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Medienrundschau:
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News vom
16. - 24. Januar 2011
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Zitat
des Monats:
Ein neuer Vertrag
der Generationen?
"Zwei
soziale Gruppen haben das soziale Spektrum postindustrieller
Gesellschaften in letzter Zeit bereichert:
junge Müßiggänger,
die das von ihren Eltern und Großeltern akkumulierte Vermögen
verzehren, ohne noch irgendeiner
»ordentlichen«
Beschäftigung nachzugehen, und Langzeitarbeitslose und
Sozialhilfeempfänger (...). Beide sind »vor der Zeit« Rentiers
- die einen schneiden Coupons, die anderen warten auf die
Wohlfahrtsschecks. Beide Fälle demonstrieren drastisch das
Ende der industriegesellschaftlichen Normalbiographie (...).
Immer noch
suggerieren die gebräuchlichsten statistischen Nomenklaturen,
dass Personen zwischen 15 und 65 im »erwerbsfähigen« Alter
seien (...). Die geschilderten Fälle in den obersten und
unteren Etagen werden in der heutigen Sozialpyramide der
postindustriellen Gesellschaften von
Post-Adoleszenten und
Früh-Pensionären ergänzt, die die Fiktion eines normalen, um
die Erwerbstätigkeit herum gruppierten »Arbeitslebens« Lügen
strafen. (2010, S.352)
"Die älteren Generationen -
in Deutschland die
»Flakhelfer« und die 68er - sollten ihre
Versorgungsansprüche im Blick auf die Zukunft ihrer Enkel und
Kinder weniger egoistisch im Auge behalten, die Jüngeren
sollten, im Blick auf ihr eigenes Alter, der Versuchung
widerstehen, die Alten als lästige Kostgänger abzuschieben."
(2010, S.354)
(Claus LEGGEWIE in
"Ihr kommt nicht mit
bei unseren Änderungen!" 2011, S.344-365)
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HANSKE,
Paul-Philipp (2011): Freuden der Unterschicht.
Thomas Hecken verteidigt den Konsum gegen seine Verächter,
in: Süddeutsche Zeitung v. 24.01.
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HANSKE kritisiert das Plädoyer von Thomas HECKEN ("Das
Versagen der Intellektuellen"), das der "Unterschicht" die
Freuden ihres Konsums gönnt. Die Unterschicht fängt bei ihm
jenseits seines individualisierten Milieus der Akademiker an, die
HANSKE als "Bessergestellte" tituliert.
Der
Kern heutiger Konsumkritik sei die "Abwertung des
Sinnlich-Passiven". Der Soziologe Gerhard SCHULZE würde das
drastischer formulieren: es sind in den Augen des
individualisierten Akademikermilieus die "Oberdeppen der
Lebenskunst", wie er im
Vorwort der Neuauflage seines soziologischen Klassikers Die
Erlebnisgesellschaft aus dem Jahre 2005 schrieb.
Die
Affirmation des Konsumierens hat 2002 bereits der aus Funk und
Fernsehen bekannte Medienprofessor Norbert BOLZ mit seinem
konsumistischen Manifest geleistet, meint HANSKE. Dem ging
es jedoch weniger um die Massen wie man aus seinen aktuellen
reaktionären Schriften weiß. Von Unterschicht war damals auch noch
gar nicht die Rede, denn diese hat
im konsumkritischen Sinne erst der selbsternannte
Volkspädagoge Paul NOLTE nach Veröffentlichung des BOLZschen
Manifestes in den Feuilletons eingeführt.
HANSKE
will aus dem Buch von HECKEN insbesondere gelernt haben, was
man eigentlich
bereits bei BOURDIEU seit 1982 nachlesen kann: Die feinen
Unterschiede der Distinktion. Aufschlussreicher ist aber seine
Kritik, dass das Ansinnen von HECKEN das Ende seiner schönen
individualisierten Konsumwelt darstellen würde. Wer will schon
wegen den "Deppen der Lebenskunst" auf seine Distinktionsgewinne
verzichten? HANSKE und die Leser des SZ-Feuilletons ganz
sicher nicht.
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KURIANOWICZ,
Tomasz (2011): Das Richtige ist das Erträgliche.
Soziologische Gelassenheit für angespannte Zeiten: Niklas Luhmann
hat noch immer Konjunktur,
in: Tagesspiegel v. 23.01.
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HUBER,
Wolfgang (2011): Verschieden und doch gleich.
Dass Deutschland sich abschafft, ist längst nicht ausgemacht.
Doch was heißt Integration, und was kann in ihrem Namen verlangt
werden?
in: Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 22.01.
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Der ehemalige Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in
Deutschland, Wolfgang HUBER, befasst sich mit dem Zusammenhang von
demografischem Wandel und Integration. An der gefühlten Bedrohung
der deutschen Mehrheitsgesellschaft durch die "Migrationsbevölkerung"
ist nach HUBER die Kinderarmut der deutschen Bevölkerung schuld:
Die "großen Herausforderungen
der deutschen Gesellschaft (...) ergeben sich in erster Linie aus
dem demographischen Wandel (...). Während die durchschnittliche
Lebenserwartung seit Jahren steigt, sinkt die Zahl der Geburten.
Die »Überalterung«, von der in diesem Zusammenhang oft die Rede
ist, sollte man deshalb eher eine
»Unterjüngung« nennen.
Eine
Gesellschaft, deren
Alterspyramide auf dem Kopf steht, hat es schwer,
zuversichtlich in die Zukunft zu schauen, verweigert sie doch in
weiten Teilen die elementarste Form solcher Zuversicht, nämlich
die Geburt und das Aufwachsen von Kindern. Aus der pessimistischen
Stimmung heraus, die sich in einem solchen Verhalten zeigt, wird
eine zahlenmäßig wachsende Migrationsbevölkerung als Bedrohung
wahrgenommen."
Nach dieser
Schuldzuweisung, die mit Thilo SARRAZIN konform geht,
erläutert er sein universalistisches Verständnis von Menschenwürde
und Gleichheit, das er gegen
Thilo SARRAZINs Vorstellung einer genetisch bedingten Intelligenz
und Schichtzugehörigkeit als Ausgangspunkt politischer
Lösungen abgrenzt.
Deutschland
ist für HUBER weder ein Einwanderungs- noch ein Zuwanderungsland,
sondern eine "Integrationsgesellschaft", wobei er Integration zum
einen als Erreichen eines bestimmten Bildungsniveaus und zum
anderen als Religionstoleranz begründet. Bildung ist für HUBER der
Kern einer "Integrationsgesellschaft":
"Bildung ist der Kern von
Integration. Die Hauptaufgabe einer Integrationsgesellschaft
besteht darin, jungen Menschen aus allen Schichten und allen
ethnischen Gruppen die bestmögliche Bildung zukommen zu lassen und
damit die Abstände zu verringern, die durch genetische Ausstattung
oder durch familiäres Umfeld vorgegeben sind."
HUBER vergleicht die heutige
Situation mit der von Georg PICHT angestoßenen Debatte um die
Bildungsungleichheit Mitte der 1960er Jahre:
"So wie wir uns vor einer
Generation nicht damit abgefunden haben, dass deutsche Kinder aus
Arbeiterfamilien kaum die Möglichkeit zu einem Hochschulstudium
hatten, so können wir uns heute nicht damit abfinden, dass der
Bildungsabstand von Teilen der Migrationsbevölkerung sich über die
Generation vererbt."
Wir haben es bei HUBERs
Ausführungen also lediglich mit einem Ideal zu tun, das in der
Realität nicht erreicht wurde. Wie bekannt sein dürfte, wurde
durch die Bildungsexpansion nicht die Arbeiterschicht erreicht,
sondern das
"katholische Mädchen vom Lande". Die Bildungsexpansion hat
nicht die Bildungsbeteiligung der Arbeiter an Hochschulen erhöht,
sondern der Frauen. Eine Nebenfolge dieser höheren
Bildungsbeteiligung von Frauen an Hochschulen ist auch die von
HUBER kritisierte Kinderarmut. Als einzige Forderung aus der
Bildungsungleichheit ergibt sich sein Plädoyer für die
Beitragsfreiheit des ersten und nicht erst des letzten
Kindergartenjahres. Angesichts der beschworenen Wichtigkeit der
Bildung ist das lächerlich wenig.
Trotz
aller universalistisch gedachten Menschenwürde stimmt HUBER mit
SARRAZIN überein, dass insbesondere der Islam und damit die
muslimische Bevölkerung in Deutschland ein Integrationsproblem
hat.
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Statuspanik und Erziehungsstil
KEGEL,
Sandra (2011): Wie die Tigermutter ihre Kinder zum Siegen drillt.
Chinas Staats- und Parteichef Hu Jintao ist gerade zu Besuch in
Washington. Zur gleichen Zeit streitet Amerika erbittert über eine
Polemik aus der Feder der asiatischstämmigen Yale-Professorin Amy
Chua: In ihrem "Battle Hymn of a Tiger Mother" erklärt die
Immigrantentochter die westlichen Erziehungsmethode für gescheitert,
in: Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 22.01.
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Sandra KEGEL, bei der FAZ für die TV-Serie
Ally McBeal und Karrieremütter zuständig, berichtet über
die Debatte um das Buch
Battle Hymn of the Tiger Mother von
Amy CHUA (siehe auch die SZ). Das Buch
erscheint nächste Woche auf Deutsch ("Die Mutter des Erfolgs").
Das konfuzianische Erbe ist gemäß KEGEL die Ursache für die große
Wissbegierde der Asiaten. Das ist sozusagen die asiatische
Variante von Max WEBERs protestantischer Ethik.
KEGEL
nimmt das Beispiel Petra GERSTER, die mit dem Buch Der
Erziehungsnotstand bereits vor Jahren die Statuspanik
(Berthold VOGEL) der deutschen Mittelschicht bediente, um dem Buch
auch in Deutschland viele faszinierte Leser zu prophezeien. Die
mediale Aufmerksamkeit darf dem Buch gewiss sein, denn die Debatte
um Thilo SARRAZIN zeigte bereits, dass Statuspanik hierzulande
grassiert.
Das
Buch von CHUA hat bei KEGEL aber letztlich eher Mitleid als
Sympathie für die asiatischstämmige Karrieremutter hervorgerufen.
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SCHOELLER, Olivia (2011):
Ihr Deutschen braucht mehr Bindestrich-Identitäten.
Wir täten uns
leichter mit dem Thema Einwanderung, wenn der Einzelne wichtiger
genommen würde, sagt Migrationsexpertin Tamar Jacoby. Sie selbst nennt
sich jüdisch-amerikanisch, staunt über Deutschlands
Integrationsdebatte und glaubt, dass Thilo Sarrazins Buch Deutschlands
Ansehen schaden wird,
in: Magazin der Berliner Zeitung v. 22.01.
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SYLVESTER, Regina (2011):
Ganz neue Sitten.
Wie Internet,
Esoterik und Privatfernsehen den Blick der Menschen verändert haben,
in: Magazin der Berliner Zeitung v. 22.01.
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Regine SYLVESTER erregt sich über die "beschleunigte
Gesellschaft", in der uns der Alltag immer mehr überfordert. Die
Chiffre von der "beschleunigten Gesellschaft" ist ein
entpolitisierter Begriff, der nicht mehr nach den Ursachen der
Beschleunigung fragt, nämlich die Entfesselung des Marktes und den
Umbau des Wohlfahrtsstaats vom vorsorgenden zum gewährleistenden
Staat. Die neue Alltagslast, die SYLVESTER beschreibt, ist also
Ergebnis eines politischen und unternehmerischen Programms.
SYLVESTER
lässt das außen vor und beklagt stattdessen lieber die Folgen
solcher Entfesselung. Mit dem
Wutbürger hat der Spiegel im
Herbst eine Figur der Entlastung gefunden, der Journalisten
mittlerweile zum Rundumschlag gegen alles und Jeden dient.
Die
neuen Sitten, die SYLVESTER beklagt sind ja allesamt nicht neu.
Das Privatfernsehen existierte in Deutschland bereits vor der
Wiedervereinigung und das Internet ist nun auch schon über ein
Jahrzehnt ein Massenmedium.
Was aber neu ist: Die Printmedien
befinden sich im Sinkflug, d.h. der Alltag unserer Journalisten
ist bedroht. Recherche war gestern, stattdessen Gejammer über die
Konkurrenz und den Sittenverfall. Das mögen zwar andere
Journalisten gerne lesen, andere ekelt diese Selbstreferenz aber eher an.
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GRÜSSINGER,
Barbara (2011): Solo unterwegs und trotzdem nicht einsam.
CMT: Immer mehr Urlauber reisen ohne Begleiter. Die Anbieter reagieren
mit Angeboten für Einzelpersonen,
in: Stuttgarter Zeitung v. 21.01.2011
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GRÜSSINGER berichtet über das Angebot für Alleinreisende, die
immer noch eine
vernachlässigte Zielgruppe der Reisebranche sind. In den
Medien wird meist nur über Singlereisen (oftmals identisch
mit Cluburlauben) berichtet, während
Alleinreisende nicht unbedingt Partnerlose bzw.
Partnersuchende sein müssen. Saskia LORENZEN hat sich mit
Solos
Reisen auf diese Klientel spezialisiert.
Anfang
des Jahres hat Inka SCHMELING für ZEIT Online den
alleinerziehenden Vater Gerold KIRCHTHALER interviewt, der Reisen
für "Singles mit Kind", also Alleinerziehende organisiert.
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KAMMERMANN, Tanja (2011):
Weshalb es in Bern so viele Singles gibt.
Bern hat die
höchste Single-Dichte der Schweiz. 26,5 Prozent der Bernerinnen und
Berner leben ohne Beziehung. Warum ist das so? Einige
Erklärungsversuche,
in: Tages-Anzeiger Online v. 21.01.
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KAMMERMANN sucht Erklärungen für die hohe Single-Dichte in Bern,
die eine repräsentative Umfrage im Auftrag der Partnervermittlung
Parship ergeben hat.
Die
Sozialpsychologin Nicola DÖRING hat vor kurzem in einem sehr guten
Beitrag den aktuellen Forschungsstand zum Thema
Wie wir
Liebes- und Sexpartner im Internet finden bemängelt, dass
solche Marktforschungsstudien von Partnervermittlungen in erster
Linie PR-Funktion haben und ihre Ergebnisse z.B. im Hinblick auf
eine größere Zufriedenheit von Online-Paaren mit Vorsicht zu
genießen seien.
Andererseits
haben diese Studien zumindest ins öffentliche Bewusstsein gerufen,
dass die
steigende Anzahl von Einpersonenhaushalten kein besonders
guter Indikator für die Anzahl von Partnerlosen oder
Partnersuchenden ist. Insbesondere die in den 1990er Jahren
äußerst populäre Individualisierungsthese von Ulrich BECK ("Das
ganz normale Chaos der Liebe") hat wenig zur Aufklärung
beigetragen. Seit der Jahrtausendwende konnten viele
Untersuchungen zeigen, dass wir keineswegs auf eine
Single-Gesellschaft zutreiben. Auch
Das Ende der Liebe (SVEN HILLENKAMP) ist nicht zu
befürchten.
Die
hohe Single-Dichte ist eher eine Nebenfolge eines modernen
Paar-Ideals und gestiegener Lebenserwartungen, die jedoch
geschlechtsspezifisch ungleich verteilt sind, sodass Single-Phasen
im Lebensverlauf zur Normalität gehören.
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HESSE, Michael (2011):
Die am häufigsten missverstandene Frage.
Zwischen
unterschiedlichen Kulturen ist es sehr schwierig, so etwas wie eine
allgemeine Vernunft zu denken. Aber es geht. Ein FR-Interview mit
Amartya Sen über Möglichkeiten der Auflösung der Ungerechtigkeiten,
in: Frankfurter Rundschau v. 21.01.
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SCHULZE, Katrin (2011): Feindbild Prenzlauer-Berg-Mütter.
Die Arbeitsministerin hat sieben Kinder, die Familienministerin
wird demnächst Mutter. Wie perfekt muss eine Mutter sein? Ein
Ortstermin im Familienplanungszentrum,
in: Tagesspiegel v. 21.01.2011
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KUPFERSCHMIDT, Kai (2011): Dein Bauch gehört mir.
Von Nicole Kidman bis Elton John: Sollten Leihmütter auch in
Deutschland erlaubt sein? Darüber lohnt es sich zu streiten.
Tatsächlich aber wird in Deutschland kaum etwas so irrational
diskutiert wie die Reproduktionsmedizin,
in: Tagesspiegel v. 21.01.2011
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Statuspanik und Erziehungsstil
STEINBERGER,
Petra (2011): Laut gebrüllt, Tigermutter.
Angst vor chinesischen Familienwerten: Amerika debattiert über
ein Buch, das härteste Erziehungsmethoden fordert,
in: Süddeutsche Zeitung v. 21.01.2011
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DYK, Silke van & Stephan LESSENICH (2011):
Die graue Ressource.
Faltenfrei:
Jung, fit, finanzstark - was ist dran an der Neubewertung des Alters?
Kritik einer Mobilmachung,
in: Freitag Nr.3 v. 20.01.
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Silke van DYK & Stephan LESSENICH, Herausgeber des Buches
Die jungen Alten, kritisieren das produktivistische und
funktionalistische Altersbild, das von Politik und Wirtschaft
entworfen wird, um den apokalyptischen Krisenszenarien zu
entgehen:
"Auf der Suche nach Auswegen
aus der prognostizierten demografischen Katastrophe werden
neuerdings (...) ausgerechnet die Alten selbst als Teil der
Problemlösung entdeck. Gesund, gebildet und finanzstark scheinen
sie bestens geeigent, ihre der Gesellschaft aufgebürdete
»Alterslast« durch juveniles, aktives Altern wettzumachen."
DYK & LESSENICH kritisieren die
als »Win-win-Strategie« propagierte, aber in Wirklichkeit
einseitig zu lasten der Alten gehende Mobilmachung:
"Nicht nur durch die gesetzlich
verlängerte Lebenszeit, ist der »wohlverdiente Ruhestand« zu einer
veralteten Vorstellung geworden. Auch nach dem möglichst späten
Ausscheiden aus dem Erwerbsleben wird von den Alten umfassende
Bereitschaft zum Engagement eingefordert: im Ehrenamt, in der
Pflege, zum Erhalt eigener Leistungsfähigkeit."
DYK & LESSENICH bescheinigen
der
14köpfigen Expertenkommission, die den aktuellen
6. Altenbericht der Bundesregierung "Altersbilder in der
Gesellschaft" verfasst hat, eine erstaunliche Naivität:
"Den Sachverständigen müsste
eigentlich bekannt sein, dass die amtierende Bundesregierung - wie
auch schon ihre Vorgängerinnen - (...) fleißig »von unten nach
oben« umverteilt und den durch diverse Rentenreformen langfristig
programmierten Anstieg der Altersarmut (...) befeuert.
DYK & LESSENICH erkennen im
Beschwören der großen Bereitwilligkeit zu bürgerlichem Engagement
der "neuen Alten" durch die Expertenkommission, eher das
Gegenteil, nämlich die Angst, dass es mit der Bereitschaft nicht
weit her sein könnte. Darauf deutet auch die
"Verpflichtungsrhetorik" des Altenberichts hin.
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ELSING, Sarah (2011):
Eine Krise, die fürs Leben prägt.
Viele
Geisteswissenschaftler beenden ihr Studium mit dem Antrag auf Hartz
IV. Was macht das eigentlich aus ihnen?
in: Die ZEIT Nr.4 v. 20.01.
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ELSING berichtet über die Probleme von Geistes- und
Sozialwissenschaftlern beim
Übergang vom Studium zur Berufswelt. Ihr Fazit:
"Die Arbeitslosigkeit ist die
erste und einzige gemeinsame Erfahrung einer ganzen
Absolventengeneration von Geisteswissenschaftlern. Und indem sie
die späteren Veränderer der Gesellschaft verändert, wird aus einem
individuell-psychischen Problem eines für alle.
Der
Arbeitspsychologe Paul sieht seine Zahlen sogar als Beleg, dass
Arbeitslosigkeit eine ernste Gefahr für die Gesundheit der
Bevölkerung eines Landes darstellt. So weit muss man nicht
unbedingt gehen. Bedenklich jedoch ist, dass die künftige
intellektuelle Elite unseres Landes aus einer Generation
verunsicherter Geisteswissenschaftler besteht, der die
Angst vor dem sozialen Abstieg tief in den Knochen sitzt."
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RÖTZER, Florian (2011):
Die Aufklärung schafft sich ab.
Nach einen
britischen Wissenschaftler könnten extrem religiöse Menschen, weil sie
mehr Kinder zeugen, zur Mehrheit werden,
in: Telepolis v. 20.01.
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PATALONG, Frank (2011):
Sozialkontakte übers Internet.
Online
entdecken, offline treffen,
in: Spiegel Online v. 20.01.
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JEITZINER, Denise (2011):
Der Tanz um die Schweizer Singles.
Das Januarloch
scheint die grossen Dating-Agenturen nicht zu kümmern. Momentan werden
Hunderttausende von Franken für die Dauerwerbeberieselung für Singles
investiert. Das ist kein Zufall,
in: Tages-Anzeiger Online v. 20.01.
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Politikerinnenschwangerschaften in den Medien
BRAUN,
Stefan (2011): Ministerin im Praxistest.
Geradezu inszeniert wirkt die Bekanntgabe von Kristina Schröders
Schwangerschaft. Dahinter steckt wohl die Hoffnung der Ministerin,
zugleich ein politisches Problem loszuwerden,
in: Süddeutsche Zeitung v. 20.01.2011
SIEMS,
Dorothea (2011): Private Familienpolitik.
Ministerin Schröder erwartet ein Baby - und will im Amt bleiben:
"Die gleichen Herausforderungen wie andere Paare auch",
in: Welt v. 20.01.2011
JUNGE, Barbara/SCHULZE, Katrin/TRETBAR, Christian (2011): Familienministerin
in anderen Umständen.
Familienministerin Kristina Schröder erwartet als erste
Ministerin in Deutschland während ihrer Amtszeit ein Kind. Welche
Folgen hat das?
in: Tagesspiegel v. 20.01.2011
SCHMALE, Holger (2011): Die öffentliche Mutter.
Zeit für die Familie sei die Leitwährung moderner
Familienpolitik, findet die Ministerin Kristina Schröder. Jetzt ist
sie schwanger. Und wird zeigen müssen, wie ernst sie ihre These
meint,
in: Berliner Zeitung v. 20.01.2011
THURNER-FROMM, Barbara (2011): Der ganz normale Wahnsinn.
Schwangerschaft: Kinder verändern alles, das gilt auch für
Politikerinnen,
in: Stuttgarter Zeitung v. 20.01.2011
KÄFER, Armin (2011): Auch ein runder Bauch kann Profil geben.
Regierung: Familienministerin Schröder ist schwanger. Das ermöglicht
ihr eine Politik unter anderen Umständen,
in: Stuttgarter Zeitung v. 20.01.2011
DRIBBUSCH, Barbara (2011): Macht mal, Supermädels.
Vorbilder:
Schwangere Ministerinnen, die ihre Kinder eher so nebenbei zu kriegen
scheinen, erzeugen Rollendruck für normale Frauen. Da gilt es, cool zu
bleiben,
in: TAZ v. 21.01.
Don Alphonso (2011):
Raubmütter vor München. Oder Berlin,
in: faz.net v. 22.01.2011
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MÜLLER-LISSNER, Adelheid (2011):
Eingeschränkt erlauben.
Deutsche
Wissenschaftsakademien befürworten Präimplantationsdiagnostik. Das
Verfahren könnte helfen, Abtreibungen zu vermeiden,
in: Tagesspiegel v. 19.01.
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HEINSOHN,
Gunnar (2011):
Zu kostbar zum Sterben.
In Tunesien
sinkt die Geburtenrate seit Jahren. Das ist ein Grund, warum die
Rebellion nicht überproportional viele Menschenleben fordern wird. Das
Land braucht seine Söhne,
in: Welt v. 19.01.
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JIRKU, Karin (2011):
Kinderwahnsinn!
Bunt, bio,
fair und edel: über das neue Geschäft mit der Kindermode und
Lattemacchiato-Eltern, die ihren Nachwuchs schön anziehen,
in: Falter Nr.3 v. 19.01.
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HEIM, Manuela (2011):
Im Osten in der Kita, Im Westen zu Hause.
Nachwuchs:
Während in den neuen Bundesländern jedes zweite Kind unter drei Jahren
eine Kita besucht, ist es in den alten Bundesländern nicht einmal
jedes fünfte. Der Westen holt nur sehr langsam auf,
in: TAZ v. 18.01.
HEIM, Manuela (2011):
Divergierende Familienbilder.
Über die
Unterschiede bei der Betreuung von Kinder,
in: TAZ v. 18.01.
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BALTHASAR, Susanne (2011): Kinder, Küche und Karriere?
Wie die Regierung Politik für Kleinkinder macht,
in: DeutschlandRadiol v. 17.01.
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Debatte um die Reform des
Ehegattensplittings
CHRISTMANN,
Karin (2011): Der Hausfrauen-Rabatt.
Das Ehegattensplitting kostet den Staat im Jahr rund 19
Milliarden Euro. Kritiker sehen darin eine Subvention eines
antiquierten Familienmodells,
in: Tagesspiegel v. 17.01.
KRÄMER, Peter (2011): Das Ehegattensplitting gehört abgeschafft.
In Deutschland würden wieder mehr Kinder geboren, wenn wir von
Frankreich lernen, meint der Hamburger Reeder und fordert eine
andere Politik mit kostenlosen Kitas,
in: Tagesspiegel v. 17.01.
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PERGANDE, Frank (2011): Der Traum von Marianne.
Blond, treu, liebevoll sei die Frau - so steht es in der Annonce.
Der Witwer will sie treffen. Doch so einfach ist das nicht. Wie manche
Vermittler im Osten ihr Geld verdienen,
in: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung v. 16.01.
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PERGANDE berichtet über die unseriösen Praktiken von vorwiegend
ostdeutschen Partnervermittlungen, die in Zeitungen inserieren und
sich mittlerweile auf ältere Menschen spezialisiert haben:
"Früher waren die Anzeigen auf
junge Männer zugeschnitten, heute auf Senioren, was der
demographischen Entwicklung geschuldet ist. Marianne kann auch
Karin heißen oder Eva oder Astrid. Sie hat fast immer eine tolle
Figur, ist ein toller Mensch und war häufig Krankenschwester."
PERGANDE vermutet, dass
Ostdeutsche besonders oft Opfer solcher Partnervermittlungen sind:
"Zum
einen galten Partnerschaftsanzeigen im Osten schon immer als
normale Form der Kontaktaufnahme, schon in der DDR-Zeit. Zum
anderen sind Senioren im Osten offenbar weniger vorsichtig, denn
so etwas hätte es in der DDR nie gegeben. (...). Die angeblichen
Partnervermittlungen können also mit Vertrauensseligkeit rechnen -
und mit der Angst der Kunden, dass ihre Blamage bekannt werden
könnte."
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MÜLLER,
Daniel (2011): Die kreative Klasse von 2011.
Da stehen sie nun im Kreis, sechzehn erwachsene Menschen, und tun
so als wären sie Samurai. Sie rufen "Wah!", "Wu!" und "Hau!", ihre
Arme formen schwingende Schwerter. Die Männer und Frauen, die hier
zusammenklappen wie Taschenmesser, wenn sie von den imaginären Waffen
getroffen werden, sind aus ganz Europa nach Berlin gekommen, um die
Welt ein kleines bisschen besser zu machen,
in: Berliner Morgenpost v. 16.01.
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Thomas GROß & Tobias TIMM suchten für die ZEIT die
Berliner Kreativwirtschaft. Nun also auch Daniel MÜLLER. Und immer
dabei: Das Café St. Oberholz, in dem die Touristen die
Berliner digitale Bohème suchen.
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Das
Single-Dasein in Japan
BRASOR,
Philip (2011): Japan's tribe of lonely people continues to grow,
in: Japan Times v. 16.01.
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BRASOR berichtet aus Japan, das vom
"Altersbeben" viel dramatischer betroffen ist als Deutschland.
Mit der Volkszählung im letzten Jahr geriet die steigende Zahl von
Einpersonenhaushalten und die schrumpfende Bevölkerung in den
medialen Fokus. Bereits seit Ende der 1990er wird in Japan von "parasitären
Singles" gesprochen.
BRASOR
fasst die im letzten Jahr entbrannte öffentliche Debatte um die
"vergreisende" japanische Gesellschaft und den Wohlfahrtsstaat
zusammen.
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[ zum Seitenanfang ]
Zu den News
vom 10. -
15. Januar 2011
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