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Medienrundschau:

News zum Single-Dasein

 
       
   
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Medienberichte über single-dasein.de
 
 
 
   

News vom 23. - 31. März 2018: [23.03.] [24.03.] [25.03.] [26.03.] [27.03.] [28.03.] [29.03.] [31.03.]

 
 
     
 
   

Zitat des Monats:

Die Subventionierung der Reproduktionsmedizin als effektivstes staatliches Mittel zur Steigerung der Geburtenrate 

"19.000 Kinder kamen 2003, also vor den Einschnitten bei der Unterstützung der künstlichen Befruchtung mithilfe der Reproduktionsmedizin zur Welt. 2004 waren es noch 10.000. Seitdem wurden nach vorsichtigen Schätzungen in Deutschland rund 50.000 Kinder weniger geboren, als es ohne die Kürzung der Unterstützung der Fall gewesen wäre. (...).
Es gibt keine staatliche Leistung, bei der der Zusammenhang mit der Steigerung der Geburtenrate so evident ist wie bei der Unterstützung reproduktionsmedizinischer Behandlungen. (...).
Die künftige Bundsregierung, so sie denn zustande kommt, sieht das zu meiner Freude genauso. Dem druckfrischen Koalitionsvertrag kann man entnehmen, dass sie das Programm zur finanziellen Unterstützung von Kinderwunschpaaren, das ich 2012 ins Leben gerufen habe und das Paaren wenigstens die Hälfte der Kosten abnimmt, bundesweit ausdehnen will."

(Kristina Schröder "Kinder für die Kinderlosen", Welt v. 08.02.2018)

 
       
       
   

31.03.2018

 
       
   

ERLINGER, Rainer (2018): Ohne alle.
Einsamkeit macht krank und kann sogar töten, so hört man derzeit ständig. Doch Alleinsein kann auch etwas Wunderbares sein. Über einen höchst widersprüchlichen Zustand,
in:
Süddeutsche Zeitung v. 31.03.

Rainer ERLINGERs Artikel  über die Einsamkeit ist das genaue Gegenteil von Florian RÖTZERs Artikel. Beide gehen auf ihre einseitige Weise am Kernproblem vorbei. Während RÖTZER nicht zwischen kurzzeitigen und chronischen Einsamkeitsgefühlen unterscheidet, setzt ERLINGER Alleinsein mit Einsamkeit gleich. Beides hilft Betroffenen nicht weiter, sondern ist ein Reflex der Debatte über die Single-Gesellschaft. Welche Verschiebungen im Diskurs stattgefunden haben, zeigen zwei Beiträge zum Thema, der erste aus dem Jahr 2002, der zweite aus dem Jahr 2006. Dazwischen liegt ein Paradigmenwechsel, der zum einen mit den Hartz-Gesetzen und zum anderen mit der Verschiebung der Debatte vom Alleinleben zur Partnerlosigkeit zu tun hat.

 
       
   

SÜDDEUTSCHE ZEITUNG-Wochenthema: Das Schicksal der Wirtshäuser.
Jeder hat gern ein Gasthaus in der Nähe. Aber geht man dort auch hin? Und wer mag sich noch vorstellen Wirt zu sein? Die Zahl der Häuser sinkt drastisch. Die gute Nachricht: Rettungsarbeiten haben begonnen

KOTTEDER, Franz (2018): Dorfkulturerbe.
Was wäre eine Welt, in der es keine Wirtshäuser mehr gäbe? Wie ein Gasthaus in Oberbayern endlich wieder leuchtet und was sich von seinen Betreibern lernen lässt,
in:
Süddeutsche Zeitung v. 31.03.

"Altenau ist eigentlich ein klassischer Kandidat fürs Wirtshaussterben: Gerade mal 680 Einwohner zählt das Dorf am Rand der Alpen; Murnau, die nächste Stadt im bayerischen Oberland ist mit dem Auto nur 20 Minuten entfernt. (...). Und tatsächlich war es ja schon einmal so weit, 2002 machte das Wirtshaus dicht und stand zehn Jahre lang leer, bis dann sieben Leute aus dem Dorf fanden, dass das kein Zustand ist",

heißt es in dem Artikel. Dass der SZ das Wirtshaussterben ein Wochenthema wert ist, während der Geburtenanstieg und seine Herausforderungen gerade mal einen lapidaren Kommentar wert ist, das zeigt die typisch deutsche Fixierung auf das Aussterben, statt die wirklich drängenden Fragen unserer Zeit anzugehen.

 
       
   

Deutschland hat den Geburtenanstieg verschlafen und die Medien reagieren mit weitgehender Ignoranz hinsichtlich den damit verbundenen Herausforderungen

LUDWIG, Kristina (2018): Kitas sind nur der Anfang.
Geburtenrate: Wer nur einen befristeten Job hat, lässt sich kaum auf das Abenteuer Familie ein,
in:
Süddeutsche Zeitung v. 31.03.

Kristina LUDWIG hat lediglich die Luxusprobleme unserer gut situierten Akademikerinnen im Blick, während die wirklichen Herausforderungen des Geburtenanstiegs der letzten fünf Jahre für Kinderbetreuung und Grundschule mit keinem einzigen Wort zur Sprache kommen!

KUMMERT, Tim (2018): Das fliegende Lehrerzimmer.
In Deutschland herrscht zwar Lehrermangel. Aber bei Neueinstellungen gibt es reihenweise Probleme. Vor allem Berufsanfänger müssen Zumutungen hinnehmen. Droht ein Kollaps,
in: Frankfurter Allgemeine
Zeitung v. 31.03.

Dem Artikel ist zugute zu halten, dass er die Misere im Grundschulbereich schonungslos darstellt, aber bei den Gründen wird nur die halbe Wahrheit präsentiert, wenn er schreibt:

"Laut Studien der Bertelsmann-Stiftung fehlen bis zum Jahr 2020 nicht nur 35.000 Grundschullehrer. Es wird auch eine Million mehr Schüler geben als von der Kultusministerkonferenz noch vor wenigen Jahren prognostiziert. Grund ist die Flüchtlingskrise im Jahr 2015 und eine baldige Pensionierungswelle."

Der Geburtenanstieg wird bei Tim KUMMERT einfach ausgeblendet. Der Geburtenanstieg lässt sich nicht allein auf die Flüchtlingskrise im Jahr 2015 zurückführen. Seit 2010 tut sich zwischen den Prognosen der Kultusministerkonferenz (KMK)  und der tatsächlichen Geburtenentwicklung eine ständig größere Kluft auf. Sachsen ist hier nur die Spitze des Eisbergs. Dort steht das Bildungssystem bereits kurz vor dem Kollaps, obwohl der Geburtenanstieg die Grundschulen noch gar nicht richtig erreicht hat!.

Die Prognose der Bertelsmann-Stiftung fiel bereits für das Jahr 2016 um über 11.000 Geburten zu niedrig aus. Für 2017 kann sogar mit einer Unterschätzung von über 30.000 Geburten ausgegangen werden. Die Zahlen von einer Million mehr Schüler bis 2025 müssen bei einer konstanten Geburtenrate wie derzeit um fast eine halbe Million Schüler erhöht werden. Der Bedarf wird also noch weit größer sein als bei KUMMERT angegeben.

LIEBIGER, Sarah (2018): Kita-Not: Ausgebucht bis 2020.
Gastbeitrag,
in: Neues Deutschland
v. 31.03.

Sarah LIEBIGER gehört zu den privilegierten Akademikerinnen, die in Berlin die Suche nach einem Kitaplatz aufgrund ihrer Ressourcen bewältigen können, den bildungsferne Milieus, die angeblich Zielgruppe des Ausbaus sind, niemals leisten könnten.

"Wir wohnen im Bezirk Pankow im Dreiländereck von Weißensee, Pankow und Prenzlauer Berg. Die Kieze in dieser Gegen gehören berlinweit zu denen mit den geringsten freien Kapazitäten. Etwa 170.000 Plätze könnte Berlin anbieten, gäbe es denn genug Personal. So stehen von diesen genehmigten Plätzen nur rund 160.000 zur Verfügung",

berichtet LIEBIGER über die Personalmisere. Die Politik reagiert darauf mit Aussitzen, denn die Personalnot wird lediglich als kurzzeitiges Phänomen betrachtet. Diese könnte sich jedoch als gewaltiger Irrtum herausstellen.

Während die Familienministerin ein Kita-Qualitätsgesetz auf den Weg bringen will, mit dem der Betreuungsschlüssel verbessert werden soll, geschieht in der Realität das Gegenteil. Politiker überlegen eine Verschlechterung des Betreuungsschlüssels aufgrund der "temporären Überbelegung".

Fazit: Deutschland treibt auf eine gravierende Krise im Bildungsbereich zu und die Medien schweigen dazu weitgehend. Das könnte sich schnell rächen und den Mini-Babyboom abwürgen.

SVO (2018): Schlüssel zum Unglück.
Gericht: Kitaplatzmangel durch Personalvorgaben. Lockerung möglich. Herrmann für andere Verteilung,
in:
Tagesspiegel v. 31.03.

Der Tagesspiegel konfrontiert die Sonntagsreden der neuen Bundesfamilienministerin Franziska GIFFEY, die ein Kita-Qualitätsgesetz verspricht, obwohl die Realität eine ganz andere ist. In Berlin hat gerade das Oberverwaltungsgericht den Vorrang des Rechts auf einen Kitaplatz über die Verbesserungsbemühungen der Betreuungsqualität gestellt.

Die grüne Bürgermeisterin von Berlin-Kreuzberg sieht kein Personalproblem in Berlin, sondern nur ein Verteilungsproblem, das durch die Einführung des Wohnortsprinzips gelöst werden könnte.

Fazit: Die Politik versucht den Geburtenanstieg in Deutschland auszusitzen. Das wird nicht gelingen!

 
       
   

HÖLL, Susanne (2018): Wenn aus Freude Überforderung wird.
Nun gilt auch in Pirmasens ein Zuzugsstopp für Flüchtlinge - genehmigt von einer grünen Ministerin,
in:
Süddeutsche Zeitung v. 31.03.

Der Artikel von Susanne HÖLL geht nicht über die Berichte in der taz und in der FAZ hinaus.

 
       
   

BRANDSTETTER, Barbara (2018): So reduzieren Ruheständler die Steuerlast.
Die Vermögensfrage: Immer mehr Rentner müssen mit dem Finanzamt abrechnen. Doch viele können den Staat über die Steuererklärung 2017 an einer Reihe von Ausgaben beteiligen und von Freibeträgen profitieren,
in: Frankfurter Allgemeine
Zeitung v. 31.03.

 
       
   

AFP/ND (2018): Arbeitslosigkeit unter 2,5 Millionen.
Linke: Tatsächliche Zahl liegt bei über 3,4 Millionen,
in: Neues Deutschland
v. 31.03.

 
       
   

SIEMS, Dorothea (2018): Geschwätz von gestern.
Die Angst vor Altersarmut wächst. Doch die große Koalition treibt mit ihren populären Plänen nur die Ausgaben weiter in die Höhe, statt Rücklagen für die schwierigen Jahre zu stabilisieren. Vertrauensbildende Sozialpolitik sieht anders aus,
in:
Welt v. 31.03.

Dorothea SIEMS präsentiert die üblichen Positionen des öffentlichkeitsscheuen CDU-Wirtschaftsrats, der seine Positionen hauptsächlich über ihm freundlich gesinnte Medien verbreiten lässt, und der BDA. SIEMS arbeitet brav alle Punkte von Mütterrente II bis zur Stabilisierung des Rentenniveaus ab.

Die Kosten der Stabilisierung des Rentenniveaus auf 48 Prozent bis 2025 werden in Form zweier Extremszenarien präsentiert: Andauern des jetzigen Konjunkturaufschwungs ("vier Milliarden Euro") oder wirtschaftliche Flaute ("Zusatzkosten von 15 Milliarden Euro. Im Extremfall sogar bis zu Milliarden 38 Euro"). Dabei beruft SIEMS sich auf eine nicht nachvollziehbare "Analyse des Wirtschaftsrats".

Fazit: Seriöser Journalismus sieht anders aus! Der Artikel richtet sich nicht an Andersdenkende, sondern an Anhänger der eigenen Glaubensgemeinshaft.     

 
       
   

SCHEU, René (2018): "Die Sitten verwildern, die Gerechtigkeit ist obdachlos".
Gespräch: Identitäten lösen sich auf, Gesellschaften verwandeln sich in hypernervöse Gemeinschaften, die Aggressivität nimmt zu: Die Welt scheint aus den Fugen. Peter Sloterdijk sieht eine grosse Drift am Werk, die sich durch die Migrationsdynamik verstärkt. Wohn stürzen wir?
in: Neue Zürcher
Zeitung v. 31.03.

"Die europäische Linke hat zusammen mit den Liberalen seit einhundertfünfzig Jahren in unserer Weltgegend auf der Grundlage des industriegesellschaftlichen «modus vivendi» unglaubliche Gewinne an Lebenschancen und Freiheitsräumen für sehr, sehr viele Menschen erzielt, wenn auch nicht alle. Diese Gewinne nannte man bis vor kurzem Errungenschaften. Wer sie für verteidigungswürdig hält, und das tue ich, ist ein Konservativer, ob er sich so nennt oder nicht",

beschreibt Peter SLOTERDIJK seine Haltung als "linkskonservativ". Diese Erklärung ist für SLOTERDIJK jedoch nur wegen der Dummheit der Leser notwendig! Dieser Neoliberalismus, für den SLOTERDIJK steht, führt inzwischen einen Zweifrontenkrieg, der das Mantra der Alternativlosigkeit abgelöst hat:

"sowohl der klassische Nationalismus als auch der Sozialismus waren utopiegetriebene Angriffsbewegungen. Die AfD und die Linke hingegen sind unbehagengetriebene MeToo-Bewegungen, unterstützt von Leuten, die nicht damit zurande kommen, dass in der realen Welt die Aktion der Reaktion zuvorkommt." 

 
       
   

Das Single-Dasein in Israel

SCHMID, Ulrich (2018): Der demografische Nahostkonflikt.
Neuste Bevölkerungsstatistiken befeuern die Debatte um Israels Fähigkeit, als jüdischer Staat zu überleben,
in: Neue Zürcher
Zeitung v. 31.03.

 
       
   

29.03.2018

SÜDDEUTSCHE ZEITUNG-Tagesthema: Babyboom.
Jahrelang wurde vor der Überalterung der Gesellschaft, vor Löchern in der Rentenkasse und vor Fachkräftemangel gewarnt. Dabei hat sich der Trend umgekehrt. In Deutschland kommen so viele Kinder wie seit Jahrzehnten nicht mehr zur Welt. Was auf lange Sicht willkommen ist, schafft kurzfristig Probleme: Wer betreut die Kinder? Sind Städte und Gemeinden auf die neue Lage vorbereitet?

ECKARDT, Ann-Kathrin (2018): Die Rückkehr der Kinder.
Statistisch ist die Geburtenziffer pro Frau in Deutschland so hoch wie seit fast einem halben Jahrhundert nicht mehr. Das liegt natürlich an der Zuwanderung. Doch es gibt wohl einen weiteren wichtigen Grund: die Reformen in der Familienpolitik,
in:
Süddeutsche Zeitung v. 29.03.

Wäre Ann-Kathrin ECKARDT eine Schülerin, dann müsste ihr Lehrer ihr Thema verfehlt unter den Aufsatz schreiben und die Note 6 vergeben. So aber ist der Artikel nur Sinnbild deutscher Fixierung auf das Aussterben. Die Frage, ob Städte und Gemeinden auf die neue Lage vorbereitet sind, wird im Artikel nicht erörtert, was daran liegt, dass der Geburtenanstieg als "kurzfristiges Problem" verharmlost wird. Entsprechend wird das Problem fehlender Kinderbetreuung, Erzieher und Lehrer lediglich als "nervenzehrende Begleiterscheinungen des Kinderkriegens" für die Eltern abgetan und nicht als politisches Problem behandelt.

Bei den Erklärungen des Geburtenanstiegs zitiert ECKARDT zum einen aus der gestrigen Pressemitteilung des Statistischen Bundesamts und zum anderen Martin BUJARD vom Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung:

"Zum einen entscheiden sich zunehmend Frauen im Alter zwischen 30 und 37 für Nachwuchs, darunter viele Akademikerinnen. Blieben von ihnen vor zehn Jahren noch 29 Prozent mit Anfang 40 kinderlos, so sind es heute nur noch 25 Prozent. »Was wir jetzt zeitverzögert zu spüren bekommen, ist der Ausbau der Familienpolitik, vor allem der Kinderbetreuung«, sagt Martin Bujard (...). Ehe die Bereitschaft steige, selbst Mutter zu werden, hätten die Frauen erst im Freundes- und Bekanntenkreis positive Erfahrungen sammeln müssen. Vor allem für jüngere Frauen werde die Vereinbarkeit von Familie und Beruf ein immer wichtigeres Ziel im Leben",

erklärt uns ECKARDT. Die richtigen Schlüsse daraus zieht der Artikel indes nicht, denn sollte der Geburtenanstieg dazu führen, dass die Kinderbetreuung und die Grundschulen immer stärker hinter den Erfordernissen zurückbleiben, dann werden sich die Frauen wieder überlegen, ob das Kinderkriegen wirklich sein muss. Das Beispiel Frankreich zeigt, wohin die Überforderung der Politik durch den Geburtenanstieg führt.

Der europäische Vergleich soll angeblich zeigen, dass in Deutschland noch mehr gemacht werden kann. Verwiesen wird dabei auf die Niederlande (1,66), Dänemark (1,79), Schweden (1,85) und vor allem Frankreich (1,92). Doch in Frankreich sinkt die zusammengefasste Geburtenziffer seit Jahren (Darauf verweist auch Nadia PANTEL im zweiten Artikel). 2017 wurden dort nur noch 1,88 Kinder pro Frau geboren. Ob Emmanuel MACRON eine Wende herbeiführen kann, ist ungewiss. ECKARDT ist lediglich eine Politik für die Akademikerinnen wichtig, weshalb ihr "mehr hoch qualifizierte Teilzeitplätze" eine Herzensangelegenheit sind. Im Koalitionsvertrag findet sie lediglich das "vorgesehene Rückkehrrecht von Teil- auf Vollzeit" wichtig.

Das Problem, dass der Rückgang der kinderreichen Familien hauptverantwortlich für die niedrige Geburtenrate in Deutschland ist, wird lediglich am Rande behandelt. Frankreich ist dabei das heimliche Vorbild, wenn eine stärkere Staffelung des Kindergeldes gefordert wird. Ganz am Schluss heißt es lapidar:

"Und natürlich muss der Staat für eine bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familie auch den Ausbau der Krippen- und vor allem der Hortplätze schnell und flächendeckend weiter vorantreiben. Wer 2013 einen Krippenplatz garantiert, darf sich vier Jahre später nicht darüber wundern, dass tatsächlich sehr viele Eltern einen Hortplatz beanspruchen."

Dieser Tunnelblick, der in erster Linie die Interessen der gut situierten Akademikerinnen im Blick hat, vernachlässigt die Tatsache, dass immer noch die Nicht-Akademikerinnen das Geburtengeschehen in Deutschland prägen. Deutschland hat den Geburtenanstieg verschlafen, weshalb die Bewältigung zu scheitern droht. Das Beispiel Sachsen ist nur die Spitze des Eisbergs.

PANTEL, Nadia (2018): Schatten auf dem Paradies.
Trotz guter Betreuung vergeht vielen Franzosen die Lust auf Kinder,
in:
Süddeutsche Zeitung v. 29.03.

Nadia PANTEL korrigiert das "Bild der unbesorgten Französinnen", das Akademikerinnen der Medienbranche und Wissenschaftlerinnen in den Nuller Jahren gezeichnet haben. PANTEL bezeichnet es als Blick auf die "großen Städte und auf arbeitende Paare". Vereinbarkeitsverfechterinnen wie Martina MEISTER oder Barbara VINKEN sind verantwortlich für das stark verzerrte Bild auf die idealisierte, französische Mutter.

"Laut Umfrage der »Union der Familienvereine« betreuten 2016 mehr als 60 Prozent der französischen Eltern ihre Kinder bis zum dritten Lebensjahr selbst. Nur zwölf Prozent gaben ihre Kinder in eine staatliche Krippe.
(...). Doch auch in Familien mit zwei berufstätigen Elternteilen stemmen immerhin 27 Prozent der Eltern die Tagesbetreuung ohne staatliche Unterstützung. In der Gruppe der arbeitenden Eltern finden sich viele Mütter und Väter, die ihr Baby gerne in die Krippe gegeben hätten, aber keinen Platz bekommen haben. Die staatlichen Betreuungsplätze sind begehrt, und sie decken nicht den Bedarf",

erklärt uns nun PANTEL. Erst die 3-Jährigen und Älteren sind durch die Vorschule ("École maternelle") in Frankreich mit 97 Prozent versorgt. In den Nuller Jahren arbeitenden sich die deutschen Medien am "Rabenmutter"-Stereotyp ab, das berufstätigen Müttern aufgrund der typisch deutschen Tradition anhaften sollte. Die Debatte um die "Herdprämie" zeigt indes die Verschiebungen im deutschen Diskurs. Wenn jetzt ein anderes Bild von Frankreich gezeichnet wird, dann hängt das auch damit zusammen, dass nicht mehr die Kinderlosigkeit der Akademikerinnen sondern der Rückgang der kinderreichen Familie bzw. das Zwei-Kinder-Ideal neues als Hauptproblem gilt.     

 
       
   

NWZ (2018): Babyboom in Niedersachsen.
Erfreuliche Statistik: In den Jahren von 1990 bis 2015 wurden nie mehr als 7000 Kinder zwischen Harz und Nordsee geboren. Jetzt haben Statistiker einen Umschwung festgestellt,
in:
Nordwest-Zeitung Online v. 29.03.

"In Niedersachsen sind 2016 so viele Babys zur Welt gekommen wie seit 15 Jahren nicht mehr. Landesweit wurden 75.215 Geburten verzeichnet, das waren 10,7 Prozent mehr als 2015, wie das Statistische Bundesamt am Mittwoch in Wiesbaden mitteilte. Der Anstieg zwischen Harz und Nordsee lag über dem Bundesdurchschnitt von 7 Prozent.
Jede fünfte Mutter eines Neugeborenen in Niedersachsen hatte einen ausländischem Pass, bundesweit etwa jede vierte. Auch im Nachbarland Bremen gab es einen Baby-Boom. 2016 wurden hier 7.136 Kinder geboren – in den Jahren von 1990 bis 2015 waren es nie über 7.000 gewesen",

meldet die Nordwest-Zeitung. Die Zahlen stammen jedoch nicht aus der gestrigen Pressemitteilung des Statistischen Bundesamts. Auch die Datenbank der Statistischen Ämter des Bundes und der Länder bietet immer noch die Zahlen für 2015 an.

Die Zahl von 75.215 Geburten findet sich im Statistischen Monatsheft 3/2018, Seite 116 des Statistischen Landesamts Niedersachsen und in der Online-Datenbank (Auswahl: Lebendgeborene: Bundesländer, Jahre, Geschlecht) des Statistischen Bundesamts.

KAUFMANN, Stephan (2018): Deutschland im Babyglück.
Geburtenrate: Frauen bekommen so viele Kinder wie seit 1973 nicht mehr. Wirtschaftliche Lage ist ein wesentlicher Grund,
in:
Frankfurter Rundschau v. 29.03.

"Der Einfluss von Konjunktur und Arbeitslosigkeit auf die Realisierung des Kinderwunsches ist in vielen Studien belegt worden. Zuletzt untersuchte die Soziologin Chiara Ludovica Comolli von der Uni Stockholm diesen Zusammenhang für den Zeitraum 2000 bis zum Höhepunkt der Euro-Krise im Jahr 2013. Für die meisten europäischen Länder findet sie einen Rückgang der Geburtenraten ab 2008 – dem Jahr, in dem die globale Finanzkrise eskalierte.
Den stärksten Einfluss hatte die Krise auf sehr junge Frauen im Alter zwischen 15 und 19 Jahren und auf Frauen in ihren späten Dreißigern. Bemerkenswerterweise sanken die Geburtenraten besonders stark dort, wo die Erwerbslosigkeit von Frauen deutlicher zulegte. Das widerspricht der These, dass Frauen Zeiten von Arbeitslosigkeit nutzen, um Kinder zu kriegen oder eine Familie zu gründen",

merkt Stephan KAUFMANN anlässlich der gestrigen Pressemeldung zu den Gründen von Geburtenanstiegen an.

BAUMANN, Daniel (2018): Ungeplante Kinder.
Kommentar,
in:
Frankfurter Rundschau v. 29.03.

Daniel BAUMANN bringt angesichts der Geburtenentwicklung die Sprache auf die völlig veraltete Bevölkerungsvorausberechnung des Statistischen Bundesamts:

"Die von der Behörde als realistisch kommunizierten Szenarien entpuppen sich nun zunehmend als fraglich. Denn selbst die optimistische Annahme, dass die Geburtenrate bis 2028 auf 1,6 Kinder je Frau steigen könnte, wurde nun schon 2016 erreicht (1,59 Kinder). Und der Wanderungssaldo übertrifft sowieso alle Erwartungen. (...).
(Die) Bundesrepublik (ist) derzeit auf einem Pfad unterwegs, der eher dazu führen würde, dass die Bevölkerung bis 2060 von 82,5 auf etwa 78 Millionen Bürger schrumpft und nicht etwa auf nur 67 Millionen. Dieser vergleichsweise geringe Rückgang wäre wirtschaftlich und sozialpolitisch locker zu verkraften."

Im Grunde hält BAUMANN jedoch langfristige Bevölkerungsvorausberechnungen als keine gute Entscheidungsgrundlage für die Politik, sondern fordert

"durch entschlossenes Handeln den Sozialstaat den jeweiligen kurz- und mittelfristigen Herausforderungen anzupassen. Aktuell heißt das: Zuwanderer integrieren, Kitas und Schulen eröffnen."

Mit der Eröffnung neuer Kitas und Schulen ist es jedoch keineswegs getan, denn es fehlt an Personal, das die Einrichtungen auch betreiben könnten.

Fazit: Was die Bevölkerungsvorausberechnungen betrifft, reicht es nicht, langfristige Berechnungen abzulehnen. Stattdessen ist zu fordern, dass Bevölkerungsvorausberechnungen sofort angepasst werden müssen, wenn diese aus dem Ruder laufen. Praxis ist jedoch, dass nur nachgeholt wird, was bereits eingetreten ist, während Verhaltensänderungen zu spät Berücksichtigung finden. Für die Personalmisere im Bildungsbereich ist der Innenminister und sein Statistikamt hauptverantwortlich zusammen mit der Austeritätspolitik!     

JOCH. (2018): Mehr Geburten.
Statistik: Später Kinderwunsch und Migration haben im Jahr 2016 zum anhaltenden Geburtenanstieg beigetragen,
in:
Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 29.03.

Die FAZ zitiert die Familienministerin, die noch vor dem Sommer ein Gesetz für mehr Kita-Qualität auf den Weg bringen will. Ob dieses Gesetz bei der Bewältigung des Geburtenanstiegs helfen wird, muss sich noch zeigen. Die Maßnahme kommt im Grunde Jahre zu spät!

KRAFCZYK, Eva (2018): Babyboom der Generation Ü30.
In Deutschland kommen immer mehr Babys zur Welt. Statistiker führen das auf zwei Gründe zurück,
in:
Sächsische Zeitung Online v. 29.03.

"Im bevölkerungsreichsten Bundesland Nordrhein-Westfalen lag die Zahl der Geburten mit mehr als 173 000 Babys besonders hoch, im kleinen Saarland hingegen waren es nur 8 200 Neugeborene.
So viele Kinder gab es 2016 allein in Dresden. In der sächsischen Landeshauptstadt, die seit Jahren den inoffiziellen Titel »Deutschlands Geburtenhauptstadt« trägt, kamen 2016 insgesamt 8.542 Kinder zur Welt. Das ist Rekord. 2017 sank die Geburtenzahl wieder etwas",

behauptet Eva KRAFCZYK. Das Statistische Landesamt hat für das Jahr 2015 lediglich 6.222 Geburten für die Stadt Dresden ausgewiesen, während für Leipzig 6.595 Geburten ermittelt wurden. Von Deutschlands Geburtenhauptstadt kann deshalb keine Rede sein.  Im Januar meldete die Zeitung folgende vorläufige Geburtenzahlen für das Jahr 2017:

"Die vorläufige Zahl der Neugeborenen von Müttern, die ihren Hauptwohnsitz in Dresden haben, ging um rund 100 zurück und liegt bei 6.341 Kindern."

Im Vergleich zum Statistischen Landesamt würde das jedoch keinen Rückgang, sondern einen Anstieg um rund 100 Kinder bedeuten.

Fazit: Vertrauenserweckende Berichterstattung sieht anders aus! 

 
       
   

RÖTZER, Florian. (2018): Soziale Isolation und Einsamkeit machen krank.
Eine umfangreiche Studie weist auf das erhöhte Risiko hin, das stark auch mit sozioökonomischen Faktoren zusammenhängt und damit einen Hinweis auf die Debatte um Hartz-IV gibt,
in:
Telepolis v. 29.03.

Dass chronische, d.h. über einen längeren Zeitraum wirkende Einsamkeit, krank macht ist unbestritten. In letzter Zeit werden aber auch kurzzeitige Einsamkeitsgefühle immer wieder zu einer "Einsamkeitsepidemie" stilisiert. Das hilft einsamen Menschen nicht. Auch der Begriff "soziale Isolation", der ein soziologisches Phänomen bezeichnet ist vom psychologischen Begriff der Einsamkeit zu unterscheiden. Ersterer bezeichnet objektive, empirisch ermittelte Tatbestände, während letzterer subjektiv empfundene Gefühle meint. Inwieweit beide Phänomene krank machen, hängt von der Definition ab. Während der eine Mensch 100 Kontakte haben kann und sich trotzdem einsam fühlt, kann ein anderer wenige Kontakte haben, aber trotzdem zufrieden sein. Entscheidend ist die Qualität der Beziehungen und nicht die reine Quantität, die meist in Massenumfragen erfasst wird.

Armut erhöht die Gefahr von chronischer Einsamkeit, was nicht unbedingt an der Armut an sich, sondern an den Begleiterscheidungen zusammenhängt, die mit Armut einhergehen: fehlende Teilhabemöglichkeiten in einer geldfixierten Gesellschaft. Scheidungen führen bei Männern vielfach zum langfristigen Verlust zentraler Beziehungen sowie Armut und erhöhen dadurch das Sterberisiko. Auch eine Wiederheirat kommt bei armen Männern seltener vor. Die Wege in die Einsamkeit sind jedoch sehr vielfältig.

Ob die Abschaffung von Hartz IV die krankmachende Einsamkeit reduzieren würde, hängt auch mit den gesellschaftlichen Alternativen zusammen, die an die Stelle von Hartz IV treten. Der Artikel von RÖTZER leistet hierzu keine erhellenden Ausführungen. Mit der Abschaffung von Hartz IV fallen noch lange nicht die Stigmatisierungen und Diffamierungen von Armut und Armen in der neoliberalen Gesellschaft weg. 

 
       
   

ROST, Christian (2018): Kostspielige Panne eines Sachbearbeiters.
Augsburg muss wohl 28 Millionen Euro Fördergeld für Kitas zurückzahlen, weil der Antrag zu spät abgeschickt wurde,
in:
Süddeutsche Zeitung v. 29.03.

Es geht hier nicht um ein Versagen eines Sachbearbeiters, sondern um die Auswirkungen von Austeritätspolitik, schlankem Staat und Förderalismus in einem - zumindest rhetorisch - als wichtig erachteten Politikfeld.

Die Leidtragenden der neoliberalen Staatsphilosophie sind ja nicht die Kommunen, sondern letztlich die Betroffenen und die Steuerzahler. Das Zusammenspiel unterschiedlicher kommunaler und staatlicher Stellen, die durch die Sparpolitik verursachten Personalengpässe usw. nehmen inzwischen in allen Bereichen zu. Solche Pannen sind lediglich das sichtbarste Zeichen der jahrelangen Missstände neoliberaler Politik. Was in Sachsen an neoliberalem Politikversagen längst überdeutlich spürbar ist, das gilt längst für ganz Deutschland.

 
       
   

BIRKWALD, Matthias W. (2018): Wie weiter mit der Rente?
Gastbeitrag: Die SPD wird mit der großen Koalition die gesetzliche Altersvorsorge nicht zukunftssicher machen. Das wäre aber nötig,
in:
Frankfurter Rundschau v. 29.03.

 
       
   

HEIL, Hubertus (2018): Die Grundsicherung neu ausrichten.
Fremde Federn,
in:
Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 29.03.

Hubertus HEIL probt den rhetorischen Befreiungsschlag vom Harz IV-Image, das der SPD wie Pech anhaftet. Doch glaubt jemand ernsthaft, dass diese Partei noch jene erreichen kann, die sie all die Jahre verprellt hat? An den Taten, und nicht an den Sonntagsreden werden sie gemessen. 

 
       
   

KAFSAK, Hendrik (2018): In der Kindergeld-Debatte widerspricht sich Brüssel selbst.
Sozialkommissarin Thyssen lehnt Anpassung an Lebenshaltungskosten ab - verfährt so aber bei ihren Pensionären,
in:
Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 29.03.

Hendrik KAFSAK spielt Pensionäre und Kindergeldbezieher gegen einander aus, denn das sozialpolitische Lieblingsprojekt Neoliberaler ist die Anpassung von Transferzahlungen an die regionalen Lebenshaltungskosten. Der Kampfbegriff "Transferzahlungen" negiert Unterschiede zwischen "Sozialversicherungsleistungen" und "Sozialleistungen":

"Der Europäische Gerichtshof (EuGH) stuft das Kindergeld wie die Rente als Sozialversicherungsleistung ein, nicht also als Sozialleistung. Daraus folgt, dass der Arbeitnehmer damit auf beides gleichermaßen durch Beiträge Ansprüche erworben hat."

Wenn es um die Reduzierung von Transferzahlungen geht, dann ist der Neoliberale in seinem Element und die Argumente werden in seinem Sinne bis zur Unkenntlichkeit so zurechtgebogen, dass sie zur eigenen Ideologie passen.  

 
       
   

STAEMMLER, Johannes (2018): Die letzten Kinder der DDR.
Die Debatte um Uwe Tellkamp zeigt, dass eine ernsthafte Auseinandersetzung mit den Erfahrungen der Ostdeutschen noch immer aussteht. Gerade die junge Generation ist darauf angewiesen,
in:
Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 29.03.

"Die Mehrzahl der »Dritten Generation Ost« wurde zwischen 1975 und 1985 in der DDR geboren (...).
Ob die letzten DDR-Kinder eine eigene Generation sind, darüber lässt sich streiten. Aber sie verbindet die erlebten Verwerfungen der 1990er Jahre in den Familien und Gemeinschaften. (...)
Nichts spielt eine größere Rolle als die eigene Herkunft. Wenn man aus dem Osten kommt, dann ist damit weniger eine Region gemeint, sondern eine Erfahrung, die den Blick auf das Heute und Morgen prägt",

meint Johannes STAEMMLER, der 1982 in Dresden geboren wurde.

"Ich (...) habe Uwe Tellkampfs »Turm« vor einigen Jahren mit Lust und Mähe gelesen. Tellkamp ergründet darin das Milieu, aus dem auch ich stamme. Sein Auftritt in Dresden Anfang März verstörte mich",

schreibt STAEMMLER. Er beschwört die Gefahr, dass sich nun Gräben zwischen den nach 1990 Geborenen in Ost und West auftun werden und fordert deshalb eine Stiftung Ostdeutschland, denn:

"Tellkamp (..) repräsentiert den Ossi, der lernunwillig, beleidigt und integrationsresistent ist und und wird damit zur Projektionsfläche für viele, denen es schwerfällt, mit erfahrener Ablehnung umzugehen - ob sie nun aus dem Osten stammen oder nicht. Daraus ergibt sich eine wahrlich unheilige Allianz vieler, die sich zusammenfinden in ihrem Gefühl, nicht gehört, nicht beteiligt und nicht repräsentiert zu sein."

Ob die Identifizierung mit TELLKAMP für alle, die zu dieser doch sehr heterogenen Gruppe gehören, gegeben ist, darf bezweifelt werden. Die Euphorie über TELLKAMPs Turm konnte niemand nachvollziehen, der bereits bei seinem Roman Der Eisvogel aus dem Jahr 2005 die rechte Sehnsucht missfiel. Bezeichnend waren bereits die damaligen Feuilletonbesprechungen des Romans. Seitdem hat unsere "linksliberale" Elite nichts dazu gelernt!

 
       
   

28.03.2018

 
       
   

DESTATIS (2018): Geburtenanstieg setzte sich 2016 fort,
in:
Pressemitteilung des Statistischen Bundesamts v. 28.03.

"2016 wurden in Deutschland 792.131 Kinder geboren. Das waren 54.556 Babys oder 7 % mehr als 2015 (737.575). (Damit) stieg die Anzahl der Geborenen (...) das fünfte Jahr in Folge und erreichte wieder das Niveau von 1996. In allen Bundesländern kamen 2016 mehr Kinder zur Welt als im Vorjahr. In den westdeutschen Flächenländern und in den Stadtstaaten stieg die Geborenenzahl durchschnittlich um 8 %, während sie in den ostdeutschen Flächenländern mit + 4 % etwas schwächer zunahm",

meldet das Statistische Bundesamt zur Entwicklung der absoluten Geburtenzahlen. Im Januar 2017 prognostizierte das Statistische Bundesamt noch eine Geburtenzahl zwischen 730.000 und 770.000 Geburten für das Jahr 2016. Im November 2017 wurde dann die vorläufige Schätzung auf 792.000 Geburten erhöht.

Zur zusammengesetzten Geburtenziffer (TFR) heißt es:

"Die zusammengefasste Geburtenziffer lag 2016 bei 1,59 Kindern je Frau. Das ist der höchste seit 1973 gemessene Wert und deutlich höher als 2015 (1,50 Kinder je Frau). (...).
Mit der aktuellen Geburtenziffer von 1,59 Kindern je Frau rückte Deutschland ins europäische Mittelfeld auf. Im EU-Durchschnitt betrug 2016 die zusammengefasste Geburtenziffer nach Angaben des Europäischen Statistikamtes (Eurostat) 1,60 Kinder je Frau. Die höchste Geburtenhäufigkeit in der EU hatten Frauen in Frankreich mit 1,92, die niedrigste in Spanien und Italien mit 1,34 Kindern je Frau."

Wichtiger als diese Geburtenrate ist die Entwicklung der endgültigen Kinderzahl von Frauenjahrgängen (CFT). Dazu wird gemeldet:

"Die Frage nach der Zahl der Kinder, die Frauen im Laufe ihres Lebens tatsächlich bekommen haben, kann für Frauenjahrgänge beantwortet werden, die das Ende des gebärfähigen Alters erreicht haben, das statistisch mit 49 Jahren angesetzt wird. Im Jahr 2016 waren es die Frauen des Jahrgangs 1967. Ihre endgültige durchschnittliche Kinderzahl betrug 1,50 Kinder je Frau."

Der Frauenjahrgang 1967 hat damit weniger Kinder geboren als die vorangegangenen Frauenjahrgänge. Beim Frauenjahrgang 1966 waren es 1,52 Kinder pro Frau. Der Wendepunkt wird von Bevölkerungswissenschaftlern seit längerem für die Frauen des Geburtsjahrgangs 1968 prognostiziert. Das Statistische Bundesamt weist in seiner Online-Datenbank aktuell für den Geburtsjahrgang 1968 bis zum Alter von 48 Jahren eine Kinderzahl von 1,491 aus. Dies bedeutet den Tiefststand, denn der Frauenjahrgang 1969 kommt im Alter von 47 Jahren bereits auf 1,494. Der Frauenjahrgang 1970 liegt mit 46 Jahren bei 1,51 Kindern pro Frau.

Kein einziger Frauenjahrgang wird damit eine Kinderzahl von 1,40 oder gar 1,30 erreichen wie dies durch die zusammengefasste Geburtenziffer noch in den Nuller Jahren suggeriert wurde und von nationalkonservativen Bevölkerungswissenschaftlern zur Entfachung einer Hysterie genutzt wurde. Die Kollateralschäden dieser Fixierung auf das Aussterben und Schrumpfen hat dazu geführt, dass der Geburtenanstieg in Deutschland verschlafen wurde. In den nächsten Jahren werden dadurch Erzieher und Grundschullehrer fehlen. Schon jetzt ist die Lage vielerorts verzweifelt. Dass sich nun die Bundesländer gegenseitig ihre wenigen Lehrer abjagen macht die Sache nicht besser.

Der Versuch des Statistischen Bundesamtes den Geburtenanstieg klein zu reden und die Mithilfe von Politik und Medien rächen sich nun. Frankreich ist an der Bewältigung seines Geburtenanstiegs gescheitert, mit der Folge, dass die Geburtenrate in den letzten Jahren gesunken ist. Das gleiche Schicksal droht auch Deutschland, wenn die Medien den Geburtenanstieg weiter verharmlosen - nur um rentenpolitisch umsteuern zu können. Der Soziologe Karl Otto HONDRICH hat in seinem 2007 erschienenen Buch bezweifelt, dass Frankreich das Ideal einer nachhaltigen Gesellschaft ist. Nicht die Bestandserhaltung der Bevölkerung, sondern die Problemlösefähigkeit der Gesellschaft ist die entscheidende Größe, die das Überleben einer Gesellschaft sichert.

Die aktuelle Bevölkerungsvorausberechnung vom März 2017 ging noch von einer Geburtenrate von 1,5 Kindern pro Frau aus, weshalb die Zahl der Kinder für 2016 mit 747.000 Lebendgeborenen um rund 45.000 Kinder zu niedrig lag. Für das Jahr 2017 wird mit 754.000 Kindern gerechnet. Die Milupa-Geburtenliste weist für 2017 eine geringfügig höhere Geburtenzahl wie für 2016 aus, d.h. die Kluft zwischen tatsächlicher und prognostizierter Geburtenzahl könnte sich auf ca. 90.000 Kinder allein für die Jahre 2016 und 2017 ausweiten.

Die aktualisierte Bevölkerungsvorausberechnung wird in vielen Bereichen jedoch noch nicht einmal verwendet, sondern immer noch wird die völlig überholte Bevölkerungsvorausberechnung vom April 2015 verwendet. Im Bildungsbereich ist noch nicht einmal das der Fall. Die Folgen sind für die weitere Entwicklung Deutschlands katastrophal. Eine schnelle Aktualisierung ist unabdingbar. Das Statistische Bundesamt versucht seit Jahren den Geburtenanstieg zu verharmlosen. Diese Defensivtaktik führt dazu, dass der Geburtenanstieg in Deutschland verschlafen wird. Hinzu kommt, dass sich die Veröffentlichung der Geburtenzahlen stark verzögert. Dies scheint der Politik gerade Recht zu sein, denn positive Entwicklungen bei den Geburten kommen jene in die Quere, die den demografischen Wandel gerne als Drohmittel benutzen möchten.

WIESE, Hans-Joachim (2018): Babyboom - dank besserer Familienpolitik.
Uta Meier-Gräwe im Gespräch,
in: DeutschlandRadio
v. 28.03.

Uta MEIER-GRÄWE schreibt den jetzigen Geburtenanstieg dem "Perspektivenwechsel in der Familienpolitik und auch in der Frauenpolitik seit etwa 2005" zu. Dem widerspricht, dass der Ökonom Detlef GÜRTLER bereits im Jahr 2003 nachgewiesen hat, dass die in den 1970er Jahren geborenen westdeutschen Frauen wieder mehr Kinder bekommen haben. Das Elterngeld könnte dagegen den Geburtenaufschub verstärkt haben, wodurch der Geburtenanstieg verzögert wurde. Zudem war es kontraproduktiv, dass die Medien Kinderlose an den Pranger gestellt haben. Dies verstärkte den unsinnigen Eindruck, dass Kinderlosigkeit zur neuen Normalität geworden wäre. Die Kinderwunschforschung, die diesen falschen Eindruck erst erweckt hat, hat sich inzwischen als Irrweg herausgestellt. Erst nachdem sich die medial entfachte Hysterie legte, stiegen die Geburten wieder an. Es ist also kurzschlüssig, wenn nun der Geburtenanstieg als Erfolg der Familienpolitik dargestellt wird. Es sind viele Faktoren gewesen, die zur Verzögerung des Geburtenanstiegs führten, u.a. die Fixierung auf die Kinderlosigkeit, während die Bedeutung des Rückgangs der kinderreichen Familien ignoriert wurde. Die Forschung zu den Ursachen der Geburtenentwicklung werden durch die immer noch mangelhafte Datenlage erschwert. So werden Geburtenzahlen - anders als Abtreibungszahlen- nicht einmal im jährlichen Abstand, ganz zu schweigen wie Abtreibungen im vierteljährlichen Abstand in Pressemitteilungen veröffentlicht. Die Fixierung auf das Aussterben, die sich darin ausdrückt, ist wenig hilfreich. Wer sich über die Indikatoren der Geburtenentwicklung informieren will, der muss sich mühsam die Zahlen selber zusammensuchen. Da das Statistische Bundesamt seine Veröffentlichungspraxis in dieser Weise - ohne Aufschrei der Öffentlichkeit - durchziehen kann, wirft das auch ein bezeichnendes Licht auf das Verhältnis der Deutschen zum demografischen Wandel aus: Er wird nicht als Chance, sondern als Bedrohung wahrgenommen.     

 
       
   

EUROSTAT (2018): Frauen in der EU bekommen ihr erstes Kind im Schnitt mit 29 Jahren,
Geburten und Fruchtbarkeit: Über 5 Millionen Geburten im Jahr 2016 in der EU,
in:
Pressemitteilung des statistischen Amt der Europäischen Union v. 28.03.

 
       
   

DESTATIS (2018): 1.059.000 Empfänger von Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung im Dezember 2017,
in:
Pressemitteilung des Statistischen Bundesamts v. 28.03.

"Im Dezember 2017 bezogen in Deutschland knapp 1.059.000 Personen ab 18 Jahren Leistungen der Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung nach dem 4. Kapitel des Zwölften Buches Sozialgesetzbuch (SGB XII). Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) weiter mitteilt, waren das 3,2 % mehr Leistungsberechtigte als im Dezember 2016. Damals hatten rund 1.026.000 Personen Leistungen der Grundsicherung gemäß Sozialgesetzbuch XII erhalten.
Im Dezember 2017 hatten rund 544.000 beziehungsweise 51,4 % der Empfängerinnen und Empfänger von Grundsicherung die Altersgrenze nach § 41 Absatz 2 SGB XII erreicht oder überschritten und erhielten Grundsicherung im Alter. Personen, die vor dem Jahr 1947 geboren sind, erreichten die Altersgrenze mit 65 Jahren. Für Personen, die im Jahr 1947 oder später geboren sind, wird die Altersgrenze seit dem Jahr 2012 schrittweise auf 67 Jahre angehoben. Im Dezember 2017 lag die Altersgrenze bei 65 Jahren und 6 Monaten.
Rund 515.000 beziehungsweise 48,6 % der Empfängerinnen und Empfänger von Grundsicherung waren im Alter von 18 Jahren bis unter die Altersgrenze. Sie erhielten diese Leistungen aufgrund einer dauerhaft vollen Erwerbsminderung. Voll erwerbsgemindert sind Personen, die aufgrund einer Krankheit oder einer Behinderung für einen nicht absehbaren Zeitraum täglich keine drei Stunden unter den üblichen Bedingungen des allgemeinen Arbeitsmarktes erwerbstätig sein können.
Der Bezug von Leistungen der Grundsicherung nach dem SGB XII wurde bis 2014 in einer jährlichen Statistik zum 31.12. erfasst. Seit 2015 werden diese Leistungen in einer vierteljährlichen Statistik zum letzten Monat des Quartals erhoben", meldet das Statistische Bundesamt.

 
       
   

ECKERT, Daniel (2018): Ausgerechnet Olaf Scholz hat 2017 am meisten neue Schulden gemacht.
So schlecht wie in Hamburg haben sich die Finanzen in keinem anderen Bundesland entwickelt. Immerhin 13 der 16 Landesregierungen konnten im vergangenen Jahr sogar Defizite abbauen,
in:
Welt v. 28.03.

Daniel ECKERT verdummte uns kürzlich mit einem angeblichen kommunalen Schuldenschock. Jetzt nimmt er Olaf SCHOLZ den SPD-Finanzminister ins Visier, der sich rhetorisch zum Wolfgang SCHÄUBLE der SPD aufgeschwungen hat. Als Experten werden wie üblich die Lobbyisten der Einkommensstarken zitiert. Hamburg lag bei der Verschuldung gegenüber dem Vorjahr mit 4,7 % knapp vor Thüringen (4,4 %) und vor Sachsen-Anhalt (2,7 %).

"Der Musterschüler in Punkto öffentliche Verschuldung ist Sachsen",

prahlt ECKERT und zeigt damit wie unsinnig ein isolierter Blick auf die Schuldensituation ist, denn Sachsen hat gewaltige Probleme im Bildungsbereich (und nicht nur dort), weil nicht genug in das Personal investiert wurde. Der neue Ministerpräsident muss nun das Ruder herumreißen, damit Sachsen nicht ab 2019 das erste AfD-regierte Bundesland wird, was aufgrund des "Musterschülers" durchaus möglich ist. Die Versäumnisse der Vergangenheit aufgrund der Austeritätspolitik lassen sich nicht bis zur nächsten Landtagswahl korrigieren. Vielmehr werden sich die Probleme noch verstärken, weil Deutschland den Geburtenanstieg verschlafen hat!

 
       
   

Das Single-Dasein in der Schweiz

SCHMIDT, Susanne (2018): Im Sportwagen durch die Vierziger.
Oft ist die Midlife-Crisis der Männer eine Midlife-Chance für die Frauen, in den Beruf zurückzukehren,
in:
Neue Zürcher Zeitung v. 28.03.

 
       
   

Die Altersvorsorge in der Schweiz in der Debatte

SCHÖCHLI, Hansueli (2018): Der Schweiz fehlt zur Musterschülerin noch etwas.
Die schweizerische Altersvorsorge und die Schuldenbremse sind die Minuspunkte im Länderexamen des Internationalen Währungsfonds,
in:
Neue Zürcher Zeitung v. 28.03.

 
       
   

27.03.2018

 
       
   

DESTATIS (2018): Öffentliche Schulden zum Ende des 4. Quartals 2017 um 2,1 % niedriger als im Vorjahr,
in:
Pressemitteilung des Statistischen Bundesamts v. 27.03.

 
       
   

THISSEN, Stefan (2018): 18 Prozent der EM-Rentner begünstigt.
Bundesregierung: Etwa 326.000 der 1,8 Millionen Frührentner kassieren bereits wegen des Rentenpakets von 2014 höhere Bezüge,
in:
ihre-vorsorge.de v. 27.03.

 
       
   

RÖSER, Sarna (2018): Die große Koalition saugt die Jungen aus.
Gastbeitrag: Deutschland muss die Rentenpolitik ändern. Nur politischer Druck wird CDU und CSU sowie die SPD dazu bringen, neue Wege zu beschreiten,
in:
Frankfurter Rundschau v. 27.03.

Sarna RÖSER, Lobbyistin der Jungen Unternehmer, möchte keine neuen Wege gehen, sondern setzt auf die Privatisierung der Rente und die Kopplung des Renteneintrittsalters an die Lebenserwartung. Das wird unter die Leerformel "Generationengerechtigkeit" subsumiert. Notwendig soll das angeblich durch die demografische Entwicklung werden.

"Im Jahr 2035 - das ist nur eine halbe Generation entfernt - wird ein Viertel der deutschen Bevölkerung älter als 67 Jahre sein. Die durchschnittliche Rentenbezugsdauer wird dann mehr als zwanzig Jahre betragen. Die staatlichen Kosten für die Altersabsicherung werden sich von derzeit knapp 300 auf 600 Milliarden Euro im Jahr 2035",

erzählt uns RÖSER im Brustton der Überzeugung, als ob das bereits jetzt sicher feststehe.  Bis 2035 sind es 17 Jahre. Man muss nur 17 Jahre zurück gehen, also ins Jahr 2001, um festzustellen, dass wenig von dem eingetroffen ist, was damals zur demografischen Entwicklung und zur Rentenentwicklung fabuliert wurde. Die versprochen Renditen der privaten Altersvorsorge haben sich in Wohlgefallen aufgelöst und die Anbieter der Altersvorsorge jammern uns stattdessen die Ohren voll, weil sie ihre Versprechungen am liebsten nicht gemacht hätten. Weil sich die demografische Entwicklung partout nicht an die Prognosen gehalten hat, wurde inzwischen ein "demografisches Zwischenhoch" erfunden, um die Blamage der Fehlprognose zu verschleiern. Das Zwischenhoch soll angeblich bis maximal 2025 halten. Sollte das nicht der Fall sein, wird man wohl ein neues demografisches Zwischenhoch dafür verantwortlich machen, das sich aus dem Nichts ergeben hat.

Weil ein solcher Rückblick die Argumentation zum Zusammenbruch bringen würde, stilisiert RÖSER die Babyboomer lieber zu den Gewinnern der Rentenpolitik:

"Von der Rentenpolitik (...) profitieren (...) die Jahrgänge 1955 bis 1965, die sogenannten Babyboomer. Es handelt sich dabei um Jahrgänge, die mehrheitlich geschlossene Erwerbsbiografien vorweisen können und noch ganz andere Möglichkeiten hatten, für das Alter anzusparen."

Warum gerade die Jahrgänge 1955 (1,1 Millionen) bis 1965 (1,32 Millionen) von RÖSNER den Babyboomern zugerechnet werden, hat nichts mit Fakten zu tun, sondern ergibt sich aus der  der Argumentationslogik. In den Jahren 1966 bis 1968 wurden jeweils mehr Kinder geboren als im Jahr 1955.

Die Generation Golf (Jahrgang 1965 - 1975) stilisierte sich Anfang des Jahrtausends bekanntlich zur Verlorenen Generation und wurde dabei von den Mainstreammedien kräftig unterstützt. Als Gewinner der Bildungsexpansion und des Ausbaus des Wohlfahrtsstaats gelten dem Soziologen Berthold VOGEL die Jahrgänge bis Mitte der 1950er Jahre.

Möglichkeiten für das Alter anzusparen, gibt es erst seit 2001. Die damaligen hohen Renditen, die RÖSNER fabuliert, fielen der Inflation und dem Kaufkraftverlust zum Opfer. Ob die Generationen, die nach 1970 geboren wurden, zu den Verlierern zählen werden, das ist keineswegs ausgemacht.

Fazit: Die Demografie ist nicht unser Schicksal und die Entwicklung der Renten hängt keineswegs allein vom demografischen Wandel ab. Entscheidungen sollten getroffen werden, wenn sie erforderlich sind und nicht etwa als Vorgriff auf eine angeblich vorherbestimmte Zukunft. Der Versuch den Renteneintritt an die Lebenserwartung zu koppeln ist der Versuch durch postdemokratische Elemente die demokratische Willensbildung auszuhebeln.     

 
       
   

FROMME, Herbert (2018): Ergo verlagert Geschäft ins Internet.
Konzernchef Markus Rieß sieht Erfolge beim Umbau der Gruppe und will die Lebensversicherungen trotz aller Probleme der Branche behalten,
in:
Süddeutsche Zeitung v. 27.03.

 
       
   

BÖRSCH-SUPAN, Axel/ROTH, Markus/WAGNER, Gert G. (2018): Standardisierte Riester-Rente ist überfällig.
Standpunkt,
in:
Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 27.03.

BÖRSCH-SUPAN/ROTH/WAGNER propagieren für die Reform der kapitalgedeckten Altersvorsorge in Deutschland Schweden (AP7) und Großbritannien (NEST) als Vorbilder. Letztendlich geht es um eine Variante der "Deutschland-Rente", die deren Nachteile beseitigen soll.

 
       
   

WEHNER, Markus (2018): Versuchslabor Brandenburg.
Die SPD stürzt in der Mark ab. Es könnte zu einem Bündnis von CDU und Linkspartei kommen,
in:
Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 27.03.

 
       
   

HAAK, Sebastian (2018): Bloß nicht nach Lobeda?
Titelthema: In Jena ist es schwer, eine bezahlbare Wohnung zu finden - doch es gibt durchaus Möglichkeiten,
in:
Neues Deutschland v. 27.03.

Sebastian HAAK berichtet über den Wohnungsmarkt in Jena (rund 110.000 Einwohner), das als aufstrebende Stadt mit einem weiteren Wachstum um 10.000 Einwohner bis 2030 beschrieben wird. Ohne seine Plattenbausiedlungen Lobeda (rund 20.000 Einwohner) und Winzerla, deren Image verbessert werden soll, hätte Jena nicht den Rang einer Großstadt. 

HAAK, Sebastian (2018): Für zwölf Euro Kaltmiete in Jena.
Titelthema: Große Nachfrage nach exklusiven Wohnlagen,
in:
Neues Deutschland v. 27.03.

 
       
   

26.03.2018

 
       
   

DESTATIS (2018): Lebenserwartung für Jungen und Mädchen steigt weiter an,
in:
Pressemitteilung des Statistischen Bundesamts v. 26.03.

"Die Lebenserwartung in Deutschland ist erneut angestiegen: Sie beträgt nach der auf die aktuellen Sterblichkeitsverhältnisse bezogenen Sterbetafel 2014/2016 für neugeborene Jungen 78 Jahre und 4 Monate und für neugeborene Mädchen 83 Jahre und 2 Monate. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) weiter mitteilt, erhöhte sich die Lebenserwartung im Vergleich zur vorherigen Sterbetafel 2013/2015 für neugeborene Jungen und Mädchen um jeweils etwa 2 Monate.
Auch für ältere Menschen hat die Lebenserwartung weiter zugenommen. Nach der Sterbetafel 2014/2016 beläuft sich zum Beispiel die sogenannte fernere Lebenserwartung von 65-jährigen Männern mittlerweile auf 17 Jahre und 10 Monate. Für 65-jährige Frauen ergeben sich statistisch 21 weitere Lebensjahre. Im Vergleich zur vorherigen Sterbetafel 2013/2015 hat die fernere Lebenserwartung in diesem Alter damit bei den Männern um 1 Monat und bei den Frauen um 2 Monate zugenommen.
Auf der Ebene der einzelnen Bundesländer weist Baden-Württemberg bei beiden Geschlechtern die höchste Lebenserwartung Neugeborener auf: Für Jungen beträgt sie hier 79 Jahre und 6 Monate, für Mädchen 84 Jahre. Die niedrigsten Werte weisen mit 76 Jahren und 4 Monaten Jungen in Sachsen-Anhalt und mit 82 Jahren und 3 Monaten Mädchen im Saarland auf", meldet das Statistische Bundesamt.

 
       
   

MPIDR (2018): Wer arm ist, ist weniger gesund. Aber warum?.
Ab Montag will das pfälzische Pirmasens keine Asylbewerber mehr aufnehmen. Wie konnte es so weit kommen? Eine Geschichte von bemühten Erzieher*innen und einer überforderten Gemeinde,
in:
Pressemitteilung des Max-Planck-Instituts für demografische Forschung v. 26.03.

"In ihren Berechnungen konnten die Forscher bestätigen, dass sozioökonomischer Status und Gesundheit direkt miteinander zusammenhängen und sich gegenseitig beeinflussen - ein geringer sozioökonomischer Status geht meist mit einer schlechteren gesundheitlichen Verfassung einher, während Menschen mit einem höheren sozioökonomischem Status im Schnitt gesünder sind. Sie haben auch bestätigen können, dass der sozioökonomische Status sich über den Lebensverlauf hinweg verfestigt. Vor allem aber stellten sie fest, dass bei dem Übergang von Kindheit zu Erwerbsalter beide möglichen Kausalitätsrichtungen - also sowohl »social causation« (sozioökonomischer Status beeinflusst die Gesundheit), als auch »health selection« (Gesundheit beeinflusst den sozioökonomischen Status) - gleich wichtig waren. Interessanterweise blieb diese Situation aber nicht bestehen, sondern ändert sich beim Übergang vom Erwerbsalter zum hohen Alter. Hier überwiegt eindeutig der Einfluss des sozioökonomischen Status auf die Gesundheit. Mögliche Erklärungen seien, dass das Auftreten von Gesundheitsproblemen im Alterungsprozess ganz besonders abhängig von sozialen Faktoren ist, und dass sich bei Bezug von Rente die Gesundheit weniger auf den sozioökonomischen Status auswirken könne, so Hoffmann",

fasst die Pressemitteilung die Ergebnisse der Studie Pathways between socioeconomic status and health: Does health selection or social causation dominate in Europe? zusammen.

 
       
   

POHL, Detlef (2018): Welche Pensionskassen ihren Rechnungszins abgesenkt haben.
In den vergangenen Jahren haben mehrere Pensionskassen ihre Verrentungsfaktoren für künftige Beitragszahlungen abgesenkt. Dies bedeutet umso größere Rentenkürzungen ab dem Zeitpunkt des Inkrafttretens, je jünger die Anwärter sind. Jetzt wurden erstmals Namen genannt,
in:
versicherungsjournal.de v. 26.03.

 
       
   

SCHMITT-LUNAU, Christoph (2018): Kein Platz für mehr Flüchtlinge.
Ab Montag will das pfälzische Pirmasens keine Asylbewerber mehr aufnehmen. Wie konnte es so weit kommen? Eine Geschichte von bemühten Erzieher*innen und einer überforderten Gemeinde,
in:
TAZ v. 26.03.

Die Probleme der Stadt Pirmasens erkennt der Bahn-Reisende bereits am Hauptbahnhof. Das schicke Bahnhofsgebäude erweist sich an einem eiskalten Februartag als unzugänglicher Ort. An beiden Eingängen verweist ein handgeschriebenes Hinweisschild auf die andere defekte Tür:

Pirmasens Hauptbahnhof, Foto: Bernd Kittlaus 2018

"Vom Sorgenkind zum wahren Vorzeigeobjekt", erklärt uns eine PR aus dem Sommer 2014 das Erwachen des Bahnhofs aus dem Dornröschenschlaf. Gelobt wird das "gemeinsame Engagement und die Initiative von Bürgern, Unternehmen und der Stadt Pirmasens". Tatsächlich findet der Reisende an einem Samstagnachmittag Pirmasens als verschlafenes Kleinstädtchen vor. Die Fußgängerzone ist derart leer, dass dort die Autofahrer im Minutentakt zusammen mit Fußgängern flanieren.

Pirmasens Fußgängerzone am Samstagnachmittag, Foto: Bernd Kittlaus 2018

Die Neubauten mit klangvollen Namen wie "Dynamikum" sind für die wenigen Einwohner völlig überdimensioniert. An einem Samstagnachmittag erweckt die 40.000 Einwohnerstadt den Eindruck als ob hier nicht einmal 5.000 Einwohner leben würden: Eine seelenlose Steinwüste, die eher wie ein Museum wirkt.

"Lutherkita. Das Haus liegt unterhalb der klassizistischen Lutherkirche, am Rande der Kernstadt von Pirmasens. Der Stadtbezirk ist als sozialer Brennpunkt anerkannt",

beschreibt Christoph SCHMIDT-LUNAU die Problemkita. Die Lutherkirche befindet sich mitten in der Fußgängerzone:

Lutherkirche in der Pirmasenser Fußgängerzone, Foto: Bernd Kittlaus 2018

"Pirmasens ist beliebt bei Flüchtlingen, weil es hier viele freie Wohnungen und günstige Mieten gibt. Ende Februar hat die Stadt jedoch einen Zuzugsstopp verhängt (...). Die Stadt hat der rheinland-pfälzischen Integrationsministerin Anne Spiegel (Grüne) einen Zuzugsstopp für anerkannte Flüchtlinge und Asylbewerber abgerungen. (...):
Die entsprechende Anweisung an die Ausländerbehörden wurden am vergangenen Dienstag verschickt. Am Montag tritt er nun in Kraft, zunächst auf ein Jahr befristet. (...).
Pirmasens musste nach dem geltenden Schlüssel rund 570 Flüchtlinge unterbringen. Doch es sind inzwischen 1.300 angekommen, mehr als doppelt so viele",

berichtet SCHMIDT-LUNAU. Ohne die Migranten wäre die Fußgängerzone in Pirmasens am Samstagnachmittag noch leerer!

Pirmasens Schloßplatz am Samstagnachmittag, Foto: Bernd Kittlaus 2018

SCHMIDT-LUNAU berichtet über ein "Leuchtturmprojekt der Flüchtlingshilfe". Leuchtturmprojekt ist ein Wortungetüm aus dem Vokabular des Neoliberalismus, was offenbar nicht davor schützt, dass es inzwischen gedankenlos auf soziale Projekte übertragen wird. Der Siegeszug des Neoliberalismus und seiner Denkschablonen hat sich also längst im "Sozialarbeiterjargon" festgesetzt, der einst eine Domäne der Linken war. Leuchtturmprojekte sollen ähnliche Projekte nach sich ziehen. Was aber, wenn die Leuchttürme derart dysfunktional sind wie der Pirmasenser Hauptbahnhof? 

 
       
   

SIEVERS, Stefan (2018): Rentner in Arbeit.
Zahl der Beschäftigten im höheren Alter steigt,
in:
Frankfurter Rundschau v. 26.03.

Stefan SIEVERS berichtet über die kleine Anfrage der Grünen zu Probleme beim Übergang in den Ruhestand. Der Dritte Bericht zur Anhebung der Regelaltersgrenze auf 67 Jahre. Deren Status wird im Bundestag-Dokumentensystem immer noch als nicht beantwortet geführt (Stand: 28.03.2018). Mit Bezug auf den Spiegel zitiert SIEVERS aus der Antwort der Bundesregierung. Online heißt es beim Spiegel:

"Rund 1,42 Millionen Rentner gingen im Jahr 2016 in Deutschland einer Beschäftigung nach. Im Jahr 2000 hatte ihre Zahl noch bei 539.000 gelegen."

SIEVERS spricht einmal von Über-65-Jährigen und ein anderes Mal , dann von jenen jenseits der Altersgrenze, obwohl beides keineswegs identisch ist, wenn Vergleiche über den Zeitraum ab 2000 angestellt werden. Der steigende Anteil von Über-65-Jährigen, die arbeiten, lässt sich auch auf die Erhöhung des Renteneintrittsalters zurückführen, was bei SIEVERS unberücksichtigt bleibt. 

Seine Interpretation zum Grund Altersarmut untermauert SIEVERS mit Zahlen der Instituts für ozial-ökologischen Wirtschaftsforschung (ISW), einem Verein, der sich als Alternative zum neoliberalen Mainstream versteht:

"Nach Berechnungen des Instituts für sozial-ökologische Wirtschaftsforschung erhöhten sich die Renten in Westdeutschland von 2000 bis einschließlich 2015 um 18,29 Prozent. Im Osten um 25,98 Prozent. Im gleichen Zeitraum nahm die Teuerung aber um 26,73 Prozent zu, so dass die reale Kaufkraft der Renten sank."

Nimmt man die Rentenanpassungen gemäß Deutscher Rentenversicherung zur Hand, dann ergibt sich von 2000 bis 2015 eine Rentenerhöhung von 23,1 % im Westen und von 32,92 Prozent im Osten. Wie also kommt das ISW zu seinen Zahlen?

Im Kommentar Befristungen erleichtern fordert SIEVERS zum einen die Grundrente und zum anderen Hemmnisse bei der Beschäftigung Älterer abzubauen.  

 
       
   

25.03.2018

 
       
   

PEIKERT, Denise (2018): Damit es wahr ist.
Geburt, Ehe, Tod: Das Standesamt ist ständig zuständig. Die Beamten merken es deswegen als erstes, wenn sich etwas tut in der Welt. Und es tut sich ja immer so viel. Ein Besuch,
in:
Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung v. 25.03.

Denise PEIKERT berichtet über die Wichtigkeit von Bürokratie und Änderungen im Personenstandswesen (vormals Familienstandswesen!), die über Begriffsänderungen bis zu Lebenspartnerschaftsgesetz, Bekämpfung von Scheinvaterschaften und Ehe für alle reichen.

 
       
   

24.03.2018

 
       
   

STUCK, Silke (2018): Ein guter Fang.
Münchens dienstälteste Partnervermittlerin hat ihr Geschäft an eine Jüngere übergeben. Beide glauben: Kuppeln geht am besten auf die klassische Tour, trotz aller Dating-Apps. Nur die Kunden haben sich verändert,
in:
Süddeutsche Zeitung v. 24.03.

 
       
   
taz-Titelgeschichte: We love Frankfurt (Oder).
Ganz im Osten der Republik in Frankfurt (Oder) wurde ein 33-Jähriger Links-Grüner zum Oberbürgermeister gewählt. Wie sich eine Stadt neu erfindet

DAUM, Philipp (2018): Aufbruch Ost.
Ein links-grüner 33-Jähriger wurde Oberbürgermeister von Frankfurt an der Oder. Was man daraus für den Umgang mit der AfD lernen kann,
in:
TAZ v. 24.03.

"Vor einer Woche hat Frankfurt einen neuen Bürgermeister gewählt: René Wilke, aufgestellt von Linkspartei und Grünen. Mit 33 ist er der jüngste Oberbürgermeister Brandenburgs, und er ist der einzig der Linkspartei im Land seit 1990. (...).
Das alles passierte im Bundestagswahlkreis von Alexander Gauland, wo die AfD bei der letzten Bundestagswahl 22 Prozent holte und schon 2014 bei der Landtagswahl 19 Prozent",

stilisiert Philipp DAUM die Wahl zu einem geradezu heroischen Akt. GAULAND hatte nie einen Hauch der Chance den Bundestagswahlkreis 063 Frankfurt (Oder) – Oder-Spree zu gewinnen, denn der ist sicheres CDU-Terrain. Wie erwartet gewann ihn auch diesmal Martin PATZELT auch wenn der neoliberale Mainstream statt auf das Mantra der Alternativlosigkeit nun auf das Populismus-Mantra umgesattelt hatte Den Mythos eines Kopf-an-Kopf-Rennen hatte der Spiegel in die Welt gesetzt. Tatsächlich gewann die AfD ihre Direktmandate allesamt in von den Mainstreammedien völlig unbeachteten Wahlkreisen. So wurde z.B. der neue sächsische CDU-Ministerpräsident Michael KRETSCHMER eiskalt erwischt. Weil bei der Sachsen-CDU jedoch akute Personalnot herrscht, darf KRETSCHMER nun die sächsische CDU in die nächste Landtagswahl führen. Aber wer wählt schon einen rechten Epigonen, wenn das Original zur Verfügung steht?

DAUM schildert einen Imagewandel der Stadt von einer Nazi-Hochburg nach der Wende zu einer wachsenden Stadt:

"2016 aber geschah etwas Erstaunliches. Zum ersten Mal wurde die Stadt mehr und nicht weniger. Nach 25 Jahren, in denen mehr gestorben als geboren, mehr weggegangen als angekommen, mehr abgerissen als aufgebaut wurde, stand im Oktober 2016 ein positiver Saldo von 53 Einwohnern. Es waren Flüchtlinge in die Stadt gekommen."

Ausgerechnet in der Zeitung der Postwachstumsgesellschaft, wird das Bevölkerungswachstum zu einer Art Fetisch stilisiert.

Nach den aktuellen Zahlen des Amts für Statistik Berlin-Brandenburg von heute wurden in Frankfurt (Oder) im Jahr lediglich 496 Kinder geboren, gestorben sind dagegen 799 Einwohner, was ein Minus von 303 Einwohnern bedeutet. Ende 2016 lebten 101 mehr Menschen als zu Beginn des Jahres in der Stadt. Inwieweit Flüchtlinge für den Einwohnerzuwachs verantwortlich sind, geht aus den Daten nicht hervor. 

WILKE wird als neuer Typ Linker beschrieben, der für einen Kulturwandel steht und das Kunststück fertig bringen soll einen Aufschwung "mit möglichst wenig Geld" zu erreichen. Bürgerschaftliches Engagement ist das Zauberwort, das bisher von den Konservativen und Neoliberalen verwendet wurde. Linke sprachen dagegen von Zivilgesellschaft. Bürgerschaftliches Engagement steht für unbezahlte Arbeit, dort wo Märkte unrentabel sind, weil sich nicht die nötigen Profite erwirtschaften lassen.

Ob bürgerschaftliches Engagement das Zaubermittel ist, mit dem Gemeinden vor dem Abgrund gerettet werden können, darf bezweifelt werden. Denn irgendwann ist die Humanressource erschöpft, wenn die Infrastruktur und die kommunale und staatliche Organisation dysfunktional ist. Sind keine Erfolge sichtbar, dann ist die Enttäuschung danach umso größer!

 
       
   

BRAND, Florian (2018): Ostdeutscher Einzelgänger.
Rostock gilt als wirtschaftliches Zentrum des Nordostens und bewirbt sich um die Auszeichnung "Fair-Trade-City",
in:
Neues Deutschland v. 24.03.

 
       
   

NASSEHI, Armin (2018): Das letzte Fundament.
Debatte: Eine Antwort auf die Thesen Rüdiger Safranskis - und die seiner Gegner bei der Kulturlinken,
in:
Spiegel Nr.13 v. 24.03.

 
       
   

Das Single-Dasein in der Schweiz

BLEISCH, Barbara & Eva WEBER-GUSKAR (2018): Ist ein Kind heute noch zu rechtfertigen?
Die Debatte über eigenen Nachwuchs wirft interessante philosophische Fragen auf,
in:
Neue Zürcher Zeitung v. 24.03.

"In jüngster Zeit hat sich der Rechtfertigungsdruck teilweise verschoben: Die Frage an die Adresse junger Paare lautet in einigen Kreisen nicht mehr zwingend »Warum habt ihr keine Kinder?«, sondern ebenso oft: »Warum habt ihr überhaupt Kinder?«",

meinen BLEISCH & WEBER-GUSKAR. Sie meinen damit die Feuilletondebatten in den Mainstreamzeitungen, in denen sich die Minderheit der Akademikerinnen zu Wort melden. Die Mehrheit derjenigen, die Eltern werden, schlagen sich mit den Argumenten, die hier gewälzt werden, überhaupt nicht herum.

Die Kinderwunschforschung, in denen das ideale Paar ihr Wunschkind im gegenseitigen Einverständnis bekommt, ist eine akademische Kopfgeburt. Mit der Realität der Familiengründung hat das wenig zu tun. 

 
       
   

Die Altersvorsorge in der Schweiz in der Debatte

BRUNETTI, Aymo (2018): Heilige Kuh Rentenalter.
Gastkommentar: Reform der Altersvorsorge,
in: Neue Zürcher Zeitung
v. 24.03.

 
       
   

23.03.2018

 
       
   

KROHN, Philipp (2018): Rentenideen nur vom Staat?
Den Versicherern fällt nichts ein. Kommt die Deutschland-Rente, braucht sie keiner mehr,
in:
Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 23.03.

Anlässlich des Antrags von Hessen zur Deutschlands-Rente im Bundesrat setzt Philipp KROHN die Versicherungswirtschaft unter Druck, der er vorwirft, dass sie nur auf Paradigmenwechsel des Staates reagieren, statt selber Änderungen zu forcieren. Er droht damit, dass man bei Einführung einer Deutschland-Rente keine Lebensversicherer mehr brauchen würde. KROHN ist jedoch vorzuwerfen, dass er so tut, als ob die Paradigmenwechsel zum Vorteil der Kunden gewesen wären. Tatsächlich haben die Anbieter von Finanzleistungen ihre Interessen bei der Gesetzgebung durchaus zu Lasten der Kunden durchsetzen können! In Zukunft wird das nicht anders verlaufen.

 
       
   

LASCH, Hendrik (2018): Das Murmeltier im Kindergarten.
Nach 15 Jahren gibt es wieder Streit um den Kita-Ganztagsanspruch in Sachsen-Anhalt,
in:
Neues Deutschland v. 23.03.

 
       
   

DPA/ND (2018): Gebietsreform ohne Ende.
Thüringen: Landtag beschließt neue Rahmenbedingungen,
in:
Neues Deutschland v. 23.03.

 
       
   

LEITHOLD, Iris (2018): Das Henne-Ei-Problem der Kleinstädte.
Wie im mecklenburgischen Ludwigslust versucht wird, der Verödung der Innenstädte zu begegnen,
in:
Neues Deutschland v. 23.03.

"In Teilen der Ludwigsluster Innenstadt ist der Leerstand von Einzelhandelsgeschäften unübersehbar. Die knapp 13.000 Einwohner zählende Kommune im Südwesten Mecklenburg-Vorpommerns ist mit ihrem Problem nicht allein: Abgesehen von Lebensmittelmärkten, sind die Geschäfte des Einzelhandels im ganzen Land rückläufig",

berichtet Iris LEITHOLD über die Probleme des innerstädtischen Einzelhandels. Zur Rettung werden Möglichkeiten aufgezeigt, die von der Verkleinerung der Shopping-Zone bis zur Gastronomisierung reichen. Am Schluss wird auf den Einfluss eines geplanten Factory-Outlet Centers auf die umliegenden Innenstädte, zu denen Ludwigslust und Hagenow gehören, eingegangen.

 
       
   

SCHMELZER, Thomas (2018): Operation Mittelstand.
AfD: Die Rechtspopulisten wollen mit einem eigenen Forum gezielt Kleinunternehmer ansprechen. Helfen soll dabei ein bewährter Vertriebstrick,
in:
WirtschaftsWoche Nr.13 v. 23.03.

 
       
 

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Bernds@single-dasein.de Stand: 10. Mai 2018