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News vom
13. - 21. Juli 2010
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Zitate
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Ganztagskinderbetreuung
wünschen sich in den alten Bundesländern vor allem Frauen mit
Universitätsabschluss
"Fehlende
Kinderbetreuung wird in Widerspiegelung der tatsächlichen
Situation insgesamt in den alten Bundesländern immer wieder
als Manko angesprochen. Interessant ist jedoch, dass im Westen
überhaupt nur bei den Frauen mit Universitätsabschluss
Kinderbetreuung, die über die altbekannte und als unzureichend
charakterisierte Halbtagsbetreuung hinausgeht, nämlich
Ganztagsbetreuung für unter Dreijährige, möglicherweise in
Frage kommt. Frauen mit Haupt- oder Realschulabschluss und
Ausbildung sprechen sich explizit gegen außerfamiliale
Betreuung in den ersten drei Jahren aus. Hier wirkt in
massiver Weise das westdeutsche Mutterideal fort."
(aus: Mandy Boehnke
"Gut gebildet = kinderlos?", BIOS, Heft 1, 2009, S.28)
Der typische Alltag eines erfolgreichen Techno-DJs
"Eine
typische DJ-Arbeitswoche beginnt freitags mit der Reise in
eine Stadt in Deutschland oder Europa, um dort in einem Club
aufzulegen. Der Auftritt, ein DJ-Set, ist häufig für sehr spät
in der Nacht angesetzt und dauert durchschnittlich ungefähr
zwei Stunden. Die anschließende Nachtruhe ist meist kurz, und
fast immer schließt sich die Weiterreise in eine andere Stadt,
zu einem anderen Club an. Auftritte in anderen Kontinenten
werden in Form kleiner Tourneen gebucht. Der Montag ist der
Sonntag des DJs und dient auch der Entlastung des Gehörs. Die
Zeit zwischen den Gigs wird für die Studioarbeit, Interviews
und Promotions-Termine, für die Arbeit im eigenen
Plattenlabel, Club oder sonstigen mit der Musik
zusammenhängenden Aktivitäten genutzt. Der Lebens- und
Arbeitsrhythmus der DJs ist dem Ablauf einer konventionellen
Arbeitswoche entgegengesetzt. (...). Eine zentrale Bedeutung
im DJ-Arbeitsrhythmus hat das Studio."
(aus: Maren Brandt
"Techno-Biographien", BIOS, Heft 1, 2009,
S.80)
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Ab sofort finden Sie
auf der Website
www.single-luege.de
einen monatlichen Rückblick auf das Single-Dasein im Spiegel der
Medien. Auf einer Seite übersichtlich zusammengefasst und verlinkt.
Den aktuellen Rückblick Juni 2010 finden Sie
hier. |
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HANUS, Stefanie (2010): Der unkündbare Traum vom Liebesglück.
Auf der Suche nach dem Traumpartner fürs Leben geben vor allem
ältere Singles Kontaktanzeigen eine Chance. Häufig mit dem bösen
Erwachen, dass sie von den Agenturen zur Unterschrift teurer Verträge
überredet werden, die durch clever genutzte Rechtsnischen schwer
widerrufbar sind,
in: Lausitzer Rundschau v.
21.07.
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STREECK, Wolfgang (2010): Verzwickte Gemengelage.
Gesellschaftsforschung: Reproduktion der Gesellschaft im Dreieck
von Markt, Sozialstruktur und Politik,
in: Frankfurter Rundschau v.
21.07.
- Anmerkungen:
"Was
Deutschland angeht, so ist nicht das viel gefeierte Elterngeld das
erfolgreichste Geburtenförderungsprogramm, sondern, mit weitem
Abstand, Hartz IV. Frauen in Langzeitarbeitslosigkeit, ganz anders
als die umworbenen »Akademikerinnen«, haben Nachwuchs oberhalb der
demographischen Bestandserhaltungsquote. Unterschwellige
Vermutungen, warum das so ist, richten sich auf ein
Zusammentreffen von persönlicher Arbeitsscheu mit
wohlfahrtsstaatlicher Großzügigkeit: Hartz-IV-Frauen kriegen
Kinder, und immer mehr Kinder, um nicht »arbeiten« zu müssen und
sich von Kinderzulagen, Kindergeld, Elterngeld, möglicherweise
auch noch Betreuungsgeld ein gutes oder doch bequemes Leben zu
machen.
Damit
ist das aus der amerikanischen Innenpolitik der sechziger und
siebziger Jahre stammende Gespenst der »welfare queen« auch in
Deutschland angekommen",
behauptet Wolfgang STREECK in seinem
in der
taz
hoch gelobten Vortrag und steht damit Gunnar HEINSOHN hilfreich
zur Seite. Mit Daten belegen kann er seine Behauptungen jedoch
nicht. Zu anderen Ergebnissen kommt z. B. eine
Studie von Wolfgang HOFFMANN vom Institut
für Community Medicine. STREECK suggeriert z.B. dass
ein niedriges Pro-Kopf-Elterngeld identisch sei mit HARTZ IV
Müttern aus der Unterschicht. Dies muss nicht sein, denn der
Anteil von Studierenden mit Kind, sowie Akademikerinnen in
prekären Arbeitsverhältnissen ist ebenfalls am Steigen. Eine
Studie über Wissenschaftlerinnen an
nordrhein-westfälischen Universitäten gibt z.B.
Einblicke in die prekären Arbeitsverhältnisse des akademischen
Mittelbaus.
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SCHLOEMANN, Johan (2010): Rückzugsgefechte fallen aus.
Krippen und Scheidungen, Schulpolitik und Integration: Der
Konservatismus in Deutschland erodiert,
in: Süddeutsche Zeitung v.
19.07.
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TIME-Titelgeschichte: The
Only Child Myth.
They're supposed to be selfish, spoiled and lonely. In fact
they're just fine - and on the rise |
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AMENDT, Gerhard (2010): Bescheidene Frauen.
Gerhard Amendt weist den gängigen Vorwurf zurück, der
Gehaltsabstand zwischen den Geschlechtern beruhe einzig auf
Diskriminierung. Aber worauf dann?
in: Welt am Sonntag v.
18.07.
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KREKELER, Elmar (2010): Mutterseelenallein.
Peter Wawerzinek wurde von seinen Eltern verlassen, er wuchs im
Heim auf und lernte erst mit vier sprechen. Jetzt, mit Mitte fünfzig,
hat er sich endlich freigeschrieben,
in: Welt am Sonntag v.
18.07.
- Anmerkungen:
Kennt noch jemand den mutterseelenalleinen
Michel HOUELLEBECQ? Mit
Elementarteilchen passte er 1999 genau in den Zeitgeist. Genauso
war es mit dem mutterseelenalleinen
Franz INNERHOFER in den 1970er
Jahren. Ersterer hatte zumindest finanziell mehr Glück.
Rabenliebe, das neue Buch des mutterseelenalleinen Peter
WAWERZINEK passt in den gegenwärtigen Zeitgeist. Drei Beispiele für
Schriftsteller, die gesellschaftspolitisch vereinnahmt wurden und
werden, und die mit ihrer Identität für ihr Werk einstehen müssen.
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taz-Thema:
Bionade schützt vor Scheidung nicht |
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NIEMANN, Julia (2010): Die verlassenen Macchiato-Mütter.
Mittelschicht: Das neue, gut ausgebildete, emanzipierte,
familienorientierte Bürgertum tappt in alte Geschlechterfallen. Mit
der Trennung vom Partner beginnt der soziale Abstieg der Mütter. Vom
großstädtischen Lebensstil bleibt nicht viel. Ein Erfahrungsbericht,
in: TAZ v.
17.07.
- Anmerkungen:
Julia NIEMANN berichtet darüber, was das neue
Unterhaltsrecht für die gut situierten
Prenzlauer Berg-Mütter bedeutet.
Das
neue Unterhaltsgesetz trat 2008 in Kraft.
Wer sich für die Vorgeschichte der Reform des Unterhaltsrechts
interessiert, der sollte das Buch
"Die vaterlose Gesellschaft" von
Matthias MATUSSEK aus dem Jahr 1998 lesen. MATUSSEK sprang im November
1997 mit einem Spiegel-Titel auf den fahrenden Zug auf und trat
mit dem 1998 erschienenen Buch weit geöffnete Türen ein. Das Buch
polemisiert gegen jenen Typus von alleinerziehender Mutter, über den
NIEMANN in dem taz-Artikel berichtet:
"Mittlerweile
ist klar, daß das System der automatischen Alimentierung der
geschiedenen Frau durch ihren Exmann besonders für die unteren zwei
Drittel der Gesellschaft versagt. Es ist überlastet. Daß es dennoch,
bei Politikerinnen, Beamtinnen, Journalistinnen so hoch im Kurs steht,
hat einen ganz einfachen Grund. Diese gehören dem oberen Drittel der
Gesellschaft an. Und dort funktioniert die Wertabschöpfung prächtig.
Die Frau eines Rechtsanwaltes, eines Zahnarztes, eines Architekten hat
selbst nach dreijähriger Kurzehe ausgesorgt. Und die Politikerinnen
und Journalistinnen, die die Meinungsführerschaft im öffentlichen
Diskurs übernommen haben, sind nicht mit Möbelpackern verheiratet,
sondern mit der finanziellen und akademischen Elite. (1998, S.136)"
MATUSSEK
prangert in seinem Buch vor allem die Erschleichung von Unterhalt
durch alleinerziehende Yuppie-Mütter an:
"Der
weibliche Mißbrauch des Scheidungsrechts besonders in der
Unterhaltsfrage hat in den letzten dreißig Jahren einen gigantischen
Müllhaufen aufgetürmt. Er hat Liebe durch Haß ersetzt, Vertrauen durch
Mißgunst, Familiensinn durch Egoismus, Loyalität durch Habgier".
(1998, S.145)
MATUSSEK
vertritt insbesondere die Interessen der männlichen Besserverdienenden
und polemisiert gegen den
Kult der Alleinerziehenden, die
Jugendämter, Frauenhäuser und das reaktionäre System der
feministischen Besitzstandswahrung.
Das
Buch von MATUSSEK ist aber vor allem deshalb interessant, weil es
zeigt, wie eine neu entstandene Koalition des männlichen
Antifeminismus und des weiblichen Differenzfeminismus (alternativ:
Postfeminismus) den
Gleichheitsfeminismus eindämmte. Einflussreiches Sprachrohr dieser
Koalition war zuerst das Nachrichtenmagazin Focus, das von
Anfang an auf den Väteraufbruch setzte. Spätestens im Januar 1995 (Focus-Titelgeschichte
Kinder ohne Väter) kann das Thema
vaterlose Gesellschaft auch in Deutschland als durchgesetzt gelten.
Wer
das Buch von MATUSSEK liest, der kann ermessen, wo die Erfolge dieser
neuen Koalition lagen: nämlich an den Schnittstellen von
Differenzfeminismus und Antifeminismus. Das Comeback der
Hausfrauenfamilie, das Kernanliegen der Antifeministen, blieb jedoch
bislang aus.
Der
taz-Artikel von NIEMANN zeigt die Verschiebungen des Diskurses
im neubürgerlichen Milieu nach der Unterhaltsreform.
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RABE, Jens-Christian (2010): Der Hipster.
Über eine tragische Rolle der Gegenwart, die niemand spielen will,
obwohl sie überall herbeigeredet wird,
in: Süddeutsche Zeitung v.
17.07.
- Anmerkungen:
RABE schreibt einen Sommerloch-Nachrufartikel
auf den Hipster. Während in deutschen Zeitungen und Zeitschriften der
Hipster noch angesagt ist, wird der Hipster gemäß RABE in den USA
bereits totgesagt, z.B. auf einer Tagung zum Thema "What was the
Hipster?".
Veranstaltet
hat diese Tagung ausgerechnet das coole
n+1 magazine
um
Benjamin KUNKEL
(und nicht die New Yorker New School for Social Research wie RABE
behauptet; dort fand sie nur statt). Das Magazin hat sich auf diese
Weise auch im Popdiskurs positioniert. Zwei Jahre zuvor hat der
Podiumsteilnehmer und
Autor von n+1
Christian Lorentzen in einer
Titelgeschichte des New Yorker Magazin
Time Out
erklärt, warum der Hipster sterben muss. Mark GREIF,
ebenfalls Autor von
n+1,
erklärte den Hipster-Begriff und lieferte auch eine Typologie. RABE
geht bei GREIF nur auf den Neo-Hipster ein, den er als Trendsetter
charakterisiert ("Mittelsmann zwischen Straße und den
Marketing-Abteilungen"). Nicht eingeladen war dagegen Robert LANHAM,
der 2003 ein
Hipster-Handbuch
veröffentlichte. LANHAM wohnt seit 1996 im derzeit angesagten
Williamsburg und schrieb das Buch, weil er des Hipsterseins
überdrüssig war, wie er kürzlich in dem Artikel
Look at This Fucking Hipster Basher
schrieb. RABE referiert nochmals die Geschichte des Hipstertums, der
sich ausführlicher die Radiosendung Wo ist vorne? Wie die Hipster
die Welt eroberten von Caroline von LOWTZOW im letzten Dezember
widmete (hier
als PDF-Datei downloadbar).
Natürlich
ist der Neo-Hipster bzw. Trendsetter auch in Deutschland in die Kritik
gekommen. Das Buch
Konsumrebellen
rechnete bereits 2005 mit diesem Typus ab. In einer
Rezension des Buches
Global Players
aus dem gleichen Jahr wurde auf single-generation.de
aufgezeigt, wie die deutschen Neocons die Popkultur und das Hipstertum
umzudeuten versuchten.
Der
Hipster geriet jedoch nicht nur von dieser Seite unter Druck, sondern
er wurde auch als Pionier zum Opfer seiner eigenen Umtriebe. Darauf
deutet die Schlusspointe von RABE hin:
"Als
traumatisierten Helden muss man sich den Hipster aus einem anderen
Grund vorstellen: Er wurde vom
Nerd, dem Inbegriff des square, links überholt. Man sehe sich nur
einmal auf einer TED- Konferenz um. Und die Nerds haben längst das
Geld, um ihn aus seinen Vierteln zu verdrängen. So steht der einst
stolze Hipster traurig da als Modeberater und Probewohner."
Mehr
zu Szenevierteln und Berufsjugendlichen gibt es
hier zu lesen.
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BERTH, Felix (2010): Einwände aus allen Richtungen.
Koalition und Opposition lehnen neue Sparpläne beim Elterngeld ab.
Familienministerin Schröder kündigt Nachbesserungen an,
in: Süddeutsche Zeitung v.
17.07.
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BERTH, Felix (2010): Schröders Zumutungen,
in: Süddeutsche Zeitung v.
17.07.
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SCHÄDLER, Karin & Ariane LEMME (2010): Schröder wegen Elterngeld unter
Beschuss.
Sparpaket: Pläne zur Kürzung der Familienleistung stoßen selbst in
den eigenen Reihen auf Ablehnung,
in: TAZ v.
17.07.
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TICHOMOROWA, Katja (2010): Viel Ärger ums Elterngeld.
Geringverdiener: Pläne des Bundesfamilienministeriums, das
Elterngeld auch für Mini-Jobber und Empfänger des sogenannten
Kinderzuschlags zu kürzen, erhitzen die Gemüter,
in: Frankfurter Rundschau v.
17.07.
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BOPP, Lena (2010): Wie verbringst du einen guten Abend?
Ortstermin: In der DJ-Schule von Lyon: Das Bildungssystem in
Frankreich hält eine Rarität bereit: einen staatlichen Ausbildungsgang
für DJs. Aber der Weg bis an die Plattenteller ist auch für
Diplomierte hart,
in: Frankfurter Allgemeine Zeitung v.
17.07.
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FRENKEL, Ulrike (2010): Kluft zwischen Mann und Frau wächst.
Geschlechterkampf: Trotz Gleichberechtigung spotten und lachen die
Geschlechter gern übereinander,
in: Stuttgarter Zeitung v.
17.07.
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FRENKEL, Ulrike (2010): Vielleicht gelten künftig auch Hausmänner
als attraktiv.
Interview: Der Münchner Paartherapeut Stan Woinoff stellt fest,
dass die Konkurrenz zwischen Mann und Frau stark zunimmt,
in: Stuttgarter Zeitung v.
17.07.
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WALTHER, Rudolf (2010): Wer soll die Kinder kriegen.
Frankfurter Positionen: Wolfgang Streeck, Direktor des Kölner
Max-Planck-Instituts, über Familien- als Geburtenpoltik,
in: TAZ v.
16.07.
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ÖCHSNER, Thomas (2010): Kein Elterngeld für Mini-Jobber.
Sparpaket der Bundesregierung: Die Pläne der schwarz-gelben
Regierung, das Elterngeld für Hartz-IV-Empfänger zu streichen, gehen
weiter als bislang bekannt. Die Kürzungen treffen vor allem
Geringverdiener - sie erhalten bis zu 300 Euro weniger,
in: Süddeutsche Zeitung v.
16.07.
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SCHRÖDER, Gerhard (2010): Das verpuffte Elterngeld.
Überlegungen zur Reform einer Hilfsleistung,
in: DeutschlandRadio v.
16.07.
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PANY, Thomas (2010): Türsteherpolitik mit Elterngeld.
Neue Planungen für weitere Einsparungen treffen wieder nur die
Ärmeren,
in: Telepolis v.
16.07.
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Stern-Titelgeschichte:
Störfaktor Kind.
Kein Platz, keine Geduld, kein Verständnis - so werden unsere
Jüngsten zur Randgruppe |
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HAUSER, Uli & Franziska REICH (2010): Störfall Kind.
Deutschland will mehr für Kinder tun. Aber viele Große machen da
nicht mit. Sie klagen gegen den Bau von Krippen, gegen Kitas, gegen
Spielplatzlärm. Und wer mit Kindern eine Wohnung sucht, ist arm
dran. Aus dem Alltag einer neuen Randgruppe,
in: Stern Nr.29 v.
15.07.
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BOPP, Lena (2010): Frau alarmiert Frau.
Die Französinnen drohen in längst überholte Rollenmuster
zurückzufallen: Elisabeth Badinter ist empört - als Philosophin,
Ehefrau und Mutter. Ihre Streitschrift wird auch Deutschland spalten,
in: Frankfurter Allgemeine Zeitung v.
15.07.
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PFAFFEROTT, Christa (2010): Mütter-Courage.
Fünf Frauen werden mitten im Studium gleichzeitig schwanger und so
zur Schicksalsgemeinschaft. Ein Jahr zwischen dem Anspruch, eine gute
Mutter und eine gute Studentin zu sein,
in: Die ZEIT Nr.29 v.
15.07.
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BRIGITTE-Dossier: Trennungsgrund Kind
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HELLGE, Stefanie (2010): Trennungsgrund Kind.
Wenn Paare am Elternsein scheitern,
in: Brigitte Nr.16 v.
14.07.
- Anmerkungen:
Alarmistische Berichte erzählen die Geschichte
so wie HELLGE:
"Bei
der Hälfte aller Scheidungen haben die Paare laut Statistischem
Bundesamt minderjährige Kinder. 40 Prozent dieser Trennungen finden
bereits im ersten Jahr nach der Geburt des ersten Kindes statt. Ohne
Trauschein ist das Trennungsrisiko deutlich größer. Wenn man sich die
Zahlen und die Forschung anschaut, drängt sich eine alarmierende
Schlussfolgerung auf: Ohne Kinder wären viele vielleicht noch ein
Paar, wegen der Kinder sind sie heute getrennt."
Das
Statistische Bundesamt listet auf seiner Homepage die
Scheidungsdaten für die Jahre 1985 - 2008
auf. Daraus kann man sehen, dass die Anzahl der Scheidungen, von denen
minderjährige Kinder betroffen sind, im Trend rückläufig war.
Der
Satz "40 Prozent Scheidungen, von denen minderjährige Kinder betroffen
sind, finden bereits im ersten Jahr nach der Geburt des ersten Kindes
statt" liest sich dramatischer als: "20 Prozent der Scheidungen finden
bereits im ersten Jahr nach der Geburt des ersten Kindes statt",
obwohl beides den gleichen Sachverhalt schildert.
Noch
nicht überprüft ist damit allerdings, ob dieser Sachverhalt
überhaupt zutreffend ist. Auf seiner Homepage bietet das Statistische
Bundesamt keine Tabellen an, aus dem dieser komplexe Sachverhalt zu
entnehmen ist. Auch der im Artikel erwähnte Familienreport 2010
schweigt dazu. Eine
Pressemeldung aus dem Jahr 2008 gibt
für das Jahr 2006 an, dass das erste Kind durchschnittlich 2,4 Jahre
nach der Hochzeit geboren wird. Das
Statistische Jahrbuch 2009 dagegen
listet auf Seite 61 nur die Ehedauer auf und ob minderjährige Kinder
betroffen wurden.
Der
amtlichen Statistik mangelt es generell an Längsschnittdaten, weswegen
die Behauptung von HELLGE zur Trennungshäufigkeit von Ehepaaren nach
der Geburt des ersten Kindes mit Vorsicht zu genießen ist. Elle
KRACK-ROBERG schreibt in ihrem Artikel "Ehescheidungen 2008" zu diesem
Problem:
"Der
amtlichen Statistik liegen keine Verlaufsdaten zu den Eheschließenden
oder den Geschiedenen (als Paarinformationen) vor. Zum Beispiel fehlen
Angaben über das jeweilige Eheschließungsalter der Paare oder über die
jeweilige Ehedauer bis zum Tod des Partners bzw. bis zur gerichtlichen
Lösung der Ehe, die für die Abschätzung des Scheidungsrisikos
herangezogen werden könnten. Des Weiteren fehlt auch die Information,
um die wievielte Ehe der einzelnen Ehepartner es sich jeweils handelt."
(WiSt
12/2009, S.1202)
Die
Daten zur Geburtenfolge (z.B. erstes Kind in der Ehe), die zu Aussagen
wie jenen von HELLGE notwendig wären, wurden bislang nur ein einziges
Mal erfasst, nämlich mit einer Zusatzerhebung zum Mikrozensus 2008.
Die
Eheorientierung der amtlichen Statistik
wurde deshalb auf diesen Seiten des Öfteren kritisiert.
Eine
im April 2010 in der Zeitschrift für
Soziologie veröffentlichte Studie von Thomas KLEIN &
Ingmar RAPP kommt hinsichtlich dem Zusammenhang von Ehen und Kindern
zu ganz anderen Ergebnissen. Sie behaupten im Gegenteil, dass Kinder
die Stabilität von Ehen positiv beeinflussen. Ihr Augenmerk richten
sie jedoch nicht auf die Familiengründung, sondern auf den Auszug der
Kinder.
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KALTENBRUNNER, Robert (2010): Expansionswahn.
Baugeschichte: Das Konzept der Größe in Architektur und Städtebau
wird nun allenthalben wiederbelebt: Folge der Ellenbogenmentalität des
internationalen Städte- und Standortwettbewerb,
in: Frankfurter Rundschau v.
13.07.
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[ zum Seitenanfang ]
Zu den News
vom 04. - 12. Juli 2010
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