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Medienrundschau:

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Medienberichte über single-dasein.de
 
 
 
   

News vom 10. - 16. Oktober 2011

 
 
     
 
   

Zitat des Monats:

Ist die Trendwende beim Kinderkriegen eine Illusion?

"»Deutsche Frauen bekommen wieder mehr Kinder«, berichteten die Medien Anfang des Monats.
ULRICH: Da wurden Forschungsergebnisse offenbar missverstanden. Frauen in Deutschland bekommen Kinder heute biografisch später als vor zehn oder 30 Jahren. Man kann die Kinderzahl so kalkulieren, dass der Effekt dieser Verschiebung herausgerechnet wird und kommt dann auf 1,6 Kinder pro Frau, statt der vom Statistischen Bundesamt ausgewiesenen 1,4. Aber der Vergleich der beiden Zahlen liefert keine Aussage über einen Anstieg."
(Ralf E. Ulrich im Freitag Nr.39 v. 29.09.2011)

 
 
       
   

Michael Mary - Wo bist Du und wenn nicht, wieso?

ERDMANN, Nicole (2011): Plötzlich Pärchen.
Viele Singles träumen von einem Leben zu zweit - ein Glück, das überschätzt wird. Die Reise vom Single-Planeten zum Pärchen-Stern kann äußerst verwirrend sein. Auch, weil das Verhältnis zu alten Freunden sich ändert. Ein Erfahrungsbericht,
in: Welt am Sonntag v. 16.10.

Nicole ERDMANN umreißt ihren Single-Typ folgendermaßen:

"Es gibt rund 17 Millionen Singles in Deutschland. Auch wenn es ihnen häufig unterstellt wird: Längst nicht alle sind verzweifelt oder auf der Suche. Manche Singles sind gern alleine, definieren sich über andere Dinge als eine Partnerschaft. So einer war ich."

Die Zahl 17 Millionen steht in Deutschland für die Zahl der Alleinlebenden und nicht für Partnerlose, denn darunter fallen auch Menschen, die keinen gemeinsamen Haushalt mit ihrem Partner führen. ERDMANN ist also eine überzeugte, alleinlebende Partnerlose gewesen (was Affären nicht ausschließt).

Zudem bezeichnet sich ERDMANN als Langzeit-Single, was in der postadoleszenten Phase oftmals bedeutet: noch nie mit einem Partner zusammen gewohnt zu haben. Spätestens seit der Studie Schmutzige Wäsche des französischen Soziologen Jean-Claude KAUFMANN gelten Langzeit-Singles als Problemfiguren, wenn es um die Paarbildung geht.

Während jedoch KAUFMANN in seiner Studie die alltägliche Paarpraxis des Zusammenwohnens unter die Lupe nahm, beschreibt ERDMANN die Probleme im Vorfeld des Zusammenziehens, die sich nach dem Morgen danach (KAUFMANN) ergeben. Im Anschluss an Michael MARY betrachtet sie das Nähe-Distanz-Problem als Paarbildungsprozess in Abgrenzung zum traditionellen Paarideal:

"Paarberater Michael Mary erkennt in dieser Phase einer Beziehung ein Problem als zentral: »Wenn man lange Single war, konnte man sich ungestört als Individuum ausleben und will darauf auch in einer Partnerschaft nicht verzichten. Das soll man aber auch gar nicht. Wenn ich für einen Partner plötzlich auf vieles verzichte, dann nehme ich ihm das irgendwann übel - obwohl eigentlich ich den Fehler der Selbstverleugnung gemacht habe.« Daher solle man sich von Anfang an so zeigen, wie man ist, sagen, was man will und was nicht. Also sage ich dem neuen Mann, dass ich immer noch fernsehen, ausgehen, stundenlang telefonieren oder einfach nur ganz alleine meine Froschkönig-Sammlung (wie gesagt, ich war länger Single) bewundern will. Verständnis ist hier wichtig, und dass der andere es nicht als Zurückweisung versteht, wenn man sich Rituale oder Freiheiten aus der Single-Zeit bewahren will. "    

 
   

POSCHARDT, Ulf (2011): Nieder mit der Trillerpfeifendemokratie.
Bestseller-Autor Gerhard Matzig bringt die Wutbürger gegen sich auf - weil er sie irgendwo zwischen Wellness, Wahnsinn und Wohlleben verortet,
in: Welt am Sonntag v. 16.10.

Gerhard MATZIG sieht im Phänomen des "Wutbürgers" den Ausdruck für eine "zunehmend überalterte Gesellschaft, in der die Rechte und die Mittel der Jüngeren immer mehr in den Hintergrund treten". Damit bekommt der Begriff eine fragwürdige Bedeutung. Wut wird zum Synonym für Fortschrittsfeindlichkeit und Besitzstandwahrung. Statt um die Sache, geht es um den Versuch jegliche andere Meinung in eine bestimmte Ecke zu stellen. Sie sind alt? Dann sind Sie gegen die Interessen der Jugend und gegen Fortschritt! MATZIG stellt sich damit auf die gleiche Ebene wie diejenigen, die er bekämpft.

"Am Anfang Ihres Buches stand eine Abrechnung mit dem Wutbürger in der Zeitung, für die Sie dann eine Flut von Leserbriefen bekamen: fast ausschließlich negative. Was hat Sie daran motiviert?"

MATZIG schrieb erst im März dieses Jahres über den Wutbürger. Das Buch ist also entweder ein unausgegorener Schnellschuss oder der neue Konsens-Begriff der Medienelite (ein funktionales Äquivalent zum inzwischen abgenutzten Begriff "Gutmensch") wurde im Nachhinein für die eigene Argumentation genutzt, um sie so gegen Kritik zu immunisieren. Beides sollte zu denken geben.

 
   

Federico Moccia & der Kult um die Liebesschlösser

HEIMPEL, Daniela (2011): Auf ewige Liebe.
Immer mehr Paare hängen Vorhängeschlösser an Brücken – auf der ganzen Welt. Berlin und Venedig haben den Brauch verboten,
in: Tagesspiegel v. 16.10.

 
   

Nerds - die kommunikationsunfähigen, unfreiwilligen Singles der Informationsgesellschaft

MÜLLER, Pit (2011): Beziehungsratgeber über, für und von Nerds.
Wenn sich Thilo Sarrazin mit Alice Schwarzer paart: Der moderne Geschlechterkampf - wissenschaftlich aufgepeppt und auf Radau gebürstet,
in: Telepolis v. 15.10.

 
   

Haruki Murakami - 1Q84 Buch 3

PLATTHAUS, Andreas (2011): Unser Schicksal lauert im Untergrund.
Von der einen Realität in die andere nehmen Sie am besten die Autobahn: Haruki Murakamis vorläufiger Abschluss seines gewaltigen Romanprojekts "1Q84",
in: Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 15.10.

 
   

DOTZAUER, Gregor (2011): Liebe Krise.
Das "Kursbuch" ersteht von den Toten auf,
in: Tagesspiegel v. 15.10.

Gregor DOTZAUER berichtet über den nächsten Reanimationsversuch des Kursbuchs:

"Herausgeber des neuen Kursbuchs ist der Münchner Soziologe Armin Nassehi, ein brillanter, weithin anerkannter Wissenschaftler, der als Verfechter eines systemtheoretischen Ansatzes in der Tradition von Niklas Luhmann für das Gegenteil eines eingreifenden, linken Traditionen verhafteten Denkens steht. Als systemtheoretisch geschulter Autor übt er sich in der Beschreibung und Analyse des Bestehenden. Wenn es im Begriff des alten Kursbuchs lag, zu dekretieren, wo es langgeht, scheinen alle Bemühungen jetzt darauf gerichtet zu sein, Rezepte zu entwickeln, wie man sich unter gegebenen Bedingungen am klügsten verhält. Denn der Fahrplan steht immer schon fest: Der Mensch denkt, aber das System lenkt." 

 
   

TASCH (2011): Wann wir wirklich sieben Milliarden werden.
Wiener Demografen stellen den 31. Oktober als Stichdatum infrage - es könnte sogar sein, dass diese Grenze erst im Jahr 2020 erreicht wird,
in: Der Standard v. 15.10.

 
   

Partnersuche - Die neuen Trends auf dem Partnermarkt und ein kleiner Streifzug durch die aktuelle Ratgeber- und Sachbuchliteratur

PICHLER, Juliane (2011): Trockentraining für Partnersuche.
Neben traditionellen Kennenlern-Veranstaltungen, wie Junggesellenmessen und Heiratsmärkten, boomen seit Jahren Online-Partnerschaftsbörsen, die zwar die Kontaktaufnahme erleichtern, andererseits für ein Überangebot sorgen. Ein Erfahrungsbericht,
in: Wiener Zeitung Online v. 14.10.

JORDAN, Anders (2011): Verkupplung per Software.
"Juristin, 32, sehr attraktiv, hat Ihnen geschrieben": Erfahrungen auf einer Internet-Plattform für sogenannte bessere Kreise,
in: Wiener Zeitung Online v. 14.10.

 
   

Christina Bylow - Familienstand: Alleinerziehend

HIRSCH, Ingeborg (2011): Weder Heldin noch Leidensfrau.
Alleinerziehung - in Österreich zu mehr als 93 Prozent Frauensache - steht noch immer im Schatten eines traditionellen Familienbildes. Dabei kann es eine durchaus starke Lebensform,
in: Wiener Zeitung Online v. 14.10.

 
   

UIrich Beck & Elisabeth Beck-Gernsheim - Fernliebe

VILLACHICA, Jeannette (2011): "Man kann auch ein bisschen Weltfamilie sein".
Das deutsche Soziologen-Ehepaar Elisabeth Beck-Gernsheim und Ulrich Beck spricht über "Fernliebe" und über den radikalen Wandel von Paarbeziehungen und Familienbanden in Zeiten der Globalisierung,
in: Wiener Zeitung Online v. 14.10.

 
   

Michael Mary - Wo bist Du und wenn nicht, wieso?

MARY, Michael (2011): Alles mit einem für immer?
Vereinzelung versus Verbundenheit: Beziehungen sind heutzutage von dem Paradoxon bestimmt, dass Individualität und Liebe sich gegenseitig bedingen und einander gleichzeitig ausschließen. Ein Befund,
in: Wiener Zeitung Online v. 14.10.

 
   

HEIDTMANN, Jan (2011): Spül mit dem Feuer.
Wenn Sie Ihre Spülmaschine für praktisch halten und sich weiter keine Gedanken machen, riskieren Sie Ihre Beziehung: Nirgends lauert so viel Konfliktpotenzial wie beim Einräumen des Geschirrs,
in: SZ-Magazin Nr.41 v. 14.10.

 
   

PAQUÉ, Karl-Heinz (2011): Das Wesen des Wachstums.
Die Politik ist unzufrieden mit dem "alten" Maß der Wirtschaftsleistung, dem Bruttoinlandsprodukt. Es sagt zu wenig über Wohlstand und Glück der Bürger. Deswegen lässt der Bundestag eine Kommission nach besseren Indikatoren suchen. Zu viel sollte man sich davon nicht versprechen,
in: Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 14.10.

 
   

Melanie Mühl - Die Patchwork-Lüge

KINDERMANN, Kim (2011): Was tun, wenn Eltern sich trennen.
Ratgeber sollen das Leben in einer Patchworkfamilie erleichtern,
in: DeutschlandRadio v. 13.10.

 
   

Eva Illouz - Warum Liebe wehtut

SCHIRACH, Ariadne von (2011): Ewiges Leid der Emotionen.
Die Soziologin Eva Illouz analysiert in "Warum Liebe weh tut", warum das moderne Subjekt zum emotionalen Scheitern verurteilt ist. Dass Männer mit diesem Schicksal besser zurechtzukommen scheinen als Frauen, ist eine der Pointen ihres meisterhaften Sachbuches,
in: DeutschlandRadio v. 13.10.

 
   

Heinz Bude - Bildungspanik

ROEDIG, Andrea (2011): Cool sein wie die Oberschicht.
Der Soziologe Heinz Bude verschreibt den Mittelschichten eine simple Medizin: Macht euch mal locker, heißt die Botschaft von "Bildungspanik" ,
in: Freitag Nr.41 Literaturbeilage v. 13.10.

 
   

KÄMMERLINGS, Richard (2011): Die Familie ist kein Ponyhof,
in: Welt v. 13.10.

Richard KÄMMERLINGS wendet gegen Iris RADISCH und Christopher SCHMIDT ein, dass der Familienroman spätestens seit dem Erfolg von Jonathan FRANZEN seinen Siegeszug durch die deutschsprachige Literatur angetreten hat. Außerdem wundert sich KÄMMERLINGS über das Etikett "Enkelgeneration" für die in den 1950er geborenen Autoren, denn Enkel seien wohl doch die in den 1980er geborenen Autoren. 

 
   
DIW-Wochenbericht-Thema: Potenziale nutzen

BACH, Stefan/GEYER, Johannes/HAAN, Peter/WROHLICH, Katharina (2011): Reform des Ehegattensplittings.
Nur eine reine Individualbesteuerung erhöht die Erwerbsanreize deutlich,
in: DIW-Wochenbericht Nr.41 v. 12.10.

BJERRE, Liv/PETER, Frauke/SPIEß, C. Katharina (2011): Wahl der Kinderbetreuung hängt in Westdeutschland auch mit der Persönlichkeit der Mütter zusammen,
in: DIW-Wochenbericht Nr.41 v. 12.10.

 
   

ORZESSEK, Arno (2011): Für jede Generation ein Buch.
Immer wieder erscheinen Bücher, die den Zeitgeist einer jeweils anderen Generation beschwören,
in: DeutschlandRadio v. 12.10.

"Deutschland mag es an Kindern mangeln, an Generationen mangelt es nicht. Mittlerweile gibt es mehr »Generationen«-Bücher, als die Bundesrepublik nach Jahren zählt. Eines der ersten war Florian Illies' 200-seitige Absatz-Sammlung »Generation Golf« - viele weitere sind seitdem gefolgt", heißt es. Das stimmt natürlich nur, wenn man geschichtsblind ist. Die Generationenforschung spricht dagegen lediglich von einem "neuen Aufmerksamkeitsschub für ein traditionsreiches Konzept"

 
   

Drei Bücher sind ein Trend

KNIPPHALS, Dirk (2011): Die krassen Geschichten unserer Herkunft.
Josef Bierbichler, Oskar Roehler, Eugen Ruge: Die mittlere Autorengeneration erzählt, welch schwierige Verhältnisse sie hinter sich lassen musste. Eine Einladung zur gesellschaftlichen Selbstvergewisserung,
in: TAZ v. 12.10.

Von Iris RADISCH über Christopher SCHMIDT bis Dirk KNIPPHALS - das Feuilleton der neuen Mitte ist sich einig: 3 Bücher sind ein Trend: Oskar ROEHLERs Herkunft, Josef BIERBICHLERs Mittelreich und Eugen RUGEs In Zeiten des abnehmenden Lichts.

Die Rezensenten und Autoren der Single-Generation sind nun endlich zur tonangebenden Stimme geworden. Und was lange verleugnet wurde in diesem individualisierten Milieu, das bricht sich nun umso stärker Bahn:

"Herkunft soll keine Rolle spielen. Das ist eine der Verheißungen der modernen bürgerlich-liberalen Gesellschaft. Dass sie es aber natürlich dennoch tut, erfährt man in diesen Romanen",

schreibt KNIPPHALS. Neben die Familienidylle und die Abrechnung mit den Eltern ist für KNIPPHALS die Familienaufstellung getreten. Es geht dabei um gesellschaftliche Selbstvergewisserung:

"Wenn man sich die Entwicklungsgeschichte der Bundesrepublik Deutschland in den vergangenen zwei Generationen im Abstrakten ansieht, dann ist die Generallinie klar: Aufstiegsgesellschaft, Individualisierung, Fundamentalliberalisierung, Verdampfung aller unhinterfragten Traditionen. Von da aus gibt es nun aber auch das Interesse zu erfahren, wie das im Konkreten und im Einzelfall so gelaufen ist".

Christopher SCHMIDT merkt dagegen in der SZ an:

"Beim Blick auf die neuen Familienromane könnte man den Eindruck gewinnen, als liefere kein belletristischer, sondern ein Sachbuchtitel den Schlüssel zum Phänomen. Die Autorin Melanie Mühl warnt in ihrer Streitschrift »Die Patchwork-Lüge« vor dem Verfall der Familienwerte und der Anything-goes Mentalität moderner Eltern (...). Die individualistische Lebensplanung gleiche zu oft dem Konsumverhalten (...).
Angesichts der Dauerüberforderung, die unsere verflüssigten Lebensverhältnisse für jeden Einzelnen darstellen, ist es kaum verwunderlich, dass sich die Literatur wieder verstärkt für die Prägungen durch Heimat und Herkunft (...) interessiert."

Dieser Deutung "Rückwärtsgewandt" erteilt KNIPPHALS eine deutliche Absage. Aber ist es nicht rückwärtsgewandt, wenn Herkunft genealogisch - statt z.B. als Habitus - gedeutet wird? SCHMIDT sieht dagegen in der Frage nach der biologischen Identität die wahre Herausforderung unserer Zeit. 

 
   

UIrich Beck & Elisabeth Beck-Gernsheim - Fernliebe

GUTMAIR, Ulrich (2011): "Im Bett mit den Anderen".
Globalisierung: Wie Liebe und Familie die Grenzen von Sprache, Kultur und Nationalität sprengen, zeigen Elisabeth Beck-Gernsheim und Ulrich Beck in ihrem Buch "Fernliebe",
in: TAZ v. 12.10.

KREMLA, Andreas (2011): Wenn Liebe die ganze Welt umspannt.
Soziologie: Ulrich Beck und Elisabeth Beck-Gernsheim singen ein Lied für die globalisierte Liebe,
in: Falter Nr.41 Buchbeilage v. 12.10.

 
   

Haruki Murakami - 1Q84 Buch 3

LIEDER, Marianna (2011): Nadel im Nacken.
Haruki Murakami setzt seinen Mammutroman "1Q84" fort. Was als verzögerte Liebesgeschichte begann, wird nun zur Hymne auf die Einsamkeit,
in: Tagesspiegel v. 12.10.

 
   

Eva Illouz - Warum Liebe wehtut

HÖGE, Helmut (2011): Die Liebe erforschen.
Von der Quelle der Gleichberechtigung der Geschlechter bis zur Aufrechterhaltung einer "intensiven Leidenschaft": Die Soziologin Eva Illouz prüft die Bedingungen moderner Partnerschaften,
in: Literaturbeilage der jungen Welt v. 12.10.

Helmut HÖGE referiert die Sicht von ILLOUZ auf die historische Herausbildung der romantischen Liebe aus der religiösen Liebe. Nebenbei zeigt HÖGE Parallelen zur Sicht von Islamgelehrten und ihrer Kritik am westlichen Lebensstil auf:

"Alles in allem fällt es Eva Illouz (...) nicht leicht, sich uneingeschränkt auf die Seite der Moderne zu schlagen, »weil diese in ihrer westlichen kulturellen Ausprägung noch nie dagewesene Formen enotionalen Elends und der Zerstörung traditioneller Lebenswelten herbeigeführt und ontologische Verunsicherung zu einem dauerhaften Merkmal des modernen Lebens gemacht hat«. Auch dies ist ein Grund, warum die Islamgelehrten die westlichen Lebensformen vehement ablehnen."

HÖGE hebt 5 Punkte hervor, die nach ILLOUZ etwas Neuartiges in die Erfahrung von Liebeskummer bringen, um am Schluss ILLOUZ selbst zu Wort kommen zu lassen. Was ist die Lehre des Buches? Soziologische Aufklärung:

"Viele Menschen sind davon überzeugt, daß es bei ihnen in der Liebe nicht klappt, weil in ihrer Kindheit irgendetwas schief gelaufen ist. Ich denke, das ist of falsch. Mindestens soviel Anteil haben die Moderne und der zeitgenössische Kapitalismus".

DUSINI, Matthias (2011): Liebe unter dem Regime der Authentizität.
Soziologie: Eva Illouz unternimmt einen erneuten Versuch, das Thema Liebe der Psychologie zu entreißen,
in: Falter Nr.41 Buchbeilage v. 12.10.

BISKY, Jens (2011): Verflucht das Herz, das sich noch mäßigen kann.
In der Liebe gilt heute das Gesetz des Eigeninteresses: Wir müssen nur auf einem unbegrenzten Markt mit ausgefeilten Techniken den richtigen Partnerfinden. Leid ist nicht vorgesehen. Die Soziologin Eva Illouz weiß, dass Liebe darum weh tut,
in: Literaturbeilage der Süddeutschen Zeitung v. 11.10.

Die Schwäche des Buches sieht Jens BISKY in einer fehlenden sozialwissenschaftlichen Analyse:

"Die Rolle der Einkommensdifferenzen wie der feinen Unterschiede auf den Heiratsmärkten bleibt in diesem Buch unterbelichtet. Es fehlt ein (...) eine Analyse von Lebensläufen und sozialer Mobilität. Wie genau verhalten sich ökonomisches, kulturelles und sexuelles Kapital zueinander? Und sind sexuelles Feld und Heiratsmarkt nicht tendenziell entkoppelt?"

Stattdessen konfrontiert ILLOUZ Befragungsergebnisse, Auskünfte aus Selbsthilfeforen und Ratgeberweisheiten mit der Literatur von Jane AUSTEN. Die Stärke des Buches liegt deshalb für BISKY in der Kritik des "neoliberal verfassten Ich".

KRUSE, Katrin (2011): "Macht euren Kinderwunsch nicht von Liebe abhängig!"
Wer ist schuld, wenn die Beziehung scheitert? In ihrem neuen Buch "Warum Liebe weh tut" zeigt Forscherin Eva Illouz, warum Männer emotionale Kapitalisten sind und Frauen sich an Homosexuellen orientieren sollten. Im Interview erklärt sie ihr radikales neues Beziehungsmodell,
in: Spiegel Online v. 11.10.

 
   

GROSSSCHÄDL, Nathalie & Barbara SCHNELLNER (2011): Zusammen ist man weniger allein.
Von wegen abgefuckt: Die Wohngemeinschaft gibt es immer noch, inzwischen sogar auch ein bisschen anders,
in: Falter Nr.41  v. 12.10.

 
   

Oskar Roehler - Herkunft

SCHMIDT, Christopher (2011): Im Schoße der Familie.
Die neuen deutschen Romane erzählen von der Sehnsucht nach Herkunft und Heimat,
in: Literaturbeilage der Süddeutschen Zeitung v. 11.10.

WESTPHAL, Anke (2011): Die Sprache der Erfahrung.
Drei Generationen, drei Familien und eine Geschichte der Bundesrepublik: Der Regisseur Oskar Roehler erforscht in seinem Roman "Herkunft", wie er wurde, was er heute ist,
in: Literaturmagazin der Berliner Zeitung v. 11.10.

 
   

LINTZEL, Aram (2011): Endlich kastriert: das Mängelwesen Mann.
Die Dauerproblematisierung von Männern, Vätern und Jungs,
in: TAZ v. 11.10.

 
   

LEHMANN, Anna (2011): Schröder will Teilzeitprämie.
Betreuungsgeld: Die Familienministerin legt einen neuen Vorschlag vor. Auch in Teilzeit arbeitende Mütter sollen profitieren - aber nur ein Jahr,
in: TAZ v. 10.10.

 
       
 

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Bernd Kittlaus
Bernds@single-dasein.de Stand: 19. November 2011