[ News-Hauptseite ] [ Homepage ]

   

Medienrundschau:

News zum Single-Dasein

 
   
News 08.-16. August 2014
News 01.-07. August 2014
News 11.-31. Juli 2014
News 01.-10. Juli 2014
News 24.-30. Juni 2014

News 16.-23. Juni 2014
News 06.-15. Juni 2014
News 03.-05. Juni 2014
News 01.-02. Juni 2014
News 21.-31. Mai 2014
News 11.-20. Mai 2014
News 08.-10. Mai 2014
News 01.-07. Mai 2014
News 18.-30. April 2014
News 08.-17. April 2014
News 01.-07. April 2014
News 16.- 31. März 2014
News 04.- 15. März 2014
News 01.- 03. März 2014
News 18.-28. Februar 2014
News 10.-17. Februar 2014
News 01.-09. Februar 2014
News 25.-31. Januar 2014
News 22.-24. Januar 2014
News 12.-21. Januar 2014
News 07.-11. Januar 2014
News 01.-06. Januar 2014
News 22.-31.Dezember 2013
News 13.-21.Dezember 2013
News 05.-12.Dezember 2013
News 01.-04.Dezember 2013
News 21.-30.November 2013
News 17.-20.November 2013
News 10.-16.November 2013
News 01.-09.November 2013
News 12.-31. Oktober 2013
News 01.-11. Oktober 2013

News 2013
News 2012
News 2011
News 2010
News 2009
News 2008
News 2007
News 2006
News 2005
News 2004
News 2003
News 2002
News 2001
News 2000

 
 
   
Medienberichte über single-dasein.de
 
 
 
   

News vom 17. - 31. August 2014

 
 
     
 
   

Zitat des Monats:

Plädoyer für eine demografiekritische Offensive

"Angesichts des Anspruchs einer expansiven und kohärenten staatlichen Demografiepolitik kann die postkatastrophistische Wende (...) nicht als Relativierung oder Abmilderung analysiert werden. Vielmehr scheint es hier um eine Phase zu gehen, innerhalb derer bestimmte diskursive Weichen bereits gestellt sind und der Kampf um Hegemonie bereits so erfolgreich verlaufen zu sein scheint, dass Dramatisierungen nicht mehr nötig sind. Schließlich wird die aktuelle Demografiepolitik derzeit kaum von einer gewerkschaftlichen und noch weniger von einer linken oder feministischen Kritik angegriffen. Wenn es Gegenwind gibt, dann eher von einer Szene demografischer Experten wie etwa dem Hardliner Herwig Birg oder dem Leiter des Berlin-Instituts Reiner Klingholz, die weiterhin den demografischen Katastrophismus bedienen. (...).
Statt auf einer individualisierenden Ebene des besten Biographiemanagements mitzudiskutieren, ist es zentral, in der Debatte um Familienpolitik auf einer staatskritischen Perspektive zu beharren, die genau diese Zuweisung der Sphäre der Reproduktion in einen privaten, individuellen und geschlechterpolitischen Rahmen innerhalb der biopolitischen Anordnung selbst in Frage stellt - und somit auch die Unterordnung dieser Sphäre unter die Maxime der Humankapitalverwaltung."
(Susanne Schultz "Familienpolitik und »demografische Chance«" in der Zeitschrift Prokla, Nr.173, Dezember, S.558f.)

 
       
       
   

ETTEL, Anja/KAISER, Tina/TRENTMANN, Nina (2014): Leben auf Eis.
Der Traum des Menschen, unsterblich zu sein, hat eine gigantische Industrie hervorgebracht. Firmen und Stiftungen verdienen Milliarden damit, für den Tag X tote Körper, Eizellen oder das Blut Neugeborener einfrieren zu lassen,
in:
Welt am Sonntag v. 31.08.

 
   

MISIK, Robert (2014): Gefährliche Widersprüche.
Der New Yorker Geograf und Ökonom David Harvey ist einer der einflussreichsten marxistischen Wissenschaftler der Welt. Seine "Kapital"-Vorlesungen sind auf YouTube populär. Seit 2008 hat er sechs Bücher veröffentlicht,
in:
TAZ v. 30.08.

 
   

BURGER, Kathrin (2014): Von wegen Egoisten!
Einzelkinder: Hartnäckig halten sich die Vorurteile über Einzelkinder. Ohne Geschwister aufzuwachsen, scheint jedoch keine negativen Folgen für die Psyche zu haben,
in:
TAZ v. 29.08.

Kathrin BURGER klärt über die Vorurteile gegenüber Einzelkindern auf, die u.a. aus deren Situation in der Vergangenheit entstanden sind:

"Einzelkinder waren früher eine Seltenheit, waren oft unehelich, arm und wuchsen darum isoliert auf. Oder ein Elternteil war krank oder tot. All dies hinterließ natürlich Narben in der Kinderseele, machte Sonderlinge aus ihnen.
Auch die ersten Forscher prägten das negative Bild nachhaltig. »Verwöhnt, narzisstisch, sozial inkompetent« - so lautete das Urteil des Psychologen G. Stanley Hall in den frühen 1920er Jahren über Einzelkinder. »Ein Einzelkind zu sein, ist für sich genommen eine Krankheit.«"

Ein anderer Aspekt ist der Neid auf Einzelkinder, die als verwöhnt gelten, weil ihre Eltern mehr in sie investieren konnten.

Heutzutage besteht kein Interesse die Diskriminierung von Ein-Kind-Familien zu beenden, weil in Zeiten der Demografisierung gesellschaftlicher Probleme bevölkerungspolitisch nicht die Ein-Kind-Familie, sondern - zumindest im Akademikermilieu - die kinderreiche Familie erwünscht ist.  

 
   

WERTHSCHULTE, Christian (2014): 20 Jahre Schweigen.
Reunion: Beim ersten Konzert nach ihrer Wiedervereinigung in Köln werden Blumfeld als Galionsfiguren der Hamburger Schule gefeiert. Was bleibt vom Mythos der Band?
in:
TAZ Berlin v. 29.08.

2014 ist nicht 1994 - darauf lässt sich die Enttäuschung von Christian WERTHSCHULTE zurückführen, die er auf die Band Blumfeld projiziert:

"Dieser historische Moment ist längst vorbei, das Umfeld von damals zerstreut, prekarisiert oder in der Realpolitik angekommen. So wird das Comeback von Blumfeld zu einem Moment restaurativer Nostalgie"

Und was ist nur aus dem Szenen-Heiligen Michel FOUCAULT geworden?

"»L'etat et moi«. Vor 20 Jahren wurde das Werk veröffentlicht, das den Mythos der Hamburger Band begründete. Über zwölf Songs voller Gitarrenlärm und simplen Songwriting erzählte Gitarrist und Sänger Jochen Distelmeyer davon, wie sich der Staat - schöne Grüße an Michel Foucault - in alle Körper und Küsse hineinschreibt."

Inzwischen ist Michel FOUCAULT zu einem Säulenheiligen des neoliberalen Demographismus geworden. Sein Konzept der Selbstsorge ist nicht mehr vom katholischen Subsidiaritätsprinzip zu unterscheiden, während die biopolitischen Aspekte der Demografisierung gesellschaftlicher Probleme ausgeblendet werden. In diesem Sinne ist WERTHSCHULTEs Artikel Teil des Problems...

Ein weiterer Artikel von Tilman BAUMGÄRTEL über eine Ausstellung zum Berliner Szeneclub Dschungel ist ebenfalls Teil dieser Historisierungsnostalgie.  

 
   

ALTERAUGE, Vivian u.a. (2014): Einsame Spitze.
Hamburg ist Deutschlands Onlinedating-Hauptstadt. Jeder Sechste sucht hier im Netz nach Liebe oder Liebelei. Wer sind die Begehrtesten und was macht sie so erfolgreich?,
in:
ZEITmagazin Online v. 28.08.

 
   

Andreas Bernard - Die Leihmutterschaft als fragwürdigste Variante der Reproduktionstechnologien

DIEHL, Sarah (2014): Schlachtfeld Frauenkörper.
In der Debatte über Leihmutterschaft ­finden sich Parallelen zur Debatte über Sex- und Hausarbeit. Es geht um die patriarchale Regulierung des weiblichen Körpers, den es zu "schützen" gilt,
in:
Jungle World Nr.35 v. 28.08.

 
   

BMFSFJ (2014): Gesamtevaluation ehe- und familienbezogener Leistungen,
in: Im Fokus Nr.23 v. 27.08.

Mit der Studie Evaluation der Wirkung ehe‐ und familienbezogener Leistungen auf die Geburtenrate/Erfüllung von Kinderwünschen wird keineswegs die Wirkung der Bevölkerungspolitik umfassend evaluiert, denn die Stichprobe umfasst lediglich Paarhaushalte, d.h. weder Paare mit getrennter Haushaltsführung noch Alleinstehende mit Kinderwunsch werden berücksichtigt. Außen vor bleibt also die Frage, inwiefern die Bevölkerungspolitik durch die kinderlosenfeindliche Politik die Paarbildung als Voraussetzung der Familiengründung verhindert. Dazu wäre es zudem notwendig die normativen Aspekte einer solchen Politik unter die Lupe zu nehmen. Inwieweit die Prämissen der Studie überhaupt plausibel sind, ist dabei noch nicht einmal berücksichtigt.

Statt einer umfassenden Kritik der Studie werden sich die Medien wohl ihnen genehme Ergebnisse entsprechend ihrem bevölkerungspolitischen Familienleitbild heraussuchen.

SCHMOLLACK, Simone (2014): Geld macht doch Babys.
Familie: Kindergeld und Kitas sind gut, Ehegattensplitting ist schlecht. Das zeigt eine Untersuchung familienpolitischer Leistungen,
in:
TAZ v. 28.08.

 
   

SCHMOLLACK, Simone (2014): Fixe Partnerinnen.
Klischees: Ostfrauen sind so schön pragmatisch, heißt es gern. Aber Ostfrauen können mehr. Sie haben die heutige Republik entscheidend mitgeprägt,
in:
TAZ v. 26.08.

 
   

SCHMOLLACK, Simone (2014): Ehestreit bei den Grünen.
Steuerkonzept: Es kracht bei den Grünen - und wie zuletzt so oft dreht sich der Streit ums Geld. Fraktionschefin Katrin Göring-Eckardt stellt die Abschaffung des Ehegattensplittings infrage. Damit bringt sie Frauenpolitikerinnen aus der Partei gegen sich auf,
in:
TAZ v. 25.08.

SCHMOLLACK, Simone (2014): Mit der Ehe in die Mitte.
Über die Familienpolitik der Grünen,
in:
TAZ v. 25.08.

 
   

WEHNER, Markus (2014): Jetzt mal vielleicht eher ohne Zeigefinger.
Die Grünen kämpfen um ihre Zukunft. Göring-Eckardt schlägt irgendwas irgendwo ein - so was wie Pflöcke in so was wie Mitte,
in:
Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung v. 24.08.

"Göring-Eckardt, ehemals Präses der Synode der Evangelischen Kirche in Deutschland und vom Vater ihrer erwachsenen Söhne seit einiger Zeit getrennt, bricht eine Lanze für die Ehe", erzählt WEHNER um den "Sinneswandel" zu Ehe und Ehegattensplitting plausibel erscheinen zu lassen. Damit würden die Grünen lediglich das programmatisch nachvollziehen, was für ihre neubürgerliche Klientel längst Alltag ist. Bereits Anfang des Jahrtausends vollzog Katrin GÖRING-ECKARDT lediglich das programmatisch nach, was längst alltägliche Praxis war. Und auch was die damalige Situation der Partei betrifft, ist die heutige Situation ganz ähnlich. 

 
   

RÉTHY, Laura & Regina KÖHLER (2014): Pflege in Not – Berlins größte Herausforderung.
Im Jahr 2030 müssen 170.000 Berliner gepflegt werden – ein Anstieg um mehr als 50 Prozent. Es ist eine der größten Herausforderungen der Zukunft. Ist Berlin ihr gewachsen? Ein Report,
in:
Berliner Morgenpost v. 24.08.

"In Berlin werden heute 110.000 Menschen gepflegt. 2030 werden es 170.000 sein, ein Anstieg um mehr als die Hälfte. Die Zahl der über 80-Jährigen wird bis dahin um mehr als 80 Prozent zunehmen. Wie all diese Menschen adäquat versorgt werden sollen, ist nicht klar. Die Bertelsmann Stiftung hat errechnet, dass 2030 allein in Berlin 20.000 Pflegekräfte fehlen werden. Experten gehen davon aus, dass bald schon jeder dritte Schulabsolvent in Deutschland einen Beruf in der Pflege ergreifen müsste, um den Bedarf zu decken",

rechnen Laura RÉTHY & Regina KÖHLER vor. Die Datenbasis des Pflegereport 2030 der Bertelsmann Stiftung stammt aus dem Jahr 2009 und ist aufgrund des Zensus 2011 und des - gegen jegliche Prognose - stattfindende Bevölkerungswachstums vor allem in den Großstädten völlig veraltet.

Fragwürdig ist die Annahme zur Pflegebedürftigkeit, dass sich zwar die Lebenserwartung erhöht, aber dies keinerlei Auswirkungen auf den Gesundheitszustand hat. Der Statistiker Gerd BOSBACH hat solche Annahmen zu Recht kritisiert. Außerdem ist davon auszugehen, dass der Anteil der Einpersonenhaushalte bei älteren Menschen zurückgeht, weil sich der geschlechtsspezifische Altersunterschied von Paaren sowie die geschlechtsspezifische Lebenserwartung annähert. Inwiefern die zunehmende räumliche Mobilität bzw. politische Entscheidungen hinsichtlich der Pflegeversicherung einen Einfluss haben, das wäre anhand unterschiedlicher Szenarien zu klären.

Aufgrund der Realitätsferne der Annahmen sind Vorausberechnungen lediglich über 5 Jahre zu fordern. Dann kann nämlich überprüft werden, inwiefern die Annahmen überhaupt realistisch wareb. Außerdem ist zu fordern, dass die Annahmen der jeweils letzten Vorausberechnung und das Eintreffen bei jeder neuen Vorausberechnung mitzuliefern sind. Weil dies die Glaubwürdigkeit solcher Vorausberechnungen in Frage stellen würde, wird dies unterlassen. Stattdessen werden uns ständig neue Langfristvorausberechnungen vorgelegt, deren Überprüfbarkeit durch die langen Zeiträume verhindert werden.

Fazit: Statt Kaffeesatzleserei ist Transparenz gefordert!      

 
   

HUNGER, Anna/LUDWIG, Kristiana/SCHULZ, Daniel (2014): Sie glauben daran.
Bewegung: Lehrer protestieren gegen sexuelle Vielfalt, Sozialarbeiter verteilen Plastikembryos und die AfD macht damit Wahlkampf. Sind das erste Anzeichen einer deutschen Tea Party? Eine Spurensuche,
in:
TAZ v. 23.08.

 
   

MÜHL, Melanie (2014): Abtreibung bei Downsyndrom.
Der Biologe Richard Dawkins rät über Twitter zur Abtreibung aller Föten mit Downsyndrom. In unserer Optimierungsgesellschaft scheint er für sie keinen Platz zu sehen,
in:
Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 23.08.

 
   

SAFRANSKI, Rüdiger (2014): Meister, ihr steht unter Verdacht!
Das Werk erwächst aus dem Leben und schlägt dann wieder ins Leben zurück: Warum mich das biographische Schreiben interessiert. Und wie ich es mache,
in:
Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 22.08.

 
   

Tom Holert - Übergriffe

JURT, Pascal (2014): "Man traut der Kunst vielleicht zu viel zu".
Die Kunstkritik unterhält eine ambivalente Beziehung zu ihrem Gegenstand. Sie versucht einerseits eine Reflexion, was Distanz gegenüber ihrem Objekt voraussetzt, ist aber zugleich produktionsästhetisch, institutionell und diskursiv mit ihrem Gegenstand verbunden. Ein Gespräch mit dem Berliner Kunsttheoretiker und Künstler Tom Holert,
in:
Jungle World Nr.34 v. 21.08.

 
   

SAKKAS, Konstatin (2014): Wie die Babyboomer ihren Wohlstand sichern.
... während sich die Dreißigjährigen von Job zu Job hangeln?
in:
DeutschlandRadio v. 20.08.

"In keiner Generation ist der Anteil der Aufsteiger- und Migrantenkinder so hoch wie in unserer",

weis Konstantin SAKKAS, ein privilegierter Angehöriger der Generation @. Für seine Generation gilt genauso, was schon für die Generation Golf in der Jobkrise vor einem Jahrzehnt galt: Die Unterschiede innerhalb von  Generationen sind größer als die zwischen Generationen. Diese Ungleichheit wird in einer Gesellschaft der Langlebigen sogar noch zunehmen. Will der Generationenkrieger SAKKAS also nur davon ablenken?

 
   

ABÉ, Nicola (2014): Der entsorgte Vater.
Beziehungen: Immer mehr Frauen entscheiden sich dafür, ohne festen Partner ein Kind zu bekommen. Ist der Verzicht auf eine traditionelle Familie ein Akt der Befreiung?
in:
Spiegel Nr.34 v. 18.08.

Es gibt einen Trend, der lässt sich noch nicht einmal mit Zahlen belegen. Was macht man da? Man sucht sich drei Fallbeispiele, die den Trend demonstrieren sollen. Nicola ABÉ, die Reporterin, die sich kürzlich verteidigte, weil sie sich Eizellen einfrieren ließ, schreibt nun über Karrierefrauen, die freiwillig Single-Mutter werden:

"In ein paar Tagen wird Nadja eine Single-Mutter mit Kind sein, freiwillig alleinerziehend. Sie gehört dann zu einer Gruppe von Frauen, deren Lebensmodell nicht neu ist, aber offenbar immer populärer wird. Diese Frauen verabschieden sich von der Idee einer traditionellen Familie. Sie bekommen ihre Kinder allein. Biologische Väter finden sie im Internet oder im Bekanntenkreis. Den Nachwuchs ziehen sie mit Freunden, Verwandten und Gleichgesinnten groß."

Wie bei vielen westlichen urbanen Lebensstiltrends, lässt sich auch dieser Trend zur "Single"-Stadt New York zurückverfolgen:

"»Wir stellen einen echten Kulturwandel fest«, sagt die New Yorker Psychotherapeutin Jane Mattes, die bereits 1981 in den USA den Verein Single Mothers by Choice gegründet hat. (...). Inzwischen unterhält ihr Verein lokale Gruppen in mehr als 30 amerikanischen Städten, über ein Internetforum tauschen sich weltweit Mitglieder aus."

Es findet sich kein deutscher Soziologe, der Stellung nehmen will? Kein Problem, dann schreibt man eben:

"Das Phänomen nimmt auch in Deutschland zu - da sind sich Soziologen, Kulturwissenschaftler und Reproduktionsmediziner einig."

Mit Eva ILLOUZ, die Karrierefrauen zu Opfern der hedonistischen Karrieremännerwelt stilisiert, unterfüttert ABÉ ihr Trendszenario:

"Früher habe man von Männern erwartet, dass sie heiraten und Nachkommen in die Welt setzen. Dieser Druck sei mit der Auflösung patriarchaler Strukturen weggefallen. Heute mache es Sinn, ein hedonistischer Single zu sein (...).
Der gesellschaftliche Druck, Kinder zu bekommen, lastet auf den Frauen. In Beziehungen zu Männern haben sie deshalb schlechtere Karten - sofern sie sich das traditionelle Modell wünschen."

Interessanterweise findet sich genau diese Opfer-Sicht auch bei jenen Männern, die Takis WÜRGER porträtiert und die er "Incels" nennt, nur dass ihr Hauptproblem nicht das Kinderkriegen, sondern die Panik keine Partnerin zu finden:

"Abkürzung für den englischen Ausdruck »involuntary celibacy«, auf Deutsch bedeutet das »unfreiwillige Enthaltsamkeit«".

Was zudem auffällt, während jene Frauen, die sich für das Einfrieren von Eizellen entscheiden, als 34-Jährige inszeniert werden (d.h. bald die Grenze zur Spätgebärenden überschreiten), sind die porträtierten freiwilligen Single-Mütter um die 40-Jährige, also Frauen, die noch vor nicht einmal einem Jahrzehnt statistisch zu den dauerhaft Kinderlosen gezählt wurden.

Immer wieder wird betont, dass "die biologische Verbindung" mit dem eigenen Kind die letzte sichere Beziehung der Gegenwart sei. Oder umgekehrt formuliert: die größte Angst einer Mutter ist es, dass sich ihre Kinder von ihr abwenden könnten. Das neuerdings den Buchmarkt erreichende Phänomen der "Verlassenen Mutter" ist also die Kehrseite dieser Überhöhung der Mutter-Kind-Beziehung.

Werden die freiwilligen Single-Mütter von ABÉ nur deshalb zum Trend stilisiert, um eine solche Verhaltensweise als unakzeptabel zu brandmarken? Dafür spricht, dass die neutrale Beschreibung des Trends gegen Ende des Artikels mit einer negativen Bewertung abgeschlossen wird:

"Das Modell der freiwilligen Single-Mutter hat die altbekannte Kehrseite: Die Erziehung von Kindern ist wieder weitgehend Frauensache: Es besteht die Gefahr, dass die Mütter eben wirklich allein bleiben, mit der doppelten Arbeitsbelastung, dem finanziellen Risiko. Statt die Idee des fürsorglichen Vaters zu stärken, leisten Single-Mütter auch dem ungebundenen Mann Vorschub, der ohne jegliche Verpflichtung Kinder in die Welt setzen kann."

Dies steht im Einklang mit jener Frontlinie, die auch für das Buch Kinder machen von Andreas BERNARD kennzeichnend ist.  

WÜRGER, Takis (2014): Männlich, ledig, lebensgefährlich.
Amok: Der Mann, der im Mai in Santa Barbara sechs Menschen tötete, gehörte einer obskuren Gemeinde an: Sogenannte Incels leben unfreiwillig als Single, und manche entwickeln einen Hass auf Frauen, der tödlich enden kann. Wer sind diese Männer?
in:
Spiegel Nr.34 v. 18.08.

 
   

OTTE, Carsten (2014): Männer, die kochen, haben besseren Sex.
Wir leben in einer gastrosexuellen Gesellschaft: Kochen macht Eindruck auf Freunde und Geliebte,
in:
Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung v. 17.08.

 
   

BERNAU, Patrick (2014): Lieber arbeiten als Kinder hüten.
Der Sonntagsökonom: Mütter haben weniger Stress und bleiben gesünder, wenn sie Vollzeit arbeiten,
in:
Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung v. 17.08.

 
   

SCHAAF, Julia (2014): Pass auf, sonst wirst du wie dein Bruder.
Eltern lieben alle ihre Kinder gleich, heißt es. Doch manche ziehen insgeheim eines vor. So etwas kann schlimme Folgen haben - selbst für das Lieblingskind,
in:
Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung v. 17.08.

 
   

WOLDING, Philipp (2014): Mit dem Rollator zum Krafttraining.
Deutsche werden immer älter und pflegebedürftiger. Fachkräfte, die sich um die Betagten kümmern, fehlen. Im fränkischen Rödental will man das Dilemma nun mit einem Experiment lösen. Ein Besuch im seniorenfreundlichsten Ort Deutschlands,
in:
Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung v. 17.08.

 
       
 

[ zum Seitenanfang ]

Zu den News vom 08. - 16. August 2014
 

   
  • Rezensionen zum Single-Dasein finden sie hier

 
 
   

Bitte beachten Sie:
single-dasein.de ist nicht verantwortlich für die Inhalte externer Internetseiten

 
 
  [Suche] [ Homepage ]
 
   
© 2000-2014
Bernd Kittlaus
Bernds@single-dasein.de Stand: 01. September 2014