| |
|
[
News-Hauptseite
]
[ Suche ] [ Homepage ]
|
|
| |
|
Medienrundschau:
|
|
| |
|
|
|
| |
|
|
|
| |
|
|
|
| |
|
|
|
| |
|
|
|
| |
|
News vom
19. - 31. Dezember 2010
|
|
| |
|
|
|
| |
|
|
|
| |
|
|
|
| |
|
Zitat
des Monats:
Der Schuldendienst der
Mittelschicht und das neue Finanzbildungsbürgertum
"BENJAMIN
V. STUCKRAD-BARRE: Es gab bei früheren Generationen noch die
angestrebte Gleichzeitigkeit von Anschaffungen. (...) Heute
entsteht die Verschuldung aber nicht mehr durch Investitionen,
sondern direkt und indirekt durch das Nachtleben. (...).
ECKHART
NICKEL: Das Interessante daran ist, daß sich sämtliche
Geldvorgänge bald nur noch in einem Bereich abspielen, der
unter Null beginnt und eigentlich Nichts-Haben, also Armut,
bedeutet. (...).
Und trotzdem ist es unserer Generation möglich, dank den
modernen Methoden der Geldinstitute sehr anständig zu leben.
(...)
CHRISTIAN KRACHT: Das liegt aber daran, daß wir hemmungslos
über unsere Verhältnisse leben. Wir müßten im Grunde viel mehr
Geld verdienen, um unseren Lebensstil rechtfertigen zu können.
(...).
JOACHIM BESSING: Schon bald nach Erteilung des ersten
Dispokredits erscheint einem der Saldo Null als einzig
wiederherzustellender Zustand. Null wird zum Ziel. Null wird
zum gesunden Punkt.
ECKHART NICKEL: also nichts haben im Grunde.
(aus:
"Tristesse Royale", 1999, S.20f.)
"Das
globale ökonomische System war niemals für eine große
Mittelschicht ausgelegt. In Europa und allen anderen
industrialisierten Teilen der Welt wird es bald wieder so
sein, wie es in der Geschichte der menschlichen Zivilisation
fast immer war und wie es dem Grundprinzip dieses Systems
entspricht: Es wird wenige geben, die viel haben, und viele,
die nichts haben. (2010, S.10)
Spätestens
beim nächsten Aufschwung wird sich ganz eindeutig zeigen, in
welchem Ausmaß die Finanzkrise die Reichen einmal mehr noch
reicher gemacht und euch, die Mittelschicht, noch weiter
dezimiert hat. Dann werden die Soziologen am Zug sein und den
unaufhaltsamen gesellschaftlichen Trend der zerfallenden
Mittelschicht analysieren, an dem in Wirklichkeit nur eines
schuld ist: euer ökonomisches Unwissen." (2010, S.103)
Konsumidioten
(...) sind die Melkkühe Nummer eins des Systems. Als
Unternehmer gehen sie pleite, als Angestellte tappen sie in
die Schuldenfalle." (2010, S.129)
(aus: Gerald Hörhan
"Investment Punk")
"Finanzbildungsoffensiven,
die mit der Abgrenzung gegenüber »finanziellen Analphabeten«
werben, (können) als distinktionsorientierter Diskurs
begriffen werden, der in Deutschland im Kontext eines
Kulturkampfs neuer Bürgerlichkeit zu verorten ist (...).
Initiativen
zur Hebung der Finanzbildung transportieren ein Leitbild, das
mit dem Begriff Finanzbildungsbürgertum charakterisiert werden
kann. Dieser bezeichnet eine neuartige Aufladung des
Bildungsbürgertums und seiner sozialen Mechanismen unter
Bedingungen der Finanzialisierung.
(...).
Die vom Leitbild Finanzbildungsbürgertum geprägte Kultivierung
der Eigenverantwortung und persönlichen Kompetenz trägt zu
einer gesellschaftlichen Ordnungsvorstellung bei, in der
gesellschaftliche Verantwortung und Lastenteilung für
Risikovorsorge delegitimiert wird."
(Beat Weber in
"Finanzbildungsbürgertum und die Finanzialisierung des
Alltags", Prokla, Nr.3, 2010, S.388f.)
|
|
|
| |
|
|
|
| |
|
|
Ab sofort finden Sie
auf der Website
www.single-luege.de
einen monatlichen Rückblick auf das Single-Dasein im Spiegel der
Medien. Auf einer Seite übersichtlich zusammengefasst und verlinkt.
Den aktuellen Rückblick August 2010 finden Sie
hier. |
|
|
| |
|
|
|
| |
|
|
|
| |
|
psychosozial-Thema:
Die neuen Medien als Lebensräume.
Virtuelle Neoheimaten und Fluchten |
DÖRING, Nicola (2010): Wie wir Liebes- und Sexpartner im Internet
finden.
Der aktuelle Forschungsstand,
in: psychosozial Nr.122, Heft 4
|
|
| |
|
WILKOSZEWSKI, Harald (2010): Sozialpolitisches Überraschungsei.
Der demografische Wandel stellt die zukünftige Sozialpolitik vor
drei zentrale Fragen, für die es in Deutschland bislang kaum ein
Bewusstsein gibt,
in: Berliner Republik, Heft 5
ALLMENDINGER,
Jutta (2010): Verschenkte Potenziale.
Alle reden vom Fachkräftemangel, doch eine riesige
gesellschaftliche Gruppe wird dabei viel zu wenig thematisiert: Rund
5,6 Millionen Frauen zwischen 25 und 59 Jahren sind nicht
erwerbstätig. Das kann sich Deutschland nicht mehr leisten - weder
ökonomisch noch moralisch,
in: Berliner Republik, Heft 5
|
|
| |
|
BISKUP, Harald (2010): Rollstuhl-Karawane ins Jugendzentrum.
Arnsberg wurde zur "seniorenfreundlichen Stadt" gewählt - Die
Zukunftsagentur im Rathaus macht aus Ruheständlern hilfreiche
Ehrenamtler, die mitten im Leben bleiben - Realschüler trainieren
Rentner an Handys und PC,
in: Kölner Stadt-Anzeiger v. 31.12.
|
|
| |
|
BREKER,
Gerd (2010): "Komplett an den Wünschen der Eltern vorbei".
Im Gespräch: Grünen-Familienexpertin Ekin Deligöz lehnt
Betreuungsgeld ab,
in: DeutschlandRadio v. 30.12.
|
|
| |
|
KITZLER, Jan-Christoph (2010): "Ältere Menschen haben eine Menge zu
bieten".
Im Gespräch: Altersforscher Thomas Klie. Demografischer Wandel
erfordert Gestaltung,
in: DeutschlandRadio v. 30.12.
|
|
| |
|
BERTH, Felix (2010): Boom, Baby!
Warum viele Frauen die Kinderfrage lange Zeit aufgeschoben haben -
und sie nun mit Ja beantworten,
in: Süddeutsche Zeitung v. 30.12.
|
Bereits am 19. Dezember hat single-dasein.de anlässlich des
FAS-Artikels Elterngeld zeugt keine
Kinder die Sachlage zu Elterngeld und Geburtenrate
analysiert und darauf hingewiesen, dass SZ und ZEIT
die schlechten Zahlen von 2009 aussitzen, aber die Befürworter
durch eine Agenturmeldung Aufwind bekommen würden.
Nun
ist zumindest bei der SZ die Zeit des Aussitzens vorbei.
Felix BERTH bereitete unter der Schlagzeile Geburtenwunder
bereits in der gestrigen SZ auf das heutige Tagesthema vor:
"Hält jemand das Elterngeld für
sinnvoll, weil es die Sicherheit junger Paare erhöht, so wird auch
der kleinste positive Trend bei den Geburtenraten in eine
Erfolgsmeldung umgedeutet. Hält jemand das Elterngeld für einen
Auswuchs des Wohlfahrtsstaates, betont man lieber, dass die
Kinderzahl nicht gestiegen ist."
BERTH hält sich an sein Skript
und deutet als Befürworter des Elterngeldes die
Zahlen für die ersten drei Quartale 2010 auf der Homepage des
Statistischen Bundesamtes als positiven Trend. Nicht nur
die absolute Zahl sei zum Vorjahr gestiegen, sondern auch die
Geburtenrate. Bei anhaltend zurückgehender Zahl der Frauen im
gebärfähigen Alter, sieht BERTH jetzt die letzte Gelegenheit für
die Frauen der Baby-Boomer-Generation angebrochen:
"Vor der endgültigen
Entscheidung stehen derzeit viele Frauen, die zur Generation der
Baby-Boomer gehören. Sie kamen in den späten sechziger und frühen
siebziger Jahren zur Welt, bevor der »Pillenknick« einsetzte."
BERTH definiert die
Baby-Boomer-Generation im Gegensatz zu wissenschaftlichen
Definitionen sehr großzügig. Im
GeroStat Report Altersdaten werden die Baby-Boomer z.B.
als die Jahrgänge 1959 - 1968 charakterisiert.
Zwischen
1968 und 1973 gab es in Deutschland einen rapiden Rückgang
potenzieller Mütter aufgrund des Geburtenrückgangs. Da es in den
Jahren danach jedoch größere Zuwanderungsgewinne gab, ist das
Reservoir potenzieller Mütter dieser Jahrgänge heutzutage größer
als damals.
In
der Welt nennt Claudia EHRENSTEIN die Geburtenanteile
verschiedener Altersgruppen für das Jahr 2009.
|
Altersgruppen |
Geburtenzahlen 2009 |
| 30-34
Jährige |
208.927 |
| 35-39
Jährige |
116.061 |
| 40 und
älter |
ca.
28.000 |
Die Jahrgänge 1968 - 1970
gehören 2010 den 40Jährigen und Älteren an, die höchstens noch bei
den Frauen mit Hochschulabschluss in geringem Ausmaß zu den
Geburten beitragen. BERTH suggeriert jedoch, dass mit einem Zitat
von Michaela KREYENFELD vor allem die Zunahme der Geburten in der
Altersgruppe 40 Plus und allenfalls der Spätgebärenden in den
späten 30er Jahren gemeint seien. KREYENFELD spricht jedoch nur
vom Stillstand beim Geburtenaufschub. Dies bezieht sich jedoch
nicht nur auf die von BERTH hervorgehobene Altersgruppe, sondern
auf das durchschnittliche Gebäralter, das sich auf alle
gebärfähigen Frauenjahrgänge bezieht. Es könnte also sein, dass
jüngere Frauenjahrgänge wieder vermehrt früher ihre Kinder
bekommen.
Geburtenanstiege
müssen nicht unbedingt das Resultat einer höheren Geburtenrate
sein, sondern können auf der Veränderung des Generationenabstandes
- wie man früher sagte - bzw. der Tempoeffekte beruhen.
Auf
Spiegel Online versuchte Philipp WITTROCK zu erklären,
warum Deutschland vergeblich auf einen Babyboom hofft. Zur
Dementierung der SZ setzt er auf den Nationalkonservativen Herwig
BIRG, der um die Jahrtausendwende
maßgeblich für die Fehleinschätzung der Kinderlosigkeit in
Deutschland verantwortlich war.
Skeptiker
verweisen auf die Fehleinschätzungen der vergangenen Jahre, wonach
des Öfteren ein Babyboom proklamiert wurde, der sich dann doch
nicht erfüllte. Jenseits verzerrter Berichterstattung aufgrund der
Befürwortung oder Ablehnung des Elterngeldes, zeigt sich aber,
dass die Deutungshoheit der Nationalkonservativen im Schlepptau
von Herwig BIRG mit dem Mikrozensus 2008 bröckelt.
Die
Anzeichen für schwere Fehleinschätzungen bezüglich der
Kinderlosigkeit in Deutschland reißen nicht ab. Im kürzlich
erschienen Heft 1-2/2009 der Zeitschrift für
Bevölkerungswissenschaft muss der Bevölkerungswissenschaftler
Jürgen DORBRITZ eingestehen, dass der Generations and Gender
Survey (GGS) des Instituts für
Bevölkerungswissenschaft, der Aufschluss über den
demografischen Wandel geben sollte, ausgerechnet im Hinblick auf
die Kinderlosigkeit und die Paarbildung gravierende Mängel
aufweist:
"Als unbefriedigend sind
insbesondere die zur Kinderlosigkeit erhobenen Daten einzustufen.
Eine Überprüfung anhand der Daten des Mikrozensus 2008 für die
Geburtsjahrgänge 1933 - 1979 zeigt zwei Abweichungen des GGS. In
den Kohorten 1933 bis 1963 wird die Kinderlosigkeit deutlich
überschätzt, in den Kohorten 1965 bis 1973 ist der Anteil
kinderloser Frauen dagegen zu niedrig.
(...).
Ähnliche Schwächen zeigen sich auch bei der Partnerschaftsbildung
und der Eheschließung im Lebenslauf. (...). Der Anteil dauerhaft
partnerloser und unverheirateter westdeutscher Frauen ist zu hoch
und besonders die Muster der älteren Kohorten (z.B. 1930er
Jahrgänge) sind bezüglich des Anteils verheirateter Frauen nicht
kongruent mit der amtlichen Statistik.
Es hat sich damit ein Schwachpunkt des GGS gezeigt, der seit der
Verfügbarkeit der Daten des Mikrozensus zur Kinderlosigkeit auch
mit Fakten untermauert werden kann. (2009, S.14ff.)"
Insbesondere
Michaela KREYENFELD hat aufgrund ihrer wichtigen Forschungen
zur Kinderlosigkeit und zur Geburtenentwicklung bereits frühzeitig
auf die Probleme des - bei den deutschen
Bevölkerungswissenschaftlern viel genutzten - Surveys hingewiesen,
die sich nun offensichtlich bestätigt haben.
Bereits
das lange Ausbleiben dieser und früherer Publikationen deutete auf
gravierende Datenprobleme hin.
Bereits im Jahr 2007 kritisierte single-generation.de
die Sichtweise von Jürgen DORBRITZ zur Kultur der Kinderlosigkeit
und benannte das Datendesaster, das bis zuletzt immer wieder
beschönigt wurde.
Die
von Nationalkonservativen in Umlauf gebrachte These, dass eine
Geburtenrate von
1,3 (Lowest-Low-Fertilität-Land) sozusagen einen Point auf no
Return darstellen würde, wurde zuletzt auch vom "Vater des
Elterngeldes" Bert RÜRUP aufgegriffen:
"Wenn Kinderlosigkeit seit
langem verbreitet und gesellschaftlich akzeptiert ist, wird man
durch mehr Geld die Gebärfreude nicht erhöhen können. Unsere
familienpolitischen Vorbilder Schweden oder Frankreich waren nie
in einer solchen Geburtenfalle, und Modelle oder historische
Beispiele, wie ein Land aus einer solchen Falle herauskommt, gibt
es nicht."
Es könnte sein, dass sich diese
pessimistischen Sichtweisen in den nächsten Jahren als haltlos
erweisen. Sie scheinen jedoch politisch attraktiv zu sein, um
weitere Reformen durchzusetzen. Schließlich soll
2011 das Jahr der Pflegereform werden und da sind positive
Meldungen kontraproduktiv.
|
BERTH, Felix (2010): Die Kopftuch-Legende.
Bekommen Einwanderer mehr Kinder als Deutsche? Untersuchungen
zeigen, dass die Geburtenrate von Migrantinnen seit Jahrzehnten sinkt,
in: Süddeutsche Zeitung v. 30.12.
|
|
| |
|
BIGALKE, Silke (2010): Was Liebe wert ist.
Psychologen erforschen die Geldbeziehungen von Paaren: Erst sind
die Finanzen tabu, später häufig Streitthema. In zweiter Ehe bestehen
viele auf ihr eigenes Konto,
in: Süddeutsche Zeitung v. 30.12.
|
|
| |
|
MENKENS, Sabine (2010): Boom, Baby?
Die Geburtenrate steigt wieder. Doch für Deutungen ist es noch zu
früh,
in: Welt v. 30.12.
|
|
| |
|
SAUER, Stefan (2010): Hoffnung auf mehr Geburten.
Statistik: Vorläufige Zahlen lassen spürbaren Anstieg erkennen -
Für Nordrhein-Westfalen zeichnen sich aber kaum Veränderungen ab,
in: Kölner Stadt-Anzeiger v. 30.12.
SAUER, Stefan (2010): Rückkehr der Zuversicht.
Zahl der Neugeborenen offenbar gestiegen,
in: Kölner Stadt-Anzeiger v. 30.12.
SAUER, Stefan (2010): Vorsichtige Freude über jedes neue Kind.
Statistik: Familienministerium reagiert zurückhaltend auf
vorläufige Zahlen zur Geburtenentwicklung,
in: Kölner Stadt-Anzeiger v. 30.12.
|
|
| |
|
BOLDT, Kirsten (2010): Aus Minderheiten wird die Mehrheit.
Köln zögert den demografischen Wandel hinaus - Experten sprechen
von "geborgter Jugendlichkeit",
in: Kölner Stadt-Anzeiger v. 30.12.
|
|
| |
|
BUTTERWEGGE, Christoph (2010): Mit dem Mut zur Heuchelei.
2010 war ein verlorenes Jahr im Kampf gegen die Armut. 2011 wird
dem Ehrenamt gewidmet. Nach der Devise: Der Sozialstaat geht, und die
freiwilligen Helfer kommen,
in: Frankfurter Rundschau v. 30.12.
|
|
| |
|
BERTH, Felix (2010): In Deutschland kommen mehr Kinder zur Welt.
Berechnungen des Statistischen Bundesamtes: Zwischen Januar und
September 2010 wurden fast 20 000 Babys mehr geboren als ein Jahr
zuvor,
in: Süddeutsche Zeitung v. 29.12.
BERTH, Felix (2010): Geburtenwunder,
in: Süddeutsche Zeitung v. 29.12.
|
|
| |
|
BOS, Christian (2010): Wenn der Pop Falten legt.
Wo bleibt die Musik, wenn ihre jugendliche Hörerschaft ausstirbt?
Oder altert sie mit ihren Fans?
in: Kölner Stadt-Anzeiger v. 29.12.
|
|
| |
|
SEEGERS, Armgard (2010): Den Deutschen geht der Nachwuchs aus.
Wichtigster Vorsatz kinderloser Männer unter 45 müsste es sein,
endlich Vater zu werden. Denn der mangelnde Nachwuchs liegt vor allem
an ihnen,
in: Hamburger Abendblatt v. 28.12.
"Nach einer Studie der Bertelsmann-Stiftung sind 35 Prozent der
unter 45-jährigen Männer in Deutschland kinderlos. 30 Prozent
wollen es bleiben",
erklärt uns SEEGERS. Gerade im Bereich der Forschung zur
Kinderlosigkeit gibt es in Deutschland ein
Datendesaster. Während es seit
2008 amtliche Zahlen zur Kinderlosigkeit von Frauen gibt, fehlen
solche Zahlen für Männer weiterhin.
Populäre
Deutungsmuster wie der "Zeugungsstreik" lassen sich nach
Auffassung von Soziologen wie
Thomas KLEIN nicht bestätigen, sondern die höheren
Kinderlosenzahlen von Männern im Vergleich zu Frauen haben sehr
unterschiedliche Gründe: Im Gegensatz zu Frauen haben Männer keine
Gewissheit darüber, ob sie wirklich kinderlos sind. Bei
Partnerschaften ist die Frau häufig jünger als der Mann,
Alphamänner haben oftmals Kinder von verschiedenen Frauen, während
gering verdienende Männer bzw. Langzeitarbeitslose keine Frau
finden. Zudem gibt es einen Männerüberschuss bei den jüngeren
Männern.
Die
Zahlen, die SEEGERS präsentiert, sind insgesamt gesehen wenig
aussagekräftig. Bei einem Durchschnittsalter von über 30 Jahren
bei der Zeugung, sind viele Männer der 35 % Noch-Kinderlose. 41 -
45 jährige Frauen sind 2009 nach einer
Meldung des
Statistischen Bundesamtes nur zu ca. 20 % kinderlos
gewesen.
"Frauen im Alter zwischen 15 und 45 Jahren bekommen in Deutschland
durchschnittlich nur 1,36 Kinder, zeigt die jüngste Statistik für
2010",
behauptet SEEGERS. Es handelt sich jedoch nicht um die Statistik
für 2010, sondern für 2009. Für 2010 wird dagegen ein
Geburtenanstieg erwartet.
|
|
|
| |
|
FAZ-Wirtschaftsthema: Reform der Pflegeversicherung.
Bundesgesundheitsminister Rösler hat 2011 zum Jahr der Pflege
erklärt
KRON, Philipp (2010): 20 Euro Pflegeriester könnten für eine
Versorgung reichen,
in: Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 28.12.
MIHM,
Andreas & Peter KRON (2010): Pflege soll selbständiger machen.
Künftiger Finanzbedarf wird vom Pflegebegriff abhängen,
in: Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 28.12.
MIHM, Andreas (2010): "Kapitalrücklagen beim Staat sind nicht sicher
vor Zweckentfremdung".
Im Gespräch: Rheinhold Schulte, Vorsitzender des Verbands der
Privaten Krankenversicherung (PKV),
in: Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 28.12.
|
|
| |
|
RADUNSKI, Michael (2010): Alt, schwul und bald nicht mehr einsam.
In Berlin entsteht Europas erstes Mehrgenerationenhaus für
homosexuelle Frauen und Männer,
in: Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 28.12.
|
|
| |
|
SCHULZ, Corinna (2010): Wettbewerb um die Besten.
Wie ein Eifeler Unternehmen erfolgreich um qualifizierten Nachwuchs
kämpft,
in: Kölner Stadt-Anzeiger v. 28.12.
|
|
| |
|
PETER, Tobias (2010): Die Jugend regiert ganz leise.
Die Wähler werden älter, doch Monheim macht einen 27-Jährigen zum
Bürgermeister,
in: Kölner Stadt-Anzeiger v. 27.12.
|
|
| |
|
KLONOVSKY, Michael (2010): Ein Nagel im Sarg des westlichen
Menschen.
Nach dem Fest der Familie ein Wort zu ihren Zerstörern: was Gender
und Gender-Mainstreaming mit Dekadenz zu tun haben,
in: Focus Nr.52 v. 27.12.
|
|
| |
|
BRINCK,
Christine (2010): Totgesagte leben länger.
Ob glücklich oder nicht: Die traditionelle Familie ist lebendig
und alternativlos. Und die Gesellschaft ist auf sie angewiesen,
in: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung v. 26.12.2010
|
|
| |
|
FAS-Wirtschaftsthema: Die heilige Familie
KLOEPFER,
Inge & Konrad MRUSEK (2010): "Alle Kinder sollten mit Musik
aufwachsen".
Arbeitsministerin Ursula von der Leyen, CDU, über ihr
umstrittenes Bildungspaket, bürgerliche Ideale und den Segen von
Sportvereinen,
in: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung v. 26.12.2010
NIENHAUS, Lisa (2010): Der ganz normale Familienbetrieb.
Die Familie ist eine Firma. Oma ist der Chef, Opa Aufsichtsrat.
Mutter und Vater produzieren das, worauf es ankommt: die Kinder. Und
am Ende profitiert sogar der Staat. Eine kleine Ökonomie der
Familie,
in: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung v. 26.12.2010
|
Beim Thema Kinderkriegen herrscht in der FAS derzeit
Orientierungslosigkeit:
"Ökonomen (...) helfen dabei zu
erklären, wieso es überhaupt sinnvoll ist, Geld an Familien
fließen zu lassen. Und sie sind gut darin, herauszufinden, wohin
das Geld am besten fließen sollte. Kindergeld? Elterngeld?
Kita-Ausbau? In Deutschland untersucht das gerade eine
Forschergruppe, die von Finanzministerium und Familienministerium
gemeinsam eingesetzt wurde. Fertig werden sie allerdings erst
2013."
Was macht man also, wenn die
Ökonomen selber ratlos sind? Bis 2013 können die Journalisten ja
nicht warten, also verdoppeln sie die Ratlosigkeit der Ökonomen.
Der Ökonom Gary BECKER, so etwas wie der Papst in Familienfragen
(dank Nobelpreis) ist als Rechtfertigungsinstanz der
Hausfrauenfamilie durch die Dominanz der Doppelkarriere-Familie
ins Abseits geraten. Der Stein der Weisen wurde von den
Konservativen bislang aber noch nicht gefunden, sondern nur von
den Sozialdemokraten, die in Gösta ESPING-ANDERSEN ihren neuen
Guru gefunden haben. Also stochern NIENHAUS und BERNAU im Nebel
herum und zitieren ein paar Ökonomen wie Christina BOLL,
Alessandro CIGNO oder Martin WERDING, nur um letztendlich zu
erklären, dass die Ökonomen mit ihrem Latein am Ende sind.
Neben
den Artikeln gibt es auch noch Leserbriefe zum
Elterngeld-Artikel von Bettina WEIGUNY, die ein großes
Spektrum an Reaktionen abdecken.
Von den insgesamt 120 Internetkommentaren werden 13 abgedeckt:
"Klar,
Geld zeugt keine Kinder.
Aber das ist noch lange kein
Grund, je Kind knapp 80.000 € über die Sozialsysteme an die
Kinderlosen zu transferieren.
Die einschlägige Studie des IFO-Instituts ist aktueller denn je.
Das Gejaule der Kinderlosen ist unerträglich!"
motzt z.B. ein Leser.
|
BERNAU, Patrick (2010): So funktioniert die Ehe.
Die erste Liebe trifft man an der Uni, die zweite im Büro,
in: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung v. 26.12.2010
NIENHAUS, Lisa (2010): Darum kriegen wir Kinder.
Liebe ist das eine. Das andere sind Opportunitätskosten,
in: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung v. 26.12.2010
NIENHAUS, Lisa & Patrick BERNAU (2010): "Familie ist eine
Organisation, die Freude produziert".
Gary Becker erhielt 1992 den Nobelpreis für seine Forschungen zur
Familie. Der amerikanische Ökonom spricht über die harte Arbeit am
Kind und den Lohn der Liebe,
in: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung v. 26.12.2010
|
|
| |
|
ROSENFELDER, Andreas (2010): Das Herz ist ein einsamer Jäger.
In der Schweiz der Sexualität: Die "London Review of Books" will
ihre legendären Kontaktanzeigen abschaffen,
in: Welt v. 24.12.
|
|
| |
|
STREISAND, Lea David (2010): Aus Tradition Terminprobleme.
Familienfest: Als Scheidungskind kommt man an Weihnachten ganz
schön rum. Schließlich wollen mehrere Väter beziehungsweise Mütter und
die dazugehörigen Großeltern unter einen Hut gebracht werden,
in: TAZ v. 24.12.
|
|
| |
|
DENK, David (2010): "Was soll ich sagen? Es war Liebe".
Heimeliges: Ein Gespräch mit Funny van Dannen über Weihnachten, die
Kleinfamilie und sein neues Best-of-Album,
in: TAZ v. 24.12.
|
|
| |
|
SIEBERT, Sven (2010): Ist das Elterngeld gescheitert?
Der Staat zahlt Milliarden an junge Eltern, aber die Geburtenzahlen
gehen weiter zurück. Doch für eine Bilanz ist es zu früh,
in: Sächsische Zeitung v. 24.12.
|
|
| |
|
SARRAZIN, Thilo (2010): "Ich hätte eine Staatskrise auslösen
können".
Soeben teilt mir der Verlag mit, dass sich mein Buch "Deutschland
schafft sich ab" 1,2 Millionen Mal verkauft hat. Noch ist Zeit, es der
Bundeskanzlerin und dem Bundespräsidenten unter den Weihnachtsbaum zu
legen. Christian Wulff sollte man auch Goethes "West-östlichen Divan"
schenken, damit er nicht mehr verharmlosend daraus zitiert. Goethe
wusste vor zweihundert Jahren mehr vom Islam als unser
Bundespräsident. Lektionen aus einem Jahr,
in: Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 24.12.
"Es ist nicht nur so, dass
keineswegs keiner Sarrazins Thesen bestritten hat - sondern es
ist vielmehr so, dass die Experten geradezu kohortenweise über
Sarrazins Kurzschlüsse hergefallen sind. Es sind nämlich nicht
die Daten falsch, die er nutzt. Sondern die Schlüsse, die er
daraus zieht"
behauptet Jakob AUGSTEIN
im Freitag Online.
Es sind aber nicht nur die Schlüsse von Thilo SARRAZIN falsch,
sondern auch die Daten sind falsch!
Zur Kinderlosigkeit hält SARRAZIN in seinem Buch an empirisch
widerlegten Daten fest. Der eigentliche Skandal ist also, dass
unsere Journalisten SARRAZIN in jeglicher Hinsicht schonen und ihm
falsche Daten durchgehen lassen. Denn im Grunde sympathisieren sie
mit ihm.
|
|
|
| |
|
BERGER, Michael B. (2010): Jesus, der Single.
Wir sind noch einmal davongekommen: Der Tannenbaum steht und
wackelt kaum, der Kühlschrank ist gefüllt, die Pakete sind zur Post,
der Braten ist in der Röhre, der Rest der Verwandtschaft rückt an, die
Tochter schreit, alles ist bereit,
in: Hannoversche Allgemeine Online v. 24.12.
|
|
| |
|
PETER, Tobias (2010): Ein Land trägt Schwarz, Rot, Grau.
Die Deutschen werden immer weniger und zugleich älter - Neue Serie
zum demografischen Wandel
in: Kölner Stadt-Anzeiger v. 23.12.
|
Wie single-dasein.de bereits
am 3. September anlässlich der Hart aber fair-Sendung
mit Thilo SARRAZIN anmerkte, können Prognosen jetzt nicht mehr
einfach als unumstritten gelten wie das noch zu Zeiten der Agenda
2010 war.
PETER hält zwar 120 Jahre-Prognosen wie bei Thilo SARRAZIN für
unrealistisch. Doch die Prognosen des Statistischen Bundesamtes
bis 2050 seien realistisch. Im Gegensatz zu den Debatten der
Vergangenheit ist PETER jedoch vorsichtig, denn 75 Millionen
Menschen in Deutschland bis 2050 bedeuten
im Spiegel aller Bevölkerungsvorausberechnungen für das
wiedervereinigte Deutschland eine optimistische Sicht. Geht es
um die konkrete regionale Bevölkerungsentwicklung in
Nordrhein-Westfalen, dann wird "nur" eine Vorausberechnung bis ins
Jahr 2030 dargestellt.
|
KLINKHAMMER, Gudrun (2010): Wenn Leere einzieht, wo einst Leben war.
Die kleine Gemeinde Hellenthal in der Eifel verliert Deutschen
werden immer weniger und zugleich älter - Neue Serie zum
demografischen Wandel
in: Kölner Stadt-Anzeiger v. 23.12.
|
|
| |
|
JUNGLE
WORLD-Thema:
Der kommende Aufstand.
Die
Jugend von heute |
FARIN, Klaus (2010): Schlimmer wird's immer.
Warum jede Generation von Jugendlichen noch schlimmer zu sein
scheint als die vorherige, warum sich Jugendliche nicht mehr im
SPD-Ortsverein engagieren wollen, obwohl sie engagierter sind als die
vielbeschworenen Achtundsechziger, und inwiefern die Jugend von heute
die bravste aller Zeiten ist. Fünf Thesen über die Jugend von heute
nebst zweier Randnotizen,
in: Jungle World Nr.51 v. 23.12.
|
|
| |
|
RÜHLE, Alex (2010): Die Sonderbegabten.
Die Sonderbegabten: Einst waren Nerds die mit den durchgeschwitzten
Hemdachseln, heute schwingt bei dem Begriff geheime Bewunderung mit:
Assange und Obama gelten als Nerds. Von Genies, die Hilfe brauchen,
in: Süddeutsche Zeitung v. 23.12.
|
|
| |
|
RATH, Christian (2010): Umgangsrecht biologischer Väter gestärkt.
Straßburg: Die Mutter verweigert A. Kontakt zu seinen Kindern. Vor
dem Menschenrechtsgerichtshof erzielt er nun einen Teilerfolg,
in: TAZ v. 22.12.
SCHMOLLACK, Simone (2010): Recht auf den leiblichen Vater,
in: TAZ v. 22.12.
|
|
| |
|
Wort des Jahres: Wutbürger
SCHLÜTER, Christian (2010): Das letzte Aufgebot.
Wort des Jahres 2010: Der moderne Kleinbürger heißt jetzt
"Wutbürger" und probt wieder einmal den Aufstand. Doch es hilft
nichts: Diesmal geht es ihm an den Kragen,
in: Frankfurter Rundschau v. 22.12.
|
|
| |
|
|
|
| |
|
SCHERBOV, Sergei & Warren SANDERSON (2010): Negative Folgen der
Alterung bisland überbewertet.
Neue Maßzahlen für aktuelle Bevölkerungsentwicklung,
in:
Demografische Forschung aus erster Hand, Heft 4, 20.12.
Der Untergang des Abendganges,
den die Hysteriker von
FAZ und
SZ
ständig neu beschwören, muss abgesagt werden. SCHERBOV & SANDERSON
kritisieren den bislang gängigen Maßstab des Altersquotienten, der
das Verhältnis der Erwerbsfähigen zu den Rentnern ausdrücken soll.
Diese Maßzahl, die nicht einmal die letzten Jahrzehnte angemessen
beschrieben hat, angesichts der
massenhaften Zunahme Postadoleszenter 15 - 30 Jähriger
(Auszubildende, Studenten und Praktikanten) und der gleichzeitigen
Frühverrentungspraxis der Unternehmen.
Verniedlicht
dieser Altersquotient sozusagen die Belastungen der Vergangenheit
für die Sozialsysteme, so behauptet er für die Zukunft, dass diese
Belastung konstant bleibt, obwohl z.B. die steigende
Lebenserwartung die Kosten für 65 - 80Jährige in den nächsten
Jahren voraussichtlich senken wird. SCHERBOV & SANDERSON stellen 2
alternative Maßzahlen vor, die unseren westlichen Industriestaaten
angemessener sind.
In zwei weiteren Artikeln
beleuchten zum einen Sandra KRAPF &
Michaela KREYENFELD die Inanspruchnahme der Kinderbetreuung in
Westdeutschland von 1995 bis 2008 und zum anderen berichtet Esther
GEISLER über die unterschiedlichen Trends der
Muttererwerbstätigkeit in Ost- und Westdeutschland. |
|
|
| |
|
HRADIL, Stefan (2010): Der deutsche Armutsdiskurs,
in: Aus Politik und Zeitgeschichte Nr.51-52 v. 20.12.
Wie schädlich ist die
deutsche Armutsdebatte?
Paul NOLTE hat die neokonservative Debatte um die Unterschicht
angestoßen. 2006 nahm sie Fahrt auf, um dieses Jahr mit der
Debatte um das Buch
Deutschland schafft sich ab von Thilo SARRAZIN jedes Maß
zu verlieren. Der Soziologe
Stefan HRADIL gibt einen Überblick über die verschiedenen
Positionen, um dann die Frage aufzuwerfen, ob die Mittelschicht
nicht selber das Problem ist:
"Aber richtig scharf wird
die Kritik an der »Kulturalisierung« und der moralischen
Verurteilung der Unterschicht, wenn der Verdacht aufkommt, diese
Sichtweise sei strategisch motiviert, um wohlfahrtsstaatliche
Leistungen zurückzustutzen und die Kassen der Begüterten zu
schonen. Damit wird angesprochen, wer nach Meinung vieler im
gegenwärtigen Armutsdiskurs der wahre Adressat von
Verurteilungen der Unterschicht ist: die Mittelschicht."
Während der Popsoziologe
Heinz BUDE, den mit viel Mitteln aus der EU finanzierten
Begriff "Exklusion" in Deutschland popularisiert hat, geht der
Soziologe Berthold VOGEL in seinem Buch
Wohlstandskonflikte auf den Umbau des Wohlfahrtsstaates
ein, der genau jene Milieus betrifft, die meinungsstark das
Gesellschaftsbild prägen.
HRADIL
geht zuletzt auch auf die schädlichen Folgen der maßlosen
Mittelschichtdebatte à la SARRAZIN ein:
"Die Debatte über die
schrumpfende und verängstigte Mittelschicht lässt sie an Glanz
verlieren und macht sie als Aufstiegsziel unattraktiv. Haben es
Arbeiter ohnehin schwer, in die Mittelschicht vorzustoßen, so
kommt nun noch der Eindruck hinzu, die Mühe lohne sich immer
weniger. Dies verstärkt in den unteren Schichten ohnehin
vorhandene Gefühle der Resignation und der Ungerechtigkeit. Zum
Zusammenhalt und zur Produktivität unserer Gesellschaft trägt
das nicht bei".
Lifestyle-Soziologen wie Stefan
HRADIL müssen sich jedoch fragen lassen, inwieweit sie mit völlig
übertriebenem Individualisierungseuphorismus in den 1990er Jahren
selber zur gegenwärtigen Lage beigetragen haben.
|
|
|
| |
|
WEIGUNY, Bettina (2010): Elterngeld zeugt keine Kinder.
Mit Milliarden lässt sich die Gebärfreude der Deutschen nicht
steigern. Macht nichts: Die Mittelschicht nimmt das Staatsgeld gerne,
in: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung v. 19.12.
Bettina WEIGUNY hat ihre
3 Kinder vor Einführung des Elterngeldes bekommen und kritisiert
nun, dass die jungen Eltern das Geld für Abenteuerurlaube
verprassen:
"Ich bezahle nicht für euren
Urlaub!"
ruft die empörte Wutbürgerin
WEIGUNY. Die Argumentation für WEIGUNY haben
Kim BODE &
Alexander NEUBACHER im Spiegel geliefert, bei denen sie
sich nicht einmal für die ersparte eigene Recherchearbeit bedankt.
Einzig die Grafik zum ressentimentgeladenen Beitrag ist
raffinierter als im Spiegel.
Die
Grafik zeigt, wie die Geburtenzahlen von 2000 bis 2009 von ca.
767.000 auf ca. 665.000 gefallen sind. Gleichzeitig sieht man wie
die Kosten des Elterngeldes von 2007 bis 2010 gestiegen sind.
Nicht sehen kann man anders, denn bis 2007 gab es das
Erziehungsgeld. Die Kosten dafür werden verschwiegen. Nicht
gezeigt wird die Geburtenrate (TFS), denn mit dieser lässt sich
nicht annähernd so gut argumentieren, weil sie mehr oder weniger
gleich geblieben ist. Was aber entscheidend ist: Die Zahlen sagen
nur etwas über die gesamtgesellschaftliche Geburtenentwicklung und
nichts über Anteilsverschiebungen aus, z.B. zugunsten von
Akademikerinnen, und nur daran kann das Elterngeld als Instrument
der qualitativen Bevölkerungspolitik gemessen werden.
Beim
Elterngeld wird derzeit ein Zweifrontenkrieg geführt. Gunnar
HEINSOHN und seine journalistischen Hilfstruppen nehmen die
Transferempfängerinnen ins Visier. Dies geschieht vorwiegend auf
den Plattformen Welt und FAZ. Gegen den
Elterngeld-Luxus der Besserverdienenden schüren dagegen FAZ
und Spiegel Ressentiments. Bei den Befürwortern der
Einführung des Elterngeldes, die ihr Plattform vor allem bei der
SZ und der ZEIT haben, heißt die Devise bislang eher
Aussitzen. Eine Agenturmeldung könnte hier
neuen Aufwind geben. Eine ausführliche Analyse der medialen
Debattenverläufen im Hinblick auf eine Politik für die Mütterelite
vor Einführung des Elterngeldes findet sich
hier. |
|
|
| |
|
|
|
| |
|
MINKMAR, Nils (2010): Man muss gehen, bevor es kracht.
Florian Illies nimmt Abschied vom Journalismus. Was sagt uns das
über den Zustand des deutschen Feuilletons?
in: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung v. 19.12.
Nils MINKMAR verabschiedet
sich von seinem Ex-Kollegen Florian ILLIES mit einem liebevollen
Porträt, in dem er sich als der Nils aus
"Generation Golf zwei" outet. Dabei lässt er Revue passieren,
was alles hätte sein können, z.B. eine neue kulturelle Hegemonie
von rechts mit ILLIES als Leitwolf:
"Es gab eine Zeit, als Berlin
Hauptstadt geworden war, er dort die »Berliner Seiten« dieser
Zeitung leitete und als Autor der
»Generation Golf« berühmt war, da hätte er sich, im losen
Zusammenhang mit den anderen immens talentierten Schriftstellern
seiner Generation wie
Christian Kracht und
Benjamin von Stuckrad-Barre anschicken können, eine neue
kulturelle Hegemonie von rechts zu entwickeln. Die andere Seite
des politisch-kulturellen Spektrums hätte ihnen nichts
entgegenzusetzen gehabt, weder damals noch heute."
Es kam natürlich ganz anders, nicht nur aufgrund seiner
"Persönlichkeit" wie MINKMAR glaubt. Die Zukunft des Feuilletons
sieht MINKMAR angesichts des Wandels der Bildungsbürger zum
Wutbürger:
"Nicht zuletzt die
Sarrazin-Debatte hat das Klima vergiftet, das Publikum
verlangt nun nach immer lauteren Geschützen und immer stärkerem
Stoff. Da ist gerade was im Gange, ein Hochschaukeln der
Meinungen über den nationalen Abstieg, den Euro, die Integration
- fast hat man den Eindruck, Florian Illies verlasse die Party,
bevor es kracht."
So ganz glaubt MINKMAR aber
nicht an einen völligen Rückzug aus dem Journalismus, sondern an
eine Fortsetzung der Generation Golf-Geschichte. |
|
|
| |
|
INNERHOFER,
Judith (2010): Der Glückstourismus
"Eat, Pray, Love" - seit Elizabeth
Gilberts Bestseller suchen vor allem Frauen auf Bali nach Heil für
Körper und Seele. Ein Ortstermin zwischen spirituellem Wahn,
Geschäftstüchtigkeit und wahrer Schönheit,
in: Welt am Sonntag v. 19.12.
|
|
| |
|
FETSCHER,
Caroline (2010): Was ist Freundschaft?
Kein Mittel zum Zweck soll sie sein.
Und es dauert, bis sie entsteht. Das war schon in der Antike so. Doch
nun verändert sie sich,
in: Tagesspiegel v. 19.12.
|
|
| |
|
|
|
| |
|
[ zum Seitenanfang ]
Zu den News
vom 08. -
18. Dezember 2010
|
|
| |
|
|
|
| |
|
|
|
| |
|
Bitte beachten Sie:
single-dasein.de ist nicht verantwortlich für die
Inhalte externer Internetseiten
|
|
| |
|
|
|
| |
|
[Suche] [ Homepage ] |
|
| |
|
|
|
| |
|
|
|
| |
|
|
|