicht erwähnt werden.    

 
   

FISCHER, Eva & Frank SPECHT (2016): Nahles' Milliarden-Dilemma.
Die Sozialministerin lädt Jugendorganisationen zum Rentengipfel. Auch bei ihnen tobt längst der Wahlkampf,
in:
Handelsblatt v. 18.05.

FISCHER & SPECHT nutzen das einseitige INSM-Gutachten von Jochen PIMPERTZ, um die junge Generation zu Verlierern zu stilisieren. Ausführlich wird nur die Position von Hubertus PORSCHEN ("Bundesvorsitzender der Jungen Unternehmen") und des Bundesvorsitzenden der Jungen Union Paul ZIEMIAK vorgestellt. Beide setzen auf die Stärkung der privaten Altersvorsorge. Die nur knapp erwähnten Positionen von Johanna UEKERMANN ("Juso-Chefin"), Simon HABERMAAß ("Verdi-Jugendsekretär"), der Grünen Jugend und der Linksjugend werden dem Verdikt "zu teuer" belegt und deshalb gar nicht erst genauer betrachtet.

FISCHER, Eva (2016): "Nicht jeder ist Dachdecker".
Paul Ziemiak: Der Jungpolitiker über die Rentenpläne der Jungen Union,
in:
Handelsblatt v. 18.05.

Die 26-jährige Eva FISCHER gibt die Stichworte für den 30-jährigen JU-Vorsitzenden Paul ZIEMIAK. Dieser kritisiert das teure Rentenpaket der schwarz-roten Koalition, nennt jedoch nur die "Rente mit 63" und die Gesamtkosten. Er unterschlägt also die wesentlich teuere Mütterrente - die Herzensangelegenheit von CDU/CSU.

Mit der Forderung nach einer Kopplung des Renteneintrittsalter an die statistische Lebenserwartung wähnt er sich bei Franz MÜNTEFERING und Wolfgang SCHÄUBLE in guter Gesellschaft. Zur Abfederung solle die Erwerbsminderungsrente verbessert werden. Zur Förderung der Profite von Finanzdienstleistern schlägt er die teilweise Nichtanrechnung von Riester-Leistungen auf die Grundsicherung im Alter vor, um für Niedriglöhner Anreize zu schaffen, in unlukrative Versicherungsprodukte zu investieren.

REZMER, Anke & Yasmin OSMAN (2016): Pensionskassen ächzen unter den Niedrigzinsen.
Die Finanzaufsicht nimmt die versicherungsförmigen Pensionsreinrichtungen ins Visier,
in:
Handelsblatt v. 18.05.

Einseitiger, faktenarmer und oberflächlicher Artikel zu den Problemen im Bereich der betrieblichen Altersversorgung. Es wird lediglich auf die Folgen für Unternehmen aufmerksam gemacht, während die Konsequenzen für die Arbeitnehmer ausgeblendet werden bzw. nur als Kostenfaktor in den Blick kommen. 

 
   

SCHWENN, Kerstin (2016): Mehr Rentenniveau kostet 52 Milliarden Euro.
Wer ein höheres Rentenniveau verlangt, darf die Rechnung nicht ohne den Wirt machen: Der Beitragssatz könnte dann schon 2024 auf mehr als 22 Prozent steigen, hat das IW ausgerechnet,
in:
Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 18.05.

Bildzeitung und FAZ marschieren heute gemeinsam. Beide adeln den Extremwert des INSM-Gutachtens von Jochen PIMPERTZ zur Schlagzeile, um gegen die Stabilisierung des Niveaus der gesetzlichen Rente Front zu machen.

"Ein Einfrieren des Rentenniveaus auf dem heutigen Stand von 47,7 Prozent ließe die Rentenausgaben im Jahr 2029 auf 477 Milliarden Euro steigen – 28 Milliarden Euro mehr als heute von der Bundesregierung angenommen. Würde das Niveau wieder auf 50 Prozent angehoben, wie es Gewerkschaften und Linke fordern, stiegen die zusätzlichen Kosten sogar auf 52 Milliarden Euro",

zitiert Kerstin SCHWENN aus dem einseitig neoliberal geprägten INSM-Gutachten. Daneben wird ein Positionspapier des BDA erwähnt, das nur die Argumente der INSM verdoppelt. Am Rande wird das heutige Treffen von Andrea NAHLES mit der "jungen Generation" und der Monatsbericht der Bundesbank erwähnt der Rentenprognosen über das Jahr 2030 hinaus anmahnt.

SCHWENN, Kerstin (2016): Teure Renten-Bastelei.
Kommentar,

in:
Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 18.05.

 
   

PICHLER, Roland (2016): Koalition will die Renten stabilisieren.
Alterssicherung: Die große Koalition bereitet eine neue Rentenreform vor. Sie soll das Rentenniveau sichern,
in: Stuttgarter Zeitung
v. 18.05.

Roland PICHLER berichtet darüber, dass das CDU-Präsidium Jens SPAHN und Karl-Josef LAUMANN beauftragt hat, Vorschläge zu einer Rentenreform auszuarbeiten. Während PICHLER uns eine große Rentenreform noch 2017 in Aussicht stellt, deuten die Einsetzung einer Kommission und Vorschläge zu einer Untergrenze beim Niveau der gesetzlichen Rente nach 2030 eher auf eine Vertagung hin. PICHLER zitiert Martin ROSEMANN (SPD) und Peter WEIß ("rentenpolitischer Sprecher der Unionsfraktion"). Letzterer bringt eine Kapitalrücklage ins Spiel, während ROSEMANN auch eine Steuerfinanzierung in Betracht zieht. Am Schluss wird auf die geplante Reform der betrieblichen Altersvorsorge und Vorschläge zur Reform der Riester-Rente von Anja KARLICZEK ("CDU-Finanzpolitikerin") hingewiesen, bei der es um die Nicht-Anrechnung der geförderten Altersvorsorge auf die Grundsicherung im Alter geht.

Ein Schaubild zeigt 5 Beispiele von Alterseinkünfte, die jedoch im Text nicht erläutert werden. Der Leser muss sich also selber seinen Reim darauf machen.  

PICHLER, Roland (2016): Es kommt auf die Balance an.
Kommentar: Es ist richtig, dass die Koalition gegen ein zu starkes Sinken künftiger Renten vorgeht,
in: Stuttgarter Zeitung
v. 18.05.

Roland PICHLER bleibt vage (siehe auch heutige Badische Zeitung)

REINERS, Willi (2016): "Es kostet viel Geld, das Rentenniveau zu erhöhen".
Interview: Der Vorsitzende des Sozialbeirats, Gert G. Wagner, warnt vor einer Rentenreform mit einer Gießkanne,
in: Stuttgarter Zeitung
v. 18.05.

 
   

HEIDENREICH, Ulrike (2016): Gehen können, bleiben dürfen.
Ruhestand: Ja zur Flexi-Rente - denn es gibt mehr Lebensabschnitte als früher,
in:
Süddeutsche Zeitung v. 18.05.

Ulrike HEIDENREICH schwärmt von den privilegierten Älteren, die mit 70 und 75 Jahren noch arbeiten können bzw. wollen. Das nicht immer freiwillige Weiterarbeiten wird als "neuer Lebensstil" vermarktet. Dazu wird der Popanz einer an die statistische Lebenserwartung gekoppeltes Renteneintrittsalter aufgebaut, um die Flexi-Rente in einem schönerem Licht zeichnen zu können.

"Wer nicht kann, weil er ausgelaugt ist, darf früher aufhören, ohne in Altersarmut und Ausgrenzung zu landen",

verspricht HEIDENREICH vollmundig. Die jungen Alten werden gepriesen:

"Das tradierte Bild von den drei Lebensabschnitten (...) ist um eine vierte Phase erweitert, die Zeit zwischen 65 und etwa 80 Jahren."

Man erinnert sich vielleicht an die Zeit Anfang des Jahrtausends und auch noch später als uns 75-Jährige als Hochbetagte und diese als pflegebedürftig beschrieben wurden. Sollte demnächst wieder statt der Rentenreform eine Pflegereform anstehen, werden uns nicht die rüstigen 80-Jährigen sondern die pflegebedürftigen 75-Jährigen vorgeführt. Alte nach Politikreformvorhaben!

GAMMELIN, Cerstin (2016): Rentenalter rauf, Niveau runter.
Arbeitgeber warnen vor Mehrbelastung der Jungen,
in:
Süddeutsche Zeitung v. 18.05.

Cerstin GAMMELIN referiert unkritisch das INSM-Gutachten.

FROMME, Herbert (2016): Der Manndecker bittet zum Rapport.
Erstmals müssen die Lebensversicherer ihre wahre Lage nach neuen Regeln melden,
in:
Süddeutsche Zeitung v. 18.05.

Herbert FROMME berichtet über das Anfang des Jahres in Kraft getretene Solvency II, das EU-Aufsichtsregeln mit langen Übergangsfristen beinhaltet. Die Anforderungen sind gemäß FROMME jedoch eher gering, sodass nur für wenige Lebensversicherer einer strengeren Beobachtung unterliegen. 

 
   

SOMMERFELDT, Nando & Holger ZSCHÄPITZ (2016): Die fatale Ignoranz der deutschen Sparer.
In einer Ära der Niedrigzinsen müssen die Deutschen ihren Anlagestil vollkommen ändern - ansonsten gefährden sie ihre Altersvorsorge,
in:
Welt v. 18.05.

SOMMERFELDT & ZSCHÄPITZ drohen den Deutschen mit Altersarmut, wenn sie nicht endlich ihr Geld in Aktien anlegen. Der BDI hat ihnen die Zahlen zum Anlageverhalten geliefert. Während die Deutschen ihr Geld aus kostengünstigen Indexfonds abziehen würden, legen sie lieber ihr Geld in zweifelhaften Fondsarten wie offenen Immobilienfonds oder Mischfonds an, kritisieren die Autoren. Zum Schluss wird das Mantra wiederholt:

"Im Kampf gegen Altersarmut sind Aktien (...) die einzige Option."

Zumindest werden jedoch nicht wie anderen Artikeln sagenhafte Renditen versprochen, sondern die Langfristigkeit einer solchen Anlage hervorgehoben. Wer also bald in Rente geht, sollte auf Aktien, die er jetzt erst erwirbt, nicht so bald angewiesen sein. Wer zu den Geringverdienern gehört, den dürften Aktien auch nicht vor der Altersarmut schützen, sondern nur eine Rentenreform, die diesen Namen auch verdient.

 
   

BUNZENTHAL, Roland (2016): Das Niveau sinkt weiter.
Neoliberale Denkfabrik will Beschäftigte noch länger für ihre Rente arbeiten lassen,
in:
Neues Deutschland v. 18.05.

Roland BUNZENTHAL streut Gerüchte über eine geplante Rentenreform von Andrea NAHLES. Danach soll das derzeitige Rentenniveau von 47,6 Prozent als neue Untergrenze gelten, die Riester-Rente langfristig abgeschafft und zuletzt wird noch eine Rente mit 68 ins Spiel gebracht, eine Forderung, die auch der INSM zugeschrieben wird. BUNZENTHAL will darin Eckpunkte für Koalitionsverhandlungen nach der nächsten Bundestagswahl sehen.

"Pro Prozentpunkt, den das künftige Niveau nach oben von geltendem Recht abweicht, betragen sie rund sechs Milliarden Euro, hat die Rentenversicherung errechnet",

behauptet BUNZENTHAL. Diese Zahlen kursieren auch in anderen Mainstream-Zeitungen, wo sie jedoch nicht der Rentenversicherung zugeschrieben werden. Unkritisch werden auch die Berechnungen des INSM-Gutachtens wiedergegeben. Am Ende wird die Position der Linkspartei (Rentenniveau von 53 %; Ausbau des Rentensystems zu einer Erwerbstätigenversicherung) skizziert und als Hemmnis die "Privilegien der Beamten und Politiker" genannt.

BUNZENTHAL referiert noch eine DPA-Meldung zum Schmelzen der Rücklagen der Rentenversicherung und eine AFP-Meldung über das Positionspapier der BDA wird in einem Artikel mit der Überschrift Arbeitgeber stützen Riesterrente behandelt.

 
       
 

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Bernds@single-dasein.de Stand: 20. Mai 2016