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Klappentext
"From
the moment of its publication in
1961, Revolutionary Road was hailed
as a masterpiece of realistic fiction
and as the most evocative portrayal
of the opulent desolation of the
American suburbs. It's the story of
Frank and April Wheeler, a bright,
beautiful, and talented couple who
have lived on the assumption that
greatness is only just around the
corner. With heartbreaking compassion
and remorseless clarity, Richard
Yates shows how Frank and April
mortgage their spiritual birthright,
betraying not only each other, but
their best selves.
In his introduction to this edition,
novelist Richard Ford pays homage to
the lasting influence and enduring
power of Revolutionary Road."
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Stimmen zu
"Revolutionary Road"
"In den 50er Jahren wurde
»Konformität« zum Codewort für männliche
Unzufriedenheit (...).
Die Antwort für Millionen von Grays lag
nicht etwa darin, irgend etwas
Ungewöhnliches zu tun - wie Ehefrau und Job
zu verlassen (...), sondern sich zumindest
des potenziellen »Ichs« bewußt zu werden,
das in einem schlummerte. Für die meisten
Unzufriedenen im grauen Flanell bestand
hierin ihre ganze Rebellion: Sie kultivierten
ein starkes Problembewußtsein für
Konformität - wie übrigens alle anderen
auch - und erreichten durch dieses
Bewußtsein eine Art höherer, reflektierter
Anpassung.
Frank Wheeler, der Held aus Richard Yates'
Roman Revolutionary Road war der Rebell im
grauen Flanell und ein brillanter Anwender
dieser höheren Konformität. Als junger Mann
in den späten 40er Jahren war er beinahe ein
Rebell gewesen. Er hatte in einem schäbigen
Apartment in Greenwich Village gelebt, am
City-College studiert und von den Dingen
geträumt, die er gerne schreiben wollte. Eine
ungeplante Schwangerschaft hatte ihn in die
Realität männlichen Erwachsenseins
zurückgebracht. Als »starker« Mann verbot
er seiner Freundin April, das Kind
abzutreiben. Er heiratete sie und nahm eine
Arbeit in der Werbeabteilung von Knox
Business Machines an, die er seinen Freunden
sofort als »den langweiligsten Job, den man
sich vorstellen kann« beschreibt. Im Jahre
1950 haben Frank und April bereits zwei
Kinder und ein großes Haus. Es liegt in der
»Revolutionary Road«, und zwar weit
entfernt von den einfachen Häusern des
Neubaugebietes, die sich wie ein Ei dem
anderen gleichen. Frank vergißt jedoch seine
jugendlichen Träumereien nicht; er baut sie
sogar in seinen Alltag ein: als ironischen
Kontrapunkt zur gähnenden Langeweile und
»hoffnungslosen Leere« um ihn herum. Den
ganzen Tag arbeitet er - oder gibt zumindest
vor, bei Knox Business Machines stark
beschäftigt zu sein -, abends trinkt er mit
April und gemeinsamen Freunden, den
Campbells, und unterhält sich mit seinen
sarkastischen Kommentaren zur
Mittelschichtskonformität (...).
Konformität zerstört nicht nur die Seelen
der Männer, sondern auch ihre Männlichkeit.
Die von Psychologen gepredigte Anpassung ist
kein Weg zu erwachsener Maskulinität,
sondern zur Kastration (...).
April (..) möchte, daß er aussteigt, bevor
die Kastration vollendet ist. Sie will mit
ihm nach Paris gehen; sie will den
Lebensunterhalt verdienen, und er soll
schreiben.
Aber April ist ihrer Zeit voraus. Zwanzig
Jahre später hätte sich der vernünftige
Mann auf ein solches Angebot gestürzt. Hier
geht es jedoch darum, daß Frank lediglich sagt,
was er tun möchte. Seine einzigen
Aktivitäten aber sind die abendlichen
Tiraden über Konformität. Frank hat
furchtbare Angst, seine Sicherheit in der
Revolutionary Road aufzugeben und noch mehr
Angst davor, daß er gar nichts mehr zu sagen
hätte in einem Forum, das größer ist als
sein eigenes Wohnzimmer. Nur wenige Stunden
vor seinem Geistesblitz über Kastration hat
er sich entschlossen, eine Beförderung
anzunehmen und bei Knox Business Machines zu
bleiben. Er wird noch mehr Geld verdienen,
noch mehr Whisky-Sodas trinken und seine
ironische Sensibilität weiter zu
kultivieren, von der seine Würde abhängt:
Er weiß, daß er als Mann zerstört ist,
aber wenigstens weiß er es."
(Barbara Ehrenreich in
"Die Herzen der Männer", 1984,
S.38ff.)
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