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News vom
01. - 03. März 2012
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TAGESSPIEGEL-Tagesthema: Mut zum Alter.
Geschichten von Menschen, die Single, aber nicht allein sind
LEHMANN, Armin (2012): Beziehungsstatus Single.
Mehr als eine
Million Alleinstehende leben in Berlin, fast ein Drittel von ihnen
ist älter als 60 Jahre. Pflegebedürftig sind die wenigsten, die
größte Gefahr ist die soziale Isolation. Drei Beispiele für ein
aktives Leben,
in:
Tagesspiegel v. 03.03.
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Armin LEHMANN porträtiert 3 Berliner Partnerlose: Gerda (90
Jahre), Jutta (73 Jahre) und Peter (72 Jahre). Der Schluss vom
Einzelfall zur Repräsentativität gelingt jedoch nicht, weil
die
Zahlen lediglich für Einpersonenhaushalte, aber nicht für
Partnerlose repräsentativ sind:
"Berlin hat über eine
Million Singles, Menschen, die statistisch betrachtet in
Einpersonenhaushalten leben. Berlin ist die Single-Hochburg
des Landes, die Single-Senioren-Hauptstadt. Die alleinlebenden
Senioren über 70 Jahre sind bereits die größte Gruppe, aber es
kommen große Single-Generationen hinterher. Die Zahlen sind
eindeutig, der Trend ist unumkehrbar. Noch kennen die heutigen
alt gewordenen Singles ein anderes Leben, die meisten von
ihnen hatten Familien und Kinder. Sie können zurückblicken auf
Beziehungszeiten, in denen sie liebten und stritten, sich
scheiden ließen oder den Partner zu Grabe trugen.
(...).
Aber diejenigen, die heute zwischen 40 und 50 Singles sind und
bleiben werden, die statistisch gesehen zweitgrößte
Singlegruppe - aus welchen Erinnerungsquellen werden sie im
Alter schöpfen?"
fragt LEHMANN. Woher
stammen aber die Zahlen darüber, dass die 40-50 Jährigen
Singles die zweitgrößte Singlegruppe sind? Sie stammen vom Amt
für Statistik Berlin-Brandenburg und sind Querschnittsdaten,
d.h. dass diese Singles partnerlos bleiben werden, kann den
präsentierten Daten nicht entnommen werden und
widerspricht auch den Ergebnissen der wenigen empirischen
Untersuchungen zur Partnerlosigkeit in Deutschland.
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Tabelle 1: Einpersonenhaushalte in Berlin (Gesamt: 1,065
Mill) |
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Altersgruppe |
Anteil in Tausend |
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unter 25 Jahre |
88,6 |
| 25
- 30 Jahre |
131,6 |
| 30
- 40 Jahre |
175,9 |
| 40
- 50 Jahre |
184,8 |
| 50
- 60 Jahre |
152,6 |
| 60
- 70 Jahre |
132,6 |
|
über 70 Jahre |
199,0 |
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Quelle: Grafik
Tagesspiegel 03.03.2012, S.22 |
Wie man mit Statistik lügt,
zeigt sich, wenn man - wie in der nachfolgenden Tabelle - den
Anteil der Alleinlebenden auf die Gesamtzahl in den jeweiligen
Altersgruppen bezieht.
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Tabelle 2: Anteil der Einpersonenhaushalte an der
Bevölkerung in Berlin nach Altersgruppen (in Prozent) |
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Altersgruppe |
Anteil in Prozent |
| 25
- 30 Jahre |
47,5 |
| 30
- 40 Jahre |
35,3 |
| 40
- 50 Jahre |
31,7 |
| 50
- 60 Jahre |
33,3 |
| 60
- 70 Jahre |
33,9 |
|
über 70 Jahre |
43,5 |
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Quelle:
Statistisches Jahrbuch 2011Berlin-Brandenburg, S.36ff.
und eigene Berechnungen |
In dieser Sicht sind die 40
- 50 Jährigen Alleinlebenden die kleinste Gruppe, während die
25-30 Jährigen die größte Gruppe der Alleinlebenden sind,
gefolgt von den über 70 Jährigen.
Der Artikel täuscht den
Leser also ganz bewusst und setzt auf Dramatisierung. Die
Grafik soll lediglich das belegen, was der Autor bereits vorab
als Zielsetzung festgelegt hat. Von einer Eindeutigkeit der
Trends kann keine Rede sein, wenn man die
Heterogenität der Single-Haushalte bedenkt.
Bezeichnenderweise kommt
die Generation, die als Problemfall angesehen wird, nicht zu
Wort. Der Autor verklärt die Vergangenheit, während die
heutige Realität der multilokalen Mehrgenerationen-Familie und
die neuen haushaltsübergreifenden Paarformen ignoriert werden.
Die
Fremdbestimmung der heutigen Lebensformen durch Markt
und Staat wird zum Charakterproblem verniedlicht.
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LEHMANN, Armin (2012): "Wir brauchen Wohnraum".
Sozialsenator
Mario Czaja: Singles sind gut aufgehoben,
in:
Tagesspiegel v. 03.03.
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SCHUMACHER, Juliane & Moritz WICHMANN (2012): Auf diese Zahlen können
Sie bauen.
Analysen:
Regelmäßig erscheinen neue Studien über den Berliner Wohnungsmarkt.
Die wenigsten sind neutral gehalten. Welche Untersuchungen nützen
Investoren - und welche den Mietern? Ein Überblick,
in:
TAZ Berlin v. 03.03.
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MOHR, Reinhard (2012): Die Rückkehr der Salonlinken.
Früher nervten
Grass und Jens mit ihrer selbstverliebten Besserwisserei. Heute sind
es linke Betroffenheitsapostel vom Schlage Jakob Augstein und Dietmar
Dath, die Empörung wieder hip finden,
in:
Welt v. 03.03.
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LEE, Felix (2012): Hausgemachte Wohnungsnot.
Über verfehlte
Wohnungspolitik in Deutschland,
in:
TAZ v. 02.03.
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Mit schöner
Regelmäßigkeit muss die steigende Zahl von
Single-Haushalten, dafür herhalten, dass in Deutschland
Wohnungsnot herrscht:
"Aber auch aus der
demografischen Entwicklung hat die Politik die falschen
Schlüsse gezogen. Eine schrumpfende und alternde Bevölkerung
bedeutet keinen niedrigeren, sondern höheren Bedarf an
Wohneinheiten. Denn die Zahl der Single-Haushalte steigt. Auf
der Strecke bleiben all jene, die sich ein Eigenheim auch
künftig nicht leisten können. Und das sind ganz schön viele."
Entgegen der Behauptung von
LEE gehen jedoch alle Berechnungen davon aus, dass aufgrund
der steigenden Single-Haushaltszahlen (trotz
Bevölkerungsrückgang) mehr Wohnungen benötigt werden:
"Im Jahr 2030 wird es nach
der beschriebenen Vorausberechnung in Deutschland nicht
weniger, sondern sogar etwas mehr Privathaushalte geben. Der
Trend zu kleineren Haushalten wird sich weiter fortsetzen, was
wiederum unmittelbaren Einfluss auf die Anzahl und Größe der
benötigten Wohnungen hat."
(Demografischer
Wandel in Deutschland, Heft 1, 2011)
Ob die Anzahl der
Single-Haushalte wegen der Zunahme älterer Menschen
tatsächlich steigt, ist mittlerweile jedoch
aufgrund der
veränderten Partnerwahl und Lebenserwartung umstritten.
Aufgrund der Tatsache, dass
der "Single-Haushalt" eine normative Restkategorie ist, in die
alle Lebensformen fallen, die nicht den
bürgerlichen Wertvorstellungen des Normalpaares und der
Normalfamilie entsprechen, ist der Indikator völlig
unbrauchbar zur Vorhersage des zukünftigen Wohnbedarfs. Dazu
müsste man zuerst einmal wissen, wer in den so genannten
"Single-Haushalten" wohnt. Darüber herrscht offenbar
vollkommenes Unwissen selbst bei Journalisten, die Aufklärung
betreiben sollten, aber eher zur Verdunkelung beitragen.
Das größere Problem beim
zukünftigen Wohnbedarf in aufstrebenden Städten ist die
Verknappung des Wohnraums durch profitgetriebene Investoren
und illegale Umnutzungen (z.B. in Berlin und anderen
Partystädten durch
erhöhten Bedarf an "Ferienwohnungen")
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Bernd Cailloux - Gutgeschriebene Verluste
SCHIMMANG,
Jochen (2012): Mal sehen, was im Dschungel lief.
Literatur: Wir
stehn auf Berlin - aber fühlen uns nicht mehr so gut: In seinem
Roman "Gutgeschriebene Verluste" erzählt Bernd Cailloux von der
großen New-Wave-Zeit, von Erinnerungsprofis und späten
Beziehungskisten,
in:
TAZ v. 01.03.
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Kraftklub - Mit K
GROß,
Thomas (2012): Mir geht das zu weit.
Warum ich die
Kraftklub-Begeisterung nicht ganz teile,
in:
ZEIT Nr.10 v. 01.03.
MACHOWECZ,
Martin (2012): Gaucks Enkel legen los.
Die Band
Kraftklub aus Chemnitz singt die Hymnen einer neuen Generation.
Woher nehmen diese Jungen ihren Ost-Stolz?
in:
ZEIT Nr.10 v. 01.03.
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SMB/UC (2012): Putzfrauen haben in Deutschland die meisten Kinder.
Die Schere geht
weiter auf: Je weniger qualifiziert Frauen sind, desto eher und
häufiger bekommen sie Kinder. Am Ende der Gebärenden-Statistik stehen
Künstlerinnen,
in:
Welt Online v. 01.03.
"Die Debatte um die in
Deutschland nach Einkommensklassen und sozialer Schicht höchst
unterschiedliche Geburtenhäufigkeit bekommt neue Nahrung durch
Zahlen des statistischen Bundesamtes. Demnach bekommen
hierzulande von allen Berufsgruppen die Putzfrauen am
häufigsten Kinder. Umgekehrt ist der Anteil kinderloser Frauen
unter Reinigungs- und Entsorgungskräften mit nur sieben
Prozent der Niedrigste von allen. Das geht aus einer neuen
Erhebung des Statistischen Bundesamtes hervor, aus der die "Bild"-Zeitung
zitiert. Im Mittelfeld der Statistik liegen Frauen in
Büroberufen (kaufm. Angestellte 27 Prozent) und Ärztinnen
sowie Apothekerinnen (33 Prozent)",
behauptet Welt Online.
Dabei wird nicht einmal korrekt auf die Broschüre
Geburten in Deutschland, Ausgabe 2012 verlinkt, aus
denen die Daten zitiert werden. Es handelt sich auch nicht um
eine neue Erhebung des Statistischen Bundesamtes,
sondern um eine alte Erhebung des Jahres 2008, für die nun
neue Auswertungen veröffentlicht wurden:
"Die hier dargestellten
Ergebnisse beziehen sich auf die Altersgruppe der 35- bis
49-jährigen Frauen (im diesem Alter waren im Jahr 2008 die
Jahrgänge 1959 bis 1973). Theoretisch können diese Frauen zwar
ihr erstes Kind noch bekommen, die meisten von ihnen haben
sich jedoch bereits für oder gegen eine Familie mit Kind
entschieden. 77 % der 35- bis 49-jährigen Frauen waren 2008
erwerbstätig." (2012, S.36)
Die Daten sind bereits
dadurch verfälscht, dass hochgebildete Frauen meistens
Spätgebärende sind, während gering gebildete Frauen ihre
Kinder frühzeitig bekommen. Was es heißt, die Kinder zu
unterschlagen, die nach dem 35. Lebensjahr geboren werden,
kann man aus der Geburtenstatistik erfahren. Im Jahr 2008
wurden immerhin 24 % der Kinder in Deutschland von Frauen
geboren, die 35 Jahre und älter waren. Aus der folgenden
Tabelle sind die Anteile der Spätgebärenden zu ersehen.
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Tabelle: Anteil der Geburten von Spätgebärenden in
Deutschland im Jahr 2008 |
|
Altersgruppe |
Geburten |
| 35
- 39 Jahre |
129.980 |
| 40
- 44 Jahre |
32.892 |
| 45 Jahre
und älter |
1.541 |
|
Spätgebärende insgesamt |
164.413 |
|
Insgesamt |
682.514 |
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Quelle:
Statistisches Jahrbuch 2010, S.56
und eigene Berechnungen |
Wenn man dann noch davon
ausgeht, dass dies überproportional Kinder von Akademikerinnen
sind, dann zeigt sich wie wenig aussagekräftig die Daten sind.
Hätte man nur die Kinderlosen der 40-44jährigen Frauen
genommen, dann wäre das Ergebnis kaum verfälscht.
Das Statistische
Bundesamt behauptet weiterhin, dass die Geburt 1. Kinder bei
Spätgebärenden nicht ins Gewicht fällt. Betrachtet man das
Jahr 2010 für das Zahlen vorliegen, dann ergibt sich, dass der
Frauenjahrgang 1973 in diesem Jahr 24.677 Kinder zur Welt
brachte. Davon waren immerhin 7.865 erste Kinder, also fast 32
%. Der Anteil der ersten Kinder lag 2010 bei den
Spätgebärenden in allen Frauenjahrgängen über 25 % teilweise
sogar über 30 %.
Dieses Jahr steht eine neue
Erhebung an. Müssen wir dann auch wieder 5 Jahre warten, bis
diese Daten zur Verfügung stehen?
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STURM, Anni (2012): Im
Supermarkt der Liebe.
Immer mehr
Menschen suchen einen Partner im Internet. Rund sieben Millionen
Suchende gehen allein in Deutschland online. Wie funktionieren diese
Partnerbörsen? Was sind die Chancen und Risiken? Welche Erfahrungen
machen die Bindungswilligen im Netz?
in: Psychologie Heute,
März
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GAEDE, Lars (2012): Alles
kann - nichts muss.
Keine Regeln,
kein Zwang und trotzdem viel Sex: Das Affärenleben ist einfach. Aber
gerade das macht es kompliziert,
in: Neon,
März
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ECKARDT, Ann-Kathrin
(2012): Zwischendrin.
Eines von 2000
Kindern kommt in Deutschland ohne eindeutiges Geschlecht zur Welt.
Drei dieser intersexuellen Menschen erzählen ihre Geschichte,
in: Neon,
März
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CHAIMOWICZ, Sascha & Lara
FRITZSCHE (2012): "Die Liebe macht den Frauen alles kaputt".
Wer in der
Beziehung nicht kämpft, macht auch keine Karriere, sagt die Autorin
Bascha Mika. Sie rät den Frauen zu mehr Mut,
in: Neon,
März
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BAUER, Patrick (2012): Die
eine Stadt.
Berlin ist der
große deutsche Sehnsuchtsort. Wie verändert einen die Hauptstadt? Neon
hat mit Neuberlinern kurz nach ihrem Umzug gesprochen - und sie ein
Jahr später noch einmal interviewt,
in: Neon,
März
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KALLE, Matthias
(2012): Zurück auf Los.
Zwei, die sich als Teenager liebten,
dann trennten und jetzt wieder zusammen sind - geht das gut? Kann die
Liebe dahin zurückkehren, wo sie mal war?
in: Neon,
März
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BUCHHOLZ, Jenny (2012):
"Ich sammle
Nagetierfiguren".
Ehrliche Kontaktanzeigen. Nichts als
die Wahrheit: NEON-Singles erzählen aufrichtig von ihren Macken - und
warum es sich trotzdem lohnt, sie kennen zu lernen,
in: Neon, März
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[ zum Seitenanfang ]
Zu den News vom 16. -
29. Februar 2012
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