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Medienrundschau:

News zum Single-Dasein

 
     
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News Januar - Juni 2016
News 2000-2015

 
 
   
Medienberichte über single-dasein.de
 
 
 
   

News vom 09. - 28. Februar 2017: [09.02.] [10.02.] [11.02.] [12.02.] [13.02.] [14.02.] [15.02.] [16.02.] [17.02.]

 
 
     
 
   

Zitat des Monats:

Die Annahme einer sich ausbreitenden Kultur der Kinderlosigkeit muss revidiert werden

"Entgegen der Annahme der sich ausbreitenden »Kultur der Kinderlosigkeit« zeigen die Daten, dass Kinderlosigkeit nicht ganz so oft als gesellschaftlich »normal« bewertet wird. Die Trennlinie verläuft offenbar direkt unter der Zweikindnorm. Die Abweichung nach unten, sei es durch Kinderlosigkeit oder durch die Einkindfamilie charakterisiert, werden auch von der Gesellschaft, so wird es individuell wahrgenommen, als Normabweichung sanktioniert"
(aus: Sabine Diabaté & Kerstin Ruckdeschel "Gegen den Mainstream", Zeitschrift für Familienforschung, Heft 3, S.350)

 
       
       
   

17.02.2017

 
       
   
HANDELSBLATT-Wochenendthema: Die deutsche Mitte.
Angst vor dem Absturz

ESCHBACH, Hans u.a. (2017): Das geteilte Land.
Rund die Hälfte der Deutschen blickt sorgenvoll in die Zukunft - obwohl es den meisten materiell gut geht. Doch die Ängste um Job, Altersvorsorge und persönliche Sicherheit sind groß. Es hat sich herumgesprochen: Die Mitte ist kein sicherer Ort mehr,
in:
Handelsblatt v. 17.02.

RICKENS, Christian & Thomas TUMA (2017): "Die Politik hat zu lange zu vieles schleifen lassen".
Die Allensbach-Chefin über die Folgen der Kölner Silvesternacht, Unsicherheiten und Zukunftsängste der Deutschen sowie die Prognosekraft der Zunft,
in:
Handelsblatt v. 17.02.

 
       
   

SPECHT, Frank (2017): Die Arbeitskräfte verschwinden.
Demografie: Nur mit 400.000 Zuwanderern pro Jahr könnte Deutschland die Zahl der Erwerbspersonen bis 2060 stabil halten - doch das erscheint unrealistisch,
in:
Handelsblatt v. 17.02.

 
       
   

SOLDT, Rüdiger (2017): Vertrauensspeck aufgebraucht.
Das Scheitern der Neuregelung der Altersversorgung im Südwesten schadet auch der Koalition,
in: Frankfurter Allgemeine Zeitung
v. 17.02.

 
       
   

RITZER, Uwe (2017): "Man hat permanent Existenzängste".
Monika Baumgartner kennt den Gang zum Arbeitsamt - obwohl sie eine feste Serienrolle im Fernsehen hat. Ein Gespräch über Sparsamkeit, Älterwerden und die Frage, warum unklar ist, wie viel Rente sie bekommt,
in: Süddeutsche Zeitung
v. 17.02.

 
       
   

16.02.2017

 
       
   

THADDEN, Elisabeth von (2017): Müttermacht.
Rechts oder links: Der neue Bauch ist politisch,
in:
Die ZEIT Nr.8 v. 16.02.

 
       
   

CREUTZBURG, Dietrich (2017): Mehr Geld für Rentner.
Die Bundesregierung bringt zwei Rentengesetzte auf den Weg. Vor allem für Ruheständler im Ost und Erwerbsgeminderte gibt es höhere Leistungen,
in: Frankfurter Allgemeine Zeitung
v. 16.02.

SIEVERS, Markus (2017): Rentengrenze fällt im Jahr 2025.
Bundesregierung schafft Einheit. Junge Leute im Osten werden schlechtergestellt,
in: Frankfurter
Rundschau v. 16.02.

 
       
   

FROMME, Herbert (2017): Versicherer Ergo kürzt in Nürnberg.
Eigene Angebote einer Tochter werden eingestellt. Der Standort soll ein digitales Betreuungszentrum werden,
in: Süddeutsche Zeitung
v. 16.02.

 
       
   

MODLER, Isabelle (2017): Für wen sich Rürup lohnt.
Besonders Gutverdiener, die hohe Steuern zahlen, können bei der Altersvorsorge sparen,
in:
Welt v. 16.02.

 
       
   

15.02.2017

 
       
   

ÖCHSNER, Thomas (2017): 50 Euro plus im Monat.
Für manche steigt die Erwerbsminderungsrente,
in: Süddeutsche Zeitung
v. 15.02.

 
       
   

GENTRUD, Anna (2017): Die große Abwicklung.
Der Verkauf von Versicherungsbeständen wird immer beliebter,
in: Süddeutsche Zeitung
v. 15.02.

 
       
   

CREUTZBURG, Dietrich (2017): Betriebsrenten sollen noch stärker gefördert werden.
Die Bundesregierung will die betriebliche Altersversorgung stärken. Den Abgeordneten geht ihr Gesetzentwurf aber nicht weit genug. Die CDU erwägt neue Regeln für Sozialbeiträge und "sanften Druck",
in: Frankfurter Allgemeine Zeitung
v. 15.02.

 
       
   

MOHR, Daniel (2017): Mehr Jüngere kaufen Aktien,
in: Frankfurter Allgemeine Zeitung
v. 15.02.

 
       
   

SLODCZYK, Katharina(2017): Mehr Schulaufgaben wie aus dem Leben.
HB-Serie Ökonomische Bildung. Finanzbildung: Großbritannien hat den Unterricht über Geld und Zinsen, Kredite und Altersvorsorge zur Pflicht gemacht. Doch das reicht noch lange nicht, um das ökonomische Wissen der Schüler auf breiter Front zu verbessern,
in: Handelsblatt
v. 15.02.

 
       
   

14.02.2017

 
       
   

KEGEL, Sandra (2017): Küsse, Bisse, Risse.
Anatomie einer Geste: Geküsst wird immer und zu allen Zeiten. Doch nicht jeder Kuss steht für den Beginn einer großen Liebe. In seinem neuen Buch untersucht der Schweizer Germanist Peter von Matt den Kuss in der Literatur. Ein Gespräch zum Valentinstag,
in: Frankfurter Allgemeine Zeitung
v. 14.02.

 
       
   

CREUTZBURG, Dietrich (2017): Die Mittelschicht ist sehr stabil - und unzufrieden.
Der Anteil der Bezieher mittlerer Einkommen sinkt seit 2005 nicht mehr, doch es herrschen Abstiegsängste,
in: Frankfurter Allgemeine Zeitung
v. 14.02.

CREUTZBURG, Dietrich (2017): Vergessene Mitte.
Kommentar,
in: Frankfurter Allgemeine Zeitung
v. 14.02.

 
       
   

STIEBER, Benno (2017): Unverblümte parlamentarische Selbstbedienung.
Baden-Württemberg: Der Landtag genehmigt sich eine üppige Altersvorsorge. Doch das könnte gekippt werden - durch einen Volksbeteiligung, die das Parlament 2016 beschlossen hatte,
in:
TAZ v. 14.02.

 
       
   

NARAT, Ingo (2017): Nicht im Interesse der Anleger.
Investmentfonds: Eine Anlegerlobby wehrt sich gegen zu hohe Gebühren bei Fonds, die ihrer Meinung nach viel billiger sein könnten,
in: Handelsblatt
v. 14.02.

 
       
   

13.02.2017

 
       
   

HERZ, Carsten & Christian SCHNELL (2017): Gute Police, schlechte Police.
Versicherer prüfen die Auslagerung von zu teuer gewordenen Verträgen. Der Kauf des Basler-Bestandes durch die Frankfurter Leben könnte nur der Anfang sein. Spezialplattformen hoffen auf das große Geschäft,
in:
Handelsblatt v. 13.02.

 
       
   

RÜRUP, Bert (2017): Vorwärts in die Vergangenheit.
Der Chefökonom: Subventionierte Mitarbeiterbeteiligungen sind kein Rezept gegen Altersarmut,
in:
Handelsblatt v. 13.02.

 
       
   

12.02.2107

 
       
   

HUMMEL, Katrin (2017): Das hässlichste Gefühl.
Der Neid hat keinen guten Ruf. Dabei ist er eigentlich normal, sehr menschlich - und richtig genommen, kann er sogar anfeuern. Eine Charakterkunde,
in: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung
v. 12.02.

 
       
   

KREMER, Dennis (2017): Häuser lohnen sich mehr als Aktien.
Immobilien sind die beste Geldanlage, sagt Wirtschaftshistoriker Moritz Schularick. Er hat die Hauspreise seit dem Jahr 1870 erforscht,
in: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung
v. 12.02.

 
       
   

SIEVERS, Anne-Christin (2017): Ehe kaputt, Haus futsch?
Wenn verheiratete Paare sich trennen, trifft sie eine Frage oft unvorbereitet: Was soll mit der gemeinsamen Immobilie nach der Scheidung geschehen?
in: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung
v. 12.02.

 
       
   

11.02.2017

 
       
   

SMITH, Zadie (2017): Meine Zeit als junge Frau ist vorbei.
Zadie Smith beschäftigt wisch mit Balthasar Denners Gemälde "Alte Frau". Ihren Blick schärft der britische Kunstkritiker John Berger. Doch zu ihren überraschenden Erkenntnissen findet sie ganz allein,
in: Frankfurter Allgemeine Zeitung
v. 11.02.

 
       
   

BRANKOVIC, Maja & Christian SIEDENBIEDEL (2017): Kein Land der Abgehängten.
Die Globalisierung hat die Exportnation Deutschland reich gemacht. Aber auch hier gibt es Regionen, in denen viele arbeitslos geworden sind. Die Autoren haben sich unter Profiteuren und Verlierern umgehört,
in: Frankfurter Allgemeine Zeitung
v. 11.02.

 
       
   

WAGSTAFF, Chris (2017): Behavioral Finance für die Altersvorsorge.
Standpunkt,
in: Frankfurter Allgemeine Zeitung
v. 11.02.

 
       
   

HEBEL, Stephan (2017): Steinmeiers Hillary-Problem.
Leidartikel: Kann man den Aufstieg der neuen Rechten Einhalt gebieten, indem man ihnen einen führenden Repräsentanten des "Weiter so" als Bundespräsidenten entgegenstellt?
in: Frankfurter
Rundschau v. 11.02.

 
       
   

10.02.2017

 
       
   
SZ-MAGAZIN-Thema: Ein Heft über die Liebe

SCHNEIDER, Susanne & Josef WIRNSHOFER (2017): Building a Bridge to your Heart.
Woran machen wir unsere Liebe fest? Millionen Paare auf der Welt finden: an einem Brückengeländer. Die Liebesschlösser beschäftigen inzwischen eine ganze Industrie, die Bürokratie - und die Theologie. Stimmen zum Eisernen Steg in Frankfurt,
in: SZ-Magazin Nr.6
v. 10.02.

WAGNER, Lorenz (2017): Halt mich.
Manchmal schläft Beth monatelang - sie leidet am seltenen Dornröschen-Syndrom. Ihr Freund Dan setzt sich dann trotzdem jeden Tag an ihr Bett. Die Geschichte einer Liebe, in der die Zeit relativ ist,
in: SZ-Magazin Nr.6
v. 10.02.

HERPELL, Gabriela (2017): Liebe schwärmt auf allen Wegen.
Die Maler Rosa Loy und Neo Rauch sind schon lange ein Paar. Hier erzählen sie, wie sie der Ungerechtigkeit der Welt trotzen. Und sich beim Einräumen der Spülmaschine ergänzen,
in: SZ-Magazin Nr.6
v. 10.02.

KOCH, Christoph (2017): Für immer und Dich.
Adele schrieb an die falsche Mail-Adresse. Tausende Kilometer weiter wunderte sich Phil über die Post der unbekannten Frau. Und da soll noch jemand sagen, Liebe sei kein Schicksal,
in: SZ-Magazin Nr.6
v. 10.02.

MATTHEIS, Philipp (2017): Crazy litte Thing called Love.
Kaum war er ihr begegnet, war er ihr verfallen. Die Frau ließ ihn nie ganz nahe kommen, hielt ihn aber auch nicht wirklich auf Abstand. Unser Autor verzweifelte an dieser Liebe, doch er lernte eine Menge - über sich,
in: SZ-Magazin Nr.6
v. 10.02.

MÜNCH, Peter (2017): Weil es Liebe ist.
Ein Mann liebt einen Mann, hat aber zwei Kinder mit einer Frau, die Frauen liebt. Sie bilden zusammen eine sehr spezielle Familie - und finden sich selbst allen Ernstes spießig,
in: SZ-Magazin Nr.6
v. 10.02.

 
       
   

ÖFINGER, Hans-Gerd (2017): Rettung für die Bau-Sozialkassen.
Ein neues Gesetz hilft, soziale Errungenschaften im Baugewerbe zu erhalten,
in: Neues Deutschland
v. 10.02.

Hans-Gerd ÖFINGER berichtet anlässlich der heute geplanten Verabschiedung des umstrittenen Gesetzes zur Sicherung der Sozialkassenverfahren im Baugewerbe über die Geschichte der Sozialkassen der Bauwirtschaft (SOKA-BAU) und deren Notwendigkeit.

 
       
   

DRIBBUSCH, Barbara (2017): Zu arm für die Krankenkasse.
Gesundheit: Viele Kleinselbständige können ihre Krankenversicherung nicht zahlen, weil die Mindestbeiträge zu hoch sind. SPD-Politiker fordern Flexibilität bei der Bemessung,
in:
TAZ v. 10.02.

Barbara DRIBBUSCH berichtet über die Position von Hilde MATTHEIS, der gesundheitspolitischen Sprecherin der SPD-Bundestagsfraktion, die es für wünschenswert hält

"die Krankenversicherungsbeiträge entsprechend des realen Einkommens der Selbständigen zu berechnen und nicht mehr entsprechend der Mindestbemessungsgrenze für hauptberuflich Selbständige von der zeit 2.231 Euro im Monat".

In Wirklichkeit geht es jedoch um etwas anderes, denn Selbständige könnten eine Härtefallregelung in Anspruch nehmen. Dies aber würde die Aufdeckung der  Vermögensverhältnisse bedeuten:

"Für Existenzgründer in der Anfangsphase kann die Mindestbemessungsgrenze auf 1.487 Euro monatlich abgesenkt werden. (...).
Auch Solo-Selbständige mit geringen Einnahmen können dies als »Härtefall« beantragen. Dann muss das Partnereinkommen aber auch sehr niedrig sein und beim Vermögen gelten geringe Freigrenzen für die »Härtefall«."

Die Ideologie der Solo-Selbständigen liegt aber gerade in der Abgrenzung zu jenen, die auf eine Grundsicherung angewiesen sind. Der Selbstunternehmer will mit Arbeitnehmern nichts zu tun haben, so will es das Distinktionsgebaren der neuen Bürgerlichkeit oder der digitalen Bohème. Der Solo-Selbständige wird von Seinesgleichen gern zum Helden der Selbstausbeutung, weshalb Neoliberale (dazu gehört auch die AfD) den Sozialstaat weiter demontieren können und höchstens kleine Privilegien für die Helden der Selbstausbeutung schaffen, während diejenigen, die manchmal auch als Arbeitskraftunternehmer tituliert werden, weiterhin ausgegrenzt werden.

Fazit: (Solo-)Selbständige sollten sich in der gesetzlichen Rentenversicherung versichern müssen, statt Ausnahmeregelungen zu erhalten. Das würde die Solidarität aller mit einem Niedrigeinkommen erhöhen. In diesem Zusammenhang könnten dann auch die Krankenversicherungsbeiträge anders behandelt werden. Die Sozialversicherungen müssen als Gesamtheit gesehen werden, stattdessen herrscht eine isolierte Betrachtung vor. 

 
       
   

PAPON, Kerstin (2017): Viele Senioren brauchen das Ersparte für sich selbst.
Sorge über eigenen Lebensabend. Die meisten fühlen sich nicht verpflichtet, den Erben etwas zu hinterlassen,
in: Frankfurter Allgemeine Zeitung
v. 10.02.

Kerstin PAPON plappert die PR der Deutschen Leibrenten Grundbesitz AG nach, deren Repräsentativität sich nicht auf die Haushalte in Deutschland bezieht, sondern nur auf Mieter und Eigentümer auf dem Land bzw. der Stadt. Die Aussagekraft der Umfrage ist deshalb sehr beschränkt und verzerrt. 

 
       
   

MENKENS, Sabine (2017): Alte entscheiden die Wahlen.
Deutschland ist längst eine Rentnerdemokratie. Doch ganz so egoistisch wie vermutet sind die Senioren gar nicht,
in: Welt
v. 10.02.

Deutschland eine Rentnerdemokratie? Welch ein Unsinn. Der Medianwähler ist 52 Jahre alt, d.h. 50 Prozent der Wähler sind jünger als 52 Jahre. Bekanntlich steigt das Rentenalter bis 2031 auf 67 Jahre. Nicht einmal 2060 würde das - auch nur ansatzweise - erreicht werden.

Wir haben es hier also mit Altersdiskriminierung zu tun, denn einer heterogenen Gruppe von Älteren, die sich im Gegensatz zu den Jüngeren auch noch durch krasse Unterschiede zwischen Arm und Reich auszeichnen, wird ein gemeinsames Interesse unterstellt.

Die Welt hat ein - im Gegensatz zum Politbarometer - unbekanntes Umfrageinstitut beauftragt, die These von der Rentnerdemokratie zu bestätigen. Das ist gründlich schief gegangen. Während nämlich die Altersgruppen 18 - 64 in 4 Altersgruppen unterteilt wurden (3 x 10 und 1 x 15 Jahrgänge), wurden über 65-Jährige als Rentner zu einer einzigen Gruppe zusammengefasst, d.h. Unterschiede zwischen 65-Jährigen, 75-Jährigen oder 85-Jährigen konnten gar nicht differenziert werden. Oder anders formuliert: Was zu beweisen gewesen wäre, wurde bei dieser Befragung bereits durch die Gruppenbildung vorausgesetzt. Geht es eigentlich noch dümmer?      

 
       
   

09.02.2017

 
       
   

Massenflucht aus der privaten Altersvorsorge: Baden-Württembergs Landestagsabgeordnete kehren reumütig zur Pension zurück

KELNBERGER, Josef (2017): Sparsam ist relativ.
Die Abgeordneten in Baden-Württemberg sollen wieder staatlich fürs Alter vorsorgen können,
in: Süddeutsche Zeitung
v. 09.02.

Erst 2008 setzten Baden-Württembergs Landtagsabgeordnete mit einer Reform auf die private Altersvorsorge. Nun haben sie ihren kurzen Ausflug in die raue Welt der privaten Altersvorsorge wieder beendet. Wir können dagegen nicht wählen, ob wir der privaten Altersvorsorge den Rücken kehren wollen. Wir werden von der Bundesregierung zur Subvention der Finanzdienstleister gezwungen, weil die gesetzliche Rentenversicherung nicht mehr lebensstandardsichernd ist.

SOLDT, Rüdiger (2017): Zurück zum alten System.
Die Parlamentsreform in Südwesten war mit heißer Nadel genäht und hat sich wenig bewährt,
in: Frankfurter Allgemeine Zeitung
v. 09.02.

Rüdiger SOLDT ist der Meinung, dass die "Selbstbedienungsmentalität" der Abgeordneten der AfD in die Hände spielt.

 
       
   

Der Jahresbericht 2015 des Ombudsmann für Versicherungen in den Medien

TAUBER, Jonas (2017): "Erfolgsaussichten gering".
Warum Kunden Ablaufleistungen von Lebensversicherern kaum überprüfen können,
in: Süddeutsche Zeitung
v. 09.02.

"Von den 20.827 (Vorjahr: 19.897) im Berichtsjahr eingegangenen Beschwerden betrafen 18.943 (17.965) die Kategorie Unternehmensbeschwerden, was einem Zuwachs von 5,4 Prozent entspricht. Damit setzte sich im langjährigen Vergleich der Anstieg dieser Beschwerden fort (nach einem Plus von 8,9 Prozent im Jahr 2013 und 0,2 Prozent im Vorjahr). (...).
19.100 (17.588) Beschwerden gegen Versicherungsunternehmen wurden im Berichtsjahr beendet. In 635 (654) Fällen haben die Beschwerdeführer ihr Anliegen nicht weiterverfolgt. (...).
13.922 Verfahren (12.429) wurden als zulässig beendet. Davon konnten 384 (278) nicht in der Sache entschieden werden, da die endgültige Bewertung von Fragen abhing, für deren Klärung sich das vereinfachte Ombudsmannverfahren nicht eignet (§ 8 VomVO). (...).
Von den übrigen 13.538 (12.151) Verfahren beendete der Ombudsmann 8.637 (7.940) Fälle mit einer Entscheidung oder Empfehlung. In 3.256 (2.704) Verfahren half das Versicherungsunternehmen ab. Das bedeutet, der Versicherer rückte von der vom Beschwerdeführer beanstandeten Entscheidung ganz oder teilweise ab. Bezogen auf den Anteil der Abhilfen an allen zulässigen beendeten Beschwerden stellt das eine Steigerung von 1,6 Prozent dar. Ein beiderseitiges Entgegenkommen, also ein Vergleich, kam in 748 (702) Fällen zustande. In 897 (805) Verfahren zog der Beschwerdeführer seine Beschwerde zurück.
In 4.543 (4.505) Fällen musste der Ombudsmann die Befassung mit der Beschwerde ablehnen. Die Zulässigkeitsfrage ist nach der hierfür geltenden Verfahrensordnung (VomVO) zu entscheiden. (...).
Im Berichtsjahr hatten 44,3 (42,1) Prozent der Beschwerden Erfolg, sofern sie nicht die Lebensversicherung betrafen"

heißt es in dem Jahresbericht 2015, der bereits im Mai letzten Jahres veröffentlicht wurde. In Sachen Lebensversicherungen haben Kunden wesentlich schlechtere Karten als in anderen Versicherungssparten:

"Beschwerden aus der Lebensversicherung haben zwangsläufig vergleichsweise geringere Erfolgsaussichten. Sie richten sich oft gegen Standmitteilungen, die Höhe der Überschüsse oder gegen die Ablaufleistungen. Der Ombudsmann kann diesbezügliche Anliegen der Beschwerdeführer durchaus nachvollziehen, denn die Darstellungen sind für Verbraucher oft unklar oder missverständlich. Auch können die mitgeteilten Werte enttäuschen, wenn sie unter den Erwartungen liegen. Sie sind jedoch in der Regel weder hinsichtlich der Berechnung noch unter rechtlichen Gesichtspunkten zu beanstanden. Die Erfolgsquote in der Lebensversicherung bewegte sich bis einschließlich 2011 unter 20 Prozent. 2012 lag sie mit 23,3 Prozent erstmals darüber und erreichte 2013 den Höchststand von 34,0 Prozent. Dieser Anstieg beruht maßgeblich auf der Entwicklung der Rechtsprechung sowie deren Umsetzung durch die Unternehmen und wurde im Bericht 2013 an gleicher Stelle kommentiert. Nachdem sie im Vorjahr bereits wieder auf 28,3 Prozent gesunken war, ist im Berichtsjahr mit 24,1 Prozent eine weitere Reduzierung zu verzeichnen" (S.103f.),

heißt es dazu. Der Bericht geht von einem weiten Begriff der Lebensversicherungen aus, der folgendermaßen beschrieben wird:

"Im Jahr 2015 erhielt der Ombudsmann 3.640 (Vorjahr: 3.738) zulässige Beschwerden zur Lebensversicherung, das entspricht 26,3 (29,2) Prozent am Gesamteingang aller zulässigen Eingaben. Unter dem Begriff »Lebensversicherung« wird eine Vielzahl von Vertragsarten zusammengefasst. Die aus Beschwerdesicht häufigsten sind konventionelle kapitalbildende Lebens- bzw. Rentenversicherungen, danach kommen fondsgebundene Versicherungen sowie Riesterrentenversicherungen und Verträge zur betrieblichen Altersversorgung (bAV), gefolgt von Sterbegeld-, Basisrenten- und Restschuldversicherungen." (S.26)

Aus der folgenden Tabelle lässt sich die Entwicklung der zulässigen Beschwerden für die Gesamtsparte und die Teilsparte Lebensversicherung ersehen:

Jahr Versicherungswirtschaft Lebensversicherung
  Anzahl zulässiger Beschwerden Anzahl zulässiger Beschwerden Prozentanteil an Beschwerden
2014 12.815 3.738 29,2 %
2015 13.805 3.640 26,4 %

Eine Bewertung dieser Entwicklung wäre nur in Verbindung mit der Situation bei der Lebensversicherung im Vergleich mit der Versicherungswirtschaft möglich, was in dem Bericht unterlassen wird.

Ob der Rückgang der zulässigen Beschwerden bzw. der Erfolgsquote eine positive Entwicklung darstellt, ist aus diesen Zahlen nicht zu erschließen. Eine niedrige Erfolgsquote könnte genauso auf eine Verschlechterung der Lage für Versicherte gegenüber der Lebensversicherung hindeuten. Ein Hinweis darauf ist die Tatsache, dass die Darstellungen der Versicherungswirtschaft für Kunden "oft unklar oder missverständlich" sind wie es im Bericht heißt.

Hinzu kommt, dass eine Vielzahl von Beschwerden einfach mit Hinweis auf Absichtsbekundungen eines Versicherers durch den Ombudsmann unterschlagen werden konnten, sodass ein Vergleich der Anzahl zulässiger Beschwerden durch solche Sondereffekte ein verzerrtes Bild hinterlässt. So führt der Bericht den Fall eines Computerfehlers bei einem großen Versicherer an, der abseits der Beschwerdenstatistik behandelt wurde:

"Im Juli 2015 berichteten die Medien, dass ein großer Versicherer aufgrund fehlerhafter Computerprogramme über Jahre hinweg in hunderttausenden von Fällen sowohl zum Nachteil als auch zum Vorteil der Kunden die Erträge und Gutschriften von Lebensversicherungen falsch berechnet hat. Der Versicherer hatte dies selbst eingeräumt und eine Nachzahlung bei zu geringen Leistungen angekündigt; zu viel ausgezahlte Beträge wurden nicht zurückgefordert. Teilweise wurde die Vermutung geäußert, dass es auch bei anderen Versicherern derartige systemische Fehler gebe.
Die Veröffentlichung löste Beschwerden gegen diesen, aber auch gegen andere Versicherer aus. Die Beschwerdeführer wollten Gewissheit, ob ihre Verträge Berechnungsfehler enthielten. Der Ombudsmann erwartete zunächst von dem betreffenden Versicherer, dass er sich zur Richtigkeit der jeweiligen Berechnungen äußert. Es waren zu diesem Zeitpunkt aber noch nicht alle Prüfungen abgeschlossen, so dass nicht immer feststand, ob der Vertrag vom Computerfehler betroffen gewesen sein konnte oder nicht. Da das Unternehmen jedoch zusagte, auf die Einrede der Verjährung zu verzichten und eine etwaige Nachzahlung ab Fälligkeit zu verzinsen, konnte der Ombudsmann diese Beschwerden abschließen. Schließlich war der Versicherer auch damit einverstanden, die Beschwerdeführer zu informieren, sobald die Überprüfung des Vertrages abgeschlossen war." (S.21f.)

Unter Punkt 2.7 wird ab Seite 21 ausführlich auf die Probleme im Bereich der Lebensversicherungen eingegangen. Sowohl Gerichtsurteile als auch Gesetzesänderungen führen immer wieder zur Konkretisierung oder gar Verschlechterungen zu Lasten der Kunden. Ein Beispiel für Gesetzesänderungen, die im Berichtszeitraum zu Beschwerden führte, wird folgendermaßen erörtert:

"Nicht wenige Beschwerden zu den Bewertungsreserven waren auf das zum 7. August 2014 in Kraft getretene Lebensversicherungsreformgesetz (LVRG) zurückzuführen. Durch die Neuregelung wurden festverzinsliche Wertpapiere des Versicherers von der Beteiligung an den Bewertungsreserven teilweise ausgenommen. Der Gesetzgeber hat mit dieser Regelung entschieden, dass im Grundsatz die Erfüllung der garantierten Leistungen aller Versicherten Vorrang hat." (S.30f.)

Fehlinformationen von Medien zu Gesetzesänderungen führen nicht selten zu unberechtigten Beschwerden. Der Bericht gibt zumindest einen Überblick über die erfolgten Beschwerden und zeigt die Defizite im Bereich der Lebensversicherungen auf..

Der Bericht von Jonas TAUBER weckt außerdem Zweifel an der Stärke des Verbraucherschutzes im System der Unternehmensinteressen:

"Ob die ausgezahlten Summen - die sogenannten Ablaufleistungen - wirklich korrekt sind, können die Marktwächter ebenso wenig überprüfen wie die  Verbraucherzentralen oder der Bund der Versicherten. Der Grund: Sie haben keinen Zugriff auf die dafür nötigen Informationen, die Versicherer müssen sie nicht an die Kunden und deren Berater herausrücken."

Lediglich der Ombudsmann für Versicherungen besitzt die nötigen Informationen, aber nicht den dafür erforderlichen Sachverstand. Der Ombudsmann prüft nur die Rechtmäßigkeit, d.h. die juristische Einwandfreiheit, nicht aber ob die Berechnungen der Versicherungsunternehmen ökonomisch bzw. sozial gerechtfertigt sind.

"Das Problem sind die nicht-garantierten Überschüsse, die vom Geschäftserfolg des Unternehmens abhängig sind und zum Teil jährlich gutgeschrieben werden, zum Teil zum Ablauf des Vertrags. Wie die Versicherer diese Beiträge kalkulieren, bleibt ihr Geheimnis",

erklärt uns TAUBER. Oder anders formuliert: Die Versicherungsunternehmen besitzen einen großen Spielraum, um sich Profite auf Kosten der Versicherten zu generieren.

 
       
   

KESSLER, Wolfgang (2017): Mehr Kontrolle!
Gastwirtschaft: Megafonds können tun, was sie wollen,
in: Frankfurter
Rundschau v. 09.02.

 
       
   

STUTTGARTER ZEITUNG-Titelgeschichte: Raus aus dem Speckgürtel.
Bevölkerungsentwicklung: Tausende Stuttgarter ziehen jedes Jahr ins Umland. Die meisten finden in der Landshauptstadt selbst keine Wohnung, wollen aber weiter großstadtnah leben

BURY, Matthias (2017): Stuttgart verliert Bürger ans Umland.
Einwohnerwanderung: Die Zahl der Haushalte, die in die Region ziehen, wächst seit einigen Jahren. Die Gründe sind offenbar die hohen Preise und das mangelnde Wohnungsangebot der Stadt,
in: Stuttgarter Zeitung
v. 09.02.

 
       
   

LAMBECK, Fabian (2017): Die prophezeite Massenarmut.
Warnungen gab es zuhauf - trotzdem steigt die Zahl der Älteren ohne ausreichendes Einkommen,
in: Neues Deutschland
v. 09.02.

GERNHARDT, Grit (2017): Arm und egal.
Kommentar: Die steigende Altersarmut ist bedenklich,
in: Neues Deutschland
v. 09.02.

BEEGER, Britta & Dietrich CREUTZBURG (2017): Das Armutsrisiko von Senioren ist besonders niedrig.
Laut Statistikamt leben 2,4 Prozent der deutschen Ruheständler in armen Verhältnissen - mit sinkender Tendenz,
in: Frankfurter Allgemeine Zeitung
v. 09.02.

BEEGER & CREUTZBURG sind der Auffassung, dass sie der Propaganda der Linksparteiabgeordneten Sabine ZIMMERMANN mit ebensolcher Propaganda entgegentreten müssen. Dabei bleibt die Wahrheit auf der Strecke, denn die EUROSTAT-Daten sind gar nicht in der Lage das zu belegen, was uns die FAZ-Journalisten weismachen wollen.

Als Haushaltsstatistik bleiben gerade jene außen vor, die von Armut am stärksten betroffen sind: Obdachlose und Heimbewohner. Hinzu kommt, dass  BEEGER & CREUTZBURG die Alten zur Gruppe der 65-Jährigen zusammenfassen. Mit Durchschnittszahlen kann jedoch weder ein Anstieg noch ein Rückgang von Altersarmut belegt werden, denn dazu müsste zwischen Neurentnern und Bestandsrentnern unterschiedlicher Geburtsjahrgänge differenziert werden. Dies aber wird unterlassen. Aufklärung sieht anders aus!

Kritisiert wird stattdessen nur, dass ZIMMERMANN auch 55- bis 65-Jährige in ihre Betrachtung einbezogen hat. Damit kommen auch Erwerbsminderungsrentner, ältere Arbeitslose und Niedriglöhner in den Blick.

Fazit: Wer meint Propaganda mit eigener Propaganda begegnen zu müssen, der erhöht nicht die Glaubwürdigkeit, sondern bestätigt lediglich das Misstrauen gegenüber der Mainstreampresse.

CREUTZBURG, Dietrich (2017): Armutszeugnis.
Kommentar,
in: Frankfurter Allgemeine Zeitung
v. 09.02.

 
       
   

SCHICKENTANZ, Chris-Oliver (2017): Mehr Rendite im Alter.
Profi-Anlageempfehlung,
in: Handelsblatt
v. 09.02.

Der Artikel zeigt, dass beim Handelsblatt PR und Journalismus vermischt werden: Ein Commerzbank-Mitarbeiter kann hier kostenlos Werbung für einen Themen-ETF machen. Dass diese Werbung, die als "Anlageempfehlung" geadelt wird, im Gewande eines "informativen Artikels" präsentiert wird, wirft ein schlechtes Licht auf den Journalismus.  

 
       
   

GREIVE, Martin & Jan HILDEBRAND (2017): Teures Team.
Viele Minister melden neue treure Budgetwünsche an. Kassenwart Wolfgang Schäuble wehrt sich und warnt: Die Finanzlage ist angespannter als gedacht,
in: Handelsblatt
v. 09.02.

GREIVE & HILDEBRAND produzieren in ihrer Titelgeschichte Das Milliarden-Loch viel heiße Luft. Um "Wahlgeschenke" zu verhindern, wird vom Handelsblatt immer wieder einmal der Bundeshaushalt arm gerechnet. Und auch die Politiker kennen dieses Spielchen zur Genüge:

"Ständig rechne sich Schäuble arm - um dann am Ende wieder mehrere Milliarden aus dem Hut zu zaubern, wenn es ihm gerade passt".

Auf die Fadenscheinigkeit des Berichts weisen die Autoren deshalb auch zum Ende hin:

"Natürlich wissen auch Schäubles Beamte, dass die Diskussion um das Haushaltsloch 2018 in Wahrheit eine Luxusdebatte ist. Die Lücke könnte ohne weitres (...) geschlossen werden. Schäubles Leuten geht es um etwas anderes: Sie wollen verhindern, dass im Wahljahr Geld zum Fenster rausgeworfen wird."

Fazit: Die Titelgeschichte hätte man sich sparen können. Wenn es um Steuererleichterungen für Spitzenverdiener und Reiche geht, ist plötzlich jede Menge Geld übrig!

 
       
 

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Bernd Kittlaus
Bernds@single-dasein.de Stand: 19. Februar 2017