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Medienrundschau:

News zum Single-Dasein

 
   
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Medienberichte über single-dasein.de
 
 
 
   

News vom 22. - 30. April 2010

 
 
     
 
   

Zitate des Monats:

 

Ganztagskinderbetreuung wünschen sich in den alten Bundesländern vor allem Frauen mit Universitätsabschluss

"Fehlende Kinderbetreuung wird in Widerspiegelung der tatsächlichen Situation insgesamt in den alten Bundesländern immer wieder als Manko angesprochen. Interessant ist jedoch, dass im Westen überhaupt nur bei den Frauen mit Universitätsabschluss Kinderbetreuung, die über die altbekannte und als unzureichend charakterisierte Halbtagsbetreuung hinausgeht, nämlich Ganztagsbetreuung für unter Dreijährige, möglicherweise in Frage kommt. Frauen mit Haupt- oder Realschulabschluss und Ausbildung sprechen sich explizit gegen außerfamiliale Betreuung in den ersten drei Jahren aus. Hier wirkt in massiver Weise das westdeutsche Mutterideal fort."
(aus: Mandy Boehnke "Gut gebildet = kinderlos?", BIOS, Heft 1, 2009, S.28)

Der typische Alltag eines erfolgreichen Techno-DJs

"Eine typische DJ-Arbeitswoche beginnt freitags mit der Reise in eine Stadt in Deutschland oder Europa, um dort in einem Club aufzulegen. Der Auftritt, ein DJ-Set, ist häufig für sehr spät in der Nacht angesetzt und dauert durchschnittlich ungefähr zwei Stunden. Die anschließende Nachtruhe ist meist kurz, und fast immer schließt sich die Weiterreise in eine andere Stadt, zu einem anderen Club an. Auftritte in anderen Kontinenten werden in Form kleiner Tourneen gebucht. Der Montag ist der Sonntag des DJs und dient auch der Entlastung des Gehörs. Die Zeit zwischen den Gigs wird für die Studioarbeit, Interviews und Promotions-Termine, für die Arbeit im eigenen Plattenlabel, Club oder sonstigen mit der Musik zusammenhängenden Aktivitäten genutzt. Der Lebens- und Arbeitsrhythmus der DJs ist dem Ablauf einer konventionellen Arbeitswoche entgegengesetzt. (...). Eine zentrale Bedeutung im DJ-Arbeitsrhythmus hat das Studio."
(aus: Maren Brandt "Techno-Biographien", BIOS, Heft 1, 2009, S.80)

 
 
 
Ab sofort finden Sie auf der Website www.single-luege.de einen monatlichen Rückblick auf das Single-Dasein im Spiegel der Medien. Auf einer Seite übersichtlich zusammengefasst und verlinkt.

Den aktuellen Rückblick April 2010 finden Sie hier.

 
       
   
NEUE GESELLSCHAFT/FRANKFURTER HEFTE-Thema:
Neue Bürgerlichkeit
  • WALTER, Franz (2010): LoHaS-Politik. Grüne Scharnierpartei der neuen Bürgerlichkeit,
    in:
    Neue Gesellschaft/Frankfurter Hefte, April
    • Inhalt:
      Im Beitrag des Politikwissenschaftlers Franz WALTER stehen die Wählermilieus von FDP und Grüne im Mittelpunkt. Letztere in erster Linie gut situiert im öffentlichen Dienst tätig:

                  "Die grünen Bevölkerungskreise sind in der Mitte der Gesellschaft angekommen. Mehr noch: Sie sind die Besserverdienenden und Hochgebildeten in der deutschen Republik schlechthin, dabei überwiegend - weil in leitenden Stellen des öffentlichen Dienstes beschäftigt - fest abgesichert."
                  Die Differenzen der FDP- und Grünen-Milieus sind keine des Einkommens, sondern des Lebensstils:
                  "In der neuen FDP-Kernanhängerschaft dominiert der Typus des jungen Mannes, der laut damit hadert, dass nicht genug Netto vom Brutto bleibt. Im Spektrum der Öko-Partei überwiegen akademische Frauen mittleren Alters, denen eine ordentliche sozialstaatliche Infrastruktur zur Unterstützung ausbalancierter Lebensmodelle wichtiger sind als kräftige Steuersenkungen für den Einzelnen."
  • DÜCKERS, Tanja (2010): Die neuen Zeitgeistprediger,
    in:
    Neue Gesellschaft/Frankfurter Hefte, April
    • Inhalt:
      Tanja DÜCKERS Beitrag, der in einer ersten Variante in der der ZEIT Online v. 20.11.2009 erschien, beschäftigt sich mit den Intellektuellen der schwarz-gelben Republik von Peter SLOTERDIJK bis Norbert BOLZ sowie einem CICERO-Artikel von Steffen Burkhardt, in dem schwarz-gelber Lifestyle als "Geldbeutel-Kultur" definiert wird:

                  "Plötzlich gibt es ein neues Ausschlußkriterium, bei dem es nicht wirklich um künstlerische Qualität geht, die sich selbstverständlich genauso in der Pop-. und Rockmusik wie in der Neuen Musik (...) und in der gegenwärtigen Malerei findet. Entscheidend ist offenbar nicht der Kunstgehalt, das Kunstwerk an sich, sondern der Geldbeutel. Entscheidend ist nicht die Liebe zur Kunst, sondern nur ein zum Trend ausgerufener Lebensstil, zu dem Kunstbesitz dazugehört wie gutes Essen und das richtige Outfit", meint DÜCKERS zum neuen Klassendünkel des Bürgertums.
  • PINL, Claudia (2010): Es gibt mehr Bourgeois als man denkt,
    in:
    Neue Gesellschaft/Frankfurter Hefte, April
    • Inhalt:
      Claudia PINL beschreibt die Wendungen in der Frauen- und Familienpolitik bis zur Verabschiedung des  Wachstumsbeschleunigungsgesetzes, mit dem gemäß PINL der familienpolitische Kurs der ehemaligen Familienministerin von der LEYEN verlassen wurde.
  • LUCKE, Albrecht von (2010): Die Neue Bürgerlichkeit - von der Projektion zum Projekt und zurück,
    in: Neue Gesellschaft/Frankfurter Hefte, April
    • Inhalt:
      Albrecht von LUCKE sieht die ZEIT auf dem Weg zu Schwarz-Grün, dem eigentlichen Protagonisten der Neuen Bürgerlichkeit:

                  "Tatsächlich nahm die Vorstellung einer Neuen Bürgerlichkeit ihren Ausgang bei jungen Liberalkonservativen wie Paul Nolte und Florian Illies - und vor allem im Umfeld der Zeit, die in den letzten Jahren, unter ihrem stellvertretenden Chefredakteur Bernd Ulrich vom einstigen sozialliberalen Flaggschiff zum schwarz-grünen Leitorgang mutierte. (...).
                  Damit verbindet sich in der Zeit die libertär-elitäre Haltung der »Generation Golf« des Florian Illies, dem heutigen Feuilletonchef, mit der »Generation Reform« des Paul Nolte, regelmäßiger Zeit-Autor und in seinem religiös grundierten Wertkonservatismus dem eines Bernd Ulrich eng verwandt."
  • SCHMIDT, Thomas E. (2010): Flucht aus der Politik oder politische Neuorientierung,
    in:
    Neue Gesellschaft/Frankfurter Hefte, April
  • MEYER, Thomas (2010): Lifestyle- und Aktivbürger,
    in:
    Neue Gesellschaft/Frankfurter Hefte, April
    • Inhalt:
      Thomas MEYER sieht in Gunter HOFMANN den Erfinder des Begriffs "Neue Bürgerlichkeit", den dieser 1998 in die Debatte einwarf. MEYER nennt diesen Bürgertypus Aktivbürger, um ihn gegen den unpolitischen Lifestylebürger abzugrenzen.
 
     
     
   
  • FROMME, Claudia (2010): Hyper, Alter.
    Vor 20 Jahren sorgten die DJs des Techno für eine deutsche Kulturexplosion. Inzwischen sind sie reife Herrschaften. Die Schlauen unter ihnen genießen die Vorzüge der Vielfliegerkarte und geben sich nüchtern: "Muss man besoffen ins Mikrofon brüllen?"
    in: Süddeutsche Zeitung v. 30.04.
 
     
     
     
     
     
   
  • PLICKERT, Philip (2010): Der Volkswirt - Der unsichtbare Schuldenberg.
    Ein Großteil der Rentenlasten und der Krankenkosten sind nicht gedeckt. Wegen der Alterung nehmen die Lasten drastisch zu. Die verdeckte Staatsschuld ist damit viel höher als offiziell angegeben. Und das bei weitem nicht nur in Griechenland,
    in:
    Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 26.04.
    • Anmerkungen:
      Erstaunliches vermeldet PLICKERT:

                  "Auch in Deutschland werden finanzielle Lasten auf die junge Generation abgewälzt. Allerdings erscheine die Lage - trotz der noch schnelleren Alterung der Bevölkerung - nicht ganz so schlimm wie in Amerika, sagt Bernd Raffelhüschen von der Universität Freiburg, der die ökonomische Generationenbilanzierung in Deutschland etabliert hat".
                  Dass die USA schlechter dastehen als Deutschland, das war bislang meist nur auf single-generation.de zu lesen. Üblicherweise versucht die Presse - wie zuletzt der Focus - die Lage in Deutschland zu dramatisieren.
 
   
Aus Politik und Zeitgeschichte-Thema: Stadtentwicklung
  • BRECKNER, Ingrid (2010): Gentrifizierung im 21. Jahrhundert,
    in:
    Aus Politik und Zeitgeschichte Nr.17 v. 26.04.
  • HANNEMANN, Christine (2010): Heimischsein, Übernachten und Residieren - wie das Wohnen die Stadt verändert,
    in:
    Aus Politik und Zeitgeschichte Nr.17 v. 26.04.
    • Anmerkungen:
      Was immer noch nicht selbstverständlich ist: HANNEMANN weist darauf hin, dass die Zahl der Alleinwohnenden üblicherweise überschätzt wird:

                  "Hinsichtlich dieses Trends sind gerade aus den Medien quantitative Alarmierungen nach dem Motto »Die Gesellschaft vereinsamt – immer mehr Singles in den Großstädten« bekannt. So präsentiert eine aktuelle Studie eines Wirtschaftsberatungsunternehmens die Erkenntnis, dass der Anteil der Einpersonenhaushalte in Deutschland weiter wachse. Laut dieser Studie wohnen 38 Prozent der Deutschen allein. Berlin ist mit einem Anteil von 52 Prozent »Singlehauptstadt«. (...) Allerdings, und darauf verweist zurecht die Webseite  www.single-generation.de, die sich mit Akteuren, Positionen und Abgrenzungspolitiken gegenüber der Singles beschäftigt, sind solche Aussagen nur bedingt aussagekräftig: Da das Statistische Bundesamt nicht die Haushaltsstrukturstatistik mit der Bevölkerungsstruktur verknüpft, ergibt sich ein verzerrtes Bild der tatsächlichen Lebensverhältnisse in Deutschland. Aus der Haushaltsstatistik resultiert eine Überschätzung des Alleinwohnens."

 
   
  • NOLTE, Paul (2010): Freiheit in der Bindung.
    Immer weniger Menschen sind der Überzeugung, die Demokratie sei die beste Regierungsform. Ein zeitgemäßer Entwurf der Freiheit wird daher nicht im Staat und nicht im Individuum, sondern in der Bürgergesellschaft zu verankern sein,
    in:
    Frankfurter Rundschau v. 26.04.
 
     
     
   
  • MISCHKE, Roland (2010): Reisen mit Flirtfaktor.
    Singlereisen: Aphrodite, die Göttin der Schönheit, meint es gut mit Besuchern auf Zypern. Bei angenehmen 20 Grad Celsius sitzt die Reisegruppe am ersten Tag im Freiluftcafé "Petros" in Lemesos und beäugt einander,
    in:
    Berliner Morgenpost v. 25.04.
 
     
   
  • STREIDL, Barbara (2010): Hadertauers kalte Küche.
    Bayerns Sozialministerin will eine "neue konservative Leitkultur". Die wachsende Zahl der Kinderlosen hätte das Nachsehen
    in:
    Freitag Online v. 25.04.
    • Anmerkungen:
      Man muss sich fragen, ob es Zufall oder Absicht war, dass bei der ersten amtlichen Mikrozensus-Befragung zur Kinderlosigkeit in Deutschland ausgerechnet die Jahrgänge ab 1933 einbezogen wurden. Der Soziologe Hans BERTRAM wies vor kurzem darauf hin, dass dies zu einer verzerrten Sichtweise führt:
       

                  "Eine weitere Ursache für die starke Betonung der Kinderlosigkeit in der deutschen demografischen Literatur rührt daher, dass bei den Betrachtungen der Kinderlosigkeit nie weiter als bis zur Kohorte der 1935 geborenen Frauen zurückgeschaut wird (Engstler et al. 2003, Birg 2003, Kaufmann 2005). Diese Kohorte war jedoch mit historisch hohen Kinderzahlen und einer extrem niedrigen Kinderlosigkeit verantwortlich für den Babyboom." 
                  Geht man nämlich weiter zurück, dann ist der Satz "In Deutschland gibt es immer mehr kinderlose Frauen" falsch. Und das wollte man ja wohl auf alle Fälle vermeiden, denn in Deutschland sind solche Debatten tabu.
 
     
     
     
     
     
     
   
  • HERWIG, Oliver (2010): Der Kinderwagen.
    Das war die Gegenwart (18): Die beschleunigte Gesellschaft beginnt im Kindesalter,
    in: Süddeutsche Zeitung v. 24.04.
 
   
  • GEYER, Christian (2010): Misshandlung überall.
    Wer sein frühes Leid bestreitet, flieht nur vor ihm: Die Psychoanalytikerin Alice Miller kehrte ihrer Zunft den Rücken und landete als Kindheitsforscherin mit ihren Büchern Welterfolge. Nachruf auf eine Frau von ungewöhnlicher Antriebskraft,
    in:
    Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 24.04.
 
     
     
   

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Bernd Kittlaus
Bernds@single-dasein.de Stand: 04. Juli 2010