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Medienrundschau:

News zum Single-Dasein

 
   
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Medienberichte über single-dasein.de
 
 
 
   

News vom 19. - 30. September 2017: [19.09.] [20.09.] [21.09.]

 
 
     
 
   

Zitat des Monats:

Wie der Aktivierungsdruck in der Alterssicherung aufgrund der Probleme der privaten Altersvorsorge vermehrt zur  gesellschaftlichen Destabilisierung führt

"Die vorherrschenden Diskurse in den Leitmedien und in der politischen Öffentlichkeit verweisen (...) auf Angstmobilisierung. Im Zentrum stand und steht das Narrativ demografischer Lasten sowie die damit verbundene These von der Untragbarkeit erhöhter Soziallasten (auch für die gesetzliche Rentenversicherung) im globalisierten Standortwettbewerb. Der Tenor des Diskurses ging und geht (...) in Richtung Aktivierung: Die Menschen sollen nunmehr eigenständig nach (scheinbar) optimalen Möglichkeiten der Altersversorgung suchen; denjenigen, die nicht am Vorsorgemarkt tätig werden, wird - auch in der Werbung der Finanzbranche - mitgeteilt, dass sie im Ruhestand mit erheblichen Einkommensabstrichen rechnen müssen.
Zumindest teilweise greift das Aktivierungsregime: Mittlerweile sind weit über 16 Millionen Riester-Verträge abgeschlossen worden, wobei das Vertragsgeschäft seit einiger Zeit stagniert. Insbesondere Angehörige der Mittelschicht haben stark in die kapitalgedeckte Daseinsvorsorge investiert. Gleichzeitig stößt die massive (...) Aufforderung zum Engagement bei der privaten Vorsorge auf Glaubwürdigkeitsprobleme: Fehlende Leistungstransparenz, Bankenkrise und langfristige Zinsflaute vermitteln (...), dass dieses Alternativmodell hochgradig störanfällig ist. (...). Bode und Wilke beschreiben (...) verschiedene Formen der subjektiven Verarbeitung dieser Drucksituation (...).
Eine erste Option scheint hier die Flucht nach vorn: in die explizite Betonung individueller Selbstverantwortung. (...). Es finden sich auch Konstellationen, in denen die Aktivierung folgenlos bleibt (weil auf Vorsorge verzichtet wird). (...).
In anderen Fällen misslingt die Aktivierung »aufgrund vieler Meinungen und Diskussionen und einer (...) Grundunsicherheit (...)«. Man bleibt inaktiv, Angst hat hier eine lähmende Funktion. Besonders interessant ist eine vierte Form der Verarbeitung (...): Hier greift eine spezifische Verknüpfung von internalisiertem Aktivierungsdruck und diffusen Ohnmachtgefühlen."

(Sigrid Betzelt & Ingo Bode "Fatal funktional?" in der Zeitschrift Leviathan, Heft 2, S.209f.)

 
       
       
   

21.09.2017

 
       
   
FREITAG-Wochenthema: Nazis drin!
Was der Einzug der AfD in den Deutschen Bundestag bedeutet

KOPPETSCH, Cornelia(2017): Der Trost des Nationalismus.
Wahlkampf: Warum protestieren die Menschen gegen Flüchtlinge und nicht gegen kapitalistische Ausbeutung? Über Mobilisierungserfolge, die nicht irrational sind,
in:
Freitag Nr.38  v. 21.09.

Transnationalität gilt in der Soziologie seit einiger Zeit als Modebegriff, der die neoliberale Erzählung von Globalisierung und damit verbundenen Sachzwängen modernisieren soll. Cornelia KOPPETSCH deutet das Aufkommen der AfD in Deutschland als nachholende Modernisierung des Parteiensystems:

"Aus politikwissenschaftlicher Sicht ist Deutschland (...) lediglich ein Nachzügler einer Entwicklung, die in anderen westlichen Ländern schon weiter fortgeschritten ist."

KOPPETSCH beschreibt die neue Klassengesellschaft in Deutschland folgendermaßen:

"Zwischen dem transnationalen Oben aus Eliten und oberer Mittelschicht und dem transnationalen Unten befindet sich eine in den nationalen Wirtschafts- und Wohlfahrtsraum eingebundene Mittelschicht. (...). Doch dieser Teil der Mittelschicht verliert zunehmend seinen Einfluss auf die Geschicke des Landes. (...). Mittelschichtfraktionen spalten sich entlang ihrer wirtschaftlichen Verflechtungen in regionale, nationale oder transnationale Klassen. Denn auch die Trennlinie zwischen wachsenden Großstadtregionen und stagnierenden oder schrumpfenden peripheren Regionen (...) verändert das Gefüge sozialer Ungleichheiten nachhaltig."

Wie bereits bei Ulrich BECK, dessen Individualisierungsthese dem Neoliberalismus die Deutungsmacht zuschrieb, setzt diese These nun diese unsägliche Tradition das Gegebene als unausweichlichen Sachzwang zu deuten fort. Die politische Gestaltungsmacht wird geleugnet und stattdessen der Ohnmacht das Wort geredet. Heutzutage sind andere Erzählungen notwendig und darin liegt der Erfolg der AfD, was KOPPETSCH indirekt selber zugibt, wenn sie schreibt:

"Die tiefere politische Logik rechtspopulistischer Parteien besteht in dem Versprechen, die verlorene Symbiose zwischen Mittelschicht (dem Volk) und Nationalstaat wiederherzustellen. (...). Während Gewerkschaften die Mitglieder schwinden, verändern populistische Rechtsparteien das Tableau der politischen Auseinandersetzung. Welche Gruppen sollen überhaupt Teil der Gesellschaft sein?"

Nur übersieht dies, dass die AfD lediglich auf dem neoliberal zurechtgeschnittenen aktivierenden Sozialstaat aufbaut, den Rot-Grün ins Rollen gebracht hat. Die AfD setzt die rot-grünen Sozialschmarotzerkampagnen fort, nur dass sie diese auch noch entlang der Dichotomie Einheimische vs Zugezogene ausweitet. Längst haben die anderen Parteien der AfD die Deutungsmacht auf diesem Gebiet überlassen.

Fazit: Die AfD zu verteufeln ohne die eigene Rolle in diesem Spiel zu betonen, das spielt lediglich der AfD in die Hände!   

 
       
   

STEPPAT, Timo (2017): Marion, Herbert und die verlorene Hoffnung.
Jede Großstadt ha einen Bezirk, in dem besonders wenige Menschen zur Wahl gehen - auch Düsseldorf. Was fehlt den Menschen dort?
in:
Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 21.09.

"Garath ist kein einfacher Stadtbezirk. Hier leben besonders viele Kinder, besonders viele Alleinerziehende und besonders viele Migranten. Als man den Stadtteil in den fünfziger Jahren plante, herrschte Wohnungsnot. Große Architekten wurden engagiert, um die Stadt der Zukunft am Reißbrett zu entwerfen: In der Mitte verlaufen eine S-Bahn-Trasse und die Autobahn. Die Anbindung ist gut, in 15 Minuten ist man am Düsseldorfer, in 35 am Kölner Hauptbahnhof. (...). Weil man schon damals für unterschiedliche Zielgruppen baute (...) gibt es heute, wie die Leute hier sagen, »Akademiker-Garath«, »Armuts-Garath« und »Russen-Garath«. Viele, die im Nordosten des Stadtteils leben kommen aus den Staaten der ehemaligen Sowjetunion. (...). Wenn die Wahlbeteiligung im Bezirk insgesamt niedrig ist, ist sie in diesem Quartier noch niedriger. Bei der Landtagswahl hat zum Teil nur jeder Fünfte abgestimmt. Und von dieser kleinen Gruppe haben viele AfD gewählt, rund 20 Prozent. Auch die CDU hat das Potential erkannt und wirbt inzwischen gezielt um Russland-Deutsche",

beschreibt Timo STEPPAT den Stadtteil Düsseldorf-Garath. Nicht Verständnis für die Bewohner von benachteiligten Stadtteilen weckt STEPPAT, sondern er spielt die guten und die bösen Armen gegeneinander aus - eine Hierarchie innerhalb der Armen, die durch den Neoliberalismus in Deutschland durchgesetzt wurde und Ausdruck des aktivierenden Sozialstaats ist, der zwischen guten Niedriglöhnern und schlechten Sozialtransferempfängern die moralische Grenzlinie zieht. Diesem Diktat der Kommodifizierung werden zunehmend alle Bevölkerungsgruppen unterworfen. Sie prägen die neuen Konfliktlinien der neuen Sozialstaatlichkeit in Deutschland und anderswo in den neoliberalisierten Industriestaaten.

Erst im letzten Drittel des Artikels wird deutlich, um was es STEPPAT geht:

"Düsseldorfs Stadtregierung hat ein ambitioniertes Projekt für den Süden angeschoben. Garath 2.0. Für den 300 Seiten langen Bericht wurden Bürger befragt (...). Nun sollen EU-Mittel in den Stadtteil fließen. (...). Als in den siebziger Jahren Familien große Wohnungen von hundert Quadratmetern bezogen, sind die Eltern meistens geblieben, als die Kinder ausgezogen sind. Sie sind alt geworden. Auch das ist ein Grund, wieso der Stadtteil beinahe die Hälfte der Einwohner verloren hat. Jetzt sollen altersgerechte Wohnungen entstehen, und Studenten sollen Anreize bekommen, in das Viertel zu ziehen."

STEPPAT geht es im Grunde nicht um das Demokratiedefizit der benachteiligten Milieus, sondern in Wirklichkeit geht es um die Gentrifizierung eines verkehrsgünstig gelegenen Düsseldorfer Stadtteils.

 
       
   

GILLMANN, Barbara (2017): Miese Werte, gute Laune.
Grüne: Die Grünen wurden schon einmal als neue Volkspartei gefeiert. Das ist lange vorbei. Obwohl grüne Themen Hochkonjunktur haben, winkt der Ökopartei ein historisch schlechtes Ergebnis,
in:
Handelsblatt v. 21.09.

Barbara GILLMANN erzählt uns, dass sich Kerstin ANDREAE im Wahlkreis 281 Freiburg den Gewinn des Direktmandats zutraut. Tatsächlich besitzt in Freiburg der Erstplatzierte aus der CDU nur einen Vorsprung, aber gemäß election.de (Stand: 17.09.2017) nicht vor den Grünen, sondern vor der SPD. Es ist wohl eher der Versuch eine selbsterfüllende Prophezeiung in die Welt zu setzen. Dass das Handelsblatt dieses Gerücht der neoliberalen Grünen gerne verbreitet, wundert dagegen kaum.

GILLMANN baut Robert HABECK als neuen Hoffnungsträger der Grünen auf:

"Damals, 2010/2011 erreichten sie Werte von bis zu 25 Prozent. (...) Beflügelt schafften sie in zehn Bundesländern den Sprung in die Regierung, in Baden-Württemberg gar in die Staatskanzlei. (...). Die Wende kam zum Jahreswechsel 2016/17: Die Partei kürte statt Robert Habeck mit wenigen Stimmen Vorsprung Cem Özdemir zum Spitzenkandidaten neben Göring-Eckardt - es folgte eine lange Phase der Zerrissenheit.
Am Sonntag nun könnte das Ergebnis noch unter dem von 2013 liegen."

In den derzeitigen Umfragen liegen die Grünen mit 7 - 8 % hinter der Linkspartei (9 - 11 %). Das Handelsblatt hat auf Schwarz-Gelb gehofft, sieht jetzt aber die Felle dieser Option davon schwimmen. Da bleibt höchstens noch Schwarz-Gelb-Grün als Hoffnungsschimmer.

ANGER, Heike & Daniel DELHAES (2017): Volkspartei unter Druck.
SPD: In vielen Landstrichen kämpfen die Sozialdemokraten mit fundamentalen strukturellen Problemen. Die Partei muss sich neu erfinden,
in:
Handelsblatt v. 21.09.

ANGER & DELHAES kämpfen mit selektiver Interpretation von election.de-Umfragedaten gegen die SPD. Das Handelsblatt möchte offenbar verhindern, dass es erneut eine große Koalition gibt und macht deshalb die Chancen der SPD madig. Besonders deutlich wird dies, wenn lediglich der Münchener Wahlkreis 218 München-Ost betrachtet wird, obwohl die beiden chancenreichen Wahlbezirke für die SPD woanders liegen: nämlich im Norden und in Mitte-West. Auch in Nürnberg steht die SPD nicht auf ganz verlorenem Posten.

"Doch auch im Westen wackeln sicherer Wahlkreise. So tritt etwa der Gesundheitspolitiker Karl Lauterbach in Köln wieder direkt an. 2013 konnte er sich knapp durchsetzen. Nun aber kandidiert auch der internationl renommierte Kriminalbiologe Marc Benecke - für die Partei. »Er könnte den SPD-Kandidaten um die entscheidenden zwei bis drei Prozentpunkte bringen«, sagt Wahlforscher Moehl",

schreiben ANGER & DELHAES, denn prominente Opfer sichern die Aufmerksamkeit. LAUTERBACH tritt im Wahlkreis 101 Leverkusen - Köln IV an. 2013 gewann er mit nur 2 Prozent Vorsprung vor dem CDU-Kandidaten. Im Wahlbezirk 123 Gelsenkirchen soll angeblich der SPD-Kandidat durch die AfD gefährdet sein. Election.de (Stand 17.09.2017) sieht den Wahlkreis dagegen als sicher an. Die AfD ist dort nicht einmal als zweitplatziert aufgelistet.

Fazit: Seriöse Wahlberichterstattung sieht anders aus! 

 
       
   

KEIL, Lars-Broder (2017): Ein Vergleich mit Erika Steinbach passt ihr gar nicht.
WELT-Serie In großen Fußstapfen: Bettina Wiesmann (CDU) tritt im Wahlkreis der einstigen Vertriebenenchefin an. Von ihrer konservativen Vorgängerin setzt sich die vierfache Mutter nicht nur als Familienpolitikerin vollkommen ab,
in:
Welt v. 21.09.

Bettina WIESMANN will im Wahlkreis 183 Frankfurt a/M II die aus der CDU ausgetretene Erika STEINBACH beerben, die das Direktmandat die letzten 3 Mal gewann. Da sie auch über die Landesliste Platz 9 abgesichert ist, werden ihr von Lars-Broder KEIL gute Chancen auf den erstmaligen Einzug in den Bundestag eingeräumt. Election.de sieht für WIESMANN lediglich einen Vorsprung auf die SPD-Kandidatin Ulrike NISSEN.

 
       
   

FRITSCHE, Andreas (2017): Rathauschefin Püschel lehnt Kreisreform ab.
Brandenburg: Eisenhüttenstadts Bürgermeisterin Dagmar Püschel (Linke) stellt sich gegen die rot-rote Koaliton. Sie hat jetzt das Volksbegehren gegen die Kreisgebietsreform unterschrieben,
in:
Neues Deutschland v. 21.09.

 
       
   

GERLACH, Thomas (2017): Landrat Integration.
Götz Ulrich bekam Todesdrohungen. Trotzdem trimmte er seine Behörden auf Willkommenskultur. Der CDU-Mann ist überzeugt: Sein sich entvölkernder Kreis braucht Zuwanderung,
in:
TAZ v. 21.09.

Thomas GERLACH verfasst ein modernes Heldenepos über den Landrat des Burgenlandkreis in Sachsen-Anhalt.

"Eigentlich ist der ganze Burgenlandkreis ländlicher Raum. Während das Saaletal rings um Naumburg jede Menge Postkartenmotive bietet, dominiert weiter östlich Industrielandschaft. Tagebaue klaffen, ein Kohlekraftwerk glänzt am Horizont und von der Autobahn rollen Legionen von Schweinen direkt in eine schneeweiße Fleischfabrik. (...).
Das Land leert sich. »Wir verlieren 29 Prozent der erwerbsfähigen Bevölkerung bis 2030«, sagt Ulrich und blickt hinaus. Kann sein Kreis auf Zuwanderung verzichten?
Es gibt im Burgenlandkreis 5.600 EU-Migranten, allein 3.500 aus Polen, viele von ihnen arbeiten in der Fleischfabrik, viele wollen ihre Familien nachholen",

skizziert GERLACH knapp die Lage im Burgenlandkreis. Die Demografiepanik wird von Linken nicht bekämpft, sondern linke und rechte Vorstellungen schaukeln sich gegenseitig auf, ein fataler Prozess in dem die Demokratie auf der Strecke bleiben wird. Die Demografisierung gesellschaftlicher Probleme ist die Wurzel des Übels, aber alle politischen Meinungsführer kurieren nur an den Symptomen herum. Solange nicht die Demografisierung gesellschaftlicher Probleme als das Krebsgeschwür bekämpft wird, das das politische Klima in Deutschland vergiftet, solange wird es keinen Ausweg aus dieser Lage geben.  

 
       
   

HASELBERGER, Stephan & Hans MONATH (2017): Vor dem Sprung.
Mindestlohn, Rente mit 63 - als Arbeitsministerin hat sie getan, was sie konnte. Es genügt offenbar nicht. Bei der Wahl am Sonntag droht der SPD eine historische Niederlage. Und Andrea Nahles muss sich neu erfinden,
in:
Tagesspiegel  v. 21.09.

HASELBERGER & MONATH bauen Andrea NAHLES für den Fall, dass es nicht einmal mehr für einen Juniorpartner in der Großen Koalition reicht (unter 23 Prozent) als künftige Fraktionsvorsitzende auf. Totgesagte leben bekanntlich länger!

 
       
   

BUCHHOLZ, Boris (2017): Schwarz-Südwest.
Wahlserie Bezirk für Bezirk (11): Bei der Wahl zum Abgeordnetenhaus 2016 verlor die CDU in Steglitz-Zehlendorf fast elf Prozentpunkte - wird Spitzenkandidat Thomas Heilmann die Trendwende schaffen?
in:
Tagesspiegel v. 21.09.

"Alle Meinungsforschungsinstitute sehen den CDU-Direktkandidaten (...) Thomas Heilmann als nächsten Steglitz-Zehlendorfer Bundestagsabgeordneten. (...). Dass Heilmann so oder so im nächsten Bundestag Platz nehmen kann, ist relativ sicher. Er steht auf Platz vier der Landesliste. Finckh-Krämer kann auf den Weg über die SPD-Liste (Platz 7) nicht zählen", meint Boris BUCHOLZ zum Berliner Wahlkreis 79 Steglitz-Zehlendorf.

 
       
   

20.09.2017

 
       
   
FRANKFURTER RUNDSCHAU-Titelgeschichte: Heimat ohne Aussicht.
Keine Arbeit, wenig Menschen, null Perspektiven: In der Provinz sterben die Dörfer. Ein Besuch beim Wahlvolk im Sauerland und in der Oberlausitz

HONNIGFORT, Bernhard (2017): Die Abgehängten.
Die meisten Deutschen leben in der Provinz. Im Wahlkampf spielt diese aber keine Rolle. Ortstermine in Ost und West,
in:
Frankfurter Rundschau v. 20.09.

Ein Besuch beim Wahlvolk bietet uns Bernhard HONNIGFORT nicht, sondern er lässt nur den Bürgermeister von Altena in Nordrhein-Westfalen (Märkischer Kreis) und die Bürgermeisterin von Seifhennersdorf in Sachsen (Landkreis Görlitz) ihr Leid klagen und gibt ihnen Gelegenheit sich als Gestalter zu profilieren. Man hätte sich deshalb eine weniger einseitige Perspektive gewünscht.

"Andreas Hollstein (...) ist Bürgermeister von Altena im Sauerland. 54 Jahre alt, CDU (...).
Seit 1999 ist er Bürgermeister einer Stadt, die wie keine andere in Westdeutschland zusammengeschrumpft ist. Altena hatte 1970 34.000 Einwohner, heute 17.000 Einwohner. (...). Die Arbeit verschwand, die Leute zogen weg, die Kaufkraft brach ein, die Hauspreise gingen in den Keller. Ein Wandel, der ein Niedergang war. (...) Seine Stadt steht seit 22 Jahren unter Finanzaufsicht, sie hat 80 Millionen Euro Schulden",

erzählt uns HONNIGFORT. Nicht erzählt wird dagegen, dass viel Fördergeld in die Stadt gepumpt wurde, um Altena zum "Leuchtturmprojekt" in der Provinz zu stilisieren. Gemäß Wikipedia hatte Altena 1970 nur 32.000 Einwohner und sie ist auch nur die am schnellsten schrumpfende Gemeinde in Nordrhein-Westfalen, ob das identisch ist mit der am schnellsten schrumpfenden Gemeine in Westdeutschland, das wäre deshalb zu überprüfen.

"Mehr als die Hälfte der 82 Millionen Deutschen wohnt in Kleinstädten und Dörfern, nicht in Metropolen wie München, Frankfurt, dem Ruhrgebiet, Hamburg, Berlin oder Leipzig",

behauptet HONNIGFORT. Eine vor kurzem veröffentlichte Studie zu den Wohnverhältnissen in Deutschland kommt dagegen für das Jahr 2014 zu ganz anderen Ergebnissen. Demnach lebten 2014 von den ca. 81, 2 Millionen Menschen nur 33,6 Millionen in Kleinstädten und Landgemeinden (vgl. 2017, S.18, Tabelle 1). Nur wenn man die Provinz als wertenden Begriff und damit als Gegenbegriff zu den Metropolen versteht, könnte man HONNIGFORT zustimmen. Manche sehen ja nicht einmal Berlin als Metropole! Nur: Mit Empirie hat das dann nichts zu tun.

HONNIGFORT kennt zudem beim demografischen Wandel nur das neoliberale Privatinstitut von Reiner KLINGHOLZ, der noch vor ein paar Jahren das Prämieren von Wegzügen aus kleinen Dörfern forderte. Die Gleichwertigkeit von Lebensverhältnissen will KLINGHOLZ wie unnötigen, politischen Ballast abwerfen. Von daher ist der Zorn der Bevölkerung - vor allem in Ostdeutschland - durchaus verständlich.

"650 Kilometer östlich von Altean liegt Seifhennersdorf in der Oberlausitz, 3.800 Einwohner. Nur noch. 1990 waren es mehr als 7.000 (...). 150 Menschen minus pro Jahr, das war etwa der Schnitt bislang."

Die parteilose Bürgermeisterin Karin BERNDT wird uns als erfolgreiche Kämpferin gegen die Schließung der Oberschule präsentiert.

"Jedes Jahr lässt sie drei Häuser in der Stadt abreißen. Dafür sei Fördergeld da, für eine Umnutzung oder für eine Instandhaltung nicht",

klagt BERNDT. Eine solche Politik zur Stabilisierung der Häuserpreise ist mitverantwortlich für die heutige Wohnungsnot in den Großstädten, denn aufgrund gravierender Fehlprognosen galt Deutschland als endlos schrumpfendes Land. Und Journalisten wie HONNIGFORT verkünden weiterhin, dass "das Altern und Schrumpfen der Bevölkerung" unser einziges Problem sei. Ob Deutschlands Bevölkerung jedoch überhaupt schrumpfen wird, ist längst nicht sicher und die Alterung der Bevölkerung ist im Vergleich mit anderen Staaten keineswegs so drastisch wie das in Deutschland behauptet wird.  

 
       
   

HASCHNIK, Gregor (2017): Tauber tritt als Favorit an.
Wahlkreis 175 Main-Kinzig - Wetterau II - Schotten: Herausforderungen für ländlichen Raum sind prägendes Thema im Wahlkampf,
in:
Frankfurter Rundschau v. 20.09.

Der Wahlkreis 175 Main-Kinzig - Wetterau II - Schotten zeigt, dass wachsende und schrumpfende Gemeinden ganz eng beieinander liegen können, d.h. der demografische Wandel ist eine Frage der Politik und nicht eine Frage von demografiebedingten Sachzwängen. Der Wahlkreis ist wie so viele Wahlkreise in Deutschland ein sicherer Hort der CDU. Die Doppelabsicherung über Listenplätze führt dazu, dass die Politiker im Grund eine ruhige Kugel schieben können, statt sich mit den Wählern auseinandersetzen zu müssen. Im Wahlkreis 175 sind insbesondere der CDU-Kandidat Peter TAUBER und wahrscheinlich auch die SPD-Kandidatin Bettina MÜLLER (Listenplatz 8) zusätzlich abgesichert.   

FATHEYAN, Shara (2017): Deutschland, deine Wahlkreise.
Rund 61,5 Millionen Deutsche sind zur Bundestagswahl an diesem Sonntag aufgerufen. Sie können sich ihre Volksvertreter aus 4828 Kandidaten aussuchen. Gewählt wird in bundesweit 299 Wahlkreisen. Die FR zeigt, welche davon besonders typisch oder untypisch sind - und wie sie politisch ticken,
in:
Frankfurter Rundschau v. 20.09

Shara FATHEYAN stellt 5 Wahlkreise vor, um spezielle Aspekte von Wahlkreisen herauszuheben: 15 - Greifswald III - AfD; 51 - Helmstddt-Wolfsburg; 55 - Bremen II: hohe Arbeitslosigkeit; 68 - Harz: Nichtwähler; 77 - Berlin-Reinickendorf: Der Bundesdurchschnitt.

"Nervös blickt die Politik besonders auf Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen-Anhalt und NRW, wo der AfD zugetraut wird, einzelne Wahlkreise zu gewinnen und einen Direktkandidaten in den Bundestag zu entsenden",

behauptet FATHEYAN. Election.de sieht das anders. In NRW wird die AfD in keinem einzigen Wahlkreis als zweitplatziert ausgewiesen (als Sieger schon gar nicht!). Die größten Chancen auf ein Direktmandat bestehen in Sachsen-Anhalt, mit Abstrichen auch in Berlin. Man darf also gespannt sein, ob der Mainstreamjournalismus Recht hat oder doch eher die Meinungsforscher. Der Verweis auf AfD-Mandate bei Landtagswahlen ist insofern problematisch, weil die Bundestagswahlkreise meist nicht identisch mit den Wahlkreisen bei Landtagen sind, aber das hindert Mainstreamjournalisten nicht davor, Ängste vor der AfD zu schüren, wo keine angebracht sind. Das Anliegen ist klar: Die Wählerschaft der anderen Parteien soll mobilisiert werden, um einen Phantomgegner zu schlagen..

 
       
   

STAIGER, Martin (2017): "Die Durchschnittsrente liegt im Westen bei gut 1375 Euro".
Phrasendrescher: CDU-Politiker Karl-Josef Laumann sagt, in der Debatte über Altersarmut würden Probleme herbeigeredet. Immerhin betrage die "Durchschnittsrente" im Westen "gut 1375 Euro" und im Osten "gut 1300 Euro". Stimmt das?
in:
Frankfurter Rundschau v. 20.09.

Martin STAIGER überprüft eine Aussage des CDU-Politikers Karl-Josef LAUMANN in der Sendung Illner intensiv. Die FR macht damit Werbung für die Website journalistico.com von FR-Autor Daniel BAUMANN. Solche Faktenchecks sollen so genannte Fake-News entlarven, sind jedoch hochproblematisch, weil meist keine Fakten überprüft werden, sondern normative Begriffe in Kennzahlen bzw. ganz spezielle Aussagen übersetzt werden, um sie dann als richtig oder falsch zu bewerten.

Ist z.B. der Begriff "Gerechtigkeit" ein Faktum? Jedenfalls wird er von BAUMANN so behandel, denn sonst würde es sich ja nicht um einen Faktencheck handeln! Unter Gerechtigkeit kann jedoch ziemlich viel verstanden werden - sogar vollkommen Widersprüchliches. Welchen Sinn macht es also die Meinung, dass es in Deutschland ungerecht zugehe, zu überprüfen? Man müsste dann zuerst einmal klären, welche Umfragen den Begriff mit welchen Fragen in Verbindung gebracht werden. Die Mehrheit kann sehr wohl der Meinung sein, dass es in Deutschland ungerecht zugehe. Ein Spitzenverdiener kann das Steuersystem ungerecht empfinden, ein Niedriglöhner die schlechte Bezahlung. Nur wer den Begriff stark eingrenzt, wird zum Ergebnis kommen, dass die Mehrheit der Meinung ist, dass es gerecht zugehe. Was aber bringt diese Art von Faktencheck? Die Schlussfolgerung von BAUMANN ist dann auch banal:

"Die vorliegenden Beispiele zeigen, wie sehr Umfrageergebnisse von der Fragestellung, den Antwortmöglichkeiten und zum Beispiel auch dem jeweiligen politischen Kontext abhängen. Letztlich geht es darum, von welcher Umfrage man glaubt, dass sie die Einstellungen der Menschen am besten erfasst."

BAUMANN meint, dass er der CDU der "Irreführung" überführen kann. Jemand, der meint, dass es in Deutschland ungerecht zugehe, der wird den CDU-Slogan dämlich finden. Andere werden sich dagegen in ihrer Meinung bestätigt fühlen. Nur mit Faktencheck hat das nichts zu tun. Dazu müssten ganz konkrete Aussagen überprüft werden, aber keine dehnbaren Begrifflichkeiten wie "Gerechtigkeit"! Da ist das Beispiel von STAIGER in der FR (und hier ausführlicher auf der Website) wesentlich geeigneter, um falsche Darstellungen zu entlarven.

 
       
   

STUMBERGER, Rudolf (2017): Wahlmüde Arbeitslose.
Auch in München gehen prekäre Verhältnisse mit geringer Wahlbeteiligung einher,
in:
Neues Deutschland v. 20.09.

"Milbertshofen, ein traditionelles Arbeiterviertel im Münchner Norden. 2013 lag hier die Wahlbeteiligung mit 61,5 Prozent am niedrigsten in der ganzen Stadt. Dafür ist hier die Arbeitslosigkeit und die Zahl der Hartz-IV-Empfängr hoch. Was daraus folgt? Die sozial Abgehängten gehen nicht mehr wählen, so sinngemäß das Fazit einer Studie der Bertelsmann-Stiftung (...). Jetzt ist 2017 und am 24. September ist wieder Bundestagwahl und Milbertshofen heiß umkämpft",

schildert Rudolf STUMBERGER die Ausgangssituation. Es geht jedoch nicht um Milbertshofen, sondern um den Wahlkreis 217 München-Nord, in dem Bernhard LOOS (CSU) seinen Vorgänger Johannes SINGHAMMER beerben möchte.

"Das Direktmandandat des Wahlbezirks München-Nord - zu dem auch Milbertshofen gehört - ist heiß umkämpft, denn manchmal kommt hier die CSU und manchmal die SPD zum Zug. (...). Der Wahlbezirk (...) so so der einzige Wahlkres in ganz Bayern, bei dem die SPD eine realistische Chance auf ein Direktmandat bei der Bundestagswahl am 24. September hat",

meint STUMBERGER. Gemäß election.de (Stand: 17.09.2017) ist der Sieg des CSU-Kandidaten nicht nur in München-Nord, sondern auch im Wahlkreis 220 München West-Mitte nur wahrscheinlich, aber nicht sicher. In beiden Münchener Wahlkreisen liegt der SPD-Kandidat an zweiter Stelle. Auch in den Wahlkreisen 224 Nürnberg-Nord und 225 Nürnberg-Süd gibt es eine solche Konstellation. In allen diesen vier bayerischen Großstadt-Wahlkreisen könnte es ein SPD-Kandidat schaffen, wenngleich die Chancen sehr gering sind.

 
       
   

SCHEFFER, Ulrike (2017): Jenseits vom Biomarkt.
Wahlserie Bezirk für Bezirk (10): In Pankow - der drittgrößten Großstadt Ostdeutschlands - wird die Wahl zwischen Linken, CDU und SPD entschieden. Grün ist hier nur Prenzlauer Berg,
in:
Tagesspiegel v. 20.09.

"Zweimal schon hat Stefan Liebich von der Linken in Pankow die Wahl für sich entschieden. (...). Doch sicher scheint ein dritter Sieg des linken Realos und Außenpolitikers nicht zu sein. (...). Spannend ist vor allem wie sich Gottfried Ludewig von der CDU schlagen wird. (...). Doch auch SPD-Kandidat Klaus Mindrup, der 2013 auf dem dritten Platz landete, ist nicht ganz aus dem Rennen", meint Ulrike SCHEFFER zum Berliner Wahlkreis 76 Pankow.

 
       
   

STURM, Daniel Friedrich (2017): Die Führungsreserve steht schon bereit.
Nach der Bundestagswahl dürfte bei den Sozialdemokraten ein Generationswechsel anstehen. Gute Aufstiegschancen haben die Abgeordneten Michelle Müntefering und Lars Klingbeil,
in:
Welt v. 20.09.

Die Bundestagswahl ist noch nicht vorbei und die Mainstreammedien zerlegen bereits fleißig das Fell des Bären. Michelle MÜNTEFERING, Direktkandidatin im Wahlkreis 141 Herne - Bochum II, und Lars KLINGBEIL, Direktkandidat im Wahlkreis 035 Rotenburg I – Heidekreis, werden von Daniel Friedrich STURM zum letzten Aufgebot ihrer Partei stilisiert. Während jedoch das Direktmandat von MÜNTEFERING sicher ist, liegt KLINGBEIL derzeit hinter der CDU-Kandidatin Kathrin RÖSEL, die als Nachrückerin den Wahlkreis von Reinhard GRINDEL beerben will. 

 
       
   

Der Referentenentwurf zur Sozialversicherungs-Rechengrößenverordnung 2018 in den Medien

CREUTZBURG, Dietrich (2017): Gutverdiener müssen künftig mehr Sozialabgaben zahlen.
Beitragsbemessungsgrenze steigt um bis zu 150 Euro,
in:
Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 20.09.

Dietrich CREUTZBURG nutzt die Veröffentlichung des Referentenentwurfs, um die Vorstellungen der Parteien zur Änderung der Stellschraube "Beitragsbemessungsgrenze" zu präsentieren. Die FAZ hofft offenbar darauf noch ein paar Stimmen von Gutverdienern für die CDU/CSU/FDP-Koalition gewinnen zu können, denn diese Koalitionsoption könnte sich bald als eine Fata Morgana erweisen. 

 
       
   

KÖCHER, Renate (2017): Spannung auf der Zielgeraden.
Nur wenige halten den Wahlkampf für interessant. Dabei stimmt jeder Fünfte für eine der zwei Parteien, die dem politischen System misstrauen,
in:
Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 20.09.

Dem politischen System misstrauen nicht etwa die Neoliberalen, die die Demokratie durch eine Expertokratie ablösen wollen, sondern in den Augen des konservativen Meinungsforschungsinstituts die AfD und die Linkspartei.

"Die Chancen für eine schwarz-gelbe Koalition sind in den letzten Wochen gesunken, eine schwarz-grüne Koalition ist noch wesentlich unwahrscheinlicher",

bedauert KÖCHER. Die Deutung der Ergebnisse ihres Instituts muss man als Mobilisierungsversuch deuten, der auf die potenziellen Befürworter einer schwarz-gelben Koalition abzielt. Denn nur so lässt sich die dreiste Umdeutung erklären durch die eine schwarz-gelbe Koalition zur Option stilisiert wird, die die "meisten" befürworten. Tatsächlich jedoch sind 64 % gegen eine schwarz-gelbe Koalition, 17 % machen keine Angaben und nicht einmal ein Viertel der Bevölkerung würde eine solche Koalition begrüßen. Und welch ein Wunder: es sind vor allem die CDU/CSU/FDP-Wähler, die das so sehen!

"Es ist bemerkenswert, das der Zuwachs für die AfD überhaupt nicht zu Lasten der Linken geht, sondern primär zu Lasten der Chancen beider Volksparteien",

erklärt uns KÖCHER. Bemerkenswert ist eher, dass bei Allensbach die FDP mit 11 % als drittstärkste Partei gesehen wird - vor AfD und Linkspartei. Das sieht nur die Gesellschaft für Markt- und Sozialforschung (GMS) auch so. Die Forschungsgruppe Wahlen sehen FDP und Linkspartei gleichauf. Alle anderen Institute sehen die FDP derzeit lediglich zwischen 9 und 10 % - nicht aber als dritte Kraft. Infratest Dimap, Emnid und YouGov sehen die AfD als drittstärkste Kraft.

Wenig verwunderlich auch, dass die Themenwahl der Parteien (und deren selektive Weiterverbreitung durch die Medien nicht zu vergessen!) als Mangel betrachtet wird. Allensbach hütet sich jedoch davor jene Themen zu benennen, die den Wählern fehlen.     

 
       
   

STREIT, Matthias (2017): Pflegeheime als Anlageobjekte.
Der Markt für Pflegeimmobilien prosperiert. Die Renditen sind vergleichsweise hoch. Doch birgt ein Investment auch zahlreiche Risiken,
in:
Handelsblatt v. 20.09.

"Bis 2030 könne die Zahl der Pflegebedürftigen von 2,6 Millionen im Jahr 2015 um mehr als ein Drittel auf 3,5 Millionen ansteigen, prognostiziert das Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung. Bis dahin erkennt der Immobiliendienstleister CBRE einen zusätzlichen Bedarf von 340.000 Pflegeapartements. Weitere 210.000 müssten modernisiert werden", erklärt uns Matthias STREIT die Entwicklung im Pflegeheimsektor.

 
       
   

ÖCHSNER, Thomas (2017): Große Versprechen.
SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz kündigt im Kampf gegen Altersarmut die Solidarrente an. Grüne und Linke fordern eine neue Mindestrente. Doch solche Reformen durchzusetzen, wird schwierig und teuer,
in: Süddeutsch
e Zeitung v. 20.09.

Thomas ÖCHSNER greift ein Versprechen heraus, das Martin SCHULZ im Rahmen der ARD-Sendung Wahlarena am Montag gemacht hat, um die verschiedenen Modell der Parteien zur Bekämpfung der Altersarmut vorzustellen.

"Altersarmut war bislang nicht das ganz große Thema im Bundestags-Wahlkampf. Das aber ärgert offenbar viele Bürger. Fast zweit Drittel sind überzeugt, dass die Parteien dem Rentensystem im Wahlkampf zu wenig Bedeutung beimessen, zeigt eine Umfrage im Auftrag des Deutschen Instituts für Altersvorsorge",

erzählt uns ÖCHSNER in einer dieser Mainstreamzeitungen, die um jeden Preis einen Renten-Wahlkampf verhindern wollten. YouGov fand ebenfalls heraus, dass die Rente im Wahlkampf zu kurz kam. Stattdessen wurde der AfD in die Hände gespielt und deren Themen in den Mainstreamzeitungen auf die Agenda gesetzt. Sollte die AfD also weit mehr Stimmen erhalten als in den Umfragen erwartet, dann tragen dafür die Medien die Hauptschuld!

 
       
   

MÜHLAUER, Alexander (2017): Albtraum im Élysée.
Warum Emmanuel Macron und andere Regierungschefs in der EU befürchten, dass Angela Merkel künftig mit der FDP regiert,
in: Süddeutsch
e Zeitung v. 20.09.

 
       
   

Die Altersvorsorge in der Schweiz in der Debatte

RÜTTI, Nicole (2017): Arbeiten bis ins hohe Alter wird unattraktiv.
Rentenreform setzt falsche Anreize,
in:
Neue Zürcher Zeitung v. 20.09.

 
       
   

19.09.2017

 
       
   
NEUES DEUTSCHLAND-Titelgeschichte: Deutschland sieht schwarz.
Bei der Bundestagwahl können CDU und CSU den Großteil der Wahlkreise gewinnen

WICHMANN, Moritz (2017): Die schwarze Republik.
Prognose zur voraussichtlichen Zahl der Direktmandate zeigt die Dominanz der Union,
in:
Neues Deutschland v. 19.09.

Moritz WICHMANN präsentiert die Wahlkreisprognose von eclection.de (Stand: 17.09.2017). Im Vergleich zur Prognose vom 10.09.2017 ist die CDU/CSU in der Gunst der Wähler abgerutscht, was im Artikel nicht deutlich wird, weil dort die Dominanz der CDU/CSU das Thema ist. Aus der nachfolgenden Übersicht sind die Unterschiede dreier Wahlkreisprognosen ersichtlich:

Partei Handelsblatt election.de
(10.09.17)
eclection.de
(17.09.17)
Union sicher 159 158 138
  wahrscheinlich 51 53 62
  Vorsprung 38 40 47
SPD sicher 5 4 4
  wahrscheinlich 15 16 16
  Vorsprung 26 23 27
Linke sicher 2 2  
  wahrscheinlich 1 1 2
  Vorsprung 1 1 2
Grüne sicher      
  wahrscheinlich      
  Vorsprung 1 1 1

Für die Wahlkreise in Berlin ist ein Vergleich mit wahlkreisprognose.de möglich. Das Ergebnis zeigt die folgende Übersicht:

Kandidat/in (Partei) Wahlkreis election.de
(17.09.2017)
wahlkreisprognose.de
(Stand 16.09.2017)
HÖGL, Eva
(SPD)
075 Mitte Vorsprung
(10.09.: V.)
24,5 Prozent
(Vorsprung: 5,5 %)
(11.09.: 26,5 Prozent
(Vorsprung: 6,5 %)
LIEBICH, Stefan (Linke) 076 Pankow Vorsprung
(10.09.: V.)
28,0 Prozent
(Vorsprung: 8,0 %;
11.09.: 7,5 %)
STEFFEL, Frank (CDU) 077 Reinickendorf wahrscheinlich
(10.09.:sicher)
38,0 Prozent
(Vorsprung 12 %)
(11.09.: 38,5 Prozent;
Vorsprung 11 %)
SCHULZ, Swen
(SPD)
078 Spandau-Charlottenburg Nord - (11.09.: 35,0 Prozent;
Vorsprung 0,5 %)
WEGNER, Kai
(CDU)
Vorsprung
(10.09.: V.)
34,0 Prozent
(Vorsprung 0,5 %)
HEILMANN, Thomas
(CDU)
079 Steglitz-Zehlendorf wahrscheinlich
(10.09.: w.)
36,0 Prozent
(Vorsprung: 10 %)
(11.09.: 38,0 Prozent;
Vorsprung 10,5 %)
GRÖHLER, Klaus-Dieter
CDU)
080 Charlottenburg-Wilmersdorf Vorsprung
(10.09.: V.)
32,5 Prozent
(Vorsprung  4,5 %;
11.09. 3,5 %)
LUCZAK, Jan-Marco
(CDU)
081 Tempelhof-Schöneberg wahrscheinlich
(10.09.: w.)
31,5 Prozent
(Vorsprung 8 %;
11.09.: 6,5 %)
SCHWARZER,
Christina (CDU)
082 Neukölln gleichauf 0,0 Prozent
(beide 28 %)
FELGENTREU, Fritz
(SPD)
11.09.
Vorsprung
11.09: 29 Prozent
(Vorsprung 1 %)
BAYRAM, Canan
(Grüne)
083 Friedrichshain-Kreuzberg, Prenzlauer Berg Ost Vorsprung
(10.09.: V.)
27,0 Prozent
(Vorsprung: 2,5 %)
(11.09.: 26 %;
(2,5 Prozent)
GYSI, Gregor
(Linke)
084 Treptow-Köpenick wahrscheinlich
(10.09.:sicher)
42,0 Prozent
(Vorsprung: 23,5 %)
(11.09.: 41 %;
Vorsprung 21 %)
PAU, Petra
(Linke)
085 Marzahn-Hellersdorf Vorsprung
(10.09.: w.)
36,0 Prozent
(Vorsprung: 15 %)
(11.09.: 35,5 %;
Vorsprung 15,5 %)
LÖTZSCH, Gesine
(Linke)
086 Lichtenberg wahrscheinlich
(10.09.:sicher)
38,0 Prozent
(Vorsprung 18 %)
(11.09. 37 %;
Vorsprung 17 %)

Im Vergleich zur letzten Wahlkreisprognose hat bei der Einschätzung im Wahlkreis 078 ein Annäherung von wahlkreisprognose.de an election.de ergeben. Der Wahlkreis 082 stellt sich als der derzeit umkämpfste Wahlkreis in Berlin dar. Die Herabstufung der Linkspartei-Wahlkreise 084 und 086 bei election.de lässt sich anhand der Prognose von wahlkreisprognose.de nicht nachvollziehen, d.h. hier entwickeln sich die Prognosen eher auseinander.

"Nur ein Fünftel der Wahlkreise sei »wirklich umkämpft«",

wird Matthias MOEHL von election.de zitiert. In Berlin sind 25 % der Wahlkreise umkämpft, wenn man die Einschätzungen vergleicht.

Lag die AfD am 10.09. nur in 19 Wahlkreisen an zweiter Stelle, so listet election.de nun eine Woche später 24 Wahlkreise auf. In Berlin liegt die AfD in den Wahlkreisen 084 bis 086 hinter den Kandidaten der Linkspartei. Bei wahlkreisprognose.de liegt die AfD (Jeanette AURICHT) nur im Wahlkreis 085 gleichauf mit der CDU hinter der Linken-Kandidatin. Folgende 5 Wahlkreise sind dazugekommen:

Bundesland Wahlkreis Erstplatzierter (Partei);
(Chance auf Wahlsieg)
Zweitplatzierter
AfD-Kandidat
(Landeslistenplatz)
Berlin 086 Lichtenberg LÖTZSCH, Gesine
(Linke);
(wahrscheinlicher Sieg)
RADTKE, Marius
(Platz 8)
Mecklenburg-Vorpommern 017
Mecklenburgische Seenplatte II – Landkreis Rostock III
REHBERG, Eckhardt Harald (CDU);
(sicherer Sieg)
SCHIELKE-ZIESING, Ulrike
(Platz 3)
 
Sachsen-
Anhalt
071
Anhalt
VRIES, Kees de (CDU);
(Vorsprung)
ZIEGLER, Kay-Uwe
(Platz 1)
Sachsen 152
Leipzig I
LEHMANN, Jens (CDU);
(wahrscheinlicher Sieg)
NEUMANN, Christoph
(Platz 11)
Sachsen 162 Chemnitz HEINRICH, Frank (CDU);
(wahrscheinlicher Sieg)
KÖHLER, Nico
(Platz 14)

Der Wahlkreis 071 Anhalt könnte nach dieser Einschätzung von election.de am ehesten von der AfD gewonnen werden. Auch hier gilt: keiner dieser Wahlkreise spielte bislang in dem westdeutschen Mainstreammedien eine Rolle in der Wahlberichterstattung. 

 
       
   

MÜHLENS, Maximilian (2017): Neue Chance für "Scheibe A".
Mitten in Halle-Neustadt verkommt ein Riesenhaus - zieht nun Halles Stadtverwaltung ein?
in:
Neues Deutschland v. 19.09.

 
       
   

HAVEKOST, Folke (2017): Der Born muss warten - wieder einmal.
In Hamburgs erster Plattenbau-Großsiedlung feiert man deren 50-jähriges Jubiläum - und sieht sich vom Senat der Hansestadt erneut abgehängt,
in:
Neues Deutschland v. 19.09.

 
       
   

KNEIST, Sigrid (2017): Innen rot-grün, außen schwarz.
Wahlserie Bezirk für Bezirk (9): Tempelhof-Schöneberg ist Metropole und Vorstadt - und deshalb auch politisch bunt gemischt,
in:
Tagesspiegel v. 19.09.

"Am interessantesten ist in Tempelhof-Schöneberg vor allem, ob Renate Künast (...) wieder den Sprung in den Bundestag schafft. Nach den derzeitigen Umfragen ist das mehr als fraglich. (...). Inzwischen sieht es fast danach aus, dass es für Künast (...) nur dann reicht, wenn die Grünen in Friedrichshain-Kreuzberg kein Direktmandat erringen. Denn mehr als drei Berliner Grüne werden dem Bundestag wahrscheinlich nicht angehören.
Dass der CDU-Mann Jan-Marco Luczak aus Lichtenrade stammend, das Triple schaffen wird, also den Wahlkreis zum dritten Mal hintereinander holt, gilt als sehr wahrscheinlich", meint Sigrid KNEIST zum Berliner Wahlkreis 81 - Tempelhof-Schöneberg.

 
       
   

RÖTZER, Florian (2017): AfD könnte drittstärkste Partei werden.
YouGov stellte eine neue Vorhersagemethode vor, nach der die AfD mit 12 Prozent die Linke hinter sich ließe,
in:
Telepolis v. 19.09.

Schon am 14.09. veröffentlichte Infratest Dimap eine Umfrage, nach der die AfD die drittstärkste Partei wäre. Von daher ist die Meldung alles andere als eine Sensation. YouGov veröffentlicht nur die Zweitstimmen nach Bundesländern, aber nicht die Wahlkreisergebnisse, sodass kein Vergleich z.B. mit election.de oder wahlkreiskreisprognose.de möglich ist. YouGov traut seinem eigenen Prognosemodell nicht. Auf der Website heißt es hierzu:

"Da diese Stichprobe viel größer ist, als die unserer regulären bundesweiten Umfragen, verfügen wir über eine genügend große Stichprobe, um in jedem der 16 Bundesländer Schätzungen durchführen zu können. Außerdem können wir, obwohl wir im Durchschnitt pro Wahlkreis nur ungefähr 55 Panelmitglieder im Laufe von zwei Wochen befragen, auch Schätzungen für jeden der 299 Wahlkreise durchführen. Wir haben uns allerdings entschlossen diese nicht zu veröffentlichen, da die Qualität der verfügbaren Daten zur Beschreibung der Wahlkreise im Vergleich zu UK und den USA hierzulande geringer einzuschätzen ist."

Aus der folgenden Übersicht sind die Zweitstimmen in den Bundesländern gemäß YouGov ersichtlicht:

Übersicht: Zweitstimmen nach Bundesländern gemäß YouGov
(Stand: 19.09.2017)
Bundesland Stärkste
Partei
Ergebnis der AfD
Rang Schätzung Spannbreite
Brandenburg CDU 4 17 % 13 - 21 %
Berlin CDU 4 15 % 11 - 19 %
Baden-Württemberg CDU 3 12 % 9 - 15 %
Bayern CSU 3 11 % 9 - 14 %
Bremen SPD 4 10 % 8 - 14 %
Hessen CDU 3 11 % 9 - 14 %
Hamburg SPD 3 11 % 8 - 14 %
Mecklenburg-Vorpommern CDU 3 17 % 13 - 21 %
Niedersachsen CDU 3 9 % 7 - 12 %
Nordrhein-Westfalen CDU 3 10 % 8 - 12 %
Rheinland-Pfalz CDU 3 11 % 8 - 14 %
Schleswig-Holstein CDU 3 10 % 8 - 13 %
Saarland CDU 4 11 % 8 - 15 %
Sachsen CDU 3 18 % 14 - 23 %
Sachsen-Anhalt CDU 3 16 % 11 - 21 %
Thüringen CDU 3 17 % 13 - 22 %
Quelle: YouGov (Stand: 19.09.2017)

Die Ergebnisse könnten durch die Verwendung von Online-Befragungen jedoch dazu führen, dass jüngere und aktivere Menschen ein stärkeres Gewicht erhalten als dies bei den Wahlen der Fall ist. So könnte z.B. das Ergebnis der Linkspartei bei YouGov zu positiv ausfallen, während die AfD gegenüber der Linkspartei unterbewertet ist.  

 
       
   

SCHRADER, Christopher (2017): Wahlen nach Zahlen.
Abstimmungen wären gerechter, wenn alle Wahlkreise ähnlich viele Einwohner hätten. Mathematisch ließe sich das durchaus einrichten - aber politisch ist es schwierig durchzusetzen,
in: Süddeutsch
e Zeitung v. 19.09.

"Die tatsächliche Zahl (von deutschen Staatsbürgern) darf von der durchschnittlichen Größe der 299 Wahlkreise (etwa 246.000 Einwohner) nur um 25 Prozent abweichen - sonst müssen die Grenzen neu gezogen werden. Dabei dürfen die Grenzen der Bundesländer nicht geschnitten werden. (...).
Das Gesetz gibt außerdem vor, dass die Behörden schon Abweichungen von mehr als 15 Prozent vermeiden sollen. Das klappt diesmal bei einem guten Fünftel der Wahlkreise nicht. In Führt, Paderborn und Bremen leben jeweils sogar mehr als 23 Prozent Menschen zu viel in den Bezirken, das oberfränkische Coburg ist um eine ähnliche Quote zu klein. Für die Zweitstimme macht das keinen Unterschied, aber es bedeutet, dass eine Erststimme in Coburg viel mehr Einfluss auf die Wahl des Direktkandidaten hat als etwa in Fürth. Bundesweit beträgt die Abweichung im Mittel knapp zehn Prozent", erklärt uns Christopher SCHRADER.

 
       
   

TOETZKE, Paul (2017): Nur Feinde oder Freunde.
Spaltung: Die AfD hofft auf viele Stimmen von Russlanddeutschen. Doch noch immer ist ein Großteil von ihnen für Merkel - und kämpft gegen die Vereinnahmung von rechts,
in:
TAZ v. 19.09.

Paul TOETZKE berichtet darüber, dass die CDU ihre Felle bei den Russlanddeutschen davonschwimmen sah und deshalb in ihrem Regierungsprogramm einen lapidaren Satz eingefügt hat:

"Nachteile deutscher Spätaussiedler in der Rentenversicherung, die sich durch Änderungen des Rentenrechts ergeben haben, werden wir beseitigen." (2017, S.42)

TOETZKE fasst das natürlich in schönfärberische Worte und eine rührselige Geschichte. Uns wird Ernst STROHMAIER von der Landsmannschaft der Deutschen aus Russland und CDU-Mitglied als vehementer Gegner der AfD vorgestellt. Der Artikel versucht den Eindruck zurechtzurücken, dass sich die Russlanddeutschen von der CDU ab- und der AfD zugewandt hätten, wie das seit Monaten in den Mainstreammedien dargestellt wurde. Altersarmut wird nun von TOETZKE zum typischen Problem der Russlanddeutschen erklärt:

"Seit 1991 wurden die Renten der Spätaussiedler durch das Fremdrentengesetz immer wieter gesenkt. Seit 19965 bekommen sie nur 60 Prozent der bundesdeutschen Rente. Damals wurde die Höhe der Rente an die sogenannte Ostrente gekoppelt, doch die stieg immer weiter an, die Fremdrente nicht. (...).
Die CDU ist bisher die einzige Partei, in deren Regierungspapier explizit steht, dass sie die Benachteiligung der Spätaussiedler abschaffen will. Immerhin geht es um 1,5 Millionen Wahlberechtigte der insgesamt drei Millionen Russlanddeutschen."

Die taz ist einen weiten Weg von linksaußen in die Mitte gegangen. Wie weit will die taz noch gehen, um die AfD zu bekämpfen? Diese Art von Aufmerksamkeit stärkt die AfD nur, statt sie zu schwächen.  

 
       
   

JORAM, David (2017): Allein im Bundestag.
Berlin-Lichtenberg: Kevin Hönicke will der erste Kevin im Parlament werden,
in:
TAZ v. 19.09.

David JORAM berichtet in der Rubrik Auf verlorenem Posten über den SPD-Direktwahlkandidaten Kevin HÖNICKE, der gemäß election.de hinter der AfD rangiert. Wahlkreisprognose.de sieht ihn dagegen hinter der CDU auf Platz 3 und nur 0,5 % vor der AfD. Wahrscheinlicher ist des deswegen, dass er über den Listenplatz in den Bundestag einzieht - falls die SPD ihr Ergebnis von 2013 erreicht.  

 
       
   

HOCK, Martin (2017): Die Wirtschaft ist wichtiger als die Wahl.
Reagiert die Börse auf die Regierung? Für Deutschland ist das zweifelhaft. Eher reagiert der Wähler auf die Wirtschaft - und darauf die Börse,
in:
Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 19.09.

 
       
   

LOOMAN, Volker (2017): Sofortrente oder Aufschubrente?
in:
Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 19.09.

 
       
   

STURM, Daniel Friedrich (2017): Rote Pragmatikerin vor dem Karrieresprung.
Andrea Nahles dürfte nach der Wahl in der SPD eine wichtigere Rolle spielen. Schon jetzt wird sie intern als Nachfolgerin von Fraktionschef Thomas Oppermann gehandelt. Doch sie schweigt dazu - aus gutem Grund,
in:
Welt v. 19.09.

Daniel Friedrich STURM lobt Andrea NAHLES aus dem Sozialministerium weg. STURM stellt NAHLES als eine Art SCHÄUBLE der SPD vor, die dafür sorgte dass die Rentenniveau-Wünsche ihrer Genossen nicht ins Kraut schossen. STURM zählt NAHLES deswegen zum rechten Flügel der Partei:

"Bei Seeheimern und Netzwerkern wird über die formal im linken Flügel der SPD verankerte »Andrea« auffallend positiv gesprochen."

Gegen den rechten Flügel von Seeheimern und Netzwerkern ist in der Agenda-SPD keine Karriere zu machen!

 
       
   

NARAT, Ingo (2017): Das große Abkassieren.
Den Vermögensverwaltern geht es blendend. Die Gewinnmargen sind höher als in fast allen anderen Branchen. Einen großen Teil der Rechnung zahlen die privaten Anleger, denn sie achten kaum auf die Gebühren. Doch das könnte sich bald ändern,
in:
Handelsblatt v. 19.09.

 
       
   

Das Single-Dasein in Japan

WELTER, Patrick (2017): Die Reichtümer des Meeres sind endlich.
Im Südwesten Japans kämpfen die Bewohner der Insel Iki gegen Überfischung und gegen Überalterung,
in:
Neue Zürcher Zeitung v. 19.09.

"Die Jungen gehen und kommen nicht mehr zurück, klagen alle Gesprächspartner auf der Insel. Rund tausend Menschen verliessen die Insel im Jahr, doch nur 700 zögen zurück oder zu, berichtet Bürgermeister Hirokazu Shirakawa (...). In der vergangenen sechzig Jahren hat die Bevölkerungszahl sich auf etwa 27 000 nahezu halbiert. Die kleine Insel ist eine Art Versuchslabor, in der wirtschaftlicher Strukturwandel und demografisch bedingtes Schrumpfen eine verhängnisvolle Beziehung eingehen",

berichtet Patrick WELTER von der japanischen Insel Iki und seinen Fischern, die vom Thunfisch leb(t)en und der Tradition des Ama-Tauchens. junge Familien sollen mit einer spezialisierten Oberschule angelockt werden oder mit Telearbeit. Doch dass die Landflucht mit den verfolgten Maßnahmen gestoppt werden können, sieht WELTER skeptisch:

"Wenn sie einen guten Mann finde, werde sie hier heiraten. Ein Modellfall gegen den Bevölkerungsschwund auf Iki aber ist die junge Japanerin nur bedingt. Auch nach zwei Jahren hat noch keiner ihrer Freunde aus Yokohama sie auf der Insel besucht."  

 
       
 

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Zu den News vom 14. - 18. September 2017
 

   
  • Rezensionen zum Single-Dasein finden sie hier

 
 
   

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Bernds@single-dasein.de Stand: 07. November 2017