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Medienrundschau:

News zum Single-Dasein

 
   
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News 2000-2016

 
 
   
Medienberichte über single-dasein.de
 
 
 
   

News vom 26. - 31. Juli 2017: [26.07.] [27.07.] [28.07.] [29.07.] [30.07.] [31.07.]

 
 
     
 
   

Zitat des Monats:

Lob der Mittelstadt

"Das in den Medien gehegte Schreckensbild einer sich verhärtenden Provinzbastion aus populistischem Ressentiment bedarf ebenso einer Revision wie die unterstellte Aura der jung-dynamischen Metropolen. (...).
Auf die Frage nach dem Ort jener Dynamik, die intellektuelle Erneuerung und die Expansion des Kapitals gleichermassen beflügelt, haben vor allem die deutschsprachigen Kulturen eine altehrwürdige Antwort gegeben. Ihr Kern war das heute unwahrscheinlicher denn je wirkende Motiv von der Provinz als einzigem Ort starken Denkens. Vor allem die thüringischen Kleinstädte Weimar und Jena, aber auch Freiburg, Tübingen und Heidelberg, Marburg, Göttingen und Halle weckten schon um 1800 Bewunderung aufgrund vielfacher Erneuerungsbewegungen, die dort begonnen hatten und weithin Resonanz fanden. (...).
Doch nicht etwa in die Metropolen ist die Energie dieses Geistes gezogen, sondern in eine andere Lage der Provinz. Die zwanzig besten Universitäten unserer Zeit, Harvard, Stanford, Princeton und Yale etwa, Cambridge, Oxford und die ETH, gehören zu Städten, die schon allein aus Quantitätsgründen nicht als globale Metropolen gelten können. Dies trifft vor allem auf das Silicon Valley als jene kompakte Kreativzone zu, deren Erfindungen während der vergangenen drei Jahrzehnte den globalen Alltag grundlegend verändert haben.
Google, Apple, Oracle und die meisten jener Startups, die Weltmarken geworden sind, haben Adressen in Mountain View, Sunnyvale oder Palo Alto, in Gemeinden mit etwa sechzigtausend Einwohnern, welche die fünfzig Kilometer zwischen den kleinen Millionenstädten San Francisco und San Jose ausfüllen."
(Hans-Ulrich Gumbrecht "Suburbia!" in der Neuen Zürcher Zeitung v. 07.07.2017)

 
       
       
   

31.07.2017

 
       
   

FRANKFURTER RUNDSCHAU-Tagesthema: Arbeitsmarkt.
Angetrieben von der guten Beschäftigungsentwicklung und besseren Arbeitsbedingungen steigt der FR-Arbeitsmarktindex auf den höchsten je gemessenen Stand in einem ersten Jahresviertel

BAUMANN, Daniel (2017): Das Lohn-Paradox.
Die Wirtschaft brummt, mehr Menschen kommen in Arbeit, doch die Löhne steigen immer schwächer. Was ist da los?
in:
Frankfurter Rundschau v. 31.07.

BAUMANN, Daniel (2017): Die Schere öffnet sich weiter.
Gutverdiener profitieren stärker als Menschen mit niedrigen Verdiensten,
in:
Frankfurter Rundschau v. 31.07.

 
       
   

HÄRING, Norbert (2017): Die Erfindung des Geldes.
Streit über die Theorie zur Geldschöpfung: Mit seinem Erklärstück zum Thema, wie Banken Geld schaffen, hat die Bundesbank eine heftige Debatte unter Ökonomen ausgelöst,
in:
Handelsblatt v. 31.07.

 
       
   

Das Single-Dasein in Großbritannien

HAEFLIGER, Markus M. 2017): Alter Klassenhass erhebt sein Haupt.
Die Brandkatastrophe im Londoner Wohnhochhaus Grenfell Tower als Metapher für die Ungleichheit,
in:
Neue Zürcher Zeitung v. 31.07.

Arme sollen in die Stadtteile der Wohlhabenden ziehen, heißt heutzutage das allzu simple Motto für den sozialen Aufstieg. Die Brandkatastrophe im Londoner Grenfell Tower zeigt dagegen, dass Arm und Reich nebeneinanderher lebt, ohne dass dies einen positiven Effekt auf die Armen hätte - im Gegenteil:

"Der Borough gilt als der reichste von 32 Lokalbehörden in der Hauptstadt. (...). Der soziale Graben in Kensington and Chelsea ist markant. Die Lebenserwartung in den noblen Quartieren von Holland Park, South Kensington und in Chelsea liegt laut Statistik zehn Jahre höher als im ärmlicheren North Kensington. Ähnliche Unterschiede gibt es in London zuhauf, wenn auch nicht unbedingt innerhalb des gleichen Bezirks. Die soziale Durchmischung sei ein Vorteil, sagt Travers, der Preis jedoch die Polarisierung durch Wohnfragen",

berichtet Markus M. HAEFLIGER aus dem noblen Stadtbezirk, in dem der soziale Wohnungsbau unter die Räder der neoliberalen Politik kam. Die Realität sieht anders aus: Wegziehen können sich - wenn überhaupt - erst die sozial Aufgestiegenen leisten.

 
       
   

Das Single-Dasein in Afrika

SIGNER, David (2017): Weniger Kinder, mehr Entwicklung.
Politiker in Westafrika setzen die Begrenzung des Bevölkerungswachstums auf die Agenda,
in:
Neue Zürcher Zeitung v. 31.07.

David SIGNER beschreibt die unterschiedliche Geburtenentwicklung in Afrika auch als Ausdruck unterschiedlicher Kolonialpolitiken:

"Frankreich – dessen Kolonien vor allem in Westafrika lagen – verbot 1920 gesetzlich jegliche Form von Empfängnisverhütung. Diese Gesetzgebung war in den meisten Ländern bis in die achtziger Jahre gültig. In Burkina Faso beispielsweise wurde Demografie erst 1984 zu einem politischen Thema, in Kenya hingegen schon in den sechziger Jahren. Dasselbe gilt für die Bildung, die in den französischen Kolonien weniger gefördert wurde als in den britischen."

Dass die Westafrikanische Wirtschaftsgemeinschaft Cédéaco, zu denen die ehemaligen französischen Kolonien gehören, kurz nach einem bevölkerungspolitischen Vorstoß von Emmanuel MACRON ebenfalls ins gleiche Horn bliesen, ist daher kaum verwunderlich:

"Der französische Präsident Macron hat vor zwei Wochen am G-20-Gipfel gesagt, es bringe nichts, Milliarden in Länder mit sieben oder acht Kindern pro Frau zu pumpen. Viele afrikanische Kommentatoren kritisierten diese Bemerkung als rassistisch. Kommt ein ähnlicher Befund aus Ouagadougou, ist er für manche Afrikaner leichter zu schlucken."

 
       
   

30.07.2017

 
       
   

BOLLMANN, Ralph (2017): Früher grün, jetzt liberal.
Johannes Vogel hat früher für Joschka Fischer Plakate geklebt. Jetzt will er die jungen Wähler für die FDP begeistern,
in:
Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung v. 30.07.

Ralph BOLLMANN baut den Kurzzeit-Grünen (1998 als 16-Jähriger!) Johannes VOGEL als FDP-Mann auf, der Grünen-Wähler zur FDP locken soll. Er soll angeblich

"eine postmaterielle Grünen-Klientel in Stadtteilen wie Köln-Nippes gewinnen".

In Köln-Nippes ist Johannes VOGEL jedoch gar nicht als Direkt-Kandidat der FDP für die Bundestagswahl 2017 nominiert, sondern Volker GÖRZEL. Johannes VOGEL steht dagegen auf Platz 5 der Landesliste in NRW.

 
       
   

29.07.2017

 
       
   

SPIEGEL-Themenheft: Die Lage der Nation.
Wie wir leben, wie wir denken: Ein Heft über Deutschland

"Sie werden merken, liebe Leserinnen und Leser, dass wir tief in den Alltag der Deutschen hineinschauen, dass wir sehr viele Menschen zu Wort kommen lassen",

verkündet uns das Editorial. Nur: Wo sind hier die Normalos? Stattdessen: die üblichen Verdächtigen!

FICHTNER, Ullrich (2017): Wir spinnen, wir Deutschen!
Polemik: Die kollektive Sorge um den Staatshaushalt verhindert gute Politik,
in: Spiegel Nr.31
v. 29.07.

Vordergründig geht es Ullrich FICHTNER um mehr Investitionen, doch im Grunde geht es ihm nur um die Befindlichkeiten der Mehr-Netto-vom-Brutto-Klientel:

"Wir sind (...) bereit, persönliche Opfer zu bringen, damit es dem Staat gut geht. Jüngste Befragungen ergeben, dass die Mehrheit der Deutschen nicht weniger Steuern zahlen und also ein bisschen mehr Geld für sich haben wollen, sondern dass sie sich mehr öffentliche Investitionen wünschen in die Zukunft des Landes. Es ist kaum zu glauben: glücklich die Regierung, die solch selbstlose Bürgerinnen und Bürger hat!

Warum bringt jemand persönliche Opfer, wenn er fordert, dass der Staat mehr in die Infrastruktur des Landes investieren soll? Das weiß eigentlich nur der Bund der Steuerzahler, die FDP und FICHTNER, die der Ansicht sind, dass der Markt allein es richtet.

HESSE, Martin (2017): Wem gehört Deutschland?
Wohlstand: Die Rekordgewinne der Unternehmen kommen vor allem reichen Familienclans zugute - und ausländischen Investoren,
in: Spiegel Nr.31
v. 29.07.

Von Martin HESSE gibt es wieder nur das übliche Gejammer über die fehlende Aktienkultur in Deutschland und die Vorstellung, dass die Kapitaldeckung das Nonplusultra der Altersvorsorge ist:

"Blackrock (hält) für seine Kunden etwa ein Zehnten der Aktien der 30 größten deutschen Konzerne.
Hinter diesen Großinvestoren stehen als Geldgeber häufig amerikanische Pensionsfonds - die Dividenden und Kursgewinne deutscher Unternehmen kommen also Rentnern in Kalifornien oder Texas zugute und nur in überschaubarem Maße deutschen Ruheständlern. Dei Deutschen sparen traditionell über Lebensversicherungen oder Festgeld für den Lebensabend, erst zaghaft haben sie zuletzt wieder etwa stärker in Aktien investiert."

Spätestens nach dem nächsten Crash werden wir wieder Geschichten über jene Rentner lesen, deren Altersvorsorge den Bach runter ging und die deshalb statt ihren Ruhestand genießen zu können - weiterarbeiten müssen. Aber Weiterarbeiten bis zum Umfallen ist ja sowieso das Politikziel der Neoliberalen.

DETTMER, Markus & Cornelia SCHMERGAL (2017): Das ist nicht fair.
Gerechtigkeit: Deutschland geht es so gut wie nie, zugleich wächst das Gefühl, dass die Republik auseinanderdriftet. Und das wird weiter zunehmen, solange die Aufstiegschancen ungleich verteilt sind und die Politik die falschen Schlüsse zieht,
in: Spiegel Nr.31
v. 29.07.

Zu dem Artikel von DETTMER & SCHMERGAL gibt es als Beilage 6 Protokolle von Menschen, was wohl die subjektiven Wortmeldungen sein sollen. Auf der einen Seite also die objektive Spiegel-Wahrheit und auf der anderen Seite die gefühlte Wahrheit der Menschen in Deutschland. Beides hat nicht wirklich etwas miteinander zu tun, sondern drückt sich in der Gegenüberstellung aus:

"Aber woher kommt diese Diskrepanz zwischen Gefühl und Wirklichkeit?"

Oder anders formuliert: Man kann sich di Statements der Menschen schenken, denn sie haben ja sowieso nichts mit der Wirklichkeit zu tun, denn diese verkünden uns ja die Spiegel-Autoren. Vor diesem Hintergrund wird dann Chancengerechtigkeit - das Modewort der Agenda 2010 - gegen Verteilungspolitik ausgespielt. Letztere wird dann zudem auf die Rentenpolitik verkürzt.

Dazu passt dann auch, dass die DIW-Studie zur Wählerschaft simplifiziert wird:

"Die neuen Arbeiterparteien für Menschen mit niedrigerem Einkommen heißen heute AfD und Linke."

Dies ist jedoch falsch, denn Linke und AfD haben nur wenig gemeinsam, denn bei der Zusammensetzung der Wählerschaft liegen beide Parteien an gegensätzlichen Polen: Während  die Wählerschaft der Linkspartei sehr homogen ist, ist die Wählerschaft der AfD sehr heterogen, d.h. die AfD wählen Reiche genauso wie Niedrigverdiener.

REIERMANN, Christian (2017): Gedoptes Wachstum.
Konjunktur: Die deutsche Wirtschaft erlebt eine ihrer stabilsten Aufschwungphasen nach dem Krieg. Schwacher Euro und billige Zinsen verlängern den Boom künstlich. Doch der nächste Abschwung kommt bestimmt, es wird Zeit, sich darauf vorzubereiten,
in: Spiegel Nr.31
v. 29.07.

Christian REIERMANN fordert Entlastungen für die obere Mittelschicht und weil Wahlkampf ist, wird nicht die Rente mit 70 propagiert, sondern die wohlklingendere Wahlkampfversion der Rente mit 70:

"Da die Gesellschaft altert und Fachkräfte rar sind, kommt die nächste Bundesregierung wohl kaum daran vorbei, noch einmal die Lebensarbeitszeit zu verlängern, aber möglichst nicht pauschal für alle wie bei der Rente mit 67.
Kastrop schlägt vor, dass die Politik Anreize setzt, damit gesunde Menschen länger arbeiten."

Nach dem Wahlkampf wird dann wieder die Rente mit 70 aufgetischt!

GROßEKATHÖFER, Maik (2017): Was am Ende übrig bleibt.
Finanzen: Wie lebt die deutsche Mittelschicht? Ein Blick in die Haushaltsbücher einer alleinerziehenden Mutter, eines Singles und einer Familie mit zwei Kindern,
in: Spiegel Nr.31
v. 29.07.

GUTSCH, Jochen-Martin (2017): Fernost.
Mentalitäten: Warum wählen viele Ostdeutsche die AfD? Warum schauen sie oft so fremdenfurchtsam auf die Welt? Warum verklären sie die DDR? Oder, kürzer: Was ist los mit dir, Ossi? Eine Reise durch ein erschöpftes Land,
in: Spiegel Nr.31
v. 29.07.

"Bei der Landtagswahl vor einem Jahr haben über 30 Prozent der Usedomer die AfD gewählt. Anschließend ging ein Aufschrei durch die Republik. (...).
Usedom ist die erste Station einer Reise durch Ostdeutschland. Sie führt von der Ostsee bis runter in die Sächsische Schweiz, von Koserow nach Pirna. Durch Dörfer, Kleinstädte, die ostdeutsche Provinz. Es ist der Versuch einer Bestandsaufnahme, ein paar Wochen vor der Bundestagswahl",

beschreibt der Ostdeutsche Jochen-Martin GUTSCH das Anliegen seines Artikels. Die AfD wird von GUTSCH als Protestpartei beschrieben, wobei GUTSCH eine Krankenhauskrise in den Vordergrund stellt:

"Anke Kieser, und Brigitte Knappik (...) bilden den Vorstand der Bürgerinitiative »Pro Krankenhaus«.
In Wolgast, dem »Tor zur Insel Usedom«, lief es in den vergangenen Jahren so: Zuerst machte die Werft fast dicht. Früher arbeiteten hier über 3.000 Leute, jetzt sind es rund 200. Dann zogen das Finanzamt, das Amtsgericht und einige Krankenkassen weg, und die Filiale der Deutschen Bank soll auch schließen.
(...). Geschätzt steht jeder dritte Laden leer.
(...). Wolgast, das ist Leere.
Als Anfang 2016 im Wolgaster Krankenhaus die Geburtshilfe und die Kinderstation geschlossen wurden, weil sich der Betrieb aus Sicht der Landesregierung nicht mehr lohnte, ökonomisch und demografisch, gingen die Wolgaster auf die Barrikaden.
Es war das Gefühl: Jetzt hat uns die Politik endgültig aufgegeben. Eine Stadt, in der keine Kinder mehr geboren werden, welche Zukunft hat die noch?
(...). Die AfD sah das Potenzial und machte die Geschichte zum Wahlkampfthema in Vorpommern, eine der ärmsten Regionen in Deutschland. (...).
Es passierte nichts. (...).
Aber dann schoss die AfD bei den Landtagswahlen durch die Decke. 36,5 Prozent der Erststimmen in Wolgast. Ein Schockergebnis. In diesem Moment, sagt Anke Kieser, öffneten sich plötzlich die Türen der Politik.
Kieser ist Steuerberaterin und in der CDU. Brigitte Knappik ist in Rente und war Kinderärztin am Wolgaster Krankenhaus. Sie haben die AfD nicht gewählt, aber sie haben von ihr profitiert. (...).
Seit Juni gibt es im Krankenhaus von Wolgast nun wieder eine kleine Kinderabteilung. Noch immer keine Geburtstation. Aber ein Anfang, sagt Knappik."

Aus dieser Geschichte kann man eines lernen: Die alte Mitte und die AfD sind keine zwei Welten, sondern es gibt große Übereinstimmungen, insbesondere was die nationalkonservative Bevölkerungs- bzw. Familienpolitik betrifft. In Neubrandenburg wird die Nachwendegeneration vorgeführt: In einer mit DDR-Devotionalien bestückten Kneipe hocken die Noch nicht Abgewanderte und trinken 1,2 Liter Cocktails. GUTSCH zitiert dazu den Wirt:

"Meine Stammgäste sind zwischen 18 und 25 Jahre als. Die mittlere Generation ist ja aus Neubrandenburg fast geschlossen rüber nach der Wende. Und die Jungen wissen gar nicht, was an den Wänden hängt. (...) »Die Leute kommen nicht wegen Ernst Thälmann zu mir. Sondern wegen der Vasen.« (...) Die kauft er bei Ikea und serviert dann 1,2-Liter Cocktails".

Danach wird uns in Großräschen die Zukunft der strukturschwachen, ostdeutschen Regionen vorgestellt:

"Großräschen - das war immer die Braunkohle, der große Tagebau lag direkt vor der Tür. Zusammen mit Senftenberg, Lauchhammer, Hoyerswerda und Schwarze Pumpe bildete Großräschen das rußene Kohle- und Energiezentrum der DDR. Nach 1990 brauchte das Energiezentrum dann niemand mehr.
(...). Zenkers Vision: Von der Bergbaustadt zur Seestadt. (...) Seit über 20 Jahren ist das kleine Großräschen jetzt auf dem Weg von der alten Identität in die neue. So wie die ganze Region.
(...). Und überall wurden alte Tagebaue geflutet, um das »Lausitzer Seenland« zu erschaffen - das Superprojekt der Zukunft, mehr als 20 neue Seen, die »größte von Menschenland geschaffene Wasserlandschaft Europas«, so heißt es im Werbeprospekt.
Und jetzt? Sollen die Touristen kommen, jährlich 1,5 Millionen Übernachtungen im Seenland und damit auch hier in Großräschen. (...). Dort, wo die Seen schon fertig sind, kommen die Tschechen, die Polen und die Sachsen. (...).
2018 soll der alte Tagebau fertig geflutet sein. 2019 ist der See hoffentlich »schiffbar«. Dann ist Großräschen also Seestadt. Auferstanden aus Ruinen."

Ob die Braunkohlereviere in Ostdeutschland jedoch vom Tourismus leben können, ist fraglich. Nach dieser Zukunftsvision geht es zurück in die bundesrepublikanische Realität: nach Bischofswerda im sächsischen Landkreis Bautzen:

"Bei rund 20 Prozent liegt die AfD zurzeit in Sachsen. Das würde wohl reichen für Hilse.
Er ist der Direktkandidat für den Landkreis Bautzen, 52 Jahre alt, von Beruf Polizeihauptmeister. In der DDR war Hilse Volkspolizist. (...).
Seit Januar 2016 ist er AfD-Mitglied. Und nun schon auf dem Weg in den Bundestag. Eine ostdeutsche Politikkarriere im Zeitraffertempo."

Aber nicht nur die AfD, sondern auch die SPD kämpft um die ostdeutschen Belange, weshalb der weitere Weg nach Zittau zu Petra KÖPPING, der sächsischen Integrationsministerin, führt. Deren Rede zur Deutschen Einheit im Herbst 2016 wird als Erweckungsgeschichte gedeutet. Das Thema der Aufarbeitung der Nachwendezeit ist seitdem in der Welt:

"Im Regierungsprogramm der SPD ist jetzt der sogenannte Gerechtigkeitsfonds berücksichtigt. Eine Rentenentschädigung für erlittenes Nachwendeunrecht. Das hat Köpping durchgesetzt."

Die Deindustrialisierungsgeschichte in Ostdeutschland ist neben der Rente das zweite Aufarbeitungsthema:

"Petra Köpping war lange Zeit Bürgermeisterin und Landrätin in Sachsen. »Noch im Jahr 2005 hatten wir in der Region Borna eine Arbeitslosenquote von 30 Prozent. Das prägt die Menschen, bis heute.« Und man muss jetzt nur durch die Ostprovinz fahren, durch Wolgast, Demmin, Anklam, Pasewalk, Eisenhüttenstadt - dort ist die Nachwendezeit noch immer Gegenwart.
Und auch hier, in Zittau."

Aber GUTSCH wäre nicht GUTSCH, wenn nicht am Ende das Lieblingsthema der Identitätslinken stehen würde:

"Pirna? Eine Kleinstadt kurz vor Tschechien, bekannt für Sandstein, rund 38.000 Einwohner. »Wir sind der kleinste CSD in Deutschland«, sagt Hesse stolz. Und vermutlich: auch weltweit.
(...). Alles misch sich. Alles liegt in großer Widersprüchlichkeit sehr eng beieinander. Gestern AfD. Heute CSD.
Ein gutes Schlussbild eigentlich."

Fazit: Die Welt ist in Ordnung, solange Großstadtmenschen selbst in der Provinz auf Ihresgleichen treffen können!   

HARDINGHAUS, Barbara & Dialik NEUFELD (2017): Abschied vom Stützstrumpf.
Alter: Früher kam nach der Rente der Lebensabend. Das klang nach Ende. Heute, da die Menschen immer älter werden, geht es mit 65 noch mal los. Die Alten müssen ihrer Zeit einen Sinn geben. Es entsteht eine ganz neue Industrie,
in: Spiegel Nr.31
v. 29.07.

 
       
   

SCHÄFERS, Manfred (2017): Rentenbesteuerung mit Tücken,
in:
Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 29.07.

 
       
   

FRANKFURTER RUNDSCHAU-Tagesthema: Die Chinesen kommen

LINDHOFF, Alicia (2017): Das Europaviertel ist ihr Favorit.
Chinesen kaufen gerne Immobilien in Frankfurt, immer mehr lassen sich auch hier nieder,
in:
Frankfurter Rundschau v. 29.07.

 
       
   

28.07.2017

 
       
   

GAMMELIN, Cerstin (2017): Ruhe im Ruhestand.
Rentnern soll komplizierte Steuererklärung erspart bleiben,
in:
Süddeutsche Zeitung v. 28.07.

 
       
   

CREUTZBURG, Dietrich (2017): Die Union widerspricht sich selbst.
In vielen Teilen bleibt das Wahlprogramm sehr vage. Zum Teil ist es sogar uneinheitlich, darunter in ihrer Einschätzung der Agenda 2010,
in:
Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 28.07.

 
       
   

HAAK, Sebastian (2017): Steuerdebatte mit Beleidigungen.
Thüringen: Der Linke-Politiker Frank Kuschel will Grundstücke stärker besteuern - als Folge ist eine politische Schlammschlacht ausgebrochen,
in:
Neues Deutschland v. 28.07.

 
       
   

MEYER, Robert D. (2017): Die Völkischen übernehmen das AfD-Ruder.
Unterstützer des Kurses von Björn Höcke könnten laut einer Analyse in einer Bundestagsfraktion die Mehrheit stellen,
in:
Neues Deutschland v. 28.07.

Robert D. MEYER berichtet über eine Analyse von Studierenden der Sozialwissenschaften der Ruhr-Universität Bochum, bei der die Listen den 16 AfD-Landesverbände zur Bundstagswahl (Stand: Mai) ausgewertet wurden. Von den 196 Kandidaten werden 79 dem rechtsextremen Flügel zugeordnet. Genauso viele können jedoch nicht eingeordnet werden, während 37 als Unterstützer der nationalkonservativen Frauke PETRY zugeordnet wurden, die als "gemäßigt" bezeichnet werden.

MEYER, Robert D (2017): Die Völkischen übernehmen das AfD-Ruder.
Unterstützer des Kurses von Björn Höcke könnten laut einer Analyse in einer Bundestagsfraktion die Mehrheit stellen,
in:
Neues Deutschland v. 28.07.

Robert D. MEYER lobt die Bücher Was will die AfD? von Justus BENDER und Angst für Deutschland von Melanie AMANN wegen ihres Insiderwissens zur AfD. Defizite sieht MEYER dagegen bei der fehlenden Ursachenerklärung des Entstehungszusammenhangs. Das liegt daran, dass die Autoren aus dem  rechten FAZ/FAS-Milieu stammen.

 
       
   

27.07.2017

 
       
   

Die Pressekonferenz Kinderlosigkeit, Geburten und Familien – Ergebnisse des Mikrozensus 2016 in den Medien

HEIDENREICH, Ulrike & Pia RATZESBERGER (2017): Kinder, Kinder.
Die Zahl der Familien schwindet in Deutschland, aber vor allem Akademikerinnen entscheiden sich für Nachwuchs,
in:
Süddeutsche Zeitung v. 27.07.

HEIDENREICH & RATZESBERGER interessieren sich nur ganz am Rande für die Zahlen zur Kinderlosigkeit. Im Mittelpunkt steht dagegen ihr Plädoyer für eine qualitative Bevölkerungspolitik zugunsten der oberen Mittelschicht. Die beiden Elitenfeministinnen greifen sich deshalb nur jene Zahlen heraus, die ihren Interessen entgegenkommen.

MENKENS, Sabine (2017): Trend zur Kinderlosigkeit ist gestoppt.
Vor allem gut ausgebildete Frauen entscheiden sich wieder für Nachwuchs. Statistiker sehen darin einen Erfolg familienpolitischer Bemühungen. Doch auch die gute Konjunktur und ein Stimmungswandel spielen eine Rolle,
in: Welt
v. 27.07.

SCHOLZ, Christoph & Christoph KOITKA/KNA (2017): "Die Gesellschaft ist kinderfreundlicher".
Erfreulich, aber noch kein Trend: Akademikerinnen bekommen mehr Babys, sagt das Statistische Bundesamt,
in: Frankfurter Rundschau
v. 27.07.

REINSCH, Melanie (2017): Aufatmen - ein wenig.
Leidartikel: Die Kinderlosigkeit steigt nicht weiter. Das ist ein Erfolg. Die angestrebte Trendwende gibt es aber nicht. Wie lässt sie sich erreichen?
in: Frankfurter Rundschau
v. 27.07.

"Ein Blick in die Nachbarländer zeigt: Deutschland bildet mit der Schweiz, Italien und Finnland das Schlusslicht. Nirgendwo sonst in Europa leben mehr Frauen ohne Baby",

erklärt uns Melanie REINSCH. Die Demografin Michaela KREYENFELD hat in ihrem Blog folgende Zahlen zur Kinderlosigkeit des Frauenjahrgangs 1965 in 21 europäischen Ländern veröffentlicht. Betrachtet man zugleich die EUROSTAT-Zahlen zur Geburtenentwicklung in diesen Ländern, dann ergibt sich folgende Übersicht:

Land Anteil der Kinderlosen des Frauenjahrgangs 1965 (CFT)
(Seitenabruf: 02.08.2017)
Geburtenrate im Jahr 2015
(TFR)
Schweiz 22 % 1,54
Westdeutschland 22 % 1,50
Österreich 21 % 1,49
England/Wales 21 %  
Finnland 19 % 1,65
Niederlande 18 % 1,66
Italien 18 % 1,35
Griechenland 16 % 1,33
Ostdeutschland 16 % 1,56
Spanien 15 % 1,33
Schweden 13 % 1,85
Portugal 13 % 1,31
Frankreich 13 % 1,96
Rumänien 12 % 1,58
Norwegen 12 %  
Dänemark 12 % 1,71
Slowakei 11 % 1,40
Ungarn 10 % 1,45
Slowenien 9 % 1,57
Tschechien 7 % 1,57
Bulgarien 4 % 1,53

Auf den ersten Blick ist deutlich, dass ein hoher Anteil von Kinderlosen nicht gleichbedeutend mit einer niedrigen Geburtenrate (TFR) ist und umgekehrt ein niedriger Anteil von Kinderlosen nicht gleichbedeutend mit einer hohen Geburtenrate. So hat Bulgarien trotz niedrigstem Kinderlosenanteil von 4 % eine kaum höhere Geburtenrate als Deutschland. Niederlande und Finnland haben dagegen trotz hoher Kinderlosigkeit eine vergleichsweise hohe Geburtenrate.

OTTO, Stefan (2017): Republik wird kinderfreundlicher.
Statistische Bundesamt: Zahl der Frauen ohne Nachwuchs steigt nicht mehr an,
in: Neues Deutschland
v. 27.07.

WORATSCHKA, Rainer (2017): Kinderlosigkeit nicht weiter gestiegen.
Auch Akademikerinnen häufiger mit Nachwuchs,
in:
Tagesspiegel v. 27.07.

HÖHN, Simone (2017): Ein Kind auf Bestellung?
Interview: Die Zahl kinderloser Paare geht zurück. Der Kinderwunsch-Coach Franziska Ferber kennt die Gründe,
in:
Stuttgarter Zeitung v. 27.07.

Die Stuttgarter Zeitung berichtet genauso wenig über die Entwicklungen bei der Kinderlosigkeit wie die SZ, sondern verkürzt das Thema auf die Problematik der ungewollten Kinderlosigkeit, die durch die Reproduktionsmedizin scheinbar zu einer voluntaristischen Frage geworden ist. Wer jedoch die Frage der Kinderlosigkeit auf kinderlose Paare verkürzt, der ignoriert die Kinderlosigkeit aufgrund des fehlenden Partners genauso wie Fragen des Familienleitbildes und dessen Konsequenzen für den Geburtenrückgang in Deutschland.   

 
       
   

SELL, Stefan (2017): Panikmache mit (scheinbar) wissenschaftlichem Flankenschutz.
Die bösen Sozialabgaben mal wieder und das Jobkiller-Motiv,
in: aktuelle-
sozialpolitik.blogspot.de v. 27.07.

 
       
   

26.07.2017

 
       
   

DESTATIS (2017): Die Kinderlosigkeit in Deutschland ist nicht weiter gestiegen,
in: Pressemitteilung des Statistischen Bundesamts v. 26.07.

Aus der Broschüre Kinderlosigkeit, Geburten und Familien zur Pressekonferenz des Statistischen Bundesamtes ergibt sich eine Kinderlosigkeit für den westdeutschen Geburtsjahrgang 1965 von 21,5 % (vgl. 2017, Tabelle 1.5, S.40). Noch Mitte der Nuller Jahre wurde die Kinderlosigkeit dieses Frauenjahrgangs von nationalkonservativen Bevölkerungswissenschaftlern um Herwig BIRG auf über 32 % geschätzt. Dieser Wert liegt um 50 % über der tatsächlichen Kinderlosenquote und führte zu einer hysterischen Bücher- und Medienkampagnenflut, die Deutschland am Abgrund sahen. Die bevölkerungspolitische Hysterie gipfelte in der Rede von einer Kultur der Kinderlosigkeit und der These von der Niedrigstfertilitätsfalle. Beides war jedoch nur das Resultat einer Medienhysterie, die mit der Realität nichts zu tun hatte. Man kann sogar behaupten, dass die Verengung der bevölkerungspolitischen Debatte auf die Kinderlosigkeit der Akademikerinnen dazu führte, dass der Geburtenrückgang nicht früher gestoppt wurde. Erst im letzten Jahr zog das Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung sozusagen die Notbremse und verkündet seitdem das Gegenteil dessen, was zwei Jahrzehnte die Doktrin der Bevölkerungspolitik in Deutschland war: Nicht die Kinderlosigkeit ist der Grund für die niedrige Geburtenrate in Deutschland, sondern der Rückgang der kinderreichen Familien.

 
       
   

STALA SACHSEN-ANHALT (2017): Geburtenanstieg in Sachsen-Anhalt,
in: Pressemitteilung des Statistischen Landesamts Sachsen-Anhalt v. 26.07.

"Der Trend steigender Geburtenzahlen setzt sich in Sachsen-Anhalt seit dem Jahr 2014 weiterhin fort. Im 1. Halbjahr 2016 wurden in Sachsen-Anhalt 8 633 Kinder lebend geboren. Wie das Statistische Landesamt in Halle (Saale) mitteilte, waren das 269 Neugeborene bzw. 3,2 Prozentmehr als im 1. Halbjahr 2015.
Die Entwicklung verlief regional unterschiedlich. Der Saalekreis und der Salzlandkreis verzeichneten gegenüber dem 1. Halbjahr 2015 Steigerungen um 11 bzw. 10 Prozent, die kreisfreie Stadt Dessau-Roßlau registrierte eine Zunahme von 6 Prozent. Die beiden einwohnerreichsten Städte Halle (Saale) und Magdeburg verbuchten Geburtenzunahmen von 5 bzw. 4 Prozent.
In den Landkreisen Altmarkkreis Salzwedel, Anhalt-Bitterfeld, Harz und Wittenberg nahmen die Geburtenzahlen gegenüber dem 1. Halbjahr 2015 ab", heißt es in der Pressemitteilung.

 
       
   

ND/DPA (2017): Mehr Millionäre - und viel Kinderarmut.
Sachsen-Anhalt: Im Kreis Jerichower Land sind die meisten Höchstverdiener pro 100.000 Einwohner gemeldet,
in:
Neues Deutschland v. 26.07.

Bericht über die Pressemitteilung 3,9 Milliarden EUR festgesetzte Einkommensteuer im Jahr 2013 des Statistischen Landesamtes Sachsen-Anhalt, der mit einer Anfrage der Linken zur Armutsgefährdungsquote von Kindern im Jahr 2015 in Verbindung gebracht wird, obwohl die Armutsgefährdungsquote nur landesweit und nicht wie die Daten zur Einkommenssteuer auf Kreisebene genannt werden.

 
       
   

Die Broschüre Europas demografische Zukunft in den Medien

SIEMS, Dorothea (2017): Europa vergreist - aber nicht überall.
Gegen den demografischen Wandel sind nur wenige Regionen wirklich gerüstet,
in: Welt
v. 26.07.

Dorothea SIEMS stellt den Aspekt des Regionen-Rankings in den Vordergrund. Man sollte in diesem Zusammenhang darauf hinweisen, dass im Jahr 2008 Island als das gelobte Land des Kindersegens und der blühenden Landschaften galt - kurz bevor das Land in der Finanzkrise abstürzte.

"Bis vor kurzem bekamen Frauen in Island europaweit die meisten Kinder. Mit einer Geburtenziffer von 2,23 lag die Zahl der Kinder je Frau 2009 sogar über dem Niveau, das langfristig für eine positive natürliche Bevölkerungsentwicklung nötig ist. Doch seit einigen Jahren werden immer weniger Kinder geboren. Im Jahr 2016 erreichte die Geburtenziffer mit 1,75 Kindern je Frau den niedrigsten bisher gemessenen Stand. Frankreich, Irland und Schweden weisen inzwischen höhere Werte auf" (2017, S.58),

heißt es nun gerade einmal 9 Jahre später. Im Regionen-Ranking, das das Länder-Schulnoten-Ranking abgelöst hat, steht Island nun auf Platz 39 hinter Tübingen (17)! Die entscheidende Frage, welchen Sinn ein solches Ranking von 290 teils vollkommen unterschiedlichen Gebietsarten macht, wird nicht gestellt. Das ist jedoch das eigentliche Problem. 

CREUTZBURG, Dietrich (2017): Deutschland altert - Portugal und Polen altern stärker.
Der demographische Wandel belastet Wirtschaft und Sozialstaat. Deutschland hat einen Vorteil: Es zieht Fachkräfte aus anderen Ländern an,
in:
Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 26.07.

SIEVERS, Markus (2017): Krisen kriegen keine Kinder.
Analyse: In Europa dreht sich ein altes Gesetz um: Wohlhabende Länder weisen heute höhere Geburtenraten auf als arme Nationen,
in:
Frankfurter Rundschau v. 26.07.

Bei Markus SIEVERS läuft das Nachplappern der PR des Berlin-Instituts unter Analyse.

"Lange dienten Kinder armen Menschen als Absicherung fürs Alter",

lautet ein Märchen, das von Nationalkonservativen und Neoliberalen gleichermaßen gerne aufgetischt wird. Einerseits war früher die Kindersterblichkeit hoch und anderseits starben die Menschen nicht selten bevor sie alt werden konnten.

"Deutschland stellt (...) ebenso wie Norditalien einen Sonderfall dar. Eine alte Gesellschaft mit wenigen Kindern trifft auf viele Zuwanderer",

erklärt uns SIEVERS. Warum ein Nationalstaat mit einer italienischen Region verglichen wird, das wird uns nicht erklärt, denn in der Demografie werden häufig Äpfel mit Birnen verglichen.

 
       
   

HEIMBACH, Tobias (2017): Alles eine Frage der Definition.
Der Anteil der Arbeiter an der SPD-Wählerschaft sinkt bedrohlich, die Bindung zwischen dem traditionellen Milieu und der Partei reißt. Was bleibt übrig von den klassischen sozialdemokratischen Themen in einer modernen Welt?
in: Welt
v. 26.07.

Anlässlich des DIW-Wochenberichts über die Wählerschaft der Parteien, lässt Tobias HEIMBACH einen der letzten Arbeiter unter den SPD-Abgeordneten zu Wort kommen:

"Michael Gerdes (...) gehört zu einer Handvoll Abgeordneter in der SPD-Bundestagsfraktion, die als Arbeiter gelten können. Das sind Werkzeugmacher, KfZ- und Industriemechaniker. Gerdes ist Direktkandidat für den Wahlkreis Bottrop-Recklinghausen III und engagiert sich im Ausschuss für Arbeit und Soziales."

GERDES sieht in der Rentenpolitik ein Argument für die SPD als Arbeiterpartei. Der Parteiforscher Oskar NIEDERMAYER sieht dagegen keine Zukunft für die SPD als Arbeiterpartei. Einen Gerechtigkeitswahlkampf hält er für verkehrt. Die Arbeiter, die die AfD wählen tun dies seiner Ansicht nach, nicht wegen Unzufriedenheit mit ihrer wirtschaftlichen Situation, sondern "wegen der Themen Flüchtlinge und Migration"

Zum Schluss wird dafür plädiert, dass die SPD sich von einer engen Definition des Arbeiters löst und stattdessen zur Partei derjenigen wird, "die in die Sozialversicherungssysteme einzahlen". Warum nicht für diejenigen, die auf die Sozialversicherungssysteme angewiesen sind?

 
       
   

STURM, Daniel Friedrich (2017): Populisten? In Deutschland fast chancenlos.
Studie: Einfach Antworten sind in der Politik zwar weit verbreitet - bei der Wahl verfangen sie aber kaum. Nichtwähler werden ein Problem,
in: Welt
v. 26.07.

 
       
 

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Zu den News vom 16. - 25. Juli 2017
 

   
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Bernds@single-dasein.de Stand: 13. August 2017