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Medienrundschau:

News zum Single-Dasein

 
       
   
News 01.-09. April 2018
News 23.-31. März 2018
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News 01.-06. Oktober 2017

News 1-10/2017
News 2000-2016

 
 
   
Medienberichte über single-dasein.de
 
 
 
   

News vom 10. - 22. April 2018: [10.04.] [11.04.] [12.04.] [13.04.] [14.04.] [15.04.] [16.04.] [17.04.] [18.04.] [19.04.] [21.04.] [22.04.]

 
 
     
 
   

Zitat des Monats:

Die 13. koordinierte Bevölkerungsvorausberechnung des Statistischen Bundesamts ist durch die Bevölkerungsentwicklung längst überholt

"Die von der Behörde (Anm.: gemeint ist das Statistische Bundesamt) als realistisch kommunizierten Szenarien entpuppen sich (...) zunehmend als fraglich. Denn selbst die optimistische Annahme, dass die Geburtenrate bis 2028 auf 1,6 Kinder je Frau steigen könnte, wurde nun schon 2016 erreicht (1,59 Kinder). Und der Wanderungssaldo übertrifft sowieso alle Erwartungen. (...).
(Die) Bundesrepublik (ist) derzeit auf einem Pfad unterwegs, der eher dazu führen würde, dass die Bevölkerung bis 2060 von 82,5 auf etwa 78 Millionen Bürger schrumpft und nicht etwa auf nur 67 Millionen. Dieser vergleichsweise geringe Rückgang wäre wirtschaftlich und sozialpolitisch locker zu verkraften."
"
(Daniel Baumann "Ungeplante Kinder", Frankfurter Rundschau v. 29.03.2018)

 
       
       
   

22.04.2018

 
       
   

SCHERFF, Dyrk (2018): Immobilien sind gar nicht so teuer.
Häuser sind unbezahlbar? Stimmt nicht. Weil die Bauzinsen gesunken sind und die Gehälter gestiegen, bleiben Immobilien erschwinglich. Es muss ja nicht gerade München sein,
in: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung v. 22.04.

Dyrk SCHERFF berichtet über das Ergebnis des seit 2000 vierteljährlich erstellten IVD-Erschwinglichkeitsindex vom 4. Quartal 2017. Der Immobilienverband Deutschland ist ein Lobbyverband der "Immobilienberater, Makler, Verwalter und Sachverständigen" (Selbstbeschreibung). Die Aussagekraft des Index lässt sich anhand der vagen Methodenbeschreibung nicht nachvollziehen.

 
       
   

21.04.2018

 
       
   

GERLACH, Thomas (2018): Unter Sachsen.
Reportage: Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer reist durch sein Bundesland und sucht das Gespräch mit dem Volk. Warum? Weil die Entfremdung zwischen der CDU und den Leuten so groß wurde, dass diese bei der letzten Bundestagswahl massiv zur AfD rannten,
in: TAZ v. 21.04.

 
       
   

19.04.2018

 
       
   

BULLION, Constanze von (2018): Rutsche in die Altersarmut.
Die eigenen vier Wände können sich viele nicht leisten. Viele werden - erst recht als Rentner - einen Großteil ihres Einkommens für die Miete ausgeben müssen. Forscher sehen deshalb die Gefahr, "sich arm zu wohnen",
in: Süddeutsche Zeitung v. 19.04.

Constanze von BULLION berichtet über die PR des Verbändebündnis Wohneigentum. Das Pestel-Institut in Hannover hat die Daten geliefert. Während das Pestel-Institut die 25- bis 40-Jährigen zur Verlierer-Generation stilisiert, betont die SZ die Altersarmut der 50-Plus-Generation, was wohl an der unterschiedlichen Zielgruppe liegt, denn die Leser der SZ sind durchschnittlich älter als die Häuslebauer- bzw. Käufer, deren Interessen die Lobbyisten der Wohneigentumsbildung vertreten.

Wer die Verlierer-Generationen sind, das entscheiden rückwirkend die Historiker - alles andere ist Kaffeesatzleserei!   

 
       
   

BEISEL, Karoline Meta (2018): Neon leuchtete.
Die frühere Erfolgsmarke stellt die Printausgabe ein,
in: Süddeutsche Zeitung v. 19.04.

Nun wird die Printausgabe von Neon endlich beerdigt, nachdem sie jahrelang noch als Zombie dahinvegetierte. Die Website soll weiterhin bestehen bleiben, wohl vorrangig als Werbeplattform für die anderen Printprodukte des Verlags.

Den Zenit überschritten hatte Neon bereits im April 2007 mit dem ersten Kindertitel. Dass der Entscheid zur Einstellung nach dem diesjährigen Kindertitel fiel, dürfte kaum ein Zufall sein. Dazwischen liegt ein langer Niedergang der Zeitschrift. Der Umzug der Redaktion von München nach Hamburg im Jahr 2013 beschleunigte nur die Niedergangsphase.  

 
       
   

HEISTERHAGEN, Nils (2018): Der postmoderne Irrtum.
Gastbeitrag: Die Individudalisierungsmaschine hängt zu viele Individuen ab. Es ist Zeit, umzudecken,
in: Freitag Nr.16 v. 19.04.

Der SPD-Grundsatzreferent Nils HEISTERHAGEN hechelt dem Zeitgeist hinterher, der längst nicht mehr dort ist, wo er ihn vermutet. Der Artikel kommt rund 15 Jahre zu spät, um die SPD zu erneuern. Im Jahr 2003 veröffentlichte der Politikwissenschaftler Franz WALTER den Artikel Der Wandel des Wertewandels kommt bestimmt. Damals war das mutig, heute darüber zu schreiben, ist nur noch rückständig! HEISTERHAGEN tut so, als lebten wir immer noch im neoliberalen Zeitalter, als das Mantra der Alternativlosigkeit noch geholfen hat. Mit CDU-Vokabeln wie der Leitkultur will HEISTERHAGEN punkten. Wie doof ist das denn? Das Buch Die liberale Illusion, das im Mai erscheinen soll, gehört ins Altpapier, wenn es nicht mehr zu bieten hat als dieser Artikel.         

 
       
   

18.04.2018

 
       
   

TÜRK, Erik/BLANK, Florian/LOGEAY, Camille/WÖSS, Josef/ZWIERNER, Rudolf Zwiener (2018): Den demografischen Wandel bewältigen. Die Schlüsselrolle des Arbeitsmarkts, IMK-Report Nr.137, April

Die Studie benutzt einen Abhängigenquotienten statt des Altersquotienten, um die Auswirkungen des demografischen Wandels zu beschreiben. Dies ändert jedoch nichts daran, dass Prognosen bis 2060 nichts als Kaffeesatzleserei sind. Die Autoren greifen zudem auf eine Projektion der EU-Kommission für Deutschland aus dem Jahr 2014 (vgl. S.384) mit völlig überholten Annahmen zur Bevölkerungsentwicklung zurück. So wird eine Geburtenrate von 1,45 ab 2020 angenommen (tatsächliche Geburtenrate 2016: 1,59). Der Wanderungssaldo wird mit unter 250.000 angenommen!

 
       
   

Die Altersvorsorge in der Schweiz in der Debatte

SCHÖCHLI, Hansueli (2018): Die Geldillusion erschwert die Reform der Altersvorsorge.
Was Politiker und Lobbyisten dem Volk nicht erklären wollen,
in:
Neue Zürcher Zeitung v. 18.04.

 
       
   

17.04.2018

 
       
   

BAZZAZI, Pascal (2018): Pay and Forget meets Race to the Bottom.
Kommentar zur Deutschland-Rente im Bundesrat (II): Der erneute hessische Vorstoß zu einer Deutschland-Rente geht nicht nur fachlich fehl, sondern kommt auch zur Unzeit. Kritik kann man unter zahlreichen Gesichtspunkten äußern – bis hin zum Vorwurf der Sabotage,
in: lbav.de v. 17.04.

 
       
   

NEIßE, Wilfried (2018): Eine Koalition der alten DDR-Blockparteien.
Dass CDU und Linke ein Bündnis nicht ausschließen, ist weniger abenteuerlich, als es auf den ersten Blick scheint,
in: Neues Deutschland v. 17.04.

 
       
   

Die Altersvorsorge in der Schweiz in der Debatte

FERBER, Michael (2018): Durchblick im Dschungel der Säule-3a-Produkte.
NZZ-Serie Privat für das Alter vorsorgen (2): Bei der Auswahl empfiehlt sich, die Anlage-Arten und Gebühren zu vergleichen sowie die erwartete Steuerersparnis einzukalkulieren,
in: Neue Zürcher Zeitung
v. 17.04.

FERBER, Michael (2018): Grosse Unterschiede bei Sammeleinrichtungen.
Das Problem der Umverteilung zwischen aktiven Versicherten und Rentnern hat sich in den vergangenen Jahren verschlimmert,
in: Neue Zürcher Zeitung
v. 17.04.

"Der Ausstieg des Versicherers Axa aus der BVG-Vollversicherung wirft ein Schlaglicht auf den Sektor der Sammeleinrichtungen. Das sind Pensionskassen, bei denen mehrere Arbeitgeber, oftmals kleine und mittlere Unternehmen (KMU), angeschlossen sind",

meint Michael FERBER. Auch in Deutschland sind solche Pensionskassen ein Problem.

 
       
   

Die Ära Macron in Frankreich

SCHUBERT, Christian (2018): Macron will neues Sozialsystem für Frankreich.
Erstmals Pflegeversicherung, neue Rentenversicherung. Fernsehduell mit kritischen Journalisten,
in: Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 17.04.

 
       
   

Das Single-Dasein in Finnland

MATTERN, Jens (2018): Geburten auf Rekordtief: Finnische Männer im Zeugungsstreik.
Wachsende Arbeitslosigkeit der Männer und Benachteiligung in der Ausbildung sollen die Geburtenquote senken,
in: Telepolis v. 17.04.

"Kamen in dem Land mit 5,5 Millionen Einwohnern im Jahre 2009 noch 61.000 Babys zur Welt, so waren es 2017 nur noch 50.000, dies entspricht einer Fruchtbarkeitsrate von 1,48 Prozent - ein Rekordtief in Finnland", berichtet Jens MATTERN.

 
       
   

16.04.2018

 
       
   

MENKENS, Sabine (2018): Tabuzone Einsamkeit.
Zwei Drittel der Deutschen sehen ein gesellschaftliches Problem - auch junge. In der Politik wächst das Bewusstsein: Es muss etwas geschehen,
in: Welt v. 16.04.

 
       
   

DRIBBUSCH, Barbara (2018): Milchschäumen mit 67.
Debattereihe Zukunft der Arbeit: Immer mehr Leute jenseits der 60 arbeiten, auch noch im Rentenalter. Ist das nun gut oder schlecht? Kommt drauf an. Das soziale Gefälle ist groß,
in: TAZ v. 16.04.

Barbara DRIBBUSCH wendet sich gegen eine Stabilisierung des Rentenniveaus, weil Ältere ihre Rente durch Erwerbsarbeit aufbessern sollen. Lediglich für Menschen mit gesundheitlichen Problemen und "KleinrentnerInnen" sieht DRIBBUSCH andere Möglichkeiten vor:

"Das neue Programm mit bezahlten Jobs für Langzeitarbeitslose, das sie Groko plant, sollte vor allem Menschen über 55 Jahren mit gesundheitlichen Einschränkungen zugutekommen. Verbesserungen bei der Erwerbsminderungsrente sind bereits beschlossen. Auch eine Aufstockung für KleinrentnerInnen mit langer Berufsbiografie wäre ein richtiges Signal."

Im Grunde ist DRIBBUSCH nicht mehr weit von den neoliberalen Hardlinern entfernt, die weitere Verbesserungen bei der Erwerbsminderungsrente ablehnen, weil sie die vorhandenen Verbesserungen als ausreichend empfinden. Zu einer Erhöhung des Renteneintrittsalters schweigt DRIBBUSCH genauso wie zur privaten Altersvorsorge. 

 
       
   

NASSEHI, Armin (2018): Die große Inklusion oder Protest und Verwaltungsakt.
1968 hat zu einer Einbeziehung bislang ausgeschlossener Akteure in die Gesellschaft geführt: Dies bewirkte eine Pluralisierung der Möglichkeiten. Damit hat 1968 paradoxerweise den Konservatismus gerettet. Der Soziologe über Inklusion und das "implizit Linke",
in: TAZ v. 16.04.

 
       
   

WALTER, Franz (2018): Kritik der Zivilgesellschaft.
Die Gegenwart: Dass ausgeprägtes bürgerschaftliches Engagement per se zu einer Stabilisierung und Vertiefung von Demokratie und zu gesellschaftlichem Zusammenhalt führen werde, ist eine fahrlässige Vermutung. Ein Essay über die Janusköpfigkeit des linksliberalen Leitmodells,
in: Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 16.04.

 
       
   

SPECHT, Frank (2018): Linke Tasche, rechte Tasche.
Sozialbeiträge: Das Entlastungsversprechen, das die Große Koalition den Bürgern gibt, wird sich nicht lange halten lassen,
in: Handelsblatt v. 16.04.

Der Begriff "Bürger" soll verschleiern, dass sich Politik immer an Interessengruppen richtet. Ein Versprechen, das sich an alle "Bürger" richtet, ist eine neoliberale Fiktion, bei der die Interessengruppen gegeneinander ausgespielt werden. Frank SPECHT spielt dementsprechend die Interessen von Arbeitgebern und Besserverdienenden gegen Rentner und schlechter verdienenden Arbeitnehmer aus. Dazu wird der Kampfbegriff "Generationengerechtigkeit" missbraucht, der die Kluft zwischen Arm und Reich leugnet. 

 
       
   

Das Single-Dasein in Japan

MÜLLER, Hans Christian (2018): Japans versteckte Stärke.
Grafik des Tages: Das Wirtschaftswachstum der USA ist rasant, das deutsche gut, das japanische mau? Stimmt. Doch das ist nur ein Teil der Wahrheit. Die Asiaten müssen einen heftigen demografischen Wandel ausgleichen - und sind dabei erstaunlich erfolgreich. Pro Einwohner im arbeitsfähigen Alter ist das Wachstum höher als anderswo,
in: Handelsblatt v. 16.04.

Ökonomen benutzen einen ideologischen Begriff des demografischen Wandels, bei dem alle Differenzen durch Behauptungen ersetzt werden, um zum richtigen Ergebnis zu kommen. Hans Christian MÜLLER konstruiert sich per verschiedener Grafiken einen passenden Begriff des demografischen Wandels:

Die erste Grafik wird mit Die Statistik sieht Amerika vorn,... überschrieben und präsentiert Daten zum inflationsbereinigten Bruttoinlandsprodukt (BIP), wobei 2010 und 2018 verglichen werden, wobei zum Schluss für 2018 nur Prognosen verwendet werden. Die USA rangiert hier vor Deutschland und Japan.

Die zweite Grafik wird mit ...doch die Demografie schiebt hier und bremst dort... überschrieben. Demografie wird als Anteil der Bevölkerung im Alter von 15-69 Jahren an der Gesamtbevölkerung definiert, wobei dies die "arbeitsfähige Bevölkerung" darstellen soll. Obwohl im Grunde nur die Jahre 2010 mit 2017 verglichen werden können, stellen die Grafiken wiederum Prognosen an, die nichts als Kaffeesatzleserei sind. Die Angaben werden nicht in Prozent, sondern in Millionen angegeben, sodass der Leser erst umrechnen müsste, um herauszufinden, welches Land bei diesem einen Indikator des demografischen Wandels am stärksten betroffen ist. Die Grenze für alle drei Länder bei 69 Jahren zu setzen hat nichts mit der Realität in den Ländern zu tun.

Die dritte Grafik wird mit ...und die verbliebenen Japaner arbeiten enorm effizient überschrieben. Statt jedoch das inflationsbereinigte Bruttoinlandsprodukt pro Einwohner auf die tatsächlich Erwerbsarbeit verrichtenden Menschen zu beziehen, wird dies nur auf die 15 bis 69 Jährigen bezogen, egal ob sie erwerbstätig sind oder nicht. Die Grafik belegt also gar nicht, was die Überschrift behauptet.

Zwei weitere Grafik sind lediglich zur Desinformation vorhanden, weil in ihnen Prognosen mit tatsächlicher Entwicklung vermischt werden.

Die letzten drei Grafiken wären eigentlich zur Belegung der dritten Grafik heranzuziehen, denn sie zeigen das tatsächliche durchschnittliche Renteneintrittsalter für Männer/Frauen an. Hier liegt Deutschland an letzter Stelle hinter Japan und den USA. Die verbliebenen Japaner arbeiten also nicht effizienter, sondern es arbeiten mehr Japan als die dritte Grafik suggeriert, während es in Deutschland weniger sind. Mit Effizienz hat das gar nichts zu tun!

Bei der Erwerbsquote wird Deutschland knapp vor Japan und den USA gesehen, während die durchschnittliche Arbeitszeit in den USA und Japan höher als in Deutschland ist.

Der Leser, der sich ein unverzerrtes Bild machen will, müsste die Indikatoren der drei Grafiken (Renteneintrittsalter, Erwerbsquote und Arbeitszeit) so zueinander ins Verhältnis setzen könnte, die Behauptung zu beurteilen können. Das wäre Sache des Artikels gewesen.

Fazit: Der Artikel stellt lediglich Behauptungen auf, die der Leser anhand der präsentierten Grafiken nicht wirklich nachvollziehen kann. Zudem wird der Demografiebegriff auf das Verhältnis der arbeitenden auf die Gesamtbevölkerung verkürzt, während die positiven Aspekte des demografischen Wandels gar nicht erst in den Blick kommen. 

 
       
   

15.04.2018

 
       
   

BECK, Hanno (2018): Die Armut vererbt sich.
Der Sonntagsökonom: Schon während der Schwangerschaft entscheidet sich, ob ein Kind später arm oder reich wird,
in: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung v. 15.04.

 
       
   

PEZZEI, Kristina (2018): Pompös in der Provinz.
Wo vor Kurzem noch Häuser abgerissen wurden, entstehen nun teure Wohnungen: Auch im Erzgebirge und Sachsen-Anhalt steigen Zahlungsbereitschaft und Ansprüche. Die Rettung für schrumpfende Kleinstädte?
in: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung v. 15.04.

 
       
   

14.04.2018

 
       
   

BARTSCH, Matthias u.a. (2018): Neue Heimat.
Integration: Vielen Deutschen wird ihr Land fremd, sie fürchten, dass Zuwanderung die Republik verändert. Jeder Fünfte, der hier lebt, hat einen Migrationshintergrund, und die Zahl wird weiter steigen. Ein Bericht über eine Nation unter Spannung,
in: Spiegel Nr.16 v. 14.04.

Der Spiegel inszeniert sich neuerdings als Volksversteher. Die Verschwörungstheorie von der Umvolkung sei so populär geworden,

"weil Gesellschaft, Politik und Medien manche Entwicklungen nicht offen und sachlich diskutierten, manchmal aus Furcht, Fremdenfeinden in die Hände zu spielen. Stattdessen ging es in Debattenbeiträgen häufiger darum, die eigene Weltoffenheit und Toleranz zur Schau zu stellen. Doch die Hoffnung, die Konflikte, die durch schlecht gesteuerte Migration entstehen können, würden hinter dem Optimismus verschwinden, hat sich nicht erfüllt.
Große Teile des Landes leiden unter Identitätsstress. Deutsche ohne ausländische Wurzeln haben Angst, dass Zuwanderer ihnen ihre Heimat nehmen könnten. Deutsche mit Migrationshintergrund fühlen sich ausgegrenzt und fremd. Und jene, die neu als Flüchtlinge hier ankommen, denken bei Heimat vor allem daran, was sie gerade verloren haben."

Das könnte man als reumütiges Eingeständnis lesen, dass die Blattlinie zur Verschärfung der Konflikte in Deutschland beigetragen hat. Tatsächlich ist es in erster Linie eine rein rhetorische Wende, die hinter der tatsächlichen Problematik weit zurückbleibt. Das zeigt sich am exklusiven Personal der Titelgeschichte, an dem die Probleme Deutschlands durchexerziert werden:
1) Ein libyscher Facharzt an einer Hamburger Geburtsstation, der wichtige Übersetzerleistungen bietet, denn die Neuzugewanderten bekommen in Deutschland angeblich die meisten Kinder (Quelle ist nicht etwa die Geburtenstatistik, sondern der Mikrozensus, bei dem nur Kinder im Haushalt gezählt werden - und zwar selbst von 76-Jährigen!). 
1) Ein älteres Ehepaar mit SPD-Mitgliedschaft aus Hamburg, das die Umwidmung einer evangelischen Kirche in eine Moschee eher resigniert hinnimmt.
2) Eine Juristin mit super Noten aber Kopftuchträgerin, die deshalb Angst haben muss, keinen angemessenen Job zu bekommen.
3) Ein ehemals CDU-wählender Fliesenhändler, der Stress hat mit einer Landesaufnahmestelle in seiner Wohngegend und deshalb nun AfD wählt.
4) Ein Sozialarbeiter an einer Problemschule im berüchtigten Duisburger Stadtteil, die kürzlich vom Bundespräsidenten beehrte wurde, was der FAZ einen ausführlichen Bericht über die klare Kante des SPD-Oberbürgermeisters Wert war.
5) Ein türkischstämmiger Klubbetreiber, der Stress mit der Sigmaringer Aufnahmestelle hatte. Das Kriminalitätsproblem konnte jedoch durch eine hohe Aufstockung der Polizei beseitigt werden: "acht Mann (...), was für eine Kleinstadt mit 17.500 Einwohnern eine beachtliche Zahl ist".

Als Experten werden die Soziologinnen Arlie Russell HOCHSCHILD ("Fremd im eigenen Land") und Cornelia KOPPETSCH, ein Islamwissenschaftler, Reiner KLINGHOLZ  und der Migrationsforscher Jens SCHNEIDER genannt.

Ausgerechnet Süddeutschland, d.h. Baden-Württemberg und Bayern, also in jene westliche Bundesländer, in denen die AfD bei der Bundestagswahl 2017 besonders gut abgeschnitten hat, gilt dem Spiegel als vorbildlich bei der Integration.

Fazit: Normalos kommen im Spiegel-Titel nicht vor, höchstens man zählt den AfD-wählenden Selbständigen als Vertreter von Volkesstimme dazu! Dieser soll für "kulturelle Entfremdung" stehen, steht jedoch eher für jene, die im Alltag vom Zuzug direkt betroffen sind. Für kulturelle Entfremdung steht eher das ältere SPD-Ehepaar. Für die Kulturkampfthese des Spiegel eignet sich die Titelgeschichte nicht, sondern eher für die Ausblendung des Verteilungskampfes.

THIMM, Katja (2018): "Starres Weltbild".
Identitäten: Professoren, Pädagogen und Journalisten trügen dazu bei, dass sich Menschen in Deutschland nicht mehr zu Hause fühlen, meint die Soziologin Cornelia Koppetsch,
in: Spiegel Nr.16 v. 14.04.

 
       
   

LASCH, Hendrik (2018): Ein Härtefallfonds reicht nicht.
Benachteiligte Ost-Rentner unzufrieden mit Koalitionsvertrag. Pläne für Demonstration in Berlin,
in: Neues Deutschland v. 14.04.

"Die SPD hatte im Wahlkampf für einen Gerechtigkeitsfonds geworben, im Koalitionsvertrag ist nur davon die Rede, dass für »Härtefälle« dank einer »Fondslösung« ein Ausgleich geschaffen werden soll. Das aber, sagt Dietmar Polster von der Eisenbahnergewerkschaft EVG, »bringt uns gar nichts«. Der Fonds würde, sagt er, nur einzelnen Betroffenen, aber nicht den Berufsgruppen insgesamt helfen. (...).
Inzwischen gibt es noch etwa 19 Gruppen, denen nach ihrer eigenen Überzeugung rechtmäßig erworbende Anwartschaften nicht anerkannt werden, darunter Reichsbahner, Bergleute, Angehörige der technischen Intelligenz oder Beschäftigte im Gesundheitswesen. Frauen, die sich in der DDR scheiden ließen, erhalten - anders als Frauen im Westen - keinen Versorgungsausgleich", 

berichtet Hendrik LASCH. Landesministerin Petra KÖPPING ist in der SPD diejenige, die die Interessen der ostdeutschen Rentner vertritt. Da die Gruppen jedoch meist jede nur für die eigenen Interessen kämpft, muss sich die Politik nicht besonders um diese meist schon betagten Wutbürger kümmern. Die in Aussicht gestellte Demonstration anlässlich einer Anhörung zum Problem im Bundestag, die im Frühsommer stattfinden soll, könnte deshalb gar nicht erst zustande kommen. 

 
       
   

SCHNEIDER, Jens (2018): Lockerungsübung links.
Der Brandenburger CDU-Chef Ingo Senftleben kann sich eine Koalition mit der Linkspartei vorstellen - das sehen seine Parteifreunde im Osten nicht gern,
in: Süddeutsche Zeitung v. 14.04.

 
       
   

13.04.2018

 
       
   

QUADBECK, Eva & Birgit MARSCHALL (2018): Hubertus Heil kündigt höhere Mütterrente ab 2019 an.
Der neue Arbeits- und Sozialminister spricht im Interview mit unserer Redaktion über die Mütterrente, eine Weiterbildungsoffensive und den Aufbau eines sozialen Arbeitsmarkts,
in: Rheinische Post Online v. 13.04.

 
       
   

LOEHR, Julia (2018): Deutschland wächst zusammen.
Die Unterschiede zwischen den Regionen werden nicht größer, sondern kleiner. Soll die Politik ländliche Gegenden wirklich mehr fördern?
in: Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 13.04.

Julia LOEHR berichtet über eine Veröffentlichung des neoliberalen Ifo-Instituts, das - anders als die Headline behauptet, nicht ländliche Gegenden untersucht hat, sondern lediglich das BIP-Niveau von Landkreisen und kreisfreien Städten. Da innerhalb von Landkreisen krasse Gegensätze bestehen, können diese auf der untersuchten Ebene gar nicht ermittelt werden. Einen anderen Punkt nennt LOEHR:

"Dass sich eine bestimmte Region in der Rangliste verbessert hat, liegt jedoch nicht immer daran, dass die Industrie vor Ort boom. Vor allem in Ostdeutschland hat das gestiegene Bruttoinlandsprodukt je Kopf auch viel damit zu tun, dass Menschen aus Mangel an beruflichen Perspektiven weggezogen sind, sich die bestehende Wirtschaftsleistung also auf weniger Köpfe verteilt."

Das Ifo-Institut ist gegen regionale Umverteilungspolitik, schließlich heißt die neoliberale Devise: Stärkung der Starken. Schwache sind selber schuld! Der AfD wird das die Wähler in die Arme treiben!

Am Ende berichtet LOEHR darüber, dass eine Regierungskommission über die Herstellung gleichwertige Lebensverhältnisse bis Mitte 2019 nachdenken soll. Wer dabei an die anstehenden Landtagswahlen denkt, dürfte dabei sicher nicht falsch liegen.

 
       
   

TOOBY, John (2018): Das gute Leben macht uns schwach.
Natürliche Selektion ist ein ziemlich grausames Prozedere. Aber sie hat ihren Sinn,
in: Neue Zürcher Zeitung v. 13.04.

Aus einer biologistischen Sicht heraus, versucht John TOOBY die humangenetische Beratung als notwendiges Geschäftsfeld zu begründen, denn ohne sie - so seine steile These, würde die Menschheit aufgrund der Übermacht negativer Selektion aussterben.

Der demografische Wandel, insbesondere der Geburtenrückgang wird als Ausdruck der biologischen Evolution und nicht etwa der kulturellen Entwicklung betrachtet. Der Geburtenrückgang wird als Folge der Erhöhung der Lebenserwartung betrachtet und nicht etwa als Konsequenz von Emanzipation oder besserer Bildung.

TOOBY propagiert die gentechnische Reparatur als Ersatz für die natürliche Selektion.

 
       
   

BRÜSS, Manfred (2018): GDV hält hessische Deutschland-Rente für fragwürdig,
in:
versicherungsjournal.de v. 11.04.

 
       
   

KAUL, Martin (2018): "Ein wichtiger Rückzugsraum".
In Meck-Pomm können sich rechte Gruppen ausbreiten. Experte Daniel Trepsdorf erklärt, was Megalandkreise damit zu tun haben,
in: Neue Zürcher Zeitung v. 13.04.

Martin KAUL interviewt Daniel TREPSDORF, der in seiner Analyse dem linksliberalen Denkmuster verhaftet bleibt.

"Die Kinderklinik in Wolgast sollte geschlossen werden. Das war die einzige Kinderklinik im weiten Umfeld in einer der strukturschwächsten Regionen Deutschland. Der Protest gegen diese Pläne war natürlich ein identitätsstiftendes Projekt in der Region. Der AfD-Landtagsabgeordnete Ralph Weber hat im Prinzip über den Kampf um die Kinderklinik sein Mandat gewonnen",

erklärt uns TREPSDORF und fordert deshalb ein "Democracy Mainstreaming", ein dämlicher Begriff, der sogleich mit dem neoliberalen Projekt des Gendermainstreaming assoziiert wird. Dass die Ökonomisierung des Sozialen die Ursache sowohl der Schließung von Kliniken als auch der Durchsetzung von wahnwitzigen Gebietsreformen ist, wird im Artikel dagegen nicht klargemacht.

Fazit: Allein die typisch linksliberale Eliten-Sprache wird kaum dazu führen, dass politische Maßnahmen als vertrauenserweckend wahrgenommen werden können Diese Sprache, die dem neoliberalen Denkmuster entstammt, ist derart selbstverständlich geworden, dass alternative Sichtweisen gar nicht mehr ins Bewusstsein unserer Eliten gelangen können.

Fazit: Die Linke ist unfähig eine angemessene Sprache für das zu finden, was in diesem Land schief läuft. Sie läuft damit Gefahr, den Rechten die Meinungshoheit gedankenlos zu überlassen. Predigten an die eigene Glaubensgemeinschaft blockieren Änderungen, statt sie zu fördern. 

 
       
   

HAGELÜKEN, Alexander (2018): Chefökonom des Nordens gesucht.
Gabriel Felbermayr gilt als ein, aber nicht als der einzige Kandidat für das Institut für Weltwirtschaft,
in: Süddeutsche Zeitung v. 13.04.

Die FAZ sähe gemäß Alexander HAGELÜKEN den neoliberalen Ökonomen Gabriel FELBERMAYR vom Ifo-Institut, der gerade die regionale Ungleichheit in Deutschland verharmlost hat, gerne als neuen Leiter des Kieler Instituts für Weltwirtschaft. Damit würde der Chor der deutschen Wirtschaftsinstitute noch ein einstimmiger.

 
       
   

RICHTER, Sabine (2018): Reif für die Insel.
Nach der Hafencity entsteht an der Elbe ein weitere Stadtteil. 6.000 Menschen sollen dort wohnen, mehr als 16.000 einen Arbeitsplatz haben. Das Großprojekt war lange heftig umstritten, doch dann wurde ein Kompromiss gefunden,
in: Süddeutsche Zeitung v. 13.04.

 
       
   

Die Altersvorsorge in der Schweiz in der Debatte

Werner ENZ & Hansueli SCHÖCHLI (2018): Die BVG-Vollversicherung lebt weiter.
Alle fünf verbliebenen Anbieter wollen gemäss eigenen Angaben im Schweizer Markt präsent bleiben,
in:
Neue Zürcher Zeitung v. 13.04.

 
       
   

Das Single-Dasein in China

BERNDT, Christina (2018): Enkel aus der Kältekammer.
Baby in China wird vier Jahre nach dem Tod der Eltern geboren,
in: Süddeutsche Zeitung v. 13.04.

 
       
   

12.04.2018

 
       
   

DESTATIS (2018): Ausländische Bevölkerung wächst im Jahr 2017 um 5,8 %,
in:
Pressemitteilung des Statistischen Bundesamts v. 12.04.

"Zum Jahresende 2017 waren rund 10,6 Millionen Personen mit ausschließlich ausländischer Staatsangehörigkeit im Ausländerzentralregister (AZR) erfasst. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes (Destatis) stieg die Zahl der registrierten Ausländerinnen und Ausländer damit um rund 585 000 beziehungsweise 5,8 % gegenüber dem Vorjahr. Damit befand sich das Wachstum der ausländischen Bevölkerung auf dem Niveau des Jahres 2013, vor Beginn der Flüchtlingskrise. Langfristig betrachtet lag der Zuwachs der ausländischen Bevölkerung über dem durchschnittlichen Anstieg der letzten 10 Jahre (+ 388 000). Für die Entwicklung der Ausländerzahlen nach dem AZR im Jahr 2017 waren zwei Faktoren ausschlaggebend: Einerseits ein deutlicher Rückgang der Zuwanderung aus Staaten außerhalb der Europäischen Union (Drittstaaten) und andererseits eine bereits länger anhaltende steigende Zuwanderung aus der Europäischen Union (EU), vor allem aus den Staaten der EU-Erweiterungen seit 2004",

meldet das Statistische Bundesamt. In der aktuellen 13. koordinierten Bevölkerungsvorausberechnung des Amts ist man von einem Rückgang auf 400.000 Zuwanderer im Jahr 2017 ausgegangen. Die tatsächliche Entwicklung liegt weit über den Annahmen für die Varianten starke Zuwanderung!

In einer Ergänzung weist das Statistische Bundesamt zwar darauf hin, dass die Zahlen auch Nachmeldungen für vorangegangene Jahre enthalten. Das dürfte jedoch nichts daran ändern, dass die Bevölkerungsvorausberechnung eine zu niedrige Zuwanderung angenommen hat.

Auch die Geburtenentwicklung wurde vollkommen falsch eingeschätzt.

Wann also reagiert das Statistische Bundesamt endlich und korrigiert seine völlig überholten Zahlen zur künftigen Bevölkerungsentwicklung?

 
       
   

DRIBBUSCH, Barbara (2018): Bloß nix Soziales,
in: TAZ v. 12.04.

 
       
   

BREYTON, Ricarad & Thomas VITZTHUM (2018): "Linke ist im Osten anders aufgestellt".
Brandenburgs CDU-Chef Senftleben erklärt, warum er eine Koalition mit Linkspartei oder AfD nicht ausschließt. Er verweist auf die Besonderheiten seines Landes,
in: Welt v. 12.04.

 
       
   

11.04.2018

 
       
   

PFEIFFER, Hermannus (2018): Profit mit der Pflege.
Warum internationale Finanzgesellschaften in deutsche Altersheime investieren,
in: Neues Deutschland v. 11.04.

 
       
   

PAUL, Reimar (2018): Vier Millionen Euro für eine Hochzeit im Harz.
Niedersachsen: Fusion von vier Tourismusorten vorgeschlagen,
in: Neues Deutschland v. 11.04.

Reimar PAUL berichtet über den Wunsch des SPD-Bürgermeisters von Braunlage, der seine Gemeinde mit den Orten Bad Lauterberg, Bad Sachsa und Walkenried fusionieren möchte, um vom Land Niedersachsen mehr Geld zu erhalten:

"Grote hat (...) ausgerechnet, dass eine neue Groß-Kommune mit dann rund 28.000 Einwohnern dank der Schlüsselzuweisungen des Landes Niedersachsen vier Millionen Euro mehr Einnahmen hätte, als die vier Orte bislang zusammen haben".

Aufgrund der Wiedervereinigung verlor die strukturschwache Region durch Abwanderung viele Bewohner - was sich aufgrund der neoliberalen Politik und kommunalen Standortwettbewerben weiter fortsetzt. Der demografische Wandel ist hier Folge und nicht Ursache der Misere wie es gerne dargestellt wird.

"In Bad Lauterberg lebten 1972 rund 15.000 Menschen, jetzt sind es noch 10.000, bis zum Jahr 2030 ist ein Rückgang der Einwohnerzahl um weitere zweitausend Bürger prognostiziert",

erklärt uns PAUL. Seriös wäre es gewesen, die Einwohnerzahl im Jahr 1990 zu nennen, denn schließlich soll der Wegfall der Zonenrandförderung schuld am Rückgang gewesen sein. Tatsächlich schrumpfte die Gemeinde bereits zu DDR-Zeiten. Die Wiedervereinigung führte zu einem kurzem Boom der Einwohnerzahlen, bevor der Schrumpfungsprozess weiter ging.

Der Vorstoß ist nicht zufällig, sondern weil derzeit der Bürgermeisterposten in Bad Sachsa vakant ist. Bereits 2014 war ein Zusammenschluss von Bad Sachsa mit Walkenried gescheitert. Von der nun vorgeschlagenen Fusion wären zwei Landkreise betroffen, weil Braunlage zum Landkreis Goslar gehört. Die anderen Gemeinden sollen nach der Fusion dem Landkreis Goslar zugeschlagen werden.

 
       
   

BRÜSS, Manfred (2018): Grüne warnen vor "prekärem Altersübergang",
in:
versicherungsjournal.de v. 11.04.

 
       
   

KROHN, Philipp (2018): Bafin will Provisionsgrenze für Versicherungsmakler.
Finanzaufsicht bemüht sich um höhere Überschussbeteiligungen für Lebensversicherte,
in: Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 11.04.

Die SZ berichtete gestern bereits über den Vorschlag der Bafin. Philipp KROHN bringt neben der Kritik von Grünen und Verbraucherzentrale, die Verteidigung der Versicherer, die auf Großbritannien verweisen. Dort würde ein Provisionsverbot die Geringverdiener von der Beratung ausgeschlossen. Da stellt sich eher die Frage, inwiefern Geringverdiener durch eine Beratung überhaupt profitieren können. Geringverdiener wären am besten bei der gesetzlichen Rente aufgehoben, statt als Renditeobjekt für die Versicherungsbranche herhalten zu müssen!

 
       
   

10.04.2018

 
       
   

Antonia Baum - Stillleben

SCHLOEMANN, Johan (2018): Das Kinderthema.
Antonia Baum ist Mutter geworden. In ihrem neuen Buch berichtet die Autorin freimütig: Erst dadurch hat sie gemerkt, dass sie in einer Gesellschaft lebt,
in: Süddeutsche Zeitung v. 10.04.

Man muss wahnsinnig sein, heute ein Kind zu kriegen hieß ein FAS-Artikel von Antonia BAUM im Januar 2014. Nun hat sie ein Kind bekommen, weshalb ihr Buch auch ein Ausdruck der Reduzierung einer kognitiven Dissonanz ist. Als ZEIT-Autorin befindet sie sich mit ihrem Konvertitentum in bester Gesellschaft. Konvertiten sind mitunter nervige Missionare, die ihre Sichtweise mit der einzig möglichen Realitätswahrnehmung verwechseln.

SCHLOEMANN ordnet das Phänomen unter die Bezeichnung "Regretting Motherhood" ein, wobei dies Unsinn ist, denn wer die Debatte verfolgt hat und dann noch ein Kind bekommt, der weiß auf was er sich einlässt - erst Recht, wenn sie selber wie BAUM in diese Debatte eingegriffen hat.

Wer erst durch eine Mutterschaft/Vaterschaft merkt, dass sie/er in einer Gesellschaft lebt, der spinnt eine traditionelle Erzählung fort, die Erwachsenwerden mit Elternschaft gleich setzt. Oder wie es SCHLOEMANN formuliert: "des Daseins  unendliche Kette". Eine solche Sicht spricht Kinderlosen per se Verantwortungsbewusstsein und Erwachsenwerden ab, weshalb das Narzissmus-Motiv in der Rezension eine zentrale Rolle spielt.

Lernen kann man an dem Beispiel, dass die Kinderwunschforschung, die Einstellungen aus Befragungen destilliert, dem jeweiligen Zeitgeist aufsitzt. Wer in Zeiten der Kinderlosen-Debatten sozial erwünschte Antworten liefert, der behauptet in Zeiten der Babyboom-Debatten das genaue Gegenteil!

Lernen kann man auch wie Einstellungen zu Hindernissen werden können, wenn sich das Verhalten geändert hat:

"allein und alleinverantwortlich mit dem Säugling in der Wohnung zu sitzen, während die anderen draußen arbeiten - in einer Berliner Wohnung noch dazu, die eigentlich nicht direkt auf eine Elternschaft hin bezogen wurde: viele Treppen ohne Aufzug, bedauernswerte bis unangenehme Nachbarn und drumherum »eine schlechte Gegen, in der ich mir ein bisschen anders vorkommen konnte«, wie sie sich seinerzeit gedacht hatte, um sich von ihren liberalen, privilegierten, ökologisch bewussten Mittelschichtsgenossen abzuhaben".

 
       
   

BMAS (2018): Statistik zur privaten Altersvorsorge (Riester-Rente),
in: bmas.de v. 10.04.

WENIG; Mirko (2018): Riester-Rente 2017 mit schwächstem Vertragswachstum seit ihrer Einführung,
in: versicherungsbote.de v. 10.04.

 
       
   

FROMME, Herbert (2018): Aufsicht will Provisionen begrenzen.
Lebensversicherer sollen nur noch vier Prozent der Beitragssumme an Vermittler auszahlen dürfen. Davon könnten auch die Kunden profitieren - es geht um insgesamt sieben Milliarden Euro,
in: Süddeutsche Zeitung v. 10.04.

Herbert FROMME berichtet über die Meinung von Frank GRUND (Bafin), der im Vorfeld eines Evaluierungsberichtes zum Lebensversicherungs-Reformgesetz aus dem Jahr 2014, den Politikern mit seinem Vorschlag den Wind aus den Segeln nehmen möchte und damit eine "harte Deckelung" von Provisionen weiter in die Zukunft verschieben hilft. Kunden dürfen  von der Politik oder gar der Bafin als Schutzmacht der Anbieter von Altersvorsorgeprodukte nichts erwarten. Da die Lebensversicherer bei den Gesetzen immer mitschreiben, sind Lücken zur Umgehung von Deckelungen bereits eingeplant!

 
       
   

KROHN, Philipp (2018): Altersvorsorge ohne Versicherung.
Die schwierige Lage der Versicherer wirft die Frage auf, ob sie noch zur Lösung der Rentenprobleme beitragen können. Längst werden andere Modelle diskutiert,
in: Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 10.04.

"Anfang des Jahres war das öffentliche Ansehen der Assekuranz auf einem gefühlten Tiefpunkt. Ein ehemaliger Versicherungsmanager hatte ein kritisches Buch über die Altersvorsorge geschrieben, das Fernsehen breitete ihm den roten Teppich",

meint Philipp KROHN, der sich das besagte Buch Alt, arm und abgezockt von Sven ENGER bereits Ende Januar in einer Rezension vorknöpfte. Das Insiderwissen bewertet er als "inzwischen zum Teil überholt", formuliert das aber vorsichtig im Konjunktiv. Als Verteidiger der Riester-Rente wird deren Namensgeber zitiert.

Die Deutschland-Rente wird von den Grünen verteidigt. Deren Vertreter sitzen inzwischen auch in der Verbraucherzentrale.

Das letzte Viertel liest sich dann wie von einer PR-Agentur der Allianz Lebensversicherung verfasst. Das allerletzte Wort hat dann aber wieder RIESTER, der mit Blick auf 2025 droht, dass aufgrund der Arbeitsmarktlage dann die private Altersvorsorge zur wichtigeren Säule werde. Man wird sehen, was 2025 wirklich Realität ist! 

 
       
   

PETERSDORFF, Winand von (2018): Was ist mit den Männern los?
Dramatischer Rückgang der Erwerbsbeteiligung,
in: Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 10.04.

 
       
   

WEILER, Wolfgang (2018): Riester neu denken.
Gastkommentar: Die Riester-Verträge müssen nicht nur bei den Produkten, sondern auch bei der Förderung einfacher werden,
in: Handelsblatt v. 10.04.

Der Chef-Lobbyist der Versicherungswirtschaft will bei der anstehenden Gesetzgebung zur kapitalgedeckten Altersvorsorge mitreden, ansonsten enthält der Beitrag die üblichen Forderungen. Zudem präsentiert er Zahlen, die die Altersvorsorge schönreden:

"Nur gut 20 Prozent der Haushalte - so eine Analyse des Sachverständigenrats - sparen nicht ausreichend, um die reformbedingten Rentenlücken zu schließen."

So etwas ist eher Sterndeuterei, denn abgerechnet wird am Schluss! Man denke nur an die vollmundigen Renditeversprechungen der Versicherungswirtschaft und ihrer willigen Helfer in Wissenschaft und Medien Anfang des Jahrtausends.

 
       
   

BUTTERWEGGE, Christoph (2018): Frappierende Ähnlichkeiten.
Standortnationalismus als ideologisches Bindeglied zwischen Neoliberalismus und Rechtspopulismus,
in: Neues Deutschland v. 10.04.

 
       
   

BARON, Christian (2018): Wo kommt er nur her, dieser Hass?
"Rechts gewinnt, weil Links versagt" - Roberto J. De Lapuente kritisiert in seinem Buch die Schwachstellen der Linken,
in: Neues Deutschland v. 10.04.

Christian BARON kritisiert das Buch Rechts gewinnt, weil Links versagt weil der Kollege die internen Machtkämpfe in der Linkspartei seiner Meinung nach nicht korrekt darstellt. Ob deshalb die These falsch ist, ist jedoch eine ganz andere Frage, denn kein Normalo interessiert sich für innerparteiliche Meinungsverschiedenheiten, sondern entscheidend ist die Wahrnehmung der Politik einer Partei und da schneidet die Linkspartei momentan schlecht ab. Insbesondere im Osten steht sie wie die SPD für die Demografisierung gesellschaftlicher Probleme und damit für Neoliberalismus. Dass sie nun urbane Kosmopoliten als Zielgruppe im Westen entdeckt hat, macht die Sache nicht besser.

Andererseits: Wer will ein weiteres Buch über das Versagen und die Tristesse der Linken lesen? Taten statt Abrechnungen wären jetzt gefragt.  

 
       
   

Die Altersvorsorge in der Schweiz in der Debatte

FERBER, Michael (2018): Welche Qualität hat die Pensionskasse?
NZZ-Serie Vorsorgen mit der Pensionskasse (3): Vor allem vor freiwilligen Einzahlungen ist eine Prüfung der eigenen Vorsorgeeinrichtung wichtig,
in: Neue Zürcher Zeitung
v. 10.04.

 
       
 

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Zu den News vom 01. - 09. April 2018
 

       
   
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Bernds@single-dasein.de Stand: 10. Mai 2018