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Medienrundschau:

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Medienberichte über single-dasein.de
 
 
 
   

News vom 22. - 30. November 2010

 
 
     
 
   

Zitat des Monats:

Kinder sind für Hochgebildete kein generelles Karrierehindernis

"Promovierte Frauen verzeichnen nach der Geburt von Kindern nur selten längere Erwerbsunterbrechungen und kehren rasch an den Arbeitsplatz zurück. Ein indirekt negativer Einfluss des Vorhandenseins von Kindern ergibt sich dadurch, dass längere Abwesenheiten vom Arbeitsmarkt und die bei Müttern häufige Teilzeitarbeit Karrierenachteile darstellen. Ein davon unabhängiger eigenständiger negativer Effekt von Kindern auf den beruflichen Erfolg promovierter Frauen ist allerdings nicht erkennbar. Zum Befragungszeitpunkt sind Mütter und Frauen ohne Kinder gleich häufig in Führungspositionen vertreten. Bei promovierten Männern wirkt sich das Vorhandensein von Kindern auf die berufliche Karriere positiv aus: Promovierte Väter generieren ein höheres Einkommen und steigen schneller in Führungspositionen auf. Von Kindern pauschal als Karrierehindernis bei Hochgebildeten zu sprechen, erscheint auf Basis dieser Ergebnisse als nicht gerechtfertigt."
(Frank Schubert & Sonja Engelage "Sind Kinder ein Karrierehindernis für Hochgebildete?", Zeitschrift für Soziologie, Heft 5, Oktober)

 
 
 
Ab sofort finden Sie auf der Website www.single-luege.de einen monatlichen Rückblick auf das Single-Dasein im Spiegel der Medien. Auf einer Seite übersichtlich zusammengefasst und verlinkt.

Den aktuellen Rückblick August 2010 finden Sie hier.

 
       
     
   
Aus Politik und Zeitgeschichte-Thema: Arbeitslosigkeit
 
   
  • NASSEHI, Armin (2010): Multikulturell sind wir schon ohne Einwanderer.
    Warum die Sehnsucht nach einer deutschen Leitkultur geradezu unpatriotisch ist,
    in: Süddeutsche Zeitung v. 29.11.
 
   
  • Kristina Schröder contra Alice Schwarzer

    • BRAUN, Stefan & Cathrin KAHLWEIT (2010): "Die Quote ist leistungsfremd!" - "Sie könnten mit Leistung überzeugen".
      Familienministerin Kristina Schröder und TV-Moderatorin Lisa Ortgies über die Feminismusdebatte und die Rolle des Staates bei der Gleichstellung - ein Streitgespräch,
      in: Süddeutsche Zeitung v. 29.11.
 
   
  • DIEZ, Georg (2010): Traktate der schlechten Laune.
    Der Kapitalismus ist ein Monster, das Internet macht dumm, die Leistungsgesellschaft führt in die Depression - viele Sachbücher dieses Herbstes erklären unsere Gesellschaft für krank. Es sind die Wutbücher eines aufgebrachten Bürgertums,
    in: Spiegel Nr.48 v. 29.11.
    • Anmerkungen:
      Georg DIEZ zählt Die Kunst, kein Egoist zu sein von Richard David PRECHT, Müdigkeitsgesellschaft von Byung-Chul HAN und Der kommende Aufstand zu den Wutbüchern eines aufgebrachten Bürgertums. Der Urheber dieser Traktate der schlechten Laune sieht DIEZ in Alain EHRENBERG und seinem Buch Das erschöpfte Selbst:

                  "Ehrenberg ist der Stichwortgeber all der antimodernistischen Traktakte der letzten Jahre. Er verbindet Kritik an Konsum, Kreativwirtschaft, Internet, Individualismus zu einem Bündel von Klischees, die zu Philosophie werden."
                  Nicht weniger klischeehaft ist aber, wenn DIEZ den sozialen bzw. demografischen Wandel zur Ursache der Wut erklärt:
                  "Dass diese Bücher gerade jetzt geschrieben, gekauft und gelesen werden, hat mit ganz realen Veränderungen zu tun, die zu eher irrealen oder zumindest wunschhaften Ausflüchten führen. Die alternde Gesellschaft, die Angst vor dem Abstieg der Mittelschicht, das Schwinden des Westens, das Outsourcing unserer Intelligenz an eine Maschine".
                  Weder demographischer Wandel noch sozialer Wandel sind neu. Ganz einfach wird es, wenn DIEZ behauptet "Angst steckt hinter diesen Versuchen, die Wirklichkeit zu reduzieren". Mit LUHMANN gesprochen könnte man auch sagen: Komplexitätsreduktion ist funktional und notwendig. Die Frage, die sich zu allererst stellt, ist doch die: Wie kann jemand im Spiegel, der eine treibende Kraft in allen diesen Angstdebatten ist, diesen Sachverhalt vollkommen ausblenden und sich dabei auch noch toll finden? Der Artikel ist in diesem Sinne Teil des Problems. Aufklärung geht anders.            
 
   
  • GERBER, Maria (2010): Wie liebt man richtig?
    In Kursen an der Volkshochschule lernen Teilnehmer die Kunst des Liebens. Single-Berater erklären, dass die Suche nach dem passenden Partner ein kompliziertes Unterfangen sein kann. Eins wird im Gespräch mit Experten schnell klar: Liebe ist harte Arbeit,
    in: Welt am Sonntag v. 28.11.
 
     
   
  • SCHULZ, Ole (2010): Gemeinsam statt allein.
    Sorgerecht: Nach Entscheidungen des Europäischen Gerichtshofs und des Bundesverfassungsgerichts steht eine gesetzliche Neufassung des Familienrechts an. Ob unverheiratete Väter dabei prinzipiell das gemeinsame Sorgerecht erhalten, ist allerdings noch ungewiss,
    in: TAZ Berlin v. 27.11.
 
     
   
  • SEIBT, Gustav (2010): Dem Bewahren, Schönen, Guten.
    Erst ging es nur um Nachhaltigkeit und Manufactum-Besteck. Dann war plötzlich die Rede von Schulreformen und Angst vor Überfremdung. Was bisher aussah wie Lifestyle, hat in Wirklichkeit den Boden bereitet für einen neuen Konservatismus. Wir wollen es nur nicht wahrhaben,
    in: SZ-Magazin Nr.47 v. 26.11.
    • Anmerkungen:
      "Seit einigen Jahren führen wir Demografiedebatten, Migrantendebatten und Sozialstaatsdebatten. Diese Themen bündelt das erfolgreichste politische Buch, das in der Geschichte der Bundesrepublik je erschien – Thilo Sarrazins Weckruf Deutschland schafft sich ab. Die um ihre breite Mitte kreisende Politik wurde kalt erwischt. Noch ist daraus keine politische Bewegung geworden, aber Sarrazins Forderungen werden die Parteien der Mitte so verändern, wie es auf der anderen Seite der kurzfristige Erfolg der Linkspartei auch tat",
      meint Gustav SEIBT.

                  "Um 2002 trat in unser Bewusstsein, dass wir eine alternde Gesellschaft sind", schreibt SEIBT, nur weil die SZ damals das Thema Demografischer Wandel verpennt hatte und dann stramm mit Niedergangsszenarien im Agenda-Mainstream mitmarschierte. Dummerweise wurde gerade in der FAZ der Untergang des Abendlandes abgeblasen. Und Frank SCHIRRMACHERs Methusalem-Komplett fällt mangels Substanz leider aus. Nach der Volkszählung dürfte die deutsche Demografiewelt sowieso völlig anders aussehen.
                  Die Debatte um den Geburtenrückgang könnte durch einen aktuellen Artikel von Olga PÖTZSCH in der Oktoberausgabe der ehemaligen Zeitschrift für Bevölkerungspolitik (neu: Comparative Population Studies) neuen Zündstoff erhalten, denn die in den 1950er Jahren geborenen Frauenjahrgänge haben - im Gegensatz zur hysterisch geführten Debatte des letzten Jahrzehntes - nur eine minimal höhere Geburtenrate als die Mitte der 1960er Jahre Geborenen erzielt: Der prominente Frauenjahrgang 1965 hat eine Geburtenrate von ca. 1,5 erzielt, während die 1955 Geborenen gerade einmal auf 1,6 kommen (siehe Tabelle 3, S.183). Es gibt in Deutschland bislang keinen einzigen Frauenjahrgang, der am Ende seiner reproduktiven Phase eine Geburtenrate von 1,3 erzielt hätte. Jene Zahl also, auf die sich die hysterische deutsche Debatte bezieht.
                  Am Ende könnten unsere Eliten à la Gustav SEIBT (Jahrgang 1959) und Frank SCHIRRMACHER (ebenfalls Jahrgang 1959) ganz schön alt aussehen mit ihren Prognosen. Denn womit ließe sich eine Debatte um Generationengerechtigkeit rechtfertigen, wenn sich die Kontrahenten in ihrem Geburtenertrag nur unwesentlich unterscheiden? Wer selber im Glashaus sitzt, sollte bekanntlich keine Steine werfen.  
 
     
   
  • FR-Tagesthema: Mama am Rande des Zusammenbruchs.
    Liebevolle Mutter, Karrierefrau, attraktive Partnerin - Frauen von heute sind im Stress. Sie stellen viel zu hohe Ansprüche an sich selbst, wie eine neue Studie,

    • HAMACHER, Sabine (2010): Schluss mit der Supermama.
      Studie widmet sich den deutschen Müttern,
      in: Frankfurter Rundschau v. 25.11.

    • ROTH, Eva (2010): Teilzeit und Minijobs.
      Die Jobsituation hat sich in den letzten Jahren geändert - aber keineswegs immer verbessert,
      in: Frankfurter Rundschau v. 25.11.

    • MÜLLER, Hildegard/ORTGIES, Lisa u.a. (2010): Arbeiten mit Kind,
      in: Frankfurter Rundschau v. 25.11.

 
     
   
  • HILDEBRANDT, Tina (2010): Mütter mobben.
    Andrea Nahles spricht offen über ihre Zukunft mit Kind - gut so,
    in: Die ZEIT Nr.48 v. 25.11.

 
   
  • Kristina Schröder contra Alice Schwarzer

    • MAYER, Susanne (2010): Die nackte Wahrheit.
      Das Kopftuch, der Streit um Alice Schwarzer, die Frauenfrage: Die Debatte schlägt immer neue Wellen. Woher kommt die Erregung? Ein Gespräch mit der Kulturwissenschaftlerin Christine von Braun,
      in: Die ZEIT Nr.48 v. 25.11.

    • GLOGER, Katja &  Andrea RITTER (2010): Frau Schwarzer, Sie sprechen den jungen Frauen die Selbstbestimmung ab. Ich? Nein. Im Gegenteil. Aber ich muss kritisieren dürfen.
      Verbittert? Von gestern? Sie doch nicht. Alice Schwarzer ist die Symbolfigur der Frauenbewegung. Und sie tut viel dafür, dass es auch so bleibt. Stets kämpferisch, gern provozierend spricht sie jetzt über ihre umstrittene Zusammenarbeit mit der "Bild"-Zeitung, über die "schwülstige Fantasie" einer Familienministerin und über Frauen auf High Heels, mit denen sie nur wenig Mitleid hat, 
      in: Stern Nr.47 v. 25.11.

 
   
  • STRECK, Michael/VOLLAND, Bernd/EISSELE, Ingrid (2010): Die richtigen Gene zum Glück.
    Dürfen Eltern auswählen, welches Erbmaterial ihre Kinder tragen? Deutschland diskutiert darüber, ob die sogenannte Präimplantations-Diagnostik erlaubt werden soll. Es geht dabei nicht nur um Embryonentests. Sondern auch um die Frage, wie der Mensch in ein Schicksal eingreifen darf, das er immer präziser voraussagen kann,
    in: Stern Nr.47 v. 25.11.

 
     
     
     
   
  • NOLTE, Dorothee (2010): Die Suche nach dem Richtigen.
    Tanzen lernen (2): Es gibt Singles und es gibt Tanz-Singles. Beide wollen nur eines: einen Partner finden. Denn auf dem Parkett harmoniert nicht jedes Paar. Da gibt’s nur eines: Mutig an die Börse gehen,
    in: Tagesspiegel Online v. 23.11.
 
   
  • SIEMS, Dorothea (2010): Großfamilien sind die Verlierer.
    Mit dem Elterngeld will die Politik für mehr Nachwuchs sorgen. Doch ausgerechnet Familien mit vielen Kindern werden benachteiligt - und klagen jetzt in Karlsruhe,
    in: Welt v. 23.11.
    • Anmerkungen:
      Dorothea SIEMS berichtet über geplante Klagen vor dem Bundesverfassungsgericht gegen das Elterngeld, das die kinderreiche Hausfrauenfamilie benachteilige. Die Überlegenheit der Hausfrauenfamilie gegenüber der Doppel-Karriere-Familie begründet SIEMS bevölkerungspolitisch anhand von Daten zur Kinderzahl der 1964 - 1968 Geborenen, die der Bevölkerungsforscher Jürgen DORBRITZ im September bei einer Konferenz vorgelegt hat (als PDF hier downloadbar). Demnach liegt die durchschnittliche Kinderzahl von Doppel-Karriere-Familien bei 1,0 (Westdeutschland) und 1,5 (Ostdeutschland) im Vergleich zur Hausfrauenfamilie von 2,1 (Westdeutschland) und 1,9 (Ostdeutschland).
 
   
taz-Tagesthema: Die Pflege-Schweinerei
 
     
   
  • CHARIM, Isolde (2010): Auf dem Terrain des Ressentiments.
    Politik und Emotion (2): Letzte Woche sind gleich an zwei prominenten Stellen Texte über Politik und Emotion erschienen. Das bringt mich dazu, eine alte Zeitungstradition wiederaufzunehmen: den Fortsetzungsroman - hier nun als die Fortsetzungskolumne,
    in: TAZ v. 23.11.
 
   
  • BEHER, Stefan/HILGERT, Christian/MÄMECKE, Thorben (2010): Kontaktgenerierung auf StudiVZ: Wie über Social Networking Platforms alte Freundschaften gepflegt und neue geschlossen werden,
    in: Österreichische Zeitschrift für Soziologie, Heft 3
 
     
     
     
     
   
  • Kristina Schröder contra Alice Schwarzer

    • VAN ACKEREN, Margarete & Ulrike PLEWNIA (2010): Was soll der Zickenkrieg?
      Wie Bundesfamilienministerin Kristina Schröder ihren Streit mit Alice Schwarzer sieht und was sie für Frauen und benachteiligte Jungs tun will,
      in: Focus Nr.47 v. 22.11.

 
     
     
     
   

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Bernd Kittlaus
Bernds@single-dasein.de Stand: 20. Dezember 2010