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News vom 01. - 04. Dezember 2013

 
 
     
 
   

Zitate des Monats:

Das Elterngeld verstärkt den Trend zur späten Mutterschaft und das ist gut so!  

"Der Anstieg der Geburten bei Akademikerinnen ab 30 und besonders ab 35 Jahre hat erheblich dazu beigetragen, dass die geschätzte TFR bei den Akademikerinnen bis 2011 das Niveau der mittleren Bildungsgruppe erreicht hat".
(Martin Bujard & Jasmin Passet in der Zeitschrift für Familienforschung, Heft 2, 2013, S.229)

"Das Elterngeld ist (...) parallel zu einer Verschiebung der Geburten im Verlauf und zu einem Aufholen der Geburten bei Akademikerinnen eingeführt worden. Die ASFR-Befunde zeigen einen deutlichen Geburtenanstieg für die Kombination der Merkmale Alter und Bildung. Aufgrund der gezeigten Daten und theoretischen Erwägungen ist es plausibel, dass das Elterngeld diese beiden Entwicklungen unterstützt bzw. beschleunigt hat."
(Martin Bujard & Jasmin Passet in der Zeitschrift für Familienforschung, Heft 2, 2013, S.231f.)

"Folgt man diesem Befund, lässt sich folgende These aufstellen: Familienpolitische Maßnahmen, die eine spezifische Zielgruppe anvisieren (Akademikerinnen), mit weiteren Maßnahmen in Einklang stehen (Kinderförderungsgesetz) und einem spezifischen demografischen Trend Rechnung tragen (Recuperation, Kinderphase nach dem Berufseinstieg) können Fertilitätseffekte zeitigen. Der letzte Punkt ist zentral, denn eine Maßnahme mit Anreizen gegen den Recuperation-Trend, beispielsweise in Richtung eines früheren Timings, wäre vermutlich verpufft."
(Martin Bujard & Jasmin Passet in der Zeitschrift für Familienforschung, Heft 2, 2013, S.233f.)

 
 
       
   

GURTZSCH, Dankwart (2013): Deutschland muss zurückgebaut werden.
Stadtplaner verabschieden sich von der Idee der grünen Suburbia. Die Menschen wollen nicht am Rand der Städte leben, sondern in ihnen,
in:
Welt v. 04.12.

 
   

Gentrifizierung: Von Yuppies, Yetties, Bobos, digitaler Bohème, Nerds, Hipstern und Latte macchiato-Müttern - Eine Bibliografie der neueren Gentrifizierungsdebatte

WEISSMÜLLER, Laura (2013): Die Stadt für alle - ein absurder Traum.
Als Stadtsoziologe fordert Andrej Holm mehr Auflagen in der Baupolitik - ein Gespräch über Gentrifizierung,
in:
Süddeutsche Zeitung v. 03.12.

SCHNELL, Lisa (2013): "Ärmere Haushalte bleiben auf der Strecke".
Wohnen: Politik muss sich mehr um dauerhaft preiswerte Sozialwohnungen kümmern, findet Gentrifizierungsexperte Andrej Holm,
in:
TAZ v. 04.12.

 
   

KNOKE, Felix (2013): Neuer Algorithmus soll Online-Singles besser verkuppeln.
Online-Dating boomt, viele Millionen Menschen suchen im Internet nach der großen Liebe oder dem kleinen Flirt. Forscher wollen nun einen Algorithmus entwickelt haben, der wirklich zusammenbringt, wer zusammengehört,
in:
Spiegel Online v. 02.12.

 
   

KRAUEL, Torsten (2013): Rebellion ist was für Alte.
Warum gibt es keine Jugendrevolte mehr? Weil Lebensalter und Lebenshaltung sich rapide umkehren: Die Jungen arbeiten, die Älteren demonstrieren. Jenseits der 50 wird das Leben gefühlvoll und frei,
in:
Welt v. 02.12.

 
   

KASTILAN, Sonja (2013): Der Wunsch nach dem Kind und der böse Verdacht.
Früher war die Diagnose Gebärmutterhalskrebs meist auch das Aus für eine künftige Schwangerschaft. Heute wird wesentlich schonender behandelt,
in:
Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung v. 01.12.

 
   

FLAßPÖHLER, Svenja (2013): "Unser Verständnis von Selbstverwirklichung ist eine Zumutung".
Pathologien der Arbeit, gescheiterte Selbstentwürfe, entfremdetes Dasein: Rahel Jaeggis Philosophie zielt ins Herz der heutigen Leistungsgesellschaft. Mit ihrem kritischen Interesse an unseren Lebensformen will sie einen gesellschaftlichen Wandel einleiten,
in: Philosophie Magazin,
Dezember/Januar

Rahel JAEGGI, Angehörige der Generation Golf, erzählt u. a. von ihrer prägenden Zeit in der Berliner Hausbesetzerbewegung, nachdem sie mit 14 Jahren von zu Hause abgehauen und die Schule abgebrochen hat. JAEGGI spricht auch über den Zusammenhang zwischen dem erschöpften Selbst, Entfremdung und Selbstverwirklichung:

"Svenja Flaßpöhler: Leiden wir in der heutigen Burnout-Gesellschaft nicht eher an einem »zuwenig« an Entfremdung? Die Subjekte sind erschöpft, weil sie ständig damit beschäftigt sind, sich selbst zu verwirklichen, behauptet der Soziologie Alain Ehrenberg.
Rahel Jaeggi: Es stimmt zum Beispiel, dass wir es heute in vielen Arbeitsbereichen nicht mehr mit fragmentierter, monotoner Arbeit zu tun haben wie noch zu Marx' Zeiten. Eher ist der Mensch in neoliberalen, prekären Arbeitsverhältnissen - man denke an die Kreativwirtschaft - gerade umgekehrt in seiner sogenannten »ganzen Persönlichkeit« gefragt. Viele identifizieren sich vollständig mit ihrer Arbeit, kennen keinen Feierabend, kein »jenseits der Arbeit« mehr. Ich würde es aber anders fass und behaupten: Diese Form der Selbstverwirklichung ist selbst eine Form der Selbstentfremdung."

Rahel JAEGGI rechtfertigt mit ihrem Buch Kritik von Lebensformen eine nachhaltige Familienpolitik á la Hans BERTRAM, die u. a. eine Kritik am Betreuungsgeld ist:

"Svenja Flaßpöhler: Nehmen wir (...) die Betreuungsgeld-Frau. Wie genau begründen Sie denn nun ihre Kritik an dieser Lebensform?
Rahel Jaeggi: In Bezug auf das individuelle Problem kann man den Formierungsprozess der Entscheidung infrage stellen: Wie ist die Entscheidung für diese Lebensform zustande gekommen? Gab es Alternativen? Ausreichend viele Optionen? Inwieweit hat sich die Frau von kulturell etablierten Mutterbildern, möglicherweise auch Ängsten leiten lassen? Und ist sie sich klar über die Konsequenzen? Was mich aber eigentlich interessiert ist die Frage, anhand welcher Kriterien sich Lebensformen als angemessen oder unangemessen, rational oder irrational, aber auch als in bestimmter Hinsicht »gelungen« auffassen lassen. Mich interessiert also, in welche Arten von Krisen sie geraten und in welcher Hinsicht sie als Lebensformen scheitern. Ich begreife Lebensformen als einen Zusammenhang sozialer Praktiken, die darauf gerichtet sind, Probleme zu lösen. Und die Frage ist, inwiefern sie das auch tun."

Bei einer solch normativen Herangehensweise an Lebensformen stellt sich immer auch die Frage, inwiefern die Kriterien der Kritik lediglich dem existierenden Zeitgeist geschuldet sind. Ist das Problem der Vereinbarkeit von Beruf und Familie nicht lediglich eine Problem, das aufgrund der priorisierten Politikziele "Erhöhung der Müttererwerbstätigkeit" und "Steigerung der Geburtenrate" besteht? Und ist es nicht nur ein Problem für einen kindorientierten Privatheitstyp, während die Vereinbarkeit von Beruf und Familie für partnerschaftsorientierte Privatheitstypen wie kinderlose Paare nicht das Problem ist? Wie also soll eine Lebensform gerechtfertigt werden und viel entscheidender: Gibt es eine Hierarchie der Lebensformen, die sich begründen lässt? Und wenn nicht, wie lässt sich die Diskriminierung von Lebensformen verhindern, angesichts der wechselnden gesellschaftlichen Konstruktion von Krisen? So werden z.B. heutzutage Singles als nützliche Idioten einer paar- und familienzentrierten Gesellschaft politisch missbraucht.

Rahel JAEGGI behauptet, dass ihr Ansatz nicht von ihrer Mutter Eva JAEGGI, die bekanntlich Singles als Pioniere der Moderne glorifizierte, beeinflusst sei. Man darf also gespannt sein, inwiefern dies beim Buch Kritik von Lebensformen tatsächlich der Fall ist.   

 
   

MONZ, Anna (2013): Die mobile Familie.
Vereinbarkeit von beruflicher Mobilität und Elternsein,
in: beziehungsweise, Nr.12,
Dezember

 
   

PRANTL, Heribert (2013): Familie ist kein Stilleben.
Vom Oikos zur Kleinfamilie zur Homo-Ehe,
in: Blätter für deutsche und internationale Politik,
Dezember

 
   

QUERENGÄßER, Birgit (2013): Die Single-Macke.
Wer lang allein ist, perfektioniert seine Schrullen. Um nicht deswegen noch länger allein zu sein, helfen zum Beispiel ein paar Haare im Abfluss,
in: Neon,
Dezember

 
   

REINHARDT, Nora (2013): Büromance.
Kollegen, die man sehr mag, sind noch keine Freunde. Aber auch nicht nur Kollegen. Was sind sie dann?
in: Neon, Dezember

 
   

DIEM, Viola & Nora REINHARDT (2013): Ungewohnt.
Bevor man auf dem Mietmarkt irre wird, kann man ganz woanders hinziehen: in einen Bus. Einen Zug. Oder in ein Krankenhaus,
in: Neon, Dezember

 
   

BUCHHOLZ, Jenny (2013): "Ich habe eine Tätowiermaschine".
Ehrliche Kontaktanzeigen. Nichts als die Wahrheit: NEON-Singles erzählen aufrichtig von ihren Macken - und erklären, warum es sich trotzdem lohnt, sie kennenzulernen,
in: Neon,
Dezember

 
   

WEBER-Herfort, Christine (2013): Kinder! Kinder?
In einigen Teilen der Welt werden Frauen unter Druck gesetzt, möglichst wenige Kinder zu bekommen. Hierzulande müssen sich freiwillig Kinderlose noch immer rechtfertigen,
in: Psychologie Heute,
Dezember

GLOMP, Ingrid (2013): Unerfüllter Kinderwunsch,
in: Psychologie Heute,
Dezember

WEBER-HERFORT stellt zwei Bücher vor, die sich mit den beiden Seiten von Bevölkerungspolitiken befassen: Geburtenkontrolle und Geburtenförderung. Während in den 1970er Jahren die Bevölkerungsbombe entschärft werden sollte, werden in Deutschland Kinderlose an den Pranger gestellt, weil angeblich eine demografische Katastrophe aufgrund der niedrigen Geburtenrate droht.

Während die US-amerikanischen Journalistin Mara HVISTENDAHL in ihrem Buch Das Verschwinden der Frauen die Folgen einer selektiven Geburtenkontrolle beklagt, porträtieren Sonja SIEGERT & Anja UHLING in ihrem Buch Ich will kein Kind dreizehn "gewollt" kinderlose Frauen und Männer:

"Die Erzählungen zeigen: Es gibt für einen Lebensentwurf ohne Kinder stichhaltige persönliche und gesellschaftspolitische Argumente. Niemandem steht es zu, Menschen für die freiwillige Entscheidung für oder gegen Kinder zu kritisieren oder ins gesellschaftliche Abseits zu stellen. Wenn Wirtschaft und Politik die Rahmenbedingungen so gestalteten, dass alle Kinder, die gewünscht werden, auch zur Welt kommen, gäbe es keinen demografischen Druck. Dass sich freiwillig Kinderlose hierzulande rechtfertigen müssen, ist der eigentliche Skandal",

meint WEBER-HERFORT. Das aber ist zu kurz gedacht. Die Unterscheidung zwischen "freiwillig" und "unfreiwillig" Kinderlosen ist bereits ein Produkt bevölkerungspolitischen Denkens. Denn warum sollte man Kinderlose in diese zwei Kategorien einteilen, die zudem je nach Zeitgeist unterschiedlich abgegrenzt werden?

Warum sollte der Rechtfertigungsdruck nur "freiwillig" Kinderlose betreffen? Die Reproduktionsmedizin ist schließlich dabei die Grenzen zwischen "ungewollt" und "freiwillig" Kinderlosen einzureißen. Wer kein Kind bekommt, ist selber schuld, so die bevölkerungspolitische Sicht. Er hat sich nicht rechtzeitig dagegen abgesichert, z.B. durch Eizelleneinfrieren. Und sicherlich gibt es bald noch mehr verfeinerte Methoden.

Der Buchmarkt vertieft diese Kluft noch, indem er Bücher auf beide Gruppen von Kinderlosen zuschneidet. Ingrid GLOMP stellt deshalb das Buch Ein Kind - warum nicht auch für uns? Gut beraten bei unerfülltem Kinderwunsch vor:

"Geschrieben haben es drei Experten: die Psychologin Elke Eyckmanns sowie die Mediziner Markus Merzenich und Frank Nawroth. Weitere Beiträge stammen von einem Biologen und einem Juristen. Entsprechend deckt das Buch praktisch alle Aspekte der Kinderwunschbehandlung ab, ob medizinisch, (versicherungs)rechtlich oder psychologisch. Die seelischen Probleme der Betroffenen stehen dabei im Mittelpunkt."

Nach dieser Sicht hätten "freiwillig" Kinderlose im Kern ein politisch-psychologisches Problem, während "unfreiwillig" Kinderlose ein medizinisch-psychologisches Problem hätten.  

In Deutschland herrscht aber die Meinung vor, dass die Falschen die Kinder bekommen. Es geht hierzulande also gar nicht darum, "Kinderwünsche zu erfüllen", sondern darum, dass Akademikerinnen mehr Kinder bekommen und Hartz IV-Empfängerinnen weniger (oder am besten gar keine?). So will es zumindest die derzeitige gesetzliche Konstruktion des Elterngeldes, einer Maßnahme der qualitativen Bevölkerungspolitik. Sowohl "unfreiwillig" bzw. "ungewollt" als auch "freiwillig" bzw. "gewollt" Kinderlose sind also vom gegenwärtigen bevölkerungspolitischen Denken betroffen. Dies gilt umso mehr, da gesetzliche Regelungen, wie z.B. der höhere Beitrag für Kinderlose in der Pflegeversicherung, keinen Unterschied zwischen diesen Kategorien machen.    

 
   

SAUM-ALDEHOFF, Thomas (2013): Die Hundertjährigen kommen.
Schon heute gibt es mehr als 13.000 Hundertjährige in Deutschland, und in gut 50 Jahren soll sich ihre Zahl verhundertfacht haben. Wie lebt es sich jenseits der "Schallmauer"? Nicht ohne Beschwerden, wie die neue Heidelberger Hundertjährigen-Studie zeigt. Doch viele der Hochbetagten sind geistig noch ziemlich auf Draht, und die meisten haben Freude an ihrem Leben,
in: Psychologie Heute,
Dezember

"Ziel der Untersuchung (...) war nicht etwa, herauszufinden, wie man es schafft, 100 Jahre alt zu werden. Vielmehr wollten die Untersucher mehr darüber erfahren, wie es ist, hundert zu sein (...). Schon einmal sind die Forscher der Universität Heidelberg diesen Fragen nachgegangen, während ihrer ersten Hundertjährigen-Studie vor elf Jahren. Nun wollten sie wissen, was sich an der Lebenssituation der heutigen Hundertjährigen gegenüber damals verändert hat. Sie kontaktierten also dieselben Einwohnermeldeämter im Großraum Heidelberg wie seinerzeit und sammelten Informationen über sämtliche dort lebenden Personen der Geburtsjahrgänge 1911 und 1912. Interviewerinnen schwärmten aus und führten mit 100 dieser Frauen und 12 der Männer ein ausführliches Gespräch. Auch jeweils ein »Proxy«, eine dem Betreffenden nahestehende Person, wurde befragt (...).
Um die Situation der Hundertjährigen mit der anderer Altersgruppen vergleichen zu können, wurden Daten von je rund 150 Personen im Alter von 65 bis 79 Jahren sowie von 80 bis 95 Jahren aus Heidelberg herangezogen. Ferner wurden die Antworten der Heidelberger Hundertjährigen mit denen von Altersgenossen in New York und im portugiesischen Porto verglichen",

beschreibt SAUM-ALDEHOFF das Design und die Zielsetzung der Studie. Warum aber das Interesse an den Hundertjährigen?

"Binnen zehn Jahren, von 2000 bis 2010 stieg die Zahl der Hundertjährigen in Deutschland von rund 6000 auf 13000. In den Geburtsjahrgängen der heutigen Hundertjährigen erreichen 0,3 Prozent der Männer und immerhin 0,8 Prozent der Frauen dieses hohe Alter. Bei den 50 Jahre später, also Anfang der 1960er Jahre Geborenen werden nach Hochrechnungen bereits knapp drei Prozent der Männer und fünfeinhalb Prozent der Frauen ihren hundertsten Geburtstag feiern - eine beachtliche Minderheit."

Die Schätzungen dürften - zumindest was die Männer betrifft - deutlich überzogen sein. Das zeigen auch die Rekrutierungsprobleme:

"•Die 172 angeschriebenen Städte und Gemeinden meldeten uns insgesamt 475 Personen, die 1901 und früher geboren wurden.
•Davon erfüllten 281 das Einschlusskriterium, d.h. sie waren 100 Jahre alt.
•Von dieser Brutto-Stichprobe waren 125 Personen (44,5 %) bereits verstorben, unbekannt verzogen, gänzlich unbekannt oder sie waren keine 100 Jahre alt.
"

Apokalyptiker wie Bernd RAFFELSHÜSCHEN gehen von einer wachsenden Zahl Hochbetagter bei gleichbleibend schlechter Gesundheit aus und entwerfen deshalb Horrorszenarien hinsichtlich der zukünftigen Pflegebedürftigkeit. Die Hundertjährigenstudie zeigt dagegen, dass sich die Gesundheit der Hochbetagten verbessert hat:

"Die Hundertjährigen heute sind in einigen Aspekten weniger eingeschränkt als ihre Altersgenossen vor elf Jahren. Das trifft erfreulicherweise auch und besonders auf die geistige Fitness zu. 52 Prozent haben keine oder nur geringe kognitive Einbußen. 26 Prozent sind mäßig und nur 22 Prozent stark in ihrem Intellekt eingeschränkt. Demenz ist nicht das vorherrschende Bild des hohen Alters!"

Aufgrund der besseren medizinischen Versorgung durch mobile Dienste können zudem Hundertjährige länger in ihren eigenen vier Wänden leben:

"Die Zahl der Hundertjährigen, die in ihren eigenen vier Wänden leben, hat sich im Vergleich zur ersten Studie verdoppelt."

Nichtsdestotrotz beschwört SAUM-ALDEHOFF das Bild vom "demografischen Erdrutsch", weil sich die Pflegesituation der Hochbetagten zukünftig ändern könnte:

"Das Gros der pflegerischen Hilfe leisten allerdings die Angehörigen, vor allem die Töchter, die meistens in der Nähe, wenn nicht sogar im selben Gebäude wohnen. Diese pflegenden »Kinder« sind meist selbst längst im Rentenalter (...).  Kinderarmut doppelte Berufstätigkeit von Frau und Mann, Mobilität: Die gesellschaftlichen Trends in Deutschland laufen diesem Modell entgegen."

Ob die gesellschaftlichen Trends sich tatsächlich so entwickeln, kann durchaus bezweifelt werden. Angesichts der Tatsache, dass sich Deutschland zu einer neuen Klassengesellschaft entwickelt, könnten die von SAUM-ALDEHOFF beschriebenen Trends eher eine kleiner werdende Mittelschicht der Globalisierungsgewinner betreffen, während die deutschen Globalisierungsverlierer mit Migrantinnen im Bereich der haushaltsnahen Dienstleistungen konkurrieren müssen. Der derzeit viel diskutierte Mindestlohn wird den Niedriglohnsektor nicht verschwinden lassen, sondern lediglich weiter zementieren. Die Heterogenität im Alter könnte also steigen und die Lebenserwartung könnte je nach Klassenzugehörigkeit auseinander triften.

Die üblichen Szenarien schreiben die Vergangenheit einer nivellierten Mittelstandsgesellschaft weiter und vermengen sie mit Vorstellungen über eine Wissensgesellschaft. Die Bedingungen einer neuen Klassengesellschaft erscheinen dagegen nicht auf dem Radar unserer Visionäre.   

 
       
 

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Bernds@single-dasein.de Stand: 20. März 2014