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Medienrundschau:

News zum Single-Dasein

 
   
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Medienberichte über single-dasein.de
 
 
 
   

News vom 01. - 06. Oktober 2017: [01.10.] [02.10.] [04.10.] [05.10.] [06.10.]

 
 
     
 
   

Zitat des Monats:

Altersdiskriminierung ist ein weltweites Problem

"Mit Blick auf die altersbezogenen Agenden von OECD, Welthandelsorganisation, Weltbank, IWF und EU kritisiert der Gerontologe Anton Amann: Die Alterung gilt als gefährliche Bürde für den Sozialstaat; sie gefährde die Produktivität des Wirtschaftsstandortes; Eigenvorsorge und individuelle Verantwortung seien zu forcieren; Pensionssysteme seien in profitable Pensionsfonds umzubauen. Unter dem ausgegebenen Label der Aktivierung wirken hier Konstruktionen fort, die Alter(n) als Problem definieren.
Hier ist der Anschluss an gängige Altersdiskriminierungen möglich. Alte wurden seit jeher als nutzlos stigmatisiert und diskriminiert. Heute wird den Alten die Verantwortung für ihre Bedarfe zugeschrieben, weil sie mangels gesunder Lebensführung und finanzieller Vorsorge allein verantwortlich für ihre Probleme seien. Im neueren Ageismus werden Alterserscheinungen als Resultat nachlässiger Lebensführung stigmatisiert. Das Leitbild ist und bleibt der junge, leistungsstarke Mensch."
(Winfried Rust "Gepriesen und vernachlässigt" in der Zeitschrift iz3w, September/Oktober 2017, S.19)

 
       
       
   

06.10.2017

 
       
   

FISCHER, Konrad (2017): Schwaben und Chinesen kaufen.
Immobilien: Selbst in Pirmasens kann man 2017 Geld mit Immobilien verdienen. Ein Ortsbesuch belegt den realen Wahnsinn am deutschen Häusermarkt,
in:
Wirtschaftswoche Nr.42 v. 06.10.

Dürfen sich von Medien und Ökonomen stigmatisierte Städte wie Pirmasens der neoliberalen Theorie widersetzen? Wenn es nach Konrad FISCHER ginge, dann nicht. Dazu wird von ihm eine Gleichgewichtsthese aufgestellt: Wenn die Immobilienpreise in den Metropolen steigen, dann müssen sie in der Provinz fallen, denn sonst läuft etwas falsch. Pirmasens wird von FISCHER deshalb nun auch noch zum Problemfall eines fehlgeleiteten Immobilienmarktes stilisiert, denn:

"Nach menschlichem Ermessen dürfte die Mischung aus Abwanderung und Perspektivlosigkeit Immobilien hier zu Ladenhütern machen".

FISCHER inszeniert Pirmasens deshalb als trostloseste Stadt Deutschland, um dann schreiben zu können:

"Natürlich sind die Preise hier noch nicht groß gestiegen, aber eben auch nicht gesunken, was für sich genommen schon erstaunlich ist. In einem Ort, der heute 50 Prozent weniger Einwohner hat als zu seinen besten Zeiten. Und selbst das liegt wohl allein daran, dass so wenig Neubauten auf den Markt kommen."

Wie schlecht steht es um Pirmasens aber tatsächlich? Man könnte z.B. als Indikator für die Perspektivlosigkeit der kreisfreien Städte in Rheinland-Pfalz die Zweitstimmenergebnisse der AfD nehmen. Dann ergäbe sich folgendes Bild der perspektivlosten Städte:

Rang Kreisfreie Stadt AfD-Zweitstimmenanteil Veränderung zu 2013
1 Frankenthal 16,5 % + 11,2 % (2)
2 Ludwigshafen am Rhein 16,3 % + 9,7 % (3)
3 Pirmasens 16,1 % + 11,5 % (1)
4 Worms 15,0 % + 8,9 % (6)
5 Zweibrücken 14,5 % + 9,6 % (4)
6 Kaiserslautern 13,7 % + 9,2 % (5)
7 Speyer 13,5 % + 8,2 % (7)
8 Neustadt an der Weinstraße 12,0 % + 7,5 % (8)
9 Landau 10,0 % + 5,1 % (9)
10 Koblenz 8,4 % + 3,8 % (10)
11 Trier 7,8 % + 3,6 % (11)
12 Mainz 7,3 % + 3,0 % (12)

Betrachtet man die Ergebnisse, dann befindet sich Pirmasens hinsichtlich der Perspektivlosigkeit in Gesellschaft der Städte Frankenthal und Ludwigshafen am Rhein. Betrachtet man die Bevölkerungsentwicklung, dann hatte Pirmasens gemäß dem Statistischen Landesamt Rheinland-Pfalz Ende 2016 40.550 Einwohner. Das waren 420 Einwohner (1 %) mehr als ein Jahr zuvor. Das ist jedoch etwas weniger als beim Zensus 2011. Unter den kreisfreien Städten ist damit Pirmasens Schlusslicht.

Verglichen mit dem Landkreis Südwestpfalz, der Pirmasens umschließt und dessen Verwaltungssitz die Stadt ist, ist die Bevölkerungsentwicklung jedoch positiv (Rückgang seit Zensus 2011 um 2,4 % und selbst im letzten Jahr ging die Bevölkerung um 0,5 % zurück). FISCHER dagegen sieht in Pirmasens nicht ein Oberzentrum mit Entwicklungschancen, sondern einen problematischen Immobilienmarkt:

"In den großen Tagen der Stadt war Pirmasens zwar eine Stadt mit vielen Millionären, aber noch mit viel mehr Arbeitern. So entstanden ganze Stadtviertel mit Straßenzügen voller kleiner Häuser mit kleinsten Wohnungen, in denen heute niemand mehr leben mag. Im Sektor Geschosswohnungsbau liegt die Leerstandsquote in Pirmasens bei neun Prozent, bundesweit ergibt das den dritten Platz, mehr sind es nur in Salzgitter und Chemnitz."

Chemnitz gilt bekanntlich als aufstrebende Stadt in Ostdeutschland, sodass der Indikator an sich nicht aussagekräftig ist.

Fazit: Aus neoliberaler Sicht ist die Stärkung der Starken die Zielsetzung. Einer solchen Sichtweise ist die Stigmatisierung von ganzen Städten und Gemeinden geschuldet, deren Entwicklung durch fragwürdige neoliberale Rankings und bewusste, zusätzliche Abwertung durch negative Berichterstattung gehemmt wird. Die Chancen solcher Regionen bleiben dadurch ungenutzt oder werden gar wie im Fall von Pirmasens zum Problem stilisiert. 

 
       
   

THISSEN, Stefan/DPA (2017): Weniger Neurentner mit Steuerlast.
Gestiegenes steuerfreies Existenzminimum für Ruheständler verhindert Belastung,
in: ihre-vorsorge.de
v. 10.10.

 
       
   

ROSSMANN, Andreas (2017): Modell Münster.
in:
Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 06.10.

Andreas ROSSMANN stellt den Beamten Jochen KÖHNKE vor, dem der Nichterfolg der AfD in Münster zugeschrieben wird:

"Schon vor Jahren hat Münster ein System der dezentralen Unterbringung von Flüchtlingen aufgebaut, mit kleinen, über das ganze Stadtgebiet verstreuten Wohneinheiten, so dass Brennpunkte gar nicht erst entstehen konnten. Die Neuankömmlinge blieben in kleinen Gruppen und stießen in den Kirchengemeinden auf willkommensengagierte Hilfsbereitschaft."

KÖHNKE tritt im November seinen neuen Job in der Stadt Isarlohn an. Isarlohn gehört gemäß Westfalenpost Online zu den Gemeinden mit den höchsten AfD-Zweitstimmenanteilen in Nordrhein-Westfalen:

"Die AfD (...) kommt (...) mit den stärksten Ergebnissen in Hagen (12,8 %), Hemer (12,6 %) und Iserlohn (12,4 %) nur knapp an das bundesweite Ergebnis von 12,9% heran."

Iserlohn liegt im Wahlkreis 150 Märkischer Kreis II. Dort hat die AfD einen Zweitstimmenanteil von 11,6 % erreicht. Das Ergebnis der ArD in der über 93.000 Einwohner zählenden Stadt Isarlohn liegt also über dem Durchschnitt des Märkischen Kreises und das obwohl es die größte Stadt im Kreis ist. In zwei Iserlohner Wahlbezirken wurde die AfD sogar die stärkste Kraft: Im Wahlbezirk 152 erhielt sie 34,4 % der Zweitstimmen und im Wahllokal 071 immerhin 28,0 %.

 
       
   

MEISTER, Martina (2017): "Was Merkel gemacht hat, war hochgradig brutal".
Die Grenzöffnung sei fatal gewesen, urteilt der französische Intellektuelle Christophe Guilluy. Wen soziale und kulturelle Unsicherheit zusammenkämen, hätten Populisten Erfolg,
in: Welt
v. 06.10.

"In »Das Frankreich der Peripherie: Oder wie wir die Unterschicht opfern« hat Guilluy das erste Mal den Siegeszug der Populisten als Folge des Verschwindens der Mittelschicht beschrieben. In seinem jüngsten Buch »Der Niedergang des Frankreichs von oben« denkt der 52-Jährige seine These zu Ende",

schickt Martina MEISTER als Information dem Interview voraus. Beide Bücher sind jedoch nicht in deutscher Sprache zu lesen, sondern nur im französischen Original. GUILLUY ist zwar Geograf, aber seine Erklärungen des Populismus sind kulturalistisch bzw. psychologisch:

"Man muss nur zwei Dinge zusammennehmen: eine soziale Unsicherheit und eine kulturelle Verunsicherung. Wenn beides nicht zusammenkommt, gibt es keine Wahlerfolge für die Populisten."

An anderer Stelle wieder wird von "Kontrollverlust" gesprochen:

"Wenn ich in einem Pariser Migrantenviertel wie Belleville eine Wohnung für 600.000 Euro kaufe, dann weiß ich, wer meine Nachbarn sind. Ich kann es also cool finden, in einem Multikultiviertel zu wohnen, weiß aber, dass in meinem Wohnhaus nur Gleichgesinnte leben. Alles ist unter Kontrolle. Als Arbeiter oder Arbeitsloser verliert man die Kontrolle über die unsichtbare Grenze. Man kann nicht beeinflussen, wer sein Nachbar sein wird."

Diese Erklärung übersieht, dass Kontrollverlust die allgemeine Existenzweise der Machtlosen ist. Sie kann sich auf vielen Gebieten zeigen. Und auch die Angst "zur Minderheit zu werden" bezieht sich keineswegs allein auf die Dichotomie Einwanderer vs Einheimische, sondern gilt für alle Lebensstile von Machtlosen. Vernachlässigt wird dagegen, dass der Neoliberalismus eine spezifische Interpretation der gesellschaftlichen Verhältnisse anbietet und damit den Boden für den Rechtspopulismus erst fruchtbar gemacht hat. Die herrschende Globalisierungserzählung und die damit verbundene Angstmobilisierung spielt den Rechtspopulisten geradezu in die Hände. Es ist die behauptete Alternativlosigkeit einer Politik, die nicht mehr gegensteuert, sondern die vorhandenen Spaltung noch verschärft, und die damit die Angst zum Motor einer ungleichen Gesellschaft macht. 

 
       
   

Das Single-Dasein in Japan

NEIDHART, Christoph (2017): Das alte Denken.
Ein Netzwerk hilft schwangeren Japanerinnen gegen Mobbing,
in:
Süddeutsche Zeitung v. 06.10.

"In Japan nennt man die Diskriminierung und Schikanierung Schwangerer und junger Mütter »Matahara«. Die Soziologin Hiromi Sugiura hat den Begriff kreiert, eine Kurzform des englischen »Maternity Harassment« (Drangsalierung von Müttern)",

schreibt Christoph NEIDHART über eine Phänomen, das er vor dem Hintergrund des Wandels der Familie in Japan beschreibt:

"Obwohl sich die japanische Regierung mehr Geburten wünscht, werden immer wieder Fälle bekannt, in denen Unternehmen Schwangere vor die Wahl stellen: Abtreibung oder Kündigung. Es gibt auch Firmen, die meinen, liberaler zu sein und junge Frauen auffordern, ihre Kinderpläne bitte im Team so zu koordinieren, dass jeweils immer nur eine schwanger sei.
Bis heute halten viele Japaner das Modell, wonach der Vater arbeitet, das Haus früh verlässt und spät abends nach Hause kommt, während sich die Mutter ganz um die Kinder kümmert, für die traditionelle japanische Familienstruktur. Viele wissen nicht, dass ihr Land dieses Modell erst im 19. Jahrhundert aus Preußen importiert hat. Durchgesetzt hat es sich in den Nachkriegsjahren. Seither wird von Frauen erwartet, dass sie, wenn sie heiraten oder spätestens, wenn sie schwanger werden, ihre Stelle kündigen - und sich später, wenn die Kinder in die Schule gehen, mit einem Hilfsjob begnügen. Auch Frauen mit Hochschulbildung landen so an einer Kasse im Supermarkt. Und wer sich nicht an solche sozialen Normen hält, riskiert in Japan, belästigt zu werden."

"Mobbing" wird sozusagen als Reaktion der sozialen Umwelt auf einen Verstoß gegen die soziale Normen interpretiert. die Verfechter der moderne japanischen Familie, so muss man das lesen, haben vor drei Jahren die Selbsthilfeorganisation "Matahara-Net" gegründet. NEIDHART zählt noch andere Formen der Belästigung auf:

"Schwangere würden auch von Frauen belästigt, zum Beispiel von Kolleginnen, wenn diese mehr arbeiten müssen, um eine werdende Mutter zu schonen. Aus der Provinz erreichen Matahara-Net Hilferufe von Schwangeren, die von der eigenen Familie geplagt werden, weil sie weiter arbeiten wollen statt zum Beispiel ihre greisen Schwiegereltern zu pflegen, was bisher die soziale Norm im Land ist",

wird eine Betroffene zitiert, die sich bereits vor 15 Jahren erfolgreich gegen dieses "alte Denken" gewehrt hat. Wer sich bei dieser Berichterstattung an deutsche Kämpfe um die Vereinbarkeit von Beruf und Familie erinnert fühlt, der liegt sicherlich nicht falsch. Bei NEIDHART kommt zu kurz, dass der Kampf gegen die Diskriminierung von Müttern auch bevölkerungspolitisch motiviert und unterstützt wird. Oder wie es in einem Bericht von Sonja BLASCHKE in der Welt vor über zwei Jahren heißt:

"Japan schrumpft und überaltert so schnell wie keine andere Industrienation, es droht ein Arbeitskräftemangel. Daher wolle der Staat sicherstellen, dass das Arbeitsumfeld mütterfreundlich sei, sagt Ishii-Kuntz. Früher sei die Diskriminierung von Müttern kaum ans Licht gekommen, weil diese schwiegen und einfach ihren Job kündigten."   

 
       
   

05.10.2017

 
       
   

MEIER, Nicola/STELZER, Tanja/STEPHAN, Björn (2017): Städtle in Angst.
Dossier: Eigentlich dürften Rechtspopulisten hier keine Chance haben. Heilbronn ist eine moderne, wohlhabende Idylle. Warum wählten trotzdem 16,4 Prozent der Bürger AfD?
in: Die ZEIT Nr.41
v. 05.10.

"Statistisch gesehen ist Heilbronn mit seinen 121.000 Einwohnern ein kleines Paradies.
Das Pro-Kopf-Einkommen: 41.000 Euro netto, so hoch wie in keiner anderen deutschen Stadt",

erzählten uns MEIER/STELZER/STEPHAN. Doch das Durchschnittseinkommen täuscht gewaltig:

"Der Lidl-Gründer Dieter Schwarz ist nicht nur der reichste Einwohner der Stadt, erst der reichste Deutsche überhaupt. Würde sein Einkommen nicht dazuzählen, wäre das Pro-Kopf-Einkommen Heilbronns deutlich niedriger. (...). 38 weitere Einkommensmillionäre wohnen hier."

Das verfügbare Einkommen der Haushalte lag im Jahr 2014 gemäß bundeswahlleiter.de im Wahlkreis 267 Heilbronn bei 29.506 Euro. Deutschlandweit lag es bei 21.117 Euro. Auch dieses Einkommen wird jedoch durch die wenigen Reichen verzerrt und kann deshalb die Polarisierungen innerhalb von Städten und Gemeinden nicht adäquat abbilden.

"In der Heilbronner Gemeinschaft der Russlanddeutschen ist die Zustimmung zur AfD besonders hoch - in manchen Wahlbezirken um die 30 Prozent. Die Wahllokale liegen in jenen Stadtteilen, in denen es anders aussieht als in Ostheilbronn (...). In den Wohnblocks von Heilbronn-Böcklingen, im Viertel »Auf der Schanz«, ist eine deutschrussische Parallelgesellschaft entstanden, mit einem russischen Reisebüro und einem russischen Supermarkt",

schreiben MEIER/STELZER/STEPHAN. Zum Wahlkreis 267 gehört jedoch nicht nur die Stadt, sondern die Spitzenwerte für die AfD bei den Zweitstimmen wurden in dem Stadtteil Plattenwald in Bad Friedrichshall (Wahlbezirk Verwaltungsstelle Plattenwald: 36,8 %) und im Neckarsulmer Stadtteil Amorbach (Wahlbezirke der Grundschule Amorbach: 32,0 % und 33,2 %) erreicht. Auch dort leben viele Russlanddeutsche.

Die Kleinstadt Öhringen, die auch im Dossier genannt wird, liegt nicht im Wahlkreis Heilbronn, sondern gehört zum Wahlkreis 268 Schwäbisch-Hall - Hohenlohe. Die AfD erhielt dort gemäß Website des Landkreises 16,97 % der Zweitstimmen (Wahlkreisergebnis: 14,6 %).

Im Wahlkreis 267 Heilbronn (306 Wahlbezirke) erhielt die AfD 16,4 Prozent der Zweitstimmen. In der Stadt Heilbronn (103 Wahlbezirke) wählten ebenfalls 16,4 Prozent die AfD. In Bad Friedrichshall waren es 18,6 %. In den Gemeinden Möckmühl (21,1 %) und Kirchhardt (21,2 %) erreichte die AfD Spitzenwerte im Wahlkreis.

Wenn MEIER/STELZER/STEPHAN also Erklärungen für den Wahlerfolg der AfD suchen, dann greift es zu kurz, wenn in erster Linie die Stadt ins Visier gerückt wird. Das mag mit dem Anspruch zusammenhängen, dass die ZEIT-Autoren Heilbronn zum Exot unter den Wahlergebnissen stilisieren wollen:

"Ausgerechnet Heilbronn. Hier erhielt die Partei 16,4 Prozent der Stimmen. Weit mehr als im Bundesdurchschnitt.
In den Tagen nach der Wahl wurden viele Geschichten über die AfD erzählt: fast immer waren es Geschichten vom Rand. Sie spielten weit im Osten (...), im Ruhrgebiet (...), in Niederbayern (...).
Sie spielten nicht in Heilbronn. Denn hier, im ruhigen, reichen Winkel der Bundesrepublik, sprach auf den ersten Blick wenig für einen Erfolg der AfD. Aber das täuscht."

Uns wird also ein zweiter, tiefer gehender Blick versprochen. Aber das Versprechen wird nur zum Teil eingelöst. Die Russlanddeutschen wurden auch von anderen Berichten über "wohlhabendere" Gegenden als AfD-Wähler hervorgehoben. Nicht nur Heilbronn oder Neckarsulm sind Autostädte, sondern auch Ingolstadt in Bayern. Per HINRICHS streifte dieses Thema in der Welt aber nur am Rande, während die ZEIT-Autoren das Thema in den Mittelpunkt rücken:

"Die Arbeitslosenzahlen sind immer noch niedrig in Heilbronn. Die Löhne noch immer hoch. Noch ist kaum etwas passiert. Aber in Heilbronn fühlt es sich für einige so an, als ob. Wie ein Vorgriff auf die Zukunft. Und plötzlich ist da eine Partei, die sagt, die ganze Diskussion um den Klimawandel sei Unsinn. Eine Partei, für die ein Verbrennungsmotor nicht wie ein Symbol der Vergangenheit wirkt."

Aber auch das Thema Kriminalität und Gewalt wird hervorgehoben. Zu Wort kommt als einziger Experte der Soziologe Wilhelm HEITMEYER. Der Umgang mit dem Thema ist jedoch bezeichnend für die Mainstreammedien:

"Tatsächlich ist die Zahl der Straftaten, die in Heilbronn von Flüchtlingen begangen wurden, 2016 gegenüber dem Vorjahr um 52,4 Prozent gestiegen. Eine Zahl, die Meiers Sicht auf die Stadt bestätigt, einerseits. Andererseits sagt ein Mitarbeiter der Heilbronner Polizei, Flüchtlinge seien meist junge Männer - und die seien in der Kriminalstatistik eben immer stark vertreten."

Wird Kriminalität also besser, wenn sie mit den Kategorien "Geschlecht" und "Alter" erklärt werden kann als mit dem Begriff "Flüchtling", hinter dem die Kategorie "Ethnie" steht? Und hat nicht der Pop-Soziologe Gunnar HEINSOHN mit dem Begriff "Youth Bulge", der die Kategorien "Geschlecht" und "Alter" zusammenführt, denn gemeint sind keineswegs junge Frauen, sondern junge Männer, diese Art von Ängsten bereits lange vor der Flüchtlingskrise bedient?

Ob diese Art von Analyse hilfreich ist, um das Phänomen AfD in den Griff zu bekommen, das darf bezweifelt werden, denn entscheidend ist, welche Schlüsse aus dem Wahlerfolg die anderen politischen Parteien ziehen!

 
       
   

USLAR, Moritz von (2017): "So schlimm is ditt allet jar nich".
Sieben Jahre nach Erscheinen seines Reportageromans "Deutschboden" kehrt Moritz von Uslar in die brandenburgische Kleinstadt Zehdenick zurück. Und trifft sich, eine Woche nach der Bundestagswahl, mit seinen Protagonisten zum politischen Stammtisch,
in: Die ZEIT Nr.41
v. 05.10.

"Zehdenick, das beschauliche Städtchen an der Havel (rund 13.000 Einwohner), gut eine Autostunde nördlich von Berlin, die alte Arbeiter- und Ziegelbrennerstadt - bis in die 1980er Jahre stand hier eines der größten Ziegeleireviere Europas, heute ist der Ort vor allem bei Fahrradtouristen als Station auf dem Radweg Berlin - Kopenhagen bekannt",

beschreibt Moritz von USLAR die Stadt seines Reportageromans Deutschboden, die vom Aufschwung profitierte - genauso wie die Protagonisten, die USLAR wieder trifft, was mäßig interessant ist. In der Stadt erhielt die AfD 20,1 Prozent der Zweitstimmen. In Brandenburg waren es 20,2 Prozent.

 
       
   

Andreas Reckwitz - Die Gesellschaft der Singularitäten

CAMMANN, Alexander (2017): Wir Einzigartigen.
Warum sich heute alles um Kultur dreht: Ein Gespräch mit dem Soziologen Andreas Reckwitz über die neue Klassengesellschaft und den Wettbewerb in der Spätmoderne,
in: Die ZEIT Nr.41
v. 05.10.

Der Kulturwissenschaftler Andreas RECKWITZ feilt an der Selbstdarstellung der Kreativen Klasse oder anders formuliert: der neuen Mittelschicht. Wenn er von Klassengesellschaft redet, dann ist damit nicht die soziale Lage, sondern die kulturelle Hierarchie der Lebensstile gemeint. Im Grunde haben wir es hier lediglich mit einer zeitgeistigeren Individualisierungsthese zu tun, die keine neue Erkenntnisse über unsere Gesellschaft beiträgt, sondern die Weltsicht eines speziellen Akademikermilieus zum Ideal erhebt. Das führt dazu, dass auch der Rechtspopulismus ästhetisiert wird:

"In Frankreich wird der Front National von der Unterklasse und dem alten weißen Mittelstand auf dem Lande getragen. Macron hingegen von der neuen akademischen Mittelklasse. (...). In Deutschland ist trotz AfD die Polarisierung schwächer als in den USA oder Frankreich. Der ländliche Handwerksmeister sieht sich noch nicht so stark in die Ecke gedrängt wie sein französischer Kollege. Der Rechtspopulismus ist auch eine Reaktion auf die kulturelle Defensive der alten Mittelklasse. Gleichzeitig ist er selber Beleg für die Kultur der Singularitäten: Man bekennt sich zu einem besonderen Volk mit einer einzigartigen Kultur und Geschichte, die man gegen andere abgrenzen kann."

Diese Sicht soll uns sagen, dass es in unserer Gesellschaft nicht um Verteilungsfragen gehe, sondern um kulturelle Fragen. Man könnte das aber auch anders sehen, nämlich als Verschleierung von Macht- und Interessenfragen. 

 
       
   

NOWOTNY, Konstantin (2017): Menschen, mit denen er reden kann.
Leipzig: Sören Pellmann hat für die Linke in Sachsen das erste Direktmandat seit 1990 gewonnen. Wie konnte das gelingen?
in: Freitag Nr.40
v. 05.10.

"Der Wahlkreis II umfasst die urbanen, angesagten, leicht jüngeren Stadtteile Leipzigs: den Süden, das Zentrum und den Westen. Hier wächst die Stadt. Die Immatrikulationen an der Universität werden mehr, die Einwohnerzahl nähert sich der historischen Marke von 600.000. In diesem traditionell eher linken Milieu, zwischen den neuen Clubs und den schicken Cafés, gibt es, wie überall in solchen Regionen, Probleme mit Gentrifizierung und steigenden Mieten. (...) Die echten sozialen Brennpunkte liegen nicht im Wahlkreis II. Wo die Einkommen niedrig und die Schulen marode sind, gewann vor allem die AfD",

erklärt uns Konstantin NOWOTNY den Wahlkreis 153 Leipzig II, den Sören PELLMANN von der Linkspartei gewann. Problematisch sind Entwicklungen wie in Berlin-Hellesdorf und Rostock-Lichtenhagen, wo die AfD der Linkspartei die Wähler abjagt..

 
       
   

BECK, Sebastian & Hans KRATZER (2017): Aufstand der Aufstrebenden.
Nirgendwo hatte die AfD bei der Bundestagswahl außerhalb der neuen Bundesländer so viel Erfolg wie in der bayerischen Provinz. Eine Zukunft hat sie dort trotzdem nicht,
in:
Süddeutsche Zeitung v. 05.10.

BECK & KRATZER sehen sich als Bayer-Versteher wollen in der AfD nur eine Episode wie die Republikaner sehen:

"Ende der Achtziger-, Anfang der Neunzigerjahre (...) war die Zeit der rechtsradikalen Republikaner. (...) Im oberbayerischen Kolbermoor erzielten die Republikaner bei der Europawahl 1989 knapp 30 Prozent. (...).
Die AfD ist (...) in weiten Teilen Ost- und Oberbayerns, vor allem aber in den Grenzregionen zur zweiten Kraft hinter der CSU aufgestiegen. In Deggendorf und weiter drinnen im Bayerischen Wald sind sogar um die 30 Prozent für die AfD."

BECK & KRATZER setzen auf Symbolpolitik in Sachen Zuwanderung:

"1993 gruben Union, FDP und SPD den Republikanern mit der Einschränkung des Asylrechts das Wasser ab. (...). Auch wenn es schlicht klingt: Die Partei wird in Berlin irgendeine Form der Begrenzung durchsetzen müssen, davon hängt ihr politisches Überleben ab."

 
       
   

Die Altersvorsorge in der Schweiz in der Debatte

SCHÖCHLI, Hansueli (2017): Die wohlhabenden Rentner.
Die Bevorzugung der Pensionierten in der Altersvorsorge hat mit Sozialpolitik wenig zu tun,
in:
Neue Zürcher Zeitung v. 05.10.

Der Neoliberale Hansueli SCHÖCHLI inszeniert sich wieder als Anwalt der Jungen, obwohl er ein Anwalt der Reichen ist. Die Argumentation ist identisch mit jener in Deutschland, nur dass in der Schweiz die Armutsquote bei den 65-Jährigen und Älteren höher ist - was argumentationslogisch unerheblich ist:

"Gemäss der Erhebung der Bundesstatistiker zu den Einkommen und den Lebensbedingungen der Haushalte waren 2015 rund 570.000 Personen (7 Prozent der Bevölkerung) von Einkommensarmut betroffen. (...). Als arm in dieser Statistik gilt, wer nicht über die finanziellen Mittel verfügt, «um die für ein gesellschaftlich integriertes Leben notwendigen Güter und Dienstleistungen zu erwerben». Laut dieser Erhebung liegt die Armutsquote der Gruppe 65+ mit rund 14 Prozent deutlich über dem Durchschnitt.

SCHÖCHLI suggeriert nun, dass die Einkommensarmen ja vermögend sein könnten.

Der Umstand, dass Ältere schon immer Vermögender waren als die Jungen, weil Vermögen bekanntlich im Laufe des Lebens aufgebaut wird, lassen Neoliberale gerne unter den Tisch fallen und tun so, als ob das eine nie dagewesene Sensation ist. Und es wird so getan, als ob die Anzahl der Millionäre im Rentenalter darüber hinwegtäuschen könnte, dass Altersarmut auch in der Schweiz ein Problem ist.

Wie in Deutschland wird auch in der Schweiz von Neoliberalen als einziges Maß der Bezug von Sozialtransfers gelten lassen:

"Nimmt man den Bezug von Ergänzungsleistungen zur AHV als Kriterium, gilt ein Achtel der Personen im Rentenalter als «arm». Rund 200 000 Senioren bezogen 2016 Ergänzungsleistungen zur Altersrente, was einer Quote von 12,5 Prozent entspricht."

Zwischen der Armutsquote von 14 % und der Sozialtransferquote von 12,5 Prozent gibt es - entgegen der Suggestion von SCHÖCHLI - keinen großen Unterschied. 

Fazit: Neoliberale befeuern mit ihrer Argumentation den Altersrassismus. Die Polarisierung im Alter wird dagegen ausgeblendet.

BACHES, Zoe (2017): Versicherungsgeschäft im Fokus der USA.
Auch die Zurich befindet sich mit den USA wegen Versicherungsmänteln im Gespräch,
in:
Neue Zürcher Zeitung v. 05.10.

Der Artikel befasst sich mit der Möglichkeit von Steuervermeidung durch spezielle Lebensversicherungsprodukte.

 
       
   

Wie die Wahlkampfberichterstattung in der deutschsprachigen Presse im Jahr 2017 unser Frankreichbild geprägt hat

KAFSACK, Hendrik (2017): Im Super-Sozial-Europa.
Protektionismus nach außen, Schutz vor "Sozialdumping" nach innen, lautet Macrons Formel,
in:
Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 05.10.

Hendrik KAFSACK legt unfreiwillig die darwinistischen Wurzeln des Neoliberalismus frei. In dieser Sicht sind Sozialsysteme grundsätzlich "marode" und müssen "reformiert" werden, denn nur der "Markt" ist angeblich der einzige Garant einer funktionierenden Weltgesellschaft. Die Hackordnung der Länder im globalen Wettbewerb wird als Win-Win-Situation dargestellt. Unproduktive Länder erkaufen sich durch Sozialdumping (im neoliberalen Gebäude heißt das Wettbewerbsvorteil!) ihren Platz in der Hackordnung der Wettbewerbsfähigkeit. Oder wie es schönfärberisch heißt:

"EU-Staaten (gleichen) (...) ihre geringere Produktivität (...) durch Wettbewerbsvorteile wie günstigere Löhne, Sozialleistungen oder steuern (aus)."

So jedenfalls steht es im Lehrbuch des neoliberalen Idealisten. Dort existiert weder Intransparenz noch Monopolbildung. Der Markt ist hier eine Art Gott, der jedem seinen gerechten Anteil zukommen lässt. Mit der Wirklichkeit hat das nichts zu tun!

KAFSACK erregt sich nun darüber dass Emmanuel MACRON den neoliberalen Weg der Marktkonkurrenz verlasen will:

"Seine Ziele für eine europäische Sozialunion hat Macron offen benannt. Er will nicht mehr die Wettbewerbsfähigkeit der EU in den Mittelpunkt der Politik stellen, sondern die soziale Angleichung. »Convergence« statt »concurrence« heißt das auf Französisch.

KAFSACK beschreibt MACRON also als bessere Marine Le PEN und malt das Schreckgespenst des Protektionismus an die Wand:

"Da das französische Sozialsystem innereuropäisch nicht konkurrenzfähig ist, sollen es möglichst alle EU-Staaten einführen."

Im Neoliberalismus herrscht also das Diktat der "Konkurrenzfähigkeit". Was das ist, das definiert allein der Markt. Sozialsysteme sichern jedoch - wenn man nicht auf Waffengewalt setzt - den inneren Frieden. Dieser Aspekt kommt im neoliberalen Denken nicht vor, sondern als Ideal wird die Ersetzung des Sozialstaats durch den Markt angesehen. Letztlich heißt das Bürgerkrieg!

Inwiefern MACRON lediglich auf Symbolpolitik setzt, diese Frage stellt sich für einen Neoliberalen erst gar nicht.       

 
       
   

04.10.2017

 
       
   

SIEVERS, Markus (2017): Schlag für die Altersvorsorge.
Verbraucherschützer warnen: Die Flucht der Unternehmen aus der Lebensversicherung gefährdet die Ansprüche der Sparer,
in:
Frankfurter Rundschau v. 04.10.

Markus SIEVERS berichtet über die Kritik von Axel KLEINLEIN vom Bund der Versicherten, der Einbußen der Versicherten bei der Übertragung von Versicherungsbeständen an so genannte Abwicklungsgesellschaften sieht. Der Bundesverband der Verbraucherzentralen, der vom Staat gesponsert wird und deshalb nicht unbedingt Verbraucherinteressen vertritt, wiegelt dagegen ab - genauso wie SIEVERS im Kommentar.

SIEVERS, Markus (2017): Kein Grund zur Panik.
Kommentar,
in:
Frankfurter Rundschau v. 04.10.

HERZ, Carsten & Peter KÖHLER (2017): Die Versicherer verlässt der Mut.
Anlagen: In den vergangenen Jahren gingen die Anbieter mehr Risiken ein, um überhaupt noch Renditen zu erzielen. Jetzt steht die nächste Trendwende bevor,
in:
Handelsblatt v. 04.10.

 
       
   

NEIßE, Wilfried (2017): Alte scheuen Gang zum Sozialamt.
Brandenburg: Landtag debattierte Fortschreibung der seniorenpolitischen Leitlinien,
in:
Neues Deutschland v. 04.10.

 
       
   

FRIGELJ, Kristian (2017): Warum Münster unempfänglich für die AfD ist.
In der Universitätsstadt erzielte die Partei ihr schwächstes Ergebnis bundesweit. Was macht die Bürger hier so widerstandsfähig gegen radikale Parteien?
in:
Welt v. 04.10.

"Die AfD kam nur auf 4,9 Prozent, das bundesweit schlechteste Ergebnis in einem Wahlkreis. Im wohlhabenden Stimmbezirk Kreuzviertel wählten nur 2,6 Prozent die Partei – 184 von 7041 gültigen Stimmen. (...).
Hiesige Wissenschaftler haben Erklärungen dafür. »Münster ist eine relativ reiche Stadt. Sie ist durch Mittelschicht, Beamtentum und katholisches Milieu geprägt. Die Stadt verfolgt seit Jahrzehnten einen ausgeprägten integrativen Ansatz und kümmert sich auch um schwächere und ärmere Stadtteile wie Kinderhaus und Coerde«, sagt Norbert Kersting, Professor für vergleichende Politikwissenschaft an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster. Auch in Münster gibt es soziale Ungleichheit, sie sei aber nicht so ausgeprägt wie in anderen Kommunen. »Es sind keine abgehängten Stadtteile entstanden.« Die geschichtsträchtige Stadt mit ihren 307.000 Einwohnern (...) zählt seit Langem zu den attraktivsten Städten in Deutschland",

berichtet Kristian FRIGELJ, der uns eine "Wohlstandsthese" präsentiert, um Münster und das Sauerland von den niedergehenden Ruhrgebietsstädten abzugrenzen:

"Während in Münster die Wahlbeteiligung bei überdurchschnittlichen 82,3 Prozent lag, verzeichnete der Wahlkreis Duisburg II mit 64,8 Prozent das landesweit geringste Wählerinteresse. Duisburg hat wesentlich ungünstigere Strukturdaten als Münster, mehr Arbeitslose, mehr Migranten, niedrigeres Durchschnittseinkommen, schlechtere Perspektiven. Dort lag die AfD bei 15,4 Prozent. Ähnliche Entwicklungen sind in krisengeplagten Ruhrgebietsstädten wie Gelsenkirchen zu sehen, wo die AfD sogar 17 Prozent bei Erst- und Zweitstimmen erreichte."

Aber letztlich sind die Unterschiede für FRIGELJ nur graduell, denn auch Münster hat seine Wahlbezirke mit überdurchschnittlich vielen AfD-Wählern:

"So groß die Erleichterung über das schwache AfD-Ergebnis in Münster allenthalben sein mag – gerade dort, wo die Stadt größere Probleme hat, erzielten die Rechten höhere Wahlergebnisse. Im Stimmbezirk Hogenbergstraße im Stadtteil Berg Fidel waren es sogar 21,9 Prozent (101 Wähler), während die CDU mit 29,5 Prozent (136 Wähler) vorn lag."

Die Welt kompakt-Version des Artikels findet sich hier.

 
       
   

SCHLOEMANN, Johan (2017): Sie werden bleiben.
Der Rechtspopulismus-Forscher Frank Decker glaubt nicht an eine schnelle Zähmung der AfD,
in:
Süddeutsche Zeitung v. 04.10.

 
       
   

02.10.2017

 
       
   

VERGARA, Manuel Almeida (2017): Zeig mir deins, ich zeig dir meins.
Nackt, hemmungslos, verzweifelt: Die Dating-Shows im deutschen Fernsehen sind kaum noch zu unterbieten - oder doch?
in:
Frankfurter Rundschau v. 02.10.

"lm Mai dieses Jahres ging RTL II mit seinem neuen Format »Naked Attraction« an den Start. (...).
Ab morgen können Singles bei dem Privatsender gleich auf das gesamte lästige Kennenlern-Vorspiel verzichten und landen praktischerweise sofort im Bett (...), das Format »Undressed« ist also eher was für flottere Kandidaten. (...).
In Großbritannien läuft das Format schon seit gut einem Jahr. (...).
»Undressed« bildet (...) das vorläufige Lowlight einer mittelangen Tradition an Dating Shows, in die etwa auch das RTL-Format »Adam sucht Eva« fällt, »Kiss Bang Love« auf Pro Sieben",

meint Manuel Almeida VERGARA, der eine Verbindung zu Veränderungen in der Singlebörsen-Welt herstellt: Vom Speed-Dating zur Dating-App "Tinder" und "Sex Date-Webseiten".

 
       
   

KAUFMANN, Stephan (2017): Zukunftsangst wählt rechts.
Die AfD hat im Osten besonders gut abgeschnitten. Abstiegssorgen und schlechte Wirtschaftslage werden als Gründe genannt. Doch stimmt die Annahme? Wie geht es dem deutschen Osten 27 Jahre nach der Wiedervereinigung?
in:
Frankfurter Rundschau v. 02.10.

Stephan KAUFMANN präsentiert uns eine Tabelle, die einen Vergleich der Zweitstimmenanteile der AfD mit ausgewählten Indikatoren ermöglichen soll. Das Land Schleswig-Holstein fehlt jedoch in der Tabelle der FR. Für die 16 Bundesländer ergibt sich folgende Rangreihe:

Bundesland Anteil der
Zweitstimmen
der AfD
Arbeits-
losen-
quote
(März 2017)
Arbeits-
losen-
quote
(September 2017)
Armutsquote
(Jahr 2016)
Median-
einkommen

(im Monat
für Einper-
sonen-
haushalt)
Sachsen 27,0 % 7,3 % (10) 6,2 % (8) 17,7 % (11) 1.443 € (14)
Thüringen 22,7 % 6,6 % (7) 5,7 % (6) 17,2 % (9) 1.450 € (13)
Brandenburg 20,2 % 7,6 % (11) 6,5 % (10) 15,6 % (7) 1.537 € (11)
Sachsen-Anhalt 19,6 % 9,1 % (13) 7,9 % (14) 21,4 % (15) 1.400 € (16)
Mecklenburg-Vorpommern 18,6 % 9,6 % (15) 7,8 % (13) 20,4 % (14) 1.410 € (15)
Deutschland 12,6 % 6,0 % 5,5 %   1.615 €
Bayern 12,4 % 3,5 % (1) 3,0 % (1) 12,1 % (2) 1.732 € (3)
Baden-Württemberg 12,2 % 3,7 % (2) 3,4 % (2) 11,9 % (1) 1.758 € (1)
Berlin 12,0 % 9,4 % (14) 8,7 % (15) 19,4 % (13) 1.538 € (10)
Rheinland-Pfalz 11,2 % 5,1 % (3) 4,6 % (3) 15,5 % (6) 1.660 € (5)
Saarland 10,1 % 7,0 % (8) 6,5 % (9) 17,2 % (9) 1.593 € (7)
Bremen 10,0 % 10,4 % (16) 10,0 % (16) 22,6 % (16) 1.485 € (12)
Nordrhein-Westfalen 9,4 % 7,6 % (11) 7,3 % (12) 17,8 % (12) 1.577 € (9)
Niedersachsen 9,1 % 6,0 % (5) 5,6 % (5) 16,7 % (8) 1.588 € (8)
Schleswig-Holstein 8,2 % 6,4 % (6) 5,8 % (7)
 
15,1 % (4) 1.658 € (6)
Hamburg 7,8 % 7,1 % (9) 6,7 % (11) 14,9 % (3) 1.733 € (2)
Hessen 7,8 % 5,2 % (4) 4,8 % (4) 15,1 % (4) 1.663 € (4)

Stephan KAUFMANN sucht auf der Ebene der Bundesländer nach Zusammenhängen zwischen sozialer Lage und Zweitstimmenanteil der AfD. Dabei werden von ihm lediglich drei Indikatoren aus einer Vielzahl möglicher Indikatoren berücksichtigt. Aber lassen sich auf dieser Ebene überhaupt Zusammenhänge finden? Korrelationen sind noch lange keine Kausalzusammenhänge und allein die Arbeitslosenquote zeigt, dass sich die Rangreihe innerhalb relativ kurzer Zeit verändern kann. Kann also ein Momentanwert das Lebensgefühl eines Menschen ausdrücken? Und was ist mit den Fernpendlern, die nicht dort wohnen wo sie arbeiten? Hinzu kommt, dass die Zweitstimmenanteile innerhalb eines Bundeslandes und sogar innerhalb der Wahlkreise und selbst innerhalb von Gemeinden stark schwanken können.

Fazit: Wenn auf Bundeslandebene keine eindeutigen Zusammenhänge feststellbar sind, dann heißt das nicht, dass sie nicht existieren, sondern nur dass die Herangehensweise möglicherweise nicht angemessen war. KAUFMANN kommt aufgrund von Ergebnissen weiterer Umfragen zu folgendem Schluss:

"Wie Menschen wählen, hängt nur zu einem Teil von ihrer objektiven wirtschaftlichen Lage ab. Wichtig ist, wie sie ihre Lage subjektiv bewerten und ob sie eher pessimistisch in die Zukunft sehen. Und schließlich zählt, welche Ursachen sie für ihre Lage sehen und welchen Schluss sie daraus ziehen - ob sie beispielsweise ihr Gerechtigkeitsgefühl eher mit einer Vermögensteuer oder einer Zuwanderungsobergrenze befriedigt sehen."   

 
       
   


NEUES DEUTSCHLAND-Tagesthema: Alt und jung.
In der einen Stadt sind die Familien jung, traditionell und kinderreich. In der anderen altern die Alten und die Jungen sind ausgewandert. Zwei Porträts über Cloppenburg, das sein Kinderglück kaum fassen kann, und Dessau, das zum Rentnerparadies werden will

WEIERMANN, Sebastian (2017): Heile Welt rund um den Pfanni-Turm.
Die niedersächsische Kleinstadt Cloppenburg ist jung und konservativ,
in:
Neues Deutschland v. 02.10.

Cloppenburg steht für Westdeutsche eher für einen Alptraum, aber nicht für die heile Welt: eine skandalträchtige Agrarindustrie mit Massentierhaltung und ein Familienbild wie es heutzutage nur noch CSU und AfD predigen ist das Markenzeichen.

"Cloppenburg ist konservativ und damit eine sichere Bank für die CDU. Seit der ersten Bundestagswahl hat sie jedes Mal das Direktmandat geholt. So auch bei der letzten Bundestagswahl. Silvia Breher trat zum ersten Mal für die Union an und wurde mit 57,7 Prozent der Erststimmen gewählt. So ein gutes Ergebnis hat sonst kein Direktkandidat erzielt",

erklärt uns Sebastian WEIERMANN. Verschwiegen wird jedoch der Wahlerfolg der AfD, die in Cloppenburg gemäß Zweckverband Kommunale Datenverarbeitung Oldenburg immerhin auf ein Zweitstimmenergebnis von 11,05 % kam und damit drittstärkste Kraft wurde (Spitzenwert 27,49 % im Wahlbezirk 028 Kindergarten "Die Arche", wo sie sogar mehr Stimmen als die CDU bekam). In Molbergen kam die AfD sogar auf 15,19 % (Spitzenwert: 33,83 % im Wahlbezirk 010 Molbergen Nord-Ost). Zu Molbergen heißt es bei WEIERMANN nur:

"Einer der Gründe für die vielen jungen Menschen in Cloppenburg ist zweifellos der Lebensstil der Spätaussiedler aus der ehemaligen Sowjetunion. In der Gemeinde Molbergen bekommt eine Frau im Durchschnitt 2,5 Kinder. Molbergen ist der einzige Ort in Deutschland, der ohne Zuwanderung wachsen würde."

In Molbergen leben "viele Anhänger der Pfingstbewegung" wie WEIERMANN erwähnt, die in einer "Parallelwelt" leben.   

LASCH, Hendrik (2017): Sehnsucht nach der Schwarmstadt.
Dessau-Roßlau ist die "älteste deutsche Stadt" - und damit (noch) nicht glücklich,
in:
Neues Deutschland v. 02.10.

"Heute bringt es die Stadt in Sachsen-Anhalt regelmäßig zu eher zweifelhaftem Ruhm wegen der vielen alten Dessauer. Das Durchschnittsalter in der Kommune liegt bei 49,5 Jahren - was deutscher Rekord ist: In einer Liste von 400 Landkreisen und kreisfreien Städten, die das Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) publizierte, rangiert Dessau-Roßlau ganz am unteren Ende, knapp hinter Suhl und dem Altenburger Land (beide Thüringen). Besserung ist nicht in Sicht. Eine von der Bertelsmann Stiftung herausgegebene Studie zur demografischen Entwicklung geht davon aus, dass das Durchschnittsalter in Dessau im Jahr 2030 sogar bei 51,8 Jahren liegen wird. Der Anteil der Menschen über 65 an der Stadtbevölkerung werde, so die Prognose, von jetzt 29,9 auf dann 37 Prozent steigen",

berichtet Hendrik LASCH als eine Art Kriegsberichterstatter auf dem Felde des demografischen Wandels. Im August fand die "Demografiewoche Sachsen-Anhalt" statt, deren pessimistische Sicht der Artikel unreflektiert transportiert. Während die verantwortlichen Politiker von Schwarmstädten (einem Modewort, das von einer Unternehmensberatung in Umlauf gebracht wurde) träumen. Im neoliberalen Standortwettbewerb kämpfen die Kommunen um die Jugend und junge Familien, während die älteren Menschen als Anwälte nur die Sozialverbände haben. Deshalb kommt im Artikel ein Vorstand der Volkssolidarität zur Wort:

"Auch ältere Menschen sorgten für Arbeit: bei Sozialdiensten und im Pflegeeinrichtungen, in den Praxen von Ärzten oder Physiotherapeuten. Allein die Volkssolidarität biete in Dessau-Roßlau 180 Menschen einen Job: in der Tagespflege und Pflegeheimen, bei einem »Menüdienst« und einem Reisebüro. Insgesamt habe die Sozial- und Pflegewirtschaft in der Stadt 1.000 Beschäftigte."

Der Sozialstaat hat jedoch in Zeiten der Demografisierung gesellschaftlicher Probleme einen schlechten Ruf und gilt lediglich als Kostenverursacher und nicht etwa als Job- oder Konsummotor der Wirtschaft.

"Dessau-Roßlau gehörte zu den ersten Städten im Bundesland, die einen Seniorenbeauftragten einsetzten. Der Seniorenbeirat wird regelmäßig gehört",

berichtet LASCH. Es gehört zu den Merkwürdigkeiten der deutschen Gesellschaft der Langlebigen, dass einerseits die älteren Menschen mittels "Aktivierungsparadigma" zu Junggebliebenen stilisiert werden, während sie andererseits von den traditionellen Sozialverbände wie Pflegefälle behandelt werden. Es mangelt also an einem Vokabular, das den heutigen Verhältnissen gerecht wird, denn sonst wird sich der Altersrassismus, der in den Mainstreammedien recht verbreitet ist, durchsetzen..  

FTH (2017): Der Boom ostdeutscher Städte.
Junge Ostdeutsche ziehen nach Leipzig, Dresden oder Potsdam,
in:
Neues Deutschland v. 02.10.

Der Artikel beklagt, dass zwar die Abwanderung junger Menschen aus Ostdeutschland gestoppt sei, davon aber nur Städte wie Leipzig, Dresden, Jena oder Potsdam profitieren, während der ländliche Raum weiterhin stark altert.

 
       
   

MORGENSTERN, Tomas (2017): Ein Musterdorf erfindet sich neu.
Brandenburg: Der kleine Ort Paretz zeigt, wie ländliche Entwicklung mit EU-Hilfe zum Erfolg führen kann,
in:
Neues Deutschland v. 02.10.

"Nur auf den ersten Blick wirkt Paretz etwas verschlafen. Denn der 400 Einwohner zählende Flecken im Landkreis Havelland hat wachen Auges seine Zukunft geplant. Im April 2017 als selbständiger Ortsteil von Ketzin/Havel anerkannt, hat Paretz seit drei 'Wochen nun auch eine Ortsvorsteherin und kann so eigenständig für seine Stärken werben. Als naturnahes Ausflugs- und Ferienziel und als Ort, an dem Geschichte, Bildung und Kultur zueinander finden",

berichtet Tomas MORGENSTERN über einen Ort in Brandenburg, der insbesondere von EU-Fördergeldern profitierte. 

 
       
   

LASCH, Hendrik (2017): Linkspartei will "Kampf um die Dörfer".
Sachsens Linke steht vor Wechsel bei Landesvorsitz,
in:
Neues Deutschland v. 02.10.

Hendrik LASCH berichtet über ein Positionspapier der sächsischen Linkspartei, das Antje FEIKS und Thomas DUZAK verfasst haben. Die Linkspartei möchte den ländlichen Raum zurückgewinnen, wofür derzeit nichts spricht, denn auch die Linkspartei ist mittlerweile zu einer Partei des Akademikermilieus geworden, was sich bereits daran zeigt, dass das einzige Direktmandat in Sachsen Wahlkreis 152 Leipzig II errungen wurde. 

 
       
   

BRANKOVIC, Maja (2017): Der große Graben.
Nicht nur politisch ist Deutschland gespalten: Wirtschaftliche hingt der Osten dem Westen nach wie vor weit hinterher. Kann sich der Riss schließen?
in:
Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 02.10.

ROßBACH, Henrike (2017): Anschlussprobleme.
Nach dem AfD-Erfolg im Osten muss Wirtschaftspolitik mehr denn je Regionalpolitik sein,
in:
Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 02.10.

 
       
   

GERLACH, Thomas (2017): "Die Leute wissen, wen sie wählen".
Der Wahlerfolg de4r AfD im Osten sei mit den Demütigungen nach der Wende nicht entschuldbar, sagt Markus Nierth, Exbürgermeister des Dorfs Tröglitz,
in:
TAZ v. 02.10.

 
       
   

WERNICKE, Christian (2017): "Das ist auch meine Heimat".
Im einst so roten Ruhrgebiet haben die Rechtspopulisten von der AfD erstaunliche Erfolge erzielt. Schon bei einem Gang über den Marktplatz in Dortmunds Nordstadt brechen die Konflikte aus,
in:
Süddeutsche Zeitung v. 02.10.

"Nordstadt, dem Kiez, wo sich viele Probleme ballen (...). Jeder Veite ist hier arbeitslos. Seit acht Tagen gibt es nun noch eine Zahl: Jeder Zehnte hat die AfD gewählt",

erzählt uns Christian WERNICKE. In Dortmund gibt es zwei Wahlkreise: 142 Dortmund I und 143 Dortmund II. In ersterem erhielt die AfD 9,8 % und in letzterem 10,6 % der Zweitstimmen. In den 31 Wahlbezirken der Innenstadt-Nord waren es gemäß der Stadt Dortmund insgesamt 9,9 % der Zweitstimmen. Der Spitzenwert in einem Wahlbezirk lag bei 16,4 %.

"In Nordrhein-Westfalen blieben die Rechtspopulisten landesweit zwar knapp unter zehn Prozent, im einst SPD-roten Ruhrgebiet hingegen erzielten die Blauen durchaus Erfolge: 17 Prozent in Gelsenkirchen, 13 in Duisburg und Oberhausen, 11 in Essen. Und 10,3 Prozent in Dortmund. Vor allem in der Nordhälfte vieler Revierstätte, wo traditionell die Malocher und die weniger betuchten Wähler wohnen, stimmte mancherorts jeder fünfte Bürger für die AfD. (...).Dortmund (...): Der reiche Süden ist blassblau, der Norden schillert dunkelviolett: Wo einst die Kohlezechen und Stahlhütten standen, in Scharnhorst oder Mengede, erzielte die AfD bis zu 17 Prozent",

berichtet WERNICKE über die Stimmenanteile der AfD in den Ruhrstädten. Der Zweitstimmenanteil in Mengede lag bei 14,9 % (Spitzenwert: 24,4 %) und in Scharnhorst bei 15,0 % (Spitzenwert: 24,6 %).

 
       
   

DETTLING, Daniel (2017): Flüchtlinge aufs Land!
Die Integration der neuen Ankömmlinge gelingt in Kleinstädten und Gemeinden meist besser als in den Ballungsgebieten,
in:
Süddeutsche Zeitung v. 02.10.

 
       
   

SCHNEIDER, Jens/PITTELKOW, Sebastian/RIEDEL, Katja (2017): Zum Fürchten.
Alexander Gauland war mal ein angesehener konservativer Intellektueller in der CDU. Heute hetzt und provoziert er mit seiner AfD. Über die späte Rache eines alten Manns,
in:
Süddeutsche Zeitung v. 02.10.

 
       
   

WILTON, Jennifer (2017): Kümmerin des Ostens.
27 Jahre nach der Vereinigung hat Sachsens Integrationsministerin noch immer eine andere Aufgabe als ihre Westkollegen. Petra Köpping versucht Kränkungen und Ängste ihrer Mitbürger zu lindern,
in:
Welt v. 02.10.

 
       
   

Das Single-Dasein in Österreich

ZIPS, Martin (2017): Volkes Stimme.
Seit 20 Jahren hilft Elizabeth T. Spira Österreichern in ihrer Sendung "Liebesg'schichten und Heiratssachen" bei der Partnersuche. Ein Gespräch über Liebe, Mut und die Angst vor dem Fremden,
in:
Süddeutsche Zeitung v. 02.10.

 
       
   

Die Altersvorsorge in der Schweiz in der Debatte

STALDER, Helmut (2017): Die Schweiz hinkt Europa hinterher.
Bis im Jahr 2030 gilt in fast allen europäischen Staaten Rentenalter 67 für Mann und Frau,
in:
Neue Zürcher Zeitung v. 02.10.

Es ist symptomatisch, dass die Linken in der Schweiz den strammen Neoliberalen geradezu in die Hände gespielt haben. Die NZZ bedankt sich dafür, indem sie nun eine noch drastischere Erhöhung des Renteneintrittsalters verficht. Obwohl die Schweizer Neoliberalen im Grunde EU-feindlich sind, weil sie die Wirtschaft gängelt, berufen sie sich jedoch gerne auf diese EU, wenn es dem Sozialabbau dient.

Die Gleichstellung der Frauen beim Renteneintrittsalter ist in Europa nicht durchgesetzt? Kein Problem, dann heißt es eben, dass es nur noch eine Frage der Zeit sei und notfalls bestätigen eben auch Ausnahmen die Regel:

"Das ungleiche Pensionsalter von Frauen und Männern ist europaweit überwunden. Kein Staat hält auf Dauer an einem tieferen Frauenrentenalter fest. Die meisten Staaten haben das Rentenalter der Frauen angeglichen, insbesondere Schwergewichte wie Deutschland und Frankreich (...). Wo dies noch nicht der Fall ist, wie etwa in Italien, Österreich, Polen oder Grossbritannien, ist die schrittweise Anhebung des Frauenrentenalters auf das Niveau der Männer im Gang, wobei sich nur das Tempo unterscheidet. In Grossbritannien wird im Jahr 2020, in Italien 2021, in Österreich 2033 und in Polen 2040 Geschlechtergleichstand beim Pensionsalter erreicht sein. Einzige Ausnahme ist – neben der Schweiz mit Rentenalter 65/64 – die Tschechische Republik. Dort wird beim Rentenalter nach wie vor zwischen den Geschlechtern unterschieden. Die Männer gehen derzeit mit etwas mehr als 63 Jahren in Rente. Die Frauen im Alter von knapp 59 bis 62 Jahren, abhängig von der Anzahl Kinder, die sie geboren und grossgezogen haben."

Das Spielchen lässt sich natürlich auch bei der Rente mit 67 spielen. Die ist noch nicht überall durchgesetzt? Kein Problem, dann nennt sich das eben Trend, denn Diversity darf bei der Rente kein Ideal sein. Es wird uns Einfalt verordnet, d.h. alle müssen die gleichen Fehler machen. Dumm nur, dass von manchen Ländern die Rente mit 67 nicht einmal beschlossen ist:

"Andererseits gibt es einige Nachzügler. Die baltischen Staaten etwa, bei denen das Rentenalter derzeit zwischen 62 und gut 63 Jahren liegt, erhöhen es für Männer und Frauen bis 2026 auf 65 Jahre, ebenso Ungarn. Luxemburg und Finnland belassen es bei 65. Österreich will bis 2033 das Frauenrentenalter auf 65 anheben und so dem der Männer angleichen. Noch keine Änderungen beschlossen haben derzeit Schweden und Norwegen, bei denen der Altersrücktritt zwischen 61 und 65 beziehungsweise 62 und 75 flexibel möglich ist."

Als Königsweg wird uns die Lebenserwartung als Maßstab präsentiert. Hier werden zwei Varianten vorgestellt, was nicht ganz einleuchten will:

"Praktiziert werden zwei Vorgehensweisen: In Ländern wie Frankreich, Griechenland, Norwegen und Spanien ist der Renteneintritt von den Beitragsjahren abhängig. Wer nicht eine bestimmte Anzahl Jahre Beiträge ins Rentensystem bezahlt hat, muss länger arbeiten. In Ländern wie Dänemark, Finnland, Italien, Portugal, Grossbritannien und den Niederlanden sind die Erhöhungsschritte an die Lebenserwartung gekoppelt. In Grossbritannien zum Beispiel wird das Rentenalter alle fünf Jahre überprüft, um es an den erwarteten Anstieg der Lebenserwartung anzupassen. Mit solchen Regelungen haben die Länder einen Mechanismus eingebaut, welcher der Ausdehnung der über die Vorsorge zu finanzierenden Pensionsjahre im Verhältnis zur Lebensarbeitszeit entgegenwirkt."

Zu welchem der beiden Vorgehensweisen Deutschland gehören soll, das muss jeder selber herausfinden.

Aufschlussreich ist, welche Länder in der Grafiken fehlen. In der Grafik Rentenalter im europäischen Vergleich werden nur 16 der 32 Länder aufgelistet, für die das "Gegenseitige Informationssystem für soziale Sicherheit" (MISSOC) Informationen bereitstellt, auf die sich in der Grafik bezogen wird. Es fehlen Belgien, Bulgarien, Estland, Island (für dieses Land liefert nicht einmal MISSOC Daten!), Kroatien, Lettland, Liechtenstein, Litauen, Malta, Polen, Rumänien, Slowakei, Slowenien, Tschechien, Ungarn und Zypern. Es sind jene Länder, die überhaupt nicht zu den Trends passen, die STALDER aufgrund seiner neoliberalen Einstellung gerne hätte.

Und selbst die 16 Länder, die für den Trend stehen sollen, weichen vom Trend ab. Hätten Neoliberale nicht die vorgesehene Rentenreform in der Schweiz vehement bekämpft, sodass sie gescheitert ist, dann stünde die Schweiz beim Rentenalter besser da als Frankreich, Griechenland, Norwegen oder Schweden - gleichauf mit Finnland, Luxemburg und Österreich.

Fazit: Die neoliberale Erzählung ist eine Erfindung, die darauf beruht, dass bei internationalen Vergleichen jene Länder weggelassen werden, die nicht zur eigenen Ideologie passen. Es wird eine gemeinsame Linie beschworen, die es nur als Ideal gibt, während die Realität von wesentlich mehr Faktoren bestimmt wird als das die neoliberale Erzählung behauptet. Die Lebenserwartung und der demografische Wandel werden missbraucht, um politische Entscheidungen als Notwendigkeit darstellen zu können, die sie nicht sind. Da steht die Schweiz nicht allein, sondern in vielen Ländern dominiert immer noch der Neoliberalismus. Das könnte sich in Zukunft jedoch ändern. Nicht nur die Schweiz zeigt, dass Neoliberale von Demokratie nichts halten, sondern postdemokratische Strukturen anstreben. Die Expertokratie als Gegenteil von Demokratie ist ihr Ideal. Um ihre Ziele zu erreichen, stürzen sie notfalls ganze Länder ins Chaos.   

SCHWARZ, Gerhard (2017): Obsoletes Rentenalter.
Kommentar,
in:
Neue Zürcher Zeitung v. 02.10.

 
       
   

01.10.2017

 
       
   

LOCKE, Stefan (2017): Aufruhr Ost.
Seit der Bundestagswahl gilt Ostdeutschland wieder einmal als Schmuddelecke der Republik. Doch das Unbehagen, das dort vorherrscht, könnte sich noch weiter ausbreiten, warnt unser Dresdner Korrespondent,
in:
Frankfurter Allgemeine Sonntagzeitung v. 01.10.

Die hohen Stimmenanteile der AfD in Ostdeutschland führt Stefan LOCKE auf drei Faktoren zurück: Globalisierung, Gängelung und Geringschätzung.

"Der Aufruhr jetzt liegt auch daran, dass die Generation der zur Wende Vierzigjährigen im Osten gerade ihre Rentenbescheide empfängt, die auf Erwerbsbiographien aus ABM, Minijobs und Zeitarbeit beruhen.
Ihre Kinder und Enkel wiederum sehen, dass sich das nicht ändert, vielmehr geht es eiskalt weiter",

meint LOCKE in jener Zeitung, die das Problem der Altersarmut bis zur Wahl verharmloste und die Parole, Deutschland gehe es super zur Richtschnur ihrer Wahlkampfberichterstattung machte.

"Die Entwicklung im Osten wirkt, vor allem bei den Globalisierungsfolgen, wie eine Blaupause für das, was auch auf den Westen zukommt und was, sehe Wahlergebnisse, bereits jetzt zu spüren ist",

meint LOCKE, der einen "nackten Kapitalismus" wirken sieht, der mit "sozialer Marktwirtschaft" nichts mehr zu tun hat. 

 
       
   

BOLLMANN, Ralph (2017): Migranten im eigenen Land.
17 Millionen Menschen kamen 1990 aus einem Land namens DDR in die Bundesrepublik. Das Wahlergebnis zeigt: Viele von ihnen haben sich bis heute nicht integriert,
in:
Frankfurter Allgemeine Sonntagzeitung v. 01.10.

 Der ehemalige tazler Ralph BOLLMANN inszeniert sich als Ossiverächter und ist doch nur ein scheinheiliger Moralist im Interesse des Neoliberalismus.

"Einiges spricht für die These, dass die Ostedeutschen so etwas sind wie Migranten im eigenen Land. (...).
Die Misserfolge dieses Integrationsprozesses lassen sich an den Wahlerfolgen der AfD ablesen. In Ostdeutschland stimmten am vorigen Sonntag im Durchschnitt 21,9 Prozent der Wähler für die Partei, doppelt so viele wie im Westen. Gewiss gab es auch in Niederbayern oder im Ruhrgebiet überdurchschnittliche AfD-Anteile. Aber der Unterschied zwischen Ost und West bleibt auch beim Vergleich der Hochburgen miteinander bestehen: Im bayerischen Deggendorf, wo die Partei mit 19 Prozent ihr bestes Ergebnis im Westen einfuhr, fand sie nur halb so viel Zustimmung wie in ihrer östlichen Hochburg, der sächsischen Schweiz. Dort kam sie auf fast 36 Prozent der Zweitstimmen",

erklärt uns Ralph BOLLMANN. Die Linkspartei diffamiert er als "ostdeutsche Regionalpartei", obwohl sie gerade in Westdeutschland erfolgreicher war als in Ostdeutschland.

"Städte wie Leipzig oder Jena, Rostock oder in Teilen selbst Dresden haben sich zu weltoffenen, wohlhabenden und liberalen Zentren entwickelt. (...) Dort ist die Integration im Ganzen geglückt",

behauptet BOLLMANN. Dabei hat die AfD in Leipzig fast genauso viele Zweitstimmenanteile erhalten - nämlich 18,3 % - als im bayerischen Deggendorf. Das Handelsblatt schrieb gar vom "Rechtsschock". Im thüringischen Jena erhielt die AfD 14,4 %. In Rostock waren es 14,7 %  (Rostock-Lichtenhagen: 19,2 %). In Rostock-Stadtmitte wählten 9,9 % und im in Kröpeliner-Tor-Vorstadt 7,8 % die AfD.

In Dresden erreichte die AfD sogar 22,5 % und lag damit nur 1 % hinter der CDU als stärkste Kraft in der Landeshauptstadt. Einzig in der Äußeren Neustadt blieb die AfD mit 5,9 % im einstelligen Bereich (Innere Neustadt: 12,3 %). In ettlichen Dresdner Stadtteilen wurde die AfD mit bis zu 35 Prozent der Zweitstimmen die stärkste Kraft.

Ein Gegensatz zwischen bösen Landbewohnern und guten Kosmopoliten lässt sich anhand der Stimmenanteile der AfD in den ostdeutschen Großstädten nicht aufrechterhalten.

"Mehr als zwei Millionen Ostdeutsche sind (...) seit 1990 nach Westdeutschland umgezogen (...), auch dies ein Indikator für gelungene Integration",

behauptet BOLLMANN, obwohl über deren Wahlverhalten gar nichts bekannt ist. Petra KÖPPING wird uns als ostdeutsche Kümmertante vorgestellt, die sich an Problemen abarbeitet, die irrelevant sind, denn:

"Nüchtern betrachtet, sind das die üblichen Begleiterscheinungen vieler Migrationsprozesse. Die erste Generation von Einwanderern muss oft Jobs annehmen, die unter ihrem ursprünglichen Qualifikationsniveau liegen",

meint BOLLMANN, der noch einen erfolgreichen Ossi-Ökonomen Gelegenheit zum Nachtreten gibt:

"Die Altersgenossen schauen, wem es aus dem eigenen Jahrgang relativ gutgeht. Sie messen ihre materielle Lage nicht am früheren Lebensstandard der DDR, sondern daran, was ihnen ihrer Meinung nach eigentlich zustehen müsste. (...).
So kommt es, dass die größte Unzufriedenheit gar nicht bei den objektiv Ärmsten herrscht, dass die AfD im Osten in Regionen mit relativ niedriger Arbeitslosigkeit mehr Zulauf hat als in Gegenden, denen es wirtschaftlich schlechter geht."

Die Ossis legen also lediglich den falschen Vergleichsmaßstab an und sind deshalb nichts als undankbar. Das Argument lässt sich auch gegen Wessis wenden und ist eine beliebte neoliberale Argumentationsfigur, denn die Erfolglosen sind selber schuld. Oder wie es BOLLMANN selber formuliert:

"Angelika Merkel (zieht) im Osten auch deshalb so viel Hass auf sich (...), weil sie ihren Landsleuten den Spiegel vorhält: Seht her, wer sich anstrengt, der schafft es auch."

BOLLMANN erzählt uns also die übliche Story von der deutschen Leistungsgesellschaft. Wer sich nur ausreichend anstrengt, der wird dafür mit guten Jobs oder Reichtum belohnt. Dumm nur, dass dieser neoliberale Mythos längst entlarvt wurde. BOLLMANN begibt sich auch noch ins Tal der Ahnungslosen, nach Bad Schandau:

"fehlendes Westfernsehen und kulturelles Sonderbewusstsein förderten im Südosten (...) die Ausbildung einer Parallelgesellschaft.
Ein gutes Beispiel ist Bad Schandau, das Tourismuszentrum der Sächsischen Schweiz. Mehr als 350.000 Übernachtungen im Jahr zählt die Stadt an der Elbe mit ihren rund 4.000 Einwohnern (...). Die Branche boomt. Nach mehreren Hochwassern sind die Häuser perfekt renoviert. Weil in der Saison die Arbeitskräfte fehlen, kellnern in vielen Gasthöfen längst Pendler aus dem benachbarten Tschechien. Auch die Infrastruktur lässt kaum Wünsche offen. Trotzdem hat die AfD hier eines ihrer höchsten Ergebnisse bekommen. 37,5 Prozent der Zweitstimmen. Für die Direktkandidatin Frauke Petry (...) votierten sogar 39,9 Prozent der Wähler in Bad Schandau. Warum?"

Die Antwort überlässt BOLLMANN  einer Ladenbesitzerin. Kleinbürgerliche Selbständige sollen die Partei besonders gerne gewählt haben. Zum Schluss wird der Vorwurf der Undankbarkeit nochmals auf die europäische Ebene gehoben. Ostdeutschland erscheint dann als eine Variante des polnischen und ungarischen Nationalkonservatismus, der dort sogar Regierungsfähigkeit erlangt hat, während während Westeuropa die Rechtspopulisten in ihre Schranken verweist. Das könnte sich jedoch als sehr kurzsichtige Analyse erweisen. Deutschland zeigt, dass die AfD gar nicht an die Macht muss, um einen Rechtsruck sondergleichen in den etablierten Parteien zu erreichen. Und sollten die Neoliberalen weiter scheitern, dürften auch in Westeuropa autoritäre Regime drohen. Emmanuel MACRON zeigt bereits jetzt Tendenzen zu einem autoritären Führungsstil.              

 
       
   

GESERICK, Christine (2017): Wussten Sie schon, dass der "Pillenknick" ein Mythos ist?
in:
beziehungsweise, Oktober

 
       
   

Jean-Christophe Bailly - Fremd gewordendes Land

CHAMPRIS, Thibaut de (2017): Am Boden fängt alles an.
Das Gastland der Buchmesse ist bei Jean-Christophe Bailly eine geteilte Nation, eine zerfleddernde Erzählung und ein Leseabenteuer,
in:
Cicero, Oktober

 
       
   
IZ3W-Schwerpunkt: Hey Alter!
Altern in der Welt

RUST, Winfried (2017): Gepriesen und vernachlässigt.
Die Situation älterer Menschen im internationalen Vergleich,
in:
iz3w, Nr.362, September/Oktober

BÖGER, Tobias (2017): Welche Rente?
Die Alterssicherung ist nicht selbstverständlich,
in:
iz3w, Nr.362, September/Oktober

GÜLLEMANN, Heino (2017): Gepflegter Norden.
Wie Deutschland seinen Pflegenotstand in den Süden exportiert,
in:
iz3w, Nr.362, September/Oktober

PELZELMAYER, Katharina (2017): Allzeit bereit.
24 Stunden pro Tag, sieben Tage die Woche betreut,
in:
iz3w, Nr.362, September/Oktober

SCHWIERZ, Kristin (2017): Altersarmut mit System.
Das private Rentensystem in Chile,
in:
iz3w, Nr.362, September/Oktober

JONG, Willemijn de (2017): "Wie Glasperlen aufreihen".
Die Altersvorsorge im indischen Kerala wird aktiv ausgehandelt,
in:
iz3w, Nr.362, September/Oktober

AKUDE, John Emeka (2017): Wenn traditionelle Systeme ausfallen.
In Pakistan wurden Gesetze zur Unterstützung von älteren Menschen verabschiedet,
in:
iz3w, Nr.362, September/Oktober

MESSNER, Angelika C. (2017): Vier-zwei-eins.
China verordnet größere Anstrengungen beim Familiensinn,
in:
iz3w, Nr.362, September/Oktober

MAE, Michiko (2017): Neue Wege.
Welche Chancen bietet Japans hohe Altersstruktur?
in:
iz3w, Nr.362, September/Oktober

 
       
 

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Bernds@single-dasein.de Stand: 03. November 2017