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Medienrundschau:

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Medienberichte über single-dasein.de
 
 
 
   

News vom 01. - 06. Dezember 2014

 
 
     
 
   

Zitat des Monats:

Späte Mutterschaft liegt im Trend

"Ich habe der Statistik ein Schnäppchen geschlagen, hurra! Im jüngsten Fachbericht der Bundesregierung, dem »Familienreport 2011«, zählte ich noch zu den 22 Prozent meines Jahrgangs (1968), die im Jahr 2009 41 Jahre alt und kinderlos waren. Mit mir haben die deutschen Demografen nicht mehr gerechnet. Und meine Familie auch nicht. Wie sagte so charmant meine 80-jährige (kinderlose) Tante, als ich ihr von meiner Schwangerschaft erzählte? »Ich dachte ja eher, du kommst jetzt in die Wechseljahre«.
Mutter mit 43 - darf frau das? (...).
Zu meiner Beruhigung kann ich sagen: Ich bin nicht allein. (...). Die Zahl der Frauen, die mit über 35 Jahren (noch) ein Kind bekommen, steigt von Jahr zu Jahr, vor allem in Westdeutschland und da vor allem in den Städten und unter den Akademikerinnen. Jede vierte Frau in Deutschland bringt inzwischen mit über 35 Jahren ihr erstes Kind zur Welt. Schaue ich mich unter meinen Freundinnen um, kommt es mir sogar vor, als müssten es noch viel mehr sein. Und auch die Zahl der (Erst-)-Mütter über 40 wächst. 2008 lag der Anteil der verheirateten Frauen, die bei der Geburt ihres ersten Kindes 40 Jahre oder älter waren, bei 3,4 Prozent, Tendenz steigend. In München machen die Mütter über 40 sogar schon fünf Prozent aus, in anderen Großstädten sieht es ähnlich aus."
(Susanne Fischer "Ansichten einer späten Mutter 2013, 22f.)

 
       
       
   

Judith Luig - Und jetzt alle noch mal aufs Klo

BECKER, Claudia (2014): Der kleine Friedrich wird mal ein ganz Großer.
Mütter nerven! Warum eigentlich? Judith Luig hat einen unterhaltsamen Führer für Kinderlose geschrieben,
in:
Welt v. 06.12.

 
   

UNFRIED, Peter (2014): Jungs, die auf Titten starren.
Freiheit: Das kalifornische Silicon Valley ist die Heimat von Konzernen wie Google, Apple und Facebook. Ein Hort des Bösen? Nein, ein Ort an dem die Unschuldigen die Welt verändern,
in:
TAZ v. 06.12.

Peter UNFRIED arbeitet am Nerd-Mythos. Dazu hat er sich zwei gehypte Geistesarbeiter, Hans-Ulrich GUMBRECHT und Georg PACKER dazugeholt, um dem Mythos einen Autoritätsanstrich zu verpassen. Wobei Autorität heutzutage folgendermaßen kreiert wird:

"Der Literaturprofessor kokettiert damit, dass er sich mit Computern nicht richtig auskenne. Seine Mails schreibt er gern komplett in die Betreff-Zeile. Aber er ist von den wichtigen deutschen Intellektuellen der einzige, der die digitalen Erschütterungen aus deren Zentrum beobachtet. Genauer gesagt: aus seinem Erdgeschossbüro im Herzen des Campus."

Das klassische Storytelling hinsichtlich der Nerds darf natürlich nicht fehlen:

"Einige seiner Klassenkameraden gingen zu Apple, Sun und Microsoft. Die, mit denen die hübschen Mädchen nicht tanzen wollten. Die, die man früher Nerds nannte. Sie wurden Millionäre."

Das wäre keine Problem, wenn der nächste Satz nicht wäre:

"Und regieren heute die Welt."

Dahinter steckt die Panik einer Geburtselite, die ihren Führungsanspruch durch Aufsteiger (Emporkömmlinge) in Gefahr sieht. Das beste Gegenmittel ist der Aufbau von Drohkulissen:

"In Deutschland sind womöglich 50 Prozent der Arbeitsplätze in den nächsten Jahrzehnten durch Computer, Roboter, Algorithmen bedroht."

Angesichts dieser Drohkulisse erscheint jedoch der demografische Wandel gar als Glücksfall.  

 
   

FEHLING, Maya (2014): Will es. Muss es. Muss ich?
Körper: Wie geht es einer Frau, deren Fruchtbarkeit stetig sinkt, während Kind und passender Vater bislang fehlen? Ein Brief an die eigenen, noch nicht eingefrorenen Eizellen,
in:
TAZ v. 06.12.

Zeitungen suchen derzeit händeringend nach 34jährigen Frauen, denn diesen kommt im Zeitalter der Demografiepolitik geradezu magische Bedeutsamkeit zu. Die Magie der Zahl 34 ergibt sich aus der Biologie, d.h. dem scheinbaren Naturzustand von Gesellschaft - vor ihrer Korrumpierung durch technologischen Fortschritt. Kurz vor der gesellschaftlich konstruierten Grenze zur potenziellen Spätgebärenden, hat insbesondere in Westdeutschland, eine normale Frau ihre biologische Uhr zu ticken hören. Die gesellschaftliche Konstruktion der tickenden Uhr wird derzeit von der Reproduktionsmedizin angetrieben. Die Verfallskurve der Eizellen einer normalen Frau wird heutzutage von jeder Zeitungskanzel gepredigt. Und kann von den Lesern entsprechend fast deckungsgleich wiedergegeben werden, so auch von Maya FEHLING, deren Doktortitel dem sogar noch Nachdruck verleihen soll:

"Ihr fault - langsam, aber sicher. Eure Fruchtbarkeit - F e r t i- l i t ä t - steigt bis 25. Danach geht es abwärts. Ab 30 rapide. Ab 40 freier Fall bis zur Rente mit durchschnittlich 52. M e n o p a u- s e."

Und weil heute geborenen Frauen von Demografen eingeredet wird, dass sie alle Methusalems werden, muss das Gegenargument schon entsprechend krass formuliert werden:

"Maria del Carmen Bousada hat mit 67 Jahren Zwillinge zur Welt gebracht. (...). Sie hoffte, so alt wie ihre Mutter, nämlich 101 Jahre alt zu werden und so vielleicht noch Enkel zu erleben. Als die Zwillinge zwei waren, starb Maria an Krebs."

Seit die Reproduktionsmedizin den Verfall der Eizellen durch Einfrieren aufzuhalten verspricht (Gegner sprechen von social freezing) herrscht in Deutschland Panik. Ganze Wälder müssen nun sterben, damit auch die letzte westdeutsche Frau über den Verfall von Eizellen aufgeklärt ist. Dazu hat die Gelehrtenrepublik angesichts der Bedrohung der tickenden Uhr durch sozial freezing frühzeitig aufgerufen. Denn, so offenbar die Befürchtung, wenn westdeutsche Frauen ihre biologischen Uhren nicht mehr hören, dann könnte der freie Fall der Geburtenrate einsetzen - zumindest bei erfolgreichen Akademikerinnen.

Und wer ist schuld an dieser Misere? Die Nerds aus dem kalifornischen Silicon Valley? Die Später-Vielleicht-Männer? Die partnerverschmähenden Frauen? Oder führt die Schuldfrage gar nicht weiter, weil es die gesellschaftlichen Institutionen sind, die keine angemessenen Antworten mehr auf die Fragen des postmodernen Lebens bieten?      

 
   

Sarah Diehl - Die Uhr, die nicht tickt

FISCHER DE SANTI, Katja (2014): Ohne Kind - und glücklich damit.
Frausein ist bis heute eng mit Mutterschaft verbunden. Kinderlose Frauen gelten als Fehler im System, sie werden bemitleidet und müssen sich dauernd rechtfertigen. Trotzdem wächst die Zahl der gewollt Kinderlosen stetig,
in:
St. Galler Tagblatt v. 05.12.

 
   

Wenn Eltern Pflege brauchen. Wie der demografische Wandel den Alltag verändert und was das den Individuen abverlangt - Ratgeber- und Sachbuchliteratur zum Thema

DRIBBUSCH, Barbara (2014): Nach der Arbeit bei Mami nach dem Rechten schauen.
Elternpflege: Arrangements mit den gebrechlichen Eltern sind eine Frage von Geld, Zeit und Wohnort der erwachsenen Kinder. Eine Typologie,
in:
TAZ v. 05.12.

Barbara DRIBBUSCH stellt anlässlich der Reform des  Familienpflegezeitgesetzes 5 Pflegearrangements vor. Über die Reform informiert Simone SCHMOLLACK. Zusätzlich gibt es einen Kommentar von Heide OESTREICH

 
   
ZEIT-Thema: Wer hat Angst vor solchen Frauen?
Sie sind jung, gut im Beruf und behaupten sich im Leben. Viele von ihnen bleiben ohne Partner - und werden ständig gefragt - warum

Im FAZ-Blog macht sich Don Alphonso seine Gedanken über das aktuelle ZEIT-Thema. Aufschlussreicher wäre jedoch die Frage, warum der Artikel von Tanja DÜCKERS nicht in der Print-Ausgabe abgedruckt, sondern nur Online verbreitet wird. Sind das nicht die zwei Seiten der ZEIT- Bürgerlichkeit? Ist die Diskriminierung kinderloser Frauen nicht lediglich die Rückseite der Aufmerksamkeit die potenziellen Akademikermüttern zukommt, deren zu hohe Partnerlosigkeit nur deshalb thematisiert wird, weil deren gewünschtes Fortpflanzungspotenzial nicht ungenutzt bleiben soll? Ist die Reproduktion der ZEIT gefährdet, wenn deren Zielgruppe ausstirbt? Ist Verängstigung der Partnerschaft von ZEIT und PARSHIP förderlich? Und ist es nicht verwunderlich, dass das viel größere Problem unfreiwillig partnerloser Männer nur dann thematisiert wird, wenn dies mit Gewalt und Rechtsextremismus verbunden werden kann? Ist solcher Scheuklappenjournalismus nicht Ausdruck einer konformen postdemokratischen Gesellschaft?

PAUER, Nina (2014): Unheimlich unabhängig.
Sie ist der beliebteste Leistungsträger unserer Gesellschaft: Die junge Frau, erfolgreich, attraktiv und sozial vernetzt. Trotzdem findet sie keinen Mann. Ist das schlimm?
in: ZEIT Nr.50 v. 04.12.

Nina PAUER schwadroniert über Alleinleben und Einsamkeit. Sie ist damit Teil des Problems, das sie angeblich beschreibt, aber vielmehr erst miterzeugt. Man erfährt viel über neubürgerliche Spießigkeit, aber nichts über die Wirklichkeit derjenigen, die amtsstatistisch als alleinlebend definiert werden. Bereits die Formulierung "Menschen im heiratsfähigen Alter zwischen Ende 20 und Ende 30" setzt im Grunde Partnerschaft mit Ehe gleich, ergo sind Unverheiratete einsam und partnerlos. Während jedoch nicht-alleinlebende Unverheiratete als "partnerlose Unterschicht" nicht einmal erwähnenswert erscheinen, ist das Alleinleben der Karrierefrau inzwischen zum neubürgerlichen Symbol einer fehlgeleiteten Moderne geworden.

Wer das 1990 erschienene Buch Das ganz normale Chaos der Liebe gelesen hat, der kennt dieses Gitterstäbe-der-Einsamkeit-Gerede bereits zur Genüge, das Nina PAUER da über die Leserschaft ergießt, als ob es der allerneueste Schrei wäre, obwohl es lediglich die Sicht der 68er-Generation unreflektiert nachplappert und ein geringfügiges Update verpasst:

"Eigens auf sie abgestimmte Identifikationsangebote wie die Fernsehserie Girls (...) porträtieren liebenswert neurotische und sehr einsame Großstadtfrauen (...). Anders als die pummelige Kalorien zählende" Figur der Bridget Jones (...), haben die neuen Protagonistinnen der Einsamkeit sich aber in ihrem Zustand eingerichtet."

Erst zum Schluss des Artikels kommt PAUER zu den Motiven dieser Vorstellungen über das Single-Dasein:

"Unsere Zeit, in der Fortpflanzung als demografische Bürgerpflicht angesehen wird, fasst die einsame junge Frau als biologische Beleidigung auf. (...). Offenbar mutwillig fördert sie die unheimlich-futuristisch anmutende Vision einer kommenden Normalität in selbstbestimmter Fortpflanzung, die social freezing, das Einfrieren von Eizellen, als praktische Lösung entdeckt hat, um die Lebensplanung komplett frei gestaltbar werden zu lassen und damit auch die letzte Abhängigkeit an eine alte, verstaubte Zeit zu kappen, in der Faktoren wie Mann, Zeit, Biologie eine Rolle spielen."

Kurzgefasst: Die erfolgreiche Singlefrau symbolisiert die immerwährende Angst vor dem Aussterben und bietet sich damit hervorragend als Projektionsfläche neubürgerlicher Werte an.

PAUER beschäftigt sich lediglich mit den typischen Single-Bildern, was fehlt: die Realität des Single-Lebens. Das liegt nicht nur daran, dass wir hier im Feuilleton sind, sondern auch daran, dass sich die empirische Forschung für das Single-Dasein nicht mehr interessiert - höchstens als Negativfolie zur heiligen Familie. Längst vorbei sind die Zeiten als der Feminismus die Singlefrau in den 1980er Jahren als Pionierin der Moderne entdeckte. In den 1990er Jahren wurde sie dann noch von der Lifestyle-Industrie getragen, während der neubürgerliche Wertewandel, dessen erster Bestseller Das ganz normale Chaos der Liebe hieß, bereits seinen langen Schatten vorauswarf. Bridget Jones gehört dagegen bereits jener Ära an, die im Single nur noch das Leidbild, aber nicht mehr das Leitbild sieht.

RADISCH, Iris (2014): Sie hatte viele beste Freundinnen.
Gar nicht einsam: Tuğçe A. starb, weil sie junge Frauen verteidigte,
in: ZEIT Nr.50 v. 04.12.

KÜMMEL, Peter (2014): Mädchen im Sturz.
Von Unsichtbarkeit bedroht, zu Rollenklischees verdammt: Die einsame Frau in den populären Erzählungen von heute,
in: ZEIT Nr.50 v. 04.12.

Peter KÜMMEL kennt nur vier Frauenrollen: die Mutter ("Boyhood" von Richard LINKLATER), die lüsterne Frau ("Nymphomaniac" von Lars von TRIER), die Heilige ("Groß und Klein" von Botho STRAUß) und die Rächerin ("Carrie" von Stephen KING).

Die Artikelüberschrift verweist auf die Erzählung Mädchen im Sturz von Dino BUZZATI, die in der ZEIT vom 16. September 1960. Dort heißt es:

"Solche Flüge – besonders von Mädchen – waren keine Seltenheit im Hochhaus und bedeuteten eine interessante Zerstreuung für die Mieter; deswegen war auch der Preis für die Wohnungen besonders hoch."            

SCHMIDT, Marie (2014): Gleichheit tötet die Erotik.
Die feministische Literaturwissenschaftlerin Barbara Vinken über klassische Drohungen gegen unabhängige Frauen, allzu perfekte Mütter und die inspirierende Seite des Liebeskummer,
in: ZEIT Nr.50 v. 04.12.

Das Gespräch mit Barbara VINKEN arbeitet sich ebenfalls an der Ehe und seinen Klischees ab, d.h. dem Ehepaar und seiner Kontrastfolie, des Unverheirateten ergo unvollständigen Paares, dem zum vollkommenen Glück (besser: Status) nur sein neubürgerlicher Heiligenschein fehlt:

"Ich kenne viele Frauen, erfolgreich, schön und charmant, die nicht verheiratet sind, sich aber nicht bewusst gegen eine Ehe entschieden haben und auch nicht sagen: Ich will keinen Mann mehr treffen. Sie führen oft ein sehr glückliches und erfülltes Leben. Vielleicht artikulieren sie das als Mangel, aber ich wage jetzt einmal zu behaupteten, das sie es nicht als Mangel erfahren",

meint die glücklich verheiratete Literaturwissenschaftlerin gönnerhaft. Singlefrauen sind in diesem Gespräch bestenfalls Objekte des Mitleids. Warum lässt man eigentlich keine Singlefrauen für sich selber sprechen? Hat man etwa Angst davor, dass dann die neubürgerlichen Werte zu sehr in Frage gestellt werden könnten?

Typisch ist, dass die Artikel mit amtsstatistischen Daten unterfüttert werden, die nicht problematisiert werden, weil sie Partnerlosigkeit nicht erfassen können, sondern lediglich Alleinwirtschaften und Unverheiratetsein, d.h. das Gegenteil des neubürgerlichen Ideals. Eine Debatte aber, die sich an nichts als an Klischeebildern abarbeitet, verstärkt die Wirkung dieser Klischees zusätzlich, statt sie zu entkräften.

Eine echte Debatte hätte den neubürgerlicher Rahmen zu sprengen und eine andere Sicht auf die Klischees bieten müssen. Das aber wäre von dieser Wohlfühlpostille jedoch zu viel verlangt.    

DÜCKERS, Tanja (2014): Die kinderlose Frau ist an allem schuld.
Familie: Kinder haben ist hip geworden. Frauen, die keine Kinder wollen, werden hingegen für neurotisch erklärt oder bemitleidet. Ein Plädoyer für mehr Toleranz?
in: ZEIT Online v. 04.12.

 
   
WIRTSCHAFTSWOCHE-Titelgeschichte: Deutschlands größter Städtetest

LOSSE, Bert u.a. (2014): Glanz und Elend der Städte.
Grosser Test: Wo brummt die Wirtschaft - und wo gehen langsam die Lichter aus? Der große Kommunen-Check der Wirtschaftswoche zeigt, dass die Schere zwischen starken und schwachen Kommunen weiter auseinandergeht. Ostdeutsche Metropolen und Universitätsstädte holen kräftig auf - und Autostädte sind kaum zu schlagen. Lesen Sie, wo es sich am besten arbeiten, wohnen und investieren lässt,
in: Wirtschaftswoche Nr. v. 01.12.

Städteranking der IW Consult der 69 kreisfreien Städte mit mehr als 100.000 Einwohnern inklusive der Städteregionen Hannover, Saarbrücken und Aachen. Im Vergleich zu 2013 fielen Salzgitter und Cottbus heraus, die durch den Zensus 2011 unter die 100.000-Einwohner-Grenze fielen.

 
   

KOPPETSCH, Cornelia (2014): Die Wiederkehr der Konformität?
Wandel der Mentalitäten – Wandel der Generationen.
in:
Aus Politik und Zeitgeschichte Nr.49 v. 01.12.

"Globalisierung entlässt den Einzelnen nicht in größere Freiheit, sondern verweist ihn paradoxerweise verstärkt an seine Herkunftsbindungen und damit in die Abhängigkeit von Klasse und Stand zurück. Denn die Ressourcen der Herkunftsfamilie werden in Zukunft voraussichtlich noch wichtiger für die Zuteilung von Lebenschancen. Dies gilt insbesondere auch in finanzieller Hinsicht. Vermögende Eltern können ihre Kinder ein Leben lang – auch in Krisenzeiten – unterstützen. Dadurch wird der Abstand zwischen den Privilegierten und Unterprivilegierten größer: Meist konzentrieren sich Vermögen in den ohnehin schon privilegierten Schichten, was soziale Ungleichheiten in der Kindergeneration vergrößert.
Hier zeigt sich in aller Deutlichkeit: Beschleunigung und Flexibilisierung sind Übergangs- und Durchgangsphänomene. Die globale Netzwerkgesellschaft führt nicht zur Aufhebung, sondern zur Privatisierung von Abhängigkeit und damit auch zur Vergrößerung der Kluft zwischen Arm und Reich", meint die Soziologin Cornelia KOPPETSCH.

BUDE, Heinz (2014): Das Unbehagen in der bürgerlichen Mitte,
in:
Aus Politik und Zeitgeschichte Nr.49 v. 01.12.

MÜNKLER, Herfried (2014): Die Entstehung des Mitte-Paradigmas in Politik und Gesellschaft,
in:
Aus Politik und Zeitgeschichte Nr.49 v. 01.12.

 
   

MAIER, Anja (2014): Die unerklärte Kampfkandidatur.
CDU: Der Kanzlerinnenwahlverein regelt Konflikte am liebsten geräuschlos. Doch vor dem Bundesparteitag rumpelt es in der Partei: Gesundheitsminister Hermann Gröhe muss mit dem 34-jährigen Jens Spahn um einen freien Posten im CDU-Präsidium konkurrieren,
in:
TAZ v. 01.12.

 
   

BRODMERKEL, Anke (2014): Ein Paar, zwei Wohnungen.
Zusammensein in einer festen Partnerschaft, aber getrennt wohnen: Immer mehr Paare sehen darin keinen Widerspruch. Vor allem im mittleren Alter wächst die Zahl derer, die zwar ihr Leben, nicht aber Küche und Schlafzimmer mit dem Partner teilen. Was sind die Vorteile dieser Beziehungsform – und was die Stolpersteine?
in: Psychologie Heute,
Dezember

Paare ohne gemeinsame Wohnung gelten amtsstatistisch als zwei Alleinlebende. Die Forschung versucht in diesem Sinne nachzuweisen, dass dies berechtigt ist und solche Paare gar keine richtigen Paare sind. Der französische Soziologe Jean-Claude KAUFMANN spricht z.B. in seinem Buch Schmutzige Wäsche von "Quasi-Paaren". In dieser Tradition steht auch der Artikel von Anke BRODMERKEL, der Untersuchungen von Jens ASENDORPF, Robert NADERI und Alexander NOYON & Tanja KOCK in diesem Sinne interpretiert.

Paare mit zwei Wohnungen werden danach unterschieden, ob sie das freiwillig tun oder gezwungenermaßen. Als Indikator dient dazu die Entfernung der beiden Wohnungen. Fernbeziehungen gelten demnach als unfreiwillig, während Wohnungen in der gleichen Stadt bzw. im gleichen Haus als freiwillig gelten. Der Begriff Living apart together wird inzwischen häufiger nur noch für die freiwillig gewählte Form verwendet.

Der Artikel widmet sich den freiwilligen Paaren mit zwei Wohnungen. Diese finden sich vorwiegend im mittleren Lebensalter. Dabei werden auch Alleinerziehende betrachtet, die amtsstatistisch nicht zu den Alleinlebenden zählen. Im Artikel wird hinsichtlich des Living apart together auch von "bilokaler Partnerschaft" gesprochen.

Leider beziehen sich die im Artikel präsentierten Daten zu solchen Partnerschaften nur auf den Zeitraum zwischen 1992 und 2006, obwohl sich die gesellschaftlichen Rahmenbedingungen seitdem offenbar entscheidend geändert haben. Die Autorin zitiert aus einer noch unveröffentlichten Studie von Jens ASENDORPF über deren Repräsentativität nichts gesagt wird.

"Häufig sehen die Menschen, die eine LAT-Beziehung führen, in dem dem anderen einfach nicht den Partner fürs Leben",

wird der Psychologe zitiert. Kann man jedoch solche Beziehungen über einen Kamm scheren oder müsste nicht zwischen verschiedenen Typen unterschieden werden? Und warum sollen sich Paare mit zwei Wohnungen von zusammenwohnenden Paaren unterscheiden. Was, wenn einfach die Lebensumstände unterschiedliche Formen des Zusammenlebens erforderlich machen bzw. eine unterschiedliche Lebensphase wiederspiegeln? Statt irgendwelche Persönlichkeitsunterschiede zu suchen, wäre dann eine Unterscheidung der Lebensumstände notwendig.

Paare mit zwei Wohnungen werden offenbar weniger empirisch als ideologisch betrachtet. Da es sich quantitativ betrachtet um ein relativ neues Phänomen handelt, das den veränderten Bildungs- bzw. Ausbildungsbedingungen, Arbeitsmarktbedingungen (Globalisierung), technologischen Entwicklungen (Skype, Hochgeschwindigkeitszügen, Veralltäglichung von Flügen usw.) und der Zunahme berufstätiger Frauen geschuldet ist, dürften sich Persönlichkeitsunterschiede mit der weiteren Verbreitung multilokaler Lebensformen als wenig ergiebig zeigen.

Dass solche bilokale Partnerschaften häufig kinderlos sind, ist auch wenig verwunderlich, da bilokale Familien gewöhnlich durch eine gemeinsame Haupt- und eine Nebenwohnung gekennzeichnet sind. Zudem müssen Kinderlose gezwungenermaßen flexibler sein als Eltern.    

 
   

LOETZNER, Michèle (2014): Und jetzt?
Den Gedanken, dass Mutter und Vater irgendwann sterben müssen, verdrängen wir gern. Ist ja noch Zeit. Doch was ist zu tun, wenn es plötzlich doch passiert?
in: Neon,
Dezember

 
   

STEEG, Lena (2014): Alles auf Rosarot.
Du hast Angst, dass du die große Liebe niemals finden wirst? Das ist nicht deine Schuld. Aber du musst dein Leben ändern,
in: Neon,
Dezember

 
   

BUCHHOLZ, Jenny (2014): "Keine Angst, ich bin mittlerweile in Therapie".
Ehrliche Kontaktanzeigen. Nichts als die Wahrheit: NEON-Singles erzählen aufrichtig von ihren Macken - und erklären, warum es sich trotzdem lohnt, sie kennenzulernen,
in: Neon,
Dezember

 
       
 

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Zu den News vom 14. - 30. November 2014
 

   
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Bernd Kittlaus
Bernds@single-dasein.de Stand: 21. Dezember 2014