[ News-Hauptseite ] [ Suche ] [ Homepage ]

   

Medienrundschau:

News zum Single-Dasein

 
   
News 07.-17. August 2011
News 01.-06. August 2011
News 16.-31. Juli 2011
News 01.-15. Juli 2011
News 13.-30. Juni 2011
News 01.-12. Juni 2011
News 23.-31. Mai 2011
News 16.-22. Mai 2011
News 01.-15. Mai 2011
News 08.-30. April 2011
News 01.-07. April 2011
News 21.-31. März 2011
News 18.-20. März 2011
News 08.-17. März 2011
News 01.-07. März 2011
News 15.-28. Februar 2011
News 10.-14. Februar 2011
News 01.-09. Februar 2011
News 25.-31.Januar 2011
News 16.-24.Januar 2011
News 10.-15.Januar 2011
News 06.-09.Januar 2011
News 01.-05.Januar 2011
News 19.-31.Dezember 2010
News 08.-18.Dezember 2010
News 01.-07.Dezember 2010
News 22.-30.November 2010
News 15.-21.November 2010
News 12.-14.November 2010
News 08.-11.November 2010
News 01.-07.November 2010
News 21.-31. Oktober 2010
News 14.-20. Oktober 2010
News 05.-13. Oktober 2010
News 01.-04. Oktober 2010
News 23.-30. September 2010
News 17.-22. September 2010
News 13.-16. September 2010
News 07.-12. September 2010
News 01.-06. September 2010
News 24.-31. August 2010
News 16.-23. August 2010
News 07.-15. August 2010
News 01.-06. August 2010
News 22.-31. Juli 2010
News 13.-21. Juli 2010
News 04.-12. Juli 2010
News 01.-03. Juli 2010
News 22.-30. Juni 2010
News 16.-21. Juni 2010
News 05.-15. Juni 2010
News 01.-04. Juni 2010
News 26.-31. Mai 2010
News 22.-25. Mai 2010
News 18.-21. Mai 2010
News 01.-17. Mai 2010
News 22.-30. April 2010
News 13.-21. April 2010
News 05.-12. April 2010
News 01.-04. April 2010

News 2009
News 20080
News 2007
News 2006
News 2005
News 2004
News 2003
News 2002
News 2001
News 2000

 
 
   
Medienberichte über single-dasein.de
 
 
 
   

News vom 07. - 26. August 2011

 
 
     
 
   

Zitat des Monats:

Raus aus der Hölle!

"Stellen wir uns vor, ein Mann begegnet eines Abends einer jungen Frau, verliebt sich und schwebt wie auf Wolken. Drei Monate später zieht das frischgebackene Paar zusammen. Das ist der Anfang vom Ende. Von nun an verengt sich der Horizont des Mannes rapide. Er vernachlässigt seine Freunde, wird jähzornig, pedantisch, empfindlich und verändert sich stark. Mit ausdruckslosem Blick schleppt er sich in Filzpantoffeln vom Sessel zum Sofa. Er setzt Hüftspeck an, wird blass und schlaff. Er erträgt kaum noch den eigenen Anblick im Spiegel; er schämt sich. Er ist nicht mehr Herr über sein Leben, seine Sexualität und seine Freizeit. Er verdrängt und grollt. Die Erinnerung an das Leben davor schnürt ihm die Kehle zu. Er fragt sich, ob er eine neue Brille braucht. Die Haare fallen ihm aus. Binnen drei Monaten ist er um ein Jahr gealtert."
(aus: Robert Macia & Julien Péluchon "Endlich Single!" 2011, S.13)

 
 
       
   

Melanie Mühl - Die Patchwork-Lüge

SCHLOEMANN, Johan (2011): Liebe statt Ökonomie.
Über den Zustand der Patchwork-Familien,
in: Süddeutsche Zeitung v. 26.08.

Das Buch Die Patchwork-Lüge steht in der Tradition von Joachim BESSINGs Pamphlet Rettet die Familie! aus dem Jahre 2004. Die Problematik der modernen Familienverhältnisse haben aber bereits Ulrich BECK & Elisabeth BECK-GERNSHEIM in ihrem Bestseller Das ganz normale Chaos der Liebe (1990) populär gemacht. Ulrich BECK schrieb darin noch umständlich über "Fortsetzungsfamilien" bzw. "nacheheliche Elternschaft". Der Begriff "Patchwork-Familie" ersetzte aber noch im gleichen Jahr den Begriff "Stieffamilie", der angesichts moderner Familienverhältnisse den Phänomenen nachehelicher Elternschaften nicht mehr gerecht wurde. Seitdem wird das Thema kontrovers diskutiert. Im Zuge der Debatte um die neue Bürgerlichkeit dient diese Kontroverse auch der Abgrenzung gegen unten und oben. Es geht nicht mehr um soziale Probleme, sondern um Moral. Verantwortung ist der zentrale Begriff, der seit einigen Jahren gegen die angebliche Überforderung durch Wahlfreiheit (Individualisierung) ins Felde geführt wird. Da wird das "Zeitalter unendlicher Freiheit" beschworen, während die Phänomene der Zwangsindividualisierung vernachlässigt werden. Selber schuld! ist das Verdikt der psychologisierenden Zuschreibung, das jeden trifft, der gegen den Kanon der neubürgerlichen Religion rebelliert. Aber das Unbehagen am Individualisierungsterror der Berliner Republik wächst - wie nicht nur das Buch Echtleben von Katja KULLMANN zeigt.

Der Kampf der Lebensstile wird im Zeitalter der Wohlstandskonflikte neu definiert: Wenn die Familie neubürgerlich als Leistungsträger verstanden wird, dann kommen alle Familienverhältnisse auf den Prüfstand, die weniger leistungsfähig erscheinen. Dazu gehören Alleinerziehende genauso wie Patchworkfamilien, denn die amtliche Statistik trennt nicht (immer) zwischen beiden Familienformen. Und es ist ganz und gar kein Zufall, dass dieses Jahr ein Buch über Alleinerziehende erschienen ist, das Alleinerziehen rehabilitieren möchte und deshalb wie Melanie MÜHL die "Patchwork-Show" kritisiert:

"Wo von Alleinerziehenden die Rede ist, fällt schnell das Wort »Patchworkfamilie«". (...). Der Begriff der Stieffamilie, wie es früher hieß, ließ weniger Raum für Illusionen. (...).

Die Patchworkfamilie hingegen wischt jede genaue Betrachtung ihrer Machtverhältnisse mit einem Hauch von lässigem Zeitgeist weg. Cool, wie da zwei moderne, aufgeschlossene Erwachsene die Vergangenheit hinter sich lassen und wieder zur echten Familie werden, in der alles Platz hat, nur (...) keine Probleme!"
(Christina Bylow "Familienstand: Alleinerziehend", 2011, S.61f.)

Warum diese Abgrenzung? Patchwork-Familien gelten  - zumindest bei Wiederverheiratung - als vollständige Familien, während Alleinerziehende gemäß BYLOW von den Lesern des angesagten Familienmagazins Nido meist gar nicht als Familien angesehen werden.

In dem Maße, in dem die Mittelklasse Schauplatz von vermehrten Abstiegskämpfen wird, in dem Maße wird auch der Kulturkampf um die einzig richtige Lebensform zunehmen. Flankiert wird dieser Kulturkampf nicht zuletzt durch die Neujustierung des Sozialstaats, die im vollen Gange ist.

 
   
JUNGLE WORLD-Thema: Bambini statt Bambule.
Wenn Linke zu Eltern werden

EISMANN, Sonja (2011): Fuckermothers in the house.
Während in den siebziger Jahren Feministinnen Kinderläden gründeten, ist Mutterschaft in feministischen und queeren Debatten heute kein großes Thema mehr. Das sollte sich ändern,
in: Jungle World Nr.34 v. 25.08.

 
   

BUDE, Heinz (2011): No future war gestern.
Jugendproteste: Weltweit gehen die Jungen auf die Straße. Aber erleben wir eine neue 68er-Bewegung?
in: Die ZEIT Nr.35 v. 25.08.

 
   

WEGENER, Felix (2011): Es liegt an ihm.
Kinderwunsch: Die Geschichte eines Mannes jenseits der dreißig, der ein Kind zeugen wollte und es nicht konnte,
in: ZEITmagazin Nr.35 v. 25.08.

 
   

Douglas Coupland - Generation X

PFAFF, Jan (2011): Out of Office.
Portrait: Douglas Coupland erfand die "Generation X" und eroberte so die Herzen des Kreativ-Prekariats. In seinem neuen Buch traut sich der Medienjunkie in die Vorhölle namens Büro,
in: Freitag Nr.34 v. 25.08.

 
   

SCHULLER, Moritz (2011): Die geplünderte Mitte.
Die Mittelschicht ist der dramatische Verlierer der vergangenen Jahre,
in: DeutschlandRadio v. 24.08.

 
   

BLASS, Katharina (2011): Jung, athletisch, Single, sucht...
Es klingt nach einem Schlaraffenland für Singles. Auf 2000 deutschen Internetplattformen tummeln sich im Monat sieben Millionen flirtwillige Menschen mit unterschiedlichen Vorlieben. Vom ersten Treffen jedoch sind viele frustriert,
in: Kölner Stadt-Anzeiger v. 23.08.

 
   

Douglas Coupland - Generation X

MAJICA, Marin (2011): Wir sind süchtig nach Vernetzung.
Douglas Coupland, Erfinder der "Generation X", über Gehirntraining und die Auflösung des Zeitgefühls,
in: Berliner Zeitung v. 23.08.

 
   

HAARHOFF, Heike (2011): "Das ist allenfalls gut gemeint".
Finanzierung: Hohe Verwaltungskosten, aber keine Verbesserung der Pflege - Bert Rürup, Ex-Wirtschaftsweiser, hält nichts von den Plänen des FDP-Gesundheitsministers Bahr,
in: taz v. 23.08.

 
   

Simon Reynolds - Retromania

PILARCZYK, Hannah (2011): "Musik ist die entscheidende Kunstform".
Sixties-Soul, Seventies-Rock, Eighties-Disco: Pop schaut nur noch rückwärts. Der Musik-Vordenker Simon Reynolds hat jetzt ein Buch über diese "Retromania" verfasst. Im Interview spricht der Kritiker über unsere Sehnsucht nach dem Gestern - und den Fluch von Internet und iPod,
in: Spiegel Online v. 22.08.

 
   

BECKERT, Jens & Wolfgang STREECK (2011): Die nächste Stufe der Krise.
Welche Möglichkeiten hat die Politik noch, des Finanzsystems Herr zu werden? Die Lösung der Schuldenkrise ist eine Verteilungsfrage: Wer bezahlt, was längst ausgegeben wurde?
in: Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 20.08.

 
   

KAUBE, Jürgen (2011): Generation Facebook?
in: Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 20.08.

 
   

BEITZER, Hannah (2011): Neuer Platz für Oma.
Rund 14 Prozent der deutschen Pflegeheime sind von der Insolvenz bedroht. Für die Bewohner heißt das schlimmstenfalls: umziehen,
in: Süddeutsche Zeitung v. 20.08.

 
   

STEINBERGER, Petra (2011): Das kann böse enden.
Kinder werden überbehütet, Versicherungen verkaufen sich prächtig - und rohe Eier? Sind irre gefährlich. Offenbar kennt der Sicherheitswahn keine Grenzen. Doch wohin führt die Risikoscheu einer überalterten Gesellschaft? In die Angst-Kultur,
in: Süddeutsche Zeitung v. 20.08.

Wie wäre es eigentlich, wenn man überbehütete, ängstliche Journalisten abschaffen würde? Man hätte endlich Ruhe vor dem Gejammer. In der SZ ist das Gejammer über den Jugendwahn übergangslos vom Gejammer über die angeblich überalterte Gesellschaft abgelöst worden. Dumm nur: Die Ursachenzuschreibung hat sich zwar geändert die Problembeschreibung nicht. Bereits in den 1990er Jahren, als unsere Eliten über den grassierenden Jugendwahn klagten, war die Vollkaskomentalität das Problem der Stunde, bei Petra STEINBERGER - ach wie originell - leben wir immer noch in der "Vollkasko-Ära".

Wir leben in einer risikoscheuen Angstkultur? Man würde sich vor allem wagemutigere Journalisten wünschen, die statt lediglich eine Etikette gegen die andere auszutauschen, ernsthafte Analyse betreiben würden. Aber kann man das erwarten, in einer Zeit, in der die Angst in den Redaktionsstuben umgeht?     

 
   
ECONOMIST-Titelgeschichte: Asia's lonely hearts

ECONOMIST (2011): Asia's lonely hearts.
The decline of Asian marriage: Women are rejecting marriage in Asia. The social implications are serious,
in: Economist v. 20.08.

 
   

BREKER, Gerd (2011): Elterngeld ist "eine gute Maßnahme".
AWO-Mitarbeiterin über den Zusammenhang zwischen Kindersegen und staatlicher Unterstützung,
in: DeutschlandRadio v. 19.08.

 
   

KOW, Anna (2011): Die Lösung heißt Ehe.
Die Kinder von Alleinerziehenden wachsen besonders häufig in Armut auf. Das geht aus einem Bericht des Statistischen Bundesamts hervor. Doch die Verantwortung für die sozialen Verhältnisse wird den Eltern zugeschoben,
in: Jungle World Nr.33 v. 18.08.

 
   

RUDZIO, Kolja (2011): Gerecht war gestern.
Soziale Kluft in Deutschland: Mehr Arme und mehr Millionäre. In Deutschland wächst die Ungleichheit – ist der Trend noch zu stoppen?
in: Die ZEIT Nr.34 v. 18.08.

 
   

DESTATIS (2011): Durchschnittliche Kinderzahl je Frau steigt 2010 auf 1,39,
in: Pressemeldung des Statistischen Bundesamt Deutschland v. 18.08.

Hysterie herrscht in Deutschland immer dann, wenn neue Meldungen zu den Geburten vorliegen. Erst vor 2 Wochen hat das Statistische Bundesamt eine Pressekonferenz veranstaltet, um  wenig aussagekräftige Zahlen vorzulegen. Jetzt also die zusammengefasste Geburtenziffer, deren Aussagekraft im Grunde nur im Zusammenhang mit dem durchschnittlichen Gebäralter betrachtet werden darf, denn steigende bzw. fallende Gebäralter verzerren das Gesamtbild.

Die Welt Online behauptet fälschlicherweise, dass Deutschland Schlusslicht bei den Geburtenzahlen sei. Die taz sieht das genauso. Jedoch wird nicht die Geburtenrate 2010 verglichen, sondern die rohen Geburtenziffern des Jahres 2009. In diese Ziffern fließen jedoch auch die Frauen ein, die gar nicht gebärfähig sind. Axel WERMELSKIRCHEN schreibt dagegen auf faz.net: "In Europa liegt Deutschland (...) auf den hinteren Rängen."

Die Hysterie um die Geburtenzahlen hat in erster Linie mit dem Streit um die richtige Familienpolitik zu tun. So warnt z.B. die FR angesichts des positiven Trends, die "Hände in den Schoß zu legen".

Welchen Einfluss hat das Elterngeld oder der Ausbau der Kinderbetreuung auf die Geburtenentwicklung? Aus den Zahlen wird gerne das herausgelesen, was zur eigenen Meinung passt. In der SZ behauptet z.B. Corinna NOHN, dass das Elterngeld nicht wirkt. Kathrin SPOERR behauptet in der Welt Online genau das Gegenteil.

Was aber, wenn die Geburtenentwicklung nicht Ausdruck eines einheitlichen Trends ist, sondern die Konsequenz gegenläufiger Entwicklungen? Jürgen DORBRITZ vom Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung hebt im Tagesspiegel einzig auf unterschiedliche Trends in Ost- und Westdeutschland ab, als ob in den beiden Landesteilen die Interessenlage homogen wäre. Allein die Tatsache, dass seit Jahren die Geburtenzahlen in den citynahen Wohngebieten der Großstädte zunehmen, deutet darauf hin, dass berufstätige Mütter zunehmend mehr Kinder bekommen. Die allgemeine Geburtenrate ist auch wenig aussagekräftig, wenn es um bestimmte Milieus geht.

 
       
 

[ zum Seitenanfang ]

Zu den News vom 07. - 17. August 2011

   
  • Rezensionen zum Single-Dasein finden sie hier

 
 
   

Bitte beachten Sie:
single-dasein.de ist nicht verantwortlich für die Inhalte externer Internetseiten

 
 
  [Suche] [ Homepage ]
 
   
© 2000-2011
Bernd Kittlaus
Bernds@single-dasein.de Stand: 27. Februar 2012