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Medienrundschau:

News zum Single-Dasein

 
   
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Medienberichte über single-dasein.de
 
 
 
   

News vom 15. - 28. Februar 2010

 
 
     
 
   

Zitat des Monats:

"Wir können so unschlagbar sein zusammen und diese linksresignative Kulturszenenscheiße auf eine Weise aufmischen, die allen den Schweiß auf die Stirn treibt."
(aus: Helene Hegemann "Axolotl Roadkill"  2010, S.180)

 
 
 
Ab sofort finden Sie auf der Website www.single-luege.de einen monatlichen Rückblick auf das Single-Dasein im Spiegel der Medien. Auf einer Seite übersichtlich zusammengefasst und verlinkt.

Den aktuellen Rückblick November 2009 finden Sie hier.

 
       
     
     
     
     
     
     
     
   
  • Helene Hegemann - Axolotl Roadkill

    • LIPPITZ, Ulf (2010): Lässt er Helene Hegemann rein
      Sven Marquardt, Türsteher des Berliner Clubs Berghain, über seine Einlasspolitik,
      in: ZEIT-Magazin Nr.9 v. 25.02.
    • KRAUSE-BURGER, Sibylle (2010): Die Legende von der frommen Helene.
      Das große Theater um den Roman "Axolotl Roadkill" belegt die Langeweile der Literaturkritiker,
      in: Tagesspiegel v. 25.02.
      • Anmerkungen:
        Jeder darf mal in die Zeitung! Wer findet die jüngste zukünftige Autorin heißt das neue Lieblingsspiel der HEGEMANN-Kritiker. Die schäumende Dorothea DIECKMANN prophezeite eine 13Jährige. Die taz konterte mit einer 12Jährigen und KRAUSE-BURGER wettet auf eine 7Jährige. Alle viel zu alt: demnächst schreibt bereits ein Fötus seine Memoiren aus dem Mutterleib! Und die Talkshow wird direkt aus dem Uterus gesendet: Dort unterhalten sich seine Geschwister über ihren frühreifen Altersgenossen.
 
   
  • KRÜGER, Isabel (2010): Überalterung im Osten.
    Das Statistische Bundesamt stellt bedrohliche Zahlen vor: Die Bevölkerung im Osten Deutschlands wird in den kommenden 50 Jahren schneller zurückgehen als der Westen des Landes,
    in: Tagesspiegel v. 24.02.
 
   
  • Helene Hegemann - Axolotl Roadkill

    • MÜLLER, Lothar (2010): Das Drama des begabten Kindes.
      Das antibürgerliche Bürgertum: Nicht um eine Generation geht es in "Axolotl Roadkill", sondern um ein Mileu,
      in: Süddeutsche Zeitung v. 24.02.
      • Anmerkungen:
        Lothar MÜLLER, der gern auch mal den Untergang des Abendlandes herbei schreibt, verbindet seine Rezension des Buches mit Überlegungen zu den Hochbegabten des Bürgertums und des Anti-Bürgertums (Bohème): den Musterschülern und den Wunderkindern. MÜLLER liest das Buch nicht als Dokument eines Generationenkonflikts, sondern eines generationenübergreifenden Milieus. Sowohl das Bürgertum als auch die Bohème kennt typische Karrieren. Zum Schluss verhilft MÜLLER seinem gekränkten Milieu wenigstens in der SZ zum Punktsieg:

                    "Erstaunlich ist in diesem Fall die prompte Bereitschaft des Publikums, hinter der »Intertextualität« sogleich ästhetische Souveränität zu vermuten und mindestens Büchner, Brecht und Thomas Mann als Schutzheilige der jungen Autorin zu bemühen. Es gibt aber seit je nicht nur aus ästhetischer Souveränität und Unbedenklichkeit geborene »Intertextualität«, sondern auch die aus der Not geborene, die panische Kompilation. Ein solches Zusammenraffen aller möglichen fremden Textbausteine kann auch Wunderkindern beim Anreichern eines Manuskriptes helfen, auf dessen Fertigstellung ein Verlag - oder ein ehrgeiziger Vater - drängt."
                    Die Literaturbetriebs-Öffentlichkeit wird von MÜLLER zum Publikum degradiert. Der Leser kommt ergo gar nicht mehr vor, da ist MÜLLER ganz der Musterschüler des Bürgertums.
    • RABE, Jens-Christian (2010): Im Datenhagel der Verweishölle.
      Der Schriftsteller Thomas Meinecke über den Zusammenhang von Literatur und humpelnden Beats,
      in: Süddeutsche Zeitung v. 24.02.
    • MÜLLER, Burkhard (2010): Das Gesicht der Anonymität.
      Helene Hegemann begeht ein Eigentumsdelikt von paradoxer Art,
      in: Süddeutsche Zeitung v. 24.02.
    • GEHLEN, Dirk von (2010): Das Genie in der Krise.
      Remix, Mashup, Plagiat: Zeit für eine Begriffsklärung,
      in: Süddeutsche Zeitung v. 24.02.
    • SCHMIDT, Christopher (2010): Klau ist Klau.
      Was führen die eigentlich für ein ödes Leben? Feridun Zaimoglu über Literaturkritik, popkulturelle Missverständnisse und die Fräuleins der Saison,
      in: Süddeutsche Zeitung v. 24.02.
    • MEINHOLD, Philip (2010): Tropfende Sabberfäden.
      Die Jugend von Morgen: Das brisante Romandebüt einer Zwölfjährigen,
      in: TAZ v. 24.02.
    • WITTSTOCK, Uwe (2010): Grünbein baut ab,
      in: Welt v. 24.02.
 
     
     
   
  • WALTER, Franz (2010): Im Ausverkauf.
    Der Sozialstaat beruht auf Geben und Nehmen. Der Glauben an diesen Ausgleich ist uns abhandengekommen. Dabei profitiert auch die Mitte von einem handlungsfähigen Wohlfahrtsstaat,
    in: Welt v. 23.02.
 
   
  • Helene Hegemann - Axolotl Roadkill

    • GRÜNBEIN, Durs (2010): ""Plagiat"".
      Eine Wortmeldung,
      in: Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 23.02.
      • Anmerkungen:
        "Begriffe wie Menschen, alles was nicht fühlt, dass dieses Buch jenseits der Nachprüfung steht und aller literarischen Intellektualismen. Dass von ihm jene erregende Sicherheit ausgeht, dass sich etwas Notwendiges und Neues unausweichlich auf einen zubewegt, jenes »Lawinengefühl«, wie ich es nennen möchte, das aufsteigt aus der großen amerikanischen Epik, sei es »Fänger im Roggen« oder dem Montageroman der Beatniks. Ob dabei die Handlungsorte aus der Netzliteratur oder dem Nibelungenlied stammen, das tritt wohl ganz vor dem zurück, dass jeder Satz und jeder Dialog durchatmet und durchströmt wird von der Inspiration einer großen Schöpferin",
        preist angeblich der Lyriker Durs GRÜNBEIN das Buch "Axolotl Roadkill" von Helene HEGEMANN. In Wirklichkeit handelt es sich um einen Text von Gottfried BENN, der durch die Nennung des "Fängers im Roggen" und die Beatnikromane den Anschein von Aktualität erwecken sollte.

                    "Wie du immer mal wieder »sozusagen« an Satzenden anbaust, überhaupt der Trick, mit Füllwörtern intellektuelle Sätze verworren und atemlos zu machen - beeindruckend, Mifti!" heißt es dagegen im Roman auf Seite 45 lapidar über den hochgelobten "Hegemann-Sound" (Maxim BILLER).
    • KÄMMERLINGS, Richard (2010): Das "Plagiat"-Plagiat.
      Warum haben Sie geklaut, Herr Grünbein?
      in: faz.net v. 23.02.
 
     
   
  • Sven Hillenkamp - Das Ende der Liebe

    • HILLENKAMP, Sven (2010): Müde geworden vor der Zeit.
      Die unendlichen Sex-, Drogen- und Erfolgsmöglichkeiten machen den freien Menschen unfrei,
      in: Süddeutsche Zeitung v. 22.02.
      • Anmerkungen:
        In seinem Porträt von Helene HEGEMANN, schreibt Georg DIEZ über ihr Buch "Axolotl Roadkill", dass es sich dabei um einen Nachruf auf die Berliner Bohème handele und HEGEMANN "eine Stimme des wahrhaft rebellierenden Teils ihrer Generation" sei. Der Untertitel des Artikels bringt das auf den Punkt: "Es erzählt von einer Generation, für die das Wort Freiheit bedrohlich klingt".

                    Bedrohlich klingt das Wort Freiheit jedoch insbesondere für die Anhänger der Individualisierungsprosa à la Ulrich BECK, jene Prediger der Wende zum Weniger, die wie Sven HILLENKAMP der Wahlfreiheit das Wort reden, als ob wir nicht längst in einer neuen Klassengesellschaft leben würden, in der Wahlfreiheit für viele Menschen eher nicht das Problem ist. HILLENKAMP spricht für die Elite der Erbengeneration, für die die Ehe keine Sache der Romantik, sondern der Vernunft - sprich der Verteidigung des Besitzstandes - ist.
                    Da für die Individualisierungsprediger die Freiheit als grenzenlose Möglichkeit erscheint - soziale Strukturen quasi außen vor lässt - wird der Freiheitsbegriff ins Absurde geführt, denn: "Alle Zusammenhänge, in die der Mensch sich begeben kann, drohen permanent mit Kündigung". Abhängigkeiten werden sozusagen durch die Hintertür wieder eingeführt. Freiheit ist letztlich keine Freiheit, sondern eine Fata Morgana. Schön, dass wir darüber geschrieben haben!        
 
     
     
     
     
     
     
     
   
ZEIT-Titelgeschichte:
Die Kunst des Täuschens.
Der Fall Helene Hegemann stellt die Gretchenfrage: Was ist Literatur, was geistiger Diebstahl? Die junge Autorin hat abgeschrieben und machte damit nichts anderes als Büchner, Brecht und Thomas Mann
  • RADISCH, Iris (2010): Die alten Männer und das junge Mädchen.
    Warum das männliche Kulturestablishment auf Helene Hegemann einschlägt,
    in: Die ZEIT Nr.8 v. 18.02.
  • JOFFE, Josef (2010): Über das Plagiat.
    Abgeschrieben wurde schon immer. Schlimm genug,
    in: Die ZEIT Nr.8 v. 18.02.
  • KÜMMEL, Peter (2010): Autor und Über-Autor.
    Was hat Helene Hegemann mit dem deutschen Theater zu tun? Sie hat dort gelernt, den Begriff des Urhebers neu zu definieren: Der Urheber ist nur derjenige, der uns allen das »Material« liefert,
    in: Die ZEIT Nr.8 v. 18.02.
  • GRAF, Jürgen (2010): Literatur an den Grenzen des Copyrights.
    Helene Hegemann schrieb nicht ab, sondern verfasste einen Montagetext – und sie hat berühmte Vorgänger wie Bertolt Brecht, Thomas Mann, Georg Büchner und Elfriede Jelinek,
    in: Die ZEIT Nr.8 v. 18.02.
  • MANGOLD, Ijoma (2010): "Ich bin ein bibliomanischer Schreiber".
    Ein Gespräch mit Thomas Meinecke, dem Altmeister des literarischen Samplings, über Montage, Plagiat und andere literarische Ab- und Umschreibetechniken,
    in: Die ZEIT Nr.8 v. 18.02.
 
   
  • GOLDSTONE, Jack A. (2010): Die neue Bevölkerungsbombe.
    Demografie: Alle mittelfristigen Prognosen signalisieren: Europa wird kleiner, wirtschaftlich schwächer und älter als die übrigen Regionen der Welt. An einer verstärkten Einwanderung führt daher kein Weg vorbei. Womöglich sind sogar Anreize nötig, damit Senioren auswandern,
    in: Rheinischer Merkur Nr.7 v. 18.02.
 
     
     
     
     
     
   
  • BARTELS, Gerrit (2010): Warum sich Literatur und Clubkultur nicht vertragen.
    Die Sprache der Nacht: Hegemann, Airen, Rainald Goetz,
    in: Tagesspiegel v. 15.02.
    • Anmerkungen:
      Gerrit BARTELS unternimmt anlässlich der Debatte um Helene HEGEMANN ("Axolotl Roadkill") und den "Roman Strobo" des Bloggers Airen einen Streifzug durch die (Techno-)Clubkulturromane von Rainald GOETZ ("Rave") über Martin SCHACHT ("mittendrin" und "Straßen der Sehnsucht") bis zu Rainer SCHMIDT ("Liebestänze"), nur um zu belegen, dass Literatur und Clubkultur nicht wirklich zusammenpassen. Einzig dem Roman "Geschäftsjahr 1968/69" von Bernd CAILLOUX als Erinnerung an die "Urszene der Clubkultur" und mit Abstrichen "Rave" kann BARTELS etwas abgewinnen.

                  Dumm nur, dass AIREN "Strobo" gar nicht als Roman versteht, wie er im FAZ-Gespräch mit Tobias RÜTHER erzählt:
                  "Du gehst in den Club, kommst raus und wirst langsam wieder klar, dann fallen dir die ganzen Sachen wieder ein, dann bildest du dir die Geschichte von selbst noch mal nach. Aber es ist kein Roman: Es ist (...) eine Art Live-Biographie. Wir haben gehofft, dass die Leute das auch kapieren: Es ist nicht irgendein Techno-Roman, den sich jemand ausgedacht hat, sondern echt."
                  Es handelt sich um die Schilderung von Erlebnissen, denen fälschlicherweise das Etikett "Roman" verpasst wurde, weswegen BARTELS mit seiner Kritik an "Strobo" ins Leere zielt:
                  "Die Nacht, der Exzess, das Clubben, sie alle entziehen sich jedoch immer wieder einer konsistenten Erzählung. Das Flüchtige des Pop und der Anspruch der Literatur, Beständigkeit und Dauer herzustellen, passen nicht wirklich zusammen, und eine krasse Berghain-Szene an die andere zu reihen, wie es Airen in seinem "Strobo"-Roman macht, ist auf Dauer ermüdend. Dahinter verschwindet allzu schnell die von Airen angedeutete Sehnsucht des jungen Mannes, aus seinem Dasein zwischen Unternehmensberatung (tagsüber) und den Exzessen im Berghain (nachts) endlich ausbrechen zu können. Irgendwann kennt man das Berghain, weiß, was dort passiert, man will mehr: die Begründung, warum das einer alles erzählt, worin seine Notwendigkeit besteht."
                  Wenn AIREN sein Werk als "Live-Biographie" beschreibt, dann wäre hier die Biografieforschung gefragt, denn auch Biographien haben ihre Tücken: z.B. die Sache mit der Echtheit...
 
   

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Zu den News vom 01. - 14. Februar 2010

 
 
   
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Bernd Kittlaus
Bernds@single-dasein.de Stand: 28. Februar 2010