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Medienrundschau:

News zum Single-Dasein

 
   
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Medienberichte über single-dasein.de
 
 
 
   

News vom 09. - 30. November 2015

 
 
     
 
   

Zitat des Monats:

Singlemütter, weil es keine andere Möglichkeit gab

"Unerfüllter Kinderwunsch ist ein aktuelles Thema, das mehr Menschen in Deutschland betrifft, als allgemein angenommen wird. In vielen Fällen ist der fehlende Partner der Grund dafür. Bei einer Allensbach-Umfrage von 2011 gaben 40 Prozent der Kinderlosen an, (noch) nicht den richtigen Partner für die Umsetzung ihres Kinderwunsches gefunden zu haben. Die in diesem Buch porträtierten Frauen entschieden sich dafür, ihr Schicksal selbst in die Hand zu nehmen, allein aktiv zu werden und ohne Partner eine Familie zu gründen. Auch wenn diese Frauen und ihre Kinder in der öffentlichen Wahrnehmung bisher unterrepräsentiert sind, leben sie inmitten unserer modernen Gesellschaft und tragen zur Vielfalt von Lebensentwürfen und Familienmodellen bei. Die meisten dieser Frauen sind keine  »Single mothers by choice«, dieser Terminus hat sich in den USA dafür eingebürgt (etwa: freiwillige Singlemütter), sondern »Single mothers by default« (etwa: Singlemütter, weil es keine andere Möglichkeit gab)."
(aus: Anya Steiner "Mutter Spender Kind", 2015, S.10f.)

 
       
       
   

HUMMEL, Katrin (2015): Wir dachten, er weiß, was er tut.
Zwei lesbische Frauen bekommen mit Hilfe eines Samenspenders ein Kind. Doch nach der Geburt will der Mann plötzlich das Sorgerecht. Chronologie eines Albtraums,
in:
Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung v. 29.11.

 
   

WIDDER, Jonathan (2015): Mehr Optimismus wagen!
Wie die Medien die negative Weltsicht der Bürger prägen,
in:
Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung v. 29.11.

Wenn Zeitungen ein Problem sehen, dann zeigen sie auf andere Zeitungen. Dabei war das allseits gelobte SCHIRRMACHER-Feuilleton in Sachen demografischer Wandel beispielhaft für miserablen Journalismus. Statt Panikmache, Alternativen aufzeigen?

Bevölkerungsvorausberechnungen bis zum Jahr 2060 werden regelmäßig dazu missbraucht, um Interessenpolitik zu betreiben und zukünftige Gefahren zu beschwören. Das zeigt sich z.B. an der aktuellen 13. koordinierten Bevölkerungsvorausberechnung, die das IW Köln noch mit einer eigenen Bevölkerungsprognose zu toppen versuchte, indem sie die Zuwanderung der letzten Jahre gleich ganz herausrechnete, statt sie nur - wie das Statistische Bundesamt, das dem Innenministerium untersteht, zur Ausnahmesituation zu erklären.

Mehr Optimismus wagen! Ja! Aber dazu gehört zu allererst Bevölkerungsvorausberechnungen über 40 oder 50 Jahre zu verbieten und stattdessen kurz- und mittelfristige Prognosen nur unter Angabe der Trefferquoten zurückliegender Prognosen zu veröffentlichen.

 
   

KALTENBRUNNER, Robert (2015): Die Wohnungsfrage, neu gestellt.
Vorfertigung und Typisierung als Aufgabe einer bezahlbaren und humanen Architektur,
in:
Telepolis v. 29.11.

 
   

ALLERT, Tilman (2015): 11 Fragen zur Küche als Mittelpunkt der Welt.
Nicht nur auf Partys trifft sich alles in der Küche. Hier streiten sich Paare, organisieren sich Familien und beneiden sich Nachbarn. Doch warum platzieren uns Nobelrestaurants neuerdings an blanken Holztischen, als säßen wir zu Hause? Und wieso versprechen Herdplatten Zusammengehörigkeit? Die Selbstbefragung eines Alltagssoziologen,
in:
Welt v. 28.11.

 
   

LOSSE, Bert & Konrad FISCHER (2015): Hoch im Süden.
Städteranking: Warum in NRW so viel schiefläuft, welche Städte aus der zweiten Reihe den Aufstieg schaffen, weshalb es dem Süden immer besser geht - und welchen Einfluss die Automobilindustrie auf die Lokalpolitik hat: Der große Städtetest von WirtschaftsWoche und ImmobilienScout24 analysiert die Stärken und Schwächen aller deutschen Großstädte,
in:
Wirtschaftswoche Nr.49 v. 27.11.

 
   

BOHSEM, Guido (2015): Lesbisch, kinderlos - selbst schuld?
Homosexuelle mit Kinderwunsch sind steuerlich im Nachteil,
in: Süddeutsche Zeitung
v. 27.11.

 
   

Der "WSI-Verteilungsbericht 2015" von Dorothee Spannagel in den Medien 

ÖCHSNER, Thomas (2015): Abstieg aus der Mittelschicht.
Der Aufschwung kommt nicht bei allen Deutschen an. Die Schwere zwischen Arm und Reich öffnet sich weiter,
in: Süddeutsche Zeitung
v. 27.11.

 
   

STALA BADEN-WÜRTTEMBERG (2015): Zahl der Erwerbspersonen wird in den nächsten Jahren weiter ansteigen.
Baden‑Württemberg: Statistisches Landesamt legt Ergebnisse einer neuen Erwerbspersonenvorausrechnung vor,
in:
Pressemitteilung Statistisches Landesamt Baden-Württemberg v. 27.11.

 
   
STUTTGARTER ZEITUNG-Tagesthema: Rasanter Bevölkerungsanstieg in Stuttgart

BRAUN, Thomas & Jörg NAUKE (2015): Stuttgart wächst und wächst und wächst.
Das erste Mal seit 1975 hat Stuttgart die magische Zahl von 600.000 Einwohnern geknackt. Ein Grund: Die in diesem Jahr angekommenen Flüchtlinge werden statistisch auch als Stuttgarter erfasst,
in: Stuttgarter Zeitung
v. 26.11.

NAUKE, Jörg (2015): Eine Blase in der Statistik.
Kommentar: Die Stuttgarter Bevölkerung wächst seit vielen Jahren. Einen erheblichen Zuwachs erfährt die Stadt aber auch durch die Flüchtlinge. Das ist aber kein Grund, in Stuttgart nun die grünen Stadtränder zu bebauen,
in: Stuttgarter Zeitung
v. 26.11.

 
   

HERB, Ulrich (2015): Fake Science.
Hijacked Journals, Fake Journals, Predatory Publishing, Fake Conferences, Fake Peer Review, Fake Articles, Fake Citations,
in:
Telepolis v. 26.11.

 
   

MÜLLER, Benedikt (2015): Der große Frust.
Wer eine Wohnung sucht, kam bisher kaum an Immobilienscout 24 vorbei - das Internetportal beherrschte das Geschäft. Doch immer mehr Mieter und Makler sind davon genervt und suchen nach Alternativen. Mittlerweile gibt es diese,
in:
Süddeutsche Zeitung v. 24.11.

 
   

Das Single-Dasein in Österreich

STATISTIK AUSTRIA (2015): Österreichs Bevölkerungszahl wächst jährlich um rund 70.000 Personen, Zuwanderung dämpft die Bevölkerungsalterung,
in: Pressemitteilung Statistik Austria v. 24.11.

STATISTIK AUSTRIA (2015): Ein Sechstel der österreichischen Bevölkerung ist im Ausland geboren; Tendenz steigend,
in: Pressemitteilung Statistik Austria v. 24.11.

STATISTIK AUSTRIA (2015): Wien und Niederösterreich gewinnen bis 2060 überdurchschnittlich stark an Bevölkerung,
in: Pressemitteilung Statistik Austria v. 24.11.

 
   

BUDE, Heinz (2015): Soziologie der Party.
Wo steht das Bier kalt? Wer ist die Frau auf der Tanzfläche? Und was haben Kohl und Luhmann gemeinsam?
in:
Welt am Sonntag v. 22.11.

Die Welt am Sonntag veröffentlicht eine gekürzte Version des Artikels aus der Zeitschrift für Ideengeschichte mit dem Themenschwerpunkt Die Party. Online zu lesen ist der Beitrag Verhaltenslehren des Vergnügens von Bodo MROZEK.

 
   

FRITZEN, Florentine (2015): Die Schattenseite der Babyindustrie,
in:
Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung v. 22.11.

Florentine FRITZEN berichtet über das geplante Verbot der Leihmutterschaft in Indien, das vor allem ausländische Kunden betreffen soll.

 
   

LINDNER, Roland (2015): Der Kuppler.
Sean Rad hat die Dating-App Tinder erfunden und die Partnersuche revolutioniert. Ein Sex-Skandal brachte ihn zu Fall. Jetzt ist er wieder obenauf - und Tinder an der Börse,
in:
Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung v. 22.11.

 
   

WIENS, Bernhard (2015): Die Verkleidung des Geldes.
Die Wohnungsfrage, Friedrich Engels und das neue Finanzkapital,
in:
Telepolis v. 22.11.

 
   

SCHWARZENBACH, Tanja (2015): Seelenverwandte.
Viele ältere Menschen lernen ausgerechnet auf dem Friedhof ihre neue Liebe kennen. Die Geschichte von Christa und Karl,
in:
Süddeutsche Zeitung v. 21.11.

 
   

TAN, Daniela (2015): Wissen, wann es genug ist.
Die von ihrem prekären ökonomischen Status gebeutelte japanische Jugend sucht eine Neuorientierung in einer Ethik und Ästhetik des Verzichts. Der Gedanke, dass weniger mehr ist, übt auf immer breitere Kreise eine grosse Faszination aus,
in:
Neue Zürcher Zeitung v. 20.11.

Wann wird für uns Europäer in Japan ein neuer Trend ausgerufen? Spätestens, wenn es ein Buch in der New York Times auf Platz 1 der Bestsellerliste geschafft hat und dadurch andere Autoren im Lichte des Bestsellers vermarktet werden, so könnte man den Artikel von Daniela TAN interpretieren. Ist das jedoch ein Artikel über Japans Jugend oder über einen Trend, dem international der Weg bereitet werden soll?

Die neue Bescheidenheit der Jugend ist ein immer wiederkehrender Trend, man blicke z.B. nur zurück auf die deutsche Debatte Anfang des Jahrtausends. Hat sich die Simplify your Life-Methode erschöpft und soll sie nun mittels Exotik aus Fernost wieder reanimiert werden? Der Trend erinnert eher an das Motto: Mache aus der Not eine Tugend! Dies war bereits das Erfolgsprinzip beim Bestseller Wir nennen es Arbeit, bei dem das Minimalismus-Prinzip auf dem Arbeitsmarkt eingeführt wurde. Prekariat statt Festanstellung...

 
   

BUNDESREGIERUNG (2015): Beitrag bleibt, Rente steigt.
Rentenversicherungsbericht 2015: Die Rentenbeiträge für 2016 bleiben voraussichtlich bei 18,7 Prozent. Die Rente könnte nach Berechnungen des Rentenversicherungsberichts zum 1. Juli 2016 um 4,4 Prozent in den alten und um 5 Prozent in den neuen Bundesländern steigen. Den Bericht hat das Bundeskabinett beschlossen,
in:
bundesregierung.de v. 18.11.

Der neue Rentenversicherungsbericht verspricht einen gleichbleibenden Beitragssatz von 18,7 % bis 2019. Anhand der vergangenen Rentenversicherungsberichten (RV) lässt sich sehen inwiefern prognostizierte und tatsächliche Beitragssatzentwicklung übereinstimmen bzw. auseinanderfallen:

Jahr Beitrags-satz in Prozent RV 2000 RV 2005 RV 2010 RV 2011 RV 2012 RV 2013 RV 2014 RV 2015

 Prognostizierter Beitragssatz in Prozent

2000 19,3 19,3              
2001 19,1 19,1              
2002 19,1 19,0              
2003 19,5 18,8              
2004 19,5 18,9              
2005 19,5   19,5            
2006 19,5   19,5            
2007 19,9   19,9            
2008 19,9   19,9            
2009 19,9   19,9            
2010 19,9     19,9          
2011 19,9     19,9 19,9        
2012 19,6     19,9 19,6 19,6      
2013 18,9     19,9 19,2 18,9 18,9    
2014 18,9     19,3 19,0 18,9 18,3 18,9  
2015 18,7       19,0 18,9 18,3 18,7 18,7
2016           18,9 18,3 18,7 18,7
2017             18,3 18,7 18,7
2018               18,7 18,7
2019                 18,7

Lässt sich daraus etwas über den Zusammenhang zwischen demografischem Wandel und Beitragsfinanzierung der Rentenversicherung ablesen? Im Jahr 2000 lag der Altenquotient bei 42,7 und ist bis 2005 um 2,8 auf 45,5 gestiegen. Bis zum Jahr 2010 ist er um 2,1 bis 47,6 gestiegen. Dagegen ist der Beitragssatz zwischen 2000 und 2005 um 0,2 % gestiegen, während er zwischen 2005 und 2010 um 0,4 % gestiegen ist, obwohl der Altenquotient weniger stark angestiegen ist. Der Zusammenhang zwischen Beitragssatzentwicklung und demografischem Wandel ist also weniger eng als gemeinhin behauptet wird. Entscheidender ist die Entwicklung des Rentner-Quotienten, der auch nicht-demografische Faktoren berücksichtigt.

Jetzt könnte eingewandt werden, dass dabei der Bundeszuschuss nicht berücksichtigt sei. Gemäß Deutscher Rentenversicherung lag der Bundeszuschuss im Jahr 1960 - also zu Zeiten des Babybooms - bei 28,8 %, während er im Jahr 2013 bei 27,3 % lag.

Ist das Rentenniveau vom demografischen Wandel abhängig? Auch hier spielt nicht der Altenquotient, sondern der Rentnerquotient, d.h. das Verhältnis von Rentenempfängern und Beitragszahlern, die entscheidende Rolle.

Im Vergleich der Rentenversicherungsberichte 2010 (12. Bevölkerungsvorausberechnung) und 2015 (13. Bevölkerungsvorausberechnung) zeigt sich, dass sich das Verhältnis von Rentenempfängern und Beitragszahlern positiver entwickelt hat als noch vor Jahren erwartet: Während der Rentenversicherungsbericht 2010 für das Jahr 2015 einen Rentnerquotienten von 0,5532 prognostiziert hatte, geht der aktuelle Rentenversicherungsbericht von 0,5224 aus. (Differenz von 0,03). Das erscheint nur auf den ersten Blick wenig. Im Rentenversicherungsbericht 2005 (10. Bevölkerungsvorausberechnung) lag der Rentnerquotient für das Jahr 2015 noch bei 0,5809 (Differenz von 0,059). Hier zeigt sich deutlich, dass aufgrund der Bevölkerungsvorausberechnungen, die lediglich den Altenquotienten fortschreiben und der Fortschreibung eines gleichbleibenden Rentnerquotienten - wie er in den Rentenversicherungsberichten praktiziert wird - innerhalb eines Zeitraums von nur 10 Jahren durchaus Änderungen stattfinden können, die das Rentenniveau beeinflussen. Weder die Fortschreibung des Altenquotienten in Bevölkerungsvorausberechnungen, noch jene des Rentnerquotienten in Rentenversicherungsberichten, ermöglichen also langfristige Voraussagen über die Rentenentwicklung.  

1
   

Späte Elternschaft - Eine Bibliografie

STALA BADEN-WÜRTTEMBERG (2015): "Späte Mutterschaft" weiterhin im Trend.
Baden‑Württemberg: Fast jede vierte Frau ist bei der Geburt ihres Kindes mindestens 35 Jahre alt – höchste Anteile in Stuttgart und Heidelberg,
in:
Pressemitteilung Statistisches Landesamt Baden-Württemberg v. 17.11.

 
   

JELLEN, Reinhard (2015): "Neoliberale missbrauchen die gegenwärtige Zuwanderung".
Christoph Butterwegge über die Armutsentwicklung und den Aufstieg von Pegida in Deutschland,
in: Telepolis
v. 16.11.

 
   

Die Auftragsstudie der Versicherungswirtschaft "Rentenperspektiven 2040" in den Medien

ÖCHSNER, Thomas (2015): Schönes Landleben.
Die Renten werden bis 2040 stärker steigen als die Inflation. Die Kaufkraft des gesetzlichen Altersgelds ist je Region jedoch sehr unterschiedlich. Das Institut Prognos wagt einen Blick in die unsichere Zukunft,
in:
Süddeutsche Zeitung v. 13.11.

Der Artikel der SZ ist wenig informativ. So wird z.B. nicht erwähnt, dass die Zahlen der typisierten Musterbiografien lediglich für die Angehörigen des Jahrgangs 1973 gelten, also für die Rente der heute ca. 40-Jährigen. Obwohl die Prognos AG auch Zahlen für die Jahrgänge 1963 und 1968 berechnet hat, werden diese in den Medien nicht veröffentlicht. Waren sie nicht dramatisch genug? Werden Trendbrüche verschwiegen? Der Öffentlichkeit ist jedenfalls nur eine Kurzfassung der Studie zugänglich, während die Langfassung, die auch mehr Einblicke in die Methodik geben würde, der Öffentlichkeit vorenthalten wird.   

MORTSIEFER, Henrik (2015): Rentner im Osten werden verlieren.
Wurde 2014 noch in Ostdeutschland mehr Rente als im Westen gezahlt, liegt im Jahr 2040 Bayern vorn,
in:
Tagesspiegel v. 13.11.

"Uns gäbe es nicht mehr, wenn wir immer daneben liegen würden",

zitiert Henrik MORTSIEFER den Studienleiter der Prognos AG. Leider zählt die Trefferquote nicht zu den Erfolgskriterien für solche Auftragsstudien. Oder wurde jemals in Zeitungen über die Trefferquote eines Studienerstellers berichtet? Ganz sicher würden sich solche Langfristprognosen, die nichts als moderne Kaffeesatzleserei sind, von selbst erledigen.

Wichtiger ist stattdessen, dass die Zielvorgaben der Auftragsgeber erfüllt werden. Da Prognosen in erster Linie von den WENN-Annahmen abhängigen ist das Ergebnis (DANN-Aussagen) bereits vorprogrammiert! Die entscheidende Frage lautet dann lediglich: Wie realistisch sind die Annahmen?

Da sich die Prognos AG zudem an die 13. Bevölkerungsvorausberechnung hält, kann sie sicher sein, dass sie Rückendeckung vom Statistischen Bundesamt hat. Grundlage ist die unrealistische Variante 2, die euphemistisch als "Kontinuität bei stärkerer Zuwanderung" tituliert ist: Geburtenrate 1,4 Kinder je Frau, Lebenserwartung bei Geburt 2060 für Jungen 84,8/Mädchen 88,8 Jahre, langfristiger Wanderungssaldo 200.000 (G1-L1-W2).

Würde die Geburtenrate auf 1,6 Kinder je Frau steigen, eine Geburtenrate, die für die in den 1970er Jahren geborenen Frauen bereits realistisch ist, dann würden bei sonst gleichen Annahmen im Jahr 2040 statt der angenommenen 78,9 Millionen Menschen fast so viele Menschen wie derzeit in Deutschland leben: 80,6 Millionen. Läge die Zuwanderung nur um 100.000 pro Jahr höher, dann würde sich das Arbeitskräftepotenzial gemäß 13. Bevölkerungsvorausberechnung um 2,5 Millionen Menschen erhöhen.

Ganz absurd erscheint es, dass in den nächsten 25 Jahren keine einzige Rentenreform mehr stattfinden dürfte, obwohl ein Blick in die Vergangenheit zeigt, dass bei der Rentenversicherung alle paar Jahre Reformen stattgefunden haben.

ECKERT, Daniel (2015): Erschreckende Paradoxie der gesetzlichen Rente.
Wirtschaftsstarke Metropolen wie Hamburg oder München versprechen zwar gute Jobchancen. Doch im Alter reicht das Geld oft nicht aus,
in:
Welt v. 13.11.

THELEN, Peter (2015): Ernüchternder Blick in die Zukunft.
Studie sagt weiteres Absinken des Rentenniveaus um 15 Prozent bis 2040 voraus,
in:
Handelsblatt v. 13.11.

Aus dem Handelsblatt-Artikel geht hervor, dass die Studie im Vorfeld der Veröffentlichung des Rentenversicherungsberichts 2015 lanciert wurde, der der Versicherungswirtschaft zu positiv ausfällt.

DOEMENS, Karl (2015): Renten-Hokuspokus.
Analyse: Die Versicherungswirtschaft glaubt, die Entwicklung der gesetzlichen Rente bis zum Jahr 2040 voraussagen zu können - und kreiert prompt ein düsteres Szenario,
in: Frankfurter Rundschau
v. 13.11.

Karl DOEMENS kritisiert, dass die Auftragsstudie auf der 13. Bevölkerungsvorausberechnung fußt, die für ihn bereits ins "Altpapier" gehöre. Den langen Zeitraum erklärt DOEMENS dadurch, dass die Rendite der privaten Altersvorsorge derzeit so bescheiden sei, dass es ein sehr düsteres Szenario für die gesetzliche Rente brauche, um die Dringlichkeit der Privatvorsorge sichtbar zu machen.

Wie schlecht es um die Rendite der Privatvorsorge derzeit steht, macht ein FAZ-Artikel deutlich:

"Wer 55 Kerzen oder mehr auf seiner Geburtstagstorte zählt, sollte darüber nachdenken, das Geld aus der Lebensversicherung oder aus dem Erbe von Tante Erna in die gesetzliche Rente zu investieren - vor allem dann, wenn der Anleger noch privat krankenversichert ist."

Vor diesem Hintergrund ist die Panik der Versicherungsbranche und ihr Wunsch verständlich, die gesetzliche Rente schlecht aussehen zu lassen.

 
   

ÖCHSNER, Thomas (2015): Nicht genug für den Ruhestand.
Bund prognostiziert steigende Altersbezüge und sinkendes Rentenniveau,
in:
Süddeutsche Zeitung v. 12.11.

 
   

SCHOLZ, Nina (2015): "Politische Kunst macht alles nur schlimmer".
Franceso Masci gilt als Hipster-Philosoph, seit er über die neoliberale Kulturlandschaft Berlins schrieb. Ein Streitgespräch,
in:
Freitag Nr.46 v. 12.11.

 
   

VORSAMER, Barbara (2015): Einmal Mutter, immer Mutter.
Darf man es als Frau bereuen, ein Kind bekommen zu haben? In Deutschland ist nun ein neues Buch zum Thema "Regretting Motherhood" erschienen. Eine offene Debatte darüber wäre wichtig. Doch das Tabu ist stark,
in:
Süddeutsche Zeitung v. 11.11.

 
   

ÖCHSNER, Thomas (2015): Frührentner dürfen mehr behalten.
Koalition einigt sich auf neue Regeln für den Hinzuverdienst im Alter,
in:
Süddeutsche Zeitung v. 11.11.

Thomas ÖCHSNER berichtet über die seit mehr als einem Jahr dauernden Verhandlungen zwischen Union und SPD zu einer Reform der Hinzuverdienstgrenzen. Gemäß ÖCHSNER hat sich die Arbeitsgruppe nun geeinigt. Die geplanten Änderungen sollen die Teilrente für Frührentner ab 63 Jahren und Rentner jenseits der derzeitigen Altersgrenze von 65 Jahren und vier Monaten attraktiver machen, d.h. mehr Rentner sollen trotz Rentenbezug weiter erwerbstätig sein (können).

Zur Einigung präsentiert uns ÖCHSNER noch die Positionen von Karl SCHIEWERLING ("arbeitsmarktpolitischer Sprecher der Unions-Fraktion"), Katja MAST ("SPD-Fachpolitikerin"), Carsten LINNEMANN ("CDU-Wirtschaftspolitiker") und Markus KURTH ("Rentenexperte der Grünen"). Der DGB kritisiert die Einigung als Einstieg in einen "Billigarbeitsmarkt".  

 
   

BORCHARDT, Alexandra (2015): Feminismus für alle.
Anne-Marie Slaughter hebt die Geschlechterdebatte auf eine neue Stufe: Kann der berufliche Aufstieg von Frauen auf Kosten unterbezahlter Pflegerinnen Fortschritt sein?
in:
Süddeutsche Zeitung v. 11.11.

"In Ländern, in denen Arbeitskraft billig ist, haben Mittelschicht-Frauen mit der Vereinbarkeit von Beruf und Familie (...) weniger Probleme als in egalitären Gesellschaften. Fachbegriffe gibt es dafür auch schon - da geht es um den »plutocrat feminism« der Eliten gegen den »intersectional feminism«, der alle Gesellschaftsbereiche umfasst",

erklärt Alexandra BORCHARDT, die das Buch Unfinished Business von Anne-Marie SLAUGHTER als Antibuch zu Sheril SANDBERGs Buch Lean In vorstellt.

Nachdem der neoliberale Elitenfeminismus (auch: "Postfeminismus") vermehrt in die Kritik gerät, wird neuerdings die "globale Fürsorgekette" thematisiert. Auf dieser Website wurde bereits Anfang des Jahrtausends Gøsta ESPING-ANDERSEN als Vordenker eines solchen Elitenfeminismus vorgestellt und die damit verbundene Ökonomisierung des Sozialen kritisiert.   

 
   

LOBE, Adrian (2015): Die Disneylandisierung unserer Städte.
Für 2030 werden 1,8 Milliarden Touristenankünfte weltweit erwartet. Manche europäische Städte sind dem Ansturm nicht länger gewachsen. Traditionelle Soziotope zerfallen. Bürgermeister schlagen Alarm,
in:
Neue Zürcher Zeitung v. 10.11.

 
   
AUS POLITIK UND ZEITGESCHICHTE-Thema: 1980er Jahre

SIEGFRIED, Detlef (2015): Das Subversive retten.
Eine Denkfigur der 1980er,
in: Aus Politik und Zeitgeschichte Nr.46 v. 09.11

 
       
 

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Zu den News vom 01. - 08. November 2015
 

   
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Bernds@single-dasein.de Stand: 21. Juni 2016