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Paul
Nolte in seiner eigenen Schreibe
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- NOLTE,
Paul (2002): Unsere Klassengesellschaft.
Wie
könnten die Deutschen angemessen über ihr
Gemeinwesen sprechen? Ein unzeitgemäßer
Vorschlag,
in: Die ZEIT
Nr.2 v. 04.01.
- Neu:
NOLTE,
Paul (2002): Die neue Mitte - ein Selbstbetrug.
Die
SPD setzt auf die schöne neue Arbeitswelt der IT
- und vergisst ihre eigene Klientel,
in: TAZ
v. 18.05.
- Kommentar:
Bis vor kurzem
redete jeder von der neuen Mitte. Der
Münchner Soziologe Ulrich BECK hat mit
seiner Neuformulierung der "nivellierten
Mittelstandsgesellschaft" (SCHELSKY) die
öffentliche Sozialstaats-Debatte
dominiert. Mit Scheindebatten wie
Familien contra Singles wurde elegant von
der Tatsache abgelenkt, dass die
Unterschiede innerhalb der Generationen
grösser sind als zwischen den
Generationen. Dieser Konsens ist
angesichts der Wahlerfolge der Populisten
in Europa am Bröckeln.
Paul NOLTE
behauptet nun zwar "dass
Polarisierung, nicht Homogenisierung
sozialer Lagen in der ominösen 'Mitte'
die Bundesrepublik kennzeichnet."
Ausdruck findet diese Polarisierung in
den Distinktionsstrategien:
"Vorherrschend
ist dabei jedenfalls die Zuordnung 'nach
unten' oder 'nach oben' und gerade nicht
die Konsolidierung eines allgemeinen
Lebensstils der Mitte. Nicht zufällig
wird in letzter Zeit der Aufstieg einer
neuen Klasse beschrieben, die sich durch
ihre Lebensführung vom Zentrum der
Gesellschaft abzusetzen versucht: Das
sind die 'Bobos'
oder 'Bourgeois Bohemians' bei David
Brooks; das ist die neue 'globale Klasse' bei
Ralf Dahrendorf."
Auf der
anderen Seite versucht NOLTE die "Familien
contra Singles"-Debatte in die
neue Ära hinüberzuretten:
"der
Abstand zwischen unteren und 'mittleren'
sozialen Lagen (ist) vielfach gewachsen.
Ein Grund dafür ist die
Massenarbeitslosigkeit, ein anderer die
Zunahme familiärer Instabilität in der
Unterschicht - Stichwort: allein
erziehende Mütter. Andererseits nimmt
die Kinderlosigkeit besonders in der
(akademischen) Mittelschicht deutlich zu,
die sich damit auf Kosten der
Allgemeinheit einen höheren Wohlstand
finanziert."
Da
heutzutage Bildungsabschluss und
Einkommenshöhe nicht mehr unbedingt
miteinander korrespondieren, ist eine
solche Behauptung selbst populistisch.
Differenzierter wird das Thema Familie
von Christoph
BUTTERWEGGE behandelt.
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Klappentext
"Wie haben die
Deutschen im 20. Jahrhundert ihre
»Gesellschaft«, ihr soziales
Zusammenleben verstanden? Welche
Kontinuitäten und Brüche lassen
sich in ihrer Selbstwahrnehmung vom
Kaiserreich und der Weimarer Republik
über das »Dritte Reich« bis zur
Bundesrepublik beobachten? Dieses
Buch bietet einen ungewöhnlichen und
faszinierenden Blick auf die
Sozialgeschichte Deutschlands im 20.
Jahrhundert. Es ist zugleich ein
eminent politisches Buch, denn die
Entwürfe sozialer Ordnung, so zeigt
sich, waren stets aufs engste mit den
Chancen für Demokratie und
individuelle Freiheit verknüpft.
Das 20. Jahrhundert war in
Deutschland nicht nur eine Zeit
tiefgreifender politischer Umbrüche
es war zugleich eine Zeit des
sozialen Wandels, in der die Menschen
immer wieder nach Antworten auf die
Frage gesucht haben, was ihre soziale
Ordnung, ihre »Gesellschaft«
angesichts vielfacher Spannungen und
Konflikte zusammenhält. Paul Nolte
beschreibt in diesem Buch, welches
Bild sich die Deutschen seit der Zeit
des Kaiserreichs und des Ersten
Weltkriegs von ihrem sozialen
Zusammenleben machten, mit welchen
Ängsten und Hoffnungen sie den
Verlust älterer sozialer Bindungen,
den Aufstieg der industriellen
Klassengesellschaft und den
Durchbruch einer anonymen
Massengesellschaft begleiteten.
In der ersten Hälfte des 20.
Jahrhunderts fielen soziale
Wirklichkeit und soziale Utopie weit
auseinander, und vielen schien der
Rückzug in eine geordnete,
möglichst konfliktfreie Welt der
Stände und der engen Gemeinschaften
vielversprechend. Daraus gewann auch
die nationalsozialistische
Vorstellung von einer
»Volksgemeinschaft« ihre
Attraktivität. Erst in der
Bundesrepublik der fünfziger und
sechziger Jahre gelang es, die
Ängste vor der gesellschaftlichen
Moderne abzuschütteln; die Deutschen
lernten, eine Ordnung zu akzeptieren,
in der die Verschiedenheit von
Klassen und Schichten, von
politischen und sozialen Interessen
selbstverständlich war. Dieser
Wandel war nur möglich dank einer
Neuorientierung des konservativen
Denkens in Deutschland, das sich mit
der früher so heftig bekämpften
modernen Gesellschaft nun abfand oder
sie sogar emphatisch begrüßte. Denn
ob in der Weimarer Republik oder nach
1945, immer waren es Intellektuelle
und vor allem Sozialwissenschaftler,
welche die Entwürfe einer deutschen
Gesellschaft maßgeblich
prägten."
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Die neue
Klassengesellschaft in der Debatte:
- KERN,
Verena (2002): Wo leben wir denn.
Nach
dem Amoklauf von Erfurt hat das
Nachdenken darüber begonnen, was schief
läuft in unserer Gesellschaft. Doch ihr
einseitiges Selbstbild blockiert jede
zukunftsweisende Antwort
in: TAZ
v. 18.05.
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©
2000-2002
Bernd Kittlaus |
Bernds@single-dasein.de |
Erstellt:
28. Mai 2002
Update: 28. Mai 2002 |
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Zugriffe
seit
dem 04.Juni 2000 |
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