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Medienrundschau:

News zum Single-Dasein

 
       
   
News 01.-06. Juni 2018
News 25.-31. Mai 2018
News 19.-24. Mai 2018
News 15.-18. Mai 2018
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News 05.-08. Mai 2018
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News 01.-08. Februar 2018

News 1/2018
News 2000-2017

 
 
   
Medienberichte über single-dasein.de
 
 
 
   

News vom 07. - 13. Juni 2018: [07.06.] [08.06.] [09.06.] [10.06.] [11.06.] [12.06.] [13.06.]

 
 
     
 
   

Zitat des Monats:

Slacker und kinderlose Karrierefrauen als Infragestellung des herrschenden Arbeitsethos

"Der Typ Slacker inkarniert eine Verweigerungshaltung, die bisher Männern vorbehalten war: der Faulenzer oder Antiheld, der seine Arbeitskraft der Gesellschaft nicht in den vorgezeichneten Bahnen zur Verfügung stellt. Oft als infantil, unsozial und verantwortungslos abgewertet, stellt er mit seinem Verhalten das vorherrschende Arbeitsethos infrage (...). Frauen konnten keine Slacker sein, denn selbst wenn sie sich dem Arbeitsleben entzogen, hatten sie eben noch ihre Arbeit als Mutter. Sie konnten die Familie nicht hinter sich lassen wie der Mann, der dafür auch noch als Abenteurer gefeiert wurde (...) Trat doch mal eine Slackerin in einem Roman oder Film auf, wurde diese Figur tragisch inszeniert (....). Aber langsam wendet sich das Blatt, wie Frauengestalten wie Lena Dunham (...). zeigen.
Vielleicht ist dies ein Angebot für ein neues weibliches Rollenvorbild: (...) die Slackerin, die zu ihren eigenen Bedingungen produktiv werden möchte (...)  und dabei in ein Netzwerk einer Verantwortungsgemeinschaft mit Kinderlosen und Eltern eingebunden sein kann. (...). 
Frauen mit und ohne Kinder werden gegeneinander ausgespielt. Die einen sollen die Mehrfachbelastung stillschweigend ausbaden, die anderen gelten als hedonistische oder verhärmte Sündenböcke. Es ist ein Ablenkungsmanöver, sodass wir nicht Strukturen hinterfragen und verändern, die uns alle unfrei machen. Das ist wohl auch der Grund, warum die kinderlose Frau als ein solches Schreckgespenst dargestellt wird: denn sie hinterfragt die Gleichsetzung von Weiblichkeit und selbstloser Fürsorglichkeit und gefährdet somit den Kleinfamilienkäfig der geschlechtlichen Arbeitsteilung.
"
(Sarah Diehl "Mutterschaft und Fürsorge als Dienst an der Leistungsgesellschaft". In: Felix Klopotek & Peter Scheiffele (Hrsg.)(2016): Zonen der Selbstoptimierung, Berlin: Matthes & Seitz, S.196ff.)

 
       
       
   

 13.06.2018

 
       
   

PÖZSCH, Olga (2018): Aktueller Geburtenanstieg und seine Potenziale,
in: Wirtschaft und Statistik, Heft 3 v. 13.06.

Olga PÖTZSCH bietet lediglich die übliche restriktive Bewertung des Geburtengeschehens. Dennoch ist PÖTZSCH weit von jener Einschätzung abgewichen, die sie noch vor kurzer Zeit geäußert hat. War bisher nur ein Geburtenanstieg bis zu den Mitte der 1970er-Jahre geborenen Frauen zugegeben worden, wird nun dagegen ein Geburtenanstieg auch für die in den 1980er Jahren geborenen Frauen angenommen. Weiterhin werden die Kinderlosen als Sündenböcke für die niedrige Geburtenrate dargestellt:

"Da (...) der Anteil ausländischer Frauen mit tendenziell höherer Fertilität an den Frauenkohorten gestiegen ist, wird sich die endgültige Kinderzahl nach ihrem Tiefststand beim Jahrgang 1968 (1,49 Kinder je Frau) erholen und bis zum Jahrgang 1974 voraussichtlich auf 1,57 Kinder je Frau steigen. Diese Stabilisierungstendenzen reichen jedoch noch nicht aus für einen weiteren kontinuierlichen Anstieg der Kohortenfertilität über 1,6 Kinder je Frau hinaus. Dafür wäre es erforderlich, dass die Kinderlosenquote deutlich unter 20 % sinken beziehungsweise die durchschnittliche Kinderzahl je Mutter deutlich über 2,0 steigen würde. Aus den bisher relativ kontinuierlichen Verläufen in der Fertilität der deutschen Frauen lassen sich keine Hinweise auf derartige Veränderungen ableiten",

meint PÖTZSCH. Angesichts der Tatsache, dass PÖTZSCH ihre Positionen in der Vergangenheit ständig räumen musste, weil sie zu pessimistisch waren, lassen sich durchaus Indizien finden, die ein Anstieg auf 1,7 Kinder pro Frau möglich erscheinen lassen.

Angesichts des drohenden Betreuungs- und Lehrermangels in Deutschland ist es geradezu fahrlässig, wenn die Potenziale des Geburtenanstiegs derart restriktiv beurteilt werden. Die desaströse Lage in Sachsen sollte eigentlich Grund genug sein, um endlich umzudenken.            

 
       
   

DROST, Frank M. & Carsten HERZ (2018): Berlin begrenzt Provisionen.
Die Bundesregierung will die Abschlusskosten der Lebensversicherungen deckeln. Gleichzeitig soll der Zinspuffer künftig langsamer wachsen,
in: Handelsblatt v. 13.06.

Zur geplanten Deckelung der Provisionen wird lediglich der seit April bekannte Vorschlag der Bafin präsentiert, mit dem härtere Regulierungen vermieden werden. Künftig soll außerdem der Höchstrechnungszins nicht mehr vom Bundesfinanzministerium, sondern von der Bafin festgelegt werden.

HERZ, Carsten (2018): Viel zu komplex.
Kommentar: Eine Deckelung der Provisionen kann nur ein erster Schritt sein. Die Assekuranzen müssen auch an ihre Kosten ran,
in: Handelsblatt v. 13.06.

SCHÄFERS, Manfred & Philipp KROHN (2018): Regierung will Lebensversicherungsmarkt klarer regeln.
Evaluierungsbericht: Reformgesetz hat nicht die erwünschten Effekte gehabt. Provisionsdeckel soll kommen,
in: Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 13.06.

SCHÄFERS & KROHN melden die Fertigstellung des Evaluierungsberichts zum 2014 in Kraft getretenen Lebensversicherungsreformgesetz (LVRG). Es geht um die Deckelung von Provisionen und die weitere Beschränkung von Gewinnabführungen:

"Entweder werde man die Ausschüttungssperre auf Gewinnabführungsverträge erweitern. Oder die Finanzaufsicht Bafin erhalte mehr Rechte, sodass sie gegebenenfalls die Verlustabdeckung effektiv durchsetzen könne",

zitieren SCHÄFERS & KROHN. Erleichterungen gibt es dagegen bei der Zinszusatzreserve, die 2011 auf Drängen der Versicherungsmathematiker eingeführt wurde. Die Erleichterungen werden nun damit begründet, dass die "Länge und Tiefe des Zinstals" damals unterschätzt worden sei. 

 
       
   

KROHN, Philipp (2018): Freiberufler legen mehr zurück.
Viele erreichen aber keine auskömmliche Altersvorsorge,
in: Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 13.06.

 
       
   

BENTELE, Verena (2018): Rente geht alle an.
Gastwirtschaft: Neues Vertrauen in die Altersvorsorge schaffen,
in: Frankfurter Rundschau v. 13.06.

Verena BENTELE, Präsidentin des VdK, plädiert für eine Stärkung der gesetzlichen Rente bei der Alterssicherung, die durch eine Stabilisierung des Rentenniveaus bei 50 Prozent und den Ausbau zur Erwerbstätigenversicherung erreicht werden soll.

 
       
   

HONNIGFORT, Bernhard (2018): Hasen und Igel in Sachsen.
Umfrage: Es reicht nicht mehr für die schwarz-rote Koalition,
in: Frankfurter Rundschau v. 13.06.

All die schönen Bürgerdialoge, die in den Mainstreammedien gehypt wurden, haben bislang nichts gefruchtet. Im Gegenteil: der SPD droht sogar ein Absturz in die Einstelligkeit! So jedenfalls das Ergebnis einer INSA-Umfrage, die im Juni durchgeführt und gestern publiziert wurde. Die AfD befindet sich weiter im Aufwind.

"Rechnerisch möglich wären Koalitionen aus CDU und Linken, aus CDU und AfD oder (...) ein Viererbündnis aus CDU, SPD, FDP und Grünen",

erläutert Bernhard HONNIGFORT die Konsequenzen der Umfrage.  

 
       
   

SPECKMANN, Guido (2018): Auch Zahlen sind politisch.
Der Autor Oliver Schlaudt kritisiert die scheinbare Objektivität von Statistiken,
in: Neues Deutschland v. 13.06.

Guido SPECKMANN stellt das Buch Die politischen Zahlen von Oliver SCHLAUDT vor, in dem der naiven Zahlengläubigkeit entgegen getreten wird:

"Evaluationen, Leistungsindikatoren, Rankings und Benchmarks - überall bestimmen Ziffern unsere Lebensrealität. Die zugrundeliegenden Vorentscheidungen und Annahmen werden aber kaum problematisiert",

schreibt SPECKMANN über ein Problem, das auf dieser Website schon seit langem als Demografisierung gesellschaftlicher Probleme kritisiert wird. Statt wie allgemein üblich die Berechnungen neoliberaler Organisationen anders zu interpretieren wie das die Linke in der Verkennung ihrer Lage immer noch tut, hilft nur die Kritik der Annahmen und Vorentscheidungen solcher Berechnungen weiter.

Gerade demografische Fakten, die uns als unabwendbares Schicksal verkauft werden, sind eine Säule des Neoliberalismus, die jedoch mit jeder neuen Fehleinschätzung und den Folgen ihrer Auswirkungen z.B. im Schulbereich, beginnt zu bröckeln. Die Linke mit ihrem Motto, dass die Welt nur anders interpretiert werden muss, um sie zu ändern, hat in ihrer neoliberalisierten Kurzsichtigkeit allzu lange den falschen Hebel bedient. Statt die Grundlagen zu hinterfragen, versucht sie irrsinnigerweise lediglich die Berechnungen in Frage zu stellen, aber nicht deren Vorentscheidungen und impliziten Annahmen. Dies geschieht nur ganz selten, z.B. wenn der Altenquotient durch einen ökonomischen Abhängigkeitsquotienten in Frage gestellt wird. Durch die Änderung eines Indikators werden plötzlich ganz andere politische Maßnahmemöglichkeiten sichtbar.

 
       
   

RIEL, Aert van (2018): Ausgegrenzte SPD-Politiker organisieren sich.
Die Plattform der Bundestagsabgeordneten Cansel Kiziltepe und Marco Bülow geht an den Start,
in: Neues Deutschland v. 13.06.

Aert van RIEL berichtet über die Progressive Soziale Plattform, ein Zusammenschluss von Politikern, die noch dem Wunschtraum nachhängen, dass die SPD sich erneuern kann. Es spricht nichts dafür, weshalb nur noch eine neue soziale Bewegung jenseits der alten Parteien etwas zu verändern vermag. Im Herbst will ein prominentes Paar der Linkspartei eine linke Sammlungsbewegung starten. Auch hier stellt sich die Frage, ob damit die Linkspartei noch zu retten ist.  

 
       
   

Die Ära Macron in Frankreich

KLINGSIECK, Ralf (2018): Stadtentwicklung abgespeckt.
Frankreichs Präsident Macron sind die ehrgeizigen Programme für Problemregionen zu teuer,
in: Neues Deutschland v. 13.06.

Über zwei Wochen später liefert nun Ralf KLINGSIECK Hintergründe zu einer Rede von Emmanuel MACRON vor Bürgermeistern, in dem es um politische Maßnahmen in Problemvierteln ging. KLINGSIECK berichtet über den im April publizierten Bericht Vivre ensemble, vivre en grand pour une réconciliation nationale, in dem der frühere Minister für Stadtentwicklung Jean-Louis BORLOO19 Maßnahmen zur Verbesserung der Lage in den sozialen Problemvierteln vorstellte.   

 
       
   

12.06.2018

 
       
   

CREUTZBURG, Dietrich & Julia LÖHR (2018): Im Zweifel lieber mehr Rente.
Deutschland gebe zu wenig Geld für Verteidigung aus, kritisiert Donald Trump. In der großen Koalition ist das ein heikles Thema. Sie erhöht lieber die Sozialausgaben,
in: Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 12.06.

CREUTZBURG & LÖHR wollen militärisch aufrüsten und instrumentalisieren dazu die Rentner! Die deutsche Kriegsindustrie soll offenbar in Zukunft die drohenden Verluste an Arbeitsplätzen in der Autoindustrie kompensieren. Der US-Präsident kommt da gerade gelegen!

 
       
   

SIEVERS, Markus (2018): Was von der Lebenspolice bleibt.
Versicherungsnehmer müssen ihre Erträge mindestens zur Hälfte versteuern,
in: Frankfurter Rundschau v. 12.06.

Markus SIEVERS erinnert an den Paradigmenwechsel im Jahre 2005 als mit einer Umstellung der Besteuerung die Altersvorsorge zum neuen Profitcenter der Lebensversicherer gemacht werden sollte. Die Kollateralschäden treffen die junge Generation besonders hart!

 
       
   

HÖLL, Susanne (2018): Das lederne Wunder von Pirmasens.
Wie der Hersteller Kennel & Schmenger dem Niedergang der pfälzischen Schuhbranche entgehen konnte,
in: Süddeutsche Zeitung v. 12.06.

Susanne HÖLL berichtet nicht wirklich über ein Wunder, sondern eher über einen Wunschtraum:

"Die Firma kämpft mit den Kosten, produziert einen Teil der Modelle in ausgesuchten Werkstätten in Ungarn. Die Qualitätskontrollen finden alle am Stammsitz in Pirmasens statt, dort wo 230 Leute beschäftigt sind. 300 in Ungarn kommen hinzu, in firmeneigenen Läden sind es noch einmal 120, zehn im mittlerweile wieder firmeneigenen Onlinehandel."

Der CDU-Bürgermeister träumt sich die Digitalisierung zurecht. Sie soll das

"ramponierte Image von Pirmasens, das zum Leidwesen der Einwohner oft als Beispiel für postindustrielle Tristesse beschrieben wird"

aufpolieren. Individualisierte Schuhprodukte aus dem 3-D-Drucker sollen die Rettung für Pirmasens werden.

 
       
   

RITZER, Uwe (2018): Alt und Neu.
SZ-Serie Gipfelstürmer: Einst prägten Unternehmen wie Grundig, Quelle oder AEG die Region  Nürnberg-Fürth-Erlangen. Dass hier später Consors, Immowelt oder Hotel.de entstanden, wissen aber nur wenige,
in: Süddeutsche Zeitung v. 12.06.

RITZER, Uwe (2018): Ein guter Nährboden.
SZ-Serie Gipfelstürmer: Wie der Wandel zum High-Tech-Standort gelang,
in: Süddeutsche Zeitung v. 12.06.

 
       
   

RIEL, Aert van (2018): Die Agenda 2010 als Kommunikationsproblem.
Berater aus dem SPD-Umfeld wollen der Partei dabei helfen, ihr Image zu verbessern, ohne viel an politischen Inhalten ändern zu müssen,
in: Neues Deutschland v. 12.06.

Aert van RIEL berichtet über eine Studie, bei der der Bock zum Gärtner gemacht wurde: Die beauftragten Werbetexter und Journalisten deuten das Problem der SPD als Kommunikationsproblem. Das ist kein Wunder, sondern klug, denn damit eröffnen sich die Berater ein lukratives Geschäftsfeld! Dabei ist eine besondere Kunst gefragt: Die widersprüchlichen Interessen der anvisierte Wählerschaft sollen mit möglichst schwammigen Formulierungen bei Laune gehalten werden. Damit wird man jedoch keinen zurückholen, denn zerstörtes Vertrauen durch gebrochene oder ungehaltene Versprechen lassen sich mit flotten Werbesprüchen nicht übertünchen!  

 
       
   

11.06.2018

 
       
   

JÖRKE, Dirk & Oliver NACHTWEY (2018): Was tun gegen Sozialchauvinismus?
Die Gegenwart: Einst war es das Ziel linker Parteien, vor allem der Sozialdemokratie, über die Veränderung der sozialen Verhältnisse auch autoritäre Einstellungsmuster einzuhegen. Diese Idee gilt es wiederzubeleben, will man einen weiteren Vormarsch rechtspopulistischer Parteien in Europa verhindern,
in: Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 11.06.

JÖRKE & NACHTWEY skizzieren zuerst den Niedergang der Sozialdemokratie in Europa. Als Ausnahme wird Großbritannien gesehen. Danach beschreiben die Autoren die Ursachen des Niedergangs als Paradox ihres historischen Erfolgs. Den Höhepunkt des Erfolgs sehen sie im Dritten Weg Ende der 1990er Jahre. Danach geht es mit dem "progressiven Neoliberalismus" (Nancy FRASER) bergab, weil eine Repräsentationslücke entstanden ist.

Die Linkspartei als Alternative links von der SPD sehen JÖRKE & NACHTWEY als Teil des Problems:

"In Deutschland ist (...) der Partei Die Linke nach der Vereinigung mit der WASG eine Zeitlang gelungen (Arbeiter und Arbeitslose an sich zu binden). Inzwischen verliert sie in diesen Segmenten der Bevölkerung wieder an Attraktivität, besonders dramatisch in den ländlichen Gebieten Ostdeutschlands."

Ihre Parteifunktionäre betrachten die Autoren als Mitglieder des linksliberalen Milieus, was wohl in erster Linie auf Katja KIPPING und ihre Anhängerschaft zutreffen dürfte. Mit KIPPING orientieren sich die Linken an den Grünen und sind dadurch zu einer urbanen Partei der Mitte geworden.

Für JÖRKE & NACHTWEY relativieren nationale Besonderheiten die Erfolgsaussichten rechtspopulistischer Parteien:

"Es sind (...) nicht nur die Ausrichtung und der Habitus der Parteien links der Sozialdemokratie, die über den Grad des Erfolges der rechtspopulistischen Parteien in Europa entscheiden. Andere nationale Pfadabhängigkeiten wie das Wahlsystem, die politische Kultur oder auch die Wirtschaftsstruktur, zu deren Bedeutung der Bremer Politikwissenschaftler Philip Manow an diesem Ort einen erhellenden Beitrag publiziert hat, sind wichtige Erklärungsfaktoren."

JÖRKE & NACHTWEY sehen bei der AfD eine Abwendung vom Neoliberalismus hin zum Sozialprotektionismus bzw. Sozialchauvinismus. Dies gilt bislang jedoch nur für die ostdeutschen Landesverbände, die mit einem Rentenkonzept punkten wollen, das die neoliberale Mainstreampresse in Alarmzustand versetzt hat, was der AfD nur nützen kann.

JÖRKE & NACHTWEY beschreiben die Einstellung der Wählerschaft, die der AfD Zulauf verschafft als "Linskautoritarismus". Diese Klientel hat die Linke vernachlässigt, indem sie sich neoliberalisiert hat. Dieses Programm beschreiben sie folgendermaßen:

"Für die Hochqualifizierten und nach Autonomie strebenden Angestellten erhöhte man die sozialpolitischen Wahlmöglichkeiten in der Lebensführung, für die gering Qualifizierten führte man mehr Methoden der Sozialdisziplinierung ein."

Diese Entwicklung wurde auf dieser Website bereits im Jahr 2004 mit "Individualisierung als Integration" kritisiert, die ihr Pendant in Tendenzen zur Post-Individualisierung fand. Die Kritik findet sich auch im Kapitel 1.2.3 Eine Festschrift gegen den Strich gelesen in dem Buch Die Single-Lüge aus dem Jahr 2006. Dort heißt es:

"Wir sind mittlerweile offenkundig weit weg vom Ideal der zweiten Moderne, wie sie von Ulrich BECK und seinen Jüngern propagiert wird. Kurzzeitig schien die "zweite Moderne" als New Economy - und damit als Individualisierung für alle - auf. Im Zeichen von Hartz I - IV steht dagegen für die nächste Zukunft ein Comeback der ersten Moderne bevor. Der entstehende Niedriglohnsektor verlangt nach Disziplinierung und nicht nach Autonomie." (2006, S.49).

Als Pionier der Post-Individualisierung galten damals insbesondere "junge Alleinlebende und Nesthocker, die bereits während der Ausbildung von Sozialhilfe leben müssen und Opfer von Individualisierungsprozessen sind (vgl. 2006, S.49). Mittlerweile haben sich diese Phänomene der Post-Individualisierung weiter ausgeweitet. Dass dieses Phänomen nun erst diskutiert wird, zeigt das Versagen der Linken in Deutschland.

JÖRKE & NACHTWEY sehen in der Strategie der Moralisierung, die im linksalternativen und linksliberalen Spektrum der Medienberichterstattung vorherrscht, keine erfolgsversprechende Strategie. Es ist jedoch zu befürchten, dass dies auf taube Ohren trifft. Die Linke ist regelrecht in Auflösung begriffen, was sie noch längst nicht begriffen hat! Sie wird es erst begreifen, wenn die AfD im ersten Bundesland mitregiert. Dies könnte schneller passieren als mancher glaubt.      

 
       
   

REUTERS (2018): Heil will höhere Mütterrente für alle,
in: Süddeutsche Zeitung v. 11.06.

Die Agenturmeldung berichtet über ein BamS-Interview von Hubertus HEIL, in dem dieser statt einer Mütterrente für kinderreiche Mütter (rund 3 Millionen betroffene Eltern) eine Mütterrente für alle (rund 10 Millionen Eltern) bevorzugt. Statt einem Punkt soll es jedoch nur einen halben Rentenpunkt geben, wodurch die Kosten annähernd gleich blieben.

 
       
   

HÜBNER, Wolfgang (2018): Ein Fall für 007.
Die Vorstandswahlen beim Leipziger Parteitag spiegelten die Zerrissenheit der Linkspartei,
in: Neues Deutschland v. 11.06.

Wie die ND bereits am Samstag vermutete, ist die Zahl der stellvertretenden Vorsitzenden von vier auf sechs Personen erweitert worden.

Das interessanteste Ergebnis ist die Wahl des neuen Bundesgeschäftsführers und dem künftigen Wahlkampfmanager der Linkspartei: Der Favorit des Akademikerflügels um Katja KIPPING, Jörg SCHINDLER, konnte sich erst in einer Stichwahl, und das auch nur mit 3 Stimmen Vorsprung gegen Frank TEMPEL durchsetzen. Nichts zeigt das Problem der Linkspartei deutlicher als diese Personalie. Im Westen mag die Partei im urbanen Milieu noch punkten können, den Osten dagegen überlässt sie kampflos der AfD! 

 
       
   

NEIßE, Wilfried (2018): Grenzen der direkten Demokratie.
Brandenburg: Die Enquetekommission "Ländlicher Raum" befasste sich mit der Bürgerbeteiligung,
in: Neues Deutschland v. 11.06.

Wilfried NEIßE berichtet über eine Anhörung der Enquetekommission "Ländlicher Raum" zur Bürgerbeteiligung. Solche Veranstaltungen sollen die Akzeptanz der politischen Entscheidungen erhöhen, sind jedoch in der Regel reine Alibiveranstaltungen, die den Frust noch weiter erhöhen, wenn die Bürger keine wirkliche Beteilung eingeräumt werden.

 
       
   

Die Altersvorsorge in der Schweiz in der Debatte

SCHÖCHLI, Hansueli (2018): Die Kapitulation der Politik.
Statt die Steuerreform zu erklären, will der Ständerat sie mit mehr Geld für die AHV versüssen,
in:
Neue Zürcher Zeitung v. 11.06.

 
       
   

10.06.2018

 
       
   

BUDRAS, Corinna & Franzsika von HAAREN (2018): Lehrermangel.
Im ganzen Land fehlen die Lehrer. In der Not verfällt der Staat in einen alten Reflex: Er will die Pädagogen mit dem Beamtenprivileg locken. Keine gute Idee,
in: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung v. 10.06.

Wo war eigentlich die FAS, als der Geburtenanstieg begann und klar sein musste, dass es einen Lehrermangel in Deutschland geben wird? Jubelte die FAS nicht die ganze Zeit, wenn bei den Lehrern gespart wurde? Jetzt werden plötzlich die schwindenden Kapazitäten in der Lehrerausbildung beklagt und es soll schnelle Abhilfe geschaffen werden. Die neoliberale Privatstiftung hat dafür schon Lösungen parat, um den Mangel zu verwalten.

Fazit: Deutschland hat den Geburtenanstieg verschlafen, auch weil die Medien aufs Aussterben fixiert waren, statt den Geburtenanstieg zur Kenntnis zu nehmen. Jetzt muss man die Folgen abfedern. Dies wird scheitern, weil die Bevölkerungsvorausberechnungen dem Geburtenanstieg weiterhin hinterher rennen, statt ihn angemessen zu berücksichtigen!

 
       
   

SCHERFF, Dyrk (2018): Arbeiten bis 72.
Eine Kommission soll die Rentenversicherung fit für die Zukunft machen. Auch wenn viele das nnicht gerne hören: Am besten wäre es, wir würden alle länger arbeiten,
in: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung v. 10.06.

Dyrk SCHERFF liefert keine neuen Fakten zum Thema. Wie wäre es, wenn lediglich die Menschen mit Akademikerberufen, die eine höhere Lebenserwartung haben, länger arbeiten müssten, statt dass eine Umverteilung von unten nach oben betrieben wird, wie das bei einer Kopplung des Renteneintrittsalters an die Lebenserwartung der Fall wäre?

 
       
   

09.06.2018

 
       
   

ZIMMERMANN, Dörthe (2018): Ich bin Hausfrau. Na und?
Versorgungsarbeit in der Familie kann glücklich machen. Aber sie muss auch politisch wie Arbeit behandelt werden,
in: TAZ v. 09.06.

 
       
   

HAGELÜKEN, Alexander (2018): Die Jungen müssen aufstehen.
Geschieht nichts, wird die nächste Generation zu viel für die Alterskasse zahlen müssen,
in: Süddeutsche Zeitung v. 09.06.

Der Babyboomer Alexander HAGELÜKEN stilisiert den Krieg der Oberschicht und der oberen Mittelschicht gegen den Rest der Gesellschaft zum Generationenkonflikt. Dazu nutzt HAGELÜKEN die Propaganda der Arbeitgeberlobby zur Rentenpolitik, ohne jedoch die Herkunft seiner Argumentation zu nennen. Dass HAGELÜKEN nicht mehr zu bieten hat als die Anzeigenkampagne der INSM in den drei Leitmedien SZ/FAZ/Welt der oberen Mittelschicht schon am Mittwoch einflüsterte, sollte eigentlich zu denken geben!

 
       
   

RIEL, Aert van (2018): Viele Kandidaten, aber nur eine Gegenkandidatur.
Auf ihrem Leipziger Parteitag könnte die Linke neue Vizechefposten schaffen, um Strömungen und Landesverbände zufriedenzustellen,
in: Neues Deutschland v. 09.06.

Droht der Linkspartei in Ostdeutschland der Absturz in die Bedeutungslosigkeit? Etliche der Kandidaten für die zweite Reihe, die auf dem Leipziger Parteitag abgenickt werden sollen, erhalten sozusagen eine Kompensation für den Verlust ihres Bundestagsmandats. Ob diese Art von Politikverständnis für mehr Glaubwürdigkeit bei den Wählern sorgt, darf bezweifelt werden, ist aber typisch für linke Parteien im Niedergangsstadium.

HARTL, Johannes (2018): Die Linke versucht's auf Bayerisch.
Will die Partei den Sprung in den Landtag schaffen, muss sie vor allem in ländlichen Gebieten zulegen,
in: Neues Deutschland v. 09.06.

In Bayern wird die urbane Linkspartei auch dieses Mal nicht in den Landtag einziehen - alles andere wäre Wunschdenken. Die AfD hat dagegen gute Chancen zweitstärkste Partei vor der SPD zu werden. Ob der Rechtsruck der FDP die Chancen auf einen Einzug ins bayerische Parlament erhöht, darüber wird im Herbst abgestimmt werden.

 
       
   

HICKMANN, Christoph (2018): Trümmerknabe.
Karrieren: Viele frustrierte Sozialdemokraten sehen in Juso-Chef Kevin Kühnert ihren neuen Heilsbringer. Doch die Frage lautet: Ist die SPD überhaupt zu retten?
in: Spiegel Nr.24 v. 09.06.

Christoph HICKMANN beschreibt Kevin KÜHNERT als Charismatiker mit undurchdringlicher Maske und vergleicht die Erwartungshaltung mit dem Hype um Martin SCHULZ vor seinem chaotischen Wahlkampf:

"Zum Faktor in der Gegenwart wird er erst dadurch, dass die Partei am Boden liegt und es außer ihm kaum noch jemanden gibt, auf den sich Hoffnung richten könnte."

HICKMANN beschreibt KÜHNERT als Linksliberalen, was im Grunde ein Synonym für die nicht mehr ganz so neue Mitte ist. Die Behauptung, dass KÜHNERT in der Sozialpolitik "ziemlich weit links" steht, muss dadurch relativiert werden, dass der Spiegel hier ziemlich weit rechts steht. Eher ist es jedoch so, dass außer allgemeiner Floskelproduktion zur Sache nicht viel gesagt wird. Einzig die Überwindung von Hartz IV wird genannt. Erneuerung sieht anders aus! Und KÜHNERT ist kein MACRON - höchstens einer im Westentaschenformat.  

 
       
   

Die Altersvorsorge in der Schweiz in der Debatte

SCHÖCHLI, Hansueli (2018): "Sternstunde" im Bundeshaus?
Der Ständerat akzeptiert die Verknüpfung von Firmensteuern und AHV-Milliarden mit grosser Mehrheit,
in:
Neue Zürcher Zeitung v. 09.06.

SCHOENENBERGER, Michael (2018): Ein Affront gegen die direkte Demokratie.
Kommentar: Steuerreform und AHV-Finanzierung im Ständerat,
in:
Neue Zürcher Zeitung v. 09.06.

 
       
   

Das Single-Dasein in Italien

MEILER, Oliver (2018): Krisengebiet.
Südliche Toskana, die ersten Junitage: Capalbio, das war immer ein Hochamt der Linken und gut betuchten Bildungsbürger. Nun gewinnen auch hier die Rechst- und Linkspopulisten. Was ist los in Italien?
in: Süddeutsche Zeitung v. 09.06.

Oliver MEILER berichtet aus dem Toskana-Städtchen Capalbio, wo die linke Schickeria bestimmt, wo es lang geht:

"»Ultima Spiaggia« (...) ist ein mythischer Ort der italienischen Linken, für Politiker, Intellektuelle, Schriftsteller, Journalisten, Verleger, Schauspieler, Stars und Sternchen aus dem Fernsehen. (...).
Sabbatini und seine Freunde, alle um die sechzig, betreiben den Strand seit dreißig Jahren. Ihre berühmte Kundschaft machte auch sie bekannt, ihre Spiaggia gehört zu den edelsten im ganzen Land, eine natürliche Schönheit. (...) Capalbio (...) hoch über dem Meer und der Via Aurelia, dreitausend Einwohner: Capalbio war ein Hochamt der Linken, zuerst vom Partito Comunista, dann vom Partito Democratico. Eine Festung der »rossi«, der Roten, vermeintlich uneinnehmbar. Sabbatini war Parteimitglied, einmal auch stellvertretender Bürgermeister. Aber nach den Parlamentswahlen im März war in Capalbio plötzlich alles anders.
Gewonnen haben auch hier vor allem die Lega und die Cinque Stelle, die neuen römischen Koalitionäre, die Populisten. Je etwa 25 Prozent. (...). Auch Sabbatini hat für die Recht gestimmt, weil er enttäuscht war (...) in einer ganz bestimmten Angelegenheit.
In Italien hört sie auf den (...) Namen »Bolkestein«. Gemeint ist damit ein Paragraf aus der Richtlinie der Europäischen Union zu den Dienstleistungen im Binnenmarkt (...) In dem Paragrafen geht es darum, dass in Zukunft auch Betreiber aus europäischen Partnerstaaten an den Ausschreibungen der Gemeinden teilnehmen können, etwa wenn die Lizenzen für die Nutzung von Strandabschnitten neu vergeben werden. 2020 soll es so weit sein. (...).
Sabatini vertrat die ganze Zunft, 30.000 Leute im ganzen Land. (...). Alle 30.000 Strandbetreiber Italiens hätten rechts gewählt, sagt Sabbatini, da sei er sich sicher."

MEILER könnte genauso gut aus Deutschland berichten. Hierzulande zeichnet sich bereits ab, was passiert, wenn die deutsche Wirtschaft im Abschwung ist.

"Italiens Linke gewinnt nur noch in den Zentren der Städte, wo die Vermögenden leben, in den hübschen Fußgängerzonen. In den Peripherien, an den Rändern der Gesellschaft, ist sie schon gestorben",

meint MELLER. Und blickt man auf die deutsche Linke, dann könnte es bald auch hier soweit sein.      

 
       
   

08.06.2018

 
       
   

GERTH, Martin (2018): Garantiert viel weniger.
Der Niedrigzins setzt der Betriebsrente zu. Allein Dax-Unternehmen haben Pensionsverpflichtungen über 380 Milliarden Euro. Pensionskassen müssen Leistungen kürzen. Beschäftigte checken mithilfe von acht Kriterien, wie es um ihre Rente steht,
in: WirtschaftsWoche Nr.24 v. 08.06.

Martin GERTH propagiert Pensionsfonds als lukrativere Alternative zu Pensionskassen als Durchführungsweg der betrieblichen Altersvorsorge. Als Kriterien für die mangelhafte Nachhaltigkeit einer Pensionskasse werden folgenden Aspekte aufgeführt:

1) Hoher Anteil an Zinspapieren, den man aus einer Tabelle eines Vermögensverwalters ersehen kann
2) Zu viele Rentenanwartschaften in ferner Zukunft
3) Zu viele Verträge mit Zinsgarantien
4) Zu viele Firmen, die als Träger einer Pensionskasse fungieren (Negativbeispiel BVV)
5) Zu hohe Altlasten ehemaliger Staatsunternehmen (Negativbeispiel Lufthansa)
6) Pensionskassen, die ihr Neugeschäft an klassischen Verträgen eingestellt haben (Negativbeispiel Bayer Pensionskasse)

An den grundsätzlichen Problemen, der Unsicherheit an den Kapitalmärkten, ändert dies nichts. Der Anleger trägt das Kapitalmarktrisiko ganz allein! Man sollte sich eher fragen, warum Unternehmen dieses Risiko nicht (mehr) tragen wollen.

 
       
   

SERRA, Jakob STROBEL Y. (2018): 'Wer verübt hier Städtemord?
Die Schlüsselindustrie des einundzwanzigsten Jahrhunderts: Marco d'Eramo besichtigt das touristische Zeitalter, stößt auf Horden in Shorts und entdeckt die schlimmste Verbrecherorganisation,
in: Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 08.06.

 
       
   

07.06.2018

 
       
   

STOCKER, Frank (2018): Inflation führt zu Ungleichheit.
Viele glauben, der Graben zwischen Arm und Reich werde immer größer, obwohl die Daten der Ökonomen das nicht hergeben. Nun stellt sich heraus: Es ist doch was dran,
in: Welt v. 07.06.

Frank STOCKER berichtet über die Ergebnisse der Studie Pro-Rich Inflation in Europe: Implications for the Measurement of Inequality, in der die Inflation als Motor der Ungleichheit untersucht wurde. Die Studie offenbart, dass der einheitliche Preisindex die Ungleichheit in Europa verschleiert:

"Fast 70 Prozent der Produkte, für die die ärmsten Bevölkerungsschichten ihr Geld ausgeben, haben sich zwischen 2001 und 2015 stärker verteuert als der Durchschnitt. Bei den reichsten zehn Prozent trifft dies dagegen nur auf rund 50 Prozent der Produkte zu."

Der in ökonomischen Studien so beliebte Gini-Koeffizient als Maßstab für die Ungleichheit berücksichtigt diesen Aspekt nicht, sodass die Ungleichheit als niedriger erscheint als sie tatsächlich für die Armen ist. 

 
       
   

CREUTZBURG, Dietrich (2018): Union will über "flexibles" Rentenalter diskutieren.
Die Rentenkommission beginnt "ohne Tabus" mit der Arbeit. Kritiker halten die Mitglieder für zu alt,
in: Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 07.06.

Dietrich CREUTZBURG präsentiert Meinungen von Herrmann GRÖHE (CDU), Marian WENDT (CDU) und Johannes VOGEL (FDP). Neue Fakten liefert der Artikel keine.

 
       
   

KROHN, Philipp (2018): Wissen fördert Altersvorsorge.
Ein Studienergebnis mit politischer Sprengkraft: Sparer legen gezielter Geld zurück, wenn sie über ihre Ansprüche im Alter Bescheid wissen,
in: Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 07.06.

Schlagzeilendichter und Artikelschreiber haben offenbar völlig verschiedene Ansichten zum Inhalt des Artikels. Philipp KROHN berichtet über eine nicht-repräsentative Studie von Andreas HACKETHAL u.a., die von zwei großen Banken unterstützt wurde. Das Ergebnis ist eher als Schlag ins Gesicht derjenigen zu sehen, die von einer säulenübergreifenden Renteninformation träumen, denn von 20.000 Teilnehmern blieben lediglich 1.061 übrig, die sich der Prozedur, die dafür nötig ist, unterzogen haben. Da es sich dabei um besser gebildete und einkommensstarke Personen im Vergleich zum Bundesdurchschnitt handelte, ist davon auszugehen, dass Geringverdiener sich kaum der Mühe unterziehen werden.

 
       
   

WASCHINSKI, Gregor (2018): Denn eins ist nicht sicher: Die Rente.
Leidartikel: Die Stärkung der gesetzlichen Rentensäule wird angesichts des demografischen Wandels nicht reichen,
in: Handelsblatt v. 07.06.

"Während heute vier Beitragszahler zwei Rentner finanzieren, werden es im Jahr 2030 nur noch drei Beitragszahler sein, Tendenz sinkend",

behauptet Gregor WASCHINSIKI. Dass dieser Altenquotient keine Aussagekraft hat, zeigt sich, wenn man die Entwicklung der letzten Jahre betrachtet. Bereits heute finanzieren keine zwei Beitragszahler die Renten eines Rentners, worüber der Nachhaltigkeitsfaktor in der Rentenformel Auskunft gibt. Dieses Verhältnis gibt die Situation viel besser wieder als der Altenquotient, denn in diesen Faktor fließt auch die Höhe der Beitragszahlungen mit ein. Der Quotient 1,93 zeigt, dass der heutige Arbeitsmarkt aus vielen Niedrigverdienern besteht. Steigende Löhne könnten dieses Verhältnis drastisch verbessern. Dies ist das eigentliche Problem!

WASCHINSKI geht es jedoch nicht um die Stärkung der Rentenversicherung, sondern um die Stärkung der kapitalgedeckten Altersvorsorge:

"Staaten mit starkem kapitalgedecktem Anteil an der Alterssicherung wie die Niederlande und Dänemark gelten international als Vorbild für ein nachhaltiges Rentensystem - und bescheren ihren Ruheständlern zugleich auch nocht deutlich höhere Leistungen als in Deutschland."

Diese Aussagen gehören ins Reich neoliberaler Mythen. Beide Länder haben aufgrund der neoliberalen Reformen mit dem Problem starker rechtspopulistischer Parteien zu kämpfen. Deutschland steht dies noch bevor! Wer glaubt, dass die deutschen Versicherer ein geeigneter Partner für die kapitalgedeckte Altersvorsorge seien, der sollte sich den gestrigen FAZ-Artikel eines ihrer dreisten Repräsentanten durchlesen!    

 
       
   

WALLRODT, Ilse (2018): Ohne Rente sehen alle ziemlich alt aus.
Bei kaum einem Thema ist so viel Ideologie im Spiel wie bei der Alterssicherung. Es ist daher schon fraglich, ob die neue Rentenkommission überhaupt eine gemeinsame Sicht dazu findet, wo die Probleme eigentlich liegen,
in: Neues Deutschland v. 07.06.

Ilse WALLRODT präsentiert erst die neoliberalen Horrorszenarien, um sie dann mit Gegenargumenten zu entkräften.

"Vertreter der Arbeitgeberseite, Teile von CDU/CSU und nahestehende Wirtschaftswissenschaftler wollen den Rentenbeginn noch weiter nach hinten schieben (...). Am weitesten gingen bislang die sogenannten Wirtschaftsweisen, die die Rente mit 71 befürworteten. Dadurch wirkt die andere Altersgrenze - 69 Jahre -, die gern genannt wird, lgiech nicht mehr so unsozial."

Da irrt sich WALLRODT gewaltig. 2012 sprach der ehemalige SPD-Wirtschaftsminister Wolfgang CLEMENT bereits von der Rente mit 80! Ganz abgesehen davon, dass manche die Regelaltersgrenze ganz abschaffen möchten. 

 
       
   

Die Altersvorsorge in der Schweiz in der Debatte

SCHÖCHLI, Hansueli (2018): Die Lösung aller AHV-Probleme.
Herausgegriffen,
in:
Neue Zürcher Zeitung v. 07.06.

Hansueli SCHÖCHLI wendet sich gegen die Idee eines staatlichen Demografie-Fonds, den der Verein Faire Vorsorge ins Spiel gebracht hat.

 
       
   

Das Single-Dasein in Großbritannien

TRIEBE, Benjamin (2018): Das süsse Versprechen der Verstaatlichung.
Kann der Staat eine Eisenbahn besser führen als ein Privatunternehmen? In Grossbritannien gewinnt diese Vermutung wieder an Boden,
in:
Neue Zürcher Zeitung v. 07.06.

 
       
 

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Zu den News vom 01. - 06. Juni 2018
 

       
   
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Bernds@single-dasein.de Stand: 12. Juli 2018