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Medienrundschau:

News zum Single-Dasein

 
   
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News vom 05. - 12. April 2010

 
 
     
 
   

Zitate des Monats:

 

Ganztagskinderbetreuung wünschen sich in den alten Bundesländern vor allem Frauen mit Universitätsabschluss

"Fehlende Kinderbetreuung wird in Widerspiegelung der tatsächlichen Situation insgesamt in den alten Bundesländern immer wieder als Manko angesprochen. Interessant ist jedoch, dass im Westen überhaupt nur bei den Frauen mit Universitätsabschluss Kinderbetreuung, die über die altbekannte und als unzureichend charakterisierte Halbtagsbetreuung hinausgeht, nämlich Ganztagsbetreuung für unter Dreijährige, möglicherweise in Frage kommt. Frauen mit Haupt- oder Realschulabschluss und Ausbildung sprechen sich explizit gegen außerfamiliale Betreuung in den ersten drei Jahren aus. Hier wirkt in massiver Weise das westdeutsche Mutterideal fort."
(aus: Mandy Boehnke "Gut gebildet = kinderlos?", BIOS, Heft 1, 2009, S.28)

Der typische Alltag eines erfolgreichen Techno-DJs

"Eine typische DJ-Arbeitswoche beginnt freitags mit der Reise in eine Stadt in Deutschland oder Europa, um dort in einem Club aufzulegen. Der Auftritt, ein DJ-Set, ist häufig für sehr spät in der Nacht angesetzt und dauert durchschnittlich ungefähr zwei Stunden. Die anschließende Nachtruhe ist meist kurz, und fast immer schließt sich die Weiterreise in eine andere Stadt, zu einem anderen Club an. Auftritte in anderen Kontinenten werden in Form kleiner Tourneen gebucht. Der Montag ist der Sonntag des DJs und dient auch der Entlastung des Gehörs. Die Zeit zwischen den Gigs wird für die Studioarbeit, Interviews und Promotions-Termine, für die Arbeit im eigenen Plattenlabel, Club oder sonstigen mit der Musik zusammenhängenden Aktivitäten genutzt. Der Lebens- und Arbeitsrhythmus der DJs ist dem Ablauf einer konventionellen Arbeitswoche entgegengesetzt. (...). Eine zentrale Bedeutung im DJ-Arbeitsrhythmus hat das Studio."
(aus: Maren Brandt "Techno-Biographien", BIOS, Heft 1, 2009, S.80)

 
 
 
Ab sofort finden Sie auf der Website www.single-luege.de einen monatlichen Rückblick auf das Single-Dasein im Spiegel der Medien. Auf einer Seite übersichtlich zusammengefasst und verlinkt.

Den aktuellen Rückblick April 2010 finden Sie hier.

 
       
     
   
Focus-Titelgeschichte: 2030 - So leben wir morgen. Neue Serie.
Teil 1: Was wird aus den Deutschen
  • KRISCHER, Markus (2010): Reise nach morgen.
    Wie werden wir leben, arbeiten und lieben? Woran werden wir glauben? Wie viele werden wir sein? Focus lädt in einer siebenteiligen Serie ein zu einer Expedition in die Zukunft,
    in:
    Focus Nr.15 v. 12.04.
    • Anmerkungen:
      Der Focus hält seine Leserschaft offenbar für ziemlich blöde, denn anders lässt sich dieser Rohrkrepierer nicht verstehen.

                  In seinem Artikel über den Schrecken der Demografie, ist der Autor ständig bemüht die Glaubwürdigkeit der Projektion des Schweizer Prognos-Institut zu unterstreichen: "wahrheitsgetreue Bilder" werden da entworfen. "Es droht der globale Konflikt zwischen Jungen und Alten", wird vollmundig versprochen und "Für den großen Konflikt zwischen Alt und Jung existiert bereits ein Starttermin. Und der ist jetzt".
                  Wahnsinnig überzeugend, denn seit 1978 ist in jeder Titelgeschichte über Demografie der Starttermin jetzt gewesen und immer war es 5 vor 12 (Thomas ETZEMEIER geht sogar noch weiter zurück). Und einer hat den Schrecken angeblich bereits vor 6 Jahren vorhergesehen: Frank SCHIRRMACHER ("Das Methusalem-Komplott"), der als "Guevara der Gebrechlichen" tituliert wird.
                  Dummerweise sind die Zahlen bis 2030 gar nicht so schlecht. Ein Bevölkerungsrückgang um ca. 1 Million auf 79 Millionen Menschen wird ausgewiesen. Das dämmert dem Autor gegen Ende des Artikels auch, weswegen er drauflos schwadroniert:
                  "Und nach der großen Alterswelle muss die große Todeswelle kommen.
      In den Bevölkerungsdaten ist sie schon heute ablesbar. Bis zum Jahr 2060 wird die Zahl der Deutschen um zwölf Millionen Menschen abgenommen haben. (...). Die Zahl der Deutschen wird sich bis 2080 halbiert haben."

                  Dummerweise kann das uns Deutsche gar nicht mehr schrecken, denn was Herwig BIRG uns in den letzten 10 Jahren an Prognosen aufgetischt hat, da klingt das alles harmlos.
                  Vergleicht man die jetzige Prognose des Prognos-Institut mit  Bevölkerungsvorausberechnungen des Statistischen Bundesamtes seit 1989, dann zeigt sich, dass die Prognose deutlich positiver ausfällt als die mittlere Variante aus dem Jahr 1992. Damals rechnete man noch mit einem Geburten-Gau in den neuen Bundesländern. Bekanntlich eher ein Prognose-Supergau also!
                  Die Schweizer Prognose entspricht in etwa der mittleren Variante der Vorausberechnungen aus dem Jahr 2001 und 2005. Also: es ist wohl nichts gewesen mit dem Prophetentum eines Frank SCHIRRMACHER. Alles kalter Kaffee!
                  Wenn schon die Entwicklung der Bevölkerung rein gar keinen Schrecken einjagen kann, dann vielleicht die Alterung der Gesellschaften Europas, die "ab 2010 mit »unvorstellbarer Geschwindigkeit« altern"?
                  "Derzeit kommen bundesweit auf 100 Menschen im erwerbsfähigen Alter 32 Personen im Rentenalter. Im Jahr 2030 werden in Deutschland 48 Rentner pro 100 Erwerbsfähige leben",
      schreibt unser geschockter Autor. Dumm gelaufen! Dank Focus-Archiv kann jeder selber nachlesen:

                  "Prognose-Institute malen ein düsteres Bild: Während 100 Beitragszahler heute für 60 Rentner aufkommen müssen, sollen sie bis ins Jahr 2050 schon mehr als 122 Rentner finanzieren. Doch wie können sie das schaffen?", fragte der Focus Nr.32 vom 04. August 2003 S.133.
                  Ja was denn nun? Im Jahr 2003 haben wir 60 Rentner durchfüttern müssen. 2010 dagegen nur 32 und 2030 sind es sogar 12 Rentner weniger als 2003? Super!!!! (Und die Moral von der Geschichte: Traue keinem Altersquotienten, den du nicht selber erfunden hast)
                  Sehr dumm gelaufen! Unsere Eliten von Meinhard MIEGEL über Herwig BIRG bis Bernd RAFFELHÜSCHEN haben ihr Pulver bereits Anfang des Jahrtausends derart sinnlos verpulvert, dass die Medien jetzt ziemlich blöde dastehen! Kein Schrecken nirgends, der nicht irgendwann schon einmal in den letzten Jahrzehnten verkündet worden wäre.
                  Also weiter so. Wir werden Euch an Eure Versprechen der letzten Jahrzehnte erinnern. Im Gegensatz zu den Printmedien vergisst das Internet nichts.       
 
   
  • MAIER, Anja (2010): Über Blagen.
    Wer bin ich, in diesem demografisch gebeutelten Land Kinder als störend zu empfinden? Mein Problem ist ein anderes,
    in:
    TAZ v. 12.04.
 
     
   
  • WINDMANN, Antje (2010): Der Baum der neuen Liebe.
    Die Bräutigamseiche im Dodauer Forst bei Eutin ist die ungewöhnlichste Postadresse der Welt. Fast täglich treffen dort Briefe von Menschen für Menschen ein, die einen Partner suchen. Und manches Paar fand sich schon auf diesem Weg. Antje Windmann über eine Singlebörse, die auch im Internetzeitalter ein Glücksfall bleibt,
    in:
    Hamburger Abendblatt v. 10.04.
 
     
     
   
taz-Nachruf: Vielen Dank für den Punk!
 
   
  • MEISTRING, Katrin (2010): Per Mausklick zur großen Liebe?
    In Krisenzeiten ist die Sehnsucht nach einer festen Beziehung besonders groß. Denn vor allem dann sucht der angstgebeutelte Mensch einen Fixpunkt in seinem Leben. Diese soziologische Erkenntnis machen sich seit einigen Jahren die zahlreichen Singlebörsen im Internet zu Nutze,
    in:
    Nürnberger Zeitung v. 09.04.
 
     
     
     
     
     
   
  • SCHMOLLACK, Simone (2010): Anonym ins Leben geschickt.
    Babyklappen: Vor zehn Jahren wurde in Hamburg die erste Babyklappe eröffnet. Seitdem gibt es in der Hansestadt keine ausgesetzten Kinder mehr, sagt der Betreiber Sternipark. Trotzdem gibt es seit Jahren Kritik an dem Modell,
    in:
    TAZ v. 07.04.
 
   
Falter-Titelgeschichte: Väter ohne Kinder.
Ohnmächtig. Verzweifelt. Zornig. Zu Recht? Meist nicht. Die Väterrechtsbewegung
 
     
   
  • DERNBACH, Andrea (2010): "Deutschlands Eliten haben sich radikalisiert".
    Die Frage, ob Hartz-IV-Empfänger Sozialschmarotzer sind oder nicht, lenkt davon ab, was am anderen Ende der Gesellschaft passiert, meint Michael Hartmann. Der Soziologe spricht im Interview über die Hartz-IV-Debatten, Mittelschichten und die reicher werdenden Reichen,
    in:
    Tagesspiegel v. 06.04.
 
     
   

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Bernd Kittlaus
Bernds@single-dasein.de Stand: 24. April 2010