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Ulrich Beck: Black Box Einpersonenhaushalt

 
       
   
  • Kurzbiographie:

    • 1944 in Stolp (Pommern) geboren
    • Studium der Soziologie, Philosophie, Psychologie und Politikwissenschaft
    • Professor für Soziologie
    • 1986 Sachbuch "Risikogesellschaft"
    • 1990 Sachbuch "Das ganz normale Chaos der Liebe"
    • Herausgeber der Suhrkamp-Reihe "Zweite Moderne"
 
       
     
       
   

Ulrich Beck in seiner eigenen Schreibe

 
   
  • BECK, Ulrich (1987): Die Zukunft der Familie,
    in:
    Psychologie Heute, November
  • BECK, Ulrich & Elisabeth BECK-GERNSHEIM (1990): Freiheit oder Liebe.
    Gesellschaftliche Individualisierungsprozesse und soziale Lebens- und Liebesformen,
    in: Frankfurter Rundschau v. 27.03.
  • BECK, Ulrich (1994): Phänomen mit Überlebenschancen.
    Zum statistischen Ringkampf um die Familie,
    in: Süddeutsche Zeitung v. 13.01.
  • BECK, Ulrich (1994): Eigenes Leben - eigene Armut.
    Wo verläuft die Grenze zwischen Risiko- und Gefahrenbiographie? Massenhafte Labilisierung bis in die gesellschaftliche Mitte hinein als latente Gefahr,
    in: TAZ v. 30.04.
  • BECK, Ulrich (1994): Den Frosch küssen.
    Leben in der unbekannten Gesellschaft Europas,
    in: Süddeutsche Zeitung v. 07.05.
  • BECK, Ulrich (1994): The Debate on the "Individualization Theory" in Today's Sociology in Germany,
    in:
    Soziologie. Special Edition 3, S.191-200
  • BECK, Ulrich (1995): Die "Individualisierungsdebatte",
    in: Bernhard SCHÄFERS (Hg.)
    Soziologie in Deutschland. Entwicklung, Institutionalisierung und Berufsfelder, theoretische Kontroversen, Opladen: Leske + Budrich, S.185-195
  • BECK, Ulrich (1995): Solidarischer Individualismus.
    An sich denken ist die Voraussetzung eines Daseins für andere,
    in:
    Süddeutsche Zeitung v. 02.03.
  • Neu:
    BECK, Ulrich (2002): Arbeit ist ein bewegliches Ziel.
    Schröder regiert wie Kohl. Die Arbeitslosigkeit wird ausgesessen. Die zentrale Frage bleibt: Wie schafft man trotz Rezession und Globalisierung neue Jobs? Versuch einer Antwort,
    in: Die ZEIT Nr.7 v. 07.02.
    • Kommentar:
      Nichts Neues bei Ulrich BECK! Bereits im TAZ-Gespräch vom 31.01. hat BECK seine zweitmoderne Linie vom starken Sicherheitsstaat ("ein Land kann sich auch zu Tode neoliberalisieren") bei gleichzeitigem Abbau des Sozialstaats ("Weltwohlfahrtsnische Deutschland") erklärt.
            
      Nur in diesem Kontext ist auch seine Behauptung zu verstehen, dass SCHRÖDER sich beim Aussitzen des Arbeitslosenproblems auf den Geburtenrückgang verlassen hat. Ausser Ulrich BECK wissen aber alle Experten, dass die
      Entlastung des Arbeitsmarktes durch den Geburtenrückgang
      - wenn überhaupt - erst in einem Jahrzehnt eintritt. Was das Gerede vom Ende der Vollbeschäftigungsgesellschaft soll, vor dem wir angeblich gerade stehen, das weiss auch nur BECK. Seit Mitte der 70er Jahre gibt es keine Vollbeschäftigungsgesellschaft mehr.
      Diese sprachmagischen Formeln werden erst verständlich, wenn er zum letzten Punkt kommt: "es gibt knallharte wirtschaftspolitische Gründe für Zuwanderung. Sie ist ein Mittel gegen die drohende Vergreisung der deutschen Gesellschaft".
      Das Wort von der "Vergreisung Deutschlands" stammt ursprünglich aus dem Jahr 1960. Damals stand Deutschland ein einzigartiger Babyboom bevor.
      In der damaligen Situation erschien das Buch "Die Überalterung. Ursachen, Verlauf, wirtschaftliche und soziale Auswirkungen des demographischen Alterungsprozesses" von Franz-Xaver KAUFMANN im Zürcher Polygraphischen Verlag.
            
      Ein Jahr später, 1961, erschien im Econ Verlag das Buch "Gebrannte Kinder. Jugend in der Nachkriegszeit" von Richard KAUFMANN. In diesem Buch finden sich bereits alle Argumente der gegenwärtigen bevölkerungspolitischen Debatte:
            
      "Selten findet man mehr als zwei Generationen (Eltern und Kindern) in einer Wohnung, oft aber nur noch eine Generation, was sich statistisch leicht nachweisen läßt. Ein Viertel aller Ehen des Jahres 1957 war kinderlos. Mangel an Tradition, Verzicht auf Familienerbe und -bindung sind geradezu Kennzeichen der modernen Siedlung", heisst es dort. Die Vereinbarkeit von Beruf und Familie wird auch damals bereits in Frage gestellt und die Konkurrenz zwischen kinderloser Frau und Müttern behauptet: "Die kinderlose Form der Ehe erhält ein sichtbares Plus - sie wird belohnt (...). Demgegenüber schneidet die 'Ehe mit Kindern' oftmals schlecht ab." KAUFMANN nennt ein Beispiel, das in der Sozialschmarotzer-Debatte heute genauso aktuell ist wie damals:
            
      "Der vierundzwanzigjährige Monteur, der 700 Mark im Monat verdient, und seine Frau, die dreiundzwanzigjährige Buchhalterin, die netto etwas mehr als 500 Mark erhält, haben gemeinsam eine Kaufkraft von über 1000 Mark. Davon können sie sich eine Junggesellenwohnung mit Dusche und Kochnische einrichten, können auswärts essen und den Urlaub in Italien verbringen. Bekommt die Buchhalterin aber nacheinander zwei Kinder und gibt ihre Stellung auf, um sich den Kindern zu widmen, dann leben plötzlich vier Menschen in einer zu engen Wohnung von 700 Mark, und das heißt, daß sie in ihrem Lebensstandard nicht mehr mit anderen, kinderlosen Ehepaaren Schritt halten können. Auch solche Hilfen wie Steuervergünstigung oder Kindergeld können den Ausfall an barem Geld, das konsumiert werden darf, nicht entfernt ersetzen. Die Konkurrenz zwischen Mutter und Berufstätiger ist so eindeutig für die berufstätige (kinderlose) Frau entschieden, daß es darüber keine Zweifel mehr geben kann."
            
      Auch das HEDONISMUS-Argument fehlt nicht:
      "Eine Bürovorsteherin sagte mir kürzlich, daß viele junge Mädchen ihres Büros (...) 2/3 bis 3/4 ihres Gehaltes für Kleidung, Friseur, Kosmetik, Reisen und Vergnügungen ausgeben. Bei vielen jungen Männern ist es ähnlich...So kommt bei jung verheirateten Ehepaaren die Angst: wie soll es reichen".
      Der Autor vermisst die "selbstverständliche Mütterlichkeit" der früheren Generationen. Kinder werden deshalb zur "Mangelware" und die "Überalterung" schreitet fort. Das Thema "Vaterlosigkeit" fehlt genauso wenig wie das Lieblingsthema von Susanne GASCHKE: die "Luxusverwahrlosung" der Mittelschichtkinder.
      Die Prognosen der Bevölkerungsentwicklung sind durchaus umstritten.
      So erschien z.B. am 20. Dezember 2001 in dem Mitteilungsblatt "beziehungsweise" des Österreichischen Instituts für Familienforschung der Aufsatz "Was beeinflusst die Bevölkerungszahl?" von Wolfgang LUTZ. Darin werden die Unsicherheitsfaktoren bei der Bevölkerungsprognose genannt. LUTZ vertritt die darin die Ansicht, dass "relativ geringfügige Veränderungen der Fertilität die Größe und Altersstruktur der künftigen Bevölkerung deutlich beeinflussen." Mit Fertilität ist hier die Geburtenrate gemeint. Er nennt bei der Berechnung der Geburtenrate auch das Hauptproblem, "dass wir nicht wissen, bis zu welchem Grad diese Trends auf verändertes Timing zurückzuführen sind, d.h. auf ein Aufschieben von Geburten".
            
      Die Polarisierungsthese der deutschen Bevölkerungswissenschaftler und deren Adepten von den TICHYs bis zu Meinhard MIEGEL behauptet eine deutliche Zunahme von lebenslang Kinderlosen. Dagegen spricht jedoch, dass die Kinderlosenanteile vom Institut für Bevölkerungswissenschaft in den letzten Jahren ständig nach unten korrigiert werden mussten. Es handelt sich also in erster Linie um eine Erhöhung des Alters bei den Erstgebärenden.
 
       
   

Ulrich Beck im Gespräch

 
   
  • PONGS, Armin (1999): Ulrich Beck - Die Risikogesellschaft,
    in:
    In welcher Gesellschaft leben wir eigentlich? Gesellschaftskonzepte im Vergleich, Band 1, München: Dilemma Verlag
  • KOCH, Hannes (2002): "Attac in den Währungsfonds".
    Der Soziologe Ulrich Beck will Stimmrecht in transnationalen Organisationen für Globalisierungskritiker,
    in: TAZ v. 31.01.
    • Kommentar:
      Der Soziologe Ulrich BECK, ein Sprachrohr der zweitmodernen, transnationalen Eliten, muss eingestehen, dass die globalen Nomaden auf die vor-zweitmodernen Sicherheitsstaaten angewiesen sind, denn sie haben ein existentielles - notgedrungen körperlich-geografisches - Interesse "an einem sicheren Leben, an Wohlstand und Bildung".
            
      BECK fordert deshalb eine "Weltinnenpolitik", d.h. eine Politik, die Nationalstaaten dazu zwingen soll, die zweitmodernen Interessen der transnationalen Eliten gegen die erstmodernen Interessen der jeweiligen Staatsbürger durchzusetzen. Damit dies auch moralisch korrekt erscheint, werden die zweitmodernen, transnationalen Eliten zu Anwälten von Flüchtlingen und Migranten.
 
       
   

Das ganz normale Chaos der Liebe (1990)
(zusammen mit Elisabeth Beck-Gernsheim)
Frankfurt: Suhrkamp

 
   
 
 

Klappentext

"Männer und Frauen werden mehr und mehr die Gesetzgeber ihrer eigenen Lebensform, die Richter ihrer Verfehlungen, die Priester, die ihre Schuld wegküssen, die Therapeuten, die die Fesseln der Vergangenheit lockern und lösen. Aber auch die Rächer, die Vergeltung üben für erlittene Verletzungen. Liebe wird eine Leerformel, die die Liebenden selbst zu füllen haben, über die sich auftuenden Gräben der Biographien hinweg - auch wenn dabei der Schlagertext, die Werbung, das pornographische Skript, die Mätressenliteratur, die Psychoanalyse Regie führen."

 
 
       
     
   
  • Rezensionen:

  • POPPE, Peter (1990): Das Zeitalter der Alleinstehenden,
    in:
    Psychologie Heute, September
  • BERNSTEIN, Robin (1990): Die ganz reale Unwahrscheinlichkeit der Liebe,
    in:
    Merkur. Deutsche Zeitschrift für europäisches Denken, S.249-254
  • LOHMANN, Hans-Martin (1991): Liebe - ein Unternehmen auf Zeit,
    in:
    Pro Familia Magazin, Heft 3
 
   
  • Weitere Veröffentlichungen:

  • BECK, Ulrich (1971): Zu einer Theorie der Studentenunruhen in fortgeschrittenen Industriegesellschaften (unter Mitarbeit von Elisabeth Gernsheim),
    in:
    Kölner Zeitschrift für Soziologie und Sozialpsychologie, S.439-477
  • BECK, Ulrich (1983): Jenseits von Klasse und Stand?
    in:
    Kreckel, R. (Hg.) Soziale Ungleichheiten, Sonderband 2 der Sozialen Welt, Göttingen: Schwartz, S. 35-74
  • BECK, Ulrich (1984): Jenseits von Stand und Klasse.
    Auf dem Weg in die individualisierte Arbeitnehmergesellschaft,
    in:
    Merkur. Deutsche Zeitschrift für europäisches Denken,H.5, Juli, S.485-497
  • BECK, Ulrich (1986): Risikogesellschaft. Auf dem Weg in eine andere Moderne, Frankfurt a/M: Suhrkamp
  • BECK, Ulrich (1994): Jenseits von Stand und Klasse?
    in: Ulrich BECK & Elisabeth BECK-GERNSHEIM (Hg.) Riskante Freiheiten, Frankfurter a/M: Suhrkamp
  • Kommentar:
    Bei den Drucknachweisen wird auf den Text aus dem Jahre 1983 verwiesen. Die tatsächlich abgedruckte Version ist jedoch fast identisch mit dem Text in der Zeitschrift MERKUR, der sich seinerseits weitgehend vom 1983er Text unterscheidet.
 
     
     
   

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© 2000-2002
Bernd Kittlaus
Bernds@single-dasein.de Erstellt: 26. November 2001
Update: 23. März 2002
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