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News vom
09. - 15. Februar 2012
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Zitat
des Monats:
Der
Hipster als Produkt des Selbsthasses
"n+1,
so der Vorwurf, sei schließlich selbst ein Hipster-Magazin
(...). Ich denke, dass der (...) Vorwurf (...) eine gewisse
Berechtigung besitzt. Der Hipster verkörpert auf fundamentale
Art und Weise einen kulturellen Trend, den wir mit der Gründung
des Magazins bekämpfen wollten. (...). Er ist zugleich Gefahr
und Versuchung, ein Feind also, mit dem wir sehr gut vertraut
sind. (...). Der subkulturelle Typus des Hipsters ist ein
Produkt des Neoliberalismus, dieser berüchtigten Strömung
unserer Zeit, öffentliche Güter zu privatisieren und die
Umverteilung von unten nach oben voranzutreiben. Die Hipster
verherrlichen reaktionäre Politik, tragen Rebellen-Kostüme und
verstecken sich hinter der Maske des »Lasters« (englisch vice,
ein Schlüsselbegriff der Szene; das gleichnamige Magazin spielt
in den USA, inzwischen aber auch in Europa eine wichtige Rolle
im Hipster-Milieu; Anmerkung des Übersetzers)."
(Mark Greif im Vorwort zu
"Hipster", 2012, S.17f.) |
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DAMBECK, Holger (2012): Psychologen halten Dating-Seiten für
untauglich.
Die Suche nach dem Traumpartner im Internet ist ein
Millionengeschäft. US-Psychologen haben Dating-Seiten jetzt
wissenschaftlich untersucht und kommen zu einem vernichtenden Urteil:
Die Versprechen der Anbieter sind kaum haltbar,
in: Spiegel Online v. 15.02.
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Generation Kinderlos - Günter Keil &
Gisela Bruschek zeigen, dass Kinderlosigkeit in keinem
Kausalzusammenhang mit Egoismus, Kinderfeindlichkeit,
Karrierefixierung oder Schmarotzertum steht
SCHMOLLACK,
Simone (2012): Guten Tag, heute schon gefickt?
Haben die jungen Unionsfreunde Langeweile? Einige
Hinterbänkler der CDU fordern eine Zwangsabgabe für Kinderlose über
25 Jahren. Kommt jetzt die Reproduktions-Stasi?,
in: TAZ Online v. 15.02.
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Die Debatte um eine Abgabe von Kinderlosen kommt alle paar
Jahre wieder auf die politische Agenda. Ob sie nun als
Rente nach Kinderzahl (zur Ideologie mehr
hier) oder Demographie-Rücklage vermarktet wird.
In der Pflegeversicherung
zahlen Kinderlose bereits heute höhere Beiträge.
Begründet wurde sie 2001 mit überhöhten Kinderlosenzahlen.
Angeblich sollten ein Drittel der 1965 geborenen Frauen
kinderlos bleiben. Seit 2008 ist es amtlich: Der
Kinderlosenanteil liegt weit unter einem Drittel. Bis heute
liegen jedoch keine wirklich aufschlussreichen
wissenschaftlichen Analysen der Daten vor. Wer bleibt
lebenslang kinderlos? Warum?
Die Broschüre
Geburten in Deutschland des Statistischen
Bundesamtes vom Januar 2012 kann man nur als Frechheit
bezeichnen. Sie ist aber symptomatisch für die
Datenaufbereitung zu Kinderlosen in Deutschland. Zur
Kinderlosigkeit (Kapitel 2.3) bekommt man keinen
Faktenüberblick in Tabellenform geliefert, sondern
lediglich Interpretationen der Kinderlosigkeit in vereinzelten
Frauenjahrgängen. Hält man die Leser für dumm? Könnten die
Leser zu anderen Schlüssen kommen als die Sachwalter?
Gab es jemals eine
Veröffentlichung über den Anteil der Kinderlosen in der
Pflegeversicherung? Wer zahlt da überhaupt? Würden sich diese
Zahlen für einen Familienwahlkampf eignen, sie wären längst
auf dem Tisch. Es herrscht aber Stillschweigen!
Kinderlose haben keine
Lobby. Die scheinbar allseitige mediale Empörung über die
Debatte, die eine
CDU/CSU-Bundestagsfraktionsgruppe angestoßen hat, täuscht
darüber hinweg. Die Debatte wird lediglich als Anlass
genommen, der eigenen bekannten familienpolitischen Position
Aufmerksamkeit zu verschaffen. Um Kinderlose geht es dabei
nicht.
Die so genannte junge
Gruppe der Initiatoren der Debatte ist sogar zu feige ihre
Vorstellungen zur geforderten Abgabe auf ihrer Webseite zu
veröffentlichen. Dazu müssten Fakten offen gelegt werden, z.
B. über die Einnahmenstruktur aus der Pflegeversicherung. Wer
zahlt die höheren Beiträge? Wer sind diese Kinderlosen? Hier
herrscht jedoch Stillschweigen. Die Fakten sind offenbar nicht
kampagnenfähig. Kann man diese Debatte überhaupt ernst nehmen?
Die Beiträge zur Debatte um
eine Sonderabgabe von Kinderlosen werden hier nicht
dokumentiert, weil zu solchen Sonderabgaben bereits alles
gesagt ist (hier,
hier,
hier und
hier). Erst wenn belastbare Fakten zur Lage der
Kinderlosen in Deutschland auf den Tisch kommen, könnte
endlich eine Debatte beginnen, in der nicht lediglich
Vorurteile und Ressentiments vorherrschen. |
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RÖSINGER, Christiane (2012): Ich. Bin. Gerne. Single.
Valentinstag-Terror: Kissenherzen, aufblasbare Herzen mit
Füßchen und Rosen, Rosen, Rosen: Am 14. Februar zeigt die Ideologie
der romantischen Liebe ihre schrecklichste Fratze. Der
Valentinstag ist eine Zumutung für Singles. Es ist
höchste Zeit, diesen Feiertag der Pärchendiktatur zu ächten,
in: Spiegel Online v. 14.02.
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WEISER, Christine (2012): Lieben.de: Die Suche nach dem großen
Glück.
Valentinstag: Die Zahl der Singlehaushalte steigt, allein
bleiben wollen aber nur die Wenigsten. Viele vertrauen bei der
Partnersuche auf das Internet,
in: Hamburger Abendblatt v. 14.02.
RITTER, Johannes (2012): Das Hauen und Stechen im Reich der Liebe.
Partnervermittlung: Am Valentinstag sucht mancher Single
nach dem richtigen Partner. Auf dem Markt für Partnervermittlungen
geht es hart zur Sache. Die Anbieter kämpfen mit allen Mitteln um die
Gunst und das Geld der Singles,
in: Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 14.02.
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SALIN, Sarah (2012): Speed-Dating - Was Frauen und Männer suchen.
Schnelle Liebe zum Valentinstag? Wenn ein "Love Angel"
das Flirten im Sieben-Minuten-Takt organisiert, kann das nur
schiefgehen. Das Speed-Dating boomt trotzdem,
in: Welt Online v. 13.02.
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HUBSCHMID, Maris (2012): Liebe per Mausklick.
Jeder zweite deutsche Single nutzt kostenpflichtige
Partnerbörsen im Internet. Die wichtigsten Tipps zum Valentinstag,
in: Tagesspiegel v. 13.02.
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Das von
Armin Nassehi herausgegebene Kursbuch "Krisen lieben" in der
Debatte
HUBER, Katja (2012): Solidarität mit den Abendländischen.
Krise: Nach vierjähriger Pause erscheint eine neue
Ausgabe des Kursbuchs. Herausgeber Armin Nassehi glaubt, dass es
Wissenschaftler gibt, die ihre Ideen auch einem größeren Publikum
verständlich machen können,
in: TAZ v. 13.02.
BISKY, Jens (2012): Ein Proseminar über Krisenrhetorik.
Zehn Essays, ein wenig Kunst und eine Erzählung - das ist
das neue Kursbuch, das 170. seit 1965, das erste, seit die legendäre
Intellektuellenzeitschrift im Jahr 2008 eingestellt wurde. Noch bevor
man recht bemerken konnte, dass da etwas fehlte, hat der Murmann
Verlag das Kursbuch wiederbelebt.,
in: TAZ v. 13.02.
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STUFF, Britta (2012):
Ein deutsches Liebesleben.
Er mag Bodybuilding, Elvis und Gedichte. Wie ein ganz
normaler Mann nach der Liebe sucht. Eine Geschichte zum Valentinstag,
in: Welt am Sonntag v. 12.02.
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POSCHARDT, Ulf (2012):
Lob des Häuserkampfes.
Ein Gespenst geht um in deutschen Städten - das Gespenst
der Gentrifizierung. Doch was ist eigentlich so schlimm an der
Aufwertung von Wohnraum? Die Investoren vollenden oft nur ein Projekt,
das Hausbesetzer begonnen haben,
in: Welt am Sonntag v. 12.02.
Ulf POSCHARDT erzählt noch einmal die nicht mehr ganz
taufrische Geschichte von den Hausbesetzern als Frühindikator
der Gentrifizierung:
"Hausbesetzungen
gehören wie Künstlerateliers zu soliden Frühindikatoren der
bevorstehenden Aufwertung einer Gegend. Ob in
München-Haidhausen, Berlin-Kreuzberg oder in Downtown
Manhattan, die Rezivilisierung der urbanen Kultur in
lebendigen, dynamischen und deshalb auch aufstrebenden
Städten beginnt mit einem Humus aus Gegenkultur, Aufstand
und Außenseitertum. Künstler, Studenten und angehende
Revolutionäre ziehen nur ungern in die Provinz oder in
schrumpfende Städte im Osten oder im Ruhrgebiet. Wo
protestiert wird, da ist eine Avantgarde am Werk, die Makler
und Investoren als zuverlässigen Indikator nutzen können."
Die Verbürgerlichung der
Hausbesetzerszene (Mutation des Hausbesetzers zum
Hausbesitzer) war im Übrigen 2001 Thema der Komödie
Was tun, wenn's brennt. Am Beispiel des Films
Notting Hill demonstriert POSCHARDT, das was
mittlerweile als
"symbolische Gentrifizierung" bezeichnet wird:
"Der Film aus dem Jahr
1999 thematisierte Gentrifizierung nicht nur, er verschärfte
sie. Nach dem globalen Kassenerfolg stiegen die Hauspreise
in Notting Hill um ein Vielfaches. Noch zwanzig Jahre zuvor
gab es dort verslumte Straßen."
Etwas antiquiert ist die
Behauptung, dass es bei der gegenwärtigen Gentrifizierung um
Gründerzeit-Altbauwohnungen geht. Das war eher das 68er-Ideal
vom Leben in den Ruinen des Großbürgertums.
Mittlerweile werden Stadtteile durch Townhouses oder durch
zu Lofts umgebaute Wohnungen in ehemaligen
Arbeiterquartieren bzw. Plattenbauten gentrifiziert. Auf
den Ruinen der Industriegesellschaft entsteht die neue
Urbanität.
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NOLTE, Barbara (2012):
"Unser westlicher Blick liefert Zerrbilder".
Die ganze Welt ist sein Zuhause, und überall schwimmt er
1000 Meter – auch in Berlin. Stararchitekt Rem Koolhaas hält Schönheit
für überschätzt. Gern würde er mal was Kleines bauen,
in: Tagesspiegel v. 12.02.
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GERLACH, Martin (2012):
Bin Single suche Wohnung,
in: Ostthüringer Zeitung v. 11.02.
GERLACH berichtet über einen Mangel an kleinen Wohnungen für
alleinlebende Studenten und Rentner:
"Im Altenburger Land gibt
es dem statistischen Landesamt zufolge 198 Einraumwohnungen
und 3252 Zweiraumwohnungen. Das ist ein verschwindend
geringer Teil angesichts von insgesamt knapp 60 000
Wohnungen in denen 22 000 Menschen allein leben. In Gera
sind es 23 000. Das ist beinahe die Hälfte aller Haushalte.
In der Dix-Stadt stehen die kleinen Wohnungen nicht lange
leer. Die Zielgruppe für diese Wohnungen ist einfach sehr
groß, sagt Wilfried Hahn, Prokurist und Leiter des
Kundenservice bei der Gewo Gera. Ein- und
Zweizimmerwohnungen seien nicht nur für junge Leute
interessant, die gerade von zu Hause ausziehen, sondern auch
für alleinstehende Senioren."
Kleine Wohnungen galten
seit den 1980er Jahren, insbesondere aber in den 1990er
Jahren, als
Alleinlebende mit Yuppies gleichgesetzt wurden, für
"Singles" als unattraktiv.
Bis in die 1980er Jahre galt in der Wohnungswirtschaft dagegen
Bedarf an Kleinwohnungen für Alleinlebende. Angesichts
drohender Altersarmut und Hartz-Gesetzgebung bahnt sich hier
möglicherweise ein erneuter Wandel an.
Eine Fortschreibung der
Vergangenheit liegt demografischen Analysen zugrunde, die von
einer weiteren Erhöhung der Einpersonenhaushalte ausgehen:
"Während die Gesamtzahl
der privaten Haushalte in Thüringen von 1991 bis 2009 um
rund sieben Prozent stieg, verringerte sich die
Bevölkerungszahl im gleichen Zeitraum um 13 Prozent.
Statistisch lebten somit im Jahr 2009 1,98 Menschen in einem
Haushalt. Kurz nach der politischen Wende waren es 2,45.
Etwas mehr als jeder Dritte lebt in Thüringen allein. In
Prognosen wird davon ausgegangen, dass es 2020 fast 40
Prozent sein werden."
Es gibt aber auch
begründete Zweifel an dieser linearen Entwicklung (z.B.
Andrea LENGERER): Zum einen verringert sich der
Frauenüberschuss bei den Älteren, weil sich die
Lebenserwartung der Männer erhöht und der kriegsbedingte
Männermangel entfällt, und zum anderen verändert sich die
Partnerwahl. Die Zeit des Alleinlebens im Alter könnte sich
verringern. |
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BERG, Sibylle (2012):
Die schrottreife Frau ab 50.
Frauen über 50? Die sollen doch bitte stricken und das
Haus hüten! So lautet die Botschaft von Leuten, die einen Superstar
wie Madonna dafür in die Pfanne hauen, dass sie in ihrem Alter noch
auf der Bühne steht. Was für eine sexistische Frechheit,
in: Spiegel Online v. 11.02.
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Christian Kracht - Imperium
FANIZADEH, Andreas (2012):
Die fabelhafte Welt des Christian Kracht.
Solitär-Literatur: Er sähe sich gern in einer Reihe mit
Thomas Mann, Lord Byron oder Hergé, dem Schöpfer von "Tim und
Struppi". Nächste Woche erscheint Christian Krachts vierter Roman,
"Imperium",
in: TAZ v. 11.02.
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VOGEL, Carsten (2005): Der realistische Romantiker.
Ihr zehnjähriges Bandjubiläum feierten Kettcar im Dezember noch im
Gleis 22. Ort des allerersten Konzertes. Jetzt legt das Quintett das
vierte Album vor. "Zwischen den Runden" ist stark beeinflusst von der
Akustik-Tour, die die Hamburger 2009 gestartet haben. Unser Redakteur
Carsten Vogel sprach mit Sänger Marcus Wiebusch über
Streicherarrangements, Serien und Sabberfäden,
in: Westfälische Nachrichten v. 11.02.
Marcus WIEBUSCH,
Sänger der Band kettcar, u. a. zur Rolle des Künstlers
im Gentrifizierungsprozess:
"Gentrifizierung
ist in Hamburg ein großes Thema. In dem Song
»Schrilles, buntes Hamburg« wird das Thema zwar
gestreift, aber in erster Linie geht es um
Verwertungslogiken und die Rolle des Künstlers in der
modernen Gesellschaft. Ich zeichne in dem Lied ein bitteres
Bild: Es wird sowohl der Ausverkauf thematisiert als auch
das düstere Szenarium, dass man in der Hafencity oft
Kunstevents veranstaltet, um gleichzeitig Perlenkettenpläne
zu erfüllen. Gentrifizierung spielt
dabei insofern eine Rolle, als dass Künstler immer zuerst
auch sogenannte first mover sind, die in solche maroden
Viertel ziehen und es damit aufwerten. Wenn ich es
politisch formulieren müsste, würde ich sagen, das wir alle
– mit den Politikern zusammen – , einen Zeitgeist
schaffen sollten, der das Grundübel Verwertungslogiken in
Frage stellt und die Rolle der Kunst anerkennt. Das ist in
dieser Stadt mit seinem Leuchtturmprojekt »Elbphilharmonie«
zusehends schwieriger. Deshalb unterstützen wir auch die
Bewegung »Recht auf Stadt«“.
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STATISTIK AUSTRIA (2012): Geburten 2011 mit - 0,8 % leicht im Minus.
Nur zwei Bundesländer verzeichnen Geburtenplus,
in: Statistik Austria v. 10.02.
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GARTENSCHLÄGER, Lars (2012): Wo die Liebe hinfällt.
Der 1. FC Köln probiert sich nun auch als Partnerbörse und möchte
seine Anhänger verkuppeln,
in: Welt v. 10.02.
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Hipster-Musik: Oder der Wandel der Rolle des Künstlers im
Gentrifizierungsprozess anhand zweier deutscher Übersetzungen
eines Vortrags von Jace CLAYTON alias DJ Rupture
DIEDERICHSEN, Detlef (2012): Einfach mal tiefergelegt.
Cumbia: Die Musik der afrikanischen Sklaven in Kolumbien feiert ein
Revival in der europäischen Clubszene. Zwei Alben dokumentieren die
Entwicklung des Genres,
in: TAZ v. 10.02.
Detlef DIEDERICHSEN stellt
Cumbia-Musik vor, die seit fast einem halben Jahrzehnt - durch
trendige Hipster gepusht - ihren globalen Siegeszug angetreten
hat. Spätestens 2009 als Jace CLAYTON alias DJ Rupture in der
New School in New York einen Vortrag über Die
Vampire von Lima gehalten hat, der bereits
im Oktober 2009 in der taz abgedruckt wurde und nun
in einer neuen Übersetzung von Tobias MOORSTEDT auch in dem
von Mark GREIF mitherausgegebenen Buch Hipster
erschienen ist, ist dieser Trend auch in Deutschland bekannt
geworden. Am Beispiel des peruanischen Hipstertums erklärt
CLAYTON den Siegeszug der Cumbia-Musik:
"Das peruanische
Hipstertum zeichnete sich dadurch aus, dass
Mittelschichtkids, die sich ihr Leben lang über Cumbia
lustig gemacht haben, plötzlich Partys feierten, auf denen
zu dieser Musik getanzt wurde. Das alles nur wegen einer
CD-Compilation mit dem Titel »Roots of Chicha: Psychedelic
Cumbias from Peru«. »Roots of Chicha« wurde auf Barbès,
einem von Franzosen geführten Label aus Brooklyn,
veröffentlicht. Da die alte Musik jetzt auf einem coolen New
Yorker Imprint erschien, konnten diese Kids sie in einem
neuen Licht sehen; das war nicht einfach nur
Rekontextualisierung, vielmehr war es die Erkenntnis, dass
dieser altbackene und zutiefst unhippe Aspekt ihres eigenen
peruanischen Hintergrundes in einen globalen Austausch
getreten war". (taz 17.10.2009)
"Das peruanische
Hipstertum zeichnete sich dadurch aus, dass die
Mittelklasse-Sprösslinge, die ihr ganzes Leben lang auf
Cumbia-Musik herabgeschaut hatten, nach der Veröffentlichung
des Samplers Roots of Chicha: Psychedelic Cumbias from
Peru. plötzlich zu dem Sound tanzten und feierten.
Roots of Chicha kam auf dem Label Barbès heraus,
das von Franzosen betrieben wird und seinen Sitz in Brooklyn
hat. Das coole New Yorker Label ermöglichte es den Kids,
ihre alte Musik in einem neuen (Disco-)Licht sehen: Das war
mehr als eine simple Rekontextualisierung, schließlich aren
sich alle bewusst, dass dieser unmodische und genuin unhippe
Aspekt ihrer eigenen Peruanität plötzlich Bestandteil der
globalen Stil- und Modedebatte geworden war". (aus:
Hipster, 2012, S.42)
Im Gegensatz zum schicken
Hipster-Bashing, sieht CLAYTON das kosmpolitische Hipstertum,
das ein "uncooles, ja piefiges Unterklassenphänomen"
aufgepeppt hat, durchaus positiv.
Für CLAYTON sind (in der
2012 Übersetzung von MOORSTEDT) auch nicht die Hipster schuld
an der Gentrifizierung von Szene-Vierteln, sondern die
Künstler als Pioniere:
"Es sind schließlich
nicht die Hipster, sondern die Künstler, die als
Sturmtruppen der Gentrifizierung fungieren. Und in vielen
Fällen sind es die Nachkommen der ursprünglichen Einwohner
eines Viertels, die zuerst auf die Idee kommen, dort ein
Haus zu erwerben, neue Märkte und Einkommensgruppen zu
erschließen und neue Waren zu verkaufen. Zu dem Zeitpunkt,
an dem die Hipster üblicherweise in einem Stadtteil
erscheinen, hat die Gentrifizierung längst Fahrt
aufgenommen. Die auffällige Präsenz unabhängiger kleiner
Coffeeshops, in denen weiße Kellner arbeiten, die zwar
Tätowierungen tragen, aber nur solche, die man für ein
Vorstellungsgespräch verdecken kann, ist eigentlich ein
Zeichen dafür, dass diese Gegend in naher Zukunft den Gipfel
ihrer Coolness erreicht haben wird." (aus:
Hipster, 2012, S.46)
Neubürgerliche
Gentrifizierungsbefürworter haben diese Argumentation
mittlerweile auch in die deutsche Gentrifizierungsdebatte
eingeführt. In der 2009er taz-Übersetzung von Harriet
FRICKE wurde die Rolle des Künstlers im
Gentrifizierungsprozess noch anders dargestellt:
"Die vehemente
Anti-Hipster-Haltung ist ein eher uncooler Ansatz, vor allem
auch in der Gentrifizierungsdebatte. Künstler sind nicht die
Stoßtrupps der Gentrifizierung. Bevor sich die Künstler
überhaupt überlegen, in ein bestimmtes Viertel zu ziehen,
sind es in vielen Fällen die Kinder seiner ursprünglichen
Bewohner, die sich abmühen, dort Häuser zu kaufen und neue
Märkte, neue Einkommensgruppen und neue Verkaufsstandorte zu
erschließen. Wenn der Hipster dann tatsächlich im Viertel
auftaucht, ist der Gentrifizierungsprozess längst in vollem
Gang. Und die Präsenz von coolen, unabhängigen Coffeeshops,
deren Personal aus weißen Bedienungen mit Tätowierungen, die
man leicht bei einem Bewerbungsgespräch verstecken kann,
besteht, bedeutet nur, dass ein Viertel bald den Gipfel
seiner Coolness erreicht haben wird."
Hat hier etwa der gedrehte
Zeitgeist die Übersetzung beeinflusst? Wir erinnern uns: 2009
hob in Deutschland die Gentrifizierungsdebatte an und in
Hamburg wandten sich
Künstler gegen die Aufwertung des Gängeviertels. Schwammen
die Künstler damals auf einer Woge der Sympathie, so hat sich
das
im Sommer 2010 geändert und die neubürgerlichen
Gentrifizierungsbefürworter haben inzwischen die Oberhand
gewonnen. |
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Nina Pauer - Wir haben keine Angst
MAURER, Marco (2012): Verschwörung der Vollbärte.
Schmerzensmänner: Identitätskrise durch weinerliche Popsänger? Die "Zeit"-Autorin
Nina Pauer macht es sich allzu einfach und entwirft Rollenbilder von
vorgestern,
in: TAZ v. 09.02.
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Mark Greif u.a. - Hipster: eine transatlantische Debatte
KAUBE, Jürgen (2012): Der Weltgeist im Turnschuh.
Wie man eine Subkultur zur zeittypischehn Elite stilisiert: Ein
Sammelband widmet sich dem Phänomen "Hipster",
in: faz.net v. 09.02.
WILD, Beate (2012): Besserwisser in Röhrenjeans.
Warum sind die Hipster die Buhmänner der Nation? Warum erkennt man
in YouTube-Videos den wahren Kern der menschlichen Existenz? Und wie
war es im Occupy-Wallstreet-Lager in New York wirklich? Mark Greif,
einer der intellektuellen Köpfe der USA, erklärt in den
Kammerspielen den Münchnern die Gegenwart,
in: sueddeutsche.de v. 09.02.
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Mark Greif -
Rappen lernen
HARTMANN, Andreas (2012): HipHop is not dead,
in: Jungle World Nr.6 v. 09.02.
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Kraftklub -
Mit K
HENSEL, Jana (2012): Ich bin ein Verlierer, Baby!
Die Band Kraftklub holt den ostdeutschen Diskurs aus dem Museum
heraus und bringen ihn dorthin zurück, wo er hingehört: auf die
Straße,
in: Freitag Nr.6 v. 09.02.
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[ zum Seitenanfang ]
Zu den News vom 01. -
08. Februar 2012
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Bitte beachten Sie:
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