| |
|
[ Literaten
der Single-Generation ] [ Singles
in den USA
] [ News ] [ Suche ] [ Homepage ]
|
|
| |
|
|
|
| |
|
Jonathan
Franzen: Der Wandel der amerikanischen Familie
|
|
| |
|
|
|
| |
|
|
|
| |
|
|
|
| |
|
|
|
| |
|
|
|
| |
|
Jonathan
Franzen in seiner eigenen Schreibe
|
|
| |
|
- FRANZEN,
Jonathan (2001): Inauguration Day, Januar 2001.
Gedanken und literarische
Impressionen zur Amtseinführung des
amerikanischen Präsidenten George W. Bush,
in: Tagesspiegel
v. 09.09.
- FRANZEN,
Jonathan (2002): Die Korrekturen. St. Jude,
in: Neue Rundschau,
Heft 2, S.110-119
- FRANZEN,
Jonathan (2002): Das Gehirn meines Vaters.
Eine autobiografische
Geschichte, Teil 1
in: Süddeutsche Zeitung v.
08.06.
- FRANZEN,
Jonathan (2002): Das Gehirn meines Vaters.
Eine autobiografische
Geschichte, Teil 2
in: Süddeutsche Zeitung v.
15.06.
- FRANZEN,
Jonathan (2002): Vielleicht auch träumen,
in: Literaturen Special
Juli/August, S.6-23
|
|
| |
|
|
|
| |
|
Jonathan
Franzen: Porträts und Gespräche
|
|
| |
|
- deutschsprachiger Raum
- OBERMAUER,
Ralph (2001): Amerika hat das
Erwachsensein abgeschafft,
in: Tages-Anzeiger
v. 13.11.
- OBERMAUER,
Ralph (2001): Enkel an die Macht!
Jonathan
Franzen wollte nur für Eingeweihte
schreiben. Und hat mit "The
Corrections" den US-Hit der Saison
gelandet. Ein Porträt
in: Tagesspiegel
v. 20.11.
- Kommentar:
Im
Jahre 1991 erschien in Amerika
das Buch
"Embattled Paradise"
der kalifornischen Psychologin
Arlene SKOLNICK. Sie beschrieb
darin die Familie als
"umkämpftes Paradies".
Das zentrale Thema war die
Romantisierung der
50er-Jahre-Kleinfamilie.
Die
von SKOLNICK kritisierte
nostalgische Sichtweise hat nun
10 Jahre später mit Jonathan
FRANZEN ihren popliterarischen
Ausdruck gefunden.
Nachdem
Bret
Easton ELLIS
ebenso wie Michel
HOUELLEBECQ
die sexuelle Befreiung und ihre
Folgen kritisiert haben, führt
FRANZEN nun deren Werk fort,
indem er zur Rehabilitierung der
50er-Jahre-Familie beiträgt.
Diese
Sicht wird nahegelegt, weil er
das äusserlich gelungene Leben
der Eltern den Lebenskrisen ihrer
Kinder gegenüberstellt. In
diesem unfairen Vergleich liegt
das Geheimnis der romantischen
Verklärung.
Auch
das Gegenteil ist eben wahr:
gescheiterte Leben in den 50ern
und erfolgreiche Lebensentwürfe
danach! Neue Perspektiven bietet
aber beides nicht.
FRANZEN
ist auf jeden Fall die
konsequente Weiterführung der
Themen von ELLIS und HOUELLEBECQ
gelungen. Die Familien der Neuen
Mitte werden ihn hierzulande
ebenso begeistert aufnehmen wie
die Amerikaner. Bis zum nächsten
Herbst müssen sie jedoch noch
auf dieses "Coming home for
Christmas" warten.
- WELLERSHOFF,
Marianne (2002): Scheitern - aber mit
Happy End.
Der
US-Schriftsteller Jonathan Franzen gilt
als Aufsteiger der Saison: In "The
Corrections" beschreibt er das
geldgierige Amerika und eine ganz
normale, unglückliche Provinzfamilie.
Doch nicht die Gesellschaftskritik machte
den Roman zum Erfolg, sondern seine
grotesken Episoden,
in: Spiegel
Nr.4 v. 21.01.
- DOTZAUER,
Gregor (2002): "Ich bin ein bisschen
reaktionär".
Jonathan
Franzen ist der amerikanische Romanautor
der Saison. Ein Gespräch über Literatur
und Erfolg,
in: Tagesspiegel
v. 28.01.
- PIEPGRAS,
Ilka (2002): "Was erwarten Sie von
mir?".
Der amerikanische
Autor Jonathan Franzen, kürzlich noch
völlig unbekannt, hat plötzlich
Weltruhm erlangt. Wie findet er sich in
seiner neuen Rolle zurecht? Ein
Meta-Interview,
in: Die ZEIT
Nr.6 v. 31.01.
- LOVENBERG,
Felicitas von (2002): Alles, bloß nicht
Tübingen.
Wanderungen durch
Berlin: Der amerikanische Schriftsteller
Jonathan Franzen auf der Suche nach
seinen Studentenbuden,
in: Frankfurter
Allgemeine Zeitung
v. 09.02.
- WINKLER, Willi
(2002): Sei gepriesen, unglückliche
Familie.
Jonathan Franzen
lässt in seinem Erfolgsroman "The
Corrections" die Theologie
wiederkehren,
in: Literaturen
Nr.3, März
- FREUND,
Wieland (2002): Es gibt keinen
Fortschritt.
Jeffrey
Eugenides und der neue
Schriftstellersuperstar Jonathan Franzen
rekonstruieren den Roman,
in: Welt
v. 02.03.
- EUGENIDES,
Jeffrey (2002): Ein post-postmoderner
Schriftsteller.
Jonathan Franzen zur
Einführung,
in: Neue
Rundschau, Heft 2,
S.107-109
- LAPIN, Elena
(2002): Was sieht dieser Mann?
Mehr als die meisten
Schriftsteller, wenn sie auf ihre Heimat
blicken. Demnächst kommt sein Buch, das
die USA erschütterte, auf Deutsch
heraus. Ein Bürobesuch bei Jonathan
Franzen,
in: Die
ZEIT Nr.24 v.
06.06.
- LÖFFLER,
Sigrid (2002): Shooting Star mit
Vorbehalten.
Der
Roman "Die Korrekturen" und der
Essay "Vielleicht auch
träumen" eröffnen den Zugang zu
Amerikas scharfsinnigstem Medien- und
Sozialkritiker nach Don DeLillo,
in: Literaturen
Special
Juli/August, S.3-5
- Kommentar:
LÖFFLER
arbeitet am Mythos der
literarischen Hochkultur im
Gegensatz zum
Unterhaltungsfernsehen:
"Franzens
Analyse der totalen Macht des
Fernsehens auf Kosten der
literarischen Kultur wird durch
den empörten Wirbel, den sein
Widerstand auslöste, auf
paradoxe Weise bestätigt. In der
öffentlichen Meinung hat das
Fernsehen natürlich gesiegt.
Aber gerade weil er als
Verteidiger der Buchkultur
allseits ins Unrecht gesetzt
wurde, behielt Franzen Recht. Und
gerade weil sein Buch auch dank
Fernseh-Publicity ein solcher
Erfolg wurde, konnte er sich
seinen Rebellenstolz gegen das
bildersüchtige
Mainstream-Amerika und dessen
Meinungs- und Geschmacksdiktatur
auch finanziell leisten."
Im
Hinblick auf das Buch macht
LÖFFLER einen bedenkenswerten
Vorschlag zur Neubestimmung des
Generationenverhältnisses:
"Die
drei jungen Lamberts (...)
brennen darauf, im eigenen Leben
die Fehler der Eltern zu
korrigieren, doch ihre
Korrekturen erweisen sich nur als
neue Fehler oder schlimmer: als
die verhassten alten Fehler im
neuen Kostüm. Vielleicht lässt
sich die gusseiserne bürgerliche
Wertekette nicht generationell
korrigieren, sondern nur
durchbrechen indem die
Eltern den Sinn ihres eigenen
Lebens nicht länger als
moralische Bringschuld von der
nächsten Generation
einfordern."
- BRAND,
Jobst-Ulrich (2002): Zurück in die
Zukunft.
Die verkopfte
US-Gegenwartskultur findet Jonathan
Franzen sterbenslangweilig. Sein Buch
"Die Korrekturen" wird als
Wiedergeburt des Gesellschaftsromans
gefeiert,
in: Focus
Nr.26 v. 24.06.
- Inhalt:
FRANZEN
verklärt die 50er Jahre:
"Das
große Problem unserer Zeit. Uns
geht es zu gut. Wer kämpfen muss
(...), fragt nicht nach Sinn.
Mühsal und Entbehrungen geben
dem Leben Sinn. Unsere Eltern
haben das noch erlebt, wir nicht
mehr.
FOCUS: Ist Ihr Buch also auch ein
Plädoyer für die ältere
Generation?
FRANZEN: Ja (...).
FOCUS: Die 50er waren aber auch
eine sehr unfreie Zeit, geprägt
von gesellschaftlichen
Konventionen.
FRANZEN: Aber sie gaben auch
Sicherheit. Enid und Alfred
wissen, wo ihr Platz ist. Alfred
geht zur Arbeit, Enid sorgt für
die Familie (...). Die Familie
ist ihnen sehr wichtig. Sie
bietet allen einen Bezugspunkt.
Das Leben war gefestigter damals,
auch wenn es in vielerlei
Hinsicht ein Leben im Gefängnis
war."
- HÜETLIN,
Thomas (2002): "Das Leben ist wie
Godzilla".
Der
Schriftsteller Jonathan Franzen über die
Herausforderung, einen Gesellschaftsroman
zu schreiben,
in: Spiegel
Nr.26 v. 24.06.
- Kommentar:
Jonathan
FRANZEN ist in den USA
erfolgreich als neuer
Literaturstar durchgesetzt worden
und wird nun mit grossem
Marketingaufwand auch in
Deutschland bekanntgemacht.
Die
Zeitschrift Literaturen hat ihm
ein Literaturen
Special
gewidmet. FRANZEN beschreibt den
Wandel der amerikanischen
Familie, indem er an die gängigen
Stereotypen vom Niedergang der
Familie
anknüpft und so zur
Rehabilitierung der
50er-Jahre-Familie beiträgt.
Auch
seine Stilisierung
als Literat der Hochkultur
passt zu diesem neuen Elitismus,
der die begonnene Rückkehr
zur Klassengesellschaft
konsequent weiterführt.
Bei
Amazon.de steht Jonathan FRANZEN
z.Z. auf Verkaufsrang 47. Seine
Leser kaufen auch Bridget
Jones, Nick
HORNBY
und Michel
HOUELLEBECQ.
Dies wundert höchstens jene, die
FRANZEN für einen Vertreter der
Hochkultur halten, obwohl er ein Popliterat
ist, der als Anti-Popliterat
auftritt.
FRANZEN ist im SPIEGEL-Gespräch
mit Korrekturen an seinem Image
beschäftigt:
"Ich
wurde porträtiert als ein
leidender elitärer
Hochkultur-Schreiber, der die
Massen verachtet. Dabei habe ich
gerade deshalb so viele Jahre
für dieses Buch gebraucht, weil
ich beides wollte: eine
unbestreitbare literarische
Leistung und eine Reihe von
Charakteren, welche die Gefühle
des Publikums ansprechen. Mit
anderen Worten - (...) ernst sein
und gleichzeitig zugänglich und
aufregend."
- VERNA, Sacha
(2002): Alle hatten mich furchtbar gern.
Jonathan Franzen
über seinen Familienroman "Die
Korrekturen", das Ende der Ironie
und den Mythos der Coolness,
in: Frankfurter
Rundschau v. 27.06.
- Inhalt:
FRANZEN
spricht u.a. über das
Verhältnis von Ökonomie und
Familie:
"Natürlich
ist eine Lebensform, die auf
Gemeinschaft basiert, schlecht
mit einem Wirtschaftssystem
vereinbar, das auf die
Maximierung des Konsums und damit
auf den ökonomischen Nutzen der
Vereinzelung abzielt. Außerdem
trägt die Mobilität des
modernen Menschen zur Auflösung
familiärer Strukturen bei. Und
doch glaube ich nicht an das Ende
der Familie. Man verliert über
die Jahre vielleicht den Kontakt
zu Cousinen oder Großonkeln,
aber nach wie vor pflegen die
meisten Leute die Beziehung zu
Eltern und Geschwistern. Ich
halte dieses 'Ende der Familie'
eher für eine Redensart."
Nicht
fehlen darf natürlich die Kritik
an der Konsumgesellschaft:
"Der
dominierende Mythos der Gegenwart
ist der Mythos
der Coolness -
ein sehr amerikanischer Mythos,
der alle mit denselben Illusionen
füttert und letztlich zu einer
Art uniformen Coolness führt. Du
bist cool, wenn du das richtige
Auto fährst, du bist cool, wenn
du das richtige Putzmittel
benutzt, du bist cool, wenn du
das richtige Anlagekonto besitzt.
Also sind alle, die das richtige
Auto fahren, das richtige
Putzmittel benutzen und das
richtige Konto besitzen, cool,
aber eben höchstens so cool wie
ihre Nachbarn, die genau auf
denselben Trick hereinfallen.
(...). Eine meiner Absichten beim
Schreiben von Die
Korrekturen war
es daher, die coole Konsumschale
aufzubrechen, mit der man sich
zwangsläufig umgibt, und zur
Einsamkeit, zur
Scham vorzudringen, die letztlich
in jeden von uns steckt."
- LUEKEN,
Verena (2002): Durch Kampf zum Stil.
Der amerikanische
Schriftsteller Jonathan Franzen über die
Gefräßigkeit der Medien und die
Korrekturen am eigenen Fernsehbild,
in: Frankfurter
Allgemeine Sonntagszeitung
v. 30.06.
- englischsprachiger
Raum
- BIRKERTS,
Sven (2001): Teh Esquire Conversation:
Jonathan Franzen,
in:
Esquire
v. 05.09.
- MILLER,
Laura (2001): Only correct,
in:
salon.com
v. 07.09.
- MURPHY,
Jessica (2001): Jonathan Franzen, the
author of The Corrections, discovers
that, when it comes to fiction,
"serious" doesn't have to mean
"marginal" or
"boring",
in:
Atlantic Unbound
v. 03.10.
|
|
| |
|
|
|
| |
|
|
|
| |
|
 |
|
 |
| |
|
|
Klappentext
"Nach fast fünfzig
Jahren als Ehefrau und Mutter ist
Enid Lambert entschlossen, ihr Leben
ein wenig zu genießen. Alles könnte
so angenehm sein, gemütlich,
harmonisch - einfach schön. Doch die
Parkinsonsche Krankheit hat ihren
Mann Alfred immer fester im Griff,
und die drei Kinder haben das traute
Familienheim längst verlassen - um
ihre eigenen tragikomischen Malaisen
zu durchleben. Der älteste, Gary,
stellvertretender Direktor einer Bank
und Familienvater, steckt in einer
Ehekrise und versucht mit aller
Macht, seine Depressionen
kleinzureden. Der mittlere, Chip,
steht am Anfang einer
vielversprechenden Karriere als
Literaturprofessor, aber
Liebestollheit wirft ihn aus der
Bahn, und er findet sich in Litauen
wieder, als verlängerter Arm eines
Internet-Betrügers. Und das jüngste
der Lambert-Kinder, die erfolgreiche
Meisterköchin Denise, sinkt ins Bett
eines verheirateten Mannes und setzt
so, in den Augen der Mutter
zumindest, Jugend und Zukunft aufs
Spiel. In dem Wunsch, es sich endlich
einmal so richtig gutgehen zu lassen
- und Alfred aus seinem blauen Sessel
zu locken, in dem er immer schläft
-, verfolgt Enid nun ein
hochgestecktes Ziel: Bald nach der
Luxus-Kreuzfahrt, zu der sie voller
Vorfreude mit Alfred aufbricht,
möchte sie die ganze Familie zu
einem letzten Weihnachtsfest zu Hause
um sich scharen."
|
Pressestimmen
"interessant zu lesen.
Dennoch fehlt etwas Wesentliches: Erkenntnis.
(...). Franzen vermittelt bestenfalls einen
auf die WASP-Mittelklasse beschränkten
Einblick und hat schlichtweg überhaupt
nichts Neues über den Zustand der Welt zu
sagen. (...). So bleibt es bei bloss
Wohlbekanntem - Materialismus ist nicht
schön, Familien sind selten glücklich, und
bei aufstrebenden Biotech-Firmen arbeiten nur
Schweine. (...).
Es ist eben doch nicht das, wofür Franzen
und seine Gemeinde es halten: der
Schlüsselroman zum Verständnis der
US-Gegenwart. Aber wer in diesem Sommer und
Herbst bei literarischen Diskussionen nicht
hoffnungslos im Abseits stehen will, kommt an
dem Wälzer dennoch nicht vorbei. Glück für
den Verlag. Pech für alle anderen."
(Sven Boedecker in der
SonntagsZeitung v. 23.06.2002)
"In
'Korrekturen' verbindet er das Private mit
dem Sozialen und behandelt entlang der
individuellen Schicksale einer Familie aus
dem amerikanischen Mittelwesten auch Kultur-
und Zeitphänomene: den Internet-Boom, die
Börsenspekulation, den Rummel um
In-Restaurants, die Geschäftemacherei mit
Krankheiten wie Alzheimer und Parkinson, die
Diktatur des Geldes, Depressionen und den
Zerfall der Familie."
(Julia Kospach im Profil v.
24.06.2002)
"Anders als die beißende
Familienkritik der 68er-Generation,
vermittelt der 1959 geborene Autor neben
Beklemmungsgefühlen (...) eine irritierend
leuchtende Perspektive von Herkunft und
Heimat. Den gegenwartsorientierten, vielfach
bindungslosen Individualisten, die,
erfolgreich oder nicht, durchs Leben
straucheln, gibt er die Abstammungserinnerung
an einen alten Mann, der einst mit dem
Eisenhammer schwindelfrei die großen
Brücken über den Canyons abklopfte und die
Schienen über der Prärie versorgte -
»Mythen des Heilemachens«, wie es an einer
Stelle heißt."
(Harald Jähner in der
Berliner Zeitung v. 26.06.2002)
"Das gelegentlich etwas zu
penetrant oder zu beliebig eingestreute
Leitmotiv des Titelworts verliert im
Deutschen unweigerlich an Gewicht: Im Umfeld
des Begriffs «corrections» sind zumindest
in Amerika auch Strafanstalten und ähnliche
Institutionen angesiedelt. Und tatsächlich
führen die Lebensentwürfe der drei
Geschwister letztlich nicht über
komplizierte Exerzitien der Selbstbestrafung
hinaus - für die ironischerweise gerade die
auf Leistung, Gewinn und sichtbar gelebten
Hedonismus ausgerichteten neunziger Jahre ein
ideales Spielfeld boten. (...). Neben solch
weltläufig gestressten, desorientierten
Kindern ist Enid in ihrem Wust biederer
Häuslichkeit gewiss ein Auslaufmodell; aber
im Gegensatz zu ihnen - und dies trotz der
Lebensgemeinschaft mit dem durch die
Krankheit nicht leidlicher gewordenen Ehemann
- zum Glücklichsein zwar nicht bestimmt,
doch wenigstens fähig."
(Angela Schader in der NZZ
v. 27.06.2002)
"Die
Geschichte Alfreds und Enids bildet zwar
Anfang und Ende des großen Bogens, den
Franzen spannt, aber dazwischen erfahren wir
weiträumig die Biografien der Kinder. Alle
drei, ein jedes auf seine Weise, wollten sie
dem Regiment des Elternhauses entfliehen, die
rigide Tradition ihrer Herkunft durch einen
anderen, eigenen Lebensentwurf 'korrigieren'
(...), aber letztlich scheitern sie alle
drei, und die unbeugsam vitale Enid, Inbild
des amerikanischen Muttertiers, behält das
letzte Wort."
(Ulrich Greiner in der ZEIT
v. 27.06.2002)
"Die
Familie (...) ist (...) ein
Bedingungsverhältnis, in dem jedes Mitglied
seine eigenen Überlebenstechniken entwickeln
muss: Denise übererfüllt jede Norm, Chip
probiert sich in Flucht und Trotz, und Gary,
der Älteste, entwickelt Techniken, die ihn
als Erwachsenen stets am Rand der Depression
entlangsegeln lassen werden (...).
Gibt es das Subgenre des familienfeindlichen
Familienromans? Wenn ja, muss diesem Roman
sofort die Position des liebevollsten Buchs
zugewiesen werden. Selbst Enid, der Mutter,
nun wirklich ein in ihrer Unbewusstheit
feinen Aggressions-Regen sprühender Drache,
gesteht Franzen rührende - und sehr komische
- Szenen zu (...).
Ziemlich genau im Zentrum des sorgfältig
gebauten und mit vielen, vielen Querverweisen
arbeitenden Romans steht eine Episode aus den
Sechzigerjahren, als Alfred, der Vater (und
dilettierender Schopenhauer-Leser), noch
Furcht erregend und überlebensgroß war.
Vorher und nachher wird die Gegenwart
ausbuchstabiert. Anhand der Lebensläufe der
drei Geschwister geht es dabei vor allem um
die subtilen Stufen des Unglücklichseins und
die verschiedenen Grade des Scheiterns."
(Dirk Knipphals in der TAZ
v. 28.06.2002)
"Franzens
Roman (...) zeigt in vielen Facetten, wie
unendlich schwer das Erbe der Alten wiegt,
und wie relativ wenig unsere wütenden oder
vorsichtigen Korrekturen diese Last zu
mindern vermögen. "
(Martin Krumbholz in der FR
v. 29.06.2002)
|
|
 |
|
 |
|
|
| |
|
|
|
| |
|
Vorstellung
des Buches in Deutschland:
- SEIBT,
Gustav (2002): Nervenkunst.
In Europa gelandet:
Jonathan Franzen zu Besuch in Berlin,
in: Süddeutsche
Zeitung v. 26.01.
|
|
| |
|
Rezensionen:
- deutschsprachiger
Raum:
- STEINFELD,
Thomas (2002): So grausam ist
dieses Gesicht.
Und doch wie
weich! - Heute erscheint Jonathan
Franzens großer Roman "Die
Korrekturen",
in: Süddeutsche
Zeitung v.
24.06.
- Kommentar:
Der
Gegenmodernisierer STEINFELD,
der auch Autoren wie Michel
HOUELLEBECQ
verehrt, jubelt über
FRANZENs Roman, der die
Korrekturen der Kinder
korrigiert und damit
alles beim Alten läst:
"am
Ende gibt es, in einer
radikalen Abwendung von
der Tradition des
Familienromans, keine
Abrechnung, sondern ein
zartes, schwaches, den
ultimativen Verfall mit
stoischer Weisheit
hinnehmendes Vergeben und
Verzeihen". Amen.
- JÄHNER,
Harald (2002): Mythen des
Heilemachens.
Jonathan
Franzens Familienroman "Die
Korrekturen" entwirft die
Welt als Besserungsanstalt,
in: Berliner
Zeitung v.
26.06.
- GREINER,
Ulrich (2002): Sex und Geld und
etwas Glück.
Jonathan Franzens
Buch "Die Korrekturen"
hat alles, was man von einem
intelligenten und prallen Roman
erwarten darf,
in: Die ZEIT
Nr.27 v. 27.06.
- Inhalt:
Ulrich
GREINER vergleicht
FRANZEN mit John UPDIKE
und Philip
ROTH:
"es
fehlt jener Wärmestrom
der Menschenliebe, den
wir von John Updike
kennen, der eine ganz
ähnliche Welt beschreibt
(...). Es fehlt der
Hunger nach Transzendenz
und die Verzweiflung
über menschliche
Niedertracht, wie wir sie
von Philip Roth kennen,
der wie Franzen in das
Innerste der
amerikanischen
Gesellschaft eindringt,
aber tiefer. Roth und
Updike: Beide kämpfen in
ihren Büchern auch mit
sich selber, mit ihren
Niederlagen und
Hoffnungen, sie sind
darin ganz enthalten und
aufgegangen. Deshalb
bewegen sie uns. Wo
Franzen in diesem Buch
steckt, ist nicht ganz
klar, am ehesten noch in
der starken, störrischen
Gestalt Alfreds.
Ansonsten aber erscheint
Franzen als der kalte
Schöpfer und schlaue
Durchschauer eines
Jahrmarkts der
Eitelkeiten und einer
simplen Gier, die sich
auf die beiden Götter
der westlichen Welt
richtet: auf Sex und
Geld."
- SCHADER,
Angela (2002): Leben auf der
Strafbank.
Jonathan
Franzens beklemmendes
Familienporträt,
in: Neue
Zürcher Zeitung
v. 27.06.
- KNIPPHALS,
Dirk (2002): Die Anmut des
Müllheruntertragens.
Die
Familie und wie es gelingt, sie
zu überleben: Heute erscheint
der Roman "Die
Korrekturen" des
amerikanischen Schriftstellers
Jonathan Franzen. Mit großem
Witz und noch größerer
Unerschrockenheit seziert er
menschliche Beziehungen,
in: TAZ
v. 28.06.
- DOTZAUER,
Gregor (2002): Schrille Nacht,
eilige Nacht.
Roman
über eine schrecklich nervige
Die
Korrekturen: Jonathan
Franzen hat einen wunderbar
komischen Familie geschrieben,
in: Tagesspiegel
v. 29.06.
- KREKELER,
Elmar (2002): Herzland ist
abgebrannt.
Amerika
sitzt auf einem Sessel im Keller:
Jonathan Franzens Roman "Die
Korrekturen",
in: Welt
v. 29.06.
- KRUMBHOLZ,
Martin (2002): Immer nur dem
Rauch ausweichen.
Früher, im
20. Jahrhundert: Jonathan
Franzens bissig-witziger
Familienroman "Die
Korrekturen",
in: Frankfurter
Rundschau
v. 29.06.
- SPIEGEL,
Hubert (2002): Jeder Satz ein
Abenteuer im Wald.
Warum man
Jonathan Franzen genial nennen
möchte: "Die
Korrekturen" sind ein Juwel
im abgetragenen Gewand des
Familienromans,
in: Frankfurter
Allgemeine Zeitung
v. 29.06.
- KLEINE,
Brigitte (2002): Der Dostojewski
des Mittelwestens.
Amerikas
Schriftsteller-Superstar Jonathan
Franzen und sein Roman "Die
Korrekturen",
in: Kulturweltspiegel.
Sendung vom Westdeutschen
Rundfunk am
30.06.
- englischsprachiger
Raum:
- O'Hehir,
Andrew (2001): "The
Corrections" by Jonathan
Franzen,
in:
salon.com
v. 07.09.
- LEONARD,
John (2001): Nuclear Fission,
in:
The New York
Review of Books
v. 20.09.
- MINZESHEIMER,
Bob (2001):
"Corrections" goes deep
into family,
in:
USA Today
v. 20.09.
- POWERS,
Sienna (2001): Correctly
Convoluted,
in:
January
Magazine,
Oktober
- O'HAGAN,
Andrew (2001): Everythin Must Go!
in: London
Review of Books
v. 13.12.
|
|
| |
|
Jonathan
Franzen und der Roman in der Debatte:
- deutschsprachiger
Raum:
- LUEKEN,
Verena (2001): Der große Roman.
Aus
amerikanischen Zeitschriften: Ist
die Literatur gerettet?,
in: Frankfurter
Allgemeine Zeitung
v. 19.09.
- KREYE,
Andrian (2001): Ein Ritter ohne
Furcht, doch viel getadelt.
Verdorbene
Homecoming-Parade: Jonathan
Franzen, Autor des Erfolgromans
"The Corrections" liest
in New York,
in: Süddeutsche
Zeitung v.
09.11.
- FREUND,
Wieland (2001): Sensation mit
Ansage.
Jonathan
Franzen hat mit "The
Corrections" die
amerikanischen Buddenbrooks
geschrieben,
in: Welt
v. 10.11.
- WEIDERMANN,
Volker (2001): Der
Weltverbesserer.
Die
Wiederentdeckung des Privaten:
Der Schriftsteller Jonathan
Franzen führt den amerikanischen
Roman aus dem Tal der Abstraktion
zu neuer Menschlichkeit,
in: Frankfurter
Allgemeine Sonntagszeitung
v. 11.11.
- KÖHLER,
Andrea (2001): The Big Book.
National
Book Award für Newcomer,
in: Neue
Zürcher Zeitung
v. 16.11.
- KUNCKEL,
Susanne (2002): Familie im
Säurebad.
Er
verweigerte sich dem
amerikanischen Literaturbetrieb
und wurde damit weltberühmt.
Jetzt erscheint Jonathan Franzens
grandioser Gesellschaftsroman in
Deutschland
in: Welt
am Sonntag
v. 16.06.
- BOEDECKER,
Sven (2002): Scheinriese.
Messias,
Mythos, Megastar: Kein Autor ist
so hip wie Jonathan Franzen.
Warum eigentlich?,
in: SonntagsZeitung
v. 23.06.
- Kommentar:
Nur
Lob für Jonathan FRANZEN
in Deutschland! BOEDECKER
dagegen wagt es, zu
fragen, ob das Buch dem
Hype tatsächlich
standhält. Sein
Ergebnis:
"interessant
zu lesen. Dennoch fehlt
etwas Wesentliches:
Erkenntnis.
(...). Franzen
vermittelt bestenfalls
einen auf die
WASP-Mittelklasse
beschränkten Einblick
und hat schlichtweg
überhaupt nichts Neues
über den Zustand der
Welt zu sagen. (...). So
bleibt es bei bloss
Wohlbekanntem -
Materialismus ist nicht
schön, Familien sind
selten glücklich, und
bei aufstrebenden
Biotech-Firmen arbeiten
nur Schweine. (...).
Es ist eben doch nicht
das, wofür Franzen und
seine Gemeinde es halten:
der Schlüsselroman zum
Verständnis der
US-Gegenwart. Aber wer in
diesem Sommer und Herbst
bei literarischen
Diskussionen nicht
hoffnungslos im Abseits
stehen will, kommt an dem
Wälzer dennoch nicht
vorbei. Glück für den
Verlag. Pech für alle
anderen."
- KOSPACH,
Julia (2002): Eingriff in die
Krise.
Jonathan
Franzen, Shooting-Star der
US-Belletristik, beweist mit
seinem Familienepos "Die
Korrekturen", dass die
sozialkritische Literatur nicht
am Ende ist.
in: Profil
Nr.26 v. 24.06.
- FREUND,
Wieland (2002): "Ein
Läuterungsprozess der
Literatur".
Der
Schriftsteller Georg M. Oswald
über den Roman zur Zeit:
Jonathan Franzens "Die
Korrekturen",
in: Welt
v. 01.07.
- Inhalt:
Georg
M. OSWALD,
wie FRANZEN ein
Angehöriger der
Single-Generation,
identifiziert sich mit
dem Protagonisten Chip:
"Er
repräsentiert den in der
modernen Welt verlorenen
Intellektuellen, der noch
dazu mit einer Hypothek
herumläuft, die für
seine Generation typisch
ist, nämlich die
Hypothek der
erfolgreichen,
über-mächtigen Eltern,
die das Koordinatensystem
geschaffen haben, in dem
sich die Kinder bewegen.
Die Wahrnehmung dieses
Phänomens ist in meiner
Generation besonders
stark. Wir bewegen uns in
einer der längsten
Friedensperioden der
Geschichte. Das führt zu
einer erhöhten
Sensibilität, was
Diskontinuitäten
betrifft:
Jobunsicherheit,
gesellschaftliche
Mobilität, fragmentierte
Werdegänge. Die
Generation der jungen
Lamberts in Franzens
Roman stellt Fragen, mit
denen sich ihre
Elterngeneration so gar
nicht hat beschäftigen
können."
OSWALD
bezeichnet FRANZENs
Figuren als Klischees
("flat
characters"), denen
menschliche Würde
verliehen wird.
- Neu:
ROTH,
Jürgen (2002): Die Milch lau und
fad wie das Leben.
Schwer, sich
Hesses ambossartigen
Metaphernkonstruktionen zu
entziehen, besonders im deutschen
Blätterwald,
in: Frankfurter
Rundschau
v. 05.07.
- Kommentar:
ROTH
ist beleidigtl! Als
einziges grosses
deutsches Blatt hat der
STERN den Roman von
Jonathan FRANZEN
"Die
Korrekturen"
verrissen. Aus diesem
Grund wütet ROTH gegen Hermann
HESSE,
dem der STERN eine
5teilige Serie widmet.
Dabei
haben FRANZEN und HESSE
einige wichtige
inhaltliche
Berührungspunkte: beide
sind Verächter urbaner
Lebensstile und
Konsumkritiker, d.h. sie
kritisieren jeweils die Spassgesellschaft
ihrer Zeit.
- englischsprachiger
Raum:
|
|
| |
|
|
|
| |
|
weiterführende
Links
|
|
| |
|
|
|
| |
|
|
|
| |
|
Bitte beachten Sie:
single-dasein.de ist nicht verantwortlich für die
Inhalte externer Internetseiten
|
|
| |
|
|
|
| |
|
|
|
| |
|
|
|
| |
|
©
2000-2002
Bernd Kittlaus |
Bernds@single-dasein.de |
Erstellt:
12. November 2001
Stand: 09. Juli 2002 |
|
Zugriffe
seit
dem 04.Juni 2000 |
|
|