[ News-Hauptseite ] [ Suche ] [ Homepage ]

   

Medienrundschau:

News zum Single-Dasein

 
   
News 19.-30. September 2011
News 13.-18. September 2011
News 01.-12. September 2011
News 27.-31. August 2011
News 18.-26. August 2011
News 07.-17. August 2011
News 01.-06. August 2011
News 16.-31. Juli 2011
News 01.-15. Juli 2011
News 13.-30. Juni 2011
News 01.-12. Juni 2011
News 23.-31. Mai 2011
News 16.-22. Mai 2011
News 01.-15. Mai 2011
News 08.-30. April 2011
News 01.-07. April 2011
News 21.-31. März 2011
News 18.-20. März 2011
News 08.-17. März 2011
News 01.-07. März 2011
News 15.-28. Februar 2011
News 10.-14. Februar 2011
News 01.-09. Februar 2011
News 25.-31.Januar 2011
News 16.-24.Januar 2011
News 10.-15.Januar 2011
News 06.-09.Januar 2011
News 01.-05.Januar 2011
News 19.-31.Dezember 2010
News 08.-18.Dezember 2010
News 01.-07.Dezember 2010
News 22.-30.November 2010
News 15.-21.November 2010
News 12.-14.November 2010
News 08.-11.November 2010
News 01.-07.November 2010
News 21.-31. Oktober 2010
News 14.-20. Oktober 2010
News 05.-13. Oktober 2010
News 01.-04. Oktober 2010
News 23.-30. September 2010
News 17.-22. September 2010
News 13.-16. September 2010
News 07.-12. September 2010
News 01.-06. September 2010
News 24.-31. August 2010
News 16.-23. August 2010
News 07.-15. August 2010
News 01.-06. August 2010
News 22.-31. Juli 2010
News 13.-21. Juli 2010
News 04.-12. Juli 2010
News 01.-03. Juli 2010
News 22.-30. Juni 2010
News 16.-21. Juni 2010
News 05.-15. Juni 2010
News 01.-04. Juni 2010
News 26.-31. Mai 2010
News 22.-25. Mai 2010
News 18.-21. Mai 2010
News 01.-17. Mai 2010

News 2009
News 20080
News 2007
News 2006
News 2005
News 2004
News 2003
News 2002
News 2001
News 2000

 
 
   
Medienberichte über single-dasein.de
 
 
 
   

News vom 01. - 02. Oktober 2011

 
 
     
 
   

Zitat des Monats:

Ist die Trendwende beim Kinderkriegen eine Illusion?

"»Deutsche Frauen bekommen wieder mehr Kinder«, berichteten die Medien Anfang des Monats.
ULRICH: Da wurden Forschungsergebnisse offenbar missverstanden. Frauen in Deutschland bekommen Kinder heute biografisch später als vor zehn oder 30 Jahren. Man kann die Kinderzahl so kalkulieren, dass der Effekt dieser Verschiebung herausgerechnet wird und kommt dann auf 1,6 Kinder pro Frau, statt der vom Statistischen Bundesamt ausgewiesenen 1,4. Aber der Vergleich der beiden Zahlen liefert keine Aussage über einen Anstieg."
(Ralf E. Ulrich im Freitag Nr.39 v. 29.09.2011)

 
 
       
   

Nina Pauer - Wir haben keine Angst

AMRHEIN, Florian (2011): Der Golf fährt nicht mehr.
Cool und ängstlich: Die 28-jährige Nina Pauer schickt ihre Generation zur Gruppentherapie,
in: Tagesspiegel v. 02.10.

"Im Grunde geht es Nina Pauer um das eigene Milieu, um den mittelständisch und in heilen Familienverhältnissen aufgewachsenen Akademikernachwuchs. Diese vergleichsweise kleine Gruppe der heute 25- bis 30-Jährigen porträtiert das Buch dafür sehr authentisch",

meint Florian AMRHEIN zu Nina PAUERs Buch Wir haben keine Angst. Das Buch dreht sich um das Fallbeispiel eines Paares, das beispielhaft für die Leistungsträger des individualisierten Akademikermilieus steht, weshalb AMRHEIN dem Buch am Schluss doch noch das Etikett Generationenbuch aufklebt:

"Der Gedanke daran, dass die hier repräsentierten Menschen die zukünftigen Leistungsträger unserer Gesellschaft sein sollen, verleiht »Wir haben keine Angst« eine gewisse Brisanz. In diesem Sinne ist es dann doch ein Generationenbuch."

Ein Generationenbuch ist es natürlich nicht, sondern ein Buch über eine Generationeneinheit, die bestimmen möchte, wo es lang geht. In diesem Sinne geht die Generationendebatte in die nächste Runde: die Nachfolger der Generation Golf/Ally/Umhängetasche melden sich nun zu Wort. Ihr gemeinsames Motto: Die netten Jahre sind vorbei!

 
   

KRAUS, Doris (2011): "Cougars" - Ältere Frau, junger Mann.
In den Trennungsgerüchten um Demi Moore und ihren 15 Jahre jüngeren Mann Ashton Kutcher schwingt recht viel Schadenfreude mit. Warum? Weil unsere Gesellschaft der "Cougar" noch immer misstraut,
in: Die Presse v. 02.10.

 
   

GUTSCH, Jochen-Martin & Maxim LEO (2011): Männer reden nicht über Gefühle?
Stimmt doch gar nicht. Ein E-Mail-Gespräch,
in: Magazin der Berliner Zeitung v. 01.10.

Jochen-Martin GUTSCH und Maxim LEO inszenieren die beiden klassischen männlichen Lebensstilmodelle: Swinging Single und treuer Familienvater.

 
   

Christina Bylow - Familienstand: Alleinerziehend

SCHMOLLACK, Simone (2011): Nicht defizitär, sondern autark.
Alleinerziehende: Frauen, die ihre Kinder ohne Mann großziehen, wollen kein Mitleid. Was sie wollen, ist gesellschaftliche Anerkennung, sagt die Autorin Christina Bylow,
in: TAZ v. 01.10.

 
   

DRIBBUSCH, Barbara (2011): Auszeit für pflegende Kinder.
Alter: Wohlfahrtsverband schlägt ein "Familienpflegegeld" vor. Es würde 2,4 Milliarden Euro kosten,
in: TAZ v. 01.10.

 
   

SZ-Thema: Warum wir Vätern helfen müssen

NOHN, Corinna (2011): Immer öfter Vatertag.
Wie sich die Männer der Familie Misselwitz über die Jahre mit neuen Aufgaben angefreundet haben,
in: Süddeutsche Zeitung v. 01.10.

BERTH, Felix (2011): Männer verdienen zu viel.
Das größte Hindernis für moderne Vaterrollen ist der Einkommensunterschied zwischen den Geschlechtern,
in: Süddeutsche Zeitung v. 01.10.

BRAUN, Stefan (2011): "Ich will das Bewusstsein in Unternehmen ändern".
Bundesfamilienministerin Kristina Schröder über den Karriereknick, Elterngeld und geteilte Arbeit,
in: Süddeutsche Zeitung v. 01.10.

JANISCH, Wolfgang (2011): Weniger zahlen, mehr ton.
Eine Scheidung oder Trennung ist für Väter heute meist nicht mehr ganz so teuer wie früher,
in: Süddeutsche Zeitung v. 01.10.

NOHN, Corinna (2011): Da staunt der Oberarzt.
Männer, die ein Jahr bei den Kindern bleiben? - Fragen, die Deutschlands einziger Väterbeauftragter öfter hört,
in: Süddeutsche Zeitung v. 01.10.

 
   

GERMIS, Carsten (2011): Das älteste Land der Welt.
Bald schon wird jeder vierte Japaner älter als 65 Jahre sein. Das verändert auch die Wirtschaft. Die Gefahr ist groß, dass sich die Menschen in Stagnation und Deflation einrichten, weil es für wohlhabende Senioren bequem ist,
in: Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 01.10.

 
   

ROEDIG, Andrea (2011): Workout für die Klitoris.
Wo ist die Sexualität geblieben? Von den Forderungen des Feminismus sind heute nur noch jene nach mehr Kindergartenplätzen und besseren Aufstiegschancen übrig,
in: Der Standard v. 01.10.

 
   

CPOS-Themenheft: Tempoeffekte in demografischen Periodenmaßen

LUY, Marc (2010): Tempo-Effekte und ihre Bedeutung für die demografische Analyse,
in: Comparative Population Studies, Heft 3

LUY, Marc & Olga PÖTZSCH (2010): Schätzung der tempobereinigten Geburtenziffer für West- und Ostdeutschland, 1955 - 2008,
in: Comparative Population Studies, Heft 3

Die normative, ehezentrierte amtliche Statistik verhinderte bis zum Jahr 2009 die korrekte Zuordnung von Geburten zu Frauen. Ohne eine solche Zuordnung konnten für Deutschland keine tempobereinigten Geburtenziffern ermittelt werden:

"Für die Berechnung der tempobereinigten TFR* sind die Geburtenzahlen nach einzelnen Paritäten erforderlich. Für das vereinigte Deutschland und das frühere Bundesgebiet lagen solche Angaben aufgrund der gesetzlichen Regelungen bis 2009 nicht vor. Vor 2009 wurde die Parität ausschließlich bei Geburten von verheirateten Müttern erfasst, wobei sich die Ordnungszahl (auch als Geburtenfolge bezeichnet) allein auf die Kinder der Frau aus der gegenwärtigen Ehe bezog (einschließlich vorehelicher Kinder mit dem aktuellen Ehemann). Die vorehelichen Kinder mit anderen Vätern als dem jetzigen Ehemann der Mutter sowie Kinder aus früheren Ehen wurden hierbei nicht berücksichtigt. Erst nach der Ergänzung des Bevölkerungsstatistikgesetzes (BGBl 2007) war für das Jahr 2009 erstmals ein deutschlandweiter Nachweis der sogenannten biologischen Geburtenfolge unabhängig vom Familienstand der Mutter möglich (siehe Statistisches Bundesamt 2010)."

LUY & PÖTZSCH haben diese Datenlücken nun für die Jahre 1955 - 2008 durch Schätzungen aufgrund anderweitiger Daten aufgefüllt. Bislang fehlte hierzu der politische Wille, doch mittlerweile wird die klassische Berechnung zum Hemmnis für weitere bevölkerungspolitisch motivierte Reformen. Deshalb wird diese Debatte erst jetzt geführt, obwohl diese Debatte international bereits seit 1998 geführt wird.

Ein Beispiel für den fehlenden politischen Willen gefällig? Im Jahr 2001 veröffentlichte der Bevölkerungsstatistiker Ron LESTHAEGHE für die westdeutschen Frauen folgende endgültigen (und vorläufige) Kinderzahlen:

"Betrachte man - anders als die deutsche Statistik - nicht nur die aktuelle Geburtenentwicklung pro Jahr, sondern das jeweilige Verhalten von Frauen-Altersgruppen (so genannten 'Kohorten'), so werde deutlich, dass der Geburtenrückgang langfristig weniger dramatisch sein dürfte. Die Frauen der Jahrgänge 1957 bis 1961 etwa hätten zwar viel später mit dem Kinderkriegen angefangen als ihre Vorgängerinnen, aber dann aufgeholt: Die Geburtenrate ihrer Altersgruppe liegt bei rund 1,6 Kindern pro Frau; verglichen mit 1,8 für die Jahrgänge 1942-1946. Die heute 35- bis 40-Jährigen hätten bereits jetzt eine Rate von 1,5 erreicht - obwohl sie sich durchschnittlich noch länger Zeit gelassen hätten, bevor das erste Baby kam."

Diese Zahlen stimmen mit den kürzlich veröffentlichten endgültigen und tempo-bereinigten Kinderzahlen des Max-Planck-Institut für demografische Forschung (MPIDR) überein.

Die Zahlen wurden im Nachgang zu einem Bundesverfassungsurteil zur Pflegeversicherung veröffentlicht. Das Urteil vom 3. April 2001 begründete die geforderten Änderungen neben dem Anstieg der Kinderlosigkeit hauptsächlich mit der durchschnittlichen Kinderzahl (TFR) folgendermaßen:

"In Deutschland ist seit Mitte der sechziger Jahre die Zahl der Lebendgeborenen je Frau von 2,49 in rascher Folge auf mittlerweile 1,3 gesunken. In den meisten der wirtschaftlich entwickelten Länder hat der Effekt beobachtet werden können, dass mit steigendem Lebensstandard und steigendem Pro-Kopf-Einkommen die Geburtenrate zum Teil erheblich unter 2,0 sinkt. Es ist - wie auch der Sachverständige dargelegt hat - nichts dafür ersichtlich, dass sich die für diese Entwicklung verantwortlichen Rahmenbedingungen alsbald grundlegend wandeln. Ein sprunghafter Anstieg der Geburtenrate ist nicht zu erwarten"

Alle damaligen Presseveröffentlichungen im Vorfeld des Urteils und zur Debatte um das Pflegeurteil - außer dem Interview mit Ron LESTHAEGHE - argumentierten mit der durchschnittlichen Kinderzahl von 1,3.

Bis heute hat kein einziger Frauengeburtsjahrgang eine endgültige Kinderzahl von 1,3 erreicht, sondern sie liegen bis zum Jahrgang 1961 bei 1,6. Jene Geburtsjahrgänge, die in den nächsten Jahren ihre endgültigen Kinderzahl erreichen werden, liegen allesamt über 1,5 - immer noch weit entfernt von 1,3. Der Trend bei den endgültigen Kinderzahlen weist jedoch immer noch nach unten. Solange dies der Fall ist, lässt sich das Gegenteil nicht sicher beweisen.

Was aber, wenn die durchschnittliche Kinderzahl (gemessen als TFR) nun in den nächsten Jahren sprunghaft nach oben weist? Bereits ein Wert von 1,5 würde die Bevölkerungswissenschaftler in Erklärungsnot bringen. Ein Wert von 1,6 war Anfang des Jahrtausends - zu Zeiten der Agenda 2010-Debatte - völlig undenkbar. Was, wenn die TFR diesen Wert übersteigt?

Dass nun auch in Deutschland die Debatte um tempobereinigte Geburtenziffern beginnt, ist also der Staatsraison geschuldet, und nicht etwa der Tatsache, dass es vorher nicht möglich gewesen wäre. Nein: einzig der politische Wille fehlte!  

FEENEY, Griffith (2010): Tempo-Effekte in der Mortalität: ein Wegweiser für Skeptiker,
in: Comparative Population Studies, Heft 3

SOBOTKA, Tomáš & Wolfgang LUTZ (2010): Wie Politik durch falsche Interpretationen der konventionellen Perioden-TFR in die Irre geführt wird: Sollten wir aufhören, diesen Indikator zu publizieren?
in: Comparative Population Studies, Heft 3

Tomáš SOBOTKA & Wolfgang LUTZ befassen sich mit den Unzulänglichkeiten des Indikators der durchschnittlichen Kinderzahl (TFR), die bislang die politische Debatte um den demografischen Wandel dominierte. Anhand von 4 Beispielen zeigen sie die Problematik auf:

1) die vermutete Kluft zwischen gewünschter und realisierter Kinderzahl
2) der aktuelle Anstieg der TFR in Europa
3) die Kinderzahl von Migrantinnen im Vergleich zu den Einheimischen
4) der Zusammenhang zwischen Familienpolitik und TFR-Änderungen

Letzter Punkt ist besonders interessant, denn in der Debatte um das Elterngeld dominierte lange Zeit Schweden als Musterland (inzwischen hat Frankreich diese Rolle für andere Reformvorhaben übernommen). Der schwedische "Babyboom" infolge des Elterngeldes galt bisweilen als Rechtfertigungsgrund für die Einführung des Elterngeldes auch in Deutschland. SOBOTKA & LUTZ weisen darauf hin, dass der dortige Anstieg der TFR weniger eine Änderung im Geburtenausmaß (Quantum), sondern vor allem eine Änderung im Timing (Vorziehen von Geburten) und Geburtenabstand (zweite und dritte Kinder folgen in einem kürzeren Abstand auf das erste Kind) bewirkt hat.

SOBOTKA & LUTZ sehen für Deutschland deshalb die Gefahr, dass die TFR einen Babyboom (Änderung des Quantums) vorgaukeln könnte, obwohl es sich nur um das Vorziehen von Geburten handelt (Tempoeffekt)

WEGENER, Christian (2010): Tempo-Effekte in der Periodensterberate bei alternativen Berechnungsverfahren,
in: Comparative Population Studies, Heft 3

 
       
 

[ zum Seitenanfang ]

Zu den News vom 19. - 30. September 2011

   
  • Rezensionen zum Single-Dasein finden sie hier

 
 
   

Bitte beachten Sie:
single-dasein.de ist nicht verantwortlich für die Inhalte externer Internetseiten

 
 
  [Suche] [ Homepage ]
 
   
© 2000-2011
Bernd Kittlaus
Bernds@single-dasein.de Stand: 15. Oktober 2011