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Medienrundschau:
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News vom
15. - 21. November 2010
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Zitat
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Kinder sind für Hochgebildete
kein generelles Karrierehindernis
"Promovierte
Frauen verzeichnen nach der Geburt von Kindern nur selten
längere Erwerbsunterbrechungen und kehren rasch an den
Arbeitsplatz zurück. Ein indirekt negativer Einfluss des
Vorhandenseins von Kindern ergibt sich dadurch, dass längere
Abwesenheiten vom Arbeitsmarkt und die bei Müttern häufige
Teilzeitarbeit Karrierenachteile darstellen. Ein davon
unabhängiger eigenständiger negativer Effekt von Kindern auf
den beruflichen Erfolg promovierter Frauen ist allerdings
nicht erkennbar. Zum Befragungszeitpunkt sind Mütter und
Frauen ohne Kinder gleich häufig in Führungspositionen
vertreten. Bei promovierten Männern wirkt sich das
Vorhandensein von Kindern auf die berufliche Karriere positiv
aus: Promovierte Väter generieren ein höheres Einkommen und
steigen schneller in Führungspositionen auf. Von Kindern
pauschal als Karrierehindernis bei Hochgebildeten zu sprechen,
erscheint auf Basis dieser Ergebnisse als nicht
gerechtfertigt."
(Frank Schubert & Sonja Engelage "Sind
Kinder ein Karrierehindernis für Hochgebildete?",
Zeitschrift für Soziologie, Heft 5, Oktober)
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Ab sofort finden Sie
auf der Website
www.single-luege.de
einen monatlichen Rückblick auf das Single-Dasein im Spiegel der
Medien. Auf einer Seite übersichtlich zusammengefasst und verlinkt.
Den aktuellen Rückblick August 2010 finden Sie
hier. |
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BERNAU, Patrick (2010): Inder sind billiger als Kinder.
Zuwanderer sind ein gutes Geschäft: Ihre Ausbildung haben andere
bezahlt, ihre Arbeitskraft bringt Steuern und Wachstum. So günstig
macht es der eigene Nachwuchs nicht. Eine provokante Bilanz,
in: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung v. 21.11.
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STAUN, Harald (2010): Wir Eltern von Prenzlauer Berg.
War es wirklich nur ein neuer Spielplatz, der am vergangenen
Wochenende eröffnet wurde? Und wenn ja: für wen?
in: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung v. 21.11.
-
Anmerkungen:
Für Prenzlauer Berg-Eltern wie Harald STAUN,
einem Angehörigen der Lifestyle-Clique Generation Golf sind
Kinderspielplätze die neuen Galerien oder Clubs. Es geht dort nicht
um die Kinder, sondern um die Eltern. Sehen und gesehen werden!
STAUN findet sich dabei besonders cool, denn im Gegensatz zu seiner
Nachbarschaft, liest der Medienredakteur NIDO nur zum Lästern, denn
das ist die
"Fachzeitschrift für orientierungslose
Wohlstandseltern".
Im
individualisierten Milieu ist Distinktion an die Stelle von Analysen
getreten. Im Fall STAUN läuft die Abgrenzung des eigenen
Lebensentwurfs über Nachbarschaft und Passanten. Das Mittel ist
Bescheidwissertum, wie es in den Hochzeiten der Spex noch
funktioniert hat. Dumm nur, dass dies im Internetzeitalter keinen
Gewinn mehr bringt:
"Und
zweifellos hätte man, hätte man auf der anderen Seite des Zaunes
gestanden, auch mit dem Finger auf die seltsame Versammlung gezeigt,
wie es immer wieder die belustigten Passanten taten, die zu alt oder
zu jung oder einfach
zu kinderlos waren, um daran teilzunehmen. Uns (...) war schon
klar, was die da draußen sahen: Sie sahen (...) die
Bionade-Eltern vom Prenzlauer Berg, die
Bugaboo-Fahrer vom Bötzowviertel, die Witzfiguren aus einem
Alexander-Osang-Roman oder aus dem
Geo-Artikel über die Hufelandstraße, den wir natürlich auch alle
gelesen hatten. Wir wussten, was sie sahen (...).
Wir alle kannten das irritierende Gefühl sehr gut, mit dem
Abziehbild des eigenen Lebensentwurfs konfrontiert zu werden, aber
nicht jeden Tag ist es so schwer zu ignorieren. Sogar der
Tocotronic-Sänger Dirk von Lowtzow kam, guckte und zeigte, das
machte die Sache nicht unbedingt leichter".
Eines
ist klar, so wird das nichts mit mehr Kindern in Deutschland.
Vielleicht wäre besser Christiane RÖSINGER
vorbeigekommen und hätte gesungen: "Du hast dir deinen
Reim und dein Bild gemacht/Dann kommt die Wirklichkeit und sagt:
Falsch gedacht!!"
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HARDER, Lydia (2010): Alice und der wunde Punkt.
Kristina Schröder hat ihn, ganz einfach, getroffen. Und darum
wurde Alice Schwarzer persönlich,
in: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung v. 21.11.
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Anmerkungen:
Lydia HARDER kramt nochmals in den 1970er
Jahren herum, also in jenen Lila Latzhosen-Zeiten, die weder die
einstigen Verfechter noch ihre ehemaligen Gegner verarbeitet haben.
In dieser Schlacht gab
es offenbar nur Verwundete. HARDER zitiert
Claudia PINL, die sich als Urlesbe
gegen die Bewegungslesben abgrenzt, Bascha MIKA und Lisa ORTGIES.
Fazit: Nichts Neues.
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KLOEPFER, Inge (2010): Alter Feminismus gegen Neuen Feminismus.
Frauen haben heute alle Karrierechancen, sagt Kristina Schröder,
33 Jahre. Das lassen die Männer nicht zu, sagt Alice Schwarzer, 67
Jahre. In Deutschland streiten Frauen aus zwei Generationen über den
Feminismus,
in: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung v. 21.11.
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Anmerkungen:
Bei
Inge KLOEPFER gibt es ein Patt: 3
Frauen stehen für die "Generation Schwarzer" (Alice SCHWARZER,
Margarete MITSCHERLICH und Daniela WEBER-REY) und 3 Frauen für die
"Generation Schröder" (Kristina SCHRÖDER, Ulrike GANTENBERG und
Katrin POLESCHNER)
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WEIDERMANN, Volker (2010): Wir Leute aus Hardrockhausen.
Moritz von Uslar hat ein Buch über Zehdenick und seine Bewohner
geschrieben. Wie sie das finden, hat er bei seiner Lesung erfahren,
in: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung v. 21.11.
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BOLLWAHN, Barbara (2010): Furchterregende Wirklichkeit.
Fremde: Über die ostdeutsche Kleinstadt Zehdenick schrieb Moritz
von Uslar sein Buch "Deutschboden". Nicht alle Zehdenicker waren
begeistert. Nun las der Autor vor Ort,
in: TAZ v. 22.11.
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MEINHOF, Renate (2010): Hallo, ihr Arschjeigen.
Drei Monate lang hat Moritz von Uslar im Osten gelebt, dann hat
er über die "Prolls" geschrieben. Als er jetzt zurückkam, haben die
Zehdenicker gelacht - über das Buch und sich selbst,
in: Süddeutsche Zeitung v. 22.11.
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RTL-Sendung "Dating im Dunkeln"
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HILDEBRANDT, Antje (2010): Balzende Labormäuse.
Der Fernsehsender RTL schickt junge Menschen zum Balztanz in die
Dunkelkammer. "Dating im Dunkeln" heißt das Projekt, das so neu
nicht ist. Schon 2006 versuchte sich MTV an einer
Darkroom-Kuppelshow - ohne Erfolg,
in: Kölner Stadt-Anzeiger Online v. 20.11.
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KLUTE, Hilmar (2010): Ein wahres Blind Date.
RTL schickt junge Menschen zur Balz in die Dunkelkammer. Heraus
kommt ein wirklich schönes Paar,
in: Süddeutsche Zeitung v. 20.11.
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SCHADER, Peer (2010): Kurze Pause für die Biedermeierspießer.
RTL lädt zum "Dating im Dunkeln",
in: faz.net v. 21.11.
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HANFELD, Michael (2010): Licht aus, Spott an.
TV-Partnersuche: RTL hat sich wieder etwas aus dem wahren Leben
ausgedacht: Bei "Dating im Dunkeln" wird in der Düsternis um die
Wette geflirtet. Die Show hat fast etwas Anrührendes. Doch wünscht
man sich, es bliebe alles im Dunkeln,
in: faz.net v. 21.11.
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HILDEBRANDT, Antje (2010): Fummeln im Darkroom.
Nur der Zuschauer sieht beim "Dating im Dunkeln", was wirklich
Sache ist,
in: Stuttgarter Zeitung Online v. 21.11.
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HILDEBRANDT, Antje (2010): Bei RTL wird der Flirt zur Peepshow im
Darkroom.
Ledig, blind, verzweifelt: Für eine neue Datingshow hat RTL sechs
Singles in einen Darkroom gesperrt. Auf Erleuchtung warteten die
Zuschauer jedoch vergeblich,
in: Welt Online v. 22.11.
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BRIXIUS, Sabrina (20109: RTL: Neues Dating-Format "Dating im
Dunkeln" schlägt sich ordentlich,
in: cinefacts.de v. 22.11.
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NÜRNBERGER, Christian (2010): Wir müssen reden, Alice.
Frauenquote, Schwarzer vs. Schröder ... und die Feminismus-Debatte
nimmt kein Ende. Dabei ist doch viel interessanter, warum zwar ständig
die Geschlechterrollen erschüttert werden, nicht aber die
Machtverhältnisse,
in: Süddeutsche Zeitung v. 20.11.
- Anmerkungen:
Das Skript nach denen die
Geschlechterfragen-Problematik ständig aufs Neue verhandelt wird,
stammt in seiner
Urform aus dem Buch Risikogesellschaft
von Ulrich BECK und funktioniert
nach dem altbewährten Dreisatz These - Antithese - Dritter Weg.
Diese
Geschichten nehmen immer ihren Anfang bei den Radikalfeministinnen,
deren Ziel die Vermännlichung der Frau war und dessen Ergebnis nach
BECK die "vollmobile Single-Gesellschaft" gewesen wäre.
Dieses
Szenario hat sich mittlerweile überholt und wird
höchstens noch von ewiggestrigen Außenseitern reproduziert. An seine
Stelle ist mittlerweile die Vereinbarkeit von Beruf und Familie und
die damit verbundene Gefahr der vollmobilen
Alleinerziehenden-Gesellschaft bzw. die
Einstundenfamilie (Iris RADISCH)
getreten.
Die
Antipoden sind die Verfechter der
re-feudalisierten Hausfrauenfamilie.
Bekannteste Vertreter dieser Fraktion sind mittlerweile Frank
Minimum SCHIRRMACHER und Eva Prinzip HERMAN. In dieses vielfach
variierte Schema passt auch der Artikel von
Christian NÜRNBERGER,
der inzwischen seinen Doppelnamen abgelegt hat, schließlich muss man
im individualisierten Milieu immer auf der Höhe der Zeit sein.
NÜRNBERGER
stilisiert sich zum Veteranen des zwangsbekehrten
Nach-Studentenbewegten, die zu spät für die 68er-Bewegung kamen und
deshalb zum einen im roten Jahrzehnt landeten und zum anderen mit
den frühen Feministinnen aneinander gerieten:
"Ich
war frisch verliebt in eine Schöne und wollte Romantik, Rotwein,
Kerzen, das ganz normale, heiratsanzeigenübliche Mann-Frau-Programm.
Die Schöne aber wollte diskutieren. (...). Viele Leidensgenossen
meiner Generation machten diese abtörnende Erfahrung."
NÜRNBERGER
reiht sich mit seiner Veteranengeschichte aus dem Geschlechterkampf
ein in die Reinhard MOHR-Jörg LAU-Rainer PARIS u.a.
Generation der 78er, deren
Parallelgesellschaft das
Tod des Märchenprinzen-Biotop
war, dem die Ernüchterung des
Ganz entspannt im Supermarkt-Biotops
folgte: Weder Chauvi noch Softi, sondern Tugend der
Orientierungslosigkeit. Während die einen früher oder später beim
Antifeminismus landeten, wurde NÜRNBERGER mangels Alternativen zum
männlichen Feministen:
"Die
Ironie der Geschichte aber ist: Während wir Männer mit unserer
Weltrevolution jämmerlich scheiterten, zogen die Frauen ihr Ding
konsequent durch und haben uns gezeigt, wie man eine Revolution
macht."
Als
Dank darf er seitdem als neuer Vorzeigemann in der SZ und
sonstigen Vereinbarkeitspostillen den letzten Schrei dieser wendigen
Position verkünden. Mittlerweile ist das eine
neoliberalismuskritische Schutzzonen-Vereinbarkeitsposition,
die auch der
7. Familienbericht vertritt.
Diese
Position wendet sich gegen Alice SCHWARZER mangels symbolkräftigerer
Alternativen, meint aber ihre neoliberale
F-Klasse-Fortsetzung:
"Für
Feministinnen scheint es erreicht zu sein, wenn die Hälfte aller
Politiker-, Aufsichtsrats- und Vorstandsposten weiblich besetzt
sind.
Das
aber heißt: Die Sklavin will nicht frei werden, sondern
Sklavenaufseherin."
Der
neue Feminismus gilt nicht umsonst als
konform mit dem neoliberalen Wirtschaftsmodell:
"immer
mehr brave, bestens an den Markt angepasste Streberinnen
(konkurrieren) mit den anderen Strebern darum (...), ihren Herrinnen
und Herren die höchste Rendite abzuliefern."
Michel
HOUELLEBECQ und die Familie als letztes Bollwerk gegen den
Kapitalismus lassen grüßen.
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ZYLKA, Regine (2010): Die neuen Mütter Courage,
in: Berliner Zeitung v. 20.11.
- Inhalt:
"Anstatt
wie Ursula von der Leyen den Eindruck zu vermitteln, "Kinder und
Karriere" sei allein eine Frage des Willens oder der Infrastruktur,
sollten gerade Politikerinnen zugeben, wie weit solche
Vorzeigemodelle von der Lebenswirklichkeit entfernt sind. Je mehr
die Mütter an der Spitze dieses Landes so tun, als hätten sie keine
Probleme, desto weniger werden junge Paare sich von ihnen vertreten
fühlen.
Dass
es anders geht, hat dieser Tage Andrea Nahles bewiesen. Die
Generalsekretärin der SPD, im achten Monat schwanger, hat in
beispielloser Offenheit über ihre Sorgen gesprochen und damit viel
Resonanz ausgelöst",
meint Regine ZYLKA. Ansonsten gibt es
zum Tagesthema Protokolle zu Partnerschaft, Betreuung,
Wiedereinstieg und Finanzen.
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HEIM, Manuela (2010): "Enormes Lebensrisiko".
Feminismus: Die ehemalige Chefredakteurin der "Emma", Lisa
Ortgies, über Feminismus, Partnerschaft - und die verfehlte Politik
von CDU-Familienministerin Kristina Schröder,
in: TAZ v. 18.11.
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KÜMMEL, Anja (2010): Noch mehr Bio.
Die Familienministerin erklärt uns, warum Jungs lieber Fußball
und Mädchen lieber Ponys und Schmetterlinge mögen,
in: Jungle World Nr.46 v. 18.11.
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NIEJAHR, Elisabeth (2010): Reden, nicht Handeln.
Ministerin ohne Mission: Kristina Schröder (CDU) verbindet
forsche Interviews mit einer braven Politik,
in: Die ZEIT Nr.47 v. 18.11.
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SCHMITZ, Thorsten (2010): Geschlossene Gesellschaft.
Immer mehr Reichtum, immer mehr Armut: Die ersten Deutschen mit
Geld setzen deshalb jetzt auf Selbsteinzäunung. In den bewachten
Wohnanlagen fühlen die Leute sich sicher - wenn nur die doofen
Nachbarn nicht wären. Und der Neid,
in: Süddeutsche Zeitung v. 18.11.
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MANSKE, Alexandra & Norman LUDWIG (2010): Bildung als Statusgarant?
Über die lose Verbindung zwischen Qualifikation und Status bei
Hochqualifizierten,
in: Vorgänge Nr.191, Heft 3
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VOß, G. Günter (2010): Auf dem Weg zu einer neuen Verelendung?
Psychosoziale Folgen der Entgrenzung und Subjektivierung der
Arbeit,
in: Vorgänge Nr.191, Heft 3
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PETROPULOS, Kostas (2010): Der Kinderschwund macht sprachlos.
Demografie: Die Statistik zur Geburtenrate kam vier Monate später
als sonst. Und die Familienministerin schweigt über das Thema. Die
Politik kapituliert vor der Demografie,
in: ZEIT Online v. 17.11.
- Anmerkungen:
Der nationalkonservative
Bevölkerungslobbyist Kostas PETROPULOS verbreitet -
wie bereits im Mai
- Halbwahrheiten. Die Geburtenrate sackte nicht ab auf den Stand
des Jahres 1999, sondern ist höher als im Jahr 2006, also vor
Einführung des Elterngeldes,
wie man beim Statistischen Bundesamt
nachlesen kann.
Erfolg
oder Misserfolg des Elterngeldes lässt sich
auch nicht am gesamtgesellschaftlichen Geburtentrend ablesen,
sondern nur am Anstieg der Geburten von Akademikerinnen. Aufgrund
der normativen deutschen Bevölkerungsstatistik, die derzeit nur
alle 4 Jahre die Geburtenfolge richtig erfasst, gibt es derzeit
keine Möglichkeit den Erfolg der qualitativen Bevölkerungspolitik
genau festzustellen. Zu welchen gravierenden Fehleinschätzungen
die normative Statistik in der Vergangenheit führte, konnte man
zuletzt in der
FAZ
lesen.
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WOLF, Naomi (2010): Und plötzlich ist sie eine Heilige.
Mutter mit Kind, das gilt in den USA heute als hip - vor allem,
wenn kein Vater dabei ist. Das Image der alleinerziehenden Frau hat
sich gründlich gewandelt,
in: WELT v. 17.11.
- Anmerkungen:
Naomi WOLF erzählt nochmals die Story vom
Wertewandel im Hinblick auf alleinerziehende Mütter. Dabei geht es
nicht immer um Fakten, sondern eher um Ideologien.
WOLF
beginnt mit dem verlorenen Wahlkampf der Republikaner gegen Bill
CLINTON im Jahr 1992. Aber es wird nicht auf die Gesetzgebung
CLINTONS eingegangen, sondern auf die Ideologie der Verlierer, also
z.B. auf
Dan QUAYLEs Kreuzzug gegen alleinerziehende
Mütter. Dazu merkt WOLF an:
"Die
Botschaft dahinter: Selbstsüchtige, egozentrische Feministinnen
(wenn es sich um wohlhabende weiße Frauen handelte) oder unfähige
Sozialschmarotzerinnen (im Falle farbiger Frauen mit wenig Geld)
stellten ihre eigenen Interessen über die ihrer Kinder. Eine
soziologische Studie porträtierte alleinerziehende Mütter als die
Urheberinnen von vorwiegend afroamerikanisch geprägter Kriminalität,
des Analphabetismus und Drogenmissbrauchs in den Innenstädten."
Vor
diesem Hintergrund zeichnet WOLF dann den folgenden Wertewandel:
"Wie
sich die Zeiten geändert haben. So, wie man damals alleinstehende
Mütter in irrationaler Weise geißelte, werden sie
heute ebenso irrational zu Heiligen stilisiert. In Europa gibt
es zwar mehr Alleinerzieherinnen als in den USA, aber typischerweise
hat man dort gar nicht so sehr das Bedürfnis, auf die eine oder
andere Weise ein moralisches Urteil über sie zu fällen. In der
amerikanischen Popkultur dagegen hat sich die alleinstehende Mutter
vom egoistischen Yuppie oder der mit Drogen voll gepumpten Schlampe
zu einer Frau entwickelt, die lustiger ist als ihre verheirateten
Kolleginnen, ein bisschen heldenhafter und gewiss weniger
altbacken."
Zum
einen gilt WOLFs Blick auf Europa ganz gewiss nicht mehr für
Deutschland seit zuerst Gunnar HEINSOHN und danach Thilo SARRAZIN
wie zuvor schon die US-Amerikaner im CLINTON-Amerika die
alleinerziehende Sozialhilfeempfängerin als Sozialschmarotzerin
entdeckt haben und die Bundesregierung inzwischen das Elterngeld für
diese Gruppe gestrichen hat.
Das
Bild der alleinerziehenden Mutter ist seitdem bei uns genauso wie in
den USA zwei geteilt: zum einen in die Heldinnen der
alleinerziehenden Karrieremütter und zum anderen in die unwürdigen
alleinerziehenden Sozialhilfemütter.
Die
Popkultur wie sie von Naomi WOLF beschrieben wird ist im Grunde
keine Popkultur, sondern eine Prominentenkultur, die vor allem aus
Hollywood-Schauspielerinnen besteht und das Thema der
Boulevardmedien ist.
Des
Weiteren findet man bei WOLF eine Umdeutung der Heiratsengpass-Story
von
Susan FALUDI ("Backlash"). Man
könnte fälschlicherweise meinen, der Newsweek-Titel auf den
sich WOLF bezieht, wäre erst in den 1990er Jahren erschienen,
aber er erschien bereits 1986:
"Die
Glorifizierung alleinstehender Mütter steht für einen kollektiven
Frust der amerikanischen Frauen - und jener Frauen, die in den
Mainstream-Medien Entscheidungen treffen. In den 90er-Jahren
zeichnete man ein erniedrigendes Bild dieser Frauen (...).
(...).
Dann aber wurde die Frauen stark genug, um sich gemeinsam gegen den
hohen sozialen Wert eines Heiratsantrags zu stellen. Zunehmend
erkannten Frauen, dass sie arbeiten und gleichzeitig eine Familie
haben könnten - und dass dies sogar durchaus klappen könnte."
Während
Susan FALUDI den Heiratsengpass für alleinlebende und kinderlose
Karrierefrauen zurückwies, geht es WOLF dagegen um die Vereinbarkeit
von Beruf und Familie. Hierin zeigt sich der in den 1990er Jahren
vollzogene Wertewandel hin zu Familienwerten und der Unterschied
zwischen Gleichheitsfeministinnen wie FALUDI und Differenz- bzw.
Postfeministinnen wie WOLF.
Im Übrigen widerrief Newsweek erst im
Jahr 2006 die Heiratsengpass-Story.
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LUFT, Stefan (2010): Einwanderung ohne Steuerung.
Viele Versäumnisse in den vergangenen Jahrzehnten haben dazu
beigetragen, dass die Integration von Ausländern in Deutschland oft
nicht gelingt. Nach der Anwerbung von "Gastarbeitern" ist der Staat
nicht in der Lage gewesen, den Zuzug von Familienangehörigen oder die
Aufnahme von Asylbewerbern zu begrenzen. Noch schwerer ist es,
Menschen zurückzuschicken, die sich nicht legal im Land aufhalten,
in: Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 17.11.
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BRÖNSTRUP, Carsten (2010): Kampf der Studien.
Deutschland hat genug Fachkräfte, haben Ökonomen des DIW
herausgefunden. Doch ihre Erkenntnisse veröffentlicht dürfen nicht
erscheinen. Institutschef Klaus Zimmermann legte sein Veto ein,
in: Tagesspiegel v. 17.11.
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FRANK, Joachim (2010): "Wie ein alter Macker".
Die Journalistin Ingrid Kolb spricht im FR-Interview darüber,
dass Alice Schwarzer für viele feministisch engagierte Frauen
unglaubwürdig wird, weil sie auf ihre Deutungshoheit in Sachen
Emanzipation besteht, aber andererseits ausgerechnet in der
Bild-Zeitung publiziert,
in: Frankfurter Rundschau v. 17.11.
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KREYE, Andrian (2010): Und ewig lockt der Elefant.
Der Kulturkampf kommt der Politik gelegen, um Themen
anzusprechen, an denen sie nichts ändern kann,
in: Süddeutsche Zeitung v. 16.11.
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KREUZMAIR, Elias (2010): Avantgarde und Ausverkauf.
Gentrification: Der südöstlich des Münchner Zentrums gelegene
Stadtteil Giesing ist zum Zankapfel der Debatte über die
Stadterneuerung geworden,
in: TAZ v. 15.11.
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Inhalt:
"In Giesing wiederholt sich, was Hamburg mit dem
Schanzenviertel bereits erlebt hat und Berlin mit Prenzlauer Berg.
Auch in München ist das Phänomen der Gentrifizierung aber kein
neues. In den Achtziger Jahren war es Haidhausen, in den Neunzigern
war es das Glockenbachviertel, das vom In-Viertel zum Ort für
Szenetouristen wurde. Die citynahen Stadtteile Schwabing und
Maxvorstadt erfahren schon seit den sechziger Jahren immer wieder
Wellen der »Aufwertung«, auch im Moment hängen vielerorts Banner von
Immobilienfirmen, die Luxusapartments in bester Lage versprechen,
sobald das Gerüst hinter dem Banner abgebaut ist. Jetzt also Giesing",
meint KREUZMAIR.
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HOFMANN, Niklas (2010): Gemeinsam einsam.
Seit der Filmkritiker Roger Ebert an Kehlkopfkrebs erkrankte,
kann er nicht mehr im Fernsehen auftreten. In seinem Blog macht er
sich Gedanken über das Alleinsein im Internet,
in: Süddeutsche Zeitung v. 15.11.
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SUPP, Barbara (2010): Die gekränkte Frau.
Erst Radikalfeministin, dann "Bild"-Kolumnistin: Alice Schwarzer
hat eine seltsame Karriere hinter sich. Jetzt streitet sie in
harschem Ton mit der jungen Berliner Familienministerin - und kämpft
dabei auch um ihr Lebenswerk,
in: Spiegel Nr.46 v. 15.11.
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HAAF, Meredith (2010): Hauptsache, es macht Krach.
Feminismusdebatte,
in: Spiegel Online v. 15.11.
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GÄRTNER, Barbara (2010): Alleine? Als Gruppe?
Was Kristina Schröder vom Feminismus lernen könnte,
in: Süddeutsche Zeitung v. 15.11.
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WAGNER, Wieland (2010): "Dann geht Nippon unter".
Das Wunderland der siebziger und achtziger Jahre verzweifelt an
seiner Dauerkrise. Jobs werden abgebaut, Renten gekürzt, Firmen
wandern ab. Auch der Zusammenhalt der Generationen löst sich auf,
in: Spiegel Nr.46 v. 15.11.
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Anmerkungen:
Beim SPIEGEL gibt es eine wundersame
Vermehrung der über Hundertjährigen in Japan. WAGNER schreibt:
"Nach
einer eiligen Überprüfung fand die Regierung heraus, dass im ganzen
Inselreich mehr als 234 000 über Hundertjährige verschollen und
vermutlich längst verstorben sind."
Noch
im August meldete Spiegel Online
und auch andere Zeitungen dagegen:
"Japan
ist bekannt für seine extrem hohe Lebenserwartung. Im vergangenen
September gab es im ganzen Land rund 40.000 Menschen, die mehr als
hundert Jahre alt waren."
Davon
wurden gerade einmal rund 200 Menschen vermisst. Wie bitte können
eigentlich 234.000 über Hundertjährige verschollen sein, wenn es im
ganzen Land gerade einmal 40.000 über Hundertjährige gibt? Die hohe
Zahl wurde offenbar von der Agentur APA verbreitet. So liest man
bereits
im September von über 230.000
vermissten Menschen.
Der Spiegel berichtete
1986, dass in Japan 1963 erst 153
über Hundertjährige lebten und sich diese Zahl bis 1986 auf 1851
erhöhte.
In der FAZ
kann man bei Petra KOLONKO nachlesen wie rasant die Anzahl in den
letzten Jahren gestiegen ist:
"Die
Zahl der Über-Hundertjährigen ist in den vergangenen Jahren schnell
gewachsen. Im Jahr 2003 waren es nur 20.000, 2007 waren es 30.000,
und 2009 wurden schon 40.399 Hochbetagte gezählt. Die staatliche
Rentenkasse scheint diesen Zahlen nun nicht mehr zu trauen – und hat
eine Untersuchung in Auftrag geben."
Die
234.000 über Hundertjährigen, die jetzt in den Melderegistern
gefunden sein sollen würden eigentlich diese jemals in Japan
gelebten über Hundertjährigen übersteigen. Der Zahl von 234.000
kommt man näher, wenn man bei Petra KOLONKO weiterliest:
"Vielleicht
ist aber auch die Klage über den Verfall der sozialer Bande zu
übertrieben, wenn sich als Trend bestätigt, was jetzt an
behördlicher Schlamperei aus Osaka bekannt wurde. Dort musste die
Stadtverwaltung zugeben, dass 5125 Personen, die jetzt über 125
Jahre alt wären, noch in den Melderegistern geführt werden. Unter
ihnen sei ein Mann, der im Jahr 1857 geboren wurde."
Rechnet
man diese Zahl für die Stadt Osaka auf Japan hoch, dann kommt man
auf solche Zahlen. Aber offenbar stammen doch die Daten über die
lebenden über Hundertjährigen aus ganz anderen Quellen als die
234.000 Vermissten aus den Melderegistern. Wir hätten es dann mit
zwei verschiedenen Sachverhalten zu tun, die in den Artikeln
vermengt werden.
Was
soll also mit der hohen Zahl suggeriert werden? Zumal die Datenlage
auch noch mit kriminellen Fallbeispielen vermischt wird. Existieren
in Japan so viele über Hundertjährige, weil ihre Angehörigen weiter
Rente kassieren möchten und deshalb den Tod verschweigen? Haben sich
die Alten nach Unbekannt zurückgezogen? Oder ist die Anzahl der
40.000 aufgrund fehlerhafter statistischer Dokumentation überhöht?
Die Berichte über die Hochbetagten in Japan bringen letztendlich
wenig Licht in dieses Dunkel.
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Zu den News
vom 12. - 14. November 2010
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