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News vom
01. - 06. August 2011
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Zitat
des Monats:
Raus aus der Hölle!
"Stellen
wir uns vor, ein Mann begegnet eines Abends einer jungen Frau,
verliebt sich und schwebt wie auf Wolken. Drei Monate später
zieht das frischgebackene Paar zusammen. Das ist der Anfang
vom Ende. Von nun an verengt sich der Horizont des Mannes
rapide. Er vernachlässigt seine Freunde, wird jähzornig,
pedantisch, empfindlich und verändert sich stark. Mit
ausdruckslosem Blick schleppt er sich in Filzpantoffeln vom
Sessel zum Sofa. Er setzt Hüftspeck an, wird blass und
schlaff. Er erträgt kaum noch den eigenen Anblick im Spiegel;
er schämt sich. Er ist nicht mehr Herr über sein Leben, seine
Sexualität und seine Freizeit. Er verdrängt und grollt. Die
Erinnerung an das Leben davor schnürt ihm die Kehle zu. Er
fragt sich, ob er eine neue Brille braucht. Die Haare fallen
ihm aus. Binnen drei Monaten ist er um ein Jahr gealtert."
(aus: Robert Macia & Julien Péluchon
"Endlich
Single!" 2011, S.13)
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HUMMEL, Katrin (2011):
Ein Leben unter Niveau.
Viele junge
Frauen kehren den ländlichen Gebieten Ostdeutschlands den Rücken.
Zurück bleiben alleinstehende Männer, die nicht nur die Frau fürs
Leben, sondern oft auch Arbeit suchen. Oder nicht einmal mehr das. Im
Kyffhäuserkreis in Thüringen ist es besonders schlimm,
in: Frankfurter Allgemeine
Zeitung v. 06.08.
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Katja Kullmann - Echtleben
MÜLLER, Wolfgang (2011):
Das echte Leben im Falschen.
Die Tödliche
Doris liest (28): Die Kinder der Berliner Seiten schreiben um ihre
Existenz – Katja Kullmanns Buch über das neue Prekariat,
in: Junge Welt v. 06.08.
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SZ-Thema: Geschlossene Gesellschaft
Lange Zeit eher misstrauisch beäugt, erleben Clubs und Zirkel in
Deutschland ein Comeback. Auch Jüngere stehen Schlange, um aufgenommen
zu werden - in der Hoffnung, vom Netzwerk zu profitieren und Anschluss
zu finden
SERRAO, Marc Felix (2011):
"Die Elite ist wieder salonfähig".
Der Soziologe
Michael Hartmann über die neue Sehnsucht nach Exklusivität - und
die Frage, wo Deutschland am vornehmsten ist,
in: Süddeutsche Zeitung v.
06.08.
SERRAO, Marc Felix (2011):
Heute nur für Mitglieder,
in: Süddeutsche Zeitung v.
06.08.
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STOKOWSKI, Margarete (2011):
Nicht schwanger.
Mehrzweckwampe,
in: TAZ Berlin v. 06.08.
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Eine Gesellschaft, in der Kinderlosigkeit als abweichendes
Verhalten gebrandmarkt wird, fördert eher nicht den
Kinderwunsch von Kinderlosen, sondern führt zu neuen
Anpassungsleistungen von Kinderlosen wie das Beispiel
Prenzlauer Berg zeigt.
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GLASER, Peter (2011):
Onlinesein.
20 Jahre World
Wide Web: Ein paar Anmerkungen zum Leben im Netz,
in: Berliner Zeitung v. 06.08.
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WELDING, Malte (2011):
Die Aufhörer.
Warum sind wir
plötzlich so maßvoll geworden? Gedanken über einen Zeitgeist, der
alles als anstößig empfindet, was Spaß macht,
in: Magazin der Berliner
Zeitung v. 06.08.
"Was noch schlimmer ist als
die andächtigen Aufhörer von meiner Art, sind die moralischen
Unternehmer. Das sind die Leute, die professionell anderen
Verhaltensnormen auferlegen wollen. Besessene Bekehrer. Zu den
wenigen Tätigkeiten, die mehr Vergnügen bereiten als aufhören,
gehört eben, andere zum Aufhören zu bewegen",
schreibt WELDING zum
angeblichen Zeitgeist des Aufhörens.
Das passt so gar nicht zu Deutschland, in dem das Bekehren zum
Kinderkriegen, also des Anfangens, oberstes Gebot ist.
Spiegel Online nennt z.B. seine Sommerserie
Baby-Baustelle. Die österreichische Zeitung Die
Presse nennt ihre Sommerserie gleich
Die
Nachwuchslücke. In den Redaktionen vermutet man die
Zielgruppe im Internet. Onlinesein, so Peter GLASER, ist in,
auch wenn Journalisten sehnsüchtig das Offlinesein predigen.
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SCHULZE, Katrin (2011):
Geburtenrekord in Berlin: Der Trend geht zum Stadtkind.
Berlin
verzeichnet im Gegensatz zu anderen Ländern einen Geburtenrekord. Die
meisten Babys kommen in Friedrichshain-Kreuzberg zur Welt,
in: Tagesspiegel v. 05.08.
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Eine Pressekonferenz des Statistischen Bundesamtes, das mit
einem wenig aussagekräftigen Begleitmaterial mit dem Titel
"Wie leben Kinder in Deutschland?" daherkommt, hat unter
den Journalisten, bekanntlich die kinderärmste soziale Gruppe
der Deutschen, eine regelrechte Hysterie ausgelöst.
In der taz schwadroniert Deniz YÜCEL über den Raum
ohne Volk. Die Überschrift entstammt - gänzlich unoriginell -
einem Bestsellertitel.
In der Welt behaupten Dorothea SIEMS & Miriam
HOLLSTEIN zu wissen, warum in Deutschland ein Babyboom
ausbleibt. In der Wahl der Experten ist man dabei nicht
wählerisch, sondern klar tendenziös. Da wird ein Experte eines
Institut für Demografie, Allgemeinwohl und Familie
zitiert. Institut klingt nach Wissenschaft und Allgemeinwohl
sagt schon alles. Es handelt sich jedoch nur um einen
nationalkonservativen Verein, der sich mit einem
wissenschaftlichen Mitarbeiter schmückt. Als Geschäftsführer
firmiert ein familienfundamentalistischer Katholik. Daneben
wird der nationalkonservative Ökonom Hans-Werner SINN mit dem
Beitrag
Das demographische Defizit zitiert, ein Pamphlet, das
2003 erschien, um im Rahmen der Agenda 2010 die private
Altersvorsorge salonfähig zu machen. Angeblich sei diese der
Rentenversicherung überlegen. Seit den fortwährenden
Finanzkrisen hat diese Sichtweise jedoch an Glaubwürdigkeit
verloren. Einzig die Banken gewinnen bekanntlich dabei immer.
Was Welt und taz
eint: Die Zahlen des Statistischen Bundesamtes werden nicht
kritisch gesichtet, sondern unreflektiert übernommen, weil sie
den jeweiligen Kommentatoren gut ins eigene Denkschema passen.
Es mag aber auch daran liegen, dass statistischer Sachverstand
im Journalismus Mangelware ist.
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SCHNEIDER, Manfred (2011):
Altersflecken auf der moralischen Haut.
Das Diktat der
zeitgemässen Körperpflege verordnet apollinische Glätte und mosaisches
Glänzen,
in: Neue Zürcher Zeitung v. 05.08.
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VALIN, Frédéric (2011):
Die bittere Wahrheit.
Studie: Wer auf
Online-Datingportalen lügt, hat es dank einer Gesichtserkennung
demnächst schwer,
in: TAZ v. 04.08.
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Katja Kullmann - Echtleben
SCHOLZ, Nina (2011):
Wir nennen es nicht Armut.
Die Journalistin
Katja Kullmann erzählt in ihrem autobiographischen Buch »Echtleben«
von ihrer eigenen prekären Existenz als Kulturschaffende,
in: Jungle World Nr.31 v. 04.08.
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HUMMEL, Katrin (2011):
"Gefühlt ist er mein Sohn".
Erst war da die
Freude, dann kam das Misstrauen. Denn er fand nur wenige
Gemeinsamkeiten zwischen sich und seinem Sohn. Es dauerte Jahre, bis
er Gewissheit hatte: Sein Kind ist ein Kuckuckskind. Ein Vater
berichtet,
in: faz.net v. 04.08.
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SAUERBREY, Anna (2011):
Kinder, Kinder.
Bevölkerungsstatistik,
in: Tagesspiegel v. 04.08.
MEISNER, Matthias (2011):
Deutschland, keine Kinder.
Statistisches
Bundesamt: Drastischer Rückgang vor allem in den neuen Ländern.
Jeder sechste Minderjährige von Armut bedroht ,
in: Tagesspiegel v. 04.08.
ÖCHSNER, Thomas (2011):
Absage an die Familie.
Ein Überblick,
in: Süddeutsche Zeitung v. 04.08.
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Gute Nachrichten sind schlechte Nachrichten, weshalb die
deutschen Zeitungen die
Meldung des Statistischen Bundesamtes vom 12. Juli, wonach
2010 in Deutschland mehr Kinder geboren wurden, ignoriert
haben.
Stattdessen wurden Zahlen über die Zunahme von Alleinlebenden
zum Schreckgespenst aufgeblasen,
mitunter auch mit falschen Zahlen wie ein Bericht in der
Kölner Rundschau zeigt.
Und heute wird gar eine Pressekonferenz veranstaltet, die man
besser nächstes Jahr abgehalten hätte, denn die jetzt bekannt
gegebenen Zahlen verzerren lediglich die Situation in
Deutschland. Haushaltszahlen sind nicht in der Lage die
Geburtenentwicklung richtig zu beschreiben, wie der
Mikrozensus 2008 gezeigt hatte, bei dem erstmals die Geburten
von Frauen korrekt erfasst wurden. Warum wartet man also nicht
bis 2012? Offenbar ist der Politik im Wahljahr an Hysterie und
nicht an Information gelegen.
Das Familienministerium hat
bezeichnenderweise eine
eigene Pressemeldung zum Thema herausgegeben, die die
Zahlen relativieren:
"Trotz der geringen
Kinderzahl bewegt sich die Geburtenrate in Deutschland mit
1,36 Kindern pro Frau im gebärfähigen Alter seit einigen
Jahren auf stabilem Niveau. Im Osten erreicht die Geburtenrate
mit 1,40 sogar den höchsten Wert seit der Wiedervereinigung.
Laut dem Allensbach Monitor Familienleben sind 2010 die
Kinderwünsche in Deutschland wieder deutlich gestiegen."
Auch wenn das
Familienministerium ihre eigene Politik verkaufen möchte. Dass
Zeitungen bewusst einseitig skandalisieren, statt zu
informieren ist auch dem Auflagenschwund zuzuschreiben. Dass
dies den schlechten Ruf der Presse verbessert, darf bezweifelt
werden.
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DERNBACH, Andrea (2011):
Alleinerziehende müssen voll arbeiten.
Der
Bundesgerichtshof (BGH) hat es erneut für zumutbar erklärt, dass eine
alleinerziehende Mutter unter bestimmten Umständen ganztags arbeitet,
in: Tagesspiegel v. 03.08.
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JELLEN, Reinhard (2011): Die Arbeitsagentur und Instrumente zur
Statistikverschönerung.
Interview mit
dem arbeitslosen Akademiker Lars Okkenga über sein Leben in Hartz IV,
in: Telepolis v. 03.08.
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EIKMANN, Julia (2011):
Ohne Großraum glücklich.
Um sich in der
egoistischen Ellenbogengesellschaft von heute durchzusetzen, muss
der Mensch selbstbewusst, kontaktfreudig und dynamisch sein, sonst
geht er unter. Oder auch nicht, sagt Susan Cain in ihrem gewaltigen
Plädoyer für das Stille in einer lauten Welt,
in: DeutschlandRadio v.
02.08.
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Merkwürdiges aus der Welt der Single-Haushalte
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Mit der Haushaltsstatistik sind die meisten Journalisten immer
noch völlig überfordert.
In Köln 50 Prozent Single-Haushalte titelt die
Kölnische Rundschau (30.07.2011). Eveline KRACHT behauptet
in dem Artikel:
"Noch vor gut 20 Jahren,
1990, waren dagegen erst 154 000 ledige Erwachsene in Köln
registriert - ein Anteil von 32 Prozent aller Haushalte. Damit
ist der Anteil der Single-Haushalte in Köln in den letzten 20
Jahren von etwa einem Drittel auf die Hälfte gestiegen."
Wer Ledige und Haushalte
zusammenwirft, der muss damit rechnen, dass seine Zahlen
misstrauisch betrachtet werden, denn das zeugt von schlichter
Ahnungslosigkeit. Inzwischen liegen von vielen statistischen
Ämtern Zahlen im Internet vor, mit denen sich Aussagen schnell
überprüfen lassen.
Das Statistische
Jahrbuch 2004 der Stadt Köln (hier
als PDF-Datei downloadbar) listet für das Jahr 1990 genau
212.751 Einpersonenhaushalte. Bei 481.390 Haushalten sind das
fast 44,2 % (Seite 46).
Woher KRACHT die 154.000
Kölner Ledigen nimmt bleibt auch unklar. Das Statistische
Jahrbuch weist für das Jahr 1990 ganz andere Zahlen aus.
Aus Tabelle 102 (Seite 17) ergeben sich 407.667 Ledige. Um die
ledigen Erwachsenen zu erhalten muss man die 156.586 (ledigen)
Minderjährigen (Tabelle 104, Seite 21) von der Gesamtzahl abziehen und
erhält 251.081 ledige Erwachsene in Köln. Das sind immer noch
mehr als der Anteil der Einpersonenhaushalte, denn schließlich
können Ledige auch in Mehrpersonenhaushalten leben und in
Einpersonenhaushalten leben nicht nur Ledige, sondern sie
umfassen alle Familienstände.
Wer sich mit
"Single"-Haushalten beschäftigt, der weiß, dass der
stärkste Anstieg in Westdeutschland vor 1990 stattfand,
weshalb hier auch von einer
Single-Generation gesprochen wird. Erst Recht gilt das für
Großstädte wie Köln, da dort der Anstieg in Deutschland zuerst
einsetzte.
Nachtrag: Das Amt für
Stadtentwicklung und Statistik
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ALY, Götz (2011):
Kinderarmes Deutschland.
Wichtig
erscheint besonders ein Unterschied: Den Deutschen fehlt der
französische Optimismus, das Zukunfts- und Selbstvertrauen,
in: Berliner Zeitung v.
02.08.
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Katja Kullmann - Echtleben
LÖHR,
Julia (2011):
Die Berliner Republik.
Über die
finanziellen Nöte der kreativen Klasse,
in: Frankfurter Allgemeine Zeitung v.
01.08.
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TSCHECHNE, Martin (2011):
"Ich hatte den Plan, die Psychologie dienstbar zu machen".
Ein Gespräch mit
dem Experimentalpsychologen, Freud-Verehrer und Erfinder der
Partnerbörse "Parship", Hugo Schmale, anlässlich seines 80.
Geburtstags,
in:
Psychologie Heute, August
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KIENLE, Dela (2011): Das
schönste Gefühl der Welt.
Wie verliebt man
sich eigentlich? Viele Singles haben die Hoffnung schon fast
aufgegeben. Dabei müssen sie nur fünf Fragen für sich beantworten,
in: Neon, August
Norminalismus heißt das im
literaturwissenschaftlichen Fachjargon, was KIENLE in ihrem
Artikel betreibt, d.h. Produktion von Normalität durch
Statistik:
"Die Auswahl ist gering.
Nicht einmal jeder Dritte zwischen achtzehn und dreißig
Jahren ist noch Single. Zwischen 31 und vierzig Jahren sind
höchstens zwanzig Prozent noch zu haben. Und längst nicht
alle davon sind bereit für eine neue Liebe"
"Es ist statistisch gut
belegt, wie viele Menschen früher oder später eine enge,
beständige Beziehung eingehen. Es sind mehr als 95 Prozent"
Zwischen diesen beiden
Aussagen setzt KIENLE dem Leser weitere Zahlen vor, die den
Gang der Argumentation als zwingend erscheinen lassen sollen.
Fakt ist jedoch, dass zum
Thema Partnerlosigkeit gut belegte Zahlen nicht vorliegen,
denn repräsentative Untersuchungen würden eine amtliche
Statistik erfordern, bei denen moderne Paarformen wie z.B.
Paare ohne gemeinsamen Haushalt nicht durch die Raster fallen
würden. Wenn von
Singles im Zusammenhang mit Statistik geschrieben wird,
dann werden sie meist mit Alleinlebenden oder Unverheirateten
gleichgesetzt, was etwas entschieden anderes als
Partnerlosigkeit ist.
KIENLE missbraucht also die
Autorität von statistischen Zahlen, um zwei ganz banalen
Aussagen Nachdruck zu verleihen: Singles, habt angesichts der
geringen Auswahl nicht zu hohe Ansprüche. Letztlich findet
jedoch (fast) jeder Topf seinen Deckel. Aber schließlich
müssen ja 9 Seiten Titelgeschichte gefüllt werden.
Der Steigerung der
Autorität dienen des weiteren Experten. Und was liegt da
näher, als diejenigen zu präsentieren, die zum einen oft in
den Medien präsent sind wie Christian THIEL ("Suche
einen für immer und ewig") oder Stefan WOINOFF ("Überlisten
Sie Ihr Beuteschema") oder in den letzten zwei Jahren
vielfach besprochene Bücher veröffentlicht haben wie Arnold
RETZER ("Lob der Vernunftehe") oder Sven HILLENKAMP ("Das
Ende der Liebe"). Und da NEON die kleine Schwester des
STERNs ist, liegt es nahe sich an eine Titelgeschichte über
Julia PEIRANO ("Der
geheime Code der Liebe") dranzuhängen.
"Für das Glück in einer
Partnerschaft sind laut Frau Doktor offensichtlich drei
Eigenschaften entscheidend. Die Fähigkeit, sich zu binden
und Vertrauen zu fassen. Die Fähigkeit, sich von Kritik
nicht aus der Bahn werfen zu lassen. Und die Fähigkeit,
Konflikte konstruktiv anzugehen und dabei Aggressionen zu
vermeiden. Wer das draufhat, hat nach Peiranos Berechnungen
40 Prozent seines Liebesglücks in der Tasche."
(Uli Hauser, Stern Nr.9 v. 24.02.2011)
"Demnach, so Peirano,
genügen drei Persönlichkeitsmerkmale, um vierzig Prozent der
Zufriedenheit in einer Beziehung zu erklären. Was
Liebeskünstler ausmacht? Zum Ersten haben sie Urvertrauen
und können einem Partner intime Dinge von sich preisgeben.
Zum Zweiten sind sie konfliktfähig, diplomatisch und
entschuldigen sich auch mal, wenn sie übers Ziel
hinausschießen. Und nicht zuletzt ruhen sie in sich - und
lassen sich nicht allzu schnell vom Partner kränken."
(Dela Kienle, Neon, August 2011)
Eine solche Titelgeschichte
zu fabrizieren macht wenig Aufwand. Die Arbeit kann mehr oder
weniger am (heimischen) Schreibtisch oder am Laptop (am
Strand) erledigt werden. Und zu viel Text ist sowieso nicht
verlangt, denn großformatige Fotos sagen mehr als 1000 Worte.
Abgerundet wird diese
schlichte Titelgeschichte mit Beiträgen von NEON-Usern, denn
der Leser ist nicht mehr nur Leser, sondern heutzutage auch
ein Leserreporter, neudeutsch: Prosument.
Man sollte aber vielleicht
auch die Rahmenbedingungen dieser Textproduktion nennen:
Dela KIENLE war Redakteurin und schreibt nun als
Freelancerin für NEON weiter. Den zugehörigen Selbstversuch
mit Genmatching hat die Praktikantin Juliane FRISSE verfasst.
Wer wissen will, was der Unterschied zwischen Redakteurin,
Freelancerin und Praktikantin bedeutet, der sollte Katja
KULLMANNs Buch
Echtleben lesen. |
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Michel Houellebecq - Karte und Gebiet
DILLIG, Annabel & Sven
MICHAELSEN (2011): "Ich führe Krieg".
Michel
Houellebecq ist der vielleicht wichtigste europäische Schriftsteller.
Er hasst Interviews. Wir haben es trotzdem versucht,
in: Neon, August
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[ zum Seitenanfang ]
Zu den News vom 16. -
31. Juli 2011
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Bitte beachten Sie:
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